25. November 2003

FAO-Bericht über Hunger und Unterernährung

Themen: Archiv — info @ 14:11

Weltweit hungern 842 Millionen Menschen – Zahl der Unterernährten in Entwicklungsländern steigt an – Hungerbekämpfung in einigen Ländern erfolgreich

Rom (agrar.de) – Trotz erheblicher Fortschritte in einigen Ländern ist die Zahl der Hungernden seit Mitte der 90er Jahre wieder angestiegen. Dies geht aus dem neuen ‚Bericht zu Hunger und Unterernährung 2003’hervor, den die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) heute veröffentlichte.

‚Die Bekämpfung des Hungers hat damit einen Rückschlag erlitten,‘ hiess es in dem FAO-Bericht.

In China, beispielsweise, seien zwar enorme Fortschritte erzielt worden, doch habe sich der Erfolg bei der Hungerbekämpfung dort leider verlangsamt. In anderen bevölkerungsreichen Ländern wie Indien, Pakistan, Indonesien und Nigeria nehme der Hunger wieder zu.

Während die Zahl der chronisch Hungernden und Unterernährten in den Entwicklungsländern in der ersten Hälfte der 90er Jahre noch um 37 Millionen gesunken sei, habe es zwischen 1995/97 und 1999/2001 einen Anstieg um 18 Millionen gegeben, vor allem in Afrika und im Nahen Osten.

Schätzungsweise 842 Millionen Menschen sind nach FAO-Angaben chronisch unterernährt: 798 Millionen Menschen in den Entwicklungsländern, 34 Millionen in den Transformationsstaaten Mittel- und Osteuropas und 10 Millionen Menschen in den Industriestaaten.

‚Es gibt weltweit genügend Nahrungsmittel, um alle Menschen ausreichend zu ernähren. Leider aber fehlt es aber am politischen Willen, das Hungerproblem endgültig zu lösen,‘ hiess es in dem Bericht. ‚Vor allem die grossen Länder müssen mehr tun, um die Zahl der Hungernden zu verringern. Erst dann lässt sich der jetzige negative Trend umkehren.‘

Das Ziel des Welternährungsgipfels von 1996, die Zahl der Hungernden bis zum Jahre 2015 zu halbieren, sei nur noch schwer zu erreichen.

Die FAO nannte es ermutigend, dass es trotz des negativen Trends in immerhin 19 Ländern im vergangenen Jahrzehnt gelungen sei, die Zahl der Unterernährten um 80 Millionen zu verringern.

Die Länder, die Erfolg bei der Bekämpfung des Hungers hätten, zeichneten sich durch stetiges Wirtschaftswachstum, vor allem in der Landwirtschaft, ein niedriges Bevölkerungswachstum sowie niedrige HIV/AIDS-Infektionsraten aus, so der Bericht.

Allein in China sei die Zahl der Unterernährten um 58 Millionen seit Beginn der 90er Jahre gesunken. Als Erfolgsbeispiele seien ausserdem Brasilien, Tschad, Guinea, Namibia und Sri Lanka zu nennen.

Widersprüchlich sei die Entwicklung in Indien verlaufen: In der ersten Hälfte der 90er Jahre habe es dort rund 20 Millionen Hungernde weniger gegeben, danach aber sei ein Zuwachs von 19 Millionen zu verzeichnen gewesen.

Auch in vielen Staaten des ehemaligen Ostblocks wachse die Zahl der Hungernden. Nach vorläufigen Schätzungen sei die Zahl der Hungernden in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) von 20,6 Millionen (1993/95) auf 28,8 Millionen (1999/2001) gestiegen. Der Anteil der Hungernden an der Bevölkerung sei von sieben auf 10 Prozent gewachsen. Insgesamt sei die Zahl der Hungernden in den Transformationsstaaten von 25 auf 34 Millionen gestiegen.

