18. Dezember 2003

Wahlfreiheit – das Europäische Parlament sorgt vor

Themen: Gentechnik,Haftung,Umwelt — info @ 15:12

Straßburg/Brüssel (agrar.de) – Mit großer Mehrheit ist heute der Bericht des Europäischen Parlaments (EP) zur sogenannten ‚Koexistenz‘ von gentechnisch veränderten Kulturpflanzen (GMO), und konventionell bzw. ökologisch erzeugten Kulturpflanzen angenommen worden.

Der Berichterstatter Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, MdEP (Bündnis90/Die Grünen) stellte nach der Abstimmung die Bedeutung der parlamentarischen Forderungen an die Kommission und die Mitgliedstaaten heraus:

‚Das Europäische Parlament hat sich dafür ausgesprochen, dass Bauern und Verbrauchern die Wahl bleiben muss. Wie immer man zur Anwendung der Gentechnik in der Landwirtschaft stehen mag, es ist für alle wichtig, dass gentechnikfreies Saatgut und gentechnikfreie Lebensmittel sich in der Lebensmittelerzeugung und auf den Märkten ohne Einschränkung behaupten und weiterentwickeln können. Eine nicht erkennbare, unkontrollierte Anwendung der Gentechnik, die im Notfall nicht mehr rückgängig zu machen ist, darf es nicht geben.‘

Im Bericht des EP nimmt die Reinheit des Saatgutes eine Schlüsselrolle ein. Saatgut, das – ob gewollt oder ungewollt – Spuren gentechnisch veränderter Organismen enthält, soll im biologischen und im konventionellen GVO-freien Landbau vollständig ausgeschlossen sein. Deshalb muss das Saatgut im Falle von Kontamination ab der qualitativen Nachweisgrenze eindeutig als GVO-haltig gekennzeichnet sein.

‚Das EP fordert, dass es in die Ausarbeitung der gemeinschaftlichen Koexistenzregelung vollständig einbezogen wird, also die Mitentscheidung zur Anwendung kommt. Gemeinsame Regeln sind notwendig, um die Umsetzung der bestehenden Gesetzgebung zur Gentechnik sicherzustellen. Für viele Regionen kann die wirtschaftlichste und konsequenteste Form der Koexistenz darin bestehen, frei von Gentechnik zu bleiben. Die Gemeinschaft muss den Regionen, die sich als GVO-frei erklären, im Rahmen der Koexistenz diese Möglichkeit eröffnen. Auch das ist praktizierte Wahlfreiheit,‘ erklärte Graefe zu Baringdorf.

‚Eine wirkliche Koexistenz ist in starkem Maße abhängig von einer klaren Haftungsregelung, die sicherstellt, dass die Anwender der neuen Technologie auch für die möglicherweise entstehenden ökologischen und wirtschaftlichen Schäden und deren Vermeidung aufkommen müssen. Dies ist für die europäische Gesetzgebung besonders wichtig geworden, seitdem Versicherungsgesellschaften klar signalisieren, dass es keine Versicherungsangebote für den GVO-Anbau geben wird. Die EU muss deshalb im besten Sinne vorsorgen und klare, verbindliche Regeln auf europäischer Ebene aufstellen, bevor wir den Gentechnik-Anbau in Europa zulassen können,‘ betonte Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, Vize-Vorsitzender des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung im Europäischen Parlament.

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Noch 24.200 landwirtschaftliche Betriebe in Hessen

Themen: Archiv — info @ 15:12

Wiesbaden (agrar.de) – Nach den ersten repräsentativen Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung gab es in Hessen im Mai 2003 noch 24.200 landwirtschaftliche Betriebe. Davon wurden 23.100 Betriebe in der Rechtsform Einzelunternehmen geführt. Die übrigen 1.100 Betriebe firmierten als Personengesellschaften oder juristische Personen. Wie das Hessische Statistische Landesamt weiter mitteilt, wurden von den Einzelunternehmen noch 8.600 Höfe im Haupterwerb und 14.500 Höfe im Nebenerwerb bewirtschaftet.

Gegenüber der Vorerhebung im Jahr 2001 ging die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe insgesamt um 3.200 oder knapp zwölf Prozent zurück. Dieser starke Rückgang war allerdings nicht bei der bewirtschafteten Fläche zu beobachten. Wurden im Jahr 2001 noch 766.300 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche (ha LF) ermittelt, waren es im Jahr 2003 noch 755.700 ha LF, eine Abnahme um gut ein Prozent.

