02. Dezember 2003

EP verhandelt Umwelthaftungsrichtlinie

Themen: Archiv — info @ 16:12

Bauckhage setzt sich bei den rheinland-pfälzischen Abgeordneten des Europäischen Parlaments für Landwirte ein

Mainz (agrar.de) – Nach dem derzeitigen Verhandlungsstand in Brüssel zur Umwelthaftungs­richtlinie sollen in bestimmten Fällen Landwirte auch dann für Schäden haften, wenn sie nicht dafür verantwortlich sind. Die Umwelthaftungsrichtlinie (Vorschlag) wird Anfang Dezember im Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments behandelt. Der rheinland-pfälzische Landwirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage hat daher die rheinland-pfälzischen Europa-Abgeordneten in einem Schreiben auf dieses Problem hingewiesen. Es sei nicht hinnehmbar, ‚dass ein Landwirt, der die seiner Tätigkeit zugrunde liegenden Fachgesetze einhält, schuldunabhängig haftet‘.

Der Minister legte dar, dass zum Beispiel bei unvorhersehbaren Witterungs­einbrüchen, wie Starkregen, ein Eintrag von Pflanzenschutzmitteln in Ober­flächengewässer eintreten könnte, obwohl der Landwirt sich bei der Ausbringung des Mittels an die vorgegebenen gesetzlichen Bestimmungen gehalten und die anerkannte, gute fachliche Praxis eingehalten hat.

Sofern der Umweltschaden nicht vorsätzlich oder fahrlässig verursacht und die Ausübung der Tätigkeit nach dem derzeitigen wissenschaftlichen und technischen Stand als unschädlich eingestuft wird, könnten die Mitgliedsstaaten zwar dem Landwirt die Kosten der durchgeführten Sanierungsmaßnahme erlassen. Diese ‚Kann-Regelung‘ hätte jedoch auf Grund der unterschiedlichen Anwendung in den Mitgliedsstaaten Wettbewerbsverzerrungen zur Folge und müsste, nach Ansicht des Ministers, in eine verpflichtende Bestimmung umgewandelt werden.

Der Minister bat daher die Abgeordneten, die Tätigkeiten nach der guten landwirtschaftlichen Praxis von dem Geltungsbereich der Umwelthaftungs­richtlinie auszunehmen. Die gute fachliche Praxis in der Landwirtschaft sei ein allgemein anerkannter Standard für solides ordentliches Wirtschaften in Einklang mit der Natur, so dass diese Ausnahmeregelung gerechtfertigt und auch erforderlich sei, unterstrich Bauckhage in seinem Schreiben.

Stellungnahmen zur EU-Umwelthaftungsrichtlinie gaben bereits der DBV und BBV ab.

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Werbebranche wirft Künast gezielte Desinformation vor

Themen: Archiv — info @ 15:12

Berlin (agrar.de) – Bundesverbraucherministerin Renate Künast hat die Öffentlichkeit im Zusammenhang mit dickleibigen Kindern in die Irre geführt. Diesen Vorwurf macht der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) der Grünen-Politikerin. Sie hatte am vergangenen Wochenende die Ernährungsindustrie und ihre Werbung beschuldigt, wesentlicher Verursacher von Dickleibigkeit bei Kindern in Deutschland zu sein.

Künast habe die Ergebnisse des aktuellen Ernährungsberichts der Bundesregierung bewusst verschwiegen. Darin hatte die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) unter anderem festgestellt, dass sich der Einfluss der Lebensmittel-Werbung auf Kinder und Jugendliche nach den vorliegenden Analysen im konkreten Verzehr der beworbenen Produkte nicht nachweisen lasse. Kids und Teens, die viel fernsähen, würden zwar die Lebensmittel aus der Werbung sehr gut kennen. Sie verzehrten aber von den beworbenen Produkten nicht mehr als jene Kinder mit geringer TV-Nutzung.

