10. Dezember 2003

Bayern: Nachmeldung von FFH- und Vogelschutzgebieten online

Themen: Archiv — info @ 16:12

BBV: Internet-Anhörung nutzen

München (agrar.de) – Auf massiven berufsständischen Druck sind nun die Vorschläge zur Nachmeldung von FFH- und Vogelschutzgebieten in Bayern im Internet öffentlich zugänglich.

Bis 31.12.2003 können Betroffene über Internet zu den Vorschlägen Stellung beziehen.

Der Bayerische Bauernverband (BBV) empfiehlt seinen Mitgliedern, diese Möglichkeit schon im Vorgriff auf das Dialogverfahren im Frühjahr rege zu nutzen.

Links zum Thema Landschaft und Natur, Links zum Bundesland Bayern.

DBV: Drastischer Einkommenseinbruch in der deutschen Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 14:12

Veredlungsbetriebe und Ackerbau am stärksten betroffen

Berlin (agrar.de) – Die wirtschaftliche Lage der deutschen Landwirtschaft hat sich im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2002/2003 drastisch verschlechtert. Das Unternehmensergebnis im Durchschnitt der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe sackte um 25 Prozent auf 22.900 Euro ab. Dies geht aus dem Situationsberichtes des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hervor, den DBV-Präsident Gerd Sonnleitner vor der Bundespressekonferenz in Berlin vorstellte.

Bereits im Vorjahr mussten die deutschen Landwirte Einkommenseinbußen von durchschnittlich 13 Prozent hinnehmen. Ein selbständig tätiger Landwirt verdiente im Jahr 2002/2003 durchschnittlich nur 16.325 Euro brutto, was einem Monatseinkommen von 1.360 Euro brutto entspricht inklusive aller Zahlungen aus Brüssel und aus dem Berliner Agrarhaushalt. Der Einkommensabstand zur gewerblichen Wirtschaft hat sich auf rund 40 Prozent vergrößert.

Hauptursache des Einkommensbruchs waren die deutlichen Rückgänge bei den Erzeuger­preisen von Schlüsselprodukten wie Milch, Schweinefleisch und Getreide. Je nach Betriebsform und Region entwickelten sich die Unternehmensergebnisse der Betriebe im abgelaufenen Wirtschaftsjahr unterschiedlich: Besonders gebeutelt waren die Veredlungsbetriebe (Schweine-, Hühnerhaltung). Im Jahr 2000/2001 hatten sie noch ein Unternehmensergebnis von über 61.000 Euro erzielt. Sie mussten im zweiten Jahr hintereinander einen massiven Rückgang erleiden; der Unternehmensgewinn ging um durchschnittlich 62 Prozent auf 18.900 Euro zurück.

Die auf Ackerbau spezialisierten Marktfruchtbetriebe erzielten mit 24.500 Euro im Durchschnitt ein um 35 Prozent geringeres Unternehmensergebnis. Niedrige Preise für Getreide und nässebedingte Schäden wegen Dauerregen und Hochwasser, vor allem in Nord- und Ost-Deutschland zur Ernte 2002, haben den Ackerbaubetrieben zu schaffen gemacht. Unter den Futterbaubetrieben hatten die Milchviehbetriebe mit 23.300 Euro ein 10 Prozent geringeres Unternehmensergebnis als im Vorjahr. Der Einkommensverlust der Rindfleischerzeuger fiel zwar prozentual geringer aus, doch absolut beklagen sie mit 19.700 Euro ein sehr geringes Einkommen.

Erfreuliche Ausnahme waren in 2002/2003 lediglich die deutschen Winzer: Die Dauerkulturbetriebe mit Weinbau erzielten als einzige eine Einkommensverbesserung, und zwar um 29 Prozent auf 37.800 Euro. Dauerkulturbetriebe mit der Spezialisierung Obstbau dagegen mussten ein Minus von 13 Prozent (30.500 Euro) verkraften. Auch die Einkommen der Öko-Betriebe gingen um rund fast 13 Prozent auf 27.500 Euro zurück. Sie verzeichneten eine ähnlich negative Entwicklung wie die konventionellen Betriebe, doch kamen ihnen zusätzliche Direktzahlungen für ihre Flächen zugute. Sie erhalten mittlerweile durchschnittlich 12.000 Euro pro Betrieb, während konventionelle Betriebe mit Agrarumweltprogrammen nur durchschnittlich 2.000 Euro verdienen konnten.