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Biodiesel jetzt schon an 1.600 Tankstellen

Themen: Archiv — info @ 15:12

Bonn (agrar.de) – Biodiesel kann mittlerweile schon an rund 1.600 Tankstellen in Deutschland getankt werden. Dies meldet der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) in Bonn mit Bezug auf den Situationsbericht 2004 des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Nordrhein-Westfalen liegt mit 325 Biodieseltankstellen bundesweit hinter Bayern (331 Biodieseltankstellen) auf dem zweiten Platz.

Während der Jahresumsatz von Biodiesel im Jahr 1998 noch bei 100.000 t lag, dürfte er im Jahr 2003 auf etwa 650.000 bis 700.000 t gestiegen sein. Dies entspricht einer Anbaufläche von 460.000 ha. Damit sichert und schafft dieser wachsende Produktionszweig rund 20 000 Arbeitsplätze in der Agrarwirtschaft, der Rohstoffverarbeitung und der Biodieselvermarktung. Am herkömmlichen Dieseleinsatz macht Biodiesel in Deutschland fast 2,3 Prozent aus.

Die Vorteile des Biodiesels, der in speziellen Anlagen aus Raps gewonnen wird, liegen im geringen Ausstoß von Schadstoffen im Vergleich zu Mineralölen. Biodiesel ist klimafreundlich, weil das bei der Verbrennung freiwerdende Kohlendioxid im gleichen Umfang von den Pflanzen für ihr Wachstum der Luft entzogen wurde.

Weil der Biodiesel nicht der Mineralölsteuer und der zusätzlichen Ökosteuer unterliegt, kann er in Deutschland preiswerter als Dieselkraftstoff angeboten werden. Biodiesel kann grundsätzlich in Dieselmotoren unter Beachtung der Herstellerfreigaben gefahren werden. Etwa 3 Mio. Fahrzeuge sind in Deutschland derzeit für Biodiesel freigegeben.

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Sachsen: Zahl der Lehrlinge in der Landwirtschaft konstant auf hohem Niveau

Themen: Archiv — info @ 15:12

Flath lobt Ausbildungsbereitschaft der Betriebe

Dresden (agrar.de) – Die Zahl der Ausbildungsplätze in der Landwirtschaft ist seit Jahren auf hohem Niveau konstant. ‚Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe verdient ein dickes Lob‘, sagte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath heute in Dresden. In der Landwirtschaft gäbe es im Gegensatz zu anderen Branchen keinen Abwärtstrend. Bei Berufen wie zum Beispiel dem Tierwirt, würde die Kurve sogar leicht nach oben gehen. Gerade in den ländlichen Regionen, wo die Landwirtschaft der größte Arbeitgeber sei, wiege dieses Engagement doppelt.

Knapp 1.700 Jugendliche haben auch in diesem Jahr eine Ausbildung in der Landwirtschaft begonnen. Die Chancen, im Anschluss an die Lehre eine feste Anstellung zu bekommen, sind gut. Der Bedarf an Fachleuten wird aufgrund der derzeitigen Altersstruktur in den Betrieben weiter wachsen. In einigen Jahren werde es sogar ein Tauziehen um gutes Personal geben, befürchtet der Minister. Er rät deshalb jedem Landwirt, weiter in die Ausbildung zu investieren.

Insgesamt lernen zur Zeit 5.001 junge Leute einen grünen Beruf. Zahlenmäßig an der Spitze steht der Beruf des Gärtners, 1.353 Lehrlinge hat die Branche, 454 davon haben im Spätsommer diesen Jahres mit ihrer Lehre angefangen. 913 Jugendliche erlernen den Beruf eines Landwirtes, darunter sind 283 ‚Neue‘. 810 Plätze gibt es für den Hauswirtschaftstechnischen Helfer und 633 Ausbildungsstellen für den Gartenbaufachwerker. 441 Jugendliche lassen sich zum Tier- und 189 zum Forstwirt ausbilden.

Weitere Berufe sind Hauswirtschafter (296), Landwirtschaftsfachwerker (103), Pferdewirt (146), Fischwirt (31), Molkereifachmann (60), Milchwirtschaftlicher Laborant (18) sowie Winzer (7) und Revierjäger (1). Als betriebliche Ausbildungsstätte im land- und hauswirtschaftlichen Bereich sind über 1.600 Unternehmen anerkannt. Für weitere 63 Betriebe konnte in diesem Jahr das Anerkennungsverfahren abgeschlossen werden.

Interessenten für einen Ausbildungsberuf in der Land- und Forstwirtschaft können sich an das für ihre Region zuständige Amt für Landwirtschaft oder an das Regierungspräsidium in Chemnitz, Abt. Landwirtschaft, Tel.: 0371-532-1800 wenden.

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AbL fordert zur Errichtung der Landwirtschaftskammer: Starke Regionen, schlanke Zentrale und größere Vielfalt in der Hauptversammlung

Themen: Archiv — info @ 12:12

Hamm (agrar.de) – Angesichts der 2. und 3. Lesung des ‚Kammergesetzes‘ am 17.12.2003 im Düsseldorfer Landtag hat der AbL-Landesvorstand seine Forderungen zur Veränderung des Kammergesetzes bekräftigt:

Starke Regionen – schlanke Zentrale

Eine leistungsfähige Landwirtschaftskammer NRW braucht starke Kreisstellen und Regionen. Nur so kann sie als Dienstleistungsorganisation vor Ort effektiv sein und den Besonderheiten regionaler Entwicklungsprozesse gerecht werden. Die Präsenz in den Kreisen ist notwendig, um Bäuerinnen, Bauern und land- bzw. forstwirtschaftliche Arbeitnehmer vor Ort als verfasste Landwirtschaft bei den neuen Aufgaben der Landwirtschaftskammer zu unterstützen und um den Dialog mit den Verbrauchern zu fördern. Präsenz und Dienstleistung sind den Landwirten der AbL dabei wichtiger als Ort und Mitarbeiterzahl der Zentrale.

Größere Vielfalt in der Hauptversammlung

Die Umorientierung bei den Aufgaben im Rahmen des neuen Gesetzes muss auch in der Besetzung der Gremien der neuen Landwirtschaftskammer zum Ausdruck kommen. Insofern ist es nach Auffassung der AbL an der Zeit, innerhalb der Kammer eine größere Vielfalt zuzulassen und mehr Demokratie zu wagen. Der Landesvorstand der AbL fordert daher, kleineren landwirtschaftlichen Organisationen (wie z. B. Verband der Nebenerwerbslandwirte, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, den Verbänden des ökologischen Landbaus usw.) eine Mitgestaltung in den Kammergremien zu ermöglichen.

Der AbL-Vorstand beklagt, dass im neuen Aufgabenpaket der Kammer angesichts des Strukturwandels die soziale Dimension der ökonomisch und ökologisch geprägten Entwicklung bezogen auf die Landwirte keine Berücksichtigung gefunden hat.

Bezüglich der zukünftigen Verwaltung des Forstes betonten die AbL-Landesvorsitzenden Erika Kattenstroth (Gütersloh) und Karl-Erich Oldemeyer (Werther), ‚Es ist ein falsches Signal, den Forst aus der Kammer herauszulösen und damit die Zuständigkeit der Kammer in der Fläche im Hinblick auf Landwirtschaft, Gartenbau und Forsten zu beschneiden.‘

Die Stellungnahme zum Gesetz ist beim AbL-Landesverband (Bahnhofstraße 31, 59065 Hamm, Tel.: 02381-9053170, Fax: 02381-492221) erhältlich.

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ZDS: Private Lagerhaltung stört freie Märkte

Themen: Archiv — info @ 11:12

EU-Maßnahme führt zu zeitlicher Verschiebung von Problemen

Bonn (agrar.de) – Der EU-Verwaltungsausschusses in Brüssel hat sich am 16.12. erneut für die private Lagerhaltung (PLH) von Schweinefleisch ausgesprochen. Angesichts des Preisverfalls für Schweinefleisch erhofft man sich von dieser Maßnahme eine Stabilisierung des Schweinemarktes.

Die formale Bestätigung der EU-Kommission soll noch im Laufe dieser Woche erfolgen, so dass ab dem 22. Dezember 2003 offiziell Anträge gestellt werden können. Die EU-Kommission geht davon aus, dass rund 80.000 Tonnen Schweinefleisch eingelagert werden können. Die Kosten werden auf 30 Mio. Euro geschätzt.

Der Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion (ZDS) hat sich schon in vergangenen Jahren gegen die PLH ausgesprochen, da sich immer wieder gezeigt hat, dass die Maßnahme dem Produzenten nicht hilft. Im Gegenteil: das Instrument stört den weitgehend freien Schweinemarkt mehr als das es nützt. Abgesehen von den erheblichen Kosten, die durch die Lagerhaltung entstehen, wird lediglich eine zeitliche Verschiebung des Angebots- und Preisdruckes bewirkt und eine marktwirtschaftliche Problemlösung behindert. Selbst die exportorientierten Dänen scheinen das mittlerweile erkannt zu haben. Sie lehnten ebenso wie Deutschland die PLH ab.

Die Aussicht, das eingelagerte Schweinefleisch möglicherweise mit EU-Unterstützung in Drittländer exportieren zu können, mag kurzfristig zu einer Entlastung führen, ändert jedoch nichts an der generellen Überschusssituation. Hinzu kommen die negativen Auswirkungen auf die Marktbedingungen im jeweiligen Drittland.

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BSE-Datenabgleich deckt bundesweit fehlende BSE-Untersuchungen bei geschlachteten Rindern auf

Themen: Archiv — info @ 11:12

Auch in Baden-Württemberg wurden vorgeschriebene BSE-Tests nicht durchgeführt – Sicherstellung des Fleisches aus betroffenen Schlachtungen

Stuttgart (agrar.de) – Wie das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum in Baden-Württemberg heute mitteilte, wurden im Rahmen eines Datenabgleichs bundesweit Unstimmigkeiten zwischen der Anzahl der geschlachteten untersuchungspflichtigen Rinder und der Anzahl der durchgeführten BSE-Tests festgestellt.

Europaweit müssen alle Rinder, die älter als 30 Monate sind und geschlachtet werden, auf BSE untersucht werden. In Deutschland wurde diese EU-Vorschrift auf alle Tiere, die zum Zeitpunkt der Schlachtung älter als 24 Monate sind ausgedehnt. Diese Untersuchungen werden im Rahmen der amtlichen Fleischuntersuchung durchgeführt. Seit Dezember 2000 wurden mehr als 1,35 Mio. geschlachtete Rinder in Baden-Württemberg auf BSE getestet.

Alle Schlachtungen sowie lückenlos seit 2003 alle durchgeführten BSE-Tests müssen in die bundesweite ‚HIT-Datenbank‚ (Herkunfts- und Informationssystem für Tiere) eingegeben werden. Diese Datenbank enthält außerdem Informationen über die Herkunft der Tiere. In der HIT-Datenbank wurde ein Datenabgleich für das Jahr 2003 durchgeführt. Dabei wurden für alle Bundesländer Unstimmigkeiten erkannt.

Für Baden-Württemberg betrug die Zahl der unzweifelhaft nicht ordnungsgemäß auf BSE getesteten Rinder weniger als 180 Tiere. In den meisten Fällen wurden die betreffenden Tiere aufgrund von Fehlern bei der Berechnung des Schlachtalters durch den Schlachtenden nicht zum BSE-Test angemeldet. Dies betraf vor allem Tiere, die zum Zeitpunkt der Schlachtung nur wenig mehr als 24 Monate alt waren. Allerdings konnten in 20 Fällen auch illegale sogenannte ‚Schwarzschlachtungen‘ ermittelt werden. In diesen Fällen wurde die vorgeschriebene Schlachttier- und Fleischuntersuchung durch den Schlachtenden nicht veranlasst.

Die betroffenen Land- und Stadtkreise wurden vom Ministerium angewiesen, die Fälle vollständig aufzuarbeiten, in den Fällen, in denen die vorgeschriebenen BSE-Tests nicht durchgeführt wurden, das noch im Verkehr befindliche Fleisch sicherzustellen und unschädlich zu beseitigen und gegebenenfalls ordnungsrechtliche Maßnahmen einzuleiten.

Bundesweit wurden nach Angaben des Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) im Zeitraum Januar bis November diesen Jahres 2.282.288 BSE-Tests durchgeführt, 51 Tiere (0,0021 Prozent) wurden positiv getestet. Im Jahr 2002 erfolgten 3.030.848 Tests, davon waren 106 (0,0035 Prozent) positiv.

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Energie aus Biogas droht herber Rückschlag

Themen: Biogas,Energie,NaWaRos — info @ 10:12

Freising (agrar.de) – ‚Die Kabinettsvorlage zum Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) setzt die Zukunft der deutschen Biogasbranche aufs Spiel‘ kommentiert Josef Pellmeyer, Präsident des Fachverband Biogas den vorgelegten Regierungsentwurf zur Novelle des EEG. Der Entwurf sieht deutliche Verschlechterungen zum derzeit geltenden Erneuerbare Energiengesetz vor.

‚280.000 Arbeitsplätze könnten in der Biogasbranche gesichert und neu geschaffen werden. Außerdem kann Biogas im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Energien rund um die Uhr Grundlaststrom erzeugen. Warum wir trotzdem von der Bundesregierung deutlich schlechter als z.B. die Photovoltaikbranche behandelt werden sollen, ist uns ein Rätsel‘ ergänzt Pellmeyer. Aufgrund dieser aktuellen Entwicklungen werden den Unternehmen der Biogasbranche nach Angaben des Verbandes Banken mittlerweile Kredite verwehrt. Der bisher weltweit führenden deutschen Biogasbranche drohe bei Umsetzung der Kabinettsvorlage ein herber Rückschlag.

Biogas wird aus Gülle, Festmist, Abfällen der Lebensmittelindustrie und nachwachsenden Rohstoffen wie z.B. Gras und Mais gewonnen. Seine Produktion und Umsetzung zu Strom und Wärme ist CO2-neutral und trägt somit nicht zum Treibhauseffekt bei. Das nach der Energieproduktion entstehende organische Material ersetzt energie-intensiven und umweltschädigenden Mineraldünger in der Landwirtschaft.

In dem heute von der Bundesregierung vorgestellten Entwurf zur Novellierung des EEG sind entgegen der am 5.11.03 von Bundesumweltminister Jürgen Trittin gemachten Ankündigungen eindeutige Verschlechterungen für die Biogasnutzung vorgesehen. So soll die Laufzeit der Vergütung von 20 auf 15 Jahre verkürzt werden. Demgegenüber erhalten Solar- und Windkraft weiterhin eine auf 20 Jahre garantierte Vergütung. Die Vergütung von Neuanlagen soll in jedem Jahr um zwei statt wie bisher um ein Prozent gesenkt werden. ‚Wie die Biogasbranche die Preise für ihre Anlagen in den nächsten 10 Jahren um ca. 35 Prozent senken soll, müsste uns die Bundesregierung einmal erklären. Andere Industrieanlagen werden allein schon inflationsbedingt jährlich um ca. zwei Prozent teurer. Durch hocheffiziente Prozesssteuerung, Ausweitung der Serienproduktion von Biogasanlagen und optimierte Anbauverfahren für nachwachsende Rohstoffe wird Energie aus Biogas im Gegensatz zu Energie aus Öl, Gas und Kohle billiger werden. Doch die Politik sollte das realistisch machbare im Auge behalten.‘

Zudem deckt der in der aktuellen Kabinettsvorlage als ‚Bonus‘ bezeichnete Zuschlag von 2,5 Cent für die Nutzung von Energiepflanzen in Biogasanlagen nicht einmal die Produktionskosten der Energiepflanzen – ganz abgesehen von der Logistik und Verarbeitungstechnik dafür. Pellmeyer: ‚Mehrere Gutachten haben die notwendige Vergütung eindeutig belegt. Landwirte müssen Energiepflanzen zumindest kostendeckend anbauen. Hierfür ist ein Ausgleich in Höhe eines Zuschlages von sechs Cent zwingend notwendig.‘

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Weinernte Schweiz: Trockenheit und Ertragsbeschränkungen verringern das Angebot an Weinen

Themen: Archiv — info @ 10:12

Bern (agrar.de) – Die Schweizer Traubenernte 2003 liegt mit 96,6 Millionen Litern Traubenmost deutlich unter dem zehnjährigen Mittel (-22.5 Mio.). Es wurden in diesem Jahr 47,8 Millionen Liter weisser und 48,8 Millionen Liter roter Traubenmost geerntet. Dies sind nach einer Meldung des Bundesamtes für Landwirtschaft rund 13 Prozent weniger als im Vorjahr.