HIV/AIDS verschärfe in vielen Entwicklungsländern die Hungerkrise. Wo gehungert werde breite sich die Krankheit zudem schneller aus. Es sei damit zu rechnen, dass allein im südlichen Afrika bis zum Jahre 2020 ein Fünftel der in der Landwirtschaft Beschäftigten der Epidemie zum Opfer fallen werden.

Viele von HIV/AIDS betroffene Haushalte in den ländlichen Gebieten würden oft nur noch für den Eigenbedarf produzieren, sie seien nicht mehr in der Lage, in ihren Betrieb zu investieren. Programme für Ernährung und ländliche Entwicklung seien dringend erforderlich, um diese Menschen zu unterstützen.

Zur Bekämpfung von Hunger und Unterernährung schlug die FAO ein Anti-Hungerprogramm vor. Mit Nahrungsmittelnothilfe für die Ärmsten, sowie Investitionen in Landwirtschaft, natürliche Ressourcen, Infrastruktur und Ausbildung könnten die Lebensbedingungen von Millionen armer Menschen in den ländlichen Gebieten der Dritten Welt entscheidend verbessert und Hunger verringert werden.

In Brasilien versuche Präsident Lula derzeit, mit einem nationalen Anti-Hungerprogramm die Unterernährung zu bekämpfen. Brasilien ist ein wichtiger Getreide- und Fleischexporteur, rund 40 von 170 Millionen Brasilianern sind arm und leben von weniger als einem Dollar am Tag. Nahrungsmittelhilfe, Schulspeisungen, Ausbildung, Landreform und ein besserer Zugang zu Krediten sind die Kernelemente des Anti-Hungerprogramms.

Links zum Thema Landwirtschaft international, Links zum Thema Internationale Zusammenarbeit.

Landwirte aus Recke geben Gas

Themen: Archiv — info @ 13:11

Biogasgemeinschaftsanlage produziert Strom und Wärme aus Mais, Mist und Gülle

Recke (agrar.de) – In Recke im Kreis Steinfurt ging kürzlich die erste große Biogasgemeinschaftsanlage in NRW in Betrieb. Sie wird von 19 Landwirten betrieben, die sich in der ‚Ökoenergie Recke GmbH‘ zusammengeschlossen haben. Aus Mais, Mist, Schweine- und Rindergülle wird in vier Gärbehältern Biogas erzeugt. Dessen Energie wird in zwei Blockheizkraftwerken zu Strom und Wärme umgewandelt. Die nicht zu Gas vergorenen Reste werden von den Landwirten zurückgenommen und als Wirtschaftsdünger eingesetzt. Das rund 1,6 Mio. Euro teure Projekt hat landesweit Vorbildcharakter. Es wurde im Rahmen des Agenda 21-Prozesses vom Kreis Steinfurt intensiv begleitet. Auch die Fachhochschule Münster, Abteilung Steinfurt, wurde in das Projekt eingebunden. Die Biogasgemeinschaftsanlage Recke ist darüber hinaus als 42. Leitprojekt der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW ausgezeichnet worden.

Das Anlagenkonzept hat bereits Nachahmer gefunden. So ist in Hopsten, der Nachbargemeinde von Recke, eine Anlage geplant und weitere Standorte sind angedacht. Als Hilfe für interessierte Landwirte stellt die Fachhochschule Münster zusammen mit den Landwirten aus Recke zur Zeit einen ‚Leitfaden zum Bau einer Biogasanlage‘ her. Die bereits erschienenen Bände des insgesamt vierbändigen Werks können aus dem Internet heruntergeladen werden.

Links zum Thema Energie.

Erste gentechnikfreie Zone Deutschlands in Mecklenburg-Vorpommern ausgerufen

Themen: Gentechnik,Umwelt — info @ 13:11

DBV: Landwirte fordern von der Bundesregierung Klärung der Koexistenz

Berlin/Schwerin (agrar.de) – Eine fast 10.000 Hektar große gentechnikfreie Zone wollen Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern schaffen. 15 Landwirte, darunter vier Biobauern, unterschrieben gestern eine Verpflichtung, wonach sie freiwillig auf ihren zusammenhängenden Ackerbauflächen kein verändertes Saatgut einsetzen. Sie wollen mit der Unterzeichnung dieses auch als Memorandum bezeichneten Vertrages, der am 1. Dezember 2003 in Kraft tritt und zunächst für ein Jahr gilt, ein Zeichen setzen, teilte der Deutsche Bauernverband (DBV) mit.

