15. Dezember 2003

Nicht ohne Risiko: Rapsöl-Diesel-Mischungen als Treibstoff

Themen: Archiv — info @ 11:12

Strenge Motorenkontrolle unerlässlich

Gülzow (agrar.de) – Kraftstoffgemische von Diesel und naturbelassenem Rapsöl sollten in moderner, nicht speziell auf Rapsöl umgerüsteter Landtechnik nicht bedenkenlos eingesetzt werden. Bei Motorstandsuntersuchungen an der Universität Hohenheim wurden Risiken aufgezeigt, die schon bei weniger als 1.000 Betriebsstunden zu schweren Motorschäden führen können, wenn auf eine intensive Wartung der Motoren verzichtet wird.

Das vom Verbraucherschutzministerium geförderte und der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) betreute Projekt sollte die wissenschaftlich-technischen Wissenslücken bei der Verwendung von Kraftstoffgemischen aus Rapsöl und Diesel in modernen Motoren schließen. Zu diesem Zweck wurden Deutz-4-Zylinder-Motoren der COM2-Generation, Baureihe 2012, jeweils 300 Betriebsstunden mit 25 , 50 und 75 Vol.-Prozent kalt gepresstem Rapsöl im Kraftstoff auf dem Prüfstand untersucht, ohne motorseitige Anpassungen an die Kraftstoffmischungen vorzunehmen.

Während der Prüflauf mit 75 prozentigem Rapsöl wegen Motorschadens vorfristig abgebrochen werden musste, ließen die beiden anderen Prüfläufe mit geringeren Rapsöl-Anteilen eine umfangreiche Auswertung zu. Danach stellten die Wissenschaftler neben einem deutlich höheren Kraftstoffverbrauch einen überdurchschnittlichen Motorverschleiß und die starke Abnutzung der Kolbenringe fest, die nach ihrer Ansicht bei Fortsetzung des Versuchs zu Motorschäden geführt hätte. Ablagerungen und Verkokungen an den Ein- und Auslassventilen und den Einspritzdüsen sind ebenso dokumentiert wie ein deutlich erhöhter Eintrag von Kraftstoff in das Schmieröl.

In ihren Schlussfolgerungen empfehlen die Hohenheimer Wissenschaftler, die Risiken beim Einsatz von Rapsöl-DK-Mischungen in nicht umgerüsteten Motoren durch ein Bündel von Maßnahmen zumindest zu reduzieren. Dazu gehören die Inspektion und Reinigung der Einspritzdüsen nach 300 Betriebsstunden und der Zylinderköpfe nach 600 bis 800 Betriebsstunden sowie die Verkürzung sämtlicher Wechselintervalle bei Motor und Schmieröl.

Der vollständige Abschlussbericht des Projekts ‚Motorprüflauf mit Rapsöl-Dieselkraftstoff-Mischungen‚, FNR-Förderkennzeichen 00NR268, kann online eingesehen und heruntergeladen werden. Hier weisen die Wissenschaftler auch darauf hin, dass sich die neueste Motorengeneration COM3 nach ihrer Einschätzung als besonders störanfällig beim Betrieb mit Rapsöl-DK-Mischungen erweisen dürfte.

Der Einsatz von reinem Rapsöl in speziell umgerüsteten Traktoren wird von der FNR momentan im Rahmen des so genannten 100-Schlepper-Programms untersucht. Zwischenergebnisse zu diesem Modellprojekt stehen ebenfalls online zur Verfügung.

Links zum Thema %url4%Biodiesel und Pflanzenöl%/%.

DNR: Ergebnisse der Jagdbilanz 2002/3 unterstreichen Forderung nach neuem Bundesjagdgesetz

Themen: Archiv — info @ 10:12

Bonn (agrar.de) – Mit der Vorstellung der aktuellen Daten für die Jagdstrecke 2002/3 in Deutschland untermauerte der Deutsche Naturschutzring (DNR) seine Forderung nach einer grundlegenden Reform des Bundesjagdgesetzes. ‚Die hohen Abschusszahlen bestandsgefährdeter Tiere wie Dachs, Wiesel, Iltis, Rebhuhn, und Waldschnepfe und zehntausender Hunde und Hauskatzen machen die baldige Vorlage des neuen Jagdgesetzes durch Bundesministerin Künast erforderlich‘, betonte DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen.

