11. Dezember 2003

Niedersachsen: Strukturwandel in der Viehhaltung verschärft

Themen: Archiv — info @ 11:12

Viehzählung weist deutlichen Rückgang der Betriebe mit Vieh aus

Hannover (agrar.de) – In der niedersächsischen Tierhaltung hat sich der Strukturwandel in diesem Jahr erheblich beschleunigt. Das weisen nach Angaben des Landvolks Niedersachsen die vorläufigen Ergebnisse der Viehzählung des Landesamtes für Statistik vom 3. November aus.

Danach hat sich die Zahl der Rinder haltenden Betriebe gegenüber November 2002 um 7,6 Prozent auf 27.524 verringert. Die Zahl der Schweine haltenden Betriebe sank sogar um 9,3 Prozent auf von 19.895 auf 18.049. Die Tierbestände haben sich jedoch nicht im gleichen Maße verringert. So sank der Rinderbestand in Niedersachsen nur um 1,7 Prozent von 2,653 Millionen auf 2,606 Millionen Tiere. Im vergangenen Jahr lag das Minus dagegen bei 4,1 Prozent. Die Zahl der Schweine nahm sogar um 1,1 Prozent von 7,865 Millionen auf 7,95 Millionen zu: Die Bestände sowohl bei den Rindern als auch bei den Schweinen werden weniger, aber größer.

Besonders stark hat die Zahl der Mutterkuhhalter abgenommen, und zwar um 13 Prozent von 6.231 auf 5.422. Gleichzeitig ging die Zahl der Mutter- und Ammenkühe um 10,8 Prozent von 75.125 auf 67.027 zurück. Darin dürfte sich die geringe Wirtschaftlichkeit dieses Produktionsverfahrens zur Erzeugung von Qualitätsfleisch widerspiegeln. Stark rückläufig war auch die Zahl der weiblichen Schlachtrinder und der Kälber. Dagegen hat es beim Milchkuhbestand einen leichten Zuwachs um 0,8 Prozent gegeben, nachdem im vergangenen Jahr die Tierzahl um 3,2 Prozent abgenommen hatte.

Zum Stichtag 3. November ermittelten die Statistiker einen Gesamtbestand von 747.814 Milchkühen gegenüber 741.982 im Jahr zuvor. Sie wurden in 27.524 Betrieben gehalten und verteilten sich annähernd gleichmäßig auf die Gebiete der Landwirtschaftskammern Hannover und Weser-Ems. Gegenüber 29.782 Betrieben im Jahr 2002 betrug das Minus 3,2 Prozent. Das ist trotz der schwieriger werdenden wirtschaftlichen Lage der Milchviehbetriebe eine leichte Abschwächung des Strukturwandels, im vergangenen Jahr hatten noch 6,8 Prozent der Milchviehhalter aufgegeben.

Anhaltende Konzentrationstendenzen gibt es ebenfalls in der Schweinehaltung. Dem leichten Zuwachs bei der Gesamtzahl der Tiere steht eine deutliche Abnahme der Betriebe mit Schweinehaltung gegenüber. Ihre Anzahl sank innerhalb Jahresfrist um 9,3 Prozent von 19.895 auf 18.049. Davon hatten 9.607 Betriebe ihren Sitz im Gebiet der Landwirtschaftskammer Weser-Ems als Hochburg der Veredelungswirtschaft, im Gebiet der Kammer Hannover waren es 8.442 Betriebe. Sie hielten allerdings nur 2,829 Millionen Tiere, während in Weser-Ems immerhin 5,12 Millionen Schweine gezählt wurden. Besonders stark war die Abnahme bei der Zahl der Sauenhalter. Gegenüber 2002 ermittelten die Statistiker einen Rückgang um 13,2 Prozent von 9.085 auf 7.887 Bestände. Der Zunahme bei der Gesamtzahl der Schweine steht eine Abnahme bei der Zahl der Ferkel um 4,4 Prozent gegenüber. Marktexperten rechnen deshalb für das kommende Frühjahr mit einem Abbau des Angebotsdrucks bei Schlachtschweinen und einer Besserung der gegenwärtig sehr unbefriedigenden Preissituation.

