18. Dezember 2003

EU-Umwelthaftungsrichtlinie für Landwirte unbefriedigend

Themen: Archiv — info @ 09:12

Langen: Entscheidung wird der ‚guten landwirtschaftlichen Praxis‘ nicht gerecht

Brüssel (agrar.de) – Die Haftung für Umweltschäden in der Europäischen Union wird erheblich verschärft. Künftig müssen Unternehmen, die Umweltschäden verursachen, erstmals Schadensersatz für reine Ökoschäden – d.h. Eingriffe in die geschützte Flora und Fauna – leisten. Dies hat das Europäische Parlament gestern in 2. Lesung beschlossen.

Dr. Werner Langen, MdEP (CDU/CSU) bedauerte, dass die Richtlinie auch für Umweltschäden gelten solle, die durch die Landwirtschaft verursacht werden. Bei der Abstimmung im Plenum erhielt heute der Antrag der EVP-Fraktion, die ‚gute landwirtschaftliche Praxis‘ von der Umwelthaftung auszunehmen, nicht die erforderliche qualifizierte Mehrheit. Für Landwirte, die ihre Felder entsprechend der ‚guten fachlichen Praxis‘ bewirtschaften, wäre eine Haftungserleichterung sinnvoll gewesen. Sozialisten, Kommunisten und Grüne hätten dies jedoch verhindert und der Landwirtschaft damit einen Bärendienst erwiesen.

Positiv sei allerdings, dass Unternehmen vorerst keine Pflichtversicherung für Umweltschäden abschliessen müssten. Dies hatte Rot/Grün vehement gefordert. Nach dem heutigen Votum setzte das Parlament vielmehr auf freiwillige Lösungen. Auch andere Forderungen der Sozialisten und Grünen, wie die Haftung für Nuklearschäden, fanden nicht die erforderliche Mehrheit.

Über das Parlamentsvotum muss nun der Rat Anfang nächsten Jahres entscheiden. Angesichts der nur wenigen Änderungen, die das Parlament am Gemeinsamen Standpunkt fordert, wird es möglicherweise zu keinem langwierigen Vermittlungsverfahren kommen und die Richtlinie somit bald in Kraft treten.

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Thüringen: Höchster Schweinebestand seit 1992, Rinderbestände sinken weiter

Themen: Archiv,Rinder,Statistik — info @ 09:12

Erfurt (agrar.de) – Nach vorläufigen Ergebnissen der repräsentativen Viehbestandserhebung an Rindern und Schweinen zum 3. November 2003 wurden in den landwirtschaftlichen Betrieben Thüringens 763.700 Schweine und 363.700 Rinder gehalten.

Der zum 3. November 2003 ermittelte Schweinebestand von 763.700 Tieren ist nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik der höchste Bestand seit 1992. Gegenüber dem 3. November 2002 stieg der Schweinebestand um 20.800 Tiere bzw. 2,8 Prozent und gegenüber der Zählung zum 3. Mai 2003 um 53.200 Tiere bzw. 7,5 Prozent.

Im Vergleich zum November 2002 wurden 1,3 Prozent mehr Ferkel gezählt. Der Bestand an Ferkeln liegt jetzt bei 171.300 Tieren. Die Bestände an Jungschweinen stiegen um 10,7 Prozent auf 254.600 Tiere. Der Bestand an Mastschweinen ging um 2,7 Prozent auf 245.900 Tiere zurück und die Zuchtsauenbestände stiegen um 750 Tiere bzw. 0,8 Prozent auf 90.900 Tiere an.

Nach vorläufigen Ergebnissen der repräsentativen Viehbestandserhebung wurden in den landwirtschaftlichen Betrieben Thüringens 363.700 Rinder gehalten. Damit hat sich der Bestandsabbau bei Rindern weiter fortgesetzt. Gegenüber dem November 2002 sanken die Rinderbestände um 10.500 Tiere bzw. 2,8 Prozent und im Vergleich zum Mai 2003 um 3.100 Tiere bzw. 0,9 Prozent.