Der Rückgang ist vor allem auf die strengen Ertragsbeschränkungen in einigen Kantonen, die Auswirkungen der Trockenheit und die Umstellung der Rebflächen zurückzuführen. Insgesamt fiel die Produktion 2003 um 26,0 Millionen (-21 Prozent) geringer aus als der durchschnittliche Konsum an Schweizer Weinen der letzten vier Jahre. Die drei Sprachregionen trugen wie folgt zur Ernte bei: Westschweiz 79,9 Prozent, Deutschschweiz 14,9 Prozent und italienische Schweiz 5,2 Prozent.

Von den 47,8 Millionen Litern weisser Traubenmost gelangen rund 2,7 Millionen Liter als alkoholfreie oder schwach alkoholische Getränke, die ausschliesslich aus Trauben der Rebsorten Chasselas und Müller-Thurgau hergestellt werden, auf den Markt. Diese Traubenverwertung wird vom Bund mit Beiträgen unterstützt.

Dank ausserordentlicher klimatischer Bedingungen während des gesamten Sommers und Herbsts haben die Trauben einen sehr seltenen Reifegrad erreicht. Der geerntete Jahrgang darf als qualitativ aussergewöhnlich bezeichnet werden.

Die aktuelle Rebfläche der Schweiz beträgt 14.919 ha. Die weissen Traubensorten belaufen sich neu auf 6.753 ha (-212 ha) und die roten Traubensorten auf 8.166 ha (+117 ha).

Links zum Thema Wein, Links zum Land Schweiz.

Saarländische Landwirte konnten entgegen dem Bundestrend beim Einkommen leicht zulegen

Themen: Archiv,Saarland — info @ 10:12

Saarbrücken (agrar.de) – Während die Landwirte in den nördlichen Bundesländern in diesem Jahr Einkommenseinbußen um fast 40 Prozent hinnehmen mussten, konnten die Saar-Landwirte sich im Durchschnitt aller Betriebe sogar über ein leicht gestiegenes Einkommen freuen. Dieses erfreuliche Ergebnis gibt Umweltminister Stefan Mörsdorf bei der Mitgliederversammlung des Saarländischen Bauernverbandes bekannt.

‚Dieses leichte Plus, das deutlich im Gegensatz zur Einkommensentwicklung in anderen Regionen liegt, macht einmal mehr deutlich, dass wir im Saarland eine leistungsfähige Landwirtschaft haben, die den Landwirten ein angemessenes Einkommen sichert‘, so Mörsdorf. ‚Dies gilt umso mehr, als wir in der Landwirtschaft bedingt durch die Trockenheit und große, langanhaltende Sommerhitze ein schwieriges Jahr hinter uns haben.‘

Das Saarland ist der einzige Landwirtschaftskammerbezirk im Wirtschaftsjahr 2002/2003, in dem die Landwirte mit einer durchschnittlichen Steigerung von 2,3 Prozent ihr Einkommen stabilisieren konnten. Auch ist in diesem Wirtschaftsjahr der Strukturwandel in der saarländischen Landwirtschaft weiter gegangen. So wuchs die durchschnittliche Betriebsfläche um zwei Hektar. Die so genannten Testbetriebe bewirtschaften jetzt im Schnitt stattliche 121 Hektar. Davon sind 53 Hektar Wiesen und Weiden und 68 Hektar Ackerland. Landwirtschaftsminister Mörsdorf spricht heute abend vor den Mitgliedern des Bauernverbandes zum Thema ‚Reformen der Agrarpolitik – Auswirkungen auf die saarländische Landwirtschaft‘. Nach Einschätzung des Umweltministeriums werden die saarländischen Bauern von den anstehenden Agrarreformen eindeutig profitieren. ‚Die saarländische Landwirtschaft hat den Strukturwandel hin zu leistungsfähigen, dabei aber umweltgerecht auf ausreichend großer Fläche wirtschaftenden Betrieben schon weitgehend hinter sich‘, so Mörsdorf.

Links zum Bundesland Saarland.

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