27. November 2003

Thüringen: Anlieferung von Rohmilch leicht über dem Vorjahresniveau

Themen: Archiv — info @ 09:11

Erfurt (agrar.de) – Von Januar bis September 2003 lieferten die Thüringer Milcherzeuger 687.089 Tonnen Rohmilch zur weiteren Verarbeitung zu Konsummilch, Käse, Quark, Joghurt und anderen Milchprodukten an Molkereien und Milchsammelstellen. Das waren 12.280 Tonnen bzw. 1,8 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik lieferten die Betriebe 340.228 Tonnen Rohmilch an Molkereien in Thüringen und 346.861 Tonnen nahmen den Weg über die Landesgrenze an Molkereien in acht weiteren Bundesländern.

Die größten Abnehmer waren dabei die Molkereien in Bayern, die 156.655 Tonnen oder 22,8 Prozent der in Thüringen produzierten Milch aufkauften. Nach Hessen wurden 55.939 Tonnen und nach Sachsen-Anhalt 50.965 Tonnen geliefert. Molkereien in Sachsen kauften 40.075 Tonnen Rohmilch auf. Weitere Milch von Thüringer Milchbauern nahmen Molkereien in Nordrhein-Westfalen (25.278 Tonnen), in Rheinland-Pfalz (9.666 Tonnen), in Niedersachsen (6.132 Tonnen) und in Brandenburg (2.151 Tonnen) ab.

Im Gegenzug verarbeiteten Thüringer Molkereien Milch von Erzeugern aus den Bundesländern Hessen, Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Von Milchproduzenten dieser Länder wurden 20.070 Tonnen Rohmilch aufgekauft, so dass Thüringer Molkereien von Januar bis September 2003 insgesamt 360.298 Tonnen Rohmilch verarbeiteten.

Im vergleichbaren Berichtszeitraum 2002 lieferten die Thüringer Milchproduzenten 674.809 Tonnen Rohmilch an die Verarbeitungsbetriebe. Davon nahmen heimische Verarbeitungsbetriebe 339.708 Tonnen auf und 335.101 Tonnen Rohmilch wurden an Molkereien in anderen Bundesländern geliefert.

Von Milchproduzenten anderer Bundesländer wurden 20.916 Tonnen aufgekauft. Somit verarbeiteten Thüringer Molkereien von Januar bis September 2002 insgesamt 360.624 Tonnen Rohmilch.

Links zum Thema Milchwirtschaft, Links zum Bundesland Thüringen.

26. November 2003

DBV bietet Praktikum im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“

Themen: Archiv — info @ 16:11

Amerikanische Farmen bieten vielfältige Einblicke

Berlin (agrar.de) – Auch im Jahr 2004 bietet der Deutsche Bauernverband (DBV) jungen Agrarfachkräften die Möglichkeit, als Praktikant in den Vereinigten Staaten neue Erfahrungen zu sammeln und sich fachlich und persönlich fortzubilden. Ein Praktikum im Ausland bietet wichtige Impulse für die weitere berufliche Tätigkeit und vielschichtige Einblicke in eine andere Lebensart. Nach Ansicht des DBV kommt einer solchen Zusatzqualifikation nicht zuletzt aufgrund der fortschreitenden Globalisierung und des zunehmenden Wettbewerbs im Agrarsektor eine immer größere Bedeutung zu.

Voraussetzung zur Teilnahme an den Programmen ist eine abgeschlossene Berufsausbildung im Agrarbereich oder ein abgeschlossenes Vordiplom mit mindestens 6-monatiger Praxiserfahrung. Die Teilnehmer müssen zwischen 18 und 28 Jahren sein und über Grundkenntnisse der englischen Sprache verfügen. Offenheit für eine andere Arbeits- und Lebensweise gehören ebenso zu den Voraussetzungen für einen erfolgreichen Auslandsaufenthalt.

