12. Dezember 2003

Österreich: Krisengifel zum Situation am Schweinemarkt

Themen: Archiv — info @ 14:12

Wien (agrar.de) – Auf Initiative von Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch fand heute im österreichischen Landwirtschaftsministerium ein Krisengipfel zur katastrophalen Situation am Schweinemarkt statt. Dabei verständigte sich Landwirtschaftsminister Josef Pröll mit den Branchenvertretern des Verbandes österreichischer Schweineerzeuger (VÖS) sowie Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch auf ein Maßnahmenpaket, dass sowohl einen spürbaren Impuls zur Wiederbelebung des Marktes bringen, als auch eine finanzielle Entlastung der betroffenen Produzenten gewährleisten soll. Pröll: ‚Die österreichischen landwirtschaftlichen Interessenvertreter und der Landwirtschaftsminister lassen die Bauern nicht im Stich.‘

Auf EU-Ebene wird sich Pröll für die Wiedereinführung von Exporterstattungen für Schweinefleisch stark machen. Gleichzeitig wird Österreich die EU auffordern, die private Lagerhaltung für Schweinefleisch erneut zu ermöglichen. Pröll hofft damit, den Druck durch die momentane EU-weite Überproduktion zu mildern. Weiters wird Österreich die EU-Kommission aufrufen, Maßnahmen zu setzen, um die Exporte in Drittlandsmärkte wie nach Russland anzukurbeln.

Am Montag, den 15.12, wird Österreich im Rahmen der Sitzung des Verwaltungsausschusses einen Antrag einbringen, der diese Forderungen umfasst. Gleichzeitig ersucht Landwirtschaftsminister Pröll in einem Schreiben an Kommissar Franz Fischler um Unterstützung der österreichischen Anliegen. ‚Ich werde mich mit Nachdruck auch im Agrarministerrat nächste Woche für die österreichischen Schweinebauern einsetzen‘, so Pröll.

Als weiterer Schritt bietet das Ministerium ab sofort den Schweinebetrieben die Stundung von Rückzahlungen für laufende Agrarinvestitionskredite (AIK) an. Parallel dazu wird die Agrarmarkt Austria Marketing GesmbH (AMA) die Werbemaßnahmen rund um den Genuss von Schweinefleisch verstärken, kündigte der Landwirtschaftsminister an.

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Saarland: Anhörungsfrist für Naturschutzgesetz bis zum 14. Januar verlängert

Themen: Archiv,Saarland — info @ 14:12

Saarbrücken (agrar.de) – Die saarländischen Städte und Gemeinden, aber auch die Umwelt- und Naturschutzverbände haben mehr Zeit, sich mit dem Regierungsentwurf für ein neues Saarländisches Naturschutzgesetz zu befassen und eine Stellungnahme abzugeben. Dies ist jetzt bis zum 14. Januar möglich.

Umweltminister Stefan Mörsdorf hat die Anhörungsfrist bis zu diesem Termin verlängert. ‚Ich habe damit gerne dem Wunsch vieler entsprochen, mehr Zeit für die Befassung mit diesem Gesetzentwurf zu haben. Naturschutz soll nach den Vorstellungen der Landesregierung viel stärker als bisher zu einem Anliegen der örtlichen Gemeinschaft werden. Deshalb ist es wichtig, dass der Gesetzentwurf auch auf Gemeindeebene bis in die Ortsräte hinein breit diskutiert wird‘, unterstrich Umweltminister Stefan Mörsdorf. Der Gesetzentwurf kann von interessierten Bürgerinnen und Bürgern im Internet abgerufen werden. Das saarländische Kabinett hatte den Gesetzentwurf am 18. November beschlossen und damit die so genannte externe Anhörung eingeleitet.

Nach dieser externen Anhörung wird sich der Landtag mit dem Gesetzentwurf befassen.

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EU-Kommission genehmigt Übernahme von Valtra durch AGCO

Themen: Archiv — info @ 13:12

Brüssel (agrar.de) – Die Europäische Kommission hat den Erwerb des finnischen Traktorenherstellers Valtra Inc. von der Kone Corporation durch den US-amerikanischen Traktoren- und Landmaschinenhersteller AGCO Corporation genehmigt. Die Übernahme wird den Marktanteil von AGCO in Europa deutlich erhöhen, doch sorgen unter anderem die Unternehmen Case New Holland und John Deere nach wie vor für Wettbewerb.

Das Angebot von AGCO umfasst ein breites Spektrum an landwirtschaftlichen Maschinen und den dazu gehörigen Ersatzteilen, darunter Traktoren, Mähdrescher, Heumaschinen, Sprühgeräte, Futtererntemaschinen und Bodenbearbeitungsgeräte. AGCO verfügt in Europa über zwei Traktorenwerke: eines in Beauvais (Frankreich) und eines in Marktoberdorf (Deutschland). Die von AGCO im Europäischen Wirtschaftsraum vertriebenen Marken sind Massey Ferguson und Fendt.

Auch Valtra stellt in Suolahti (Finnland) Traktoren für den europäische Markt her, die es unter eigenem Namen vertreibt. Zu Valtra gehört auch die Sisu Diesel Inc., die Dieselmotoren für Nutzfahrzeuge, darunter auch für Traktoren, herstellt.

Die Transaktion führt in fast allen Ländern des EWR zu Überschneidungen bei den herkömmlichen Traktoren im Gegensatz zu den Spezialtraktoren für den Obst- und Weinanbau, Schmalspurschleppern und sonstigen Spezialtraktoren. Die Kommission untersuchte die Auswirkungen der Übernahme vor allem auf dem finnischen, dem schwedischen und dem norwegischen Markt, wo der gemeinsame Marktanteil an die 40 Prozent und mehr beträgt.

Die Kommission vertrat die Ansicht, dass AGCO in Finnland, dem Heimatmarkt von Valtra, kaum die Preise ohne Rücksicht auf die Wettbewerber erhöhen dürfte, da die Traktoren von Case New Holland, John Deere, Same-Deutz-Fahr und Landini/McCormick die AGCO-Produkte ersetzen können und die Kunden dann zur Konkurrenz überlaufen würden. Die Kommission untersuchte auch den Vertriebsmarkt und stellte dabei fest, dass Valtra über sein eigenes Vertriebsnetz verfügt und eine Abschottung der Wettbewerber relativ unwahrscheinlich ist. Diese Auffassung deckt sich mit den Aussagen von Wettbewerbern und Kunden.

Dieselben Schlussfolgerungen gelten auch für Schweden und Norwegen, wo die Wettbewerber Case New Holland und John Deere über eine starke Stellung auf dem Markt verfügen.

Im übrigen EWR besteht kein Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken, da der gemeinsame Marktanteil von Valtra/AGCO nicht so hoch ist und andere starke Wettbewerber auf dem Markt vertreten sind (Same-Deutz-Fahr und Landini/McCormick neben Case New Holland und John Deere).

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Ebli: Günstiges Klima für Landwirtschaft und Weinbau in Rheinland-Pfalz

Themen: Archiv — info @ 13:12

Hochwertige Produkte und qualitativ hochwertige Weine

Mainz (agrar.de) – ‚Die Landwirtschaft und der Weinbau in Rheinland-Pfalz finden gute Bedingungen vor. Dies wird jetzt auch und zusätzlich durch den aktuell in Berlin vorgestellten Situationsbericht 2004 des Deutschen Bauernverbandes bestätigt. Das positive Urteil des DBV-Präsidenten Gerd Sonnleitner zur Agrarentwicklung in Rheinland-Pfalz ist schon deswegen überzeugend, weil damit ein Bayer Rheinland-Pfalz lobt‘, so die agrarpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Friederike Ebli.