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DBV: Umwelteinflüsse setzen den Wäldern weiter zu

Themen: Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 11:12

1,3 Millionen Waldbesitzer fordern stärkeres staatliches Engagement gegen Waldschäden

Berlin (agrar.de) – Dem Patient Wald geht es immer noch nicht gut. Angesichts der heutigen Vorstellung des Waldzustandsberichtes fordern mehr als 1,3 Millionen Waldbesitzer in Deutschland von der Bundesregierung und den Ländern verstärkte Anstrengungen gegen das anhaltende Waldsterben.

In einer gemeinsamen Presseerklärung wiesen Deutscher Bauernverband (DBV), die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) und der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) auf die Versauerung der Waldböden durch zu hohe Schadstoffeinträge aus der Luft hin. Diese bedrohten nicht nur die Existenzgrundlagen der Waldbesitzer, sondern beträfen über die Gefährdung der Trinkwasservorräte alle Bürgerinnen und Bürger. Noch immer zeigten bundesweit über 20 Prozent der Wälder deutliche Nadel- bzw. Blattverluste. Im Bundesdurchschnitt hätten die Waldschäden der Schadstufen 2 bis 4 im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Vor allem die deutlichen Schäden bei älteren Eichen seien in diesem Jahr stark angestiegen. Beim Waldsterben von Entwarnung zu sprechen, sei daher verfrüht. Die zurückliegende Trockenperiode sowie der stärkere Schädlingsbefall würden die Wälder weiter schädigen und so zu Verlusten bei den Waldbesitzern führen. Die ohnehin schwierige wirtschaftliche Lage von Waldbesitzern und Landwirten spitze sich weiter zu.

In ihrer gemeinsamen Presseerklärung fordern die drei Organisationen vor allem Bund und Länder auf, die privaten Waldbesitzer bei ihren Bemühungen zum Schutz von Wald und Trinkwasser nachhaltiger und vor allem unbürokratischer als bisher zu unterstützen. Dies gelte vor allem für die kontinuierliche Kalkung zum Schutz der Waldböden. Viele Millionen Euro würden derzeit ungenutzt in den öffentlichen Kassen und der EU zurückgegeben, da die Waldbesitzer den geforderten Eigenanteil aus wirtschaftlichen Gründen nicht leisten können. Deswegen sollten die Kosten für Waldkalkungen zum Beispiel in Trinkwassereinzugsgebieten von allen Bundesländern nach dem Vorbild Niedersachsens oder Sachsens zur nachhaltigen Entlastung der privaten Waldbesitzer komplett gefördert werden.

Neben der Reduzierung von Luftschadstoffen im Autoverkehr seien weitere Einsparungen und die rationellere Nutzung von Energie erforderlich. Zusätzliche Entlastungen seien aber auch durch die Förderung erneuerbarer Energiequellen und durch den verstärkten Einsatz des nachwachsenden Rohstoffes Holz möglich. Viele Land- und Forstwirte stellten den Energieträger Biomasse zur kohlendioxidneutralen Energiegewinnung bereit und nutzten diesen zudem selbst. Landwirte und Waldbesitzer seien wichtige Partner bei der nachhaltigen Reduzierung von Kohlendioxidemissionen und anderen Schadstoffen. Sie würden seit Jahren erhebliche Anstrengungen unternehmen, die eigenen Emissionen durch den gezielten Einsatz modernster Produktionstechnik zu minimieren. Zudem binden Wald und Holz riesige CO2-Mengen aus der Atmosphäre, betonten DBV, AGDW und DFWR.

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DBV: Keine Grüne Gentechnik ohne ehrliche Koexistenzregeln

Themen: Gentechnik,Umwelt,Verbände — info @ 11:12

Bauernpräsident Sonnleitner fordert Erprobungsanbau

Berlin (agrar.de) – Möglicherweise wird noch in diesem Jahr ein Gesetzentwurf zur Grünen Gentechnik vorgelegt, nachdem sich das Bundeskanzleramt in den Streit zwischen den betroffenen Ressorts eingeschaltet hat. Das erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, am Mittwoch vor Journalisten in Berlin. Der DBV fordere seit langem einen Erprobungsanbau für gentechnisch veränderte Pflanzen, der unter Praxisbedingungen durchzuführen sei und damit verlässliche Ergebnisse zur Regelung der Koexistenz liefere. Es müssten aber vor allem ehrliche Koexistenzregeln für den Anbau mit und ohne Gentechnik erarbeitet werden. Sonnleitner forderte weiter, die umstrittene Haftungsfrage bei der Verunreinigung von Feldern mit gentechnisch veränderter Saat keinesfalls verschuldensunabhängig zu regeln. Haften dürfe grundsätzlich nur derjenige, dem eine Schuld nachgewiesen werde.

Wie eine Geisterdebatte komme ihm die deutsche Diskussion um die Grüne Gentechnik vor, betonte Sonnleitner. Für die Landwirtschaft stehe fest, ‚wenn die Bürger keine gentechnisch veränderten Lebensmittel wollen, dann bauen die Bauern auch keine an‘. Insgesamt solle der Gentechnik aber keine generelle und vorschnelle Absage erteilt werden, zumal diese Technik gerade beim Anbau von Rohstoffen wie Öle, Fette und Stärke Chancen verspreche.

Zurzeit besteht für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ein Moratorium. Mit der Formulierung eines Gesetzentwurfs sind derzeit das Bundeslandwirtschaftsministerium, das Bundesforschungsministerium und das Bundeswirtschaftsministerium befasst. Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte sich im Sommer 2000 für einen dreijährigen Forschungsanbau stark gemacht, rückte allerdings Anfang 2001 auf dem Höhepunkt der BSE-Krise wieder von seinem Vorschlag ab.

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Niedersachsen: Wieder mehr Agrarstudenten

Themen: Archiv — info @ 10:12

Großer Zulauf in Göttingen und Osnabrück – Gute berufliche Perspektiven

Hannover (agrar.de) – Gute Berufsaussichten haben das Studium der Landwirtschaft wieder interessanter gemacht. Sowohl an der Universität Göttingen als auch an der Fachhochschule Osnabrück haben sich zum derzeit laufenden Wintersemester nach Ermittlungen des Landvolks Niedersachsen mehr Studenten neu eingeschrieben als in den vergangenen Jahren. An der Fachhochschule Osnabrück ist das Interesse sogar so groß, dass dort bereits im vergangenen Jahr eine Zulassungsbeschränkung verhängt werden musste.

Gegenüber dem Wintersemester 2002/03 ist die Zahl der Erstsemester deshalb mit 101 stabil geblieben. Insgesamt sind in Osnabrück 1.741 Studenten in den ‚grünen‘ Bereichen eingeschrieben, davon 1.100 im Kerngebiet Landwirtschaft. Die übrigen Studierenden verteilen sich auf die Bereiche Bodenkunde, Gartenbau, Ökotrophologie, Landschaftsbau sowie Landschaftsentwicklung. Die Universität Göttingen hat 165 Erstsemester neu aufgenommen, im vorangegangenen Wintersemester waren es 151 und im Wintersemester 2001/02 sogar nur 145. Dort sind zurzeit insgesamt 1.041 Agrarstudenten eingeschrieben. Auch in anderen Studiengängen hat der Zulauf aufgrund der jetzt zur Universität drängenden geburtenstarken Jahrgänge zugenommen. Gleichwohl haben die Agrarwissenschaften besonders von der Umstellung auf die international anerkannten Bachelor- und Masterstudiengänge an Stelle des bisherigen Diploms profitiert. Aber auch die gute Nachfrage nach den Absolventen des Landwirtschaftsstudiums hat diesen Studiengang wieder attraktiver gemacht.

Neben den ‚klassischen‘ Berufsfeldern in der Agrarwirtschaft, der Pflanzenschutzindustrie und als Berater wird zunehmend auch der vor- und nachgelagerte Bereich, vor allem in der Ernährungsindustrie, als neues Aufgabenfeld erschlossen. Weitere Chancen dürfte nach Einschätzung von Fachleuten die Osterweiterung der EU bieten. Die Universität Göttingen hat bereits mitunter Probleme, in Konkurrenz zu lukrativen Angeboten aus der Wirtschaft freie Doktorandenstellen zu besetzen.

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Buchführungsverband: Weiterhin starke Eigenkapitalverluste in der Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 10:12

Kiel (agrar.de) – Viele landwirtschaftliche Betriebe im Norden Deutschlands leben von ihrer Substanz auf-grund unbefriedigender Gewinne in den vergangenen Wirtschaftsjahren. Zu diesem Ergebnis kommt der Landwirtschaftliche Buchführungsverband, Kiel, in seiner jüngsten Kurzauswertung der Wirtschaftsergebnisse des Wirtschaftsjahres 2002/2003 auf der Grundlage der Jahresabschlussdaten von rund 4.200 Betrieben aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Für fast alle Betriebszweige und Regionen sind Eigenkapitalverluste in zum Teil beträchtlicher Höhe zu verzeichnen. Kritisch stellt sich die Liquiditätssituation vieler Betriebe dar; sie hat sich im Jahresverlauf weiter verschlechtert und ist zunehmend existenzbedrohend. Besonders stark betroffen sind zahlreiche Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern.