Im Vergleich zum November 2002 gingen in allen Rinderkategorien die Bestände zurück. Es wurden 2,6 Prozent weniger Kälber gezählt, der Bestand liegt jetzt bei 53.200 Tieren. Die Jungrinderbestände gingen um 5,0 Prozent auf 48.300 Tiere zurück. Der Milchkuhbestand liegt nunmehr bei 123.900 Tieren, das entspricht einem Rückgang um 2,2 Prozent. Die Zahl der Ammen- und Mutterkühe sank um 2,6 Prozent auf 36.300 Tiere. Die Bestände an weiblichen Zucht- und Nutztieren 1 Jahr und älter nahmen um 2,5 Prozent auf 76.400 Tiere ab und die der Schlachtrinder 1 Jahr und älter um 3,1 Prozent auf 25.700 Tiere.

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17. Dezember 2003

Letzte Hürde für Absenkung des Stilllegungssatzes

Themen: Archiv — info @ 16:12

Straßburg/Brüssel (agrar.de) – Das Europäische Parlament hat den Vorschlag der EU-Kommission, die Stilllegungsverpflichtung für das Wirtschaftsjahr 2004/2005 von 10 Prozent auf 5 Prozent zu reduzieren, gebilligt. Der Bericht wurde im vereinfachten Verfahren und ohne Änderungsanträge angenommen, damit die EU-Agrarminister heute die Möglichkeit haben, den Kommissionsvorschlag abschließend zu verabschieden. Die neue Verordnung kann in diesem Fall im Januar 2004 in Kraft treten, so daß eie Landwirte die zusätzliche Fläche zwischen dem 15. Januar und dem 15. August 2004 nutzen dürfen.

Hintergrund:

Um die Flächenzahlung für landwirtschaftliche Kulturpflanzen im Rahmen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik erhalten zu können, müssen die Erzeuger einen bestimmten Prozentsatz ihres Ackerlandes stilllegen. Hierdurch soll ein Gleichgewicht zwischen der Gemeinschaftserzeugung und den voraussichtlichen Absatzmöglichkeiten erreicht werden. Kleinerzeuger sind von der Stilllegungsverpflichtung ausgenommen.

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EU-Agrarminster stimmen für Halbierung der Stilllegungsflächen

Themen: Archiv — info @ 15:12

500 m2 als Stilllegung zukünftig akzeptabel?

Brüssel (agrar.de) – Die Agrarminster der Europäischen Union haben sich gestern erwartungsgemäß auf eine Halbierung der Stilllegungsflächen verständigt. Für das Wirtschaftsjahr 2004/05 gilt damit eine Absenkung der Stilllegungsflächen von bislang 10 Prozent auf 5 Prozent.

Ein EU-Sprecher zeigte sich zuversichtlich, dass mit dieser Maßnahme die EU wieder mehr Getreide erzeugen und sich die Bestände von der durch Trockenheit und Dürre stark eingeschränkten Ernte 2003/04 erholen könnten. Die Getreideproduktion war von 209 Mio. auf knapp 184 Mio. Tonnen gefallen. In den Beitrittsländern sank die Produktion ebenfalls, von 53 Mio. auf 46 Mio. Tonnen.

Nach Medienberichten sollen Landwirte ab 1. Januar 2004 die Möglichkeit erhalten, brach liegende Kleinstflächen bei der Erfüllung ihrer Stilllegungsverpflichtungen anrechnen zu lassen. Die EU-Kommission kündigte danach an, einen entsprechenden Vorschlag vorzulegen, sobald die Absenkung des Stilllegungssatzes formell beschlossen sei.

In ihren Reformbeschlüssen von Juni hatten die EU-Agrarminister vereinbart, dass die Mitgliedstaaten bei ‚hinreichend begründeten Umweltschutzgründen‘ Flächen mit einer Mindestbreite von 5 Meter und einer Mindestgröße von 0,05 ha akzeptieren können. Nach derzeitigem Rechtsstand tritt diese Regelung allerdings erst zum 1. Januar 2005 in Kraft.

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Goldmann: FDP verhindert weitere Wettbewerbsnachteile und Bürokratie für die Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 15:12

Berlin (agrar.de) – Zu dem Ergebnis des Vermittlungsausschusses für den Bereich Landwirtschaft erklärt der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Die FDP-Bundestagsfraktion hat den Kahlschlag im Agrarbereich erfolgreich verhindert. Die von der Bundesregierung vorgesehenen Kürzungen von 750 Mio. Euro wären für die heimische Landwirtschaft nicht zu verkraften gewesen. Eine unternehmerische und wettbewerbsorientierte Landwirtschaft braucht verlässliche Rahmenbedingungen, die nicht je nach Kassenlage des Bundes geändert werden können. Die Landwirtschaft in Deutschland und Europa steht ohnehin vor einem grundsätzlichen Systemwechsel in der Agrarpolitik, der die Landwirte durch die EU-Agrarreform auf das Äußerste herausfordern wird. Vor diesem Hintergrund und den enormen Einkommensverluste von 25 Prozent in diesem Jahr ist klar: Wer Landwirtschaft in Deutschland erhalten möchte, muss diese Rahmenbedingungen berücksichtigen und darf nicht ständig weiter draufsatteln.So hätte die von Rot-Grün vorgesehene Kürzung beim Agrardiesel die ohnehin schon schlechte Wettbewerbssituation der deutschen Landwirte im europäischen Wettbewerb weiter verschlechtert.

