24. November 2003

AbL verbindet Entkopplung mit Forderung nach fairen Preisen

Themen: Archiv — info @ 16:11

Mitgliederversammlung verabschiedet Altenkirchener Erklärung

Altenkirchen (agrar.de) – Die Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), die an den letzten drei Tagen in Altenkirchen/Westerwald tagte, erwartet von der verarbeitenden Agrarwirtschaft, insbesondere den Molkereien und Schlachtstätten, dass diese endlich wieder faire Erzeugerpreise zahlen.

Dabei sieht die AbL in der anstehenden Entkopplung der Direktzahlungen für die landwirtschaftlichen Betriebe eine große Chance, dass die Direktzahlungen in Zukunft in der Landwirtschaft bleiben und nicht von der nachgelagerten Wirtschaft bei deren Preiskalkulation schon gleich abgezogen werden.

Diese Chance müsse aber von den Bäuerinnen und Bauern selbst durchgesetzt werden, denn das Interesse der Verarbeitungsbetriebe und des Lebensmittelhandels stehe dem entgegen. Deshalb fordert die AbL-Versammlung in ihrer ‚Altenkirchener Erklärung‚ die Berufskolleginnen und -kollegen auf, sich ‚wieder selbst und solidarisch zu organisieren, statt sich vor den Karren anderer Interessen spannen zu lassen‘.

Auch an die Agrarministerinnen und -minister von Bund und Ländern, die sich am kommenden Donnerstag mit der Umsetzung der EU-Agrarreform in Deutschland beschäftgien, richtet sich die AbL in ihrer Erklärung. Es werde Zeit, die Ungerechtigkeiten der Prämienzuweisung abzubauen. Insbesondere die Benachteiligung von Betrieben auf Grünlandstandorten (Wiesen, Weiden) gegenüber Ackerbaustandorten müsse konsequent abgebaut werden. Bund und Länder ruft die AbL auf, die Möglichkeiten, die die Reform der EU-Agrarpolitik biete, zu nutzen.

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SLB fordert Gleichbehandlung sächsischer Landwirte bei der Beantragung der Dürrehilfe

Themen: Archiv — info @ 16:11

Dresden (agrar.de) – Im Nachgang der Anhörung vor dem Agrarausschuß des Sächsischen Landtages hat sich der Sächsische Landesbauernverband (SLB mit einem Schreiben an das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft und den Agrarausschuss gewandt. Hierin fordert er eine sofortige Gleichbehandlung der sächsischen Landwirte mit den Berufskollegen in den anderen betroffenen Bundesländern in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt, ein vollständiges Ausschöpfen der zur Verfügung stehenden Hilfsmittel aus der Bund-Länder-Vereinbarung Dürrehilfe sowie eine Veränderung der Bemessungsgrenzen zugunsten von Veredlungs- und Gemischtbetrieben.

Aufgrund bürokratischer Hürden hätten gegenwärtig nur 75 Landwirtschaftsbetriebe mit einem Volumen von 4,5 Millionen Euro einen solchen Antrag auf finanzielle Hilfe gestellt (Brandenburg: 1.052 Anträge mit 33,9 Mio. Euro Antragsvolumen; Sachsen-Anhalt: 700 Anträge mit 17 Mio. Euro Antragsvolumen; Mecklenburg-Vorpommern: 600 Anträge mit 16 Mio. Euro Antragsvolumen).

Der SLB fordert eine Verlängerung des Antragszeitraumes sowie eine Überprüfung der Fördervoraussetzung zum Beibringen der Kreditverweigerungsauskunft der Hausbank. Der Einsatz von Treib- und Schmierstoffen sowie die zusätzliche Lohnarbeit sollten bei der Berechnung des Anspruchs unbedingt Eingang in die Antragsunterlagen finden. Notverkäufe von Zucht- und Nutzvieh zur Liquiditätssicherung dürften nicht dazu führen, dass die Bewilligungsgrenze nicht erreicht wird. Die Referenzjahre 2000 und 2002 seien für die Berechnung der Referenzerträge ungeeignet, da keine realen Durchschnittserträge erreicht wurden.

