27. November 2003

RLV: Einheitliche Flächenprämien nicht vertretbar

Themen: Archiv — info @ 15:11

RLV-Vorstand: Bemessungszeitraum spricht im Ackerbau für Regionalmodell

Bonn (agrar.de) – Der Vorstand des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) hat seine Forderung bekräftigt, die Reform der gemeinsamen Agrarpolitik in Deutschland über ein Betriebsmodell im tierischen Bereich und die Anwendung des Regionalmodells im pflanzlichen Bereich umzusetzen. Wie die Mitglieder des Vorstandes auf ihrer jüngsten Sitzung am Donnerstag vergangener Woche nochmals deutlich machten, hätten sowohl die relevanten Fachausschüsse wie auch der Vorstand des Verbandes alle Modelle auf ihre Vor- und Nachteile überprüft. Im Ergebnis würden weder das Betriebsmodell noch ein reines Regionalmodell die Einkommensprobleme der wirtschaftenden Betriebe zufriedenstellend lösen können. Zugleich befürchtet der Vorstand, dass keine der Ansätze eine mögliche öffentliche Kritik an der Umsetzung der Agrarreform auffangen könne. In ähnlicher Weise hatte sich vergangene Woche auch RLV-Präsident Friedhelm Decker gegenüber Nordrhein-Westfalens Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn in einem Brief geäußert.

Während auf der Ebene des Deutschen Bauernverbandes eine leichte Mehrheit auch im Ackerbau für das Betriebsmodell eintrete, werde von den rheinischen Landwirten in diesem Bereich das Regionalmodell bevorzugt. Nach Ansicht des Vorstandes spreche schon allein die Tatsache, dass die Direktzahlungen bei einer individuellen Betriebsprämie auf einem Referenzbetrag aus dem Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2002 festgelegt werden sollen, für ein Regionalmodell in diesem Bereich. Eine große Zahl von Härtefällen sei im Rheinland, wo es jährlich durch den Braunkohletagebau, aber auch durch den Flächentausch zwischen Getreide- und Sonderkulturanbauern zu erheblichen Flächenveränderungen käme, damit schlichtweg vorprogrammiert. Ein Betriebsmodell könne, so der RLV-Vorstand, nur in Erwägung gezogen werden, wenn die Zuordnung der Zahlungsansprüche auf der Flächenbasis des Jahres 2005 erfolgen könnte. Eine Änderung der EU-Verordnung zu diesem Zweck schien den Vorstandsmitgliedern jedoch mehr als fraglich zu sein. Darüber hinaus sei es angesichts der von der EU-Kommission vorgelegten Optionen für die Zukunft des Zuckermarktes geboten, durch eine regionalisierte Ackerbauprämie die Belange der Rübenanbauer mit in die Überlegungen einzubeziehen.

Nachdrücklich machte der Vorstand deutlich, dass das Offensein des RLV für ein Kombinationsmodell ausdrücklich nicht das Einverständnis mit einem Abschmelzen der im tierischen Bereich vorgesehenen Betriebsprämien hin zu einer einheitlichen Flächenprämie umfasse. Vor allem bei der Milchprämie, aber auch bei den anderen Tierprämien gebe es zu einer Bemessung der Betriebsprämie auf einzelbetrieblicher Basis gegenwärtig keine echten Alternativen, wenn die wirtschaftenden Betriebe in ihrem Bestand erhalten bleiben sollten. Zwar verkenne man nicht, dass der Aspekt der gesellschaftlichen Akzeptanz der Direktzahlungen für eine einheitliche Flächenprämie spreche. Ein solcher Beschluss würde jedoch zu einer massiven und nicht zu vertretenden wirtschaftlichen Betroffenheit der Milcherzeuger, die keine Produktionsalternativen hätten, führen. Auch die spezialisierten Rindfleischerzeuger wären massiv betroffen. Der Verbandsvorstand bekräftigte deshalb seine Auffassung, dass man einer Entwicklung hin zu einer einheitlichen Flächenprämie nicht zustimmen könne und forderte die Politik nochmals auf, von einer solchen Regelung Abstand zu nehmen.

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Müller und Sonnleitner: Verbraucher und Landwirtschaft ziehen an einem Strang

Themen: Archiv — info @ 15:11

Berliner Scheunengespräche bringen mehr Transparenz in die landwirtschaftliche Produktion

Berlin (agrar.de) – ‚Wir wollen gemeinsam für mehr Vertrauen zwischen Landwirtschaft und Verbrauchern und größere Transparenz in der Nahrungsmittelproduktion sorgen.‘ Dieses Fazit zogen Frau Prof. Dr. Edda Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband und Gerd Sonnleitner, Vorsitzender der Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNL) sowie Präsident des Deutschen Bauernverbandes anlässlich des ersten Berliner Scheunengesprächs. Auf Einladung der FNL waren Müller und Sonnleitner nach Schmachtenhagen (Oberhavel) gekommen, um nach einer Betriebsbesichtigung mit Siegfried Mattner, Geschäftsführer der Schmachtenhagener AGRA GmbH, über moderne Tierhaltung, Qualitätsstandards und Direktvermarktung zu diskutieren.

Müller und Sonnleitner waren sich einig, dass Verbraucher wieder stärker an die Urproduktion herangeführt werden müssen und begrüßten daher die Aktivitäten im Bereich der Direktvermarktung. Der direkte Kontakt mit dem Kunden sei wertvolle Öffentlichkeitsarbeit und sorge für ein Vertrauensverhältnis. Sonnleitner wörtlich: ‚Reden bringt die Leute zusammen‘. Wenn die Produktionstransparenz gegeben ist, muss es nach Aussage von Frau Müller nicht immer ‚Öko‘ sein. Da aber nicht alle Verbraucher bei Direktvermarktern einkaufen könnten, sollten auch Supermarktkunden über entsprechende Kennzeichnung und Zertifizierung ein größtmögliches Maß an Sicherheit bekommen. Gemeinsam mahnten Müller und Sonnleitner an, auf EU-Ebene einheitliche Gesetze und Vorschriften zur Kennzeichnung von und Werbung für Nahrungsmitteln durchzusetzen.

Beeindruckt zeigte sich die oberste Verbraucherschützerin von dem vielfältigen Engagement der Schmachtenhagener AGRA GmbH. Der Begriff der multifunktionalen Landwirtschaft sei ihr erstmalig so plastisch vor Augen geführt worden. Zuvor hatte Geschäftsführer Mattner in den Ställen, in der betriebseigenen Molkerei und Fleischerei sowie in den Hallen des Bauernmarktes seine Unternehmensphilosophie erläutert. Ein besonderes Anliegen sei für ihn die Stärkung des ländlichen Raums, bei der die Landwirtschaft wie ein Motor wirke. Mit 80 Mitarbeitern und 30 Auszubildenden biete die Schmachtenhagener AGRA GmbH viele Arbeitsplätze. Vor diesem Hintergrund forderte Mattner gleiche Wettbewerbsbedingungen für Direktvermarkter in den verschiedenen Bundesländern. Aber auch EU-weit müssten die Bedingungen harmonisiert werden, um den drohenden Export von Arbeitsplätzen durch nationale Alleingänge in der Agrar- und Umweltpolitik zu stoppen.

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DBV: Ländlicher Raum braucht sinnvolles Flächenmanagement

Themen: Archiv — info @ 14:11

DBV stellt Vorstellungen im Nachhaltigkeitsrat vor

Berlin (agrar.de) – Die Anforderungen an eine nachhaltige Landwirtschaft und ein sinnvolles Flächenmanagement im ländlichen Raum erläuterte der Stellvertretende Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Adalbert Kienle, vor dem Rat für Nachhaltige Entwicklung, den Bundeskanzler Gerhard Schröder einberufen hat. Die Landwirte seien bei der Bewirtschaftung ihrer Flächen nicht nur mit sich ergänzenden, sondern vor allem auch mit konkurrierenden Nutzungsansprüchen – etwa Gewerbe, Infrastruktureinrichtungen, Wohnen – konfrontiert. Immer drängender stelle sich dabei die Frage, ob überhaupt noch ausreichender Platz für eine eigenständige Flächennutzung durch Land- und Forstwirte verbleibe, sobald andere Nutzungsansprüche gestellt würden. In vielen Regionen bleibe für eine land- und fortwirtschaftliche Nutzung im Rahmen der guten fachlichen Praxis kaum mehr Raum. Entsprechend tief sitze der Frust bei den Bauern, wenn sie sich täglich sagen lassen müssten, dass sie ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern und auf veränderten Märkten bestehen sollten, betonte Kienle.