Die Senkung der Vorsteuerpauschale von neun auf sieben Prozent hätte vor allem zu mehr Bürokratie in einem Bereich geführt, der ohnehin schon in Anträgen und Bürokratie zu versinken droht. SPD und Grüne sollten aus den Fehlern ihrer konzeptionslosen Politik lernen. Sie wären schlechte Verlierer, wenn sie mit Taschenspielertricks den Kompromiss zu Lasten der Landwirte unterlaufen würden.‘

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CDU/CSU: Künast – Willkür statt Wissenschaft

Themen: Archiv — info @ 14:12

Untersagung von Freisetzungsversuchen der Bundesanstalt für Züchtungsforschung

Berlin (agrar.de) – Zur Beantwortung der Kleinen Anfrage zur Untersagung von Freisetzungsversuchen der Bundesanstalt für Züchtungsforschung (BAZ) in Quedlinburg und Pillnitz durch Bundesministerin Künast erklärt der Beauftragte für Bio- und Gentechnologie der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Helmut Heiderich:

‚Die Vermutung von CDU/CSU ist in vollem Umfang bestätigt worden: Die Anweisung, den Antrag auf Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen ruhen zu lassen, und damit die Untersagung der Freisetzung war und ist rein politisch begründet. Kein Sachargument spricht dafür. Vielmehr handelt es sich um ministerielle Willkür.

Entlarvend ist die Aussage, ‚da der Antrag ruht, ist die fachliche Sicherheitsbewertung … nicht abgeschlossen‘ und insofern könne auch die Bundesregierung nicht abschließend Stellung nehmen. Der Antrag ruht aber nur aufgrund der Anweisung. Damit offenbart diese Antwort, dass der Bundesregierung an einer abschließenden fachlichen Stellung gar nicht gelegen war und ist. Denn diese wäre anders ausgefallen, als es Frau Künast lieb ist.

Zum zweiten hat die Bundesregierung jedenfalls für den Standort Quedlinburg einräumen müssen, dass es zu Auskreuzungen mangels Blütenbildung nicht kommen könne und somit keine Auskreuzungsgefahr bestünde. Da damit keine Gefahren für die Umwelt bestehen, hat selbst das Umweltbundesamt (UBA) die Freisetzungsversuche an diesem Ort für genehmigungsfähig gehalten.

Mit anderen Worten: ein Anspruch auf Erteilung der Freisetzungsgenehmigung bestand! Die Anweisung, den Antrag ruhen zu lassen, diente nur dazu, die BAZ als Antragsteller an der Geltendmachung ihres Rechts zu hindern, und zwar offenbar so lange, bis das Bundesamt für Naturschutz seine Arbeit anstelle des UBA aufnimmt und erwartungsgemäß zu einer anderen Bewertung als das UBA kommen wird.

Das ist Missbrauch der Fachaufsicht aus sachfremden Gründen! Denn das BMVEL hindert die BAZ in ihrem Recht, indem sie sie zwingt, das Antrags – bzw. Genehmigungsverfahren zu unterbrechen. Es ist doch gerade die Aufgabe der BAZ nach dem BMVEL-Strategiepapier, Alternativen zur Feuerbrandbekämpfung ohne Antibiotika zu finden. Dabei ist sie ‚frei in der von (ihr) gewählten Methode‘ zur Lösung der Aufgabe. Dies erläutert so die Bundesregierung in der Beantwortung der Kleinen Anfrage. Deshalb kann die BAZ als Methode auch die Gentechnik wählen. Für die Lösung der Aufgabe muß die BAZ daher die erforderlichen Genehmigungsverfahren durchführen können und Genehmigungen erhalten. Nur eine solche Freiheit in der Methodenwahl für die BAZ entspräche dem Inhalt der Fach- und Rechtsaufsicht des BMVEL, auf die die Bundesregierung in der Beantwortung der Kleinen Anfrage abgestellt hat.