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Tierschutzbund bezeichnet Gutachten pro Käfighaltung als „dubios und unwissenschaftlich“

Themen: Archiv — info @ 15:11

Mahnung an die Bundesländer – Kampf für die Freiheit der Hühner und Schweine geht in die entscheidende Phase

Bonn (agrar.de) – In dieser Woche wird der Bundesrat darüber entscheiden, ob das eigentlich für Ende 2006 vorgesehene Verbot der Käfighaltung von Legehennen wieder aufgehoben wird. Dies ist der Wunsch mehrerer Bundesländer. Zudem wird die Länderkammer über eine neue Schweinehaltungsverordnung entscheiden. Einzelne Bundesländer wollen die aus Tier- und Verbraucherschutzsicht dringend notwendigen Verbesserungen blockieren. Der Deutsche Tierschutzbund warnt die Bundesländer erneut, durch eine Ablehnung der Verbesserungen und der Wiedereinführung der Käfighaltung von Legehennen der ‚Tierqual in Deutschland einen roten Teppich auszurollen‘.

Nach dem Willen einzelner Bundesländer soll sich der am Freitag tagende Bundesrat für die Wiedereinführung der tierschutzwidrigen Käfighaltung für Legehennen aussprechen. Diese ist bisher ab Ende 2006 verboten. Die jeweiligen Landesregierungen wollen unter anderem die Kleingruppenhaltung zulassen, die nichts anderes als ein beschönigender Begriff für so genannte ausgestaltete Käfige ist. Auf mehreren Etagen werden in der Haltungsform pro Käfig ca. 40 bis 60 Hennen untergebracht. Alle Hennen müssen sich ein Nest, eine Sandbademöglichkeit und Sitzstangen teilen. Der ausgestaltete Käfig biete also kaum mehr Platz als ein herkömmlicher Käfig.

‚Die Befürworter der Qualhaltung Käfig berufen sich immer wieder auf ein Gutachten der Tierärztlichen Hochschule Hannover, das nachweisen will, dass Legehennen im Käfig besser aufgehoben seien als in alternativen Haltungssystemen wie der Freilandhaltung. Dort sollen angeblich bestimmte Erkrankungen und Kannibalismus häufiger auftreten. Dieses Gutachten würde einer unabhängigen Überprüfung nicht standhalten. Das ist bewusste Irreführung der Öffentlichkeit. Käfig bleibt Käfig‘, kommentiert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, den offenbar verzweifelten Versuch der Käfigbefürworter in Ländern, die Öffentlichkeit zu täuschen.

Der Deutsche Tierschutzbund hat diese Studie jetzt genauer geprüft. Das Ergebnis: Die Studie sei nicht geeignet, eine allgemeingültige Bewertung des Gesundheitszustandes der verschiedenen Haltungssysteme zu liefern, stellt der Deutsche Tierschutzbund heute in Bonn klar. Die Studie sei unter wesentlicher Mitwirkung der Geflügelwirtschaft zustande gekommen. So wurde die Niedersächsische Geflügelwirtschaft mit der Treuhandstelle betraut und die fachliche Beratung wurde durch den Bundesverband Deutsches Ei geleistet, die sich aus Kostengründen nicht von den Käfigen lösen wollen. Zweifel an der Neutralität und Unabhängigkeit einer Studie, die von dieser Seite ‚unterstützt‘ wird, sind mehr als angebracht. Alternative Haltungssysteme kommen in der Studie vor allem aus folgenden Gründen schlecht weg: In die Studie sind aller Wahrscheinlichkeit nach überzüchtete braune Rassen eingegangen, die für Verhaltensstörungen und Gesundheitsstörungen anfälliger sind. Die eingesetzten Legehennen sind offenbar im Käfig aufgezogen worden. Dort entsteht in Folge von ödem Lebensraum und Langeweile fehlgeleitetes Pickverhalten auf die Artgenossen. Federpicken und Kannibalismus bleiben dann auch unter artgerechten Haltungsbedingungen bestehen.

Die Organe der Eierindustrie behaupten fälschlicherweise, die Studie belege, dass die ausgestalteten Käfige eine tiergerechte Haltungsform darstellten. Dies ist jedoch nicht der Fall, denn in der Studie wird keine Aussage zu ausgestalteten Käfigen gemacht. ‚Mir ist ohnehin keine ernst zu nehmende Untersuchung bekannt, die Tierschutz-Argumente für diese neue Käfigform liefern kann‘, erklärt Apel.

Auch in der Frage der zukünftigen Regelung zur Schweinehaltung in Deutschland wollen sich einzelne Landesregierungen am kommenden Freitag gegen Verbesserungen für den Tier- und Verbraucherschutz sperren. So sollen die Schweine auch weiterhin in Dunkelställen und auf einer Fläche von 0,75 m2, das entspricht etwa der Größe eines Kinderbettes, gehalten werden können. Bundesministerin Renate Künast hat dagegen einen Verordnungsentwurf vorgelegt, der zumindest einige wenige Verbesserungen für die Schweine vorsieht. Die jeweiligen Landesregierungen haben im Vorfeld der Abstimmung angedeutet, dass sie bereit seien, der Bundesministerin bei der Frage der Schweinehaltung entgegen zu kommen, wenn die Bundesregierung dafür die Käfighaltung von Legehennen toleriere.

‚Die Länderkammer entscheidet am Freitag auch darüber, ob die Agrarwende in Deutschland noch eine Zukunft hat. Die Länder dürfen am Freitag der Tierqual nicht den roten Teppich ausrollen. Es darf nicht sein, dass hier wie auf einem Basar Tierschutzverbesserungen in der Schweinehaltung mit mehr Tierqual für die Hühner verrechnet werden‘, erklärt Apel und kündigt auch für diese Woche Massenproteste gegen die Landesregierungen an, die Verbesserungen im Tier- und Verbraucherschutz weiterhin blockieren wollen.

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Erneut Bio-Skandal in Österreich

Themen: Archiv — info @ 14:11

13.000 Tonnen konventionell angebautes Getreide als Bio-Ware verkauft

Wien (agrar.de) – Ein neuer Futtermittelskandal erschüttert derzeit den größten österreichischen Bio-Bauernverband, Bio-Ernte-Austria. Wie das Wirtschaftsmagazin ‚trend in der seiner aktuellen Ausgabe berichtet, kam die staatlich zertifizierte Kontrollstelle ABG (Austria Bio Garantie) einem Waldviertler Getreidehändler auf die Spur, der in den Jahren 2000 und 2001 13.000 Tonnen konventionelles Futtermittelgetreide über verschiedene Zwischenhändler als Bio-Ware verkaufte – rund zehn Prozent des gesamten österreichischen Verbrauchs in diesem Zeitraum.

Als einer der Zwischenhändler fungierte nach den ersten Ermittlungsergebnissen der bereits eingeschalteten Kriminalpolizei auch die Vertriebsfirma des Ernteverbandes, die Ökoland GesmbH – die zentrale Drehscheibe für die Vermittlung von Bioware in Österreich – muss Ernte-Verbandsobmann Johannes Tomics zugeben: ‚Wir müssen leider auch prüfen, ob der Betrugsfall nicht auch Verflechtungen in unseren eigenen Reihen hat.‘

Weil dies aber bereits der vierte und mengenmäßig größte Bio-Schwindel innerhalb kurzer Zeit im Umfeld bzw. direkt innerhalb der Ernte-Tochter Ökoland GmbH ist – nach Unregelmäßigkeiten bei Kartoffeln, Fleisch und Gerste – verlangen insbesondere die Bundesländer Kärnten und Steiermark im Bio-Bauernverband härtere Konsequenzen. Bisher allerdings erfolglos.

SPÖ-Agrarsprecher Heinz Gradwohl: ‚Wir finden es unakzeptabel, dass mit einer erschreckenden Regelmäßigkeit Verbandsvertreter Monate und Jahre nach kriminellen Vorkommnissen die Betroffenen durch Herunterspielen beruhigen wollen und dabei Biobetriebe und Konsumenten animieren, einfach zu Tagesordnung überzugehen‘.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Land %url4%Österreich%/%.

Stächele begrüßt Haltung der baden-württembergischen Bauernverbände zur Reform der EU-Agrarpolitik.

Themen: Archiv — info @ 14:11

Oberkirch (agrar.de) – Die zukunftsgerichtete Haltung der baden-württembergischen Bauernverbände, die damit auch im Deutschen Bauernverband eine Vorreiterrolle einnehmen, begrüßte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Willi Stächele, nach einem Gespräch mit den Präsidenten der beiden baden-württembergischen Bauernverbände Gerd Hockenberger (LBV) und Wendelin Ruf (BLHV). Minister Stächele erörterte mit den Präsidenten Hockenberger und Ruf am Freitag (21. November) in Oberkirch (Ortenaukreis) die Weiterentwicklung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik. ‚Der offene und faire Dialog des Ministeriums mit den Bauernverbänden hat zu einer gemeinsamen Position geführt und stärkt die Vertretung der Interessen Baden-Württembergs bei den anstehenden Verhandlungen mit der Bundesregierung und den Bundesländern zur Umsetzung der Reform der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik‘, so Landwirtschaftsminister Stächele.