Das Unternehmensergebnis der Nebenerwerbsbetriebe lag im Wirtschaftsjahr 2002/2003 bei durchschnittlich 3.200 Euro (gegenüber Vorjahr 35 Prozent minus). Auch die außerhalb der Landwirtschaft erzielten Einkünfte sind bei den Nebenerwerbsbetrieben gesunken, und zwar um 5 Prozent auf 11.900 Euro. Bei den vor allem in Ostdeutschland vorherrschenden Personengesellschaften entwickelte sich das Unternehmensergebnis auf 44.600 Euro (minus 19,5 Prozent). Berücksichtigt man den Personalaufwand, erwirtschafteten die Personengesellschaften 23.100 Euro je Arbeitskraft. In den Agrargenossenschaften sank dieser Wert um fast 16 Prozent auf 23.500 Euro.

Je nach den Schwerpunkten entwickelten sich die Einkommen in den einzelnen Bundes­ländern unterschiedlich. Einziges Bundesland mit einem positiven Ergebnis war Rheinland-Pfalz mit seinem Weinbau und relativ stabilen Milchauszahlungsprei sen. Dagegen haben die Länder mit hohen Anteilen in der Veredlung und Rinderhaltung wie Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen drastische Einkommenseinbrüche von über 40 Prozent erlitten. Die Mehrheit der Betriebe hat deinvestiert. Im dritten Wirtschaftsjahr herrscht in der deutschen Landwirtschaft große Zurückhaltung bei den Investitionen. Die durchschnittlichen Bruttoinvestitionen gingen auf knapp 28.000 Euro und die Nettoinvestitionen auf 1.600 Euro je Betrieb zurück.

Für das laufende Wirtschaftsjahr 2003/2004 befürchtet Sonnleitner nur eine weitere Stagnation der Einkommen. Niedrige Erzeugerpreise und höhere Futtermittelpreise setzen vor allem die Milchvieh- und Schweinehalter stark unter wirtschaftlichen Druck. Bei den Schlachtschweinen erlebe man derzeit ein Preisdesaster. Im Ackerbau mindern die diesjährigen niedrigen Ernteerträge die Erlöse, steigende Getreidepreise werden dadurch stabilisiert.

Links zum Thema Verbände.

Goldmann zur Agrarreform: Unternehmerischen Landwirt in den Mittelpunkt rücken – Wettbewerbsfähigkeit stärken

Themen: Archiv — info @ 14:12

Berlin (agrar.de) – Zur Anhörung im Ausschuss für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft zur EU-Agrarreform erklärt der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfratkion, Hans-Michael Goldmann:

‚Nahezu alle Sachverständigen haben sich für eine entkoppelte Flächenprämie und damit für das FDP-Modell einer Kulturlandschaftsprämie ausgesprochen. Nach Auffassung der Experten ist mit einer Flächenprämie am besten eine unternehmerische und nachhaltige Landwirtschaft zu verwirklichen, die die gesellschaftliche Akzeptanz für die Arbeit der Landwirte zur Pflege und Erhaltung der Kulturlandschaft erhöht. Dazu ist eine möglichst vollständige Entkopplung der Prämien von der Produktion anzustreben. Das stärkt die wirtschaftenden Betriebe im immer härter werdenden internationalen Wettbewerb und verhindert überflüssige Bürokratie.

Nahezu einhellig wurden nationale Alleingänge, die die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Produzenten verschlechtern abgelehnt. Das gilt vor allem für eine Verschärfung der EU-Vorgaben im Umwelt- und Tierschutzbereich. Weitere Alleingänge á la Künast auf dem Rücken der heimischen Landwirte lehnt die FDP-Bundestagsfraktion strikt ab. Die Kürzung der Direktzahlungen zur Finanzierung von Qualitäts- und Umweltmaßnahmen kommt die Landwirte teuer zu stehen und bringt der Umwelt sehr wenig. Die Liberalen lehnen das entschieden ab.