Durch die Zusammenarbeit des DBV mit vier verschiedenen Partnerorganisationen in den USA erfolgt die Vermittlung nach fachlicher Qualifikation und individuellen Neigungen. Die Bandbreite der Gastbetriebe erstreckt sich von Gemischtbetrieben mit Milchvieh- oder Schafhaltung, Rindermast oder Schweineproduktion, über reinen Ackerbau bis hin zu Lohnunternehmen, in denen vor allem technisches ‚know-how‘ gefragt ist. Auch für Pferdewirte, Garten- und Weinbauern stehen zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung. Neben dem praktischen Einsatz auf den Betrieben besteht für die Teilnehmer die Möglichkeit, während des Praktikums an Unterrichtseinheiten in Form so genannter ’short courses‘ teilzunehmen oder im Anschluss an das Praktikum ein Trimester an der Agraruniversität in St. Paul, Minnesota, zu absolvieren. Nach Abschluss des Praktikums erhält jeder Teilnehmer einen Zuschuss aus Mitteln des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der Schorlemer Stiftung des Deutschen Bauernverbandes, Referat für Internationalen Praktikantenaustausch, Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn, Fax: 0228-8198-205 oder im Internet.

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Wenn das Gentechnik-Moratorium fällt – wie handelt die Lebensmittelwirtschaft?

Themen: Archiv — info @ 16:11

Berlin (agrar.de) – Die EU-Kommission plant die Aufhebung des Gentechnik-Moratoriums zum Ende des Jahres – trotz ungeklärter Risiken der Agrogentechnik und unbeantworteter ethischer Fragen. Für die gesamte Lebensmittelwirtschaft stellt sich die Kernfrage: Wie kann in Zukunft noch ohne Gentechnik produziert werden?

Auf der Herbsttagung des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) am 25.November in Berlin gaben Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Politik einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen sowie bereits vorliegende Erfahrungen und stellten Handlungsoptionen vor.

Die Tagungsbeiträge [ZIP-Datei, ca. 1 MB] hat der BÖLW im Internet zur Verfügung gestellt.

Links zum Thema %url23%Biotechnologie%/%, Links zum Thema Bio-Landbau.

Höhn: Wichtige Errungenschaft des Tierschutzes in Gefahr

Themen: Archiv — info @ 16:11

Gegen eine Verlängerung der Käfighaltung von Legehennen

Düsseldorf (agrar.de) – Auf seiner Sitzung am 28. November 2003 entscheidet der Bundesrat über die Zukunft der Tierhaltung in Deutschland. Auf der Tagesordnung steht die zweite Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung – die Schweinehaltungsverordnung. Nordrhein-Westfalen hat hier im vorletzten Jahr mit einem richtungsweisenden Erlass bereits Zeichen für eine artgerechte Haltung der Schweine gesetzt. Die jetzt von der Mehrheit der Länder im Agrarausschuss verabschiedeten Anträge unterschreiten dagegen in vielen Bereichen die gängigen Haltungsbedingungen der landwirtschaftlichen Praxis.

Verbraucherschutzministerin Bärbel Höhn: ‚Diese Anträge sind ein Rückschritt für den Tierschutz und die Tierhaltung. Gleichzeitig lässt die öffentliche Debatte um die Schweinehaltung und damit verbunden die Legehennenhaltung unsere Landwirtschaft in den Augen der Verbraucherinnen und Verbraucher schlecht dastehen. Ich finde das Bild, das von den Bäuerinnen und Bauern in Deutschland gezeichnet wird, nicht in Ordnung. Die Praxis zeigt, dass in der Schweinehaltung in den meisten Betrieben oft höhere Tierschutzstandards eingehalten werden, als vorgeschrieben sind.‘

Verknüpft mit den neuen Regelungen zur Schweinehaltung ist der Antrag, im Gegenzug für bessere Schweinehaltungsbedingungen die Käfighaltung bei Legehennen zu verlängern. Hier soll der für 2007 längst gemeinsam beschlossene Ausstieg aus der Käfighaltung wieder rückgängig gemacht und auf 2010 verschoben werden. Einzig die Bundesregierung, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein sprechen sich seit Wochen gegen diese Kehrtwende aus. Unterstützt werden sie dabei von Tierschützerinnen und Tierschützern in ganz Deutschland, die für die Beibehaltung des Ausstiegs aus der tierschutzwidrigen Käfighaltung demonstrieren.

Verbraucherschutzministerin Bärbel Höhn: ‚Der Ausstieg aus der Käfighaltung gilt als der Meilenstein auf dem Weg zu einer Neuorientierung der Agrarpolitik. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1999, das von Nordrhein-Westfalen erstritten wurde, hat klare Tierschutzstandards für Geflügel und Schweine festgelegt. Das Gericht hat damals herausgestellt, dass wirtschaftliche Bedürfnisse allein kein Grund sein dürfen, tierschutzrelevante Einschränkungen hinzunehmen. Offenbar haben sich aber die Lobbyisten der Batteriehaltung in den meisten Bundesländern durchgesetzt, die das Rad der Geschichte zurückdrehen wollen – und das, obwohl wir vor nicht allzu langer Zeit mit der überwältigenden Mehrheit des Bundestages und des Bundesrates den Tierschutz als Staatsziel in unser Grundgesetz aufgenommen haben. Es darf nicht sein, dass wir unser Grundgesetz, die Entscheidung des höchsten deutschen Gerichtes, die Gefühle der Menschen und die Rechte der Tiere einfach ignorieren. Nordrhein-Westfalen wird deshalb diesen Rückschritt im Tierschutz nicht mitmachen.‘

Die Ministerin befürchtet zudem, dass die Tendenz zur Industrialisierung, wie sie bereits bei der Batteriekäfighaltung zu sehen ist, auf andere Bereiche – etwa auch die Schweinehaltung – übertragen wird, wenn die Bundesländer hier nicht ein deutliches Zeichen setzen. Dabei sprechen sich die Verbraucherinnen und Verbraucher für eine artgerechte Tierhaltung aus, so dass in diesem Bereich gerade auch für kleinere Familienbetriebe gute Marktchancen bestehen. Auch auf dem Weltmarkt können sich die deutschen Landwirte mit höhern Tierschutzstandards profilieren, andere Länder wie etwa Dänemark oder die Niederlande sind hier bereits wegen ihrer höheren Standards Vorreiter.

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Gestoppter Freilandversuch mit gentechnisch veränderten Apfelsorten im Visier

Themen: Archiv — info @ 15:11

Berlin (agrar.de) – Nach dem durch die Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen), veranlassten Stopp eines Freilandversuches mit gentechnisch veränderten Apfelsorten in Pillnitz und Quedlinburg erkundigt sich die CDU/CSU-Fraktion in einer Kleinen Anfrage. Das berichtet der Pressedienst des Bundestages.

Mit dem von der Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen geplanten und auf 20 Jahre angelegten Versuch sollten neue gentechnisch erzeugte Resistenzen gegen die Pilzerreger Feuerbrand, Mehltau und Apfelschorf erforscht werden, um die bisherigen sehr aufwendigen 15 bis 20 Spritzungen im Obstbau zu reduzieren.

Nach mehrjähriger Forschung stünden jetzt für den Standort Pillnitz im Labor gezüchtete, gentechnisch veränderte Bäume zur Verfügung, mit denen eine umfangreiche, problemorientierte Sicherheitsforschung betrieben werden kann, heißt es in der Anfrage.

Vor diesem Hintergrund interessiert die Union unter anderem, welche Sicherheitsbedenken die Regierung bei der geplanten Freisetzung sieht, obwohl das für die Genehmigung zuständige Robert-Koch-Institut die Freisetzung Anfang Oktober empfohlen habe, da es in den Versuchen keine Gefährdung für Umwelt und Gesundheit erkennen konnte.

Darüber hinaus interessiert die Fraktion, auf welche Rechtsgrundlage die Bundesverbraucherschutzministerin ihre Anweisung, die Freilandversuche zu unterlassen, stützt, und ob die Regierung diesen direkten Eingriff durch eine Anordnung in ein wissenschaftlich abgesichertes Forschungsvorhaben für gerechtfertigt und mit der grundgesetzlich garantierten Freiheit von Forschung und Wissenschaft für vereinbar hält.

Außerdem soll die Regierung sagen, ob bereits an Alternativprojekten zur Feuerbrandbekämpfung geforscht wird und wieviel Haushaltsmittel gegebenenfalls für diese Projektförderung bereits zur Verfügung gestellt wurden.

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Verbände appellieren an Agrarministerkonferenz, Chancen der Agrarreform zu nutzen

Themen: Archiv — info @ 15:11

Berlin/Hamm/Rheinbach (agrar.de) – Große Erwartungen an die morgige Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern haben acht Verbände aus Landwirtschaft, Umwelt- und Tierschutz in einem gemeinsamen Brief an die Agrarministerinnen und -minister von Bund und Ländern geäußert. Die Verbände fordern die Minister auf, ‚die großen Chancen, die die Luxemburger Beschlüsse für eine sozial-, umwelt-, verbraucher- und tiergerechte Landwirtschaft bieten, aktiv zu nutzen‘.

Die Agrarminister beraten am Donnerstag in Berlin darüber, wie sie die im Sommer beschlossene Reform der EU-Agrarpolitik in Deutschland umsetzen wollen. Noch ist unklar, ob es zu einer Einigung auf Eckpunkte dazu kommen wird.

‚Die EU-Agrarreform lässt Deutschland einen großen Spielraum zur konkreten Ausgestaltung. Bund und Länder haben es in der Hand, die alten Ungerechtigkeiten bzw. Benachteiligungen in der Prämienverteilung abzubauen. Dabei werden einige Betriebe auf Direktzahlungen verzichten müssen, während andere hinzubekommen werden. Das bringt eine Reform mit sich. Wer aber meint, schlicht alte Besitzstände zur Grundlage von öffentlichen Zahlungen erheben zu können, der gefährdet die gesellschaftliche Akzeptanz der Zahlungen insgesamt. Das wäre ein Bärendienst an die Bauern und Bäuerinnen‘, mahnt Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) die Ministerinnen und Minister.

‚Die Reform auf europäischer Ebene bindet die Zahlungen erstmals an Mindeststandards im Umwelt-, Verbraucher- und Tierschutz. Wer diese Standards nicht einhält, dem werden Zahlungen abgezogen‘, erläutert Lutz Ribbe, umweltpolitischer Direktor der Stiftung Euronatur. ‚Das ist eine neue Begründung der Zahlungen, für die wir Verbände uns vehement eingesetzt haben. Dazu passt die alte Zuteilung der Zahlungen nicht mehr. Denn danach würde die gleiche gesellschaftliche Leistung, die Bauern erbringen, sehr unterschiedlich honoriert. Das ist unbegründet und nicht zu vermitteln‘, so Ribbe.

Die Verbände zeigen sich in ihrem Brief deshalb erfreut darüber, dass eine Arbeitsgruppe von Bund und Ländern ein Modell entwickelt hat, bei dem am Ende einer Übergangszeit regional einheitliche Prämienrechte stehen. Allerdings gibt es noch einige Länder, die einem solchen Modell bisher nicht zuzustimmen wollen. Besonders an diese Länder richtet sich der Appell der Verbände, sich von einem Gegenmodell zu lösen, das die alte Verteilung der Zahlungen festschreiben würde.

Der Brief ist unterzeichnet von folgenden Verbänden:

– Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft – AbL – Bioland Verband – Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland – BUND – Deutscher Tierschutzbund – Naturland Verband – Naturschutzbund Deutschland – NABU – Stiftung Europäisches Naturerbe – EURONATUR – WWF Deutschland

Links zum Thema Verbände.

Bei Strategien zum Flächenverbrauch Bodenqualität stärker beachten

Themen: Archiv — info @ 15:11

Qualität des bodenkundlichen Sachverstands muss erhalten bleiben

Berlin (agrar.de) – Täglich werden in Deutschland rund 105 Hektar Fläche für Siedlung und Verkehr verbraucht. Das hat Auswirkungen auf die Umwelt – und vor allem auf die Böden. Welche Strategien des Bodenschutzes die Flächeninanspruchnahme für Siedlung und Verkehr wirksam reduzieren können, darüber diskutierten Fachleute im November 2003 im Umweltbundesamt (UBA). Zum Fachgespräch wurden drei – von Bund und Ländern finanzierte – Forschungsprojekte vorgestellt. Die Fachleute forderten, die Bodenqualität beim Flächenverbrauch stärker zu berücksichtigen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer betonten die Notwendigkeit, besonders wertvolle, seltene und fruchtbare Böden vor Bebauung zu bewahren. Notwendige Siedlungserweiterungen sollten auf brachgefallenen, ehemals gewerblich oder industriell genutzten Flächen stattfinden. Dabei haben Planungs- und Zulassungsverfahren eine besondere Bedeutung.

Voraussetzung hierfür ist, die Belange des Bodenschutzes in allen Planungs- und Zulassungsverfahren zu berücksichtigen. Im Mittelpunkt müssen dabei der Schutz der natürlichen Bodenfunktionen (Boden als Lebensgrundlage, Teil des Naturhaushaltes, Filter und Puffer gegenüber Stoffeinträgen) sowie der Funktion des Bodens als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte nach dem Bundes-Bodenschutzgesetz stehen.

Bei Planungs- und Genehmigungsverfahren haben die Umweltverträglichkeits-prüfung sowie die naturschutz-rechtlichen Instrumente – zum Beispiel die Landschaftsplanung – eine besondere Bedeutung. Wichtig ist es, den Bodenschutz in allen Verfahren auf unterschiedlichen Planungsebenen besonders in regionaler und kommunaler Planung stärker zu beachten. Neben rechtlichen Regelungen ist das Verständnis für den Wert des Bodens bei den Entscheidungsträgern in den Ländern und Gemeinden entscheidend.

Der Vollzug des Bundesbodenschutz- und des Naturschutzgesetzes sowie des Baugesetzbuches setzt – neben ausreichenden Budgets bei Bund, Ländern und Gemeinden – vor allem bodenkundlichen Sachverstand voraus. Dieser ist teilweise auf der untersten Planungsebene wegen der geringen Finanz- und Personaldecke nicht vorhanden.

Eine qualifizierte fachliche Bewertung der Böden ist Grundlage für jede Aussage zum Boden in Planungs- und Genehmigungsverfahren. Erfahrene Bodenkundler können das gewährleisten. Ihre Ausbildung muss deshalb an Universitäten und Fachhochschulen weiter erhalten und unterstützt werden.

Links zum Thema Boden.

Bauernbund erwartet von der Agrarministerkonferenz Einigung für Kombimodell

Themen: Archiv — info @ 14:11

Belsdorf (agrar.de) – ‚Wir erwarten von der morgigen Sonder-Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern eine verantwortungsvolle Einigung zur Umsetzung der EU-Agrarreform in Deutschland. Die Möglichkeiten, die die Luxemburger Beschlüsse zulassen, sollten daher voll genutzt werden. Die Einführung einer Betriebsprämie, die sich an der durchschnittlichen Produktion der Jahre 2000 – 2002 orientiert, lehnt der Deutsche Bauernbund ab. Wir halten die Einführung einer regionalen Flächenprämie ab 2005 für sinnvoller und zukunftsweisender. Aber auch ein Kombimodell, welches schrittweise von einer Betriebsprämie in eine Flächenprämie geht, wäre akzeptabel,‘ so der Präsident des Deutschen Bauernbundes (DBB, Kurt-Henning Klamroth.

‚Wir halten die Flächenprämie für das bessere Modell, da damit der Gesellschaft eine klare Begründung für die Zahlungen an die Landwirtschaft gegeben werden kann. Bei diesem Modell bleibt die Prämie bei Kauf- oder Pachtwechsel auf der Fläche. Die Prämie wird für die ökologischen, landeskulturellen und sozioökonomischen Leistungen der Landwirtschaft bezahlt. Betriebsentwicklungen sind möglich, Bauern und Bäuerinnen kann eine langfristige Planungssicherheit gegeben werden.

Bei der Betriebsprämie wird die Begründung nicht lange halten. Die Gesellschaft wird fragen, warum die Bauern für eine Produktion der Jahre 2000 – 2002 Geld bekommen. Es wird landwirtschaftliche Flächen mit Prämie und ohne Prämie geben. Gerichtliche Streitigkeiten werden die Folge sein. Betriebsentwicklungen, gerade für Jungbauern, werden kaum noch möglich sein. Die ungerechte Flächenverteilung in den neuen Bundesländern zugunsten der LPG-Nachfolgebetriebe wird zementiert. Die Landwirtschaft wird keine Perspektive mehr haben. Wir fordern daher gerade die neuen Bundesländer auf, nicht das Betriebsprämienmodell zu unterstützen.

Enttäuscht sind wir vom Deutschen Bauernverband, der sich auf ein Betriebsprämienmodell festgelegt hat. Wegen möglicher Umverteilungswirkungen zwischen den Betrieben setzt er leichtfertig die gesellschaftliche Akzeptanz von Prämienzahlungen an die Landwirtschaft aufs Spiel. Damit hat sich der DBV als nicht zukunftsfähig erwiesen,‘ so Klamroth abschließend.

Links zum Thema Verbände.

BÖLW: Alternativen für die Lebensmittelproduktion ohne Gentechnik bestehen noch

Themen: Archiv — info @ 13:11

Berlin (agrar.de) – ‚Diese Veranstaltung hat Mut gemacht!‘ so fasste Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsit-zender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) die Jahrestagung des Ver-bandes zusammen, in dem die Anbauverbände der Öko-Landwirtschaft und der Verarbeiter und Händler mit biologischen Lebensmitteln zusammengeschlossen sind. ‚Wir haben noch viele Alternativen und Optionen, um den Einzug der Gentechnik auf unsere Felder und auf unseren Teller zu verhindern‘, begründete er diesen Eindruck.

Auf der Herbst-Tagung des BÖLW am 25.11.2003 im Berliner Umweltforum konnten über 150 Teilnehmer erfahren, welche Strategien in Deutschland, in den USA und in England, sowie in Österreich angewandt werden, um einer schleichenden Verunreinigung gentechnikfreier Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Organismen den Weg zu verstellen. Dabei wurde deutlich, dass Vertreter der ökologischen ebenso wie der konventionellen Lebensmittelwirtschaft am gleichen Strang ziehen. ‚Für den Verbraucher ist kein Nutzen gentechnisch veränderter Produkte erkennbar, wohl aber fürchten sie ein Risiko‘ erklärte der Geschäftsleiter der größten deutschen Maismühle, Franz Engelke. Um dem gerecht zu werden bemüht sich das Unternehmen erfolgreich, gentechnische Verunreinigungen zu minimieren und erschließt sich dadurch erhebliche Chancen auf Märkten, die z.B. aus den USA oder Kanada nicht mehr beliefert werden können – so z.B. in Japan und Skandinavien. Gundula Azeez, Expertin der englischen Ökolandwirtschafts-Organisation, berichtete von einem dramatischen Stimmungswandel in ihrem Heimatland: Die anfängliche Euphorie über die Chancen der Gentechnik ist nach Veröffentlichung von Studien über deren Auswirkung einer breiten Ablehnung in der Bevölkerung gewichen. Praktisch alle englischen Lebensmittelketten weigern sich nun, gentechnisch veränderte Produkte einzusetzen.

Auch die Politik war auf der Tagung gefragt, denn ‚in diesen Tagen werden die Würfel geschüttelt“ Damit bezeichnete Löwenstein, dass einerseits in anstehenden Entscheidungen zur EU-Saatgutrichtlinie und zum deutschen Gentechnikgesetz derzeit die Weichen gestellt werden müssen, andererseits von der Politik keine klaren Signale zu hören sind. ‚Wenn Koexistenz zwischen Produktion mit und ohne Gentechnik nicht zur Anti-Kontaminations-Strategie wird, wird sie zur K.O.-Existenz, dem Aus für Biobauern und konventionelle Landwirte‘ so beschreibt der Vorstandssprecher des BÖLW und Bioland-Bundesvorstand Thomas Dosch die Gefahr, wenn jetzt falsche Entscheidungen getroffen werden. Der Staatssekretär im Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Matthias Berninger konnte diese Unsicherheit nicht zerstreuen. Auch die Vertreter der Europäischen Parlamentes, Evelyn Gebhardt und Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf konnten nur darauf verweisen, daß die Kommission sich darum gedrückt hat, die Anwendnung der Gentechnik zu regeln. ‚Dies ist ein Armutszeugnis für die Kommission‘, so Gebhardt.

In dieser Situation ist eine Einführung der Gentechnik auf Deutschlands Äcker nicht zu verantworten. ‚Solange die Fragen der Koexistenz und der Haftung für Schäden durch Vermischung gentechnikfreier Lebensmittel mit mit GVO nicht geklärt sind, darf das Anbaumoratorium nicht fallen“, so der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner auf der Tagung. ‚Ohnehin sehen Bauern keine Vorteile in dieser Technologie. Auch ich würde auf meinem Hof derzeit gentechnisch veränderte Pflanzen deshalb nicht anbauen‘ erklärte er in der Podiumsdiskussion.