‚Wir wollen ein Signal geben, um Berufskollegen zu mobilisieren und gleichzeitig den Druck auf die Bundesregierung zu verstärken, das längst überfällige gesetzliche Regelwerk bei Anwendung Grüner Gentechnik zu schaffen‘, erklärte der Initiator der Aktion Graf Dr. Heinrich von Bassewitz. Der DBV fordere genau das seit längerem von Bund und Ländern ein.

Wer eine funktionierende Koexistenz zwischen Betrieben, die gentechnisch verändertes Saatgut verwenden, und denen, die sie nicht einsetzen, tatsächlich will, muss zum Beispiel die Haftungsfrage sowie Abstandsregelungen bei den verschiedenen Kulturen gesetzlich festgelegen, so der DBV. Ansonsten blieben nur freiwillige Vereinbarungen als zweitbeste Lösungen zwischen den Landwirten.

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Thema Verbände.

DLG-Ferienhöfe des Jahres 2003 gekürt

Themen: Archiv — info @ 13:11

DLG: Trend-Indikator für landwirtschaftliche Tourismusangebote

Frankfurt/Aschau (agrar.de) – Zehn Betriebe hat die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) jetzt als ‚Ferienhof des Jahres 2003‘ ausgezeichnet. Die Sieger erhielten den in der Tourismus-Branche begehrten Preis aus der Hand des DLG-Präsidenten, Philip Freiherr von dem Bussche. Im Rahmen einer feierlichen Siegerehrung in Aschau am Chiemsee würdigte die DLG damit das in Vielfalt und Qualität herausragende Niveau der Gewinner. ‚Die Sieger-Höfe setzen im Bereich Landtourismus mit ihren innovativen Angeboten Akzente für die gesamte Branche. Denn sie zeigen, wie facettenreich und authentisch ihre Gäste die Erlebniswelt Land entdecken können‘, lobte DLG-Präsident Philip Freiherr von dem Bussche das touristische Engagement der zehn Preisträger bei der Überreichung der Urkunden.

Im Mittelpunkt des diesjährigen DLG-Wettbewerbs, der mittlerweile zum sechsten Mal durchgeführt wurde, stand erneut das Thema ‚Erlebniswelt Land‘. Das Angebot der Preisträger zeige, über welches Potential der deutsche Landtourismus weiterhin verfüge, so Freiherr von dem Bussche. Die ausgezeichneten Betriebe böten nicht nur Unterkünfte von hoher Qualität, sondern integrierten ihre Gäste auf vorbildliche Weise in das alltägliche Leben, die Natur und die Traditionen landwirtschaftlicher Lebensräume. Der Einfallsreichtum der Siegerhöfe sei dabei besonders hervorzuheben. ‚Die Preisträger verstehen es, ökologische Landwirtschaft, Naturschutz oder regionales Brauchtum mit allgemeinen Tourismustrends wie Wellness- oder Kreativ-Urlaub attraktiv zu verbinden‘, honorierte der DLG-Präsident den innovativen Anspruch der Sieger. Besonders hervorzuheben sei auch das abwechslungsreiche und pädagogisch wertvolle Angebot für Kinder und Jugendliche. Mit ihren Informations- und Freizeitaktivitäten für junge Gäste, vom Basteln in der Natur bis zum Erforschen der Artenvielfalt regionaler Biotope, leisteten die Preisträger so einen wichtigen Beitrag als Bindeglied zwischen Stadt und Land.

Die diesjährigen Preisträger sind:

· Presener Deichkrone, Presen/Fehmarn (Schleswig-Holstein) · Bioland Ranch Zempow, Zempow im Ruppiner Land (Brandenburg) · Gut Sommereichen, Gaußig in der Oberlausitz (Sachsen) · Ferienhof Hardthöhe, Oberwesel am Mittelrhein (Rheinland-Pfalz) · Balshof, Langdorf im Naturpark Bayerischer Wald (Bayern) · Link’n Hof, Neureichenau im Nationalpark Bayerischer Wald (Bayern) · Landhaus Waibelhof, Blaichach im Oberallgäu (Bayern) · Abrahamhof, Benediktbeuren im Tölzer Land (Bayern) · Daxlberger Hof, Siegsdorf im Chiemgau (Bayern) · Gschwinghof, St. Peter im Südlichen Schwarzwald (Baden-Württemberg)

Die DLG schreibt jedes Jahr den Wettbewerb ‚Ferienhof des Jahres‘ aus. Die zehn herausragenden Unterkünfte erhalten die Auszeichnung ‚Ferienhof des Jahres‘ bzw. ‚Landhotel oder Landpension des Jahres‘. Mit dem Preis unterstützt die DLG vorbildliche Qualitätskonzepte im deutschen Landtourismus. Die DLG-Prämierung gilt als wichtiger Trend-Indikator in der Entwicklung landwirtschaftlicher Tourismusangebote.

Die zehn prämierten Höfe sowie alle weiteren, von der DLG geprüften Ferienunterkünfte auf dem Land sind im neuen DLG-Katalog ‚Urlaub auf dem Bauernhof mit Landhäusern und Landhotels 2004‘ aufgeführt, der für 9,90 Euro zzgl. Versandkosten bei der DLG, im Buchhandel und auf einer eigenen Internetseite für Landtourismus bestellt werden kann.

Links zum Thema %url3%Landurlaub%/%.

Senkung der Stilllegungsrate: EP-Agrarausschuss stimmt zu

Themen: Archiv — info @ 12:11

Brüssel (agrar.de) – Der Agrarausschuss des Europäischen Parlamentes unterstützt eine Senkung der Stilllegungsrate von 10 auf 5 Prozent für die kommende Ernte. Auf ihrer heutigen Sitzung haben sich die Abgeordneten des Ausschusses dem Kommissionsvorschlag angeschlossen, die benötigte Stellungnahme des Parlaments soll Anfang Dezember auf der Plenumssitzung in Brüssel verabschiedet werden. Diese würde den Weg für eine Entscheidung im EU-Agrarministerrat, der vom 16. bis 19. Dezember tagt, frei machen.

Links zum Thema EU und Landwirtschaft.

Österreich: 2,8 Millionen Hektoliter Wein auf Lager

Themen: Österreich,Statistik — info @ 10:11

Rotweinbestand gestiegen

Wien (agrar.de) – Nach der mit Stichtag 31. Juli durchgeführten Weinbestandserhebung lag der österreichische Weinbestand nach Berechnungen der Statistik Austria mit 2,8 Millionen Hektoliter um 7 Prozent unter der Lagermenge des Vorjahres.

Mit einem Minus von 4 Prozent, nämlich auf 2,1 Millionen Hektoliter, reduzierte sich der Anteil an Qualitäts- und Prädikatswein relativ moderat, wohingegen beim Tafel- und Landwein ein Rückgang des hohen Lagerstandes um 17 Prozent auf 551.600 Hektoliter zu verzeichnen war.

Der Bestand an Weißweinen ging mit 1,8 Millionen Hektoliter um 14 Prozent zurück, wobei sowohl Qualitäts- und Prädikatsweißweine (1,3 Millionen Hektoliter; -13 Prozent), als auch Tafel- und Landweißweine (397.700 Hektoliter; -16 Prozent) rückläufig waren. Bei Rotwein hingegen nahm der Bestand deutlich zu und lag zum Stichtag bei 1,0 Millionen Hektoliter (+10 Prozent), was auf starke Zuwächse bei Qualitäts- und Prädikatswein (830.000 Hektoliter; +15 Prozent) zurückzuführen war.