Frau Künasts Verhalten ist und bleibt insofern rechtswidrig.

Hanebüchen ist auch die Aussage, die Freisetzungen seien etwas vollkommen anderes als die von Forschungsministerin Bulmahn geförderten Forschungsvorhaben im Labor. Wenn Frau Künast nicht bereit ist zu erkennen, dass dieses die verschiedenen Seiten derselben Sache sind, dann ist dringend der Kanzler gerufen.‘

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Steuerpauschalierung bleibt bestehen

Themen: Archiv — info @ 14:12

Berlin (agrar.de) – Die Pauschalierung mit der Vorsteuerpauschale von neun Prozent bleibt bestehen. Das meldet das dlz-agrarmagazin in seiner Online-Ausgabe.

Abgemildert wurden danach im Vermittlungsverfahren auch die Kürzungen bei Agrardiesel. Im kommenden Jahr soll der Zuschuss um 12 Prozent gekürzt werden. Das entspräche 60 Mio. Euro Einsparungen. Ursprünglich wollte der Bund über 282 Mio. Euro einsparen. Somit würde der Steuersatz für Agrardiesel von 25,56 auf 28,20 Ct/l ansteigen. Die Rückerstattung sinkt auf 18,9 Ct/l, Bisher betrug sie 21,48 Ct/l.

Auch bei den Landwirtschaftlichen Krankenkassen wollen nun die Poltiker weniger Geld kürzen. Für 2004 soll der Zuschuss für die Altenteilsleistungen um vier statt fünf Prozent sinken. Damit würde der Bund im kommenden Jahr 50 Mio. Euro weniger an Altenleistungen zahlen. Die Betriebsmittel der Krankenkassen bleiben wohl zunächst unangetastet. Allerdings sind von der Kürzung auch die Zuschüsse zur Berufsgenossenschaft betroffen. Sie sollen von 256 auf rund 246 Mio. Euro (minus vier Prozent) sinken.

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Erich Pappelau zum VdAW-Präsidenten gewählt

Themen: Archiv — info @ 13:12

Stuttgart (agrar.de) – Die Delegiertenversammlung des Verbandes der Agrargewerblichen Wirtschaft (VdAW) hat in der vergangenen Woche den Landhandelskaufmann Erich Pappelau zum Verbandspräsidenten gewählt. Erich Pappelau löst den seitherigen Präsidenten und jetzigen Vizepräsidenten Karl-Heinz Häussler im Präsidentenamt ab, nachdem die Satzung keine dritte Amtszeit in Folge zulässt.

Erich Pappelau betreibt einen bedeutenden Landhandelsbetrieb in Schemmerhofen, Kreis Biberach. Er war bereits 1983 Vorsitzender der Fachgruppe Landhandel Baden-Württemberg und ist Mitglied verschiedener Fachausschüsse auf Bundes- und Landesebene der Branchen Landhandel, Futtermittelhandel, Düngemittel und Pflanzenschutz.

Erich Pappelau gab nach seiner Wahl zum Präsidenten zum Ausdruck, dass er sich als VdAW-Präsident für die mittelständischen Unternehmen des Agrarhandels, des Handwerks und der Dienstleistungsbetriebe einsetzen werde. Er setze sich für eine aktive Aus- und Weiterbildung der Mitglieder und ihrer Junioren ein. Den Verbandsmitgliedern sei Mut und Innovationskraft zuzusprechen, wenngleich das agrarwirtschaftliche Umfeld derzeit von Unsicherheit durch die europäische und nationale Agrarpolitik gekennzeichnet ist.

Im Verband der Agrargewerblichen Wirtschaft sind die mittelständischen Unternehmen des privaten Agrar-gewerbes Landmaschinenhandel und -handwerk, land- und forstwirtschaftliche Lohnunternehmer, der Landhandel, Getreidemühlen, Wein- und Fruchtsaftkellereien sowie die Vieh- und Fleischbranche vertreten. Die Verbandsarbeit erstreckt sich überwiegend auf die süddeutschen Länder. Die ca. 1.400 Unternehmen beschäftigen ca. 8.000 Mitarbeiter und stellen 1.400 Ausbildungsplätze. Diese mittelständischen Unternehmen stehen im Wettbewerb zu den genossenschaftlichen Einrichtungen. Ihr Marktanteil an den Verkäufen der landwirtschaftlicher Erzeugnisse sowie der Lieferung von Betriebsmitteln an Landwirte liegt je nach Produktbereich zwischen 30 und 75 Prozent.

Links zum Thema Landhandel und Genossenschaften, Links zum Thema Verbände.

Decker: Weitere Belastungen für die Landwirtschaft abgewendet

Themen: Archiv — info @ 13:12

Zufrieden mit den Ergebnissen des Vermittlungsausschusses für den Bereich Landwirtschaft

Bonn (agrar.de9 – Das Ergebnis des Vermittlungsausschusses, die Landwirtschaft von den Maßnahmen zur Gegenfinanzierung der vorgezogenen Steuerreform auszunehmen, hat der Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), Friedhelm Decker, in einer ersten Stellungnahme begrüßt. Damit seien die drohenden überproportionalen Belastungen der Landwirtschaft durch das Haushaltsbegleitgesetz gerade noch rechtzeitig abgewendet worden. ‚Angesichts der derzeit schwierigen Einkommenssituation der landwirtschaftlichen Betriebe und der bevorstehenden Einschnitte durch die Reform der europäischen Agrarpolitik hätten die geplanten Verschärfungen bei Agrardiesel, in der landwirtschaftlichen Sozialversicherung und bei der Umsatzsteuerpauschalierung unsere Betriebe in ihrer Wettbewerbsfähigkeit noch weiter erheblich geschwächt‘, sagte Decker. Der RLV-Präsident erinnerte daran, dass ein selbständiger Landwirt im letzten Wirtschaftsjahr im Bundesdurchschnitt nur 16.325 Euro verdient habe. Dies entspreche einem Monatseinkommen von 1.360 Euro brutto.

Im Vorfeld der Verhandlungen hatte sich der RLV-Präsident nachdrücklich dafür eingesetzt, die Landwirtschaft von zusätzlichen Belastungen auszunehmen. ‚Wie kein anderer Wirtschaftszweig hat die Landwirtschaft in den vergangenen Jahren bereits massive Einschnitte zu Lasten ihrer Wettbewerbsfähigkeit hinnehmen müssen und zum Subventionsabbau beigetragen. Für die Zukunftsfähigkeit unserer landwirtschaftlichen Betriebe war es deshalb mehr als notwendig und vernünftig, sie nicht mit weiteren Kosten und noch mehr Bürokratie zu belasten‘, sagte Decker.

‚Das Ergebnis des Vermittlungsausschusses muss jetzt aber auch Bestand haben‘, betonte Decker. Keinesfalls dürfe es dazu kommen, dass im nächsten Schritt bei den Beratungen des Bundeshaushaltes 2004 die Änderungen zur landwirtschaftlichen Krankenversicherung und zum Agrardiesel in einem nicht zustimmungspflichtigen Gesetz im nächsten Jahr beschlossen werden. ‚Mit weiteren Belastungen muss endlich Schluss sein‘, betonte Decker. Denn wie in allen anderen Wirtschaftsbereichen brauche die deutsche Land- und Forstwirtschaft Steuerentlastung, stabile Beiträge zur Sozialversicherung und ein investitionsfreundliches Klima in Verwaltung und Öffentlichkeit. Dafür sei jetzt die Grundlage gelegt worden, an der auch nicht gerüttelt werden sollte.

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Kennzeichnungsvorschriften für Schafe und Ziegen beschlossen

Themen: Archiv — info @ 13:12

Brüssel (agrar.de) – Der EU-Ministerrat hat eine Verordnung zur Kennzeichnung und Registrierung von Schafen und Ziegen verabschiedet, ein Element der Bemühungen zur Verhütung der Ausbreitung von Tierseuchen. Die Verordnung verstärkt bestehende Maßnahmen, insbesondere durch die schrittweise Einführung in allen Mitgliedstaaten eines Systems, bei dem jedes Tier gekennzeichnet wird, so dass sich die Bewegungen von Schafen und Ziegen individuell nachvollziehen lassen.

In der Europäischen Union gibt es rund 175 Millionen Schafe und Ziegen, einschließlich etwa 70 Millionen Lämmer, die jährlich geschlachtet werden. Schafe werden derzeit mittels einer einzigen Ohrmarke oder einer Tätowierung gekennzeichnet, die Informationen beziehen sich auf den Betrieb, nicht auf das einzelne Tier. Dadurch ist es sehr schwierig, die Bewegungen einzelner Schafe nachzuvollziehen und beim Ausbruch einer Seuche rasch und wirksam zu reagieren.