Vor große Herausforderungen werden die Milch- und Bullenhalter in Deutschland gestellt. In diesem Bereich liegen zur Zeit noch keine schlüssigen Konzepte vor. Deshalb müssen hier schnellstens tragfähige Lösungen gefunden werden.

Zur Vermeidung von Strukturbrüchen hat sich die FDP-Bundestagsfraktion deshalb in einer Übergangsphase für eine entkoppelte Betriebsprämie ausgesprochen. Zusätzlich müssen die in Deutschland zur Verfügung stehenden Finanzmittel zur Abfederung unbilliger Härten und zur Erhaltung der Kulturlandschaft vorrangig in den Bereichen Milch- und Tierhaltung eingesetzt werden. Leider herrscht auch nach der Anhörung völlige Unklarheit darüber, wem die Prämienrechte zufallen werden. Hier müssen EU-Kommission, Bundesregierung und Länder dringend Klarheit für Pächter und Veprächter schaffen, um diese ‚tickende Zeitbombe‘ schleunigst zu entschärfen.

Zur Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen wird es entscheidend darauf ankommen, dass in Europa und in Deutschland eine möglichst einheitliche Umsetzung der EU-Agrarreform erfolgt. Alles andere bringt weitere Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der heimischen Landwirte.‘

Links zum Thema Agrarpolitik.

Großhandelspreise November 2003: + 1,5 Prozent zum Vorjahr

Themen: Archiv — info @ 13:12

Wiesbaden (agrar.de) – Der Index der Großhandelsverkaufspreise lag nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes im November 2003 um 1,5 Prozent über dem Niveau von November 2002. Im Oktober und im September 2003 hatten die Jahresveränderungsraten + 0,8 Prozent bzw. + 0,6 Prozent betragen. Der Gesamtindex ohne Mineralölerzeugnisse erhöhte sich im November 2003 gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Prozent.

Im Vergleich zum Oktober 2003 sank der Index der Großhandelsverkaufspreise geringfügig (- 0,1 Prozent). Ohne Mineralölerzeugnisse stieg der Großhandelspreisindex gegenüber dem Vormonat jedoch um 0,1 Prozent. Binnen Monatsfrist fielen vor allem die Preise für Tomaten (- 29,2 Prozent), lebende Schweine (- 7,8 Prozent), Schweinefleisch (- 6,5 Prozent), Äpfel (- 4,5 Prozent) und Bananen (- 4,0 Prozent). Dagegen verteuerten sich Fische und Fischerzeugnisse (+ 11,5 Prozent) sowie Futtermittel (+ 7,1 Prozent).

Starke Preissteigerungen gegenüber dem Vorjahr gab es im November 2003 u.a. bei Kartoffeln (+ 44,6 Prozent), frischen Eiern (+ 36,9 Prozent), Getreide (+ 27,3 Prozent), Tomaten (+ 16,0 Prozent), Zitrusfrüchten (+ 13,8 Prozent), Fischen und Fischerzeugnissen (+ 4,7 Prozent). Dagegen waren u.a. Rohkaffee (- 19,8 Prozent), mittelschweres und schweres Heizöl (- 16,9 Prozent) und lebende Schweine (- 7,0 Prozent) billiger als vor einem Jahr.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

CDU/CSU: Landwirtschaft in schwieriger Lage nicht alleine lassen

Themen: Archiv — info @ 13:12

25 Prozent beträgt der Rückgang der Einkommen bei den Haupterwerbsbetrieben

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der Vorstellung des Situationsberichtes 2004 des Deutschen Bauernverbandes erklärt die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gerda Hasselfeldt:

‚Der heute vorgestellte Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes weist in aller Deutlichkeit auf die besorgniserregende Situation in der Landwirtschaft hin. 25 Prozent beträgt der Rückgang der Einkommen bei den Haupterwerbsbetrieben! Völlig unbefriedigend ist der Zustand, dass das monatliche Einkommen eines selbstständigen Landwirtes nur noch bei durchschnittlich 1.360 Euro liegt und der Abstand der landwirtschaftlichen Einkommen zur gewerblichen Wirtschaft mittlerweile auf 40 Prozent angewachsen ist. Und auch für das laufende Wirtschaftsjahr erwartet der Berufsstand keine wesentliche Besserung!

