09. Dezember 2003

Verbreitungsatlas gibt erstmals Gesamtübersicht über wildwachsende Farn- und Blütenpflanzen in NRW

Themen: Archiv — info @ 16:12

Düsseldorf (agrar.de) – Der ‚Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen in Nordrhein-Westfalen‘ bietet erstmals eine Übersicht über die 2.000 hier wildwachsenden Farn- und Blütenpflanzen und ihre Verbreitung. Damit sind alle Pflanzen, die in Nordrhein-Westfalen wild wachsen, bis auf Flechten, Moose, Pilze und Algen erfasst. 2.130 NRW-Karten zeigen, wo z.B. im Lande Arnika, Rosmarinheide, Hasenglöckchen und Wilde Narzissen in Feld und Flur sowie Wald und Wiese stehen. Der Atlas ist durch die intensive Zusammenarbeit von Umweltministerium, Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten (LÖBF) und den Universitäten Bonn und Bochum entstanden. Er wird zukünftig ein Standardwerk für alle in der ehrenamtlichen oder amtlichen Naturschutzarbeit Tätigen sein.

Umweltministerin Bärbel Höhn: ‚Dieser Atlas ist einzigartig, denn er zeigt zum ersten Mal, wo in ganz NRW welche Pflanzen und Farne wild wachsen. Diese solide Datenbasis hat eine ganz besondere Bedeutung für die Erhaltung und den Schutz der biologischen Vielfalt in unserem Land. Aus ihr wird die neue Rote Liste der Pflanzenarten in NRW entstehen. Mehr als 10 Jahre haben über 500 meist ehrenamtliche Helferinnen und Helfer dafür unter der Koordination der Universitäten Bonn und Bochum die Pflanzenwelt in unserem Land erforscht und dabei weit über 2.000 Arten gefunden. Ob durch Klimaeffekte oder direkten menschlichen Einfluss, die Landschaft ändert sich ständig. Auf der Basis der hier geleisteten Kartierung können wir Änderungen in der Pflanzenwelt schnell feststellen und darauf reagieren.‘

Das Buch beginnt mit einem historischen Abriss der Pflanzenforschung in NRW. Es folgen farbige Abbildungen zu allen wichtigen Landschaften Nordrhein-Westfalens und gut lesbare Karten zur natürlichen Vegetation, zu Böden und zum Klima. Den Kern des Buches stellen 2.130 farbige NRW-Karten auf Rasterbasis dar, welche die Verbreitung der Pflanzen in Nordrhein-Westfalen darstellen. Der Florenatlas baut auf der floristischen Erforschung auf, die im Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalens vor etwa 250 Jahren begonnen wurde.

Der ‚Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen in Nordrhein-Westfalen‘ ist für 29,90 Euro (ISBN: 3-89174-034-4) über den Buchhandel erhältlich. Es kann auch direkt über die LÖBF bestellt werden, die Herausgeberin des 616 Seiten starken Buches ist: Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten NRW (LÖBF) / Öffentlichkeitsarbeit, Castroper Str. 30, 45665 Recklinghausen.

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DBV: Schlachtschweinepreise im Sinkflug

Themen: Archiv — info @ 13:12

Präsidium fordert Maßnahmenbündel zum Gegensteuern

Berlin (agrar.de) – Die Erzeugerpreise für Schlachtschweine sind in Deutschland auf ein historisches Tief gesunken. Diese Erlössituation erlaubt weder das Erwirtschaften von Gewinnen und Einkommen noch ein Abdecken der variablen Kosten. Eine hohe Produktion, gestiegene Futterkosten und ein unerwartet verhaltener Verbrauch bestimmen das Marktgeschehen. Das Präsidium des Deutschen Bauernverbandes (DBV) stellte auf seiner heutigen Sitzung unter Leitung von DBV-Präsident Gerd Sonnleitner fest, dass die Einkommen der deutschen Schlachtschweine- und Ferkelerzeuger so drastisch abgesunken sind, dass ernsthafte wirtschaftliche Probleme in den wichtigsten Veredlungsregionen zu befürchten sind. Deshalb gelte es, jetzt gegenzusteuern und der Entmutigung vor allem jüngerer Unternehmer in der Veredlungsbranche entgegenzuwirken, auch durch Vermeidung nationaler gesetzlicher Alleingänge.

Das DBV-Präsidium hat deshalb die Europäische Kommission aufgefordert, unverzüglich Exportanstrengungen durch entsprechende Gestaltung der Erstattungen für Drittlandexporte zu unterstützen. Die Förderung der privaten Lagerhaltung müsse unmittelbar nach Weihnachten eröffnet werden, um einen kurzfristigen Ausgleich am Markt zu erreichen. Dabei sei die Förderung auf Produkte für den Drittlandsexport zu begrenzen. Verstärkt sei zudem Interventionsgetreide für Futtermittel freizugeben.

Auch die Schweinemäster können zur Situationsverbesserung beitragen. Das DBV-Präsidium forderte die deutschen Schlachtschweineerzeuger deshalb auf, die durchschnittlichen Gewichte der Verkaufstiere in Absprache mit den Schlachtunternehmen zu senken. Die CMA müsse zudem durch gezielte Werbemaßnahmen noch im Weihnachtsgeschäft die Absatzbemühungen der Wirtschaft unterstützen. Die Schlachtunternehmen wurden aufgefordert, durch mehr Geschlossenheit gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel, vor allem den Discountern im SB-Bereich, eine Trendwende bei den Marktpreisen zu ermöglichen, der Lebensmitteleinzelhandel wurde aufgefordert, die qualitativ hochwertigen Fleischerzeugnisse nicht zu verramschen.

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Syngenta: Kein Zusammenhang zwischen Bt-176 Mais und gestorbenen Kühen

Themen: Gentechnik,Mais — info @ 13:12

Aufarbeitung des Falles in Mittelhessen weist Zusammenspiel anderer ungünstiger Faktoren aus

Maintal (agrar.de) – Für die Gesundheitsprobleme von Milchkühen auf einem Landwirtschaftsbetrieb in Mittelhessen ist die Verfütterung des gentechnisch veränderten, Insektenresistenten Bt-176 Mais von Syngenta nicht verantwortlich. Die Umweltorganisation Greenpeace hatte diesen Zusammenhang bei Protesten gegen gentechnisch veränderten Mais hergestellt. (unsere Meldung.

Die wissenschaftliche Aufarbeitung, Analyse und abschließende Bewertung möglicher Ursachen wurde laut Syngenta im Januar 2003 abgeschlossen. Im Fazit dieser Ursachenforschung kommen unabhängige Experten und das zuständige Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin zu dem Schluss, dass ein Zusammenspiel mehrerer ungünstiger, gesundheitsschädigender Faktoren, nicht aber Bt-176 Mais die Todesfälle verursacht hat.

Syngenta bedauert die Ereignisse und Probleme auf dem Hof des Landwirts. Deshalb hat ihm das Unternehmen bei der Suche nach den auslösenden Faktoren geholfen. Die Unterstützung durch Syngenta erfolgte zum einen in Form von Untersuchungen und Analysen sowie dem Hinzuziehen ausgewiesener Experten. Zum anderen unterstützte Syngenta den Landwirt auch finanziell in der für ihn existenzbedrohenden Situation, um ihn bis zur Klärung der Ursachen auszuhelfen. Diese Klärung war für das Unternehmen mit dem Erhalt des Abschlußberichtes des RKI abgeschlossen.

Nachdem die zu Rate gezogenen Experten Mängel in Fütterung und Hygiene attestiert hatten, äußerte der Landwirt im Dezember 2001 die Hypothese, wonach der Bt-Mais eventuell in Zusammenhang mit den Problemen stehen könne. Im April 2002 veranlasste Syngenta daraufhin eine amtliche Probenahme, bei der neben dem Bt-Mais auch die anderen Bestandteile der Futterration beprobt wurden.