Bei der Einkommensentwicklung wurde bei der Vorstellung des Situationsberichtes des Deutschen Bauernverbandes besonders und bundesweit anscheinend einmalig die positive Agrar-Einkommensentwicklung in Rheinland-Pfalz durch den DBV-Präsidenten hervorgehoben, die für Haupterwerbsbetriebe einen Zuwachs bei den Unternehmensergebnissen von plus 7,2 Prozent (!) ausmachen. Die Dauerkulturbetriebe mit Weinbau würden bundesweit eine große Einkommensverbesserung, und zwar um 29 Prozent, erzielen. Da der Weinbau in Rheinland-Pfalz eine weite Verbreitung findet, profitieren hierbei die Rheinland-Pfälzer in besonderer Weise von der Entwicklung, was auch zu einem günstigen bundesweiten Durchschnittsergebnis führt. Auch der relativ stabile Milchauszahlungspreis in Rheinland-Pfalz führe zu einem positiven Ergebnis für die Landwirte und Winzer im Land.

Friederike Ebli: ‚Die Landwirte, Landwirtinnen und die Winzer und Winzerinnen leisten wichtige Arbeit in Rheinland-Pfalz. Dies wissen wir als SPD-Landtagsfraktion zu schätzen und unterstützen auch deshalb deren Arbeit. Die Weinbau- und die Landwirtschaftspolitik der rheinland-pfälzischen Landesregierung handelt im Sinne der Landwirtschaft und des rheinland-pfälzischen Weinbaus. Vom Strukturwandel im Bereich der Landwirtschaft und der knappen Finanzsituation ist selbstverständlich auch Rheinland-Pfalz betroffen. Aber das unternehmerische Engagement und die Produktion von guten Produkten wie qualitativ hochwertigen Weinen zeigt, dass innerhalb der Landwirtschaft und des Weinbaus positive Entwicklungen möglich sind.‘

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BSE-resistente Rinder gezüchtet

Themen: Archiv — info @ 12:12

Seoul (agrar.de) – Ein südkoreanisches Forscherteam hat nach eigenen Angaben Rinder gezüchtet und kloniert, die gegen BSE resistent sind. Das berichtet die ‚Ärztezeitung.

Nach der Entwicklung von BSE-resistenten Labormäusen in anderen Ländern sei es weltweit das erste erfolgreiche derartige Experiment mit Rindern, sagte der Tiermediziner Dr. Hwang Woo Suk von der Nationaluniversität in Seoul. Die vier klonierten Kälber hätten Antikörper, die spezifisch gegen BSE-Prionen gerichtet seien, so Hwang.

Das Team des Forschers hatte 1999 erstmals in Südkorea Rinder geklont. Die Forscher erwarten jetzt die Geburt von 15 weiteren BSE-resistenten Kälbern.

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Umsatz mit Öko-Lebensmitteln im Jahr 2002 auf 2,97 Milliarden gestiegen

Themen: Archiv — info @ 10:12

Berlin (agrar.de) – Das Ziel, den ökologischen Landbau bis 2010 auf 20 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche auszudehnen, ist auch weiterhin die Leitlinie für die Ausrichtung der Agrarpolitik der Bundesregierung. Darauf weist sie nach Mitteilung des Bundestags-Pressedienstes in ihrer Antwort auf eine Große Anfrage der CDU/CSU-Fraktion zur Situation des ökologischen Landbaus in Deutschland hin. Dabei sei klar, dass dieses Ziel nicht alleine durch staatliche Maßnahmen erreicht werden könne.

Ganz wesentlich werde es auch auf das Engagement der Wirtschaft, die Marktentwicklung und die Nachfrage der Verbraucher nach Ökoprodukten ankommen. Die Regierung unterstütze zudem die Europäische Kommission bei ihren Arbeiten an einem europäischen Aktionsplan für ökologisch erzeugte Lebensmittel und die ökologische Landwirtschaft. Zudem beabsichtige die Regierung, sich intensiv an der Entwicklung eines mittel- und langfristig angelegten, auf einem gesellschaftlichen Konsens beruhenden, deutschen Aktionsplan zum ökologischen Landbau zu beteiligen.

Weiter heißt es in der Antwort, Schätzungen zufolge habe der Umsatz mit Öko-Lebensmitteln in Deutschland von 2,05 Milliarden Euro im Jahr 2000 über 2,7 Milliarden Euro 2001 auf rund 2,97 Milliarden Euro im letzten Jahr zugenommen.

Bei den Absatzwegen ökologisch erzeugter Lebensmittel seien 2002 35 Prozent auf den Lebensmitteleinzelhandel, 26 Prozent auf Naturkostfachgeschäfte, 18 Prozent auf Erzeuger und 9 Prozent auf Reformhäuser entfallen.

Die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe mit ökologischer Wirtschaftsweise, die im Rahmen der EG-Öko-Verordnung erfasst werden, ist Regierungsangaben zufolge von 10.425 im Jahr 1999 auf 15.626 Betriebe im Jahr 2002 gestiegen.

Aus dem Etat des Bundesverbraucherschutzministeriums seien Maßnahmen des ökologischen Landbaus im Jahr 2002 mit 33,38 Millionen Euro gefördert worden. In diesem Jahr seien hierfür 43,3 Millionen Euro eingeplant. Des Weiteren beteilige sich der Bund im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe ‚Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes‘ (GAK) an der Förderung ökologischer Anbauverfahren und der Vermarktung ökologischer Erzeugnisse. Beide Bereiche sind dabei laut Antwort im Jahr 2002 mit GAK-Bundesmitteln in Höhe von 7,27 Millionen Euro und in diesem Jahr mit 19,5 Millionen Euro unterstützt worden.

Ein neuralgischer Punkt bei der Vermarktung ökologischer Produkte stellen nach Darstellung der Regierung die Schnittstellen zwischen landwirtschaftlichem Erzeugerbetrieb, Erfassung, Verarbeitung, Handel und Verbraucher dar. Diese müssten besser untereinander verknüpft werden. Notwendig sei ein effizientes und damit deutlich kostengünstigeres Netzwerk für die Verarbeitung und Vermarktung von Ökoprodukten. Nach Ansicht der Regierung zeichnen sich Lebensmittel aus dem ökologischen Landbau durch eine hohe Qualität aus und seien hinsichtlich ihrer Erzeugung konventionell produzierten Produkten in vielen Punkten überlegen. Bei der Prozessqualität wirke sich der ökologische Landbau günstiger auf den Naturhaushalt aus.

So sei die Artenvielfalt an Ackerwildkräutern und Insekten auf Ökoflächen meist höher als auf konventionell bewirtschafteten Äckern. Zur Beantwortung der Frage, ob der regelmäßige Verzehr von ökologisch produzierten Nahrungsmitteln generell für die Gesundheit förderlicher sein kann als der konventionell erzeugter Produkte, sind nach Regierungsangaben weitere Forschungen notwendig, weil hierzu noch keine wissenschaftlich gesicherten Studien vorlägen.

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Künast: Maßnahmen zur ländlichen Entwicklung werden neu ausgerichtet

Themen: Archiv — info @ 10:12

PLANAK beschließt Rahmenplan der Gemeinschaftsaufgabe ‚Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes‘ für das Jahr 2004

Berlin (agrar.de) – Bund und Länder haben heute die neuen Förderungsgrundsätze der Gemeinschaftsaufgabe ‚Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes‘ (GAK) für das Jahr 2004 verabschiedet. Wichtigster Beschluss ist die Neuausrichtung der Maßnahmen zur ländlichen Entwicklung. Die raumbezogenen Maßnahmen Dorferneuerung, Flurbereinigung und Agrarstrukturelle Entwicklungsplanung werden in einen Fördergrundsatz ‚Integrierte ländliche Entwicklung‘ überführt und um die Förderung von Regionalmanagement und ländlichen Entwicklungskonzepten erweitert. ‚Dadurch können bisher isolierte Einzelmaßnahmen besser aufeinander abgestimmt und gezielt zur Entwicklung der ländlichen Regionen eingesetzt werden. Erfahrungen aus dem Modellvorhaben REGIONEN AKTIV zeigen, dass dies ein vielversprechender Weg ist‘, so Bundesverbraucherministerin Renate Künast nach Abschluss der Beratungen in Berlin.

‚Mit diesem Beschluss kommen wir dem Ziel, die GAK zu einem Instrument zur Entwicklung ländlicher Räume umzugestalten, ein gutes Stück näher. Die Regionen erhalten Anreize ländliche Entwicklungskonzepte zu erarbeiten und werden bei deren Umsetzung unterstützt. So kann ein von der Bevölkerung getragener Entwicklungsprozess in Gang gesetzt werden, der die in den Regionen vorhandenen Chancen nutzbar macht, egal, ob sie im Bereich Tourismus, alternative Energien oder Produktion und Vermarktung regionaler Spezialitäten liegen‘ so Künast.

Mit dem beschlossenen Fördergrundsatz können jetzt auch neue Maßnahmen, die zusätzliche Einkommenschancen für ländliche Räume eröffnen, gefördert werden. Dazu gehören Investitionen in Dorfzentren, in Kooperationsvorhaben von Landwirten und Handwerkern oder in Rad- und Wanderwege. Um dem regionalen Entwicklungsprozess schneller auf die Beine zu helfen, wird für investive Fördermaßnahmen zukünftig ein höherer Zuschuss gegeben, wenn diese der Umsetzung eines regionalen Entwicklungskonzeptes dienen. ‚Mir ist wichtig, die Förderung so zu verändern, dass die ländlichen Regionen insgesamt davon profitieren und nicht nur einzelne Investoren,‘ betonte die Ministerin. ‚Dazu gehört vor allem, dass die Regionen stärker als bisher selber bestimmen, was gefördert werden soll.‘

Im Rahmen der Flurbereinigung werden künftig ökologisch bedenkliche Maßnahmen, wie die Beseitigung von Hecken oder Tümpeln oder Entwässerung nicht mehr mit Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe gefördert, es sei denn, die Naturschutzbehörden stimmen ausdrücklich zu.

Außerdem haben Bund und Länder einen neuen Förderungsgrundsatz beschlossen, mit dem die Einführung einzelbetrieblicher Managementsysteme gefördert wird. Hierbei handelt es sich um ein Element der Betriebsführung, das in Zukunft für die Sicherstellung der Prozessqualität immer wichtiger werden wird. In Kombination mit einer entsprechenden Förderung der Beratung sollen diese Managementsysteme den Landwirtinnen und Landwirten vor allem die Dokumentation und Einhaltung der künftigen Cross-Compliance-Bestimmungen (Bewirtschaftungsauflagen) erleichtern. Die Möglichkeiten für die Anwendung dieser Förderung werden in den kommenden Monaten zwischen Bund und Ländern konkretisiert werden.

Die Förderung der Verarbeitung und Vermarktung regional oder ökologisch erzeugter Produkte wurde flexibilisiert, um den Marktgegebenheiten besser Rechnung zu tragen.

Bei der einzelbetrieblichen Investitionsförderung wurden die Förderungsmöglichkeiten für Junglandwirte weiter angehoben. Mit einem Zuschuss von künftig bis zu 20.000 Euro soll das Investitionsklima gerade für junge Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber verbessert werden, die in der Existenzgründungsphase sind.

Die von Ministerin Künast eingeleitete Neuausrichtung der Gemeinschaftsaufgabe wurde mit diesen Beschlüssen konsequent fortgesetzt und steht auch in engem Zusammenhang mit der europäischen Politik zur ländlichen Entwicklung. So wurde der Tierschutz im Zuge der EU-Halbzeitbewertung als Fördergegenstand auf EU-Ebene verankert, nachdem entsprechende Maßnahmen zur Umsetzung der nationalen Modulation in die GAK aufgenommen wurden. Tiergerechte Haltungsverfahren können ab 2004 in vollem Umfang gefördert werden.

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Robin Wood: Nicht der trockene Sommer war schuld

Themen: Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 10:12

Schadstoffe sind die Hauptursache der Waldschäden in Deutschland – Robin Wood mahnt ökologische Wende in Verkehrs- und Landwirtschaftspolitik an

Hamburg (agrar.de) – Die Schäden in den Wäldern haben in diesem Jahr wieder deutlich zugenommen. Nur noch knapp ein Drittel aller Waldbäume zeigt keine äußerlich erkennbaren Schäden. Das geht aus dem offiziellen Waldschadensbericht hervor, den die Bundesregierung heute vorlegt. Als Erklärung für diesen deutlichen Anstieg der Waldschäden haben die Forstminister der Bundesländer bereits in den vergangenen Monaten vor allem die lang anhaltende Trockenperiode dieses Sommers angeführt. Doch diese Erklärung ist oberflächlich und lenkt davon ab, dass die zunehmende Schadstoffbelastung die Wälder immer anfälliger werden lässt – sei es für Sturm, Kälte, Insektenbefall oder eben Trockenheit.

