28. November 2003

Möllers: Geld an die Bauern nicht mit der Gießkanne verteilen

Themen: Archiv — info @ 11:11

Ausrichtung der Betriebe auf die Märkte nicht behindern

Münster

Höfken: Agrarreform national auf Erfolgskurs

Themen: Archiv — info @ 11:11

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der Entscheidung der Agrarministerkonferenz zur nationalen Umsetzung der EU-Agrarreform erklärt Ulrike Höfken, agrar- und verbraucherpolitische Sprecherin von Bündnis 90 / Die Grünen:

‚Bund und Länder haben sich gestern in Mecklenburg-Vorpommern auf die nationale Umsetzung der EU-Agrarreform verständigt. Mit der klaren Ausrichtung der künftigen Agrarpolitik in Richtung der regionalen Flächenprämie ist jetzt für die Landwirte mehr Planungssicherheit gegeben. Diese Entscheidung unterstützt unser politisches Ziel: weg von den Subventionen für Produkte, hin zur Finanzierung von gesellschaftlich akzeptierten Leistungen für Pflege und Erhalt unserer Kulturlandschaft, höhere Qualitäten bei der Lebensmittelerzeugung und artgerechte Tierhaltungsverfahren.

Jetzt geht es um die Ausgestaltung der Reformen. Uns ist klar, dass es Anpassungsschwierigkeiten geben wird, besonders in der Milchwirtschaft. Wir werden versuchen, diese Probleme aufzugreifen und Lösungen konstruktiv voranzutreiben.

Deutschland wird mit der Umsetzung der Vorschläge zwei Jahre früher in die Entkoppelung der Prämien einsteigen als von der Europäischen Union gefordert. Hier bieten sich Chancen für die lange geforderte Entbürokratisierung.

Die Bundesregierung wird kurzfristig einen Gesetzentwurf zur Agrarreform einbringen. Wir werden dieses Gesetz im parlamentarischen Verfahren unterstützen.

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Bundesrat: Tierkörperbeseitigung ist öffentliche Aufgabe

Themen: Archiv — info @ 10:11

Länderkammer ruft Vermittlungsausschuss an

Berlin (agrar.de) – Der Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung zu dem Gesetz zur Durchführung gemeinschaftsrechtlicher Vorschriften über die Verarbeitung und Beseitigung von nicht für den menschlichen Verzehr bestimmten tierischen Nebenprodukten den Vermittlungsausschuss angerufen.

Ziel der Anrufung ist es, das Gesetz im Sinne der nicht berücksichtigten Teile der Stellungnahme des Bundesrates vom 26.September 2003 zu ändern. So soll insbesondere die Beseitigung von tierischen Nebenprodukten allein öffentlich-rechtlichen Körperschaften obliegen, da sie in allererster Linie eine seuchenhygienische, dem Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier dienende Aufgabe sei. Der Bundesrat drängt außerdem darauf, dass die Länder auch künftig in Entscheidungen einbezogen werden, die die Rechtsbereinigung und Anpassung des Gesetzes an geltendes EU-Recht betreffen.

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Höfken zu Legehennen-VO: Länder versuchen es mit Trick 17

Themen: Archiv — info @ 09:11

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der Entscheidung des Bundesrates zur Legehennenhaltungsverordnung erklärt Ulrike Höfken, agrar-, verbraucher- und tierschutzpolitische Sprecherin von Bündnis 90 / Die Grünen:

‚Das Ergebnis ist für den Tier- und Verbraucherschutz miserabel. Der beschlossene Antrag will über die Hintertür die alte Käfighaltung wieder einführen. Erst sollen über eine Verordnung die so genannten ‚ausgestalteten‘ Käfige möglich gemacht werden, erst dann nach Jahren die alte Käfighaltung verboten werden. Das heißt: keine tiergerechte Haltungsform – die ist in diesen ausgestalteten Käfigen nicht möglich, und kein klares Datum für den Ausstieg aus der alten Käfighaltung.