Diese und weitere wissenschaftliche Erkenntnisse verschwieg die Ministerin, die offenkundig nur ihre eigene Meinung gelten lasse. Sie habe ebenso empirische Daten und psychologische Erkenntnisse ignoriert, wie sie der ZAW bei Gesprächen in ihrem Ministerium als Faktenpapier über ‚Kinder, Werbung und Ernährung‘ vorgelegt hatte. Darin wird nachgewiesen, dass beim Zustandekommen von Übergewicht keine Zusammenhänge mit der Markt-Kommunikation von Firmen erkennbar sind. Ursachen seien nach Erkenntnissen der Wissenschaft komplexe sozio-ökonomische Faktoren, Genetik, fehlende Bewegung und körperschädigendes Ernährungsverhalten durch riskante Lebensstile.

Der ZAW fordert Medien, gesellschaftliche Gruppen und insbesondere verantwortungsbewusste Politiker auf, die öffentliche Debatte auf der Grundlage von Tatsachen zu forcieren. ‚Die politisch vordergründige Hatz auf die Ernährungswirtschaft und ihre Werbung ist eine Placebo-Politik von Frau Künast auf dem Rücken der tatsächlichen Probleme dickleibiger Kinder‘, so ein Sprecher des ZAW in Berlin.

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Bioland bezieht Position zu Gentechnik

Themen: Archiv,Bienen — info @ 15:12

Gentechnik, Landwirtschaft und Lebensmittel: Wahlfreiheit und Koexistenz sichern

Mainz (agrar.de) – In einer Pressemitteilung stellt der Anbauverband Bioland seine Position zu Gentechnik dar:

1. Die politische Legitimation der Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) ist durch die Wahlfreiheit für Landwirtschaft und KonsumentInnen bestimmt, auch zukünftig GVO-freie Lebensmittel erzeugen und konsumieren zu können. In dieser Auffassung besteht Einigkeit mit dem DBV, der deutschen Ernährungsindustrie sowie Umwelt- und Verbraucherverbänden. Gesetzliche Regelungen auf EU-Ebene müssen diese Grundvoraussetzung sicher stellen. Entzieht sich die EU-Kommission ihrer Verantwortung, liegt diese in Händen der Mitgliedstaaten.

2. EU-weite Umfragen belegen, dass über 70 Prozent der Menschen keine GVO-Lebensmittel wünschen. Unter marktwirtschaftlichen Verhältnissen stellt diese Aussage ein enormes Marktpotential für Erzeuger von Nicht-GVO-Lebensmitteln dar – und damit auch für den Biolandbau. Bioland nimmt für sich in Anspruch, von der Politik Regelungen zu fordern, die es langfristig ermöglichen, Lebensmittel ohne GVOs und Verunreinigungen durch GVO erzeugen zu können.

3. Wie der Anbau von GVOs praktisch geregelt werden und Koexistenz mit Nicht-GVO-Landwirtschaft gewährleistet werden kann, ist derzeit noch immer völlig unklar. Fragen über Fragen:

– Welche zusätzlichen Maßnahmen und Kosten kommen auf Saatguthersteller, Landwirte und die nachgelagerten Bereiche der Lebensmittelwirtschaft zu?

– Welche Vorschriften und Sicherheitsmaßnahmen sind von wem einzuhalten?

– Wer entschädigt wen bei eventuellen ökologischen und/oder ökonomischen Schäden durch ungewollte Verunreinigungen?

– Wer soll die unvermeidbaren Kosten für die Trennung und Kontrolle der verschiedenen Warenströme tragen?

– Wie vollständig wird eine solche Trennung in der landwirtschaftlichen Praxis tatsächlich möglich sein?

Obwohl die Freisetzung von GVOs EU-weit gesetzlich geregelt ist, gibt es bisher weder auf EU-Ebene noch in den Mitgliedstaaten gesetzliche Regelungen, die die gestellten Fragenkomplexe regeln. Weder Wahlfreiheit noch Rechtssicherheit noch Marktsicherheit ist für Nicht-GVO-Anwender bisher gewährleistet.

Bioland fordert klare gesetzlich vorgeschriebene Regelungen beim Anbau von GVO, die ebenso detailliert gestaltet sind wie die Anbauregeln für ökologisch wirtschaftende Betriebe durch die EU-Ökoverordnung.