Die von den Landesjagdverbänden veröffentlichten Daten der Jagdstrecke 2002/3 erbrachte folgendes Ergebnis:

Rothirsch 60.318; Damhirsch 52.208; Sikahirsch 856; Reh 1.074.575; Wildschwein 512.351; Gemse 4.522; Mufflon 6.385; Feldhase 470.510; Kaninchen 156.407; Dachs 47.120; Fuchs 614.619; Steinmarder 51.179; Baummarder 4.055; Wiesel 12.910; Iltis 11.822; Mink 454; Marderhund 16.087; Waschbär 19.647; Rebhuhn10.741; Fasan 350.816; Tauben 854.486; Höckerschwan 2.315; Blässhuhn 17.254; Gänse 40.448; Enten 510.546; Waldschnepfe 11.015; Möwen 16.959; Rabenvögel 408.413; Graureiher 968; Kormoran 7.000.

Hinzu kommen nach Schätzungen noch mehrere Zehntausende von Hunden und Hauskatzen, die abgeschossen oder gefangen wurden. Nach den Vorstellungen des DNR ist die Jagdausübung nur zulässig, wenn Tierarten in ihrem Bestand nicht gefährdet sind und eine Bestandsverringerung aus ökologischen oder anderen zwingenden Gründen geboten ist und dies mit jagdlichen Mitteln erreicht werden kann. Die Jagdausübung auf im Bestand nicht gefährdete Tierarten ist außerdem zulässig, wenn die getöteten Tiere einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden und von der Jagd keine nennenswerte Störung der übrigen Tierwelt ausgeht.

Am Rückgang vieler dem Jagdrecht unterliegenden Arten haben auch punktuelle Hegebemühungen seitens der Jägerschaft (z.B. Anpflanzungen von Hecken) nichts geändert, während andere erwünschte Arten zu Lasten ihrer Lebensräume auch mit Methoden der Haustierhaltung (z.B. Fütterung) noch gefördert werden.

Zukünftig sollen dem Jagdrecht nur noch die folgenden Tierarten unterliegen:

Rothirsch, Damhirsch, Sikahirsch, Reh, Gemse, Mufflon, Wildschwein, Wildkaninchen. Weitere Arten, die bei Vorliegen der Voraussetzungen regional bejagt werden können, sind: Fuchs, Steinmarder, Stockente und Fasan, wobei Eingriffe in Vogelbestände nur nach naturschutzrechtlicher Maßgabe erfolgen. Alle übrigen Vogelarten sind von der Bejagung ausgenommen.

In Naturschutzgebieten, Nationalparken, Kernzonen von Biosphären­reservaten, Natura 2000 Gebieten, EG-Vogelschutzgebieten und Ramsargebieten ruht die Jagdausübung. Eingriffe in den Bestand freilebender Tiere sind zulässig, wenn der Schutzzweck dies zwingend erfordert. Sie erfolgen ausschließlich nach Maßgabe der Schutzziele.

Für die Erhaltung und Wiederherstellung naturnaher Wälder kommt der Jagd eine besondere Verpflichtung zu. Die Abschussregelung für Schalenwild ist zu vereinfachen und ihre Bemessung anhand waldbaulicher und vegetationskundlicher Gutachten bundesweit verbindlich vorzuschreiben. Die Nichterfüllung oder zu geringe Festsetzung des Schalenwildabschusses hat entscheidend zur Erhöhung der Wilddichten beigetragen. Die Verbiß- und Schälschäden in unseren Wäldern kosten den Steuerzahler jährlich mindestens 150 Millionen Euro, die finanziellen Folgekosten für Waldbesitzer und Volkswirtschaft betragen ein vielfaches davon. Die Schutzzäune gegen Wildverbiß erreichen inzwischen eine Länge, die zweimal um den Äquator reichen würde.