Getreidebauern und Schweineproduzenten sind die Verlierer

Getreidebaubetriebe wiesen im vergangenen Wirtschaftjahr (Ernte 2002) erhebliche witterungsbedingte Mindererträge aus, was durch Preisrückgänge noch verstärkt wurde. Folge: ein drastischer Gewinneinbruch und sich verstärkende Eigenkapitalverluste. Milchviehbetriebe konnten die stetig sinkenden Milchpreise durch Preissteigerungen bei Rindfleisch teilweise auffangen und ihre Einkommenssituation in etwa stabilisieren. Betriebe mit Schweineproduktion mussten deutlich rückläufige Preise beim Verkauf von Mastschweinen und Ferkeln hinnehmen, was zu dramatischen Gewinneinbrüchen und starken Eigenkapitalverlusten geführt hat.

Prognosen für 2003/2004 eher pessimistisch

Für das laufende Wirtschaftsjahr 2003/2004 prognostiziert der Landwirtschaftliche Buchführungsverband für viele Betriebstypen und Regionen rückläufige Gewinne und hohe Eigenkapitalverluste. In der Milchviehhaltung wird bei weiteren Milchpreissenkungen, gleichzeitig sinkenden Rindfleischpreisen und steigenden Futterkosten mit deutlichen Gewinnsschmälerungen gerechnet. Regional sehr unterschiedliche Ernteergebnisse werden entsprechend auf den Wirtschaftserfolg der Getreidebaubetriebe durchschlagen. Bei anhaltendem Druck auf die Erzeugerpreise und gleichzeitig steigenden Futterkosten bleibt die wirtschaftliche Situation in der Schweinehaltung sehr angespannt.

Weitere Informationen und alle Gruppen-Auswertungen bietet der Landwirtschaftliche Buchführungsverband auf seiner Homepage.

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CDU/CSU: Anwendung grüner Gentechnik zulassen

Themen: Archiv — info @ 10:12

Biotechnologiestandort Deutschland steht am Scheideweg

Berlin (agrar.de) – Zur Anhörung ‚Weiterentwicklung einer Biotechnologiestrategie für den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Deutschland‘ des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung erklären die forschungspolitische Sprecherin, Katherina Reiche, und der Beauftragte für Bio- und Gentechnologie der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Helmut Heiderich:

‚Massiv und in breiter Übereinstimmung kritisierten die eingeladenen Experten die Biotechnologiepolitik der rot-grünen Bundesregierung. Die Rahmenbedingungen für den Standort Deutschland stimmen nicht. Der Stellenwert dieser Zukunftstechnologie wird von Rot-Grün verkannt:

– Eine nationale Biotechnologiestrategie in Deutschland fehlt immer noch.

– Grüne Gentechnik wird nicht als Chance, sondern als Risiko angesehen.

– Eine ideologische Blockadepolitik verhindert die Anwendung im der grünen Gentechnik im eigenen Land.

– Folgen sind Braindrain von Spitzenwissenschaftlern und Abwanderung von Hochtechnologieunternehmen ins Ausland.

Selbst von der SPD-Bundestagsfraktion benannte Experten, wie Prof. Kleemann und Prof. Willmitzer warnten, dass für den Bereich der grünen Gentechnologie die Zukunftsfähigkeit des Technologiestandortes Deutschland ‚bereits abgeschrieben‘ werden kann.

Der Biotechnologiestandort Deutschland steht am Scheideweg. Die Bundesregierung ist aufgefordert, mit folgenden Sofortmaßnahmen für einen neuen Aufbruch in der Biotechnologie zu sorgen, um das in Deutschland vorhandene Innovationspotenzial zu retten:

– Der BioRegio-Wettbewerb, den bereits Bundesforschungsminister Rüttgers initiierte, muss erneuert werden und endlich ein Modell-Ausbauprogramm für Gentechnik aufgelegt werden.

– Die Forschungsmittel für Biotechnologie sind durch Umschichtungen von Haushaltsmitteln kontinuierlich zu erhöhen und dabei vor allem die Projektförderung auszubauen.

– Eine Fokussierung der Grundlagenforschung auf Zukunftsfelder vorzunehmen, wie zum Beispiel die Funktionsanalyse der entschlüsselten Genome, die Proteomforschung, die Post-Genomforschung, die Systembiologie, Wirkstoffdesign und die regenerative Medizin.

– Das Gentechnikrecht in Deutschland ist zügig zu novellieren, dabei sind Zulassungs- und Genehmigungsverfahren zu straffen sowie das materielle Gentechnikrecht zu vereinfachen.

– Die Einwerbung von privatem Kapital für die Biotechnologieforschung und -anwendung ist zu erleichtern und zu verstärken.‘

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Deutsche Schafhalter stocken Bestände ab

Themen: MKS,Schafe,Statistik — info @ 09:12

Seit Anfang der neunziger Jahre werden immer weniger Schafe gehalten

Hannover (agrar.de) – Viele Feinschmecker schwören auf Lammrücken in Kräuterkruste oder Lammkoteletts vom Grill. Auch in der Landschaftspflege leisten Schafe viele wertvolle Dienste, gleichwohl sind die Schafbestände seit Anfang der neunziger Jahre in Deutschland rückläufig, berichtet der niedersächsische Landvolk-Pressedienst. So wurden 1991 noch 3,25 Millionen Tiere zwischen Nordsee und Alpen gehalten. 1995 zählten die Statistiker mit 2,99 Millionen Schafen bereits 8,7 Prozent weniger. Auch in den Folgejahren stockten die Schafhalter ihre Bestände weiter ab: Bis zum Jahr 2000 sank die Zahl der Schafe um weitere 9,12 Prozent auf 2,74 Millionen Tiere. Zur Viehzählung im Mai des Jahres wurden nur noch 2,64 Millionen Tiere gezählt. Damit haben die Schäfer ihre Herden gegenüber dem Vorjahr um 2,9 Prozent verkleinert, gegenüber dem Jahr 2000 halten sie 3,65 Prozent weniger Schafe und gegenüber 1991 werden sogar fast ein Viertel weniger Schafe gehalten.

Einen ebenfalls rasanten Strukturwandel beobachteten die Statistiker bei den Schafhaltern. Während es 1995 noch rund 71.000 Schäfer gab, waren es in 2002 mit 30.900 nur noch weniger als die Hälfte (43,5 Prozent). Experten führen diese Entwicklung vor allem auf die lange preisliche ‚Durststrecke‘ in den neunziger Jahren zurück. Allerdings wird die Schafhaltung bei den meisten Haltern als Hobby betrieben, nur wenige sind in Bestandsgrößen vorgedrungen, von denen sie leben können. 1991 hielten beispielsweise 33,3 Prozent aller Halter bis zu neun Schafe, 41,7 Prozent hatten eine Herde mit zehn bis 49 Tieren und nur 25 Prozent hielten mehr als 50 Schafe. Als Domäne der Schafhaltung gilt nach wie vor Bayern vor Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein. Niedersachsen nimmt mit 234.200 Schafen einen Platz im Mittelfeld ein.

Mit Sorge blicken die Schafhalter zurzeit auf die Marktsituation. Die Erlöse erreichen bei weitem nicht mehr das Niveau des Ausnahmejahres 2001, als der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien die Notierungen in die Höhe trieb. Sie stabilisierten sich bis ins Jahr 2003 auf hohem Niveau, sind nun aber wieder stark gesunken. In den Küchen der Verbraucher führt Lammfleisch zudem nur ein ‚Nischendasein‘, seit Jahren verzehrt jeder Bundesbürger nur rund 800 Gramm Lammfleisch, während sich der gesamte Fleischverzehr auf rund 60 Kilogramm je Kopf und Jahr summiert. Zudem befürchten die Schafhalter, dass sich der Konkurrenzdruck durch Importware weiter erhöht, denn rund 50 Prozent der Nachfrage müssen importiert werden. Gerade in jüngster Zeit haben neben den exportorientierten Briten auch die Spanier und Iren Deutschland als interessanten Markt entdeckt.

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Sachsen: Waldzustand hat sich stabilisiert

Themen: Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 09:12

Laubbäume stärker geschädigt als Nadelbäume – Borkenkäfer bedroht den Wald

Dresden (agrar.de) – Der Zustand des sächsischen Waldes ist stabil geblieben. Der Anteil deutlich geschädigter Bäume sank um drei Prozentpunkte auf 15 Prozent. Das ist einer der niedrigsten Werte seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1991. Der Anteil schwach geschädigter Bäume stieg hingegen von 41 auf 48 Prozent. 37 Prozent der Bäume und damit vier Prozentpunkte weniger als im Vorjahr wiesen keinerlei Schäden auf. ‚Die aktuellen Ergebnisse liegen im Schwankungsbereich der Vorjahre, wobei einzelne Baumarten unterschiedliche Trends aufweisen‘, sagte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath bei der Vorstellung des Waldzustandsberichtes 2003. Insgesamt habe sich der Waldzustand in den letzten 13 Jahren verbessert. Sorgen bereiten dem Minister der Zustand der Laubbäume und das verstärkte Auftreten von Forstschädlingen wie dem Borkenkäfer und der Nonne. ‚Unsere Sanierungs- und Bekämpfungsmaßnahmen müssen daher fortgeführt werden‘, sagte Flath.

Bei der Fichte, der häufigsten Baumart in Sachsen, ging der Anteil deutlich geschädigter Bäume von 16 auf 14 Prozent zurück. ‚Die Fichte profitiert von der deutlich zurückgegangenen Schwefeldioxidbelastung‘, so Flath. Auch der Zustand der zweithäufigsten Baumart, der Kiefer, hat sich verbessert. Lediglich jede zehnte Kiefer (Vorjahr 14 Prozent) ist stark geschädigt. Immer kritischer wird dagegen die Situation bei den Laubbäumen. Bei der Eiche erhöhten sich die deutlichen Schäden gegenüber dem Vorjahr um elf Prozentpunkte auf 42 Prozent. Unter den Buchen gilt mittlerweile jeder dritte Baum als stark geschädigt. ‚Die diesjährige Trockenheit ist neben den Stickstoffeinträgen die wesentliche Ursache für den schlechten Zustand der Laubbäume‘, so Flath.

Die Schadstoffbelastung der Waldökosysteme hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Während noch Anfang der 80er Jahre auf den Kammlagen des Erzgebirges Schwefeleinträge von über 100 Kilogramm pro Hektar gemessen wurden, sank der Wert auf heute 15 bis 20 Kilogramm pro Hektar. Mittlerweile überschreiten die Stickstoffeinträge auf sämtlichen Messflächen erheblich die Schwefeleinträge. Sie liegen heute zwischen 25 bis 45 Kilogramm Stickstoff pro Hektar. Quellen sind die Landwirtschaft und vor allem der Straßenverkehr.

Gefahr droht dem sächsischen Wald vom Borkenkäfer. Der warm-trockene Sommer löste in den Fichtenbeständen eine Massenvermehrung von Käfern aus. ‚Wenn über den Winter viel Wurf- und Bruchholz anfallen sollte und im Frühjahr der Regen ausbleibt, kann es zu einer Katastrophe kommen‘, warnte Flath. Waldbesitzer müssten in Alarmbereitschaft gehen und das Schadholz schnellstens aufarbeiten. Was der Borkenkäfer im Fichtenwald der Berglagen ist die Nonne im Kiefernwald des Flachlandes. Die Raupen dieser Schmetterlingsart verursachten erhebliche Fraßschäden in diesem Jahr, so dass auf rund 2 100 Hektar Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden mussten. ‚Unsere Kontrollen haben ergeben, dass im kommenden Jahr erneut bekämpft werden muss‘, sagte Flath.

Sachsen verfügt über 516.572 Hektar Wald, das sind 28 Prozent der Landesfläche. 193.331 Hektar Wald und damit 37 Prozent der Gesamtwaldfläche gehören dem Freistaat. Weitere 37 Prozent befinden sich in Privatbesitz. Der Rest ist Körperschafts-, Bundes-, Treuhand- oder Kirchwald. In Sachsen gibt es über 80.000 private Waldbesitzer.

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Verbraucherpreise im November 2003: + 1,3 Prozent zum Vorjahr

Themen: Archiv — info @ 09:12

Wiesbaden (agrar.de) – Nach endgültigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ist der Verbraucherpreisindex für Deutschland im November 2003 gegenüber November 2002 um 1,3 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Oktober 2003 ging der Index um 0,2 Prozent zurück. Im September 2003 hatte die Jahresveränderungsrate 1,1 Prozent betragen, im Oktober 2003 lag sie bei 1,2 Prozent.