Wolfgang Gutberlet, Vorstandsmitglied des BÖLW und Inhaber einer Supermarkt-Kette und von Verarbeitungsunternehmen, wurde noch deutlicher: ‚Die Politik lässt uns im Stich. Sie verspricht uns Koexistenz, obwohl es die in der Natur gar nicht geben kann, statt klar zu sagen, dass es um Freisetzung geht! Daher werden wir für unsere Eigenmarken eben-so wie für die von unseren Betrieben hergestellten Produkte keine Gentechnik einsetzen.‘

Die im BÖLW zusammengeschlossenen Verbände werden ihre Aktivitäten weiter verstärken, um den Diskussionsprozess voranzubringen. Sie wollen Vorschläge für Handlungs- und Unterlassungspflichten derjenigen machen, die mit Gentechnik umgehen, Solche Pflichten müssten verbindlich geregelt, ihre Einhaltung kontrolliert und ihre Missachtung bestraft werden, damit ein maximaler Schutz der Produktion ohne Gentechnik sicher gestellt ist. Sie wollen Initiativen von Landwirten, die sich freiwillig zu ‚gentechnikfreien Zonen‘ zusammenschließen unterstützen und sehen eine zentrale Aufgabe darin, Verbraucher und Landwirte darüber aufzuklären, dass und warum heute die Option auf dem Spiel steht, auch in Zukunft natürliche Lebensmittel, deren genetische Grundlagen nicht technisch manipuliert wurden, erzeugen und essen zu können.

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Thema Bio-Landbau.

FDP: Agrarwende führt zu Agrarende

Themen: Archiv — info @ 13:11

Berlin (agrar.de) – Zur Beratung des Agrarhaushaltes erklärt der agrar- und ernährungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Die so genannte Agrarwende á la Künast ist das Agrarende in Deutschland. Nach knapp drei Jahren Agrarwende ist folgendes Fazit zu ziehen: Ein dramatischer Verlust an Arbeitsplätzen in der Land- und Forstwirtschaft, im Gartenbau und Ernährungsbereich geht mit Rückschritten im Tier- und Verbraucherschutz einher und einem Verzicht auf Zukunftstechnologien.

1. Drastischer Abbau an Arbeitsplätzen im Agrar- und Ernährungsbereich. Die Politik á la Künast hat zu einem drastischen Abbau von Arbeitsplätzen geführt. Ursache für diese beängstigende Entwicklung sind insbesondere nationale Alleingänge. Sie führen zum Verlust von Wettbewerbsfähigkeit und zur Verlagerung der Produktion ins Ausland. Erschreckende Beispiele dafür sind die nationale Modulation, Verschärfungen im Umwelt-, Natur- und Baurecht.

2. Rückschritte beim Tier- und Verbraucherschutz Trotz der von der FDP-Bundestagsfraktion initiierten Verankerung des Tierschutzes als Staatsziel im Grundgesetz erfolgen im Tier- und Verbraucherschutz bedenkliche Rückschritte. So hat die Novelle des Tierarzneimittelgesetzes zu einer deutlichen Verschlechterung des Tier- und Verbraucherschutzes in der Praxis geführt. Durch die immer noch ausstehende nationale Umsetzung der EU-Richtlinie zur Schweinehaltung ist für die Schweinehalter in Deutschland ein unerträglicher Zustand der Rechtsunsicherheit entstanden. Der immense Anstieg von Tierversuchen in Deutschland ist durch eine noch so aufwendige und kostspielige Öffentlichkeitsarbeit nicht zu übertünchen.

3. Zukunftstechnologien werden behindert Die möglichen Potenziale moderner Technologien zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Agrar- und Ernährungswirtschaft werden nicht genutzt und zum Teil massiv behindert. Ein Beispiel ist die Verhinderung der grünen Gentechnik und die stillschweigende Duldung der Zerstörung von Versuchsfeldern durch die federführend zuständige Ministerin.‘

Links zum Thema Agrarpolitik.

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