Nach Auffassung des DNR sind die jagdrechtlichen Rahmenbedingungen sind dem gewandelten Verhältnis des Menschen zum Mitgeschöpf Tier anzupassen. Die Jagdzeiten sind sinnvoll zu verkürzen und regionsspezifisch vor allem auf den Herbst und Frühwinter zu verlagern. Die Schonzeit zur Zeit der Jungenaufzucht ist für alles Wild konsequent einzuführen. Zur Paarungszeit hat ebenfalls Jagdruhe zu herrschen, wenn dem nicht zwingende Gründe einer effektiven Schalenwildbejagung entgegenstehen. Eine Verkürzung der Jagdzeiten trägt zur Verminderung der jagdbedingten Störungen und der effektiven Nutzung erfolgversprechender Intervalle bei. Störungsärmeres Jagen fördert die Vertrautheit mancher bejagter Arten und deren Beobachtbarkeit für die Bevölkerung.

Der Abschuss oder Fang von Hunden oder Katzen ist grundsätzlich zu untersagen. Der Abschuß oder Fang von Haustieren erfolgt ganz überwiegend aus überholtem jagdlichen Konkurrenzdenken und entbehrt – von Ausnahmefällen abgesehen – einer sachlichen Rechtfertigung und steht zudem im krassen Widerspruch zum Gebot des Tierschutzes.

Die Fallenjagd ist grundsätzlich zu verbieten. Begründete Ausnahmen sind entsprechend der Berner Konvention zu genehmigen.

Die Fütterung von Wild sowie die Verabreichung von Medikamenten und künstlichen Wirkstoffen sind zu untersagen. Die Fütterung ist eine wesentliche Ursache für überhöhte Schalenwildbestände, die nicht an die natürliche Lebensraumkapazität angepasst sind und im Ökosystem Wald beträchtliche Schäden verursachen. Die Fütterung und Medikamentierung verändert den Wildtiercharakter und greift unnötig in natürliche Selektionsvorgänge und ökologische Abläufe ein.

Angesichts der immer häufiger anzutreffenden Jagdunfälle verlangt der DNR bei einer Verlängerung des Jagdscheins den Nachweis ausreichender Schießleistungen auf stehende und bewegliche Zielattrappen zu binden.

Die Ausbildung und Prüfung von Jagdhunden an lebenden Tieren führt zu unnötiger Tierquälerei und verstößt gegen Anliegen des Tierschutzes.

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Mecklenburg-Vorpommern: Schweinezahl gestiegen

Themen: Archiv,Milch,Rinder,Statistik — info @ 09:12

Schwerin (agrar.de) – Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurden im Rahmen der repräsentativen Erhebung über die Viehbestände vom 3. November 2003 in den landwirtschaftlichen Betrieben Mecklenburg-Vorpommerns 556.900 Rinder und 699.100 Schweine ermittelt. Damit verringerte sich der Bestand an Rindern gegenüber dem Vorjahr um gut 1 Prozent. Bei Schweinen war eine Erhöhung um zirka 3 Prozent zu verzeichnen.

Die Zahl der in Mecklenburg-Vorpommern gehaltenen Rinder hat sich in den letzten 12 Monaten um etwa 6.200 Tiere verringert. Im Vorjahreszeitraum gab es noch einen Rückgang um 14.300 Tiere. Die Milchkühe bilden mit 32 Prozent weiterhin den Hauptanteil am Rinderbestand (2003: 179.400 Tiere). Dabei ist ihre Anzahl weiterhin leicht rückläufig (- 1 Prozent). Diese Entwicklung ist vorrangig mit dem marktregulierenden Instrument der Milchquote und der gestiegenen Milchleistung je Kuh zu erklären.

Während die Zahl der Kälber unter 6 Monaten bis November 2002 um 2 Prozent abnahm, blieb sie dieses Jahr nahezu konstant.

Erneut rückläufig war die Zahl der gehaltenen Ammen- und Mutterkühe. In den letzten 12 Monaten verringerten sich diese Bestände um gut 3 Prozent auf 66.800 Tiere. Nach dem starken Rückgang der Schlacht- und Mastkühe im Vorjahr erhöhte sich deren Anzahl 2003 um etwa 43 Prozent (2003: 1.600 Tiere).

Im vergangenen Jahr hatte sich der Schweinebestand des Landes kaum verändert. 2003 setzte sich aber der Aufwärtstrend bei diesen Tieren wieder fort. Deren Zahl erhöhte sich um zirka 23.200 Schweine. Bei Mastschweinen insgesamt zeigte sich ein Anstieg um 4 Prozent auf ungefähr 253.700 Tiere. Die stärkste Bestandszunahme gab es bei den Mastschweinen mit einem Lebendgewicht von 110 und mehr Kilogramm (+ 14 Prozent).