Bereits seit Juni 2003 beeinflussen die Preise für Mineralölerzeugnisse die Teuerungsrate kaum: Ohne Heizöl und Kraftstoffe wäre der Gesamtindex im November 2003 ebenfalls um 1,3 Prozent gestiegen, obwohl sich sowohl die Preise für leichtes Heizöl (+ 4,4 Prozent) als auch die Kraftstoffpreise (+ 3,1 Prozent, darunter Diesel: + 3,8 Prozent) im Vorjahresvergleich überdurchschnittlich erhöhten. Im Monatsvergleich dagegen kostete leichtes Heizöl 1,7 Prozent weniger und die Kraftstoffpreise gingen gegenüber Oktober 2003 leicht (- 0,9 Prozent) zurück. Der Gesamtindex wäre ohne Einrechnung der Mineralölerzeugnisse um 0,1 Prozent gesunken.

Die Preise für Nahrungsmittel stiegen im November 2003 gegenüber November 2002 um 1,8 Prozent. Wesentlich für die Teuerung waren Preiserhöhungen bei Gemüse (+ 10,0 Prozent), Obst (+ 3,2 Prozent) und Süßwaren (3,4 Prozent). Rückläufig dagegen waren die Preise für Kaffee, Tee und Kakao (- 1,6 Prozent) sowie Fleisch und Fleischwaren (- 0,6 Prozent). Im Vergleich zum Oktober 2003 ist ein leichter Rückgang der Nahrungsmittelpreise (- 0,2 Prozent) zu beobachten, der im wesentlichen auf sinkende Preise bei Obst (- 1,8 Prozent) und Gemüse (- 0,8 Prozent) zurück zuführen ist. Überdurchschnittlich stiegen die Preise für Kopfsalat (+ 50,6 Prozent) und Eisbergsalat (+ 63,8 Prozent); Kiwis, Paprika und Tomaten waren dagegen erheblich billiger (- 10,5 Prozent, – 10,3 Prozent, – 20,9 Prozent).

Mehr als im Vorjahr mussten die Verbraucher für Haushaltsenergie (Strom + 5,2 Prozent, Gas + 7,3 Prozent) und nach wie vor für Tabakwaren (+ 8,5 Prozent) ausgeben.

Der für europäische Zwecke berechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex für Deutschland hat sich im November 2003 gegenüber November 2002 um 1,3 Prozent erhöht. Im Vergleich zum Vormonat sank der Index um 0,2 Prozent.

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10. Dezember 2003

Drastische Einbußen für bayerische Bauern

Themen: Archiv — info @ 16:12

Sonnleitner: Trendwende zwingend erforderlich

München (agrar.de) – Die Unternehmensergebnisse im Durch­schnitt der bayerischen Bauernfamilien für das am 30. Juni 2003 zu Ende gegangene Wirtschaftsjahr 2002/2003 sind erneut deutlich rückläufig. Darauf weist der Bayerische Bauernverband (BBV) hin.

Gegenüber den Unternehmensergebnissen des Wirtschaftsjahres 2001/2002 weise der heute neu vorgestellte Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes für Bayern ein Minus von rund 16 Prozent aus, gegenüber 2000/01 sei es gar ein Fünftel weniger an Einkommensgrundlage für bayerische Bauernfamilien. Im Durchschnitt stünden bayerischen Haupterwerbsbetrieben somit 23.200 Euro als Unternehmensergebnis zur Verfügung, mit denen sie Nettoinvestitionen für Erhalt und Fortentwicklung ihres Bauernhofes als Existenzgrundlage sowie die kom­plette Versorgung und Absicherung ihrer Familie leisten müs­sten. Der Einkom­mensabstand je Arbeitskraft zum gewerblichen Ver­gleichslohn gemäß Landwirt­schaftsgesetz wachse damit in Bayern auf rund 50 Prozent. Letztlich stehe den Haupterwerbsbetrieben in Bayern so monatlich nur 1.125 Euro je Arbeitskraft gewissermaßen als Bruttolohn zur Verfügung.