4. Die EU-Kommission hat bisher lediglich Leitlinien erarbeitet, die Punkte enthalten, die die Mitgliedstaaten bei der Erstellung von Koexistenzregelungen berücksichtigen sollten. Danach sollen die Bäuerinnen und Bauern die ungewollte Ausbreitung durch Anbaumaßnahmen und verbindliche Absprachen über den Anbau von Pflanzen mit ihren Nachbarn verhindern. Laut einer Studie der EU-Kommission erhöhen sich die Produktionskosten für alle betroffenen Landwirte zwischen fünf und zehn Prozent – in Einzelfällen bis zu 40 Prozent. Bioland vertritt die Auffassung, dass diese Kosten nicht bei denen zu Buche schlagen dürfen, die GVOs ablehnen und damit nicht anbauen und nicht konsumieren.

5. Entscheidend für eine Koexistenz von GVO- und Nicht-GVO-Landwirtschaft ist die Reinheit des Saatgutes. Eine Richtlinie der EU-Kommission, die Grenzwerte für Saatgutverunreinigungen durch GVOs bis zu 0,7 Prozent zulassen will, würde zu einer schleichenden Verbreitung von GVOs führen, da Verunreinigungen des Saatgutes in dieser Größenordnung nicht gekennzeichnet werden müssten. Auch Biobetriebe würden nicht mehr wissen, was sie auf ihren Feldern aussäen. Bei einer Vermehrung von eigenem Saatgut könnte es darüber hinaus dazu kommen, dass sich die Verunreinigungen akkumulieren. Bei Haftungsfragen wäre nicht mehr zu klären, ob verunreinigtes Saatgut Ursache von Problemen ist oder der unsachgemäße Anbau von GVOs eines anderen Betriebes. Bioland fordert daher unmissverständlich ein klares Reinheitsgebot für Saatgut und Kennzeichnungsvorschriften im Falle von GVO-Verunreinigungen bei Saatgut ohne jegliche Grenzwerte.

6. Die besondere Betroffenheit ökologisch wirtschaftender Imkereibetriebe ist zu berücksichtigen. Bienen sind wichtige Pflanzenbestäuber. Die Hauptweidepflanzen für Bienen, Raps und Mais, sind GVO-frei zu halten.

Zusammenfassung:

– Das Reinheitsgebot für Saatgut muss sicher gestellt werden. Der Vorschlag der EU-Kommission, GVO-Verunreinigungsgrenzwerte gesetzlich festzulegen, wird kategorisch abgelehnt.

– Die Anwender und Hersteller gentechnischer Verfahren müssen nach dem Verursacherprinzip die Verantwortung für eventuell auftretende ökologische und wirtschaftliche Schäden übernehmen.

– Vor einem großflächigen Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen muss eine Verordnung geschaffen werden. Diese muss die bis heute ungelösten Fragen zur Koexistenz regeln und Vorgaben für den Anbau, Warenfluss und die Kontrolle liefern.

– Alle Vermeidungskosten, z.B. durch getrennte Warenflüsse oder Kontroll- und Analysearbeiten, müssen von den GVO-Herstellern und GVO-Anwendern getragen werden. Es ist nicht akzeptabel, dass die Verbraucher diese Kosten durch höhere Preise für Nicht-GVO-Lebensmittel übernehmen.

– Gegenüber der Öffentlichkeit sind alle Kosten, die durch die Einführung gentechnisch veränderter Pflanzen entstehen, darzustellen.

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Greenpeace-Umfrage: Mehrheit der Deutschen lehnt Gentechnik auch im Tierfutter ab

Themen: Archiv — info @ 15:12

Hamburg/Düsseldorf (agrar.de) – Rund 72 Prozent der Deutschen lehnen Gentechnik im Essen auch dann ab, wenn sie über den Umweg des Tierfutters in Fleisch, Eiern und Milch auf den Tisch kommt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen, von Greenpeace in Auftrag gegebenen Emnid-Studie.