Traubenmost erreichte mit 3.700 Hektoliter ein Plus von 39 Prozent, während bei Wein aus Drittländern (7.000 Hektoliter; -7 Prozent) sowie Sonstigen Erzeugnissen (130.300 Hektoliter; -1 Prozent) der Wert unter jenem des Vorjahresbestandes lag.

Im Bundeslandvergleich verzeichnete Niederösterreich mit 1,8 Millionen Hektoliter (-9 Prozent) einen deutlichen Rückgang des Weinlagers, während das Burgenland mit 615.500 Hektoliter seinen Weinbestand geringfügig steigern konnte, und in der Steiermark sogar ein Plus von 13 Prozent auf 178.700 Hektoliter festzustellen war.

Links zum Thema Wein, Links zum Land Österreich.

ZDS zum Tierschutz in der Schweinehaltung: Kommt endlich eine nationale Regelung?

Themen: Archiv — info @ 10:11

Bonn (agrar.de) – Die Schweinehalter mussten lange warten. Seit dem Urteil des Bundesgerichtshofes zur Legehennenhaltungs-Verordnung im Jahre 1999 gibt es auf Bundesebene kein Regelwerk für die Schweinehaltung mehr. Dabei hätten die entsprechenden EU-Richtlinien schon längst in nationales Recht umgesetzt werden müssen. Mit der Rechtsunsicherheit könnte am 28. November endlich Schluß sein, wenn sich der Bundesrat der Empfehlung seines Agrarausschusses anschließt und die Bundesregierung dem Länderwillen zustimmt.

Der Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion (ZDS) bedauert, dass auch die vorliegende Textfassung in zahlreichen Details zum Teil deutlich über die ursprünglich von der Agrarministerkonferenz geforderte 1 : 1 – Umsetzung des EU-Rechtes hinausgeht. Vor dem Hintergrund der ohnehin sehr angespannten Wettbewerbssituation für die deutsche Schweinehaltung sowie der generellen Bestrebungen zur Harmonisierung rechtlicher Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene hält der ZDS weitergehende Auflagen auf keinen Fall für vertretbar, zumal gemäß Art. 6 der EU-Richtlinie 2001/88/EG in Kürze ohnehin eine Überprüfung des europäischen Tierschutzstandards ansteht. Angesichts des erreichten Haltungsstandards werde der Tierschutz heute ohnehin mehr durch das Management als durch technische Vorgaben bestimmt.

Letztlich werde die Bundesregierung beweisen müssen, ob Sie die Landwirtschaft als Partner ihrer Konjunkturinitiativen versteht und bereit ist, Rahmenbedingungen für die Schweinehaltung zu schaffen, die sich am internationalen Wettbewerb orientieren. Bestehende Planungs- und Rechtsunsicherheit müssen endlich ein Ende haben. Die investitionswilligen Schweinehalter brauchen ein positives Signal.

Links zum Thema Tierhaltung, Links zum Thema Verbände.

Tierschutzbund zur Versuchstierstatistik 2002: Alle 14 Sekunden stirbt in deutschen Labors ein Tier

Themen: Archiv — info @ 09:11

Bonn (agrar.de) – Auch 2002 sind die Versuchstierzahlen in Deutschland wieder angestiegen, kritisiert der Deutsche Tierschutzbund. Die Statistik, die offiziell am 21. November von der Bundesregierung veröffentlicht wurde, belegt, dass 2002 rund 2,2 Millionen Tiere, 100.000 mehr als im Vorjahr, zu Forschungszwecken ‚verbraucht‘ wurden. Damit stirbt in Deutschland alle 14 Sekunden ein Tier im Versuch.