Hauptursache seien die in diesem Zeit­raum zum Teil sehr schwierigen Marktverhältnisse mit massivem Preisdruck bei Milch, Getreide und Fleisch sowie die niederschlagsreiche Witterung im Jahr 2002. Zum Leidwesen der bäuerli­chen Unternehmerfamilien sei dann zur Ernte 2003 das krasse Gegen­teil erfolgt, nämlich vielfach extreme Trockenheit und Hitze. Die damit verbundenen Er­tragsausfälle im Grün- und Ackerland würden sich erst im Ergebnis des laufen­den Wirtschaftsjahres niederschlagen. ‚Vor diesem Hintergrund ist eine Trend­wende bei der wirtschaftlichen Situation der bäuerlichen Familienunternehmen zwingend erforderlich‘, sagt der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, Gerd Sonnleit­ner.

Ergänzt durch die permanente Ver­unsicherung anstelle verlässlicher Bundespolitik habe die Investitionstä­tigkeit in der Landwirtschaft mit einem Rückgang von 64 Prozent nahezu den Null­punkt erreicht. In normalen Wirtschaftsjahren hätten die bäuerlichen Unternehmer in Bayern rund 2,5 Milliarden Euro investiert, was zu Arbeitsplätzen – z.B. in der heimi­schen Bau­wirtschaft – und Wirtschaftskraft im ländlichen Raum beitrage. ‚Die Bundesregierung ist gemeinsam mit den Ländern aufgrund des Landwirtschaftsgesetzes aufgefordert, aktiv zu einem Gegensteuern bei der prekären Ein­kommenssituation der bayerischen und deutschen Landwirtschaft beizutragen‘, betont Präsident Sonnleitner.

In den letzten fünf Jahren seien der deutschen Landwirtschaft bereits erhebliche steuerliche und finanzielle Sonderlasten aufgebürdet worden, die sich insgesamt auf rund 2 Milliarden Euro summierten. Daneben würden in Deutschland landwirtschaftliche Betriebe vor allem aufgrund der nationalen Alleingänge bei der Umsetzung von EU-Recht deutliche Kosten­nachteile im Wettbewerb zu anderen EU-Staaten haben. ‚Wenn Frau Künast EU-Richtlinien nicht eins zu eins umsetzt, gefährdet sie Arbeitsplätze, Wettbewerb und Wirtschaftskraft‘, warnt Sonnleitner. In Bayern seien über 700.000 Arbeitsplätze direkt und indirekt mit der Landwirtschaft verbunden. Agrar- und Ernährungswirtschaft seien umsatzbezogen die drittstärktse Branche Bayerns.

Daneben müssten die schmerzlichen Luxemburger Beschlüsse vom Juni 2003 umgesetzt werden. In der Diskussion zur nationalen Umsetzung der neuen Agrar­reform stünden bei vielen Bundesländern aber bedauerlicherweise nicht die Aus­wirkungen auf die bäuerlichen Unternehmerfamilien im Mittelpunkt, sondern eine Umverteilungsdiskussion zwi­schen den Bundesländern.

Nicht nur, dass die Bun­desregierung mit dem Haus­haltsbegleitgesetz zusätzliche Sonderopfer von rund 700 Millionen Euro pro Jahr der Landwirtschaft überstülpen wolle, plane nun auch noch die Bayerische Staats­regierung mit 15 Prozent weit überdurchschnittliche Kürzungen für die Landwirtschaft im Agrarhaushalt.

‚All diese aufgezeigten Aspekte wirken in der Summe auf unsere landwirtschaft­lichen Betriebe wie in keinem anderen Gesellschafts- oder Wirtschaftsbereich in der Regel als Sonderbelastungen ein. Und das bei der sehr schwierigen Einkom­menssituation‘, betont Sonnleitner.

Deshalb fordert der Bayerische Bauernver­band nach dem Motto ‚Stopp! So nicht.‘ insbesondere:

Vermittlungsausschuss zum Haushaltsbegleitgesetz – keine Steuererhöhung beim Agrardiesel – keine Beitragssteigerungen bei der landwirtschaftlichen Krankenversiche­rung – Erhalt der EU-konformen Steuervereinfachungsregeln bei der Umsatzsteuer­pauschalierung

Sparpläne Bayerns – keine weit überdurchschnittliche Kürzung mit 15 Prozent – Gleichbehandlung aller Ressorts und Flexibilität

Umsetzung der Agrarreform – Stärkung der wirtschaftenden Betriebe und Schadensbegrenzung – Berücksichtigung der Vorgehensweise der anderen EU-Staaten aus Wettbe­werbsgründen (z.B. Österreich, Frankreich).

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