Folgende gemeinsame Position wurde festgehalten:

‚Gemeinsame Position der baden-württembergischen Bauernverbände (BLHV, LBV) und Minister Willi Stächele zur Reform der Agrarpolitik

Die Weiterentwicklung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik muss aus baden-württembergischer Sicht in Deutschland nach folgenden Eckpunkten umgesetzt werden:

– Ziel ist: Eine Bundeseinheitliche Flächenprämie im Jahr 2012 (2014).

– Ab dem Jahr 2005 wird mit einem Kombinationsmodell gestartet. Dabei sollen nach Ackerland und Grünland differenzierte Flächenprämien mit sogenannten Top up ’s (Zusatzzahlungen zum Beispiel für Rinder, Schafe, Kälber sowie in Baden-Württemberg für Mais) kombiniert werden. Die Top up’s sollen einschließlich der Milchprämie bis 2012 (2014) auf die bundeseinheitliche Flächenprämie abgeschmolzen werden.

– Für Milch soll die von der EU ab 2004 gewährte Ausgleichszahlung für beschlossene Preissenkungen in der gesamten Übergangsphase zu 100 Prozent als Betriebsprämie gewährt werden, soweit eine bundeseinheitliche Flächenprämie nicht bereits ab dem Startzeitpunkt gesetzlich festgelegt wird.

– Die EU-Bestimmungen, dass Prämien nur gewährt werden können, wenn Umwelt- und sonstige Bestimmungen des landwirtschaftlichen Fachrechtes eingehalten werden (cross compliance), dürfen Leistungszahlungen der Agrarumweltprogramme wie beispielsweise MEKA und sonstiger Förderprogramme nicht in Frage stellen.‘

Links zum Thema Agrarpolitik, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

Reise ins Innere von Zuckerrüben-Samen

Themen: Archiv — info @ 14:11

Strube-Dieckmann eröffnet die 3. Dimension in der Saatgutanalyse

Nienstädt (agrar.de) – Als weltweit erstes Pflanzenzuchtunternehmen hat Strube-Dieckmann in Zusammenarbeit mit dem Entwicklungszentrum für Röntgentechnik der Fraunhofer Gesellschaft und mit finanzieller Förderung des niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Technologie und Verkehr ein hochauflösendes dreidimensionales Röntgensystem für die Serienuntersuchung von Saatgut entwickelt. Mit dieser Mikro-Fokus-Computertomographie ist den Forschungspartnern ein Quantensprung in der Saatgutanalytik gelungen.

Die dreidimensionale Röntgentechnik ermöglicht erstmals den Blick in das Innere von Samen und Früchten ohne Strukturzerstörungen, die räumliche Zuordnung von Gewebeteilen und deren exakte Vermessung in allen drei Dimensionen mit einer maximalen Auflösung von derzeit 10µm (10/1000 mm). Sie eröffnet damit im wahrsten Sinne des Wortes die dritte Dimension in der Saatgutanalytik. Anders als in der zweidimensionalen Röntgentechnik, bei der die Tiefeninformation verloren geht, erlaubt die Volumenrekonstruktion eine komplette dreidimensionale Erfassung des Saatguts. Eine derartige Technik ermöglicht damit auch den Blick in das Innere von Samen und Früchten, die sich bisher aufgrund ihrer im Vergleich zum Inneren stärker strahlenabsorbierenden Frucht- und Samenschalen einer Beurteilung über zweidimensionale Röntgentechniken entzogen haben. Die extrem kurzen Rechenzeiten für die Rekonstruktion der Volumina aus zweidimensionaler Projektion und ein hochspezifisches Programm für die automatische Bildauswertung erlauben die Röntgenanalyse, Visualisierung und automatische Vermessung von 100 Samen gleichzeitig in wenigen Minuten. Die zerstörungsfreie Analysemethode und die für das Keimverhalten unschädliche Strahlendosis ermöglichen damit erstmals auch, Beziehungen herzustellen zwischen den morphologischen Eigenschaften im Inneren des Saatgutes und dem biologischen Verhalten bei der Keimung und Jungpflanzenentwicklung der identischen Samen.