Die neue Verordnung führt ein Kennzeichnungs- und Registrierungssystem ein, mit dem sichergestellt wird, dass Schafe und Ziegen gekennzeichnet und alle Bewegungen aufgezeichnet werden. Schafe und Ziegen werden mit jeweils zwei Ohrmarken gekennzeichnet, mit einer Kodierung, die im Lauf der Zeit die individuelle Identifizierung und Registrierung aller Schafe und Ziegen erlaubt. Eine der Ohrmarken kann durch eine elektronische Kennzeichnung oder eventuell eine Tätowierung ersetzt werden, jedoch nicht bei Tieren, die für den Handel innerhalb der EU bestimmt sind.

Die Markierung wird ab Mitte 2005 für neugeborene Tiere und Tiere, die für den Handel innerhalb der EU bestimmt sind, eingeführt.

Die Mitgliedstaaten können die Markierung von Lämmern in extensiver oder Freilandhaltung auf einen späteren Zeitpunkt verschieben, solange diese Tiere im Betrieb bleiben. Sobald sie jedoch den Betrieb verlassen, muss die Kennzeichnung erfolgen.

Register der landwirtschaftlichen Betriebe werden auch Informationen darüber enthalten, von welchen Betrieben einzelne Tiere kommen bzw. wohin sie versandt wurden. Bislang beziehen sich die Aufzeichnungen nur auf die Bewegungen ganzer Herden. Mit der Einführung einer elektronischen Kennzeichnung werden in den Registern detailliertere Informationen festgehalten: Geschlecht, Stamm und Genotyp (soweit bekannt), Geburten und Todesfälle von Tieren sowie Bewegungen in den oder aus dem Betrieb.

Ein spezielles Versanddokument wird auch Informationen darüber enthalten, von welchem und zu welchem Betrieb ein Tier befördert wird, außerdem zur Gesamtzahl der beförderten Tiere. Mit der Einführung der elektronischen Kennzeichnung wird das Dokument auch Angaben zur individuellen Identifizierung der Tiere enthalten.

Bis Mitte 2005 wird eine Datenbank mit allen Informationen zu den landwirtschaftlichen Betrieben (Betreiber, Tierarten, Zahl der Tiere) aufgebaut. Informationen über Bewegungen von Gruppen von Tieren werden ebenfalls mit der Einführung der elektronischen Kennzeichnung aufgezeichnet.

Ab dem 1. Januar 2008 ist die elektronische Kennzeichnung für alle Tiere in Mitgliedstaaten mit einer Schaf- und Ziegenpopulation von über 600.000 Tieren obligatorisch. In Mitgliedstaaten mit einer kleineren Population von Schafen und Ziegen (Belgien, Dänemark, Luxemburg, Österreich, Finnland, Schweden sowie alle Beitrittsländer mit Ausnahme von Ungarn) kann sie auf freiwilliger Basis eingeführt werden, außer für Tiere, die für den Handel innerhalb der EU bestimmt sind. In Mitgliedstaaten mit einer Ziegenpopulation unter 160.000 (Belgien, Dänemark, Luxemburg, Österreich, Finnland, Schweden, Deutschland, Irland, das Vereinigte Königreich sowie alle Beitrittsländer) ist die elektronische Kennzeichnung für Ziegen optional, es sei denn, die Tiere sind für den Handel innerhalb der EU bestimmt.

Das genannte Datum kann aufgrund des Berichts, den die Kommission bis Juni 2006 über die bis dahin gewonnene Erfahrung vorlegt, bestätigt oder abgeändert werden.

Die Kommission hat die elektronische Kennzeichnung von Tieren in einem umfassenden Projekt erprobt, das von 1998 bis 2002 lief. Die elektronische Markierung besteht aus einem Mikrochip, der den individuellen Identifizierungscode des Tiers enthält und nicht verändert werden kann. Dieser Code wird von einem Lesegerät erfasst, das mit einem eigenen System zur direkten Registrierung ausgestattet sein kann. Es kann sich aber auch um ein einfaches Modell handeln, das lediglich den Code anzeigt, wobei die Registrierung manuell erfolgen muss.

Die Verordnung wird 18 Monate nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt (Anfang 2004) in Kraft treten.

Links zum Thema Schafe und Ziegen, Links zum Thema EU und Landwirtschaft.

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