‚Ein stabiler, gesunder Wald kann auch lange Trockenperioden weitgehend schadlos überstehen‘, so Rudolf Fenner, Waldreferent der Umweltschutzorganisation Robin Wood. ‚Erst wenn die Baumwurzeln durch den ,Sauren Regen‘ geschädigt sind und das schüttere Kronendach die Waldböden schneller austrocknen lässt, gerät das Ökosystem sehr schnell in eine Stress-Situation, in der die Bäume sichtbar leiden oder auch absterben.‘

Ammoniakausdünstungen aus der Viehhaltung und Stickoxidabgase aus dem Straßenverkehr machen dem Wald am meisten zu schaffen. Diese Stickstoffemissionen sind unbestritten die Schadstoffkomponente Nr.1 im Giftcocktail des ‚Sauren Regens‘.

‚Die Fakten sind seit langem bekannt. Jedes Jahr wird ein neuer Waldschadensbericht vorgelegt, die notwendigen Konsequenzen aus diesem Wissen aber werden nicht gezogen‘, kritisiert Fenner. ‚Ohne eine ökologische Wende in der Verkehrs- und Landwirtschaftspolitik werden die Wälder in Deutschland weiter dahinsiechen.‘

Robin Wood fordert daher, dass die Massentierhaltung abgeschafft und der Öko-Landbau konsequent ausgebaut wird. Im Verkehrssektor ist ein vorrangiges Ziel, die LKW-Kolonnen auf den Straßen zu reduzieren und dafür zu sorgen, dass wieder mehr Güter mit Bahn und Schiff transportiert werden. Um dies zu erreichen, muss die LKW-Maut als ökologisches Steuerinstrument genutzt werden.

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FDP: Berninger weicht Fragen der Liberalen zur Legehennen- und Schweinehaltung aus

Themen: Archiv — info @ 09:12

Berlin (agrar.de) – Zu den Antworten von Staatssekretär Berninger, Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL), in der Fragestunde zu Fragen von FDP-Bundestagsabgeordneten zur Legehennen- und Schweinehaltung, erklärt der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Die FDP-Bundestagsfraktion hat die Fragestunde des Deutschen Bundestages in dieser Woche zu einer Debatte über die Schweine- und Legehennenhaltung umgestaltet, um die dramatischen Konsequenzen der ideologisch verbohrten Agrarpolitik der Bundesregierung aufzuzeigen. Im Mittelpunkt standen die zu befürchtenden Auswirkungen der von Ministerin Künast angekündigten Nichtunterzeichnung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. Für die Bundesregierung musste Staatssekretär Berninger bestätigen, dass die Europäische Kommission bereits ein Vertragsverletzungsverfahren wegen Nichtumsetzung der EU-Richtlinie gegen Deutschland eingeleitet hat. Damit besteht für den Europäischen Gerichtshof die Möglichkeit, ein Zwangsgeld zu verhängen.

Über die Höhe solcher Strafen und den Schaden für den Steuerzahler wurde den Liberalen eine Antwort von der Bundesregierung verweigert.

Leider rechtfertigte der Parlamentarische Staatssekretär auch die gravierenden Wettbewerbsnachteile durch weitere nationale Alleingänge, die über eine 1:1-Umsetzung der entsprechenden EU-Richtlinie hinausgehen, in der für Agrarpolitiker von Bündnis 90 / Die Grünen mittlerweile bekannten und von wenig Sachlichkeit getrübten Art und Weise.

Die zahlreichen Fragen zur Legehennenhaltung wurden von der Bundesregierung aus fachlicher Sicht völlig unbefriedigend beantwortet.