Genutzt wird diese Technik bei Strube-Dieckmann in der Züchtung und Saatgutforschung für die Selektion auf genetisch gute Saatgutqualitätseigenschaften von Zuckerrüben und in der Saatgutaufbereitung für die Optimierung der Saatgutqualität, um den Landwirten Zuckerrübensaatgut mit höchstem Feldaufgangs- und Stressverhalten zur Verfügung zu stellen. Das ist die Voraussetzung für hohe und gleichmäßige Bestandesdichten und höchste Erträge der blauen Pillen.

Links zum Thema Saatgut und Züchter.

Neu: DLG-Gütezeichen für Düngekalk

Themen: Archiv — info @ 14:11

Die ersten Unternehmen wurden auf der Agritechnica 2003 in Hannover ausgezeich-net

Frankfurt (agrar.de) – Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) hat ihr Gütezeichenangebot auf Düngekalk erweitert. Damit bietet die DLG nun auch ein erstes Gütezeichen aus dem Bereich Betriebsmittel für die Pflanzenproduktion an. Auf der Agritechnica 2003 in Hannover wurden die ersten Urkunden an erfolgreich teilnehmende Düngekalkhersteller verliehen. Die DLG hat sich anfangs zunächst für die Einführung und später für die gute fachliche Praxis der Mineraldüngung und damit auch der Kalkung eingesetzt. Mit dem DLG-Gütezeichen für Düngekalk setzt sie diese Tradition fort und trägt dazu bei, dass dem Landwirt qualitativ hochwertige Kalkdünger zur Verfügung gestellt werden, zum Nutzen der Landwirtschaft und zum Nutzen der gesamten Ernährungswirtschaft.

Mit dem DLG-Gütezeichen können nur Düngekalke aus natürlichen Lagerstätten (Kohlensaure Kalke, Branntkalke und Mischkalke) ausgezeichnet werden, die überdurchschnittliche Qualitäten nachgewiesen haben und ein höchstes Maß an Produktsicherheit gewährleisten. Die Anforderungen an gütegesicherte Düngekalke werden von anerkannten Experten nach wissenschaftlichen und praktischen Kriterien erarbeitet. Die fixierten Standards liegen deutlich über den gesetzlichen Mindestanforderungen, und neben den Gehalten an Calcium und Magnesium finden vor allem die Faktoren, welche die Wirksamkeit der Düngekalke beeinflussen, eine besondere Berücksichtigung. Das ist für den Landwirt besonders wichtig, denn durch die strengen Anforderungen haben gütegesicherte Düngekalke daher Eigenschaften nachgewiesen, die ihren Gebrauchswert deutlich erhöhen. Damit leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur Effizienzsteigerung. Der Verleihung des DLG-Gütezeichens geht ein umfassendes Prüfverfahren voraus und die gütegesicherten Düngekalke unterliegen einer strengen Kontrolle durch die DLG und die Kommission Gütezeichen Düngekalk.

Zusätzlich werden die teilnehmenden Hersteller zur Durchführung einer umfassenden werksinternen Produktionsüberwachung verpflichtet. Diese besteht aus betrieblicher Qualitätslenkung, wirksamer Eigenkontrolle und umfangreicher Qualitätsdokumentation und ist, wie die Produktprüfung, in die Überwachung durch die DLG eingebunden. Somit wird ein deutliches Plus an Produktsicherheit erreicht, und der Landwirt kann sich darauf verlassen, dass er beim Einkauf von Düngekalken mit dem DLG-Gütezeichen nur qualitativ einwandfreie Ware erhält.

Die ersten Anbieter mit dem DLG-Gütezeichen für Düngekalk sind:

· Walhalla Kalk GmbH & Co. KG, 93055 Regensburg · Vereinigte Kreidewerke Dammann KG, 31180 Söhlde / 25566 Lägerdorf · Rügener Kreidewerk, 18546 Saßnitz · Rheinkalk GmbH, 58710 Menden / 42489 Wülfrath · Kalkwerk Hufgard GmbH, 63768 Hösbach-Rottenberg · Bayosan Wachter GmbH & Co. KG, 87541 Bad Hindelang

Interessenten finden ausführliche Informationen, unter anderem zu den einzelnen Produkten der Hersteller, auf den Internetseiten der DLG%/%.

Links zum Thema Düngung.