Das ist nach unserer Auffassung ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und mit unserer Verfassung nicht vereinbar. Die EU-Richtlinie zur Legehennenhaltung beschreibt nur einen Mindeststandard, der von allen Mitgliedsstaaten eingehalten werden muss. Aber selbstverständlich gelten das deutsche Tierschutzgesetz und die deutsche Verfassung bei der Umsetzung. Und diese verbieten die Käfighaltung.

Die Haltung in den Käfigen ist – bestätigt durch das Bundesverfassungsgerichtsurteil von 1999 – pure Tierquälerei und damit nach Paragraph 2 des Tierschutzgesetzes strafbar mit Gefängnis von 3 Jahren.

Die Übergangsfristen für die Geflügelindustrie sind unseres Erachtens gerade noch an der Toleranzgrenze. Eine Verlängerung darf es nicht geben!

Die so genannten ‚ausgestalteten‘ Käfige sind rein fiktive Haltungsformen, wo selbst die unsägliche Studie der tierärztlichen Hochschule Hannover zugibt, dass dazu keine Aussagen gemacht werden können, weil sie in der Praxis überhaupt nicht erprobt sind.

Die Länder haben sich von den Eierbaronen instrumentalisieren lassen, entgegen den Marktentwicklungen und entgegen den Wünschen der Verbraucher.

Wir haben ein großflächige Kampagne gegen die Käfighaltung gestartet und unterstützen einen gezielten Verbraucherboykott!‘

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Backhaus: Entscheidung der Länder zur Legehennenverordnung ist ein Erfolg für den Tierschutz

Themen: Archiv — info @ 09:11

Berlin (agrar.de) – ‚Mit dieser Entscheidung feiern wir einen Erfolg für den Tierschutz‘, sagte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD) am Freitag nach der Bundesratssitzung zur Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung in Berlin. Die Länderkammer haben mehrheitlich einem Antrag Mecklenburg-Vorpommerns und Niedersachsens zugestimmt, das ein Prüfverfahren für alle Haltungssysteme ausgenommen der konventionellen Käfige vorsieht. Ein Ausstieg der Käfighaltig ist zwei Jahre nach Inkrafttreten der Verordnung vorgesehen. ‚Wir fordern die Regierung auf, die Verordnung unverzüglich zu erlassen. Dann wäre ein Ausstieg aus der Käfigbatterie-Haltung sogar vor 2006 möglich‘, sagte Minister Backhaus. Damit wird der ‚Tierschutz-TÜV‘ für Haltungssysteme aller Tierarten eingeleitet, so der Minister.

Ein Prüfverfahren für Haltungssysteme nach Paragraph 13 des Tierschutzgesetzes stellt sicher, dass auch serienmäßig hergestellte Stallsysteme, die dem Tierschutzgesetz entsprechen und darüber hinausgehen, untersucht werden. ‚Für die Wirtschaft bedeutet das, dass nach Abschluss der Prüfverfahren mehrere tierschutzgerechte Haltungsverfahren zur Verfügung stehen‘, betonte Minister Backhaus. Eine Abwanderung der Betriebe ins Ausland, wo die Eier unter Tierschutzgesichtspunkten völlig unakzeptablen Bedingungen produziert werden, müsse unbedingt aufgehalten werden.

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DBV: Bundesratsentscheidung Erfolg für die Tierhaltung in Deutschland

Themen: Archiv — info @ 09:11

Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung wird Tierschutz voranbringen

Berlin (agrar.de) – Der heutige Beschluss des Bundesrates zur Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung mit der Schweine- und Hühnerhaltungsverordnung dient der Weiterentwicklung eines wirksamen Tierschutzes in Deutschland und ermöglicht im harten, weltweiten Wettbewerb Arbeitsplätze in der heimischen Tierhaltung zu sichern, erklärt der Deutsche Bauernverband (DBV). Im Tierschutz dürfe nicht mit zweierlei Maß gemessen werden. Fortschritte in Deutschland dürften nicht zu Abwanderungen der Produktion an ausländische Konkurrenten führen, die mit wesentlich schlechteren Tierschutzstandards arbeiteten und diese Produkte dann nach Deutschland exportierten. Deshalb habe der Bundesrat heute eine Entscheidung zugunsten der Tiere und des Tierschutzes gefällt; sie berücksichtige aber auch die Wettbewerbssituation der heimischen Tierhalter, betont der DBV. Dies seien die Prinzipien der Nachhaltigkeit.