Besonders beängstigend ist die seit Jahren anhaltende Investitionszurückhaltung auf den landwirtschaftlichen Betrieben. So sind die Nettoinvestitionen im Wirtschaftsjahr 2002/2003 nach Angaben des Bauernverbandes um mehr als 60 Prozent eingebrochen! Die Hälfte der Landwirte schätzen ihre Zukunftsaussichten als schlecht oder sehr schlecht ein! Für zukunftsorientierte Unternehmensentscheidungen spielt vor allem das agrarpolitische Umfeld eine große Rolle. Die Bundesregierung wird hier in keiner Weise ihrer Verantwortung gerecht. Anstatt der Landwirtschaft in dieser schwierigen Situation mit Solidarität zu begegnen und Perspektiven aufzuzeigen, hat Rot-Grün für das kommende Jahr massive und überproportionale Einschnitte im Agrarhaushalt beschlossen! Auch die zahlreichen nationalen Verschärfungen im Umwelt- und Tierschutz von Rot-Grün führen im EU-Binnenmarkt zu massiven Nachteilen für unsere Bauern. In der Frage der Grünen Gentechnik ist die Regierung völlig zerstritten und somit in einem Schlüsselbereich der modernen Biotechnologie handlungsunfähig!

Leider beweist die rot-grüne Koalition stets von neuem, wie egal ihr die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe sind! So will die Bundesregierung im Haushalt 2004 massiv die Agrardieselsteuer erhöhen, obwohl ihr bewusst ist, dass dieser Steuersatz in vielen EU-Staaten wesentlich geringer ist, oder diese Steuer dort gar nicht erhoben wird. Die geplante Abschaffung der Pauschalierung für landwirtschaftliche Betriebe sowie die Senkung der Vorsteuerpauschale von 9 auf 7 Prozent führt zu einem gigantischen bürokratischen Mehraufwand, bringt letztendlich aber kaum Geld in die Kassen der Finanzämter. Die Kürzungen bei der landwirtschaftlichen Sozialversicherung wiederum gefährden das seit Jahrzehnten funktionierende eigenständige System der Landwirtschaftlichen Krankenversicherung. Gerade dieses Beispiel macht deutlich: Die Agrarpolitik von Rot-Grün forciert massiv den Strukturwandel, mit den sozialen Problemen lässt die Bundesregierung die Landwirte dann aber allein!‘

Links zum Thema Agrarpolitik.

Bayern: 7,3 Millionen Euro für Schaf- und Ziegenhalter

Themen: Archiv — info @ 13:12

München (agrar.de) – Rund 4.800 bayerische Schaf- und Ziegenhalter haben jetzt 7,3 Millionen Euro an Ausgleichszahlungen erhalten. Wie Landwirtschaftsminister Josef Miller in München mitteilte, kamen dabei erstmals auch rund 70 Ziegenhalter in den Berggebieten in den Genuss der Prämien. Die EU-Kommission hatte nach dem massiven Drängen Bayerns im vergangenen Jahr zugestimmt, die bislang in Deutschland nur für Schafe mögliche Förderung ab heuer auch auf Ziegen auszudehnen. Bei den Mutterschafen beträgt die Prämie 21 Euro, für Milchschafe und Ziegen gibt es 16,80 Euro. Die über 3.300 Antragsteller in den benachteiligten Gebieten sowie in den Berggebieten bekommen zusätzlich sieben Euro je Tier. Die Ausgleichszahlungen sind nach Angaben des Ministers ein Einkommensausgleich für niedrige Marktpreise.

Nach Angaben des Ministers musste heuer bei den Prämien erstmals die von der Bundesregierung gegen den Widerstand Bayerns durchgesetzte nationale Modulation angewendet werden: Die Ausgleichszahlungen für Kulturpflanzen und die Tierprämien wurden pro Betrieb oberhalb eines von Bayern durchgesetzten Freibetrages in Höhe von 10.000 Euro um zwei Prozent gekürzt. Davon sind bei den Schaf- und Ziegenhaltern im Freistaat rund 480 Höfe betroffen.

Links zum Thema Förderung, Links zum Bundesland Bayern.