Die Bestände an Zuchtsauen im Land vergrößerten sich wie im Jahr 2002 um 3 Prozent. Es wurden 77.300 Tiere ermittelt. Die Zahl der nicht trächtigen Sauen erhöhte sich um 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2003: 24.200 Tiere).

Für weiter zunehmende Schweinebestände spricht derzeit auch die wachsende Zahl an Ferkeln im Land. Anfang November 2003 wurden im Land etwa 169.400 Ferkel gehalten (+ 3 Prozent).

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12. Dezember 2003

Happach-Kasan: Mit einem deutschen Weihnachtsbaum heimischem Wald helfen

Themen: Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 16:12

Berlin (agrar.de) – Zur Vorstellung des Waldzustandsberichts 2003 erklärt die forstpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan:

‚Wohl selten hat eine Ministerin die Lage so falsch eingeschätzt, wie Frau Künast bezüglich der Waldschäden: Die von Ministerin Künast in diesem Sommer gefeierte Trendumkehr beim ‚Waldsterben‘ hat sich als reines Wunschdenken erwiesen. Denn noch immer zeigen bundesweit über 20 Prozent der Wälder deutliche Nadel- bzw. Blattverluste. Die Waldschäden der Schadstufen 2 bis 4 haben sogar im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Alarmierend ist die fortschreitende Versauerung der Waldböden. Deshalb muss zur Gesundung des Ökosystems Wald und zum Schutz des Trinkwasserreservats die Bodenversauerung energischer bekämpft werden. Dazu sind Bodenkalkungen erforderlich. Bund und Länder müssen deutlich höhere Anstrengungen zur Finanzierung weiterer Kalkungsmaßnahmen unternehmen.

Die Stärkung der wirtschaftlichen Lage der 1,3 Millionen Waldbesitzer in Deutschland ist eine weitere Voraussetzung für die Gesundung des heimischen Waldes. Deshalb sind weitere Bewirtschaftungsauflagen im Rahmen der Novellierung des Bundeswaldgesetzes ein Irrweg. Der Wald darf nicht tot reglementiert werden!

Ich fordere alle Verbraucher auf, einen deutschen Weihnachtsbaum zu kaufen und so dem heimischen Wald zu helfen.‘

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Agrarhaushalt 2004 des Bundes verabschiedet

Themen: Archiv — info @ 16:12

Agrarwende und Verbraucherpolitik bleiben gesichert

Berlin (agrar.de) – In den Haushalt des Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) (Einzelplan 10) sind 5,212 Milliarden Euro eingestellt (siehe Übersicht). Dies bedeutet gegenüber 2003 eine Verringerung um 7,4 Prozent (2003: 5,627 Milliarden Euro). Damit erbringt der Einzelplan 10 einen erheblichen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung. ‚Wir müssen konsolidieren, wir müssen sparen und wir müssen den Landwirten neue Möglichkeiten aufzeigen. Das tun wir mit diesem Haushaltsplan und auch in anderen Bereichen‘ erklärte Bundesministerin Künast in der Plenardebatte des Deutschen Bundestages, der den Bundeshaushalt 2004 am 28. November in 2. und 3. Lesung verabschiedete.

Der Einzelplan 10 ist weiterhin darauf ausgerichtet, die Neuausrichtung der Agrarpolitik zu unterstützen und die Verbraucherpolitik zu stärken. Die hohe Bedeutung der Verbraucherpolitik ergibt sich daraus, dass hierfür 103,8 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Insbesondere sind erhebliche Mittel für den weiteren Aufbau des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sowie für das Bundesinstitut für Risikobewertung vorgesehen. Umfangreiche Mittel werden eingesetzt, um den Verbraucherschutz und die Verbraucheraufklärung zu unterstützen sowie Einzelprojekte zu fördern.

Für die Gemeinschaftsaufgabe ‚Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes‘ (GAK) sind 729 Millionen Euro veranschlagt. Die GAK ist weiterhin unverzichtbar, da sie eine wichtige Koordinierungsfunktion für Maßnahmen der Agrarstrukturverbesserung und der ländlichen Entwicklung hat und mit der EU-Förderung verknüpft ist. Durch das Angebot integrierter, sektorübergreifender Förderansätze soll die GAK noch stärker zur Umsetzung der mit der Agenda 2000 zur zweiten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik ausgebauten Maßnahmen zur ländlichen Entwicklung beitragen.