Mit dem Bundesratsbeschluss werde das Halten von Nutztieren tiergerechter auf Basis wissenschaftlicher Untersuchungen. Keinesfalls werde das Verbot der Haltung von Legehennen in Käfigen auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben, wie Bundesministerin Renate Künast befürchtet. Gemeinsam mit dem Zentralverband der Deutschen Geflügelhalter stellt der DBV fest, dass mit dem Bundesratsbeschluss der Weiterentwicklung von Haltungssystemen wie der Kleingruppenhaltung über ein Prüfverfahren Rechnung getragen werde. Mit der Schweinehaltungs-Verordnung würden bisher fehlende bundeseinheitliche Tierschutzregelungen geschaffen und die Tierschutzerlasse einiger Bundesländer abgelöst werden. Die neuen Vorschriften orientierten sich an den umzusetzenden EU-Vorgaben, gingen jedoch teilweise über eine 1:1-Umsetzung hinaus. Auch wenn der DBV grundsätzliche Bedenken hat, wenn europäisches Recht nicht gleichlautend in deutsches Recht umgesetzt wird, trägt er den Beschluss des Bundesrates mit. Denn die deutschen Schweinehalter könnten in Zukunft unter weitgehend wettbewerbsgleichen Bedingungen in der EU ihre Schweine halten.

Als missverständlich bewertet der DBV die Äußerung von Bundesministerin Künast, den Bundesratsbeschluss nicht unterschreiben zu wollen. Damit stelle sie sich eindeutig gegen Tierschutzverbesserungen unter anderem bei den alternativen Haltungssystemen für Legehennen. Der DBV bietet Bundesministerin Künast die Zusammenarbeit bei diesen Prüfverfahren an. Gleichzeitig appelliert der DBV an die Tierschutzverbände, ihre ideologisch geprägte, die Öffentlichkeit emotionalisierende Debatte über den Tierschutz endlich aufzugeben und die Chance zu nutzen, gemeinsam mit den Bauern die bestehenden Haltungssysteme für Hühner, Schweine und Rinder weiterzuentwickeln und zu optimieren sowie innovative Formen der Tierhaltung im Sinne des Tierschutzes und der ökonomischen Verhältnisse zu schaffen.

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27. November 2003

Steigendes Interesse an Ziegenzucht in Deutschland

Themen: Archiv — info @ 16:11

Ziegenzüchter-Statistik erschienen

Bonn (agrar.de) – In der Ziegenzucht sei die Zahl der in Deutschland gehaltenen Zuchttiere im Jahr 2002 im Vorjahresvergleich um 8 Prozent auf 13.584 Tiere angestiegen. Auch die Zahl der Ziegenzüchter sei nach 2001 wieder um 2,4 Prozent auf nunmehr 1.071 angewachsen. Das betonte die Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Ziegenzüchter (BDZ), Ulrike Höfken (MdB), vor Journalisten in Bonn-Röttgen. Mit der jetzt erschienenen Statistik 2003 werde nach 2001 die zweite vom BDZ selbst zusammengetragene Datenerfassung und -auswertung zur Ziegenhaltung veröffentlicht, nachdem diese von staatlicher Seite vor einigen Jahren eingestellt wurde. Die meisten Zuchttiere seien in Bayern mit 3.092 Tieren, gefolgt von Sachsen mit 2.285 Tieren und Baden-Württemberg mit insgesamt 2.215 Tieren gezählt worden.