Die hinzugezogenen Fachleute nennen in Summe eine Mischung aus hohem Infektionskeimdruck, gesundheitlich bedenklichen Konzentrationen von Pilzgiften im Futter, Eiweißüberversorgung der Tiere, Verfütterung qualitativ ungenügender Grassilage und erhebliche Fütterungsfehler als ursächliche Faktoren für die Erkrankung und den Tod der Kühe. Ferner waren die Tiere einer zu häufigen Fütterungsumstellung in kürzester Abfolge ausgesetzt, was ein Problem für den Verdauungstrakt und die Gesundheit von Wiederkäuern ist. Auf Anregung von Syngenta wurde im Jahr 2002 eine Untersuchung des Bestandes auf Botulismus, einer Bakterienvergiftung durchgeführt. Dabei konnten bei verendeten Tieren der giftige Erreger selbst bzw. bei lebenden Tieren Antikörper festgestellt werden. Trotz dieser schwerwiegenden Ergebnisse lehnte der Landwirt die Beratung durch einen unabhängigen Fütterungsexperten ab und verweigerte weitere Probenahmen.

Syngenta betont mit Nachdruck, dass die wissenschaftlichen Daten und anerkannte Experten Bt-Mais von einem Zusammenhang mit den auf dem Landwirtschaftsbetrieb aufgetretenen Problemen ausschließen.

1. Der im mittelhessischen Betrieb verfütterte BT-176 Mais ist in Deutschland als Futtermittel zugelassen, hat also die Sicherheitsprüfungen des Zulassungsverfahrens positiv bestanden. In Spanien wird der Mais seit Jahren auf einer Fläche von ungefähr 20.000 ha angebaut. Auch aus den USA liegen positive Erfahrungen vor, allerdings vermarktet Syngenta dort inzwischen ein noch erfolgreicheres Nachfolgeprodukt.

2. In seinem Abschlußbericht kommt die zuständige Zulassungsbehörde, das Robert-Koch-Institut zur Folgerung, dass der Verdacht eines Zusammenhangs zwischen den Todesfällen und der Verfütterung von Bt-176 Mais nicht erhärtet werden konnte.

Dazu Theo Jachmann, Geschäftsführer von Syngenta Deutschland: ‚Syngenta hat intensiv die Zusammenarbeit mit dem Landwirt gesucht und anerkannte Experten zur Lösung des Problems zu Rate gezogen. Dabei traten mehrere Faktoren wie zum Beispiel Botulismus, eine sehr ernst zu nehmende Bakterienvergiftung, zu Tage. Alle Beteiligten sollten die real existierenden und von den Fachleuten klar aufgezeigten Probleme nicht ignorieren, sonst schaden sie nicht nur einer neuen Zukunftstechnologie, sondern gefährden auch die Verbraucher.‘

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Rekordstrecke beim Rehwild im Jagdjahr 2002/2003

Themen: Jagdbericht — info @ 11:12

Schwarzwildstrecke weiterhin auf sehr hohem Niveau

Bochum (agrar.de) – Über eine halbe Million Wildschweine und mehr als doppelt so viele Rehe brachten Deutschlands Jäger im vergangenen Jagdjahr (1. April 2002 bis 31. März 2003) zur Strecke. Dies teilte Jochen Borchert, Präsident des Deutschen Jagdschutz-Verbandes, heute im Rahmen seines Kamingespräches mit Journalisten in Bochum mit.

‚Beim Rehwild haben wir mit 1,117 Millionen erlegten Tieren, das sind noch einmal 5,4 Prozent mehr als im Vorjahr, sogar eine neue Rekordstrecke erreicht‘, erläuterte Borchert. Die Millionengrenze sei erstmals 1992/93 überschritten worden und seitdem auf diesem hohen Niveau geblieben, um Verbissschäden an jungen Bäumen zu minimieren.