Trotz dieser Ablehnung wolle das größte deutsche Handelshaus Metro im Gegensatz zu den meisten deutschen Lebensmittelherstellern Gentech-Produkte durchsetzen: In den Märkten von Real, Extra und Kaufhof biete der Konzern Nahrungsmittel von Tieren an, die genmanipuliertes Futter erhalten haben, und Produkte mit Zutaten aus genmanipulierten Pflanzen, so die Umweltorganisation.

‚Metro fällt vor den Gentech-Konzernen auf die Knie‘, sagt Corinna Hölzel von der Greenpeace Verbraucherorganisation EinkaufsNetz, ‚und missachtet so die Meinung der Verbraucher.‘ Greenpeace fordert seit langem den Verzicht auf Gentechnik in Lebensmitteln und im Tierfutter.

Die Studie, für die Emnid im vergangenen November 1.004 Personen befragte, zeigt daß gentechnisch verändertes Tierfutter von Frauen stärker abgelehnt wird als von Männern (80,7 Prozent gegenüber 62,6 Prozent). Während 13,5 Prozent der Männer der Verwendung gentechnisch veränderten Tierfutters zustimmten wollten die nur 4,1 Prozent der Frauen tun. Weitgehend unabhängig erwies sich die Ablehnung von der Beruftätigkeit, Haushaltsgröße oder vom Haushaltseinkommen der Befragten. Die Ablehnung ist in den West-Bundesländern stärker (74,4 Prozent) als im Osten (63,3 Prozent), wo 23,4 Prozent weder zustimmen noch ablehnen (Westen = 15,5 Prozent). Zustimmung findet gentechnisch verändertes Tierfutter im Osten bei 11,2 Prozent, Im Westen bei nur 8 Prozent der Befragten.

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Möllers: Beschlüsse der Bund-Länder-Agrarminister schwächen westfälisch-lippische Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 12:12

Massive Umverteilungen zwischen Betrieben und Regionen wären die Folge

Münster (agrar.de) – In einer ersten Reaktion zu den Beschlüssen der Agrarminister aus Bund und Land über die Neuausrichtung der Agrarpolitik in Deutschland äußerte der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), Franz-Josef Möllers, am Freitag in Münster die Befürchtung, dass die bäuerlichen Familienbetriebe in Westfalen-Lippe zu den Verlierern dieser Agrarreform werden könnten. 13 von 16 Bundesländern haben dem Grundsatz zugestimmt, dass ab dem Jahr 2005 alle Direktzahlungen für Tiere, Milch und Ackerflächen von der Erzeugung entkoppelt und nach einem gewissen Zeitraum auf alle landwirtschaftlich genutzten Flächen gleichermaßen verteilt werden.

Damit einher geht eine größtmögliche Umverteilung der für Preiskürzungen gewährten Direktzahlungen. Ackerbauern, Bullenmästern, Milchvieh- sowie Mutterkuhhaltern in Westfalen-Lippe drohen dadurch drastische Einkommenseinbußen.

Der WLV hat sich im Vorfeld der Diskussionen klar gegen eine Umverteilung von Geldern zwischen landwirtschaftlichen Betrieben und Regionen ausgesprochen. WLV-Präsident Möllers appellierte an die Landesregierung in Düsseldorf, sich bei der Ausgestaltung des sich abzeichnenden Modells für die künftige Gewährung der Ausgleichzahlungen, die Sorgen vieler Milchviehbauern und Bullenmäster, aber auch von Getreideerzeugern zu eigen zu machen. Denn diese befürchteten zurecht, dass der Bruch im Vergleich zum heutigen System allzu krass ausfällt. ‚Noch ist es möglich, gemeinsam eine vernünftige Lösung zu finden, die unseren Betrieben einigermaßen gerecht wird. Der WLV hat den Vertretern des MUNLV in vielen Sitzungen und Gesprächen deutlich gemacht, was für unsere Veredlungsbetriebe auf dem Spiel steht. Aber auch unseren Ackerbauern, die ’nur‘ Getreide anbauen, darf wegen der jetzt entstehenden Umverteilung nicht die Chance im Wettbewerb genommen werden‘, so Möllers wörtlich.

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Rheinland-Pfalz: Waldzustandsbericht 2003

Themen: Biogas,Energie,Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 11:12

Conrad: 2003 war kein gutes Jahr für den Wald

Mainz (agrar.de) – ‚Die extremen Witterungsverhältnisse haben den Bäumen stark zugesetzt. 2003 war kein gutes Jahr für den Wald‘, stellte Forstministerin Margit Conrad bei der Vorstellung des diesjährigen Waldzustandsberichts in Mainz fest. Vom 21. Juli bis zum 28. August 2003 wurden in einer Stichprobe 3.960 Bäume an 165 verschiedenen Orten in Rheinland-Pfalz untersucht. 26 Prozent der Stichprobenbäume erscheinen ohne sichtbare Schadmerkmale, 41 Prozent der Stichprobenbäume sind schwach geschädigt, 33 Prozent der Stichprobenbäume zeigen deutliche Schäden.

Bereits Ende Juni waren erste Verfärbungen an Nadeln und Blättern zu beobachten, die ab Ende Juli immer mehr zunahmen und besonders auf den trockenen Standorten rasch fortschritten. Dort welkten die Blätter zuerst und es trat eine vorzeitige Herbstfärbung auf, stellenweise kam es zu Laubfall, der durch Hitze verursacht wird.

Vorschädigungen haben sich bei den extremen Belastungen besonders bemerkbar gemacht. Dabei nehmen die Schadstoffe in der Luft weiter ab. Dies nützt langfristig dem Wald. Stickstoff- und Säureeinträge sind noch zu hoch. Über Jahre angesammelte Luftschadstoffeinträge können erst nach und nach abgebaut werden. Die Erholung des Ökosystems Wald ist daher ein langfristiger Prozess,

Conrad erläuterte die Hilfsmaßnahmen für den Wald: ‚Wir werden unsere Luftreinhaltepolitik fortsetzen.‘ Stickoxide und Ammoniumverbindungen müssten weiter reduziert werden, etwa durch die strengeren Abgasgrenzwerte im Straßenverkehr und durch Entwicklung neuer emissionsfreier Antriebssysteme. Sie setzt auf einen klimaverträglichen und verbrauchsreduzierenden Energiemix mit einem hohen Anteil an emissionsfreien erneuerbaren Energien wie Geothermie, Sonne, Wind und Biomasse sowie die Brennstoffzellentechnik.

Fast 80 Prozent der Ammoniak-Emissionen entstammen der Tierhaltung. Knapp 20 Prozent entstehen bei der Düngeranwendung. Um diese Ammoniakemissionen zu verringern, gilt es, Biogasanlagen konsequent auszubauen und Stickstoffkreisläufe in der Landwirtschaft stärker zu schließen. Naturnaher Waldbau und auch die Waldkalkungen sollen helfen, die Waldökosysteme zu stabilisieren. ‚Wir müssen in den Wald und seine Gesundung investieren, damit sich dieses bedeutende Ökosystem mit seinen vielfältigen Funktionen für Mensch und Natur immer weiter stabilisieren kann.‘

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DBV: Neue Strategien zur Verringerung des Flächenverbrauchs notwendig

Themen: Archiv — info @ 11:12

Sonnleitner stellt Konzept auf dem DBV-Perspektivforum vor

Berlin (agrar.de) – Eine Strategie zur Reduzierung des zu hohen Flächenverbrauchs und eine Modernisierungsoffensive für den Naturschutzausgleich von Eingriffen hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, auf dem DBV-Perspektivforum gefordert. Nicht nur weltweit sei fruchtbarer Boden ein knappes, nicht vermehrbares Gut, auch in Deutschland gingen täglich 105 Hektar fruchtbaren Bodens infolge von Bebauung durch Siedlungs- und Verkehrstätigkeit für die Landbewirtschaftung und den naturschutzfachlichen Ausgleich für Eingriffe verloren. Gleichzeitig lägen etwa 70.000 Hektar ehemalige Industrieflächen brach. ‚Der Flächenverbrauch ist für viele Umweltpolitiker das derzeit größte ungelöste Umweltproblem‘, stellte Sonnleitner fest. Deswegen werde das Thema auch im Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung eingehend diskutiert, wo der DBV einbezogen sei.

