Energie aus Biogas droht herber Rückschlag
Freising (agrar.de) – ‘Die Kabinettsvorlage zum Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) setzt die Zukunft der deutschen Biogasbranche aufs Spiel’ kommentiert Josef Pellmeyer, Präsident des Fachverband Biogas den vorgelegten Regierungsentwurf zur Novelle des EEG. Der Entwurf sieht deutliche Verschlechterungen zum derzeit geltenden Erneuerbare Energiengesetz vor.
’280.000 Arbeitsplätze könnten in der Biogasbranche gesichert und neu geschaffen werden. Außerdem kann Biogas im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Energien rund um die Uhr Grundlaststrom erzeugen. Warum wir trotzdem von der Bundesregierung deutlich schlechter als z.B. die Photovoltaikbranche behandelt werden sollen, ist uns ein Rätsel’ ergänzt Pellmeyer. Aufgrund dieser aktuellen Entwicklungen werden den Unternehmen der Biogasbranche nach Angaben des Verbandes Banken mittlerweile Kredite verwehrt. Der bisher weltweit führenden deutschen Biogasbranche drohe bei Umsetzung der Kabinettsvorlage ein herber Rückschlag.
Biogas wird aus Gülle, Festmist, Abfällen der Lebensmittelindustrie und nachwachsenden Rohstoffen wie z.B. Gras und Mais gewonnen. Seine Produktion und Umsetzung zu Strom und Wärme ist CO2-neutral und trägt somit nicht zum Treibhauseffekt bei. Das nach der Energieproduktion entstehende organische Material ersetzt energie-intensiven und umweltschädigenden Mineraldünger in der Landwirtschaft.
In dem heute von der Bundesregierung vorgestellten Entwurf zur Novellierung des EEG sind entgegen der am 5.11.03 von Bundesumweltminister Jürgen Trittin gemachten Ankündigungen eindeutige Verschlechterungen für die Biogasnutzung vorgesehen. So soll die Laufzeit der Vergütung von 20 auf 15 Jahre verkürzt werden. Demgegenüber erhalten Solar- und Windkraft weiterhin eine auf 20 Jahre garantierte Vergütung. Die Vergütung von Neuanlagen soll in jedem Jahr um zwei statt wie bisher um ein Prozent gesenkt werden. ‘Wie die Biogasbranche die Preise für ihre Anlagen in den nächsten 10 Jahren um ca. 35 Prozent senken soll, müsste uns die Bundesregierung einmal erklären. Andere Industrieanlagen werden allein schon inflationsbedingt jährlich um ca. zwei Prozent teurer. Durch hocheffiziente Prozesssteuerung, Ausweitung der Serienproduktion von Biogasanlagen und optimierte Anbauverfahren für nachwachsende Rohstoffe wird Energie aus Biogas im Gegensatz zu Energie aus Öl, Gas und Kohle billiger werden. Doch die Politik sollte das realistisch machbare im Auge behalten.’
Zudem deckt der in der aktuellen Kabinettsvorlage als ‘Bonus’ bezeichnete Zuschlag von 2,5 Cent für die Nutzung von Energiepflanzen in Biogasanlagen nicht einmal die Produktionskosten der Energiepflanzen – ganz abgesehen von der Logistik und Verarbeitungstechnik dafür. Pellmeyer: ‘Mehrere Gutachten haben die notwendige Vergütung eindeutig belegt. Landwirte müssen Energiepflanzen zumindest kostendeckend anbauen. Hierfür ist ein Ausgleich in Höhe eines Zuschlages von sechs Cent zwingend notwendig.’