Ähnliche Steigerungen (5 Prozent und 7 Prozent) seien auch beim Rotwild mit 60.000 und beim Damwild mit 52.000 erlegten Tieren zu verzeichnen.

‚Unverändert groß ist die Zahl der erlegten Wildschweine, die mit 512.000 immer noch doppelt so hoch ist wie in der ersten Hälfte der 90er Jahre. Die milden Winter gepaart mit einem großen Nahrungsangebot – sowohl durch starken Maisanbau als auch durch viele Bucheckern und Eicheln – lassen die Vermehrungsrate der Schwarzkittel spürbar wachsen. Dies erfordert eine intensive Bejagung, auch um die Gefahr der Schweinepest zu verringern‘, erklärte der DJV-Präsident.

Während sich die Zahl der erlegten Hasen mit 470.000 gegenüber dem Vorjahr kaum veränderte, ist die Fasanenstrecke um rund 10 Prozent auf 350.000 gestiegen.

Über 600.000 Füchse wurden im vergangenen Jagdjahr zur Strecke gebracht, damit hält sie sich seit 1992 auf diesem sehr hohen Niveau. Die Zahl der erlegten Waschbären stieg um fast 22 Prozent auf 19.647 Tiere, die der Marderhunde sogar um 38 Prozent auf 16.087 Exemplare. Damit spiegelt sich die rasant gestiegene Zahl der Neubürger deutlich in der Streckenzahl wieder. Besonders in den östlichen Bundesländern hatten die Jagdbehörden die Jägerschaft gebeten, diese Arten stark zu bejagen, da sie eine Gefahr für viele selten gewordene heimische Vögel und Kleinsäuger darstellen.

Eine ruhige, besonnene Hand bewiesen die anerkannten Naturschützer bei Rebhuhn, Waldschnepfe und Kaninchen. Hier ging Bestandsschutz eindeutig vor Strecke.

Jahresstrecken in den Bundesländern

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Goldmann: Höhere nationale Standards sind eine Ursache für Krise im Schweinesektor

Themen: Archiv — info @ 11:12

Berlin (agrar.de) – Zu den Erzeugerpreisen für Schlachtschweine, die auf ein historisches Tief gesunken sind, erklärt der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Die Erzeugerpreise für Schlachtschweine sind auf ein historisches Tief gesunken. Damit ist die Existenz vieler Betriebe bedroht. Für einen Bereich, der sich im harten internationalen Wettbewerb ohne staatliche Subventionen behaupten muss, ist das besonders bitter. Die nationalen Alleingänge á la Künast sind zu einem entscheidenden Standortnachteil für die Schweineproduktion in Deutschland geworden. Erhöhte Standards im Tier-, Verbraucher- und Umweltschutz erhöhen die Kosten für die Produzenten. Die große Mehrheit der Verbraucher ist nicht bereit, diese höheren Standards der heimischen Landwirte über höhere Preise zu honorieren. Damit haben diese höheren Kosten durch nationale Sonderwege einen entscheidenden Anteil an der aktuellen Krise im Schweinebereich.

Deshalb fordere ich Bundesministerin Künast abermals nachdrücklich auf, auf weitere nationale Alleingänge zu verzichten und die bestehenden Wettbewerbsnachteile zu korrrigieren:

1) Dazu muss das Tierarzneimittelgesetz korrigiert und die praxisferne 7-Tage-Regelung vollständig abgeschafft werden.

2) Weitere Wettbewerbsnachteile für die Landwirtschaft im Baugesetz müssen verhindert werden.

