27. November 2003

BBV: Sparpaket der Bayerischen Staatsregierung für aktive Land- und Forstwirtschaft unhaltbar

Themen: Archiv — info @ 11:11

München (agrar.de) – Als einen ‚Schlag ins Gesicht für unsere Bauernfamilien‘ bezeichnete der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Gerd Sonnleitner, die vom Kabinett beschlossenen Haushaltskürzungen von 15 Prozent für 2004. Es sei ungerecht und unerträglich, die Land- und Forstwirtschaft weit überdurchschnittlich zu belasten.

Die Bäuerinnen und Bauern seien sich ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung durchaus bewusst. ‚Wir stellen uns in schwierigen Zeiten den Herausforderungen und sind bereit, konstruktiv mitzugestalten‘, verdeutlichte Sonnleitner die Reformbereitschaft seines Berufsstandes.

Die Sonderopfer, die nun die Land- und Forstwirtschaft für den bayerischen Staatshaushalt erbringen sollen, seien für die aktiv wirtschaftenden Betriebe unhaltbar. Sonnleitner erinnerte daran, dass die bäuerlichen Betriebe bereits ungerecht bei der Konsolidierung der Staatsfinanzen des Bundes belastet wurden. ‚Wir alle reden von den falschen und unternehmerfeindlichen Maßnahmen des Bundes, die jetzige Kabinettsentscheidung muss ich genauso beurteilen‘, sagte Sonnleitner.

Landwirtschaft fordert ermutigende Signale

Am falschen Ende spart Bayern, wenn bei Fördermaßnahmen für wirtschaftende Betriebe der Rotstift angesetzt wird. Beispiel Ausgleichszulage: eine Kürzung um einen Euro durch die Staatsregierung hätte zur Folge, dass die betroffenen Betriebe fünf Euro verlieren würden. Denn damit würde Bayern auf Kofinanzierungsmittel von EU und Bund in Höhe von vier Euro verzichten.

Sonnleitner forderte mehr Flexibilität, um die Sparmaßnahmen nicht unmittelbar einkommenswirksam und investitionsfeindlich zu gestalten. Wichtigen Institutionen für die Land- und Forstwirtschaft mit hohem Personalaufwand dürften nicht schon im kommenden Jahr die volle Kürzung abverlangt werden. Ganz besonders gelte dies für die mehr als 50-prozentige Kürzung der Mittel für den Tiergesundheitsdienst, dessen Ende damit verbunden wäre.

Für die Land- und Forstwirtschaft muss das Gleiche gelten wie für andere Wirtschaftsbranchen auch: ‚Wir brauchen positive und ermutigende Signale aus der Politik und keine erneuten Belastungen‘, appellierte Sonnleitner.

Ein solches Signal wäre, das Ausweisen von neuen Schutzgebieten für einige Zeit auszusetzen. Die BBV-Präsidentenkonferenz sprach sich für ein solches Moratorium aus, bis sich die allgemeine Finanzlage gebessert hat. Denn wer Schutzgebiete ausweist, sei auch zahlungspflichtig.

Links zum Bundesland Bayern, Links zum Thema Verbände.

Goldmann: Entscheidung zur Legehennen- und Schweinehaltung ist Lackmustest für Länder

Themen: Archiv — info @ 11:11

Berlin (agrar.de) – Zur morgigen Beratung der Legehennen- und Schweinehaltungsverordnung im Bundesrat erklärt der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Die anstehenden Entscheidungen zur Legehennen- und Schweinehaltung werden zum Lackmustest für die Länder. Die Agrarminister und ihre Ministerpräsidenten müssen beweisen, dass sie ihren Worten Taten folgen lassen werden. Ein erneutes ‚Umfallen‘ wie vor zwei Jahren bei der Legehennenhaltung würde weiteres Vertrauen der Landwirte in die Politik unweigerlich zerstören. Deshalb geht an einer 1:1-Umsetzung der Schweinehaltungsverordnung und einer Korrektur der Legehennenverordnung kein Weg vorbei.

Eine ganzheitliche Bewertung der Vor- und Nachteile der bisherigen Haltungssysteme für Legehennen zeigt, dass die Kleingruppenhaltung unbestreitbare Vorteile für den Tier- und Verbraucherschutz bringt. Wer mehr Tier- und Verbraucherschutz möchte, muss die praktische Erprobung dieser Haltungsform ermöglichen. Für die FDP-Bundestagsfraktion fordere ich die Bundesregierung und die Länder auf, keine Symbolpolitik auf dem Rücken der Legehennen- und Schweinehalter zu betreiben. Notwendig ist eine fachliche und vorurteilsfreie Bewertung der Kleingruppenhaltung und die Vermeidung weiterer Wettbewerbsnachteile. Eine ideologische Verengung auf die Freiland- und Bodenhaltung übersieht die damit verbundenen Nachteile für den Tier- und Verbraucherschutz. Hier sind insbesondere das Schnabelkürzen auf Grund eines vermehrten Kannibalismus und ein erhöhter Medikamenteneinsatz zu nennen. Im Gegensatz dazu bietet die Kleingruppenhaltung unter Berücksichtigung aller ökonomischen, ökologischen und sozialen Kriterien unbestreitbare Vorteile.‘

Links zum Thema Tierhaltung, Links zum Thema Agrarpolitik.

Agrarreform: Durchbruch für das Regionalmodell

Themen: Archiv — info @ 11:11

Berlin (agrar.de) – Die große Mehrheit der Bundesländer- mit Ausnahme von Bayern und Hessen – hat sich heute auf der Agrarministerkonferenz in Berlin für das Regionalmodell bei den europäischen Agrarprämien ausgesprochen. Damit wird durch eine vollständige Entkopplung mehr wirtschaftliche Freiheit und durch eine schrittweise Umverteilung mehr Gerechtigkeit zwischen Landwirten ab 2005 eingeführt.

‚Für dieses Modell mit einer angemessenen Übergangszeit bis spätestens 2012 haben wir uns von Anfang an eingesetzt. Unsere Ziele sind Planungssicherheit für die Landwirte, eine stärkere Orientierung der Prämienzahlung an Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutz sowie eine gerechtere Verteilung unter den Betrieben. Da sind wir seit heute näher dran‘, so die zufriedene Bilanz von Schleswig-Holsteins Umwelt- und Landwirtschaftsminister Klaus Müller.

Das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft wird im Januar einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen. Dabei wird Schleswig-Holstein auf eine möglichst hohe Flächenprämie – auch für das Grünland – bereits ab 2005 hinwirken. Weiteren Diskussionsbedarf sehen die Agrarministerinnen und -minister im Bereich der Milch. Erhebliche Kontroversen wird es noch bei dem Ausmaß der Umverteilung zwischen den Bundesländern geben. Schleswig-Holstein hat aufgrund historischer Referenzwerte das höchste Prämienniveau aller Bundesländer.

Links zum Thema EU und Landwirtschaft, Links zum Thema Agrarpolitik.

WLV: Kleingruppenhaltung in artgerecht ausgestalteten Käfigen ist Fortschritt für den Tierschutz

Themen: Archiv — info @ 11:11

Negativer Beschluss wäre auch Entscheidung gegen Verbraucher

Münster (agrar.de) – Sollte der Bundesrat in seiner morgigen Sitzung die vom Agrarausschuss vorgeschlagenen Anpassungen der Legehennenhaltungsverordnung beschließen, wäre das ein Schritt zur Verbesserung des Tierschutzes. Eine Entscheidung dagegen wäre auch eine Entscheidung gegen den Verbraucher, betont der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV).

Im Kern sollen die Erprobungsmöglichkeiten für die Kleingruppenhaltung in artgerecht ausgestalteten Käfigen erweitert werden. Ziel muss die Zulassung dieser Haltungsform auch in Deutschland sein, so der WLV. In dieser Haltungsform könnten die Legehennen ihre angeborenen Verhaltensweisen ausüben, da Sitzstangen, Legenest und Scharrbereich vorhanden seien. Gleichzeitig werde dem Gesundheitsschutz der Tiere und der Ei-Qualität aus hygienischer Sicht Rechnung getragen. Für den WLV sei es unverständlich, dass die Vorteile dieses Haltungssystems, die durch ein Pilotverfahren des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft bestätigt würden, sowohl von Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast als auch von NRW-Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn ignoriert würden.

Ein Gutachten der Tierärztlichen Hochschule Hannover habe darüber hinaus bestätigt, dass die Boden- und Freilandhaltung gerade in den Punkten Gesundheitsschutz der Tiere und Ei-Hygiene durchaus kritisch zu betrachten sind. Deshalb sei absolut unverständlich, dass die Kleingruppenhaltung in den artgerecht ausgestalteten Käfigen als Alternative zur Boden- und Freilandhaltung sowie zu den nicht mehr zeitgerechten und daher abzulehnenden alten Käfigen in Deutschland verboten sind, so der WLV.

Der Antrag zur Verlängerung der Übergangsfrist für die alten Käfige um drei Jahre bis zum 31. Dezember 2009 sei vom Agrarausschuss des Bundesrates vorgeschlagen worden, um die Erprobungsmöglichkeiten der verschiedenen Haltungssysteme zum Abschluss bringen zu können. Die derzeit festgelegte Übergangsfrist, 31. Dezember 2006, würde einen erheblichen Ausfall in der Eierproduktion in Deutschland nach sich ziehen. Als Folge dieser eng gesetzten Frist wäre zwangsläufig die überwiegende Aufgabe der Legehennenhaltung in landwirtschaftlichen Betrieben sowie die Auswanderung der übrigen Legehennenhaltung in benachbarte Länder zu erwarten.

Absolut unverständlich sei deshalb die Reaktion von Ministerin Höhn, die den Vorschlag des Agrarausschusses des Bundesrat ablehnt. Anscheinend habe sie den Wettbewerbsgedanken, der im Koalitionspapier ‚Düsseldorfer Signal‘ zwischen SPD und Bündnis90/Die Grünen aufgeführt ist, bereits wieder vergessen. Dort verankert sei die Maßgabe, EU- und Bundesrecht in der Regel eins zu eins umzusetzen und selbsterzeugte Wettbewerbsverzerrungen gegenüber anderen Regionen auszuschließen. Märkte, Wettbewerbsfähigkeit, Marktanteils- und Arbeitsplatzverluste – dies alles scheint laut WLV nach wie vor nicht zu interessieren.

Nach Ansicht des WLV wäre die beste Lösung die sofortige Zulassung der Kleingruppenhaltung in tierschutzgerecht ausgestalteten Käfigen als Alternative zur Boden- und Freilandhaltung, wodurch die Halter von Legehennen Planungssicherheit erhielten und Investitionen in die Eierproduktion getätigt werden könnten. Die Verbraucher hätten dadurch den Vorteil, dass sie in benötigter Anzahl Eier aus artgerechter deutscher Produktion kaufen könnten.

Links zum Thema Tierhaltung und Tierschutz, Links zum Thema %url5%Verbände%/%.

SPD: Kein Zurück zur Käfighaltung von Legehennen

Themen: Archiv — info @ 10:11

Berlin (agrar.de) – Zu den Haltungsbedingungen von Schweinen und Legehennen erklären der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Michael Müller, und der Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Wilhelm Priesmeier:

‚Der Bundesrat wird morgen über Änderungen der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung und damit über die Haltungsbedingungen für Schweine entscheiden. Wir erwarten, dass wesentliche Verbesserungen erreicht werden, die sowohl den Interessen des Tierschutzes als auch denen der Landwirtschaft gerecht werden.

Von einigen Ländern wird der Versuch unternommen, diese Entscheidung damit zu verbinden, das Verbot der Haltung von Legehennen in Käfigen aufzuweichen. Ein Zurück zur Käfighaltung kann es aber ebenso wenig geben wie das Leugnen der Probleme, die Hennenhalter mit Blick auf die gegenwärtigen Probleme haben.

Wir brauchen den Schritt in tierschutzgerechte Haltungssysteme, anstatt das Rad zurückzudrehen zu überholten Systemen. Wir fordern in diesem Zusammenhang, dass Prüf- und Zulassungsverfahren für Haltungssysteme entwickelt werden.

Wir haben mit der Union lange um die Aufnahme des Staatsziels Tierschutz im Grundgesetz ringen müssen. Jetzt spielen sich ihre Vertreter in der Öffentlichkeit als große Tierschützer auf, wollen aber klammheimlich die Legehennen zurück in die Käfigbatterien schicken. Doch das ist mit uns nicht zu machen!‘

Links zum Thema Tierhaltung, Links zum Thema %url4%Agrarpolitik%/%.

DBV: Tier- und Verbraucherschutz oberste Maxime bei Legehennenhaltung

Themen: Archiv — info @ 10:11

Bauernverband und Geflügelwirtschaft fordern vorbehaltlose Prüfung der Alternativen

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) stehen zur Abschaffung der herkömmlichen Käfighaltung. Umso dringlicher ist es, dass der Bundesrat am morgigen Freitag die Weichen für eine dynamische Weiterentwicklung der Legehennenhaltung im Sinne des Tier-, Verbraucher- und Umweltschutzes stellt. Dies bekräftigten die Präsidenten des DBV, Gerd Sonnleitner, und des ZDG, Gerhard Wagner, in einem gemeinsamen Brief an die Ministerpräsidenten der Länder im Vorfeld der Bundesratssitzung.

Mit der Novelle der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung müsse der Bundesrat eine Prüfung aller Alternativen zur Käfighaltung vorurteilsfrei auf wissenschaftlicher Basis zulassen. Hierzu gehören die Boden- und Freilandhaltung ebenso wie die in Erprobung befindliche Kleingruppenhaltung. Sonnleitner und Wagner betonten weiter, dass dabei tierschutz-, verbraucherschutz- und umweltschutzrelevante Kriterien einbezogen werden müssten.

Sie verwahrten sich gegen den Vorwurf einiger Tierschützer, das Käfigverbot aushebeln zu wollen. EU-weit wird 2012 die Hennenhaltung in herkömmlichen Käfigbatterien verboten. Deutschland will auf die Käfighaltung als Vorreiter beim Tierschutz einige Jahre früher verzichten. Doch benötigt die deutsche Legehennenwirtschaft für die Umstellung einen Zeitraum bis 2009, um die Alternativhaltungen auf Basis der noch zu gewinnenden neuen Erkenntnisse durchzuführen. Letztendlich, mahnten Sonnleitner und Wagner, gehe es um die Sicherstellung einer leistungsfähigen deutschen Eiererzeugung, um dem Verbraucher künftig die gewünschten Eier aus kontrollierter heimischer Produktion anbieten zu können.

Links zum Thema Tierhaltung und %url4%Geflügel%/%, Links zum Thema %url5%Verbände%/%.

Niedersachsen: Ferienhöfe trotzen dem Abwärtstrend im Tourismus

Themen: Archiv — info @ 10:11

Übernachtungszahlen auf hohem Niveau stabilisiert – Vor- und Nebensaison mit speziellen Angeboten aufgewertet

Hannover (agrar.de) – Auf Niedersachsens Ferienhöfen stabilisieren sich die Übernachtungszahlen auf hohem Niveau. Fast 800.000 Gäste zählten die rund 400 Anbieter von Urlaub auf dem Bauernhof einschließlich der Heuhotels in der Saison 2003. Wie die Arbeitsgemeinschaft für Urlaub und Freizeit auf dem Lande gegenüber dem Landvolk-Pressedienst mitteilt, lag die durchschnittliche Auslastung der 5.600 Betten bei 130 Tagen, Spitzenbetriebe sind sogar an 250 Tagen im Jahr ausgebucht. Durch besondere Angebote für spezielle Zielgruppen und auch in der Vor- und Nebensaison konnten sich die Mitgliedsbetriebe der Arbeitsgemeinschaft von dem allgemeinen Trend in der Tourismusbranche mit rückläufigen Übernachtungszahlen abkoppeln.

Ganz offensichtlich setzen die Gäste der Ferienhöfe auf kurze Anfahrtswege und wählen damit einen stressfreien Urlaub von Anfang an. In der Hauptsaison reisen fast zwei Drittel aller Bauernhofurlauber aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen an, in der Vor- und Nebensaison kommen noch mehr Gäste aus diesen beiden Bundesländern. Die Buchungsdauer erreicht in den Sommermonaten bei jedem dritten Gast noch zwei bis drei Wochen, aber immerhin 40 Prozent der Sommerurlauber erholen sich auf dem Bauernhof nur eine Woche. In der Vor- und Nebensaison bleibt jeder zweite Gast sogar kürzer als eine Woche und nutzt den kurzen Anreiseweg zu dem ausgewählten Feriendomizil für ein allenfalls verlängertes Wochenende. Stammkunden der Ferienhöfe bleiben Familien mit Kindern, die 62 Prozent der Gäste stellen. Eine weitere wichtige Zielgruppe sind

Senioren, und hier wiederum Großeltern und Enkelkinder, die dank besonderer Angebote ebenfalls den Bauernhof als Ferienquartier bevorzugen. Den Löwenanteil aller Buchungen tätigen die Urlaubshöfe im Juli und August, die Monate April, Mai, Juni sowie September und Oktober bieten aber ebenfalls ein hohes Potenzial für den Landurlaub. Von den Spargelwochenenden über Wellness-Programme oder auch mit Angeboten für Reiter unter dem Motto Bett & Box hat die AG diesen Zeiten eine neue Attraktivität verliehen.