Um die Problematik der Flächenkonkurrenz um das ‚knappe Gut des produktiven Bodens‘ zu lösen, schlug Sonnleitner eine Strategie entsprechend den Anforderungen ‚Flächen sparen, Flächen sinnvoll managen und kooperativ nutzen‘ vor. Nach Sonnleitners Vorstellungen gehörten dazu ein konsequentes Flächenmanagement einschließlich der Einrichtung von Flächenpools, konsequentes Flächenrecycling durch Entsiegelung, die Überarbeitung des Punktekataloges im Rahmen der naturschutzfachlichen Eingriffsregelung sowie deren flexiblere Handhabung im Hinblick auf eine zeitliche und räumliche Trennung von Eingriff und Ausgleich. Hierfür könnten so genannte Ökokonten hilfreich sein.

Einen Strategiewechsel hält Sonnleitner auch für die naturschutzrechtlichen Ausgleichsregelungen bei Bebauung für notwendig. Es sei heute nicht mehr zu verantworten, dass immer die fruchtbarsten ‚hochproduktiven‘ Ackerböden für den Eingriff und naturschutzrechtlichen Ausgleich aufgekauft würden. Deshalb müsse die gängige Praxis reformiert werden, wonach ein Ausgleich immer vor Ort des Flächenverbrauchs wie bei einem Baugebiet oder beim Bau von Straßen und Schienennetz stattfinde. Eine solche Vorgehensweise gehe von einer kleinräumigen und statischen Sichtweise der Natur aus, stellte Sonnleitner fest. Hingegen sollten auch Gewerbe- und Industriebrachen in Ballungsgebieten verstärkt für diesen Ausgleich herangezogen werden, womit landwirtschaftlich genutzte Flächen geschont werden könnten, schlug Sonnleitner vor. Deshalb müsse das bisherige Punktesystem für den Ausgleich sowie die Ausgleichsmaßnahmen auf den Prüfstand. Folge des millionenteuren Aufkaufs von Ausgleichsflächen sei in der heutigen Zeit knapper Kassen häufig, dass das Geld für die Pflege bestehender Naturschutzflächen im Eigentum des Landwirtes fehle. Wirksamer wäre, die Naturschutzflächen im Eigentum des Landwirtes zu belassen und die Naturschutzmaßnahmen vertraglich oder grundbuchlich abzusichern.

Eine nachhaltige Nutzung des vorhandenen fruchtbaren Bodens nach der Agenda 21 von Rio bedeute, auf den fruchtbaren Böden hoch effizient Nahrungsmittel zu erzeugen, um ‚Freiraum‘ für andere Nutzungen wie für den Anbau nachwachsender Rohstoffe, für Naturschutz oder für die Besiedelung zu erhalten. ‚Ich propagiere nicht die Intensivierung der Landwirtschaft als Patentlösung des Problems Flächenverbrauch‘, stellte der DBV-Präsident klar. Doch erst nachdem ausreichend Nahrungsmittel produziert würden, wären andere Nutzungsmöglichkeiten auf den Flächen zu realisieren. So sei in Europa und gerade in Deutschland der Anbau nachwachsender Rohstoffe erst im größeren Umfang durchgeführt worden nachdem erhebliche Produktivitätsfortschritte bei der Nahrungsmittelerzeugung erreicht worden seien. Deutschland sei derzeit beim Anbau nachwachsender Rohstoffe auf über 800.000 Hektar in der EU führend.

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Weinherbst in Baden-Württemberg: Nur 2,1 Millionen Hektoliter – aber welche Qualität!

Themen: Anbauflächen,Erntebericht,Statistik,Wein — info @ 10:12

Moste nahezu komplett für Prädikatsweine geeignet

Stuttgart (agrar.de) – Der Weinjahrgang 2003 wird Winzern und Weingärtnern ebenso wie den Liebhabern badischer und württembergischer Weine noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben. Die anhaltende Trockenheit bereitete zwar viel zusätzliche Arbeit in den Weinbergen, aber die Arbeit hat sich gelohnt. Denn wie das Statistische Landesamt feststelt, ist nach einem bilderbuchmäßigen ‚Altweibersommer‘, der sich nahtlos an den mediterranen Sommer angeschlossen hat und in einen ‚goldenen Oktober‘ mündete, nahezu die gesamte Weinmosternte nach den gesetzlichen Regelungen für den Ausbau als Prädikatsweine (Kabinett, Spätlese, Auslese und dgl.) geeignet.

Da zahlreiche Winzer- (Weingärtner)genossenschaften bereits vor der Lese ihre Qualitätsanforderungen durch Heraufsetzen der Mindestmostgewichte erhöht haben, dürfte ein nicht unerheblicher Teil der angefallenen Weinmostmenge als Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete (Q.b.A.) mit herausragenden Qualitätseigenschaften hergestellt und vermarktet werden. Im Anbaugebiet Baden wurde im Durchschnitt aller Weißweinsorten ein Mostgewicht von 91 Grad Oechsle bzw. bei den Rotweinsorten von rekordverdächtigen 102 Grad Oechsle ermittelt (gegenüber 79 bzw. 85 Grad Oechsle im langjährigen Mittel). Im Anbaugebiet Württemberg erreichten sowohl die Weißwein- als auch die Rotweinsorten Durchschnittsmostgewichte von 88 Grad Oechsle (Mittel 1993/2002: 78 Grad bzw. 74 Grad Oechsle).

Die Weinbausachverständigen des Statistischen Landesamtes veranschlagen den Ertrag im Anbaugebiet Baden Anfang/Mitte November auf 76 Hektoliter je Hektar (hl/ha) Weinmost und im Anbaugebiet Württemberg auf 84 hl/ha. Beim bisherigen Umfang der Ertragsrebfläche entspräche dies einer baden-württembergischen Weinmosternte von 2,1 Millionen hl (1,02 Mill. hl Weiß- und 1,08 Mill. hl Rotmost), wovon voraussichtlich 1,17 Mill. hl auf das Anbaugebiet Baden (735.000 hl Weißmost und 431.000 hl Rotmost) sowie 934.000 hl auf das Anbaugebiet Württemberg (288.000 hl Weißmost und 646.000 hl Rotmost) entfallen. Im langjährigen Mittel wurden in Baden 1,30 Millionen hl (886.000 hl Weißmost und 413.000 hl Rotmost) und in Württemberg 1,20 Millionen hl (427.000 hl Weißmost und 770.000 hl Rotmost) geherbstet.

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ISN: Massiver Preisverfall am Schlachtschweinemarkt

Themen: Archiv — info @ 09:12

37 Euro Verlust je Mastschwein – Preis von 1,50 Euro je Kilogramm erforderlich

Damme (agrar.de) – Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Nord-Westdeutschland (ISN) zeigt sich besorgt über den massiven Preisverfall am Schlachtschweinemarkt. ISN-Vositzender Franz Meyer zu Holte stellte fest, daß der Landwirt bei einem aktuellen Preis von 1,12 Euro/kg Schlachtgewicht nur noch 96 Euro für ein Schlachtschwein erhalte.

‚Die Nerven liegen blank‘, so der ISN-Vorsitzende weiter. Bei diesen Preisen könnten die Mäster nicht einmal mehr die Ferkel- und Futterkosten bezahlen; denn von dem Erlös müssten allein 50 Euro für das Futter und 49 Euro für das Ferkel bezahlt werden. Die Mischfutterindustrie habe massive Futterpreiserhöhungen angekündigt, die zum Jahreswechsel greifen würden. Energie-, Gebäude- und sonstigen Kosten schlügen mit weiteren 28 Euro zu Buche. ‚Die Schweinhalter bekommen Ihre Arbeit nicht bezahlt und verlieren außerdem zurzeit 37 Euro pro Mastschwein‘, sagte Meyer zu Holte.