3) Ministerin Künast muss ihre bisherige Blockade zur Umsetzung der EU-Richtlinie zur Schweinehaltung aufgeben und die entsprechende nationale Verordnung endlich unterschreiben. Nachdem Bund und Länder ihr Versprechen einer 1:1-Umsetzung der EU-Richtlinie nicht gehalten haben, ist die Schaffung von Rechtssicherheit das Mindeste, was Ministerin Künast zur Bewältigung der Krise im Schweinesektor beitragen muss.‘

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Schweinedatenbank – Start mit Hindernissen

Themen: Fleisch,Statistik,Tiere — info @ 11:12

Münster (agrar.de) – Seit einem Jahr müssen Landwirte, Transportunternehmen und Schlachthöfe jede Übernahme von Schweinen an die nationale Datenbank melden – so will es die EU-Verordnung. Die Umsetzung in den Bundesländern erfolgte nach einer Meldung des Kuratoriums für Betriebshilfsdienste und Maschinenringe in Westfalen- Lippe sehr unterschiedlich. Und bislang ist nicht überall geklärt, wer zuständig ist oder wer die Kosten trägt.

Mit Inkrafttreten der geänderten Viehverkehrsordnung (VVO) am 20. Dezember 2002 erfolgte die Umsetzung der EU-Richtlinie in nationales Recht. Diese Richtlinie schreibt den Aufbau einer zentralen elektronischen Datenbank für Schweine in jedem Mitgliedsstaat vor. Diese muss folgende Punkte enthalten:

– zentrales Register aller Schweine haltenden Betriebe (I. Stufe, ab 31.12.2000) – Verbringungen von Schweinen aus dem Geburtsbetrieb (II. Stufe, ab 31.12.2001) – Verbringungen von Schweinen aus jedem Bestand (III. Stufe, ab 31.12.2002)

In Deutschland wurde für die Umsetzung die zentrale Rinderdatenbank (HIT) erweitert. Diese wird im Auftrag der Bundesländer vom Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten betrieben. In der Datenbank werden auch die Daten über die verbrachten Schweine gespeichert. Bei der Umsetzung der EU-Vorgaben hat sich Deutschland um ein unkompliziertes und mit niedrigen Kosten behaftetes Modell bemüht, dass von Seiten der EU akzeptiert wurde. So müssen lediglich die Betriebe, die Schweine übernehmen, die Übernahme melden. Geburten und Abgänge (Tötung, Verendung, Schlachtung, Hausschlachtung, Ausfuhr) brauchen nicht gemeldet werden. Die Abgänge werden durch die Datenbank aus den gemeldeten Zugängen generiert.

Im Unterschied zu Rinderdatenbank sind auch Transportunternehmen zur Meldung verpflichtet. So soll die Verbringung aller Schweinen als zeitliche Abfolge und lückenlos insbesondere im Seuchenfall nachvollziehbar sein. In der Datenbank wird die Anzahl der übernommenen Schweine, das Übernahmedatum, die Registriernummer des Abgabebetriebes sowie die Anzahl der am 1. Januar eines jeden Jahres gehaltenen Schweine (Zuchtschweine einschließlich Saugferkel und Mastschweine) gespeichert. Die Schweinehalter sind also verpflichtet, sowohl Bewegungsmeldungen, als auch die sogenannte Stichtagsmeldung für die Plausibilitätskontrolle durchzuführen.

Unterschiedlicher Start in den Bundesländern

Die EU-Richtlinie war in den Bundesländern zwar bekannt, trotzdem gab es einige Startschwierigkeiten. Probleme bereiteten die offenen Fragen zur konkreten Umsetzung. Regionalstellen mussten benannt werden und die Kostenfrage war zu klären. Nicht in allen Bundesländern wurden die Antworten bereits gefunden.

Während die meisten Bundesländer spätestens im Mai mit den Meldungen begannen, wird in Rheinland-Pfalz erst im Januar nächsten Jahres mit der Stichtags- und den Bewegungsmeldungen begonnen. Unklar ist die Situation nach wie vor in Nordrhein-Westfalen. Den Tierhaltern empfiehlt das Kuratorium für Betriebshilfsdienste und Maschinenringe jedoch, vorsorglich alle Tierbewegungen schriftlich zu erfassen, da eine nachträgliche Meldung nicht ausgeschlossen werden kann.

Links zum Thema HIT und Kennzeichnung.