Neben Siedlung und Verkehr sei vor allem auch die Inanspruchnahme durch Naturschutzmaßnahmen Ursache für einen dauerhaften Flächenverlust der Landwirtschaft. Der Bauernverband sehe es äußerst kritisch, dass gerade die fruchtbarsten Ackerböden für einen naturschutzrechtlichen Ausgleich eingesetzt würden, weil diesen das größte Aufwertungspotenzial zugeordnet werde. Statt dessen sei es die entschiedene Forderung des DBV, die Eingriffsregelung zu flexibilisieren. So solle ein Ausgleich auch auf Gewerbe- und Industriebrachen in Ballungsgebieten erfolgen können und nicht nur vor Ort zu Lasten der Landwirtschaft. Unverzichtbar sei auch ein Strategiewechsel, damit die Ausgleichs- und Naturschutzflächen im Eigentum der Landwirte verbleiben. Ziel müsse es sein, einen effektiven Naturschutz gemeinsam mit der Landwirtschaft zu betreiben und gleichzeitig den auch von Seiten des Naturschutzes verursachten hohen Flächenverbrauch zu reduzieren, betonte der Stellvertretende DBV-Generalsekretär.

Wie ein sinnvolles Flächenmanagement im ländlichen Raum aussehen kann, erprobt der DBV derzeit im von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Bördeprojekt in der Köln-Aachener Bucht. Darüber hinaus ist die Thematik Anlass für ein Perspektivforum des DBV am 1. und 2. Dezember 2003 in Berlin, das sich mit der Situation, den Ursachen und den Strategien des Flächenverbrauches und der Landwirtschaft auseinandersetzt. Leitlinie, so Kienle, sei aus Sicht des DBV, Flächen zu sparen, sie sinnvoll zu managen und kooperativ zu nutzen. Die laufenden Arbeiten im Rahmen der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie könnten hierfür sinnvoll genutzt werden, betonte Kienle.

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WLV/RLV: Keine Steuererhöhung für Agrardiesel – Umsatzsteuerpauschale beibehalten

Themen: Archiv — info @ 14:11

Münster (agrar.de) – In einem gemeinsamen Schreiben an Ministerpräsident Peer Steinbrück haben sich die NRW-Bauernpräsidenten Franz-Josef Möllers (WLV) und Friedhelm Decker (RLV) für die Beibehaltung der Pauschalierungsregelung des § 24 Umsatzsteuergesetz ausgesprochen. Dies sei eine EU-rechtlich zulässige und in fast allen Mitgliedstaaten angewandte Vereinfachungsregelung.

Der Ministerpräsident wurde zudem gebeten, bei den derzeitigen Beratungen des Vermittlungsausschusses dafür Sorge zu tragen, dass der Pauschalierungssatz nicht von neun auf sieben Prozent abgesenkt wird. Vielmehr habe sich der Satz an der tatsächlichen Vorsteuerbelastung des Sektors Land- und Forstwirtschaft zu orientieren, nach Berechnungen des Bundeslandwirtschaftsministeriums liege diese derzeit bei 9,6 Prozent.

Wie die Präsidenten des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes und des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes betonten, müssten außerdem die geplante Begrenzung der Agrardieselsteuerermäßigung auf 10.000 Liter und Einführung eines Selbstbehalts durch den Vermittlungsausschuss korrigiert werden. Schon mit dem derzeitigen Agrardieselsteuersatz auf 25,56 Cent hätten die heimischen Landwirte im EU-Vergleich die höchste Last zu tragen, die den Wettbewerb verzerre: Die Landwirte in Belgien zahlten überhaupt keine Steuern; in Dänemark lediglich 3,24 Cent, in Frankreich 5,5 Cent und schließlich in den Niederlanden nur 6 Cent. Im Übrigen bleibe nach dem Haushaltsbegleitgesetz Kerosin demgegenüber weiterhin völlig steuerbefreit.

Auch eine Senkung der Bundesmittel für die landwirtschaftliche Krankenversicherung der Altenteiler müsse verhindert werden, unterstrichen Möllers und Decker in ihrem Schreiben an den Ministerpräsidenten. Bei Realisierung dieses Vorhabens würden die Beiträge für die aktiven Landwirte in NRW um bis zu 15 Prozent steigen. Ein solches Ergebnis stehe im Widerspruch zur Linie der Bundesregierung, die Sozialkostenbelastung der Wirtschaft zu reduzieren.

In einem zusätzlichen Schreiben an Finanzminister Jochen Dieckmann – Mitglied der Arbeitsgruppe Steuern und Finanzen des Vermittlungsausschusses – verwiesen die beiden Präsidenten darauf, dass für die NRW-Landwirtschaft bei den Beratungen des Vermittlungsausschusses sehr viel auf dem Spiel stehe. Minister Dieckmann wurde dringlich gebeten, sich insbesondere dafür einzusetzen, dass die Umsatzsteuerpauschalierung ohne Absenkung des Pauschalierungssatzes erhalten bleibt und die Wettbewerbssituation der Landwirtschaft beim Agrardiesel nicht noch weiter verschlechtert wird.

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Bayern will keine Verlängerung der Übergangsfrist für die Käfighaltung von Legehennen

Themen: Archiv — info @ 12:11

München (agrar.de) – Bayern wird sich im Bundesrat dafür aussprechen, dass es bei der bestehenden Übergangsfrist für die Zulassung der konventionellen Käfighaltung für Legehennen bis 2006 bleibt und die Frist nicht bis 2009 verlängert wird. Dies teilte Bayerns Verbraucherschutzminister Werner Schnappauf heute mit.

Schnappauf: ‚Bayern hat immer betont, dass die konventionelle Käfighaltung keine tiergerechte Haltungsform darstellt und dem Tierschutz widerspricht. Deshalb hat sich Bayern stets für einen möglichst frühzeitigen Ausstieg eingesetzt, aber auch betont, dass eine nationale Übergangsfrist nicht zu einer Abwanderung der Käfighaltungen ins Ausland führen dürfe. Dieses Problem hat Bundesministerin Künast mit dem geltenden Recht nicht überzeugend gelöst. Gleichwohl muss gesehen werden, dass die Übergangsfrist bis 2006 erst vor zwei Jahren beschlossen wurde. Eine Änderung dieser Frist nach einem so kurzen Zeitraum führt zu Planungsunsicherheit und Wettbewerbsverzerrungen. Betriebe, die im Hinblick auf die Übergangsfrist bis 2006 bereits auf die kostenintensiveren alternativen Haltungssysteme umgestellt haben, würden gegenüber ihren Mitbewerbern wirtschaftlich benachteiligt. Die Marktteilnehmer sollen sich auf einmal getroffene Entscheidungen verlassen können. Kurzfristige Änderungen der Rahmenbedingungen nützen niemand.‘

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Abstimmung zur Nutztierhaltungsverordnung live

Themen: Archiv — info @ 12:11

Berlin (agrar.de) – Am morgigen Freitag steht die Nutztierhaltungsverordnung (Schweinehaltungsverordnung und Legehennenhaltungsverordnung) zur Abstimmung im Bundesrat an. Teile der Sitzung (von 8.45 Uhr bis 16.00 Uhr) werden live vom Nachrichtensender Phoenix in der Sendung ‚Vor Ort‘ übertragen.

Zeitgleich findet allerdings auch eine Sitzung des Bundestages zum Haushaltsgesetz 2004 und eine Sitzung des Bundestagsausschusses für Wirtschaft und Arbeit statt, so daß voraussichtlich zwischen den Sitzungen geschaltet werden wird.

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Sonnleitner zur Agrarministerkonferenz: Schaden begrenzen

Themen: Archiv — info @ 12:11

München (agrar.de) – Heute beraten die Agrarminister von Bund und Länder in einer Sonderkonferenz vor allem über die nationale Umsetzung der im Juni 2003 be­schlossenen EU-Agrarreform. Der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Gerd Sonnleitner, fordert die Agrarministerrunde nochmals eindringlich auf, bei ihren Beratungen dem besten Weg für die wirtschaftenden Betriebe absoluten Vorrang einzuräumen. ‚Um den Schaden für die gesamte Landwirtschaft und die verschiedenen Betriebstypen zu begrenzen, müssen bei der nationalen Umsetzung die einzelbetrieblichen Verhältnisse absolute Priorität haben‘ betonte Sonnleitner. Denn die Luxemburger Reformbeschlüsse seien ohnehin mit Schmerzen verbun­den, die für alle Betriebe und auch für die einzelnen Bundesländer nicht noch zusätzlich verschärft werden dürfen.

Es sei sehr bedauerlich, dass dem Vernehmen nach die Beratungen seitens einiger Länder wesentlich von der Umverteilung zwischen Bundesländern vorgeprägt seien und dabei die betroffenen Bauern nachrangig betrachtet würden. ‚Alle Agrarminister dürfen trotz Entkoppelung nicht vergessen, dass es hierbei um Markt­ordnungsausgleichszahlungen für Bauern geht‘, bekräftigt der bayerische Bauern­präsident.

‚Der Bauernverband hat bei seiner Position zur nationalen Umsetzung der Reform die wirtschaftenden Betriebe gänzlich in den Vordergrund gestellt. Ich fordere deshalb die Agrarministerkonferenz erneut auf, die aktiven Landwirte bei ihren heutigen Beratungen ins Zentrum zu stellen‘, appellierte Sonnleitner.

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CDU/CSU: Agrarhaushalt 2004 ist unverantwortlich

Themen: Archiv — info @ 12:11

Kahlschlagpolitik gegen die deutsche Landwirtschaft

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der zweiten Lesung des Haushaltes des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten erklärt die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gerda Hasselfeldt:

‚Die rot-grüne Koalition setzt ihre Kahlschlagpolitik gegen die deutsche Landwirtschaft fort. Obwohl die Landwirte in diesem Jahr mit Einkommensrückgängen von durchschnittlich 25 Prozent zu rechnen haben, will die Bundesregierung den Agrarhaushalt 2004 von allen Ressorts am stärksten kürzen! Die geplanten Einschnitte sind für viele Landwirte unmittelbar einkommenswirksam, während anderseits immer noch Geld für ideologisch motivierte Vorhaben und Kampagnen vorhanden zu sein scheint.

Die Fraktionen von SPD und Grünen haben in den zurückliegenden Haushaltsberatungen deutlich gemacht, wie wenig ihnen an unseren Landwirten liegt. Anstatt die überproportionalen Kürzungen abzulehnen, satteln die Regierungsfraktionen wie bei der Agrardieselsteuer weitere Belastungen noch drauf! Doch bereits jetzt zahlen unsere Landwirte im Vergleich zu den meisten EU-Kollegen einen höheren Steuersatz für Agrardiesel! Die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe hat für Rot-Grün wohl keinen Stellenwert!

Durch die vorgesehene Kürzung des Bundeszuschusses zur landwirtschaftlichen Krankenversicherung kommen auf die aktiven Landwirte Beitragssteigerungen zu. Während der Kompromiss bei der Gesundheitsreform darauf angelegt ist, die Beiträge zu senken, wird sich das Beitragsniveau für die Landwirte in den kommenden Jahren erhöhen. Die Kürzungen stellen das gesamte System der landwirtschaftlichen Sozialversicherung in Frage: eine gefährliche Entwicklung, wo doch durch den enormen Strukturwandel in diesem Sektor bereits heute auf einen Beitragszahler zwei Altenteiler kommen!

Die geplante Abschaffung der Pauschalierung für landwirtschaftliche Betriebe sowie die Senkung der Vorsteuerpauschale von 9 auf 7 Prozent sind weitere Maßnahmen, die die Rahmenbedingungen für unsere Bauern erheblich verschlechtern werden. Von einer verantwortungsvollen Politik für Agrar- und Ernährungssektor kann wirklich keine Rede mehr sein.

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion wird sich im laufenden Vermittlungsverfahren weiterhin dafür einsetzen, dass die überproportional vorgenommenen Kürzungen im Agrarhaushalt 2004 gemindert werden. Denn die Landwirte sind trotz ihrer schwierigen Lage durchaus bereit, einen gerechten Beitrag zur Haushaltskonsolidierung zu leisten. Leider hat die verantwortliche Ministerin in den letzten Monaten ein solches Engagement vermissen lassen. Anders sind die unverantwortlichen Einschnitte, die die Regierung im Agrarbereich vorhat, nicht nachzuvollziehen!‘

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Brandenburger und Berliner Wälder haben Dürrejahr bislang gut überstanden

Themen: Archiv — info @ 12:11

Potsdam/Berlin (agrar.de) – Knapp die Hälfte der Berliner und Brandenburger Wälder sind ohne sichtbare Schäden. Dies ergibt sich aus der gemeinsamen Waldzustanderhebung 2003, die in beiden Ländern heute vorgestellt wurde.

Brandenburgs Forstminister Wolfgang Birthler (SPD): ‚Brandenburgs Wälder haben ein stressreiches Jahr hinter sich. Neben der Dürre litten die Waldbäume leider auch wieder unter einer Zunahme von Schadinsekten. Es ist ein Erfolg für die in Brandenburg verfolgte, standortgerechte Waldbewirtschaftung, dass unsere Wälder dennoch insgesamt in einem guten Zustand sind.‘

Nach der Erhebung sind exakt 48 Prozent der Wälder in Berlin-Brandenburg ohne sichtbare Schäden (Schadstufe 0). Dies entspricht einem Rückgang von 4 Prozent gegenüber 2001. 40 Prozent der Wälder sind leicht geschädigt (Schadstufe 1). Der Anteil deutlicher Waldschäden (Schadstufen 2 bis 4) wurde auf 12 Prozent der Gesamtwaldfläche festgestellt. Dies bedeutet jedoch ein Plus von knapp 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Region liegt dennoch klar unter dem Bundesdurchschnitt, der für 2002 bei 21 Prozent der Waldflächen in Deutschland deutliche Schäden konstatierte.

Berlin

In Berlin sind 22 Prozent der Baumkronen ohne sichtbare Schadsymptome und 53 Prozent leicht geschädigt. Damit gab es gegenüber dem Vorjahr eine leichte Verschiebung von der Schadstufe 1 zur Schadstufe 0. Die deutlichen Waldschäden sind gegenüber dem Vorjahr mit 25 Prozent auf etwa gleichem Niveau geblieben. Während sich die Situation der Kiefer weiter verbessert hat (3 Prozentpunkte weniger deutliche Schäden als 2002), nimmt seit 1999 der Anteil deutlicher Schäden bei der Eiche immer noch zu. Gegenüber dem Vorjahr sank der Flächenanteil gesunder Eichen von 12 auf 2 Prozent. Die Eiche bleibt damit die am stärksten geschädigte Baumart. Die Laubbäume weisen insgesamt seit 1998 eine steigende Tendenz der Waldschäden auf, während sich die Nadelbäume seit 2001 erholen.

Brandenburg

Der Anteil der Waldfläche ohne sichtbare Schäden ist 2003 mit 49 Prozent gegenüber dem Vorjahr unverändert. Seit etwa acht Jahren ist kein weiterer Rückgang der Waldschäden in Brandenburg zu verzeichnen. Der Anteil deutlicher Schäden liegt bei 11 Prozent und ist damit 4 Prozent höher als 1999 und 2001. Der Anteil leicht geschädigter Bestände blieb gegenüber 2002 nahezu konstant. Auch in Brandenburg sind hinsichtlich der Baumarten erhebliche Unterschiede im Schadniveau festzustellen. Wie in Berlin sind hier die deutlichen Schäden bei Eiche um 10 Prozentpunkte erheblich angestiegen und liegen jetzt bei 31 Prozent.

Bei Eiche und Buche ist eine starke Differenzierung der Schäden nach Altersgruppen ausgeprägt. Die Kronenverlichtung der Gruppe der über 60jährigen Bäume ist mit 20 Prozent deutlichen Schäden bei der Buche und mit 39 Prozent deutlichen Schäden bei der Eiche wesentlich höher als im Vergleich zu den unter 60jährigen Bäumen. Hier beträgt der Anteil deutlicher Schäden bei der Buche lediglich 2 Prozent und bei der Eiche 11 Prozent.

Ursachen für Waldschäden

Zu den Hauptursachen für Waldschäden in der Region zählen weiterhin die Stickstoffeinträge, die zum Teil noch aus früheren Jahrzehnten herrühren und im Boden gespeichert sind. Zudem steigen die jährlichen Eintragsraten seit 2000 tendenziell wieder an. Die Ozonbelastungen lagen auch 2003 auf sehr hohem Niveau. Die langjährige Ozon-bedingte Stresssituation des Waldes hat sich damit weiter verschärft. Auch wenn akute Ozonschäden nur in geringem Ausmaß erkennbar sind, reagieren die Waldbäume mit der Aktivierung ihrer Abwehrkräfte auf diese Belastung. In Brandenburg hatten in den letzten beiden Jahren wieder verstärkt Insekten- und Pilzschäden Einfluss auf den Waldzustand. So machte die Massenvermehrung der Nonne, eine Schmetterlingsart, deren Raupe sowohl an Nadel- als auch Laubbäumen frisst, im Frühjahr Pflanzenschutzmaßnahmen auf einer Gesamtfläche von 21.000 Hektar notwendig. Auch andere Insektenarten wie Eichenwickler, Frostspanner und Kiefernschwammspinner waren dafür verantwortlich, dass der Anteil deutlicher Waldschäden wieder anstieg.

Trockenheit und Waldbrände

Obwohl die Witterungsextreme mit außergewöhnlicher Trockenheit und Hitze in diesem Jahr noch keine starke Reaktion im Kronenzustand der Altbäume zur Folge hatten, erhöhte sich die Fläche mit Trockenschäden bei Kulturen und Jungbeständen auf das Zwanzigfache des Vorjahreswerts. Darüber hinaus brannte es wegen der Trockenheit in Brandenburgs Wäldern im Vergleich zu den Vorjahren wieder öfter. Im Verlauf des Jahres wurden bis Ende September für Brandenburg 736 Brände und in Berlin 40 Brände registriert. Betroffen waren 640 Hektar.

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Bundesverband Deutsches Ei: BUND handelt vorschnell in aktueller Tierschutzdiskussion

Themen: Archiv — info @ 12:11

BDE weist auf deutlich umfassenderes Gutachten zur ganzheitlichen Betrachtung der Legehennenhaltung hin

Bonn (agrar.de) – Einen Tag vor der entscheidenden Sitzung im Bundesrat zur Anpassung der Rechtsvorschriften zur Legehennenhaltung, präsentiert der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Berlin im Rahmen einer Pressekonferenz ein Gutachten der Universität Kassel. Dieses soll sich mit vermeintlich methodischen Fehlern und Mängeln einer Untersuchung der Tierärztlichen Hochschule Hannover (THH) zum Leistungsniveau und Gesundheitsstatus in verschiedenen Legehennenhaltungssystemen beschäftigen. (unsere Meldung)

Der BUND versucht offensichtlich die fundierte wissenschaftliche Argumentation für eine jetzt notwendige Weiterentwicklung der rechtlichen Vorgaben zur Hennenhaltung grundsätzlich in Frage zu stellen. Der Bundesverband Deutsches Ei (BDE) weist darauf hin, dass Basis der politischen Diskussion die unter der Koordination von Prof. Dr. Hans-Wilhelm Windhorst, Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten (ISPA), eine rund 250-seitige Ausarbeitung mit 11 Beiträgen von 24 Wissenschaftlern aus ganz Deutschland ist. Diese ganzheitliche Dokumentation mit Einbindung der Studie der THH, kurz ‚Dossier Legehennenhaltung‘ genannt, behandelt die Aspekte des Tierschutzes und der Tiergesundheit, des Verbraucher- und Umweltschutzes sowie der Ökonomie. Es zeigt auf, dass der deutsche Alleingang in Europa mit der Festlegung ausschließlich auf die Boden- und Freilandhaltung und der Nicht-Zulassung der ‚Kleingruppenhaltung‘ korrigiert werden muss und dabei alle Haltungsformen einer erweiterten Erprobung und Bewertung zu unterziehen sind.

Dabei sollten sich Wissenschaftler, Politiker, Tier- und Umweltschützer um eine Zusammenarbeit bemühen um Lösungen zu finden und nicht anfangen, auf der Basis von Emotionen oder methodischen Fehlern zu diskutieren und sich gegenseitig zu entwerten.

Dieses ‚Innehalten‘ mache es notwendig, die Übergangsfrist vom 31. Dezember 2006 auf den 31. Dezember 2009 zu verlängern, so der Bundesverband Deutsches Ei.

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