BLL: Stellungnahme zur Neuordnung des Lebensmittel- und des Futtermittelrechts

Themen: Archiv — info @ 13:12

Bonn (agrar.de) – Das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) hat Mitte Oktober 2003 den Entwurf eines Gesetzes zur Neuordnung des Lebensmittel- und des Futtermittelrechts vorgestellt. Mit diesem umfangreichen und sehr komplexen Gesetzentwurf soll das nationale Lebensmittelrecht und das nationale Futtermittelrecht an die Verordnung (EG) Nr. 178/2002 (so genannte Basis-Verordnung) angepasst werden. Kernelement dieses Gesetzentwurfs ist die Schaffung eines Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches (LFGB), das das bisherige Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz (LMBG) sowie weitere lebens- und futtermittelrechtliche Vorschriften ablösen soll.

Unter Hinweis auf die entsprechende Vorgehensweise des Weißbuches zur Lebensmittelsicherheit und der Basis-Verordnung werden die bislang eigenständig geregelten Rechtsmaterien des Lebensmittel- und des Futtermittelrechts in ihren Kernbestand in einem Gesetzeswerk zusammengeführt. Die aufgrund der Basis-Verordnung erforderliche Neuordnung des nationalen Lebens- und Futtermittelrechts wird weiter zum Anlass genommen eine Reihe von bisher eigenständigen Gesetzen aus dem Bereich des Lebensmittelrechts, wie z. B. das Fleischhygiene- und das Geflügelfleischhygienegesetz sowie das Säuglingsnahrungswerbegesetz, im Lebens- und Futtermittelgesetzbuch zusammenzuführen. Der Inhalt eines Großteils der bisherigen gesetzlichen Vorschriften soll künftig durch Verordnung geregelt werden. Unabhängig davon ist darauf hinzuweisen, dass das LFGB sehr viele, inhaltlich äußerst weitreichende Ermächtigungen zum Erlass von Rechtsverordnungen enthält. Die in der Ausweitung der Ermächtigungen zum Ausdruck kommende Tendenz einer schleichenden Verlagerung von Regulierungskompetenzen von der Legislative hin zur Exekutive dürfte nach eigener Einschätzung nicht nur beim Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL), sondern auch bei den, an der Gesetzgebung beteiligten Institutionen auf Vorbehalte treffen.

Der BLL hat sich mit dem komplexen Gesetzentwurf im Einzelnen in einer sehr ausführlichen Stellungnahme auseinandergesetzt, die jetzt als PDF-Dokument verfügbar ist.

Links zum Thema %url4%Lebensmittel%/%, Links zum Thema %url5%Gesetze und Verordnungen%/%.

Publikation: Schweineproduktion in Deutschland

Themen: Archiv — info @ 13:12

Jubiläumsausgabe der ZDS-Datensammlung

Bonn (agrar.de) – In diesem Jahr wird der Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion (ZDS) seine Datendokumentation zur Schweineproduktion zum 50sten Mal in Folge veröffentlichen. Mit seinen 150 Seiten bildet das Zahlenwerk in 85 Tabellen die Schweineproduktion des vergangenen Jahres ab. Die Datensammlung gibt damit einen umfassenden Überblick zum Umfang der Schweineproduktion in Deutschland und zur Leistungsfähigkeit im Vergleich zu anderen Ländern.

Die Lektüre kann auch für die Kontrolle politischer und einzelbetrieblicher Entscheidungen herangezogen werden. Veränderte Rahmenbedingungen schlagen unmittelbar auf den von Regulierungsmechanismen weitgehend freien Schweinemarkt durch. Am bekanntesten ist der sog. ‚Schweinezyklus‘, der als Synonym für eine zeitversetzte Anpassung der Produktion auf veränderte Nachfragebedingungen in die Volkswirtschaft Einzug gehalten hat. Dramatischer sind die Auswirkungen politischer, wettbewerbsverändernder Vorgaben, die sich in der Regel in einem Anstieg der Betriebsschließungen äußern. So zeigt der Jahresbericht u.a., dass innerhalb von nur zwei Jahren rd. 15.000 Schweinehalter die Produktion aufgeben haben und gleichzeitig die Anzahl gehaltener Schweine pro Betrieb angestiegen sind.