08. Dezember 2003

Thüringen: Hohe Ertragsausfälle bei mittelfrühen und späten Gemüsearten im Jahr 2003

Themen: Archiv — info @ 14:12

Erfurt (agrar.de) – Trockenheit und hohe Temperaturen brachten den Thüringer Gemüsebauern im Jahr 2003 eine sehr schlechte Ernte bei mittelfrühen und späten Gemüsearten. Das Thüringer Landesamt für Statistik berechnete auf der Grundlage der Meldungen der Ernte- und Betriebsberichterstattung für die einzelnen Gemüsearten im Landesdurchschnitt folgende Erträge:

Der Spätweißkohl erbrachte einen Flächenertrag von 710,4 Dezitonnen je Hektar (dt/ha). Damit unterschritt er das langjährige Mittel 1997/2002 um 12,7 Prozent und verfehlte das Vorjahresergebnis (951,0 dt/ha) um ein Viertel. Trotz einer Anbauerweiterung um 37 Hektar auf 275 Hektar wurden 3 056 Tonnen weniger als im Vorjahr geerntet.

Beim Spätrotkohl lag der Ertrag mit 279,6 dt/ha um mehr als die Hälfte unter dem langjährigen Mittel. Das ist der niedrigste Ertrag seit 1991 (bisher niedrigster Ertrag 1992: 332,5 dt/ha). Die Anbaufläche ging zum Vorjahr um rund 4 Hektar auf 55 Hektar zurück, die Erntemenge um 2 116 Tonnen auf 1 546 Tonnen.

Vom Spätwirsing wurden 179,3 dt/ha geerntet. Das sind rund vier Zehntel weniger als im Mittel der Jahre 1997/2002 (290,2 dt/ha). Damit wurde der bisher niedrigste Ertrag von 1992 mit 202,2 dt/ha nochmals um rund 23 dt/ha unterschritten.

Mit einem Flächenertrag von 185,6 dt/ha verfehlte der mittelfrühe und Spätblumenkohl das langjährige Mittel um 16 Prozent. Durch eine Anbauerweiterung um rund 44 Hektar wurde aber trotzdem eine Erntemenge von 6.949 Tonnen eingebracht (2002: 6.448 Tonnen).

Die Speisezwiebeln lagen mit einem Ertrag von 223,7 dt/ha um 37 Prozent unter dem Mittel der Jahre 1997/2002 und rund ein Viertel unter dem Vorjahresniveau (295,1 dt/ha). Bei einer Anbaufläche von 169 Hektar wurden 3 786 Tonnen geerntet.

Mit einem Ertrag von 56,8 dt/ha wurde der gute Vorjahresertrag bei Buschbohnen um fast die Hälfte unterschritten. Obwohl die Anbaufläche um rund 67 Hektar auf 383 Hektar erweitert wurde, konnte nur eine Erntemenge von 2 171 Tonnen eingebracht werden. Das sind rund 40 Prozent weniger als im Vorjahr.

Hohe Ertragsausfälle wurden auch bei den Gurken gemeldet. Mit 209,6 dt/ha wurde der drittniedrigste Ertrag seit 1991 erreicht (1994: 147,7 dt/ha; 1991: 196,2 dt/ha). Nur 1.269 Tonnen konnten von Thüringer Feldern geerntet werden; das sind drei Zehntel von der Vorjahrsernte (4.361 Tonnen).

Obwohl der Anbau von Herbstspinat um 16 Hektar auf 40 Hektar erweitert wurde, beläuft sich die Schätzung der Erntemenge auf nur 262 Tonnen (2002: 411 Tonnen). Trockenheit und hohe Temperaturen führten auch hier zu hohen Ertragsausfällen bis zum vollständigen Ernteverlust. Der Flächenertrag von 64,8 dt/ha unterschreitet das langjährige Mittel um mehr als die Hälfte.

Hohe Verluste auf Grund der extremen Witterungsverhältnisse sind auch bei den Kulturen Grünkohl und Chinakohl entstanden, die aber in Thüringen vom Anbau eine untergeordnete Bedeutung haben. Bei beiden Kulturen lag der Flächenertrag unter 5 dt/ha, was einem absoluten Ernteausfall gleich kommt.

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Höfken: Aufhebung des Gentechnik Moratoriums erneut mit Erfolg abgewehrt

Themen: Gentechnik,Mais,Umwelt — info @ 13:12

Berlin (agrar.de) – Zur heutigen Entscheidung des EU-Lebensmittelausschusses, die Zulassung des umstrittenen Gen Mais Bt -11 abzulehnen, erklärt Ulrike Höfken, agrar- und verbraucherpolitische Sprecherin von _Bündnis 90 / Die Grünen:

‚Es ist richtig, den Gen-Mais Bt 11 nicht zum Import und zur Verarbeitung zuzulassen. Wir begrüßen, dass es für die Zulassung keine Mehrheit im EU-Lebensmittelausschuss gegeben hat.

Eine Aufhebung des De-Facto-Moratoriums ist nicht zu verantworten, weil wichtige Fragen der Koexistenz, der Haftung und des Saatgut-Grenzwertes nicht geklärt sind. Schon gar nicht zu verstehen ist, dass die EU-Kommission mit dem BT-11-Mais versucht, ein Produkt auf den Markt zu drücken, das noch nach der alten Novel-Food-Verordnung geprüft wurde. Nicht umsonst sind die Vorschriften mittlerweile erheblich ausgeweitet und verbessert worden.

Offensichtlich ist es der EU-Kommission wichtiger, den USA politisch in der Gentechnik-Debatte entgegen zu kommen, als die aktuell gültigen Kriterien der Risiko-Einschätzung einzuhalten. Wir fordern die Kommission auf, die Zulassung dieser unsinnigen Altlast nicht weiter zu betreiben, sondern sich an die Kriterien der neuen Verordnung zu halten.‘

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Umwelthaftungsrichtlinie: Keine Haftung für „gute landwirtschaftliche Praxis“

Themen: Archiv — info @ 13:12

Brüssel (agrar.de) – Tätigkeiten, die der „guten land- und forstwirtschaftlichen Praxis entsprechen“, werden nach dem Vorschlag des Rechtsausschusses des Europäischen Parlaments vom Anwendungsbereich der Umwelthaftungsrichtlinie ausgenommen.

Wie der CDU-Europaabgeordnete Dr. Werner Langen mitteilte, hat der Rechtsausschuss für die abschließende Beratung der Umwelthaftungsrichtlinie Mitte Dezember eine entsprechende Empfehlung mit Mehrheit beschlossen. Langen betonte, dass die gute fachliche Praxis in der Land- und Forstwirtschaft ein seit Jahren allgemein anerkannter Standard für solides und ordentliches Wirtschaften im Einklang mit der Natur sei. Bei Einhaltung dieses Standards sei eine Abweichung vom strengen Haftungsregime der Umwelthaftungsrichtlinie mehr als gerechtfertigt. Um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, ist es das Ziel der CDU/CSU-Abgeordneten, einheitliche Haftungsbedingungen in der Europäischen Union einzuführen. Alle Mitgliedstaaten sollen nach dem Beschluss des Rechtsausschusses dazu verpflichtet werden, gleichwertige Voraussetzungen zu schaffen.

Demnach hat ein Betreiber die Sanierungskosten dann nicht zu tragen, wenn der betreffende Schaden auf Emissionen oder Ereignisse zurückzuführen ist, die ausdrücklich genehmigt wurden oder deren schädigende Wirkung zum Zeitpunkt des Auftretens der Emission oder des Ereignisses nicht vorhersehbar war.