Insgesamt würden in Deutschland schwerpunktmäßig 12 Rassen züchterisch betreut. Angaben der BDZ-Statistik zufolge ist in Deutschland bei den Zuchttieren die Rasse ‚Bunte Deutsche Edelziege‘ im Jahre 2003 am stärksten mit 5.317 Tieren bzw. mit 38 Prozent aller Zuchttiere vertreten, gefolgt von der Rasse ‚Weiße Deutsche Edelziege‘ mit 3.750 Tieren (28 Prozent) und der Rasse ‚Burenziege‘ mit 2.120 Tieren (16 Prozent). Die Gesamtzahl aller in Deutschland gehaltenen Ziegen liegt zehnmal so hoch wie die Zahl der Zuchttiere und wird auf 136.000 Tiere geschätzt.

Die durchschnittliche Milchleistung lag in 2003 bei 793 Kilogramm pro Jahr; Spitzenleistungen bei bis zu 1016 Kilogramm pro Jahr. Bezogen auf das Gewicht von Ziegen mit 55 bis 75 Kilogramm beträgt die Milchleistung etwa das 12-fache des Körpergewichtes. Der überwiegende Teil der gehaltenen Ziegen wird zur Ziegenmilcherzeugung eingesetzt. Zunehmendes Interesse findet die Ziegenfleischerzeugung. Der überwiegende Teil der Ziegenmilch und des Ziegenkäses wird über die Erzeuger-Verbraucher-Direktschiene verkauft. Insbesondere im süddeutschen Raum befasst sich eine Reihe von Molkereien mit der gewerblichen Verarbeitung von Ziegenmilch und deren Verarbeitungsprodukten.

Im Zuge der nationalen Umsetzung der jüngsten Reform der EU-Agrarpolitik müsse für die deutschen Ziegenzüchter und -halter eine Lösung erreicht werden, die den Leistungen hinsichtlich Landschaftspflege und Bereitstellung hochwertiger Nahrungsmittel Rechnung trägt, hob die BDZ-Vorsitzende hervor. Erst Ende 2002 sei es dem Bundesverband gelungen, über das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) eine Förderung der Ziegenhaltung in den Berggebieten in Form der Mutterziegenprämie zu erzielen. Der BDZ fordere daher eine stärkere Integration der Ziegenhaltung in Landschaftspflegeprogramme. Ebenso müsse beim EU-Vorschlag zur Einführung einer Einzeltierkennzeichnung und Registrierung von Schafen und Ziegen eine praxisgerechte Lösung erreicht werden.

Fachinformationen zur Gestaltung optimaler Haltungsbedingungen sowie Themen der Landschaftspflege, der Tiergesundheit sowie die Sicherung der genetischen Vielfalt in der Ziegenzucht bot die diesjährige Bundesfachtagung des BDZ in Bonn-Röttgen. Begleitet wurde die Tagung, an der über 100 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet sowie den Niederlanden, Polen und Lettland teilnahmen, von einer Ausstellung über seltene Ziegenrassen. Weiterer Tagungsschwerpunkt bildete eine Exkursion zu einem Landschaftspflegeprojekt mit Ziegen und Schafen in der Wahner Heide im Rheinland sowie zu einem Direktvermarktungsbetrieb.

Die Vorträge sind in einem 52-seitigen Tagungsband zusammengefasst und können beim Rheinischen Ziegenzuchtverband, Endenicher Allee 60, 53115 Bonn, zum Preis von 10 Euro bezogen werden. Die Statistik ist beim Bundesverband Deutscher Ziegenzüchter, Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn, Tel.: 0228-8198-197, Fax: 0228-376449 unter Beifügung eines Verrechnungsschecks oder per E-Mail nach vorheriger Überweisung von 6 Euro erhältlich.

