16. Dezember 2003

Künast für besseren Schutz der Fischbestände

Themen: Archiv — info @ 11:12

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der bevorstehenden Beratungen über die in der EU geltenden Fangmengen für das Jahr 2004 tritt Bundesverbraucherministerin Renate Künast erneut dafür ein, sich strikt an die wissenschaftlichen Empfehlungen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) zu halten und für einen besseren Schutz der Fischbestände zu sorgen. ‚Angesichts der zum Teil desolaten Bestandssituation insbesondere bei Kabeljau und Scholle in der Nordsee sowie beim Seehecht in den westlichen Gewässern ist es dringend erforderlich, ein Fangmoratorium zu verhängen‘, so Künast. Leider seien andere diesen wissenschaftlichen Forderungen nicht gefolgt.

Künast fordert deshalb, dass die EU zumindest Maßnahmen mit ähnlichen Schoneffekten erlässt. Als solche kämen primär in Betracht:

– ein Verbot der direkten Kabeljaufischerei; Kabeljau sollte nur noch als unumgänglich notwendiger Beifang in der gemischten Fischerei auf Schellfisch, Wittling, Scholle und Seezunge zugelassen werden;

– die großflächige Sperrung von Laichgebieten des Kabeljau in der Nordsee während der Laichzeit (etwa Februar bis April);

– die vorübergehende Sperrung von Fanggebieten mit einer hohen Konzentration an Jungkabeljau;

– eine Begrenzung der Fangtätigkeit in der gemischten Fischerei aus Kabeljau, Schellfisch, Wittling, Scholle und Seezunge durch ein effizientes und einfach zu handhabendes Seetagesystems.

Sie hoffe, so die Ministerin, mit diesen Vorschlägen auf eine positive Resonanz bei ihren Kolleginnen und Kollegen in der EU sowie bei der Kommission zu treffen. ‚Ich setze mich für eine nachhaltige Fischerei ein, damit es langfristig sowohl den Fischen als auch den Fischern gut geht. Wäre man den Vorschlägen von Wissenschaftlern vor Jahren gefolgt, könnte die Bestandssituation längst auf dem Wege der Besserung sein und die Fischer könnten wieder mit guten Erträgen rechnen.‘

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