Langen betonte, dass es im Rechtsausschuss gelungen sei, die Belange des Umweltschutzes mit den berechtigten Interessen der Unternehmen in Einklang zu bringen. Unternehmen, die sich an behördliche Vorgaben halten, müssen sich auf diese Genehmigungen verlassen können. Langen ist zuversichtlich, dass auch in der Schlussabstimmung des Europäischen Parlaments eine Mehrheit für die explizite Herausnahme der ‚guten landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Praxis‘ zustande kommt, da bereits in erster Lesung auf Initiative der EVP-Fraktion dies so beschlossen wurde, allerdings vom Rat in seinem gemeinsamen Standpunkt nicht übernommen worden sei. Gegebenenfalls müsse diese Frage, falls der Rat nicht nachträglich seine Meinung ändere, im Vermittlungsverfahren nach Abschluss der zweiten Lesung entschieden werden.

Links zum Thema Gesetze und Verordnungen, Links zum Thema EU und Landwirtschaft.

Rätselhaftes Kuhsterben auf hessischem Bauernhof

Themen: Gentechnik,Mais — info @ 10:12

Greenpeace fordert Aufklärung vom Robert-Koch-Institut – Kühe fraßen Gen-Mais

Berlin (agrar.de) – Mit einem Kuh-Skelett protestieren heute 15 Greenpeace-Aktivisten in Berlin vor dem Robert-Koch-Institut. Auf einem Banner steht: ‚Genfutter – alles in Butter?‘ Hintergrund der Proteste: Das Institut hat bislang nicht die rätselhaften Umstände geklärt, die zu dem Tod von zwölf Kühen auf einem hessischen Bauernhof geführt haben, obwohl es von Amts wegen dafür zuständig ist. Die Tiere waren zwischen 1997 und 2001 in Wölfersheim mit gentechnisch manipuliertem Mais gefüttert worden. Das Robert-Koch-Institut ist für die Genehmigung des Gentech-Mais verantwortlich und weigert sich bisher, weitergehende Untersuchungen zur Aufklärung der Vorfälle zu veranlassen. Greenpeace fordert eine vollständige Aufklärung des Kuhsterbens und ein sofortiges Verbot des betroffenen Gen-Mais bt176 der Firma Syngenta.

‚Das Robert-Koch-Institut verwaltet die Gentechnik, anstatt aktiv für Sicherheit und Aufklärung zu sorgen‘, sagt Henning Strodthoff, Gentechnik-Experte bei Greenpeace. ‚Der Gen-Mais hätte niemals zugelassen werden dürfen. Sogar die USA haben ihn inzwischen wieder vom Markt genommen. Der Vorfall in Hessen zeigt erneut, wie wenig ernst das Risiko Gentechnik genommen wird. Neue Genehmigungen für Gen-Pflanzen dürfen in dieser Situation nicht erteilt werden – schon gar nicht durch diese Behörde,‘ so Strodthoff weiter.

Allgemeine Fütterungsfehler oder Krankheiten konnten mit den bisherigen Untersuchungen als Ursache für das Kuhsterben weitgehend ausgeschlossen werden. Syngenta hat dem Bauern zwar 2002 einen Teil des Schadens ersetzt, weigert sich aber den Gen-Mais als Ursache anzuerkennen. Der Landwirt forderte von den Behörden und der Firma Syngenta vergeblich weitere Unterstützung bei der vollständigen Aufklärung des Falles und legte jetzt gegenüber Greenpeace die Akten offen.

Der Gen-Mais wird in Europa nur in Spanien kommerziell angebaut. Studien über bt176 Mais haben immer wieder überraschende Befunde erbracht: Beispielsweise wird das neu gebildete Bt-Eiweiß, das den Mais eigentlich nur vor bestimmte Fraßinsekten schützen soll, langsamer abgebaut als angenommen. Das Eiweiß fand sich im Magen, Darm und Kot von Kühen. Versuche an Mäusen zeigen, dass es möglicherweise auch bei Säugetieren wirkt, was bisher immer ausgeschlossen wurde. Der Fall ist besonders brisant, weil die EU einen neuen Antrag für einen weiteren Gen-Mais der Firma Syngenta berät. Der Mais ist für die menschliche Ernährung gedacht. Der bt11 Gen-Mais bildet das selbe giftige Eiweiß.

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