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Hilse: Hühnerhaltung nicht nur emotional betrachten

Themen: Archiv — info @ 16:11

Landvolk-Präsident fordert stärkere Berücksichtigung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse

Hannover (agrar.de) – Bei der im Bundesrat anstehenden Abstimmung über die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung müssen nach Auffassung des niedersächsischen Landvolk-Präsidenten Werner Hilse die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse stärker berücksichtigt werden. Keinesfalls dürften nur Emotionen und subjektives Befinden Richtschnur des politischen Handelns sein. ‚Populistische Totalverbote der Käfighaltung greifen daher zu kurz‘, sagte Hilse. Vielmehr würden unabhängige Forschungs- und Praxisergebnisse belegen, dass eine modifizierte Intensivlegehennenhaltung gegenüber der Freiland- und Bodenhaltung große Vorteile in den Bereichen Lebensmittelsicherheit, Reduzierung des Medikamenteneinsatzes, Umweltbelastung, Wirtschaftlichkeit und Tierschutz aufweist. Besonders die Versuche der Kleingruppenhaltung in ausgestalteten Appartements seien vielversprechend angelaufen und sollten ausgewertet werden.

Nach Angaben Hilses stammt etwa ein Drittel der in Deutschland produzierten Eier aus Niedersachsen. In rund 12.000 Betrieben würden etwa 14 Millionen Legehennen gehalten. Dieser dynamische Wirtschaftszweig in Niedersachsen dürfe nicht geopfert werden, um gleichzeitig die Hennenhaltung in andere Länder mit geringeren Tierschutzstandards zu verlagern. ‚Es geht doch nicht um eine Renaissance der bisherigen Käfighaltung‘, bekräftigte Hilse. Vielmehr sollten mögliche Haltungsalternativen – dazu zähle auch die sogenannte Kleingruppenhaltung – vorurteilsfrei geprüft und danach entschieden werden.

Ebenso wie die Hennen benötigten auch die Schweinehalter alsbald eine Rechts- und Planungssicherheit, um investieren zu können, sagte Hilse. Hier favorisiere das Landvolk Niedersachsen die Vorgaben der EU-Schweinehaltungsrichtlinie in der Umsetzung ‚Eins zu Eins‘. Nationale Verschärfungen würden zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen führen und die Produktionskosten erhöhen. Die Verordnungsvorschläge des Bundeslandwirtschaftsministeriums bezeichnete Hilse als inakzeptabel. Die vom Agrarausschuss des Bundesrates vorgelegten Änderungen der Schweinehaltungsverordnung seien daher unbedingt notwendig und zeigten in die richtige Richtung. Gleichwohl bedeuteten aber auch diese Vorschläge gegenüber der EU-Richtlinie eine erhebliche Verschärfung.

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Wer haftet, wenn Gen-Raps auf dem Nachbaracker auskeimt?

Themen: Gentechnik,Haftung — info @ 16:11

Öko-Institut und VDW fordern, Wahlfreiheit für Verbraucher und Landwirte zu gewährleisten

Freiburg (agrar.de) – Die Novellierung des Gentechnik-Gesetzes soll Transparenz, Klarheit und Sicherheit für Verbraucher und Landwirte in Deutschland schaffen. Doch der Druck auf die Bundesregierung, die Vorgaben der Europäischen Union möglichst gentechnikfreundlich umzusetzen, wächst. Das Öko-Institut (Freiburg) und die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) fordern deshalb die Bundesregierung auf, die Chancengleichheit für eine gentechnikfreie Landwirtschaft, wie auch die Wahlfreiheit der Konsumenten zu gewährleisten.

Es tut sich etwas auf dem Feld der Gentechnik. Anfang Oktober trat eine neue EU-Verordnung in Kraft, die die Kennzeichnung von Gen-Food regelt. Bis April 2004 muss diese von den Mitgliedsstaaten vollzogen sein. Seit Monaten wird außerdem über die Neufassung des Gentechnik-Gesetzes gestritten. Mit der Überarbeitung will die Bundesregierung eine europäischen Rahmenvorgabe (die so genannte Freisetzungs-Richtlinie) zum Anbau und Inverkehrbringen von Genpflanzen in nationales Recht umsetzen. Damit wird geregelt, wer wann und unter welchen Bedingungen gentechnisch veränderte Pflanzen anbauen und verkaufen darf.

Die Novellierung des Gentechnik-Gesetzes ist überfällig. Während die Industrie für lockere Rahmenbedingungen kämpft, erhoffen sich die meisten Verbraucher und Landwirte klare Grenzen und Schutzmaßnahmen. Vor allem Öko-Bauern müssen befürchten, dass ihnen durch das neue Gesetz das gentechnikfreie Wirtschaften unmöglich gemacht werden könnte. Das Öko-Institut e.V. und die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) erwarten klare Vorgaben, die für alle Beteiligten endlich den Umgang mit Gentechnik auf eine faire und dem Vorsorgeprinzip entsprechende Weise regeln.

‚Die Bundesregierung muss mit der Neuregelung des Gentechnik-Gesetzes sicherstellen, dass eine Landwirtschaft ohne Gentechnik möglich bleibt‘, fasst Dr. Beatrix Tappeser vom Öko-Institut Freiburg ihre Position zusammen.

Gemeinsam mit ihren MitarbeiterInnen hat die Leiterin des Forschungsbereichs ‚Biodiversität, Ernährung & Landwirtschaft‘ im Öko-Institut Eckpunkte erarbeitet, deren Umsetzung einen sicheren Umgang mit Gentechnik in der Landwirtschaft erlauben.

Ihre Forderungen an den deutschen Gesetzgeber lauten

1. Wahlfreiheit Verbraucher und Landwirte müssen frei wählen können, ob sie Gentechnik-Produkte kaufen beziehungsweise anbauen wollen oder nicht. Dafür müssen getrennte Produktions- und Verarbeitungswege realisiert werden.

2. Saatgutreinheit Im Saatgut dürfen keine gentechnischen Verunreinigungen toleriert werden.

3. Koexistenz Konventionelle Landwirtschaft und Öko-Landbau dürfen von der Gentechnik nicht unmöglich gemacht werden. Für Pflanzen mit einem besonders hohen Ausbreitungspotenzial muss ein Anbauverbot durchgesetzt werden.

4. Haftungsregelungen Wer durch die Verwendung von Gentechnik Schaden verursacht, muss auch dafür haftbar gemacht werden können. Es muss ein Haftungsfond eingerichtet werden, der diejenigen unbürokratisch entschädigt, deren Ernte durch Pollenflug oder Sameneintrag verunreinigt wurde.

5. Anbauvorgaben Mindestabstände, Heckenpflanzungen und andere Maßnahmen müssen regeln, wie die Koexistenz ermöglicht wird.

Dr. Stephan Albrecht von der VDW sieht diese Forderungen wissenschafts- und gesellschaftspolitisch begründet. ‚Die langjährig vorgetragene Behauptung, dass der Anbau von transgenen Nutzpflanzen im Vergleich zu konventionellen Praktiken keine nachteiligen Wirkungen zeige, ist unzutreffend‘, stellt der Wissenschaftler fest.

Erst im letzten Monat veröffentlichte die britische Roval Society die Ergebnisse einer langjährigen Studie, die einen Zusammenhang zwischen dem Anbau von genmanipuliertem Raps und Zuckerrüben und einem Rückgang der Artenvielfalt nachwies. Ein anderer aktueller Artikel fasst die Ergebnisse verschiedener Studien zu den Gesundheitsauswirkungen von transgenem Futter zusammen und zeigt, dass in allen unabhängigen Studien Hinweise auf einen negativen Einfluss des veränderten Futters auf die Gesundheit der Versuchstiere festgestellt wurde.