ISN-Geschäftsführer Detlef Breuer bezeichnete die wirtschaftliche Situation als ‚äußerst ernst‘. ‚Einem Betrieb mit 1.000 Mastplätzen kann – wenn er zu diesen Preisen weiter produziert – allein aus der Schweinehaltung ein jährlicher Verlust von mehr als 90.000 Euro drohen‘. Da die Schweinehalter bereits seit zwei Jahren keine kostendeckende Marge mehr erzielen könnten, gehe es mittlerweile für viele Betriebe ums ’nackte Überleben‘, so der ISN-Geschäftsführer.

Um in Deutschland unter den hohen Tierschutzbedingungen weiter Schweine halten zu können, müsste im Umkehrschluss der Preis bei ca. 1,50 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht liegen. Berücksichtigen müsse man auch, stellte Breuer fest, daß vom Basispreis zusätzlich zu den direkt zuordenbaren Produktionskosten mittlerweile 0,10 Euro je Kilogramm für Vorkosten incl. Beitrag zum Absatzfonds, Maskenschlupf und Teilschäden abgezogen werden müssten. Diese versteckten Kosten hätten sich im letzten Jahr fast verdoppelt.

Dokument: ISN-Wirtschaftlichkeitsberechnung zur Schweinemast [PDF-Datei, 354 kb]

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01. Dezember 2003

Schindler: Positive Ansätze in Ergebnissen der Agrarministerbesprechung

Themen: Archiv — info @ 16:12

Mainz (agrar.de) – Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd (BWV), Norbert Schindler, sieht ‚positive Ansätze mit weiterer Entwicklungsmöglichkeit‘ in den Ergebnissen der Sonder-Agrarministerbesprechung vom 27. November 2003.

Es gelte jetzt, die Ausgestaltung so zu gewährleisten, dass Einzelbetrieben keine finanziellen Mittel durch Brüche im System verloren gingen, so Schindler. Grundsätzlich sei vor allem positiv, dass der Referenzzeitraum, welcher als Hauptknackpunkt im Betriebsmodell gelte, mit dem jetzt favorisierten Kombinationsmodell für die Flächenprämie weitestgehend ausgeschaltet werden könne. ‚Wir haben befürchtet, dass es eine Flut von Klagen aufgrund dieses Referenzzeitraumes geben wird‘, so Schindler. Dieses Problem sei nun weitestgehend gelöst.

In der administrativen Umsetzung müsse jedoch mit Bedacht an die vorgeschlagenen Punkte herangegangen werden. Das vorgeschlagene Kombinationsmodell sei mit einem erheblichen administrativen Aufwand verbunden, der so effizient wie möglich abgewickelt werden müsse, so Schindler.

Einen weiteren Knackpunkt sieht Schindler in der Ausrichtung der Tierprämien und der Milchprämie. Für die Entkopplung im Milchsektor sei zwar eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe eingerichtet worden, um entsprechende Lösungen zu erarbeiten, hier müsse jedoch unbedingt darauf geachtet werden, dass diesen Betrieben keinerlei Nachteile aus der Entkopplung entstünden. Schindler führte aus, er werde es nicht hinnehmen, dass Milchviehbetriebe, die ohnehin aufgrund der Interventionspreissenkung in diesem Bereich, Kürzungen hinnehmen müssten, weiter geschwächt würden.

Darüber hinaus mahnte Schindler die Verantwortlichen an, die Ausgestaltung und U mverteilung zwischen den Bundesländern so vorzunehmen, dass auch die Bundesländer, die Prämienvolumen verlieren, mit dieser Lösung leben könnten. Es sei jedoch auch erforderlich, dass sich Bundesländer wie z. B. Bayern oder Sachsen, die grundsätzlich gegen ein Kombinationsmodell seien, bewegen, so dass das neue System auf Bundesebene endlich zu mehr Gerechtigkeit innerhalb der Landwirtschaft führe.

Links zum Thema EU und Landwirtschaft, Links zum Thema Agrarpolitik.

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