Wichtigstes Zugpferd bei der Gästeakquirierung ist für die Ferienhöfe heute das Internet. Die Besucherzahlen bei des niedersächsischen Info-Portals hat sich auf vier Millionen gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Mit einer Verweildauer von 4,5 Minuten nutzen die Besucher den Internetauftritt recht intensiv. Gäste und Gastgeber profitieren gleichermaßen von den täglich aktualisierten Last-Minute-Angeboten. Allerdings greift weiterhin jeder zweite Bauernhofurlauber zum Telefon (04231-9665-0), um in der Zentrale des Landurlaubes in Verden ’seinen‘ Ferienhof vermittelt zu bekommen.

Links zum Thema Landurlaub, Links zum Bundesland %url4%Niedersachsen%/%.

Höfken: Käfighaltung endgültig beenden

Themen: Geflügel — info @ 10:11

Länderanträge verstoßen gegen Tierschutzgesetze

Berlin (agrar.de) – Ulrike Höfken, agrar-,verbraucher- und tierschutzpolitische Sprecherin von Bündnis 90 / Die Grünen erklärt:

‚Vor zwei Jahren haben Bundestag und Bundesrat dafür gesorgt, dass Legebatterien abgeschafft werden. Damit ist Deutschland zum Vorreiter des Tierschutzes in der Nutztierhaltung geworden.

Es ist unsäglich, dass die Mehrheit der Länder im Bundesrat die Legehennenverordnung nun kippen will. Ein bisschen größere Käfige, eine Stange oder ein Gemeinschaftsnetz sind nur ein billiger Versuch ein derartiges Rollback zur tierquälerischen Massentierhaltung zu relativieren.

Dieser Schlag gegen die grüne Reformpolitik für eine artgerechte Nutztierhaltung wird unter dem Schild einer vollkommen unwissenschaftlichen Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover im Auftrag der Geflügelwirtschaft geführt. Die Forderung nach Zulassung ausgestalteter Käfige ist absurd, da es überhaupt keine Praxiserfahrungen gibt und die Behauptung, diese wären tierschutzgerechter, damit haltlos.

Die Länder lassen sich damit von der Geflügelindustrie instrumentalisieren. Sie machen sich zu Handlangern von Lobbyisten, die allein aus Kostenvorteilen zurück zur Massentierhaltung wollen.

Käfighaltung ist Tierquälerei. Das besagt ein beispielhaftes Urteil des Bundesverfassungsgerichtes. Mit der Aufnahme des Tierschutzes ins Grundgesetz sind wir aber aufgefordert, Tierquälerei zu beenden. Die Forderung nach Wiedereinführung der Käfighaltung ist damit eine Aufforderung zum Verfassungs- und Gesetzesbruch und verstößt gegen das Tierschutzgesetz.

Es ist nicht nachvollziehbar, wie unter den Bedingungen einer freien Marktwirtschaft ein Verbraucherwillen derart boykottiert wird. 80 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher lehnen diese Haltungsform ab und das drückt sich auch in Ihrem Kaufverhalten aus. Die Nachfrage nach Eiern aus Freiland- und Bodenhaltung ist seit 1996 um 63 Prozent gestiegen. Das Angebot aber nur um 27 Prozent. Auch der Handel zieht nach (Aldi, Deutsche Bahn AG, IKEA) und will Käfigeier aus dem Sortiment nehmen, allein das Angebot reicht nicht.

Freilandhaltung funktioniert und geht keineswegs mit den aktuell angeführten Missständen, wie erhöhte Sterbe- und Krankheitsrate einher. Das bestätigt der Landwirt Dieter Greve aus Schleswig Holstein, einem Bioland Freilandhaltungsbetrieb mit 3.700 Legehennen. Viele Erfahrungen aus dem In- und Ausland (Schweiz, Österreich und Niederlanden) bestätigen, dass eine gute Freilandhaltung mit gutem Management problemlos machbar ist.