Öko-Institut und VDW sind der Ansicht, dass das neue Gentechnik-Gesetz diesen Erkenntnissen Rechnung tragen und dem von der Mehrheit der Bevölkerung geäußerten Wunsch nach gentechnikfreien Lebensmitteln nachkommen muss. Es ist demokratisch hoch bedenklich, dass sich die Regierungen um diese Tatsache schlicht nicht bekümmern, betont Stephan Albrecht.

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Mehr Raps ausgesät

Themen: Archiv — info @ 16:11

Anbaufläche in Niedersachsen deutlich gestiegen – Trockenes Herbstwetter bremste

Hannover (agrar.de) – Niedersachsens Bauern haben den Rapsanbau in diesem Herbst ausgedehnt und damit den derzeit günstigen Marktbedingungen für Ölsaaten Rechnung getragen. Nach Angaben des Landvolks Niedersachsen ist die Anbaufläche nach ersten Berechnungen von 64.167 Hektar (ha) auf 66.170 ha angestiegen. Hinzu kommen 26.350 ha Raps als nachwachsender Rohstoff auf Stilllegungsflächen, im vergangenen Jahr waren es mit 23.533 ha deutlich weniger. Damit wächst der Raps zurzeit auf mehr als 90.000 ha gegenüber 87.700 im Jahr zuvor.

Auch bundesweit hat der Rapsanbau zugenommen, wie die im Auftrag der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (Ufop) erstellte ‚Kleffmann-Studie‘ ergeben hat. Zur Ernte 2004 sind demnach insgesamt 1,227 Millionen ha Winterraps zur Aussaat gekommen, das waren 6.500 ha mehr als in diesem Jahr geerntet worden sind. Davon entfielen 915.700 ha auf den so genannten Food-Winterraps, der vor allem in der Ernährungsindustrie verarbeitet wird. Weitere 311.265 ha Raps wurden auf Stilllegungsflächen zur technischen Verwertung insbesondere für Biodiesel ausgesät. Zwar lag die ursprüngliche Aussaatfläche im vergangenen Jahr höher, durch Auswinterungsschäden musste aber ein Teil der Rapsäcker wieder umgepflügt werden.

Einer noch deutlicheren Ausdehnung des Anbaus stand die große Trockenheit während der Saatzeit im August entgegen. So hat im Wesentlichen der Nordwesten Deutschlands zugelegt, während in Bayern sogar größere Flächenverluste von 12.700 ha zu verzeichnen waren. In den neuen Bundesländern blieb der Anbau dagegen stabil mit Ausnahme von deutlichen Einschränkungen in Mecklenburg-Vorpommern. Im Vergleich zu den übrigen Bundesländern spielt Niedersachsen beim Rapsanbau nur im Mittelfeld. Alle neuen Bundesländer sowie Bayern verfügen über größere Anbauflächen. Wichtigster Rapserzeuger ist Mecklenburg-Vorpommern mit allein gut 213.000 ha. Besonders stark ist der Rapsanbau überall dort, wo keine Zuckerrüben wachsen. Innerhalb der EU ist Deutschland mit Abstand der wichtigste Rapserzeuger.

Bereits vor der Herbstaussaat hatte die Ufop wegen der guten Nachfrage eine Ausdehnung des Anbaus empfohlen. Dem sind viele Bauern gefolgt. Die steigende Nachfrage nach Ölen und Fetten innerhalb Europas beruht zum Teil auf der kräftig wachsenden Biodieselproduktion. Von 1998 bis 2003 hat sich die Produktionskapazität in Deutschland mit etwa 1,1 Millionen Tonnen nahezu verzehnfacht. Dies entspricht einem Rohstoffbedarf bzw. Flächenäquivalent von etwa 700.000 Hektar, mehr als der Hälfte der gesamten deutschen Anbaufläche! Auch am Weltmarkt sind die Aussichten für Ölsaaten derzeit gut. Für die kommende Ernte können die Bauern deshalb mit einer positiven Preisentwicklung rechnen. Schon jetzt werden Kontrakte für die Ernte 2004 zu interessanten Konditionen angeboten.

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