Die wirtschaftlichen Belastungen und der drohende Verlust von Arbeitsplätzen, die mit diesem nationalen Sonderweg verbunden sind, wurden wieder einmal verniedlicht. Selbst die mögliche Vorteilhaftigkeit der Kleingruppenhaltung nach einer Bewertung von ökonomischen, ökologischen und sozialen Kriterien wurde schlicht ignoriert.

Schließlich hätte es die liberalen Fragesteller am Ende der Fragestunde nicht einmal mehr überrascht, hätte Staatssekretär Berninger versucht, das von der Bundesregierung aufgelegte Bundesprogramm ‚Tiergerechte Haltungsverfahren‘ als Meilenstein der Agrarwende zu verkaufen. Soweit wollte Herr Berninger dann offensichtlich doch nicht gehen. Etwas kleinlaut musste er auch diesen ‚Flop‘ eingestehen. Denn obwohl die Bundesregierung 31 Mio. Euro im Jahr 2003 hierfür bereitgestellt hat, wurden bis heute weniger als 1 Mio. Euro abgerufen. Die Agrarpolitik á la Künast entpuppt sich immer mehr wie das Bundesprogramm ‚Tiergerechte Haltungsverfahren‘ als grüne Luftnummer.‘

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11. Dezember 2003

Sachsen: Fleischerzeugung im Oktober

Themen: Fleisch,Sachsen,Statistik,Tiere — info @ 16:12

Schafschlachtungen deutlich über Vorjahresmonat

Dresden (agrar.de) – Im Oktober 2003 wurden in Sachsen 5.000 Tonnen Fleisch aus gewerblichen und Hausschlachtungen erzeugt. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes sind das 230 Tonnen (vier Prozent) weniger als im vergleichbaren Vorjahresmonat. Insgesamt wurden im Oktober 46.300 Tiere geschlachtet. Von der im Oktober erbrachten Fleischmenge entfallen 73 Prozent auf Schweine- und 25 Prozent auf Rindfleisch. Der Anteil an Kalb-, Schaf-, Ziegen- und Pferdefleisch liegt bei zwei Prozent. Im Berichtszeitraum wurden über 4.700 Hausschlachtungen durchgeführt. Gegenüber dem Vorjahr sind das 400 Tiere bzw. neun Prozent mehr.

Im Berichtsmonat wurden 4.300 Rinder geschlachtet. Daraus resultiert eine Rindfleischmenge von 1.240 Tonnen. Das ist ein Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat um 51 Tonnen (vier Prozent). Unter den geschlachteten Rindern waren 1.420 Bullen und Ochsen, 2.300 Kühe und 560 Färsen. Die Anzahl der hausgeschlachteten Rinder blieb mit 640 im Vergleich zum Vorjahr (636 Schlachtungen) fast konstant. Demgegenüber verringerte sich die Zahl der gewerblichen Schlachtungen um 142 auf 3.610 (vier Prozent). Das durchschnittliche gewerbliche Schlachtgewicht betrug 291 Kilogramm.

Die 330 im Oktober geschlachteten Kälber erbrachten eine Kalbfleischmenge von 16 Tonnen. Das sind 13 Tonnen (45 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat.

Die im Berichtsmonat erzeugten 3.700 Tonnen Schweinefleisch stammen aus 35.900 gewerblichen und 1.600 Hausschlachtungen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Rückgang um 190 Tonnen (fünf Prozent). Unter den geschlachteten Schweinen befanden sich 1.500 Spanferkel.

Außerdem wurden im Freistaat 81 Tonnen Schaffleisch durch die Schlachtung von 3.900 Schafen erzeugt. Im Vergleich zum Oktober 2002 sind das 790 Tiere (25 Prozent) mehr. Unter den im Oktober 2003 geschlachteten Schafen befanden sich 2.300 Hausschlachtungen. Das ist ein Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat um 480 Tiere (26 Prozent) bzw. zwölf Tonnen (32 Prozent). Weiterhin wurden im Berichtsmonat 174 Ziegen und 49 Pferde geschlachtet. Gegenüber dem Vorjahr sind das 25 Ziegen und acht Pferde mehr.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Sachsen.

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