Beeinflusst von Agrarlobbyinteressen und politischem Kalkül wird dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt durch einen regelrechten Erpressungsversuch: Die von der EU vorgeschriebene Umsetzung der neuen Schweinehaltungsverordnung soll so lange blockiert werden, bis Deutschland Bußgelder zahlen muss oder die Verordnung so verwässert, dass sie keinen Fortschritt mehr darstellt. Hier wird Kuhhandel mit Hühnern und Schweinen gemacht!

Bereits jetzt haben wir eine Kampagne gegen die Pläne der Bundesländer gestartet. Sollte der Bundestag am Freitag dennoch ein Aufschnüren der Legehennenhaltungsverordnung starten, werden wir einen Verbraucherboykott von Käfigeiern inklusive verarbeiteter Produkte unterstützen.

Wir werden weiterhin alles tun, um den Tierschutz in Deutschland voranzutreiben und wir appellieren an die Ministerpräsidenten der Legehennenverordnung zuzustimmen und rufen die Verbraucher und Verbraucherinnen auf, nur Eier aus artgerechter Haltung zu kaufen.‘

Links zum Thema Tierhaltung und Tierschutz, Links zum Thema %url5%Politik%/%.

BUND: Eierproduzenten verpassen Marktchance

Themen: Archiv — info @ 10:11

Bundesrat darf Tierschutz nicht auf Basis fragwürdiger Studie aufgeben

Berlin (agrar.de) – Durch ihre Blockade der geltenden Legehennenverordnung verbauen sich die deutschen Eierproduzenten den Einstieg in die Märkte der Zukunft. Das erklärte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf einer Pressekonferenz in Berlin. Allein beim größten Lebensmitteldiscounter sei der Anteil an Freilandeiern in den letzten fünf Jahren von zehn auf fast vierzig Prozent sprunghaft gestiegen. Trotzdem würden die hiesigen Eierproduzenten nichts unversucht lassen, um das Ende der tierquälerischen Käfighaltung hinauszuschieben.

Hubert Weiger, agrarpolitischer Sprecher des BUND: ‚Wenn der Bundesrat morgen über die Legehennenverordnung befindet, dient als Entscheidungsgrundlage eine Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover, die artgerechte Tierhaltungsformen als tierfeindlich denunziert. Die Studie basiert aber auf Datenmaterial, das weder repräsentativ noch wissenschaftlich seriös ist. Somit ist das Hauptargument für die Beibehaltung von Käfigen obsolet. Die Bundesländer müssen die Legehennenverordnung lassen wie sie ist, sonst missachten sie ihre Verantwortung für mehr Tierschutz, die ihnen vom Bundesverfassungsgericht zugewiesen wurde. Hühnerkäfige gehören ohne Wenn und Aber verboten.‘

Der BUND hat die Studie über die angeblich negativen Wirkungen der artgerechten Hühnerhaltung analysieren lassen. Das Institut für Angewandte Nutztierethologie und Tiergerechte Nutztierhaltung der Universität Kassel kommt zu dem Ergebnis, dass wichtige Fragen der Tierernährung, der Vererbung und der Aufzuchtbedingungen unberücksichtigt blieben. Zudem sei die Stichprobenzahl in der Fragebogen-Studie viel zu gering um repräsentativ zu sein, basiere lediglich auf Selbstauskünften der Hühnerhalter und weise eine Reihe weiterer methodischer Fehler auf.

BUND-Agrarexpertin Reinhild Benning: ‚Auch das Argument der Hühnerbarone, sie würden ihre Produktionsstätten wegen des Käfigverbots ins Ausland verlagern, zieht nicht. Jetzt schon importiert Deutschland 3,9 Milliarden Eier überwiegend aus EU-Staaten mit weit höherem Freilandhaltungsanteil als bei uns. Die angeblich für die Produktionsverlagerung in Frage kommenden Drittländer sind außerdem in Kürze ebenfalls Teil der EU, in der konventionelle Käfige ab 2012 verboten sind. Und wenn Käfigeier eindeutig als solche gekennzeichnet sind, werden die Verbraucher sie meiden. Deutschland muss hier seine Marktchancen nutzen. Der Bundesrat sollte die Hühnerbarone morgen an die Leine legen: Die Käfighaltung für Legehennen muss ab 2007 verboten bleiben.‘

Links zum Thema Tierhaltung und Geflügel, Links zum Thema %url5%Verbände%/%.