BDL bezieht Position gegen weitere Sparbeschlüsse

Themen: Archiv — info @ 13:11

Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät von Schließung bedroht

Berlin (agrar.de) – Die Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät (LGF) der Humboldt-Universität zu Berlin ist eine der ersten deutschen Agrarfakultäten mit akkreditierten Bachelor- und Masterstudiengängen, die auf drängende gesellschaftliche Fragen im Umweltbereich, die Erzeugung gesunder Nahrungsmittel, den Kampf gegen den weltweiten Hunger etc. ausgerichtet ist. Das Studium ist für Studierende aus der ganzen Welt attraktiv. Im Rahmen von Sparmaßnahmen machte das Präsidium der Humboldt-Universität nun den Vorschlag, die Fakultät zu schließen.

‚Es ist schon jetzt bekannt, dass es vor allem in den Neuen Bundesländern einen akuten Fachkräftemangel in der Landwirtschaft geben wird. Wenn die LGF in Berlin geschlossen wird, hat das nicht nur gravierende Auswirkungen auf den landwirtschaftlichen Nachwuchs, sondern auch katastrophale Konsequenzen für die Entwicklung der ländlichen Räume, vor allem in den Neuen Bundesländern.‘ so Anja Mücke-Hansen, Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL).

Die Agrarfakultät ist bereit ihren Sparbeitrag zur Sanierung des Berliner Haushaltes zu leisten und hat hierzu ein konkretes Konzept entwickelt. Die Schließung käme dagegen einer unverantwortungsvollen Zerstörung von Infrastrukturen gleich. Gerade bei Sparbeschlüssen sollte Vernunft walten.

Die Fakultät steht weiterhin für die Verankerung von Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft in der Gesellschaft. National und international verfügt die LGF über vielfältige Kooperationen. Gerade im

Hinblick auf die Chancen der EU-Osterweiterung sollten vorhandene Forschungsergebnisse und Netzwerke der LGF genutzt anstatt zerstört werden.

‚Es ist völlig unverständlich wie derzeit versucht wird die Agrarforschung in Deutschland mutwillig zu zerstören. Halle, Göttingen, Weihenstephan, Rostock und Berlin stehen derzeit entweder vor der Schließung oder aber enormen Kürzungen gegenüber. Den wachsenden Anforderungen hinsichtlich Lebensmittelsicherheit, Tiergesundheit und Umweltschutz muss eine ausreichende Forschung gegenüber stehen. Die Schließung der Fakultät wäre nicht nur ein Schlag gegen die Landwirtschaft, sondern auch ein Armutszeugnis für die deutsche Wissenschaft‘, kommentiert Erik Jennewein, Vorsitzender des Bundes der Landjugend.

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Höhn: Aktive Bauern unterstützen und nicht die Sofa-Bauern

Themen: Archiv — info @ 13:11

Bauern wollen markt- und nicht prämienorientiert produzieren

Altenkirchen (agrar.de) – Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn hat sich bei der Bundesmitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) in Altenkirchen heute noch einmal mit Nachdruck dafür ausgesprochen, die Ausgleichszahlungen der EU an die Bäuerinnen und Bauern verstärkt marktorientiert einzusetzen und deshalb künftig als regional einheitliche Flächenprämie auszuzahlen.

Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn: ‚Es kann nicht sein, dass Bauern in Zukunft Geld für das bekommen, was sie früher produziert haben. Wir wollen die aktiven Bauern unterstützen und nicht die Sofa-Bauern. Ich halte es für eine krasse Wettbewerbsverzerrung, wenn ein Landwirt, der in der Vergangenheit Bullen gemästet hat, seine hohen Prämien auch dann weiter kassieren kann, wenn er in Zukunft gar nichts mehr macht. Selbst wenn ein Bauer die Bullen abschafft und stattdessen Schweine mästet, führt das zu Verwerfungen auf den Märkten, weil die Schweinemäster bisher keine Tierprämie erhalten haben und sie auch in Zukunft nicht erhalten werden. Der ehemalige Bullenmäster hätte also einen gravierenden Vorteil, der durch nichts gerechtfertigt ist. Deshalb wollen wir die EU-Gelder mittelfristig als regional einheitliche Flächenprämie verteilen, damit mehr Chancengleichheit entsteht und sich die Bäuerinnen und Bauern im fairen Wettbewerb am Markt behaupten können. Ich bin zuversichtlich, dass sich die Agrarministerinnen und -minister von Bund und Ländern bei ihrem Treffen in der nächsten Woche auf ein solches Modell verständigen können. Es wird uns nur gelingen, die notwendige Unterstützung der Landwirtschaft auch über 2012 hinaus zu sichern, wenn wir sie inhaltlich überzeugend begründen können. Wir müssen deutlich machen, was die Landwirtschaft für die Gesellschaft leistet – und zwar auf jedem Hektar unseres Landes.‘