Die Mittel für die Agrarsozialpolitik sind mit 3,78 Milliarden Euro (72,5 Prozent) weiterhin die bei weitem finanziell bedeutsamsten Ausgaben im Einzelplan 10. Sie konnten daher von den Einsparungen nicht ausgenommen werden. ‚Mein Ziel ist es, – deshalb haben wir an einem entsprechenden Modell gearbeitet -, die Belastungen möglichst niedrig zu halten‘, bekräftigte Bundesministerin Künast. Die Einsparungen werden unter anderem erbracht durch die Verringerung der Defizitdeckung in der Landwirtschaftlichen Krankenversicherung und in 2004 zusätzlich durch eine einmalige Kürzung des Bundeszuschusses. Weiterhin führt die wirkungsgleiche Übertragung von Änderungen in der allgemeinen Kranken- und Rentenversicherung auf die agrarsozialen Sicherungssysteme zu einem Minderbedarf an Bundesmitteln. Unter Berücksichtigung der spezifischen Änderungen im Haushaltsbegleitgesetz zur Krankenversicherung der Landwirte wird sich hier der Bundeszuschuss auf 1,03 Milliarden Euro vermindern. Die Beiträge der Landwirte zur Krankenversicherung werden sich auch in Zukunft durchaus mit den Beiträgen zu anderen gesetzlichen Krankenversicherungen messen lassen können.

Zur Haushaltskonsolidierung hatte der Deutsche Bundestag mit dem am 17.10.2003 verabschiedeten Haushaltsbegleitgesetz Maßnahmen im steuerlichen Bereich beschlossen, die die Land- und Forstwirtschaft betreffen. Hierbei handelt es sich um die Änderungen bei der Steuerrückvergütung auf Agrardiesel und bei der Umsatzbesteuerung der Land- und Forstwirtschaft.

Beim Agrardiesel wurden eine betriebliche Obergrenze und ein Selbstbehalt beschlossen. Insgesamt ergibt sich aus der Änderung bei der Agrardieselvergünstigung ab 2005 ein Beitrag zur Haushaltskonsolidierung von jährlich 282 Millionen Euro.

Durch die Änderungen bei der Umsatzbesteuerung der Landwirte ergeben sich in 2004 voraussichtlich Mehreinnahmen für die öffentlichen Haushalte von 272 Millionen Euro, davon entfallen 138 Millionen Euro auf den Bund. Ab 2005 steigen die Mehreinnahmen auf jährlich 320 Millionen Euro, davon 163 Millionen Euro im Bundeshaushalt.

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COPA besorgt über die labile Situation im Sektor Schweinefleisch

Themen: Archiv — info @ 15:12

Brüssel (agrar.de) – Anlässlich der Sitzung des COPA-Präsidiums am 12. Dezember 2003 brachten die Präsidenten der EU-Bauernverbände u.a. die labile Situation bei Schweinefleisch zur Sprache, wobei betont wurde, dass diese Situation sich in den kommenden Monaten fortsetzen dürfte. Anlass zur Sorge gaben auch die Getreidemarktlage, die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Futtermittelpreise und die zu erwartenden Entwicklungen.

Aus der Sicht der Vertreter der EU-Bauernverbände sind sofortige Massnahmen der EU-Kommission zur Besserung der Marktlage geboten, wobei in optimaler Weise die vereinzelten Marktverwaltungsinstrumente der gemeinsamen Marktordnung einzusetzen sind.

Das Präsidium von COPA rief die EU-Kommission auf, schnellstmöglich und vorzugsweise bis zum nächsten Verwaltungsausschuss Vorschläge zur Einführung geeigneter Massnahmen zwecks Stabilisierung des EU-Schweinefleischmarkts vorzulegen.

