07. November 2003

Österreich: Weinernte von 2,6 Millionen Hektoliter erwartet

Themen: Archiv — info @ 14:11

Erträge gebietsweise stark unterschiedlich

Wien (agrar.de) – In der aktuellen Vorschätzung der Statistik Österreich wird eine Weinernte von 2,58 Millionen Hektoliter prognostiziert, womit das gute Vorjahresergebnis um nur 1 Prozent verfehlt würde.

Der Grundstein für dieses beachtliche Ergebnis wurde durch das hervorragende Blühwetter und das weitgehende Ausbleiben von Spätfrösten gelegt. Die vom Winter reichlich vorhandene Bodenfeuchtigkeit half den tiefwurzelnden Rebstöcken die Hitzeperiode des heurigen Jahres großteils glimpflich zu überstehen. Die Ertragslage wurde durch die im August niedergegangenen Regenfälle soweit stabilisiert, dass auch in den Trockengebieten Ostösterreichs (Weinbaugebiete Thermenregion, Weinviertel, Neusiedlersee, Neusiedlersee Hügelland) – sofern die Ernte nicht bereits im Gange war – befriedigende Erntemengen erzielt werden konnten. Leichtere Hagelschäden wurden in den Bezirken Bruck/Leitha, Mödling, Krems, Deutschlandsberg, Weiz und Hartberg gemeldet. In Wien fielen dem verheerenden Hagelsturm vom 13. Mai drei Viertel der Weinernte zum Opfer.

Aufgrund der nunmehr aktualisierten Flächenverteilung von Rot- und Weißwein gemäß Weinflächenkataster (für Burgenland und Wien) ändert sich die Vormonatsschätzung dahingehend, dass bei Weißwein mit 1,8 Millionen Hektoliter von einem leichten Minus (-1 Prozent) gegenüber 2002 ausgegangen werden kann, während für Rotwein 734.700 Hektoliter (+1 Prozent) geschätzt werden. Allein aus dem Burgenland werden 346.000 Hektoliter (+7 Prozent) Rotwein erwartet, wo die Hauptanbauflächen in den Weinbaugebieten Neusiedlersee mit 127.500 Hektoliter (+4 Prozent) und Mittelburgenland mit 113.900 Hektoliter (+16 Prozent) liegen.

Aus Niederösterreich werden heuer 1,64 Millionen Hektoliter Wein erwartet, was 1 Prozent unter dem Vorjahresergebnis liegen würde. Größere Einbußen von 14 Prozent auf 849.600 Hektoliter werden aus dem Weinbaugebiet Weinviertel gemeldet. Dem stehen sehr gute Ertragserwartungen aus dem Kamp- und Donautal gegenüber. So werden etwa aus dem Kamptal mit 236.600 Hektoliter 21 Prozent mehr Wein erwartet, und das Donauland darf sich mit 164.400 Hektoliter auf ein Plus von 16 Prozent freuen.

Das Burgenland könnte mit 719.500 Hektoliter (-2 Prozent) etwas hinter den Vorjahreswert zurückfallen. Die Ertragslage ist hier ebenfalls zweigeteilt. So werden für die nördlichen Weinbaugebiete Neusiedlersee mit 344.300 Hektoliter (-10 Prozent) und Neusiedlersee Hügelland mit 217.900 Hektoliter (-2 Prozent) rückläufige Ernten befürchtet, während das Mittel- und Südburgenland mit einem Ernteplus von 20 Prozent (132.300 Hektoliter) beziehungsweise 24 Prozent (25.000 Hektoliter) abschneiden dürfte.

Die steirische Weinernte wird auf 216.600 Hektoliter (+21 Prozent) geschätzt. Dabei liegen aus der Südsteiermark die größten Zugewinne (+28 Prozent) auf 116.200 Hektoliter vor. Wien verlor drei Viertel seiner Weinernte an den Hagel; was übrig blieb, dürfte nicht mehr als 4.600 Hektoliter (-76 Prozent) ausmachen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Land Österreich.

DBV: Einseitiges Vorgehen bei Gentechnik wenig förderlich

Themen: Gentechnik,Mais — info @ 13:11

Kritik des Berufsstandes an Alleingang in Sachsen-Anhalt

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Landesbauernverband Sachsen-Anhalt haben den einseitigen vorgezogenen Erprobungsanbau in Sachsen-Anhalt kritisiert. In einer gemeinsamen Erklärung forderten sie eine bundeseinheitliche Initiative.

Die Erklärung des Deutschen Bauernverbandes und des Landesbauernverbandes Sachsen-Anhalt zur Bio- und Gentechