16. Dezember 2003

Thüringen: Immer weniger vollbeschäftigte Arbeitskräfte in der Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 11:12

Erfurt (agrar.de) – Nach ersten Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung 2003 waren in den rund 5.000 landwirtschaftlichen Betrieben 28.000 Personen beschäftigt. Davon waren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 23.500 Personen ständig beschäftigt und 4.500 Arbeitskräfte zur Überwindung zeitweiliger Arbeitsspitzen als Saisonarbeitskräfte angestellt. Von den ständig Beschäftigen waren 15.200 Personen vollbeschäftigt.

Obwohl die Zahl der ständig Beschäftigten in der Landwirtschaft gegenüber 2001 geringfügig um 0,7 Prozent bzw. 160 Personen angestiegen ist, sank der Vollbeschäftigtenanteil von 68 Prozent auf 65 Prozent. Die Zahl der vollbeschäftigten Arbeitskräfte ging von 15.900 auf 15.200 Personen zurück.

In den 4.000 Einzelunternehmen Thüringens, arbeiteten 7.300 Familienarbeitskräfte (4 Prozent mehr als 2001) und 1.000 ständige familienfremde Arbeitskräfte (2 Prozent weniger als 2001). Der Vollbeschäftigtenanteil sank geringfügig von 28 auf 27 Prozent. Durchschnittlich arbeiteten 2,1 Arbeitskräfte in jedem Einzelunternehmen (2001 2,0) bzw. 5,9 Arbeitskräfte auf 100 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche (2001 ebenfalls 5,9).

In den 400 Personengesellschaften waren, unverändert zur letzten Erhebung, 2.800 Personen ständig beschäftigt. Der Anteil der Vollbeschäftigten ging aber gegenüber dem Jahr 2001 um 10 Prozentpunkte auf 75 Prozent zurück. Jeder Betrieb beschäftigte durchschnittlich 6,8 Personen (2001: 7,2) bzw. 2,1 Arbeitskräfte je 100 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche (2001: 2,0).

53 Prozent aller ständig Beschäftigten arbeiteten in den 600 Betrieben der Rechtsform juristische Personen. Der Anteil der Vollbeschäftigten sank um 3 Prozentpunkte auf 87 Prozent. Je Betrieb waren durchschnittlich 20,7 Personen angestellt. Das waren 0,7 weniger als im Jahr 2001. Auf 100 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche kamen unverändert 2,4 Arbeitskräfte.

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NABU fordert strenge Regeln für Grüne Gentechnik

Themen: Gentechnik,Umwelt,Verbände — info @ 11:12

Bonn (agrar.de) – Der Naturschutzbund NABU hat die Bundesregierung aufgefordert, bei der Novellierung des Gentechnikgesetzes sowohl die Voraussetzungen für die Wahlfreiheit der Verbraucher als auch den Erhalt der biologischen Vielfalt sicherzustellen. ‚Gentechnik in der Landwirtschaft ist eine Gefahr für unsere Natur‘, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen anlässlich eines Fachgesprächs im Bundesumweltministerium.

Eine großangelegte Studie in Großbritannien habe erst kürzlich gezeigt, dass durch die unheilvolle Kombination von gentechnisch veränderten Pflanzen und den daraus resultierenden Pestizideinsätzen der natürlichen Vielfalt der letzte Raum geraubt werde. ‚Wir brauchen ein ‚Reinheitsgebot‘ für Natur und Landschaften‘, so Billen.

Eine konsequente Formulierung von Abstands- und Haftungsregeln im Sinne des Verursacherprinzips sei die einzige Möglichkeit, eine Koexistenz mit einer gentechnikfreien Natur- und Kulturlandschaft langfristig zu garantieren. Daher müssten Hersteller und Anwender von gentechnisch veränderten Organismen die Kosten und Risiken tragen, wenn andere durch die Anwendung von Gentechnik beeinträchtigt würden. Die Beweislast müsse beim Nutzer der Gentechnik liegen. ‚Solange mögliche Gefahren und Risiken der Gentechnik für natürliche Ökosysteme noch weitgehend unerforscht sind, lehnt der NABU die Zulassung gentechnisch veränderter Organismen grundsätzlich ab‘, betonte Billen.

Die aktuelle Novelle des Gentechnikgesetzes müsse unbedingt gewährleisten, dass eine gentechnikfreie Landwirtschaft weiterhin möglich ist. Zu diesem Zweck muss nach Auffassung des NABU eine ‚gute fachliche Praxis‘ für die Nutzung der Gentechnik definiert werden. ‚Es müssen Pflichten und Maßnahmen der Landwirte festgelegt werden, die eine gentechnische Verunreinigung konventioneller Produkte und natürlicher Ökosysteme verhindern‘, so Billen. Als weiterer zentraler Schritt müssten gentechnikfreie Regionen und Schutzzonen für ökologisch sensible Gebiete eingerichtet werden. Wenn dies nicht gelinge, sei zu befürchten, dass eine nachhaltige, naturverträgliche Landnutzung in einigen Jahrzehnten nicht mehr sichergestellt sei.

‚Das einzigartige Erbe unserer biologischen und genetischen Vielfalt darf nicht kurzfristigen Wirtschaftsinteressen geopfert werden‘, so Billen.

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Künast für besseren Schutz der Fischbestände

Themen: Archiv — info @ 11:12

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der bevorstehenden Beratungen über die in der EU geltenden Fangmengen für das Jahr 2004 tritt Bundesverbraucherministerin Renate Künast erneut dafür ein, sich strikt an die wissenschaftlichen Empfehlungen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) zu halten und für einen besseren Schutz der Fischbestände zu sorgen. ‚Angesichts der zum Teil desolaten Bestandssituation insbesondere bei Kabeljau und Scholle in der Nordsee sowie beim Seehecht in den westlichen Gewässern ist es dringend erforderlich, ein Fangmoratorium zu verhängen‘, so Künast. Leider seien andere diesen wissenschaftlichen Forderungen nicht gefolgt.

Künast fordert deshalb, dass die EU zumindest Maßnahmen mit ähnlichen Schoneffekten erlässt. Als solche kämen primär in Betracht:

– ein Verbot der direkten Kabeljaufischerei; Kabeljau sollte nur noch als unumgänglich notwendiger Beifang in der gemischten Fischerei auf Schellfisch, Wittling, Scholle und Seezunge zugelassen werden;

– die großflächige Sperrung von Laichgebieten des Kabeljau in der Nordsee während der Laichzeit (etwa Februar bis April);

– die vorübergehende Sperrung von Fanggebieten mit einer hohen Konzentration an Jungkabeljau;

– eine Begrenzung der Fangtätigkeit in der gemischten Fischerei aus Kabeljau, Schellfisch, Wittling, Scholle und Seezunge durch ein effizientes und einfach zu handhabendes Seetagesystems.

Sie hoffe, so die Ministerin, mit diesen Vorschlägen auf eine positive Resonanz bei ihren Kolleginnen und Kollegen in der EU sowie bei der Kommission zu treffen. ‚Ich setze mich für eine nachhaltige Fischerei ein, damit es langfristig sowohl den Fischen als auch den Fischern gut geht. Wäre man den Vorschlägen von Wissenschaftlern vor Jahren gefolgt, könnte die Bestandssituation längst auf dem Wege der Besserung sein und die Fischer könnten wieder mit guten Erträgen rechnen.‘

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FDP fragt nach Qualität von Nahrungsmitteln des ökologischen Landbaus

Themen: Archiv — info @ 11:12

Berlin (agrar.de) – Die Qualität von Nahrungsmitteln des ökologischen Landbaus ist Gegenstand einer Kleinen Anfrage der FDP-Fraktion (15/2203). Nach Mitteilung der Pressestelle des Bundestages wollen die Liberalen von der Regierung unter anderem wissen, ob nach ihrer Ansicht Lebensmittel des ökologischen Landbaus eine signifikant bessere Produktqualität aufweisen als Lebensmittel des integrierten und des konventionellen Landbaus.

Die Regierung soll darüber hinaus sagen, ob sie die Einschätzung teilt, dass Gütezeichen, die auf der Grundlage von Analyseergebnissen Produkteigenschaften zertifizieren für den Verbraucher, der eine besonders hohe Produktqualität bevorzugt, aussagekräftiger sind, als Siegel, die die Produktion nach bestimmten Verfahren zertifizieren.

Von Interesse ist für die FDP auch, wie die Regierung die Auffassung des Instituts für ökologischen Landbau in Trenthorst bewertet, dass bislang ‚klare Beweise fehlen, dass ökologisch produzierte Lebensmittel eine bessere Produktqualität aufweisen und/oder gesünder sind als Lebensmittel aus konventioneller Produktion‘.

Des Weiteren erkundigen sich die Abgeordneten nach der mikrobiellen Belastung von Eiern sowie Geflügel aus der Produktion des ökologischen Landbaus im Vergleich zu der aus konventioneller Tierhaltung.

Außerdem fragen die Liberalen, wie sich der deutlich höhere Flächenbedarf in der Tierproduktion des ökologischen Landbaus mit dem Leitbild der Bundesregierung für eine nachhaltige und umweltverträgliche Landwirtschaft verträgt.