Die Datensammlung des ZDS ist darüber hinaus die einzige Informationsquelle, in der repräsentative Daten zur organisierten Schweineproduktion umfassend und kompakt aufbereitet werden, und zwar sowohl aus den Bereichen Zucht, künstliche Besamung und Beratung.

Der Bericht wird gegen eine Schutzgebühr von 10 Euro incl. Porto und Verpackung (Ausland: 12 Euro) abgegeben. Bezug: ZDS, Adenauerallee 174, 53113 Bonn, Tel.: 0228-91447-40, Fax: 0228 / 91447 45, E-Mail

Links zum Thema Dokumente.

Backhaus bedauert Verweigerungshaltung der Tierschutzverbände

Themen: Archiv — info @ 12:12

Beratungen im Landwirtschaftsministerium über den Bundesratsbeschluss zur Tierschutz

Schwerin (agrar.de) – In einer Beratung am 9. Dezember 2003 hat der Minister für Ernährung, Landwirt-schaft, Forsten und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus (SPD) den Bundesratsbeschluss zur Tierschutz-utztierhaltungsverordnung, betreffend die Haltung von Legehennen und Schweinen, sowie die sich hieraus ergebenden Konsequenzen mit Fachleuten aus verschiedenen Forschungseinrichtungen, aus der Landwirtschaft und von der Verbraucherzentrale erörtert.

‚Der Tierschutz hat einen hohen Stellenwert in der Arbeit meines Hauses. Gerade aus diesem Grund kann ich die Argumentation von einem Teil der Tier- und Umweltschutzverbände nicht nachvollziehen‘, so Minister Dr. Backhaus in der Beratung. Mecklenburg-Vorpommern trete für einen möglichst kurzfristigen Ausstieg aus der herkömmlichen Käfighaltung ein. ‚Bereits vor Übernahme des Ministeramtes habe ich vehement für die Abschaffung der Käfige gestritten und gemeinsam mit anderen Verfechtern den Bau Europas größter Legehennenhaltung in Neubukow verhindert‘, erinnerte der Minister.

Nicht weniger als 50 Prozent der Legehennen in Mecklenburg-Vorpommern werden bereits in Boden- und Freilandhaltungssystemen gehalten. Es dürfe jedoch nicht übersehen werden, dass auch diese Verfahren verbesserungsbedürftig seien. Dieses gelte insbesondere in Hinblick auf die Gesunderhaltung der Bestände. Ein Verfahren ist nicht allein deshalb gut, weil es einen bestimmten Namen trägt. Für die Tiere sei entscheidend, wie es gehandhabt werden.

Dr. Backhaus: ‚Aus diesem Grund habe ich gemeinsam mit Niedersachsen den Antrag gestellt, ein Prüfverfahren einzuführen, das – mit Ausnahme des strikt von mir abgelehnten herkömmlichen Käfigs – allen Haltungsverfahren offen steht. Um ein objektives Prüfverfahren zu gewährleisten trete ich dafür ein, dass ein Bundesinstitut aus dem Zuständigkeitsbereich von Frau Bundesministerin Künast mit dem Prüfverfahren beauftragt wird.‘

Die Notwendigkeit eines Prüfverfahrens wird von einer großen Allianz aus Tier- und Umweltschutzverbänden, Verbraucherorganisationen, aber auch seitens der Forschung und der Wirtschaft anerkannt. Dieses Prüfverfahren ist insbesondere aus Gründen des Tierschutzes, aber auch der Rechtssicherheit für Investoren bzw. für die Umstellung von der Käfighaltung auf alternative Haltungsformen notwendig.

‚Der Zeitpunkt für das Schließen des letzten Käfigstalles ist spätestens zwei Jahre nach der Einführung des Prüfverfahrens vorgesehen. Damit wird die nunmehr be-stehende Dringlichkeit betont, da auch die Umstellung der Legehennenhaltung vom herkömmlichen Käfig in geprüfte Systeme erfolgen sollte,‘ erläutert Backhaus. Bereits im Jahr 2001 sei durch Frau Bundesministerin Künast die Einführung eines entsprechenden Prüfverfahrens angekündigt worden. Bis heute ist es jedoch nicht dazu gekommen.