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IG BAU zum Waldzustandsbericht: Waldsterben wird von Arbeitsplatzabbau beschleunigt

Themen: Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 15:12

Frankfurt (agrar.de) – Der von der Bundesregierung beklagte Gesundheitszustand der Wälder wird sich nach Auffassung der IG Bauen-Agrar-Umwelt durch die Sparmaßnahmen in Bund, Ländern und Gemeinden noch verschärfen. ‚Dem heißen Sommer folgt ein erbarmungsloser Arbeitsplatzabbau bei den Forstwirten‘, sagte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Margot Gudd. Im Durchschnitt stünden etwa ein Drittel der 40.000 Arbeitsplätze in den öffentlichen Forsten zur Disposition. Anstatt die Aufgaben zur Pflege des kranken Waldes zu erfüllen, würde ein Sozialkahlschlag die Klimaschutzfunktion des Waldes stark einschränken.

‚Die Bundesregierung warnt selbst vor der drohenden Borkenkäferplage im nächsten Jahr‘, sagte Gudd, ‚tut aber nichts für eine bessere Ausstattung der öffentlichen Hauhalte und der forstwirtschaftlichen Arbeitsplätze.‘ Stattdessen gebe sich ausgerechnet der ‚grüne‘ parlamentarische Staatsekretär Matthias Berninger ‚unideologisch‘ und verlange den Einsatz der Chemiekeule: ‚Ein grüner Staatssekretär sollte wissen, wie man dem Borkenkäfer preiswerter, umweltfreundlicher und nachhaltiger beikommt‘, kritisierte Gudd. Statt der chemischen Keule empfiehlt die Gewerkschafterin den Einsatz von naturnahen Mitteln. Dem männlichen Borkenkäfer ließe sich mit einer Sexual-Lockstoff-Falle zu Leibe rücken. ‚Dafür brauchen wir die Waldarbeiter, die jetzt entlassen werden sollen‘, sagte Gudd.

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SPD: Chancen für unsere Wälder konsequent verbessern

Themen: Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 14:12

Berlin (agrar.de) – Zum jüngsten Waldzustandsbericht der Bundesregierung erklärt die Bundestagsabgeordnete und Berichterstatterin für den Bereich Forsten und Waldwirtschaft der SPD-Bundestagsfraktion, Gabriele Hiller-Ohm:

‚Der Zustand der Wälder hat sich durch die extremen Witterungsbedingungen des letzten Jahres deutlich verschlechtert. Besonders betroffen sind Laubbäume und hier die Eichen. Über 20 Prozent der Bäume in unseren Wäldern weisen deutliche Nadel- und Blattverluste auf. Nur noch ein knappes Drittel sind ohne sichtbare Schäden. Schon heute muss befürchtet werden, dass sich der Zustand des Patienten Wald auch im kommenden Jahr nicht verbessern wird. Die Witterungsverhältnisse können zu einer massiven Vermehrung der für die Wälder überaus gefährlichen Borkenkäfer und damit zu weiteren Schäden führen.

Interessant sind die regionalen Unterschiede, die im Waldzustandsbericht deutlich werden. So haben die Wälder in Schleswig-Holstein die Stresssituation bedingt durch Trockenheit, Sturm, Hitze und Schädlingsbefall deutlich besser überstanden als Forsten in anderen Regionen. 46 Prozent der Bäume weisen keine Schäden auf. Das ist eine Verbesserung um zwei Prozent zum Vorjahr. In Schleswig-Holstein setzt man seit langem auf eine konsequente naturnahe Waldwirtschaft. Die Ursachen der unterschiedlichen regionalen Schadensentwicklung müssen sehr genau analysiert und ausgewertet werden, da sie überlebenswichtige Handlungskonzepte für stärker geschädigte Waldbestände liefern können.

Nicht nur extremes Wetter, sondern vor allem auch die Luftschadstoffe tragen zur Schädigung der Wälder bei. Die von uns eingeleiteten Maßnahmen zur Luftreinhaltung und zum Klimaschutz müssen deshalb ohne Abstriche fortgesetzt werden. In den letzten Jahren konnten deutliche Erfolge zum Beispiel bei der Senkung von Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Schwefel- und Stickstoffoxiden erzielt werden. Ammoniakemissionen aus der Landwirtschaft sind hingegen immer noch zu hoch und tragen maßgeblich zur Versauerung der Waldböden und einer Gefährdung unseres Trinkwassers bei. Deshalb müssen hier noch stärkere Anstrengungen unternommen werden.