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DNR: Grüne Gentechnik Gefahr für Öko-Systeme

Themen: Gentechnik,Umwelt,Verbände — info @ 10:12

Bonn (agrar.de) – Beim von Bundesumweltminister Jürgen Trittin heute in Bonn eröffneten Fachgespräch ‚Grüne Gentechnik und Naturschutz‘ forderte der Deutsche Naturschutzring (DNR) die Schaffung gentechnikfreier Zonen zur Sicherung von Naturschutzgebieten. ‚Es reicht nicht aus, für ökologisch sensible Bereiche ein Genehmigungsverfahren vor der Ausbringung gentechnisch veränderter Organismen (GVO) vorzusehen. Wir brauchen ein Verbot der Ausbringung von GVO in Naturschutzgebieten‘, sagte DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen.

Der DNR sprach sich bei der Anhörung auch für strenge Koexistenzregelungen in der Landwirtschaft aus. Dazu gehören Sorgfaltspflichten wie Abstandsregelungen, klare Pflichten bei der Reinigung von Maschinen und beim Transport von GVO. Bezeichnend ist es für den DNR, dass es bei der Gentechnik bis heute keine sogenannte Deckungsvorsorge gibt. Die Versicherungsbranche weigert sich bis heute, die kaum kalkulierbaren möglichen Schäden beim Einsatz der grünen Gentechnik zu versichern. Der DNR forderte daher eine Haftung der durch GVO verursachten Schäden an Natur und Umwelt nach dem Verursacherprinzip. Dabei hat der Anwender von GVO nachzuweisen, dass der Schaden nicht durch ihn verursacht wurde.

Die Gentechnik-Expertin des DNR Frau Dr. Martha Mertens wies auf die Gefährdung durch transgene Pollen oder verschleppte Samen für Ökosysteme hin. Insekten, besonders Blütenbesucher wie Bienen, Hummeln und andere Nützlinge sind durch insektenresistente Pflanzen gefährdet.

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Private Lagerhaltung für Schweinefleisch wird gefördert

Themen: Archiv — info @ 10:12

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) begrüßt den heutigen Beschluss des EU-Verwaltungsausschusses in Brüssel über die Möglichkeit der privaten Lagerhaltung für Schweinefleisch. Dies sei eine wichtige Maßnahme für eine gewisse Entlastung des Schlachtschweinemarktes. Das DBV-Präsidium hatte erst vergangene Woche im Rahmen eines Bündels von Maßnahmen zur Überwindung der Preismisere auf dem Schlachtschweinemarkt die Förderung der privaten Lagerhaltung gefordert. Nach Ansicht des DBV muss die EU-Kommission Sorge tragen, dass das eingelagerte Schweinefleisch mit entsprechenden Exportförderungen in erster Linie in Drittländer exportiert wird, um eine dauerhafte Entlastung des Binnenmarktes zu erreichen.

Gegen das heutige Votum des EU-Verwaltungsausschusses stimmten lediglich Dänemark und Deutschland. Die formale Bestätigung der EU-Kommission wird im Laufe dieser Woche erfolgen, so dass ab dem 22. Dezember 2003 offiziell Anträge gestellt werden können. Die EU-Kommission geht davon aus, dass rund 80.000 Tonnen Schweinefleisch eingelagert werden können.

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15. Dezember 2003

Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen im nordwestlichen Niedersachen

Themen: Archiv — info @ 15:12

Oldenburg (agrar.de) – Solarstromanlagen (Fotovoltaikanlagen) werden zur Zeit stark diskutiert. Die Gründe dafür sind in den deutlich gesunkenen Investitionskosten, der Fördermöglichkeit über das Agrarinvestitionsprogramm (AFP) und den neuen Einspeisevergütungen nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG)-Entwurf ab Januar 2004 zu finden. Für Landwirte sind Fotovoltaikanlagen nach Meinung der Landwirtschaftskammer Weser-Ems deshalb interessant, weil sie über entsprechend große Dachflächen verfügen und die Solaranlagen nach ihrer Installation keinen nennenswerten Arbeitsaufwand verursachen.