Die einseitige Verweigerung der Tierschutzorganisationen sei nicht verständlich, sagte der Minister in Bezug auf die Absage zur Teilnahme an dem Gespräch. ‚Hier drängt sich der Eindruck auf, dass es einigen nicht um eine objektive Verbesserung der Haltungsbedingungen geht, sondern um reine Ideologie.‘ Insbesondere sei das Verhalten des Landesvorsitzenden des Deutschen Tierschutzbundes, Herr Dietmar Bonny, fragwürdig. So habe Herr Bonny die Einführung des Prüfverfahrens aus-drücklich begrüßt und sogar entsprechende Änderungsvorschläge zum Antrag Mecklenburg-Vorpommerns eingebracht, die im Bundesratsbeschluss Berücksichtigung gefunden haben. ‚Es stellt sich die Frage, welches Ziel hier verfolgt wird. Werden hier Anliegen des Tierschutzes dem Populismus geopfert oder wird die Tragweite des eigenen Handelns nicht begriffen?‘, fragte Minister Backhaus.

Abschließend unterstrich der Minister, dass auch zukünftig sein Interesse dem Tierschutz gelte und er sich gerne mit einer konstruktiven Kritik auseinandersetze. Die derzeitige reine Verweigerungshaltung sei aber für den Tierschutz abträglich.

Links zum Thema Tierschutz, Links zum thema Agrarpolitik.

Schweizer Bäcker wollen keinen Gentech-Weizen

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 12:12

Zürich (agrar.de) – 93 Prozent der Bäckereien in der Deutschschweiz und in der Romandie haben auf eine schriftliche Greenpeace-Anfrage hin deutlich klar gemacht, dass sie keinen Gentech-Weizen für die Herstellung ihrer Produkte verwenden wollen. In der ‚Weizenkammer‘ Nordamerika läuft das Bewilligungsverfahren für den kommerziellen Anbau von Gentech-Weizen. Nordamerikanischer Weizen wird auch in der Schweiz verarbeitet.

Brot soll ein Stück Natur bleiben – das war die häufigste Begründung für die gentechabweisende Haltung der Bäcker aus der ganzen Schweiz. Die Anfrage hat sich aufgedrängt, weil in Kanada und den USA das Bewilligungsverfahren für den kommerziellen Anbau von herbizidresistentem Gentech-Weizen der Firma Monsanto läuft, so die Umweltorganisation.

In den nächsten Monaten wird mit einem Entscheid gerechnet. In beiden Ländern hat sich mittlerweile massiver Widerstand gegen die drohende Zulassung gebildet: Bauern, Umweltschutz- und Konsumentenverbände wollen keinen Anbau von Gentech-Weizen. Selbst das Canadian Wheat Board (CWB), zuständig für den Export eines Fünftels der weltweiten Weizenproduktion oder das US-Pendant U.S. Wheat Association (USWA), wollen vom Monsanto-Weizen offenbar nichts wissen. Ihnen allen ist bewusst, dass die wichtigsten Absatzmärkte, Europa und Asien, aufgrund der gentechkritischen KonsumentInnen-Haltung keine Abnehmer sein werden. Die klare Ablehnung von Gentech-Weizen durch zahlreiche europäische oder asiatische Weizenimporteure, -verarbeiter oder gar Regierungsstellen war für die breite nordamerikanische Opposition ausschlaggebend.

Auch die Stellungnahmen von schweizerischen Grossverteilern wie Coop, Migros, Denner oder Carrefour sowie des Schweizerischen Bäcker- und Konditorenverbands und Swisspasta, dem Verband der Schweizer Teigwarenhersteller zielen in dieselbe Richtung: KonsumentInnen-Bedürfnissen wird Rechnung getragen! Das Brotgetreide Weizen soll naturbelassen bleiben.

Greenpeace begrüsst die klare Haltung der Schweizer Bäckereien. Denn die Freisetzung von Gentech-Pflanzen birgt Risiken und Gefahren für Umwelt und Gesundheit, die nicht abschätzbar und vor allem nicht rückgängig zu machen sind. Erfahrungen aus Nordamerika zeigen, dass der Gentech-Anbau verheerende Auswirkungen auf Landwirtschaft und Umwelt haben kann, so Greenpeace.

Links zum Thema %url5%Biotechnologie%/%.

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