‚In den letzten beiden Jahren wurde immer wieder beteuert, die Versuchstierzahlen würden nur darum im Vergleich zu denen der 90er Jahre ansteigen, da diese jetzt nach einem neuem System erfasst werden‘, kommentiert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. ‚Nachdem sie 2002 aber zum dritten Mal in Folge angestiegen sind, ist dieses Argument endgültig als Ablenkmanöver entlarvt.‘ Fest steht, in Deutschland müssen immer mehr Versuchstiere für wirtschaftliche Profitgier und wissenschaftliche Neugier sterben. Die Tierarten, die 2002 am häufigsten verwendet wurden, sind 1.151.053 Mäuse, 519.575 Ratten, 201.604 Fische und 133.446 Kaninchen. Doch auch 1.059 Altweltaffen, 324 Neuweltaffen und 506 Halbaffen, 5.305 Hunde und 771 Katzen mussten in zumeist qualvollen Versuchen ihr Leben lassen.

Zwar ist erstmals seit den 90er Jahren 2002 im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der in der Grundlagenforschung eingesetzten Tiere von 926.000 auf 827.000 gesunken. Doch dies kann noch lange nicht als Trendwende bezeichnet werden: Häufig werden gerade in der Grundlagenforschung, also für Projekte ohne direkten Nutzen für Mensch, Tier oder Umwelt, sehr viele Tiere in einem Versuch eingesetzt. Da diese im ersten Jahr des Versuchs gezählt werden, wird der Tierverbrauch nicht kontinuierlich erfasst.

‚Mit den neuen Versuchstierzahlen stellt sich die Bundesregierung selbst ein Armutszeugnis aus: Im Koalitionsvertrag ist festgeschrieben, dass Alternativmethoden zum Tierversuch gerade im Hinblick auf das neu aufgenommene Staatsziel Tierschutz besonders gefördert werden sollen. Stattdessen wurden die Mittel für die Alternativmethoden-Forschung drastisch reduziert‘, empört sich Wolfgang Apel. ‚Der Ersatzmethoden-Förderschwerpunkt der Bundesregierung, für den früher jährlich rund 5 Millionen Euro bereitgestellt wurden, scheint allgemeinen Sparzwängen zum Opfer zu fallen. Dieses Jahr wurden nur 2,5 Millionen Euro Fördermittel bereitgestellt – ein Tropfen auf den heißen Stein. Der Haushaltsausschuss hat jetzt zwar offensichtlich auf Drängen von Bündnis 90 / Die Grünen für 2004 die Fördersumme wieder auf 2,8 Millionen Euro angehoben. Doch dies reicht noch lange nicht aus. Zudem muss die Bundesregierung aktiv konkrete Forschungsthemen benennen und im Förderschwerpunkt ausschreiben, damit die industrielle und universitäre Forschung schnellst möglich auf tierversuchsfreie Verfahren umgestellt wird.‘

Der Deutsche Tierschutzbund hat der Bundesregierung erst kürzlich ein konkretes Konzept zur Ausgestaltung des Ersatzmethoden-Förderschwerpunktes vorgelegt. ‚Anstatt nur zu protestieren, zeigen wir gangbare Lösungsmöglichkeiten auf. Jetzt erwarten wir, dass unsere Vorschläge auch Gehör finden – sonst gehen wir wieder auf die Straße‘, so Wolfgang Apel abschließend.

Links zum Thema Tierschutz, Links zum Thema Tiere.

Klamroth: Flurschäden durch Wildschweine müssen begrenzt werden

Themen: Verbände — info @ 09:11

Landvolkverband Sachsen-Anhalt fordert Landwirtschaftsministerium zum Handeln auf

Quedlinburg (agrar.de) – ‚Die Wildschweine haben in den letzten Wochen in Sachsen-Anhalt erheblichen Flurschaden, insbesondere bei Grünland, angerichtet, der von der Landwirtschaft so nicht mehr hingenommen werden kann. Teilweise übersteigen die zu entschädigenden Schadenshöhen das Leistungsvermögen der Jagdpächter. Der Grund für die Ausbreitung des Schwarzwildes liegt in günstigen natürlichen Lebensbedingungen. Der massive Populationsanstieg in Sachsen-Anhalt wird durch jagdliche Eingriffe bisher nicht abgeschöpft. Die Folgen überhöhter Schwarzwildbestände äußern sich neben den steigenden Schäden auf landwirtschaftlichen Nutzflächen auch in der zunehmenden Gefahr von Seuchenzügen der Schweinepest und zunehmenden Wildunfällen. Wir fordern daher das Landwirtschaftsministerium auf, gemeinsam mit dem landwirtschaftlichen Berufsstand, dem Landesjagdverband und dem Waldbesitzerverband eine Strategie zu entwickeln, um den Schwarzwildbestand zu reduzieren,‘ so der Präsident des Landvolkverbandes Sachsen-Anhalt, Kurt-Henning Klamroth.

Der Landvolkverband schlägt in Anlehnung an eine gemeinsame Empfehlung zur Reduzierung überhöhter Schwarzwildbestände in Bayern, folgende Leitsätze, auch für Sachsen-Anhalt vor:

– Intensive Bejagung unter Nutzung aller zulässigen Jagdarten, insbesondere Durchführung von revierübergreifenden Bewegungsjagden und Sammelansitzen.

– Forcierung des jagdlichen Übungsschießens (insbesondere auf den sog. laufenden Keiler).

– Ganzjähriger Abschuss von Überläufern und vor allem von Frischlingen bei jeder sich bietenden Gelegenheit, ohne Rücksicht auf deren körperliche Stärke.

– In der Zeit von Oktober bis Januar forcierte Bejagung von Bachen unter Erhöhung des Bachenanteils auf mindestens 10 Prozent (besser sogar 20 Prozent) der Gesamtstrecke möglichst unter Schonung der Leitbachen.

– Intensive Schwerpunktbejagung in den Feldrevieren, aber auch an der Wald-Feld-Grenze in den Sommermonaten.

– Beschränkung der Kirrung auf den geringst möglichen Umfang. Abstimmung über die räumliche und zeitliche Verteilung der Kirrung in einer Schwarzwildarbeitsgemeinschaft.

– Intensivierung des zielgerichteten Informationsaustausches zwischen Landwirten, Waldbesitzern und Jagdpächtern über Wildschäden und den Einsaatzeitpunkt gefährdeter Kulturen.

Links zum Thema Jagd und Wild, Links zum Thema Verbände.

Bayern: Betriebsvergleich per Internet

Themen: Archiv — info @ 09:11

München (agrar.de) – Die bayerischen Bauern können jetzt im Internet Buchführungsergebnisse ausgewählter landwirtschaftlicher Betriebsgruppen abrufen. Die Daten sollen einen Vergleich mit dem eigenen Betrieb ermöglichen und einen Überblick über die wirtschaftliche Situation der jeweiligen Gruppe bieten, teilte Landwirtschaftsminister Josef Miller in München mit. Nach seinen Angaben liefert das neue Angebot wichtige betriebswirtschaftliche Kennwerte unter anderem zur Gewinn- und Verlustrechnung, zu Rentabilität, Stabilität und Liquidität der Betriebe sowie produktionstechnische Daten. Die Auswahl lässt sich nach Betriebstyp, Betriebsgröße und bei ausreichender Datengrundlage auch nach Region eingrenzen. ‚Damit geben wir den Bauern im Zuge der eGovernment-Initiative der Staatsregierung ein wertvolles Instrument zur Betriebssteuerung an die Hand‘, so der Minister.

Erarbeitet hat den ‚Internet-Betriebsvergleich‘ die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft auf Basis der Jahresabschlüsse des bayerischen Testbetriebsnetzes. Er kann unter auf den Internetseiten des Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten in der Rubrik ‚Fachbeiträge aus dem Institut für Ländliche Strukturentwicklung, Betriebswirtschaft und Agrarinformatik‘ abgerufen werden.

Links zum Thema Wirtschaft, Links zum Bundesland %url4%Bayern%/%.

Seiten: << 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...23 24 25 >>



   (c)1997-2017 @grar.de