Die Wirtschaftlichkeit der Anlagen ist abhängig von der Sonneneinstahlung auf die Kollektorflächen. Im nordwestlichen Niedersachen liegt die jährliche Sonneneinstrahlung bei etwa 950 kWh pro m² Fläche. Der Gesamtwirkungsgrad von Fotovoltaikanlagen beträgt je nach Kollektor- und Wechselrichterwirkungsgrad 7 bis 10 Prozent. Pro m² Kollektorfläche beträgt die Stromproduktion somit etwa 70 bis 100 kWh pro Jahr. Pro kW installierter Leistung ist eine Kollektorfläche von 8 bis 10 m² erforderlich. Bei Wirtschaftlichkeitsberechungen wird für das Weser-Ems Gebiet ein durchschnittlicher Stromertrag pro installierter kWp von 800 kWh unterstellt. Um diese Strommenge produzieren zu können, sind nach Süden gerichtete Dachflächen, durch Bäume oder Dachausbauten unbeschattete Dächer und Dachneigungen von etwa 30° erforderlich. Entsprechend ausgerichtete Dächer eignen sich grundsätzlich für die Nutzung durch Fotovoltaikanlagen.

Bei vielen Landwirten Unsicherheit ist bei der Beurteilung hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit von Fotovoltaikanlagen vorhanden, da eigene Erfahrungen und Vergleichsmöglichkeiten fehlen. Nachfolgende Berechnung soll deshalb die ‚Verdienstmöglichkeiten‘ bei der Investition in Fotovoltaikanlagen darstellen.

Es werden zwei unterschiedliche Anlagengrößen (20 und 60 kWp) mit 180 bzw. 540 m² Kollektorfläche zugrunde gelegt. Die Investitionskosten der Anlagen entsprechen dem heutigen Preisniveau. Beim Stromertrag wird eine sinkende Stromausbeute im Laufe der Jahre durch Alterung in Höhe von 0,5 % pro Jahr unterstellt. Die berücksichtigte Einspeisevergütung entspricht bereits den neuen Vergütungssätzen, wie sie nach dem EEG-Entwurf ab Januar 2004 vorgesehen sind.

Den Ertrag pro Jahr wird als Durchschnittswert bei 20 Betriebsjahren berechnet. Bei den Kosten und dem Gewinn erfolgt eine Differenzierung ‚mit‘ und ‚ohne‘ AFP-Förderung. Die Kosten beinhalten Ansätze für die Kapitaltilgung, Verzinsung, Anlagenversicherung, Wartung und Reparaturen und sonstige Kosten. Den Gewinn pro Jahr dividiert durch die Kollektorfläche ergibt den Gewinn pro m² Kollektor.

Nach den neuen EEG-Vergütungssätzen können Fotovoltaikanlagen auf geeigneten Dachflächen bei 20-jähriger Betriebsdauer wirtschaftlich betrieben werden. Wer die hohen Investitionskosten scheut oder aufgrund anderer Verbindlichkeiten zur Zeit nicht investieren kann, sollte überlegen, ob eine Verpachtung der Dachflächen eine Alternative darstellen kann.

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BLHV: Mahnfeuer gegen Schweizer Landnahme

Themen: Archiv — info @ 14:12

Freiburg (agrar.de) – Mit einem Fackelzug, einem Mahnfeuer und einer Protestveranstaltung am kommenden Mittwoch werden Landwirte im Grenzgebiet zur Schweiz ihre Entschlossenheit zum Ausdruck bringen, dem ‚Ausverkauf ihrer bäuerlichen Existenzgrundlagen durch ungebremste Kauf- und Pachtfälle schweizerischer Landwirte auf deutschem Hoheitsgebiet‘ entschieden entgegen zu treten. Darauf verweist der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV) in einer Pressemitteilung.

Die Landwirte, die sich in einer ‚Arbeitsgemeinschaft deutscher Grenzlandwirte im BLHV‘ zusammengeschlossen haben, wollen der Öffentlichkeit bewusst machen, dass sie sich von der eigenen Regierung im Stich gelassen fühlen und deshalb zu berufsständischen Abwehrmaßnahmen gezwungen sind.

Grund für einen raschen Anstieg der Kauf- und Pachtfälle durch schweizerische Landwirte ist ein seit 1. Juni 2002 gültiges Freizügigkeitsabkommen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union. Danach müssen schweizerische Landwirte beim Kauf und der Anpachtung von landwirtschaftlichen Flächen in Deutschland mit deutschen Landwirten gleichgestellt werden. Dies führte nach Auskunft des BLHV dazu, daß mittlerweile mehrere tausend Hektar Land von Schweizer Betrieben gekauft bzw. angepachtet wurden – mehr als eine Verdoppelung in Jahresfrist.

Angesichts vielfach höherer landwirtschaftlicher Erzeugerpreise in der Schweiz sind Landwirte der benachbarten Alpenrepublik in der Lage, deutlich höhere Preise für Grundstücke zu bezahlen. Verträge können nicht mehr wegen ‚ungesunder Verteilung von Grund und Boden‘ nach dem deutschen Grundstücksverkehrsgesetz abgewehrt werden.