Die Waldschäden führen zu einer weiteren Schwächung der deutschen Forst- und Holzwirtschaft, die durch Billigholzimporte – oft aus Raubbau – bereits erhebliche Einbußen hinnehmen musste. Es ist deshalb unverzichtbar, den Absatz von deutschem Holz zu stärken. Die von der rot-grünen Bundesregierung ins Leben gerufene ‚Charta für Holz‘ bietet hier die richtige Strategie. Mit einem Aktionsbündnis aller Beteiligten soll der nachwachsende Rohstoff Holz in Deutschland populärer und wettbewerbsfähiger gemacht werden. Die enormen Chancen unserer Wälder als umweltschonende Lieferanten für wertvolle Bau- und Brennstoffe müssen viel stärker ins Bewusstsein gerückt und ausgenutzt werden. Das hilft nicht nur der Umwelt, sondern trägt auch zur Sicherung von rund 800.000 Arbeitsplätzen in der Forst- und Holzwirtschaft bei.‘

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DBV: Milchsektor ist Verlierer der EU-Agrarreform

Themen: Archiv — info @ 14:12

Deutsche und französische Milcherzeuger verstärken Zusammenarbeit

Paris (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) und der französische Milchbauernverband (FNPL) werden ihre Zusammenarbeit im Bereich der Milchpolitik und des Milchmarktes ausbauen. Das war das Fazit des jüngsten Spitzengesprächs der Vertreter des DBV und des FNPL in Paris. Geleitet wurde die deutsche Delegation von DBV-Vizepräsident Otto-Dietrich Steensen und die französische Delegation von FNPL-Präsident Henri Brichart. Einigkeit bestand darin, dass der europäische Milchsektor der Verlierer der Agrarreform von Luxemburg ist. Daher müssten alle Möglichkeiten der Milchpolitik und des Milch-marktes im Interesse der Milcherzeuger genutzt werden.

In einer gemeinsamen Erklärung wurden folgende Punkte festgehalten:

. Die für die Interventionspreissenkung gewährten Ausgleichszahlungen je Kilogramm Milch müssen in vollem Umfang dem wirtschaftenden, melkenden Betrieb zur Verfügung gestellt werden, das heißt, eine betriebsindividuelle Auszahlung des Direktausgleichs. Jede Form der Regionalisierung, auch in einem Kombinationsmodell, würde zu einem Abfluss der Ausgleichszahlungen im Milchsektor führen und damit die Milcherzeuger nochmals schwächen.

. Die Entkopplung der Direktzahlungen war weder vom DBV noch von der FNPL gewollt. Da aber die grundsätzliche Entscheidung für die Entkopplung gefallen ist, sollte, auch um die Unsicherheiten über die Umsetzung der Reform und die damit verbundenen möglichen Spekulationen und Fehlentscheidungen möglichst gering zu halten, eine Entkopplung der Milchprämie vor 2007 in Betracht gezogen werden.

. Die in den Reformbeschlüssen vorgesehene Erhöhung der Milchquoten um 1,5 Prozent ab dem Jahre 2006 muss auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Da der Milchmarkt ohnehin von Überschüssen gekennzeichnet ist, würde eine weitere Erhöhung der Milchquoten die Preise und damit die Einkommen der Milcherzeuger noch stärker belasten.

. Die neuen Reformbeschlüsse im Milchbereich erlauben die Anpassung der Milchquote an die Marktlage. Aufgrund der derzeitigen desolaten Lage am Milchmarkt fordern beide Organisationen die EU-Kommission auf, dieses Instrument zu nutzen und durch eine flexible Mengenanpassung auf die derzeitige Marktlage zu reagieren. Die Milchquoten könnten an die Entwicklung der Nachfrage angepasst werden, was entsprechende positive Preisimpulse ergeben müsste.

. Auch nach der Agrarreform hat die EU-Kommission die Möglichkeit, durch Marktordnungsmaßnahmen den Milchmarkt zu stabilisieren. FNPL und DBV fordern die Kommission daher auf, diese Möglichkeiten zu nutzen und aufgrund der derzeitigen schwierigen Marktlage das Einkommensniveau der europäischen Milcherzeuger nicht noch weiter absinken zu lassen.