Wenn in Nordrhein-Westfalen alle Prämien der EU einheitlich auf die landwirtschaftlich genutzten Flächen umgelegt werden, ergibt sich ein Betrag von 357 Euro je Hektar und Jahr, so die Ministerin. Die einheitliche Flächenprämie kann allerdings nicht von heute auf morgen eingeführt werden, weil damit zu große Prämienverschiebungen zwischen den Betrieben verbunden sind. Deshalb ist eine mehrjährige Übergangsphase notwendig, um abrupte Veränderungen zu vermeiden, die die Existenz vieler Betriebe gefährden würden. Nordrhein-Westfalen setzt sich daher für entsprechende Übergangsregelungen ein. Die regional einheitliche Flächenprämie soll durch einen mehrjährigen Umschichtungsprozess erreicht werden. In Betrieben mit jetzt hohen Prämien sinken dann die Zahlungen allmählich, in Betrieben mit zurzeit niedrigen Prämien steigen sie dagegen. Im Zeitablauf können sich die Betriebe dann an die neuen Bedingungen anpassen. 2012 soll die einheitliche Flächenprämie erreicht werden.

‚Ganz wichtig ist mir, dass wir in Deutschland einheitlich vorgehen, denn viele Betriebe wirtschaften länderübergreifend‘, so die Ministerin weiter. ‚Wenn Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen mit unterschiedlichen Vorgaben arbeiten, führt das zu einem undurchschaubaren Bürokratieaufwand für die Bauern und für die Verwaltungen. Nur die einheitliche Flächenprämie bringt mittelfristig eine echte Verwaltungsvereinfachung.‘

Links zum Thema EU und Landwirtschaft, Links zum Thema Agrarpolitik.

Flath: Berlin plant das Aus für zahlreiche Milchviehbetriebe in Sachsen

Themen: Archiv — info @ 12:11

Dresden (agrar.de) – Sollte die EU-Agrarreform so umgesetzt werden wie derzeit von der Bundesregierung geplant, müssen sich Sachsens Landwirte auf drastische Einkommenverluste gefasst machen. ‚Wenn die von der Bundesregierung favorisierte bundeseinheitliche Flächenprämie kommt, verliert die sächsische Landwirtschaft etwa 40 Millionen Euro‘, warnte Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath. Damit plane Bundesministerin Künast einen großen Einkommenstransfer in die alten Länder, so Flath. Aus dem Künast-Modell ergäben sich unter den Bundesländern Gewinner und Verlierer. Sachsen gehöre zu den großen Verlierern. Durch zusätzliche Einschnitte bei Milch und Roggen würden sich die Gesamtverluste bis zum Jahr 2007 auf über 100 Millionen Euro summieren. Flath sieht dadurch bis zu 30 Prozent der Arbeitsplätze in der Landwirtschaft gefährdet. Vor allem Milchviehbetriebe würden die Reformpläne nicht überstehen. Flath sprach sich für ein Prämienmodell mit größeren Spielräumen für die Bundesländer aus.

Berechnungen der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft zufolge gehören im Freistaat gerade reine Milchviehbetriebe zu den Verlierern des Künast-Modells. Besonders für Unternehmen im Mittelgebirge und Vorland stelle sich generell die Frage ihrer weiteren Existenz, urteilt die Landesanstalt.

Im Zuge der EU-Agrarreform sollen die Direktbeihilfen von der Produktion entkoppelt werden. Derzeit versuchen die Bundesregierung und die Bundesländer sich auf ein deutschlandweit einheitliches Umsetzungsmodell der EU-Agrarreform zu einigen. Nach Vorstellungen der Bundesregierung sollen Deutschlands Landwirte ungeachtet regionaler Besonderheiten ab 2012 eine bundesweit einheitliche Flächenprämie erhalten. Ein entsprechendes Gesetz soll im nächsten Jahr beschlossen werden. Am kommenden Donnerstag werden die Länderagrarminister dazu in Berlin zusammenkommen.

Links zum Thema Agrarpolitik.

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