Die deutschen Landwirte im Grenzgebiet zur Schweiz verlangen von der Bundesregierung, dass sie Chancengleichheit mit schweizerischen Kollegen herstellt. Sie verlangen von der schweizerischen Regierung, die Landnahme in Deutschland zu stoppen oder deutschen Landwirten im Zollgrenzbezirk ebenso wie den schweizerischen Kollegen zuzugestehen, dass sie eigenerzeugte landwirtschaftliche Produkte zollfrei in die Schweiz einführen dürfen. Nur so kann nach Auffassung des BLHV Wettbewerbsgleichheit und Zukunftsfähigkeit für bäuerliche Betriebe im Grenzgebiet hergestellt werden.

Mit ihrer Aktion verleihen die Grenzlandwirte entsprechenden Initiativen des BLHV und des Freiburger Regierungspräsidenten Dr. Sven von Ungern-Sternberg beim Eidgenössischen Finanzdepartement und dem zuständigen Bundesrat Nachdruck.

Die Landnahme durch schweizerische Landwirte geht nach Einschätzung des BLHV nicht allein die betroffenen Bauern an. Sie führt zu einem wirtschaftlichen Ausbluten der Dörfer in den betroffenen Regionen. Regionale Wertschöpfung, so der Verband, gerate ebenso wie eine gepflegte Kulturlandschaft in Gefahr, wenn schweizerische Landwirte den ortsansässigen Landwirten gute ackerfähige Flächen weg pachten oder kaufen. So werde der heimischen Landwirtschaft die existenzielle Grundlage entzogen.

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Weinernte 2003: sächsischer Wein mit Superqualtät

Themen: Anbauflächen,Erntebericht,Statistik,Wein — info @ 13:12

Dresden (agrar.de) – Die Weinernte 2003 war für sächsische Winzer hinsichtlich der Qualität ein Superjahr, so Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath. Knapp drei Viertel der Ernte (10.586 Hektoliter) seien für Qualitätswein mit Prädikat geeignet. Einen so hohen Anteil Spitzenweine gab es in Sachsen noch nie. Insgesamt beläuft sich der Weinertrag auf 15.046 Hektoliter. Das ist etwas mehr, als aufgrund der extremen Trockenheit prognostiziert worden war. Der Ertrag entspricht dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre, liegt aber rund ein Viertel unter den sehr guten Jahren 1998 – 2000.

Bisheriger Spitzenreiter in punkto Qualität war der Jahrgang 1999 mit reichlich 9.000 Hektoliter Prädikatswein, das entsprach etwa der Hälfte der damaligen Ernte.

Der Rotweinanteil lag in diesem Jahr bei 16 Prozent und damit ähnlich wie im Vorjahr. Absolut ist die Menge mit 2.360 Hektoliter aber geringer als im Vorjahr (2002: 2.907 hl). Mit 450 Hektar Anbaufläche ist das sächsische Weinanbaugebiet eines der kleinsten in Deutschland. Rund 215 Hektar werden nach den Richtlinien des kontrolliert umweltschonenden Weinbaus bewirtschaftet. Vorwiegend angebaut werden in Sachsen die Rebsorten Müller-Thurgau, Riesling, Weißburgunder und als wichtigste Rotweinsorte der Spätburgunder.

Links zum Thema Wein, Links zum Bundesland Sachsen.

Reform-Kompromiss: Sonnleitner erwartet konjunkturellen Impuls

Themen: Archiv — info @ 11:12

Bereinigungssitzung abwarten

Berlin (agrar.de) – Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, bezeichnete die sich abzeichnende Einigung im Vermittlungsausschuss zum Vorziehen der Steuerreform als grundsätzlich positiv, auch wenn die Steuerentlastungen geringer ausfallen als geplant und die Gegenfinanzierung unter anderem über eine Kürzung der Entfernungspauschale besonders die Menschen in den ländlichen Räumen belastet. Die Einigung im Vermittlungsausschuss dürfte sich auf die konjunkturelle Situation auch der Land- und Ernährungswirtschaft positiv auswirken, erklärte Sonnleitner.

Hinsichtlich der besonderen Anliegen der Landwirtschaft bei der Gegenfinanzierung der Steuerreform, zum Beispiel über die beabsichtigte Steuererhöhung beim Agrardiesel, äußerte sich der DBV-Präsident verhalten und zurückhaltend. Es sei jetzt notwendig, die förmliche Entscheidung des Vermittlungsausschusses in der morgigen so genannten Bereinigungssitzung abzuwarten. Dies gelte auch im Hinblick auf die Finanzierung der Agrarsozialpolitik.

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