Der über die nationalen Grenzen operierende Lebensmitteleinzelhandel sowie besonders die Discounter haben einen zunehmenden negativen Einfluss auf die Entwicklung des Milchpreises. In einigen europäischen Nachbarländern wird sogar schon von einem Milchpreiskrieg gesprochen. FNPL und DBV sind sich darüber bewusst, dass neben den agrarpolitischen Maßnahmen auch die Entwicklung auf dem Milchmarkt verstärkt begleitet werden muss. Daher werden beide Verbände einen Aktionsplan abstimmen, der das weitere Absinken der Milchpreise verhindern und wesentlich zur Einkommensstabilisierung bei den Milcherzeugern beitragen soll. Der von FNPL und DBV initiierte Aktionsplan ist bereits von vielen berufsständischen Organisationen in den anderen europäischen Mitgliedstaaten sehr positiv aufgenommen worden. Auf einem europäischen Binnenmarkt, in dem sowohl Molkereien als auch Lebensmitteleinzelhandel über die nationalen Grenzen hinweg arbeiten, muss auch die Position der europäischen Milcherzeuger verstärkt koordiniert werden.

Links zum Thema Verbände.

Rheinland-Pfalz: Verwaltung der Tierseuchenkasse wechselt zur Landwirtschaftskammer

Themen: Archiv,MKS — info @ 14:12

Mainz (agrar.de) – Die Tierseuchenkassen der Länder sind ein wichtiges Instrument der amtlichen Tierseuchenbekämpfung. Ihre Aufgabe ist es, bei Tötung von Tieren im Tierseuchenfall Entschädigungen zu gewähren. Weiterhin gewähren die Tierseuchenkassen Beihilfen für Tierverluste durch Tierseuchen und finanzielle Unterstützungen für Maßnahmen zur planmäßigen Bekämpfung von Tierseuchen. Seit 1945 haben die Tierseuchenkassen der Länder u.a. zur Tilgung der Tuberkulose, der Brucellose, der Deckseuchen der Rinder und der Maul- und Klauenseuche beigetragen.

Das dritte Landesgesetz zur Änderung des Landestierseuchengesetzes vom Juli dieses Jahres ermöglichte die Übertragung der Aufgabe der Verwaltung der Tierseuchenkasse auf Dritte. Auf Beschluss der Landesregierung wurde die Verwaltung der Tierseuchenkasse Rheinland-Pfalz zum 01. Dezember 2003 auf die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz übertragen. ‚Mit dieser Maßnahme betritt Rheinland-Pfalz Neuland. Dieses Modell ist bislang bundesweit erstmalig,‘ stellte Umweltstaatssekretär Hendrik Hering anlässlich der offiziellen ‚Übergabe‘ fest. Hering dankte der ehemaligen Geschäftsführung für die geleistete Arbeit und wünschte der neuen Verwaltung gutes Gelingen. Als Symbol für den gewünschten finanziellen Wohlstand der Tierseuchenkasse überreichte der Staatssekretär ein Sparschwein.

Die neue Adresse lautet: Tierseuchenkasse Rheinland-Pfalz, Burgenlandstr. 7, 55543 Bad Kreuznach. Telefonisch ist die Tierseuchenkasse in Zukunft unter der Nummer 0671-7930 zu erreichen. Die Geschäftsführung wird von Herrn Dr. Labohm wahrgenommen.

Bis 1960 existierten auf dem Gebiet des heutigen Landes Rheinland-Pfalz zwei Tierseuchenkassen. Die Tierseuchenkasse Rheinland-Hessen-Nassau wurde im Jahre 1946 für die ehemals preußischen Gebiete gegründet. Der Geltungsbereich wurde 1949 auf Rheinhessen ausgedehnt. Für den Regierungsbezirk Pfalz war die Bayrische Tierseuchenkasse zuständig. Am 19. Dezember 1960 wurden beide Einrichtungen zur Tierseuchenkasse Rheinland-Pfalz zusammengeführt. In den Folgejahren wurde die Tierseuchenkasse unentgeltlich vom jeweils für Veterinärwesen zuständigen Ministerium des Landes Rheinland-Pfalz verwaltet und hatte ihren Sitz in Mainz. Seit dem 31.Oktober 1994 war sie beim Ministerium für Umwelt und Forsten angesiedelt.

Links zum Thema Tierseuchenkassen, Links zum Bundesland Rheinland-Pfalz.

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