Niedersachsen: Investitionsförderung stark gefragt

Themen: Archiv — info @ 09:11

Mehr Anträge gestellt – Förderung für umweltschonende Technik ein Renner

Hannover (agrar.de) – Neue Fördermöglichkeiten für umweltrelevante Investitionen kommen bei den Bauern offensichtlich gut an. Bei den Landwirtschaftskammern in Hannover und Oldenburg sind in diesem Jahr nach Angaben des Landvolkes Niedersachsen insgesamt 984 Anträge für das Agrarinvestitions-Förderungsprogramm (AFP) bewilligt worden. Das ist deutlich mehr als bisher, maßgeblich verursacht durch die neuen Fördermöglichkeiten Pflanzenschutztechnik und bodenschonende Bearbeitungsgeräte. Die zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel in Höhe von ungefähr 43 Millionen Euro werden im laufenden Jahr vermutlich nahezu punktgenau ausgeschöpft. Insgesamt wurden im Kammergebiet Hannover Förderanträge mit einem Umfang von 27 Millionen Euro gestellt, bei der Kammer in Oldenburg waren es knapp 16 Millionen Euro. Im Jahr zuvor standen geringfügig weniger Fördermittel zur Verfügung, bis Ende Oktober waren jedoch mit 627 deutlich weniger Anträge bewilligt worden.

Zugenommen hat die Nachfrage der Bauern vor allem nach Fördermitteln für so genannte ‚kleine Investitionen‘, während größere Vorhaben wie beispielsweise Stallbauten kräftig zurück gefahren wurden. Auf ‚große Investitionen‘ mit schärferen Anforderungen an die Voraussetzungen für die Bewilligung entfielen nur noch 263 Anträge, im vergangenen Jahr waren es immerhin 351. Dagegen stieg die Zahl der Förderanträge für kleine Investitionen von 292 auf 721. Allerdings mussten sich im Gebiet der Landwirtschaftskammer Hannover 424 Antragsteller für kleine Investitionen 4,963 Millionen Euro teilen, während auf 153 große Investitionen 13,4 Millionen Euro entfielen. Nach wie vor an erster Stelle der mit Förderung durchgeführten Investitionen stehen Stallbauten, insbesondere für Rindvieh. So entfielen allein 153 Förderanträge auf große Investitionen für Rinderställe, hinzu kamen 98 Anträge für kleine Investitionen. 119 Anträge wurden im Gebiet der Kammer Hannover gestellt und 132 in Weser-Ems. Gleichwohl verzeichnen die ländlichen Siedlungsgesellschaften einen kräftigen Einbruch bei der Planung neuer Ställe. Derartige Maßnahmen werden jetzt zum größeren Teil nur noch mit öffentlichen Fördermittel in Angriff genommen, während in den Jahren zuvor wegen der oft langen Wartezeiten auf die Bewilligungen aufgrund knapper Haushaltsmittel der Neubau häufiger frei finanziert wurde.

Auf Anhieb ein Renner wurden in diesem Jahr die neuen Fördermöglichkeiten für umweltfreundlichere Pflanzenschutztechnik und Geräte zur schonenden Bodenbearbeitung, beispielsweise Mulchsaat. Inklusive der umweltfreundlichen Ausbringungstechnik für Wirtschaftsdünger entfielen auf diesen Bereich 448 Anträge, davon in Hannover 306 und in Weser-Ems 142. Daneben lag der Schwerpunkt in den Investitionsarten im Bereich sonstige Gebäude, insbesondere zur Lagerhaltung (Hannover 74, Weser-Ems 24). Die durchschnittliche Zuwendungshöhe je Förderungsfall betrug in Hannover ungefähr 31.900 Euro und in Weser-Ems 36.250 Euro. Zum 1. November wurde auch für das AFP eine Haushaltssperre verhängt, es wird davon ausgegangen, dass diese für die laufenden Maßnahmen alsbald wieder aufgehoben wird.

Links zum Thema Förderung, Links zum Bundesland Niedersachsen.

Seiten: << 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...23 24 25 >>



   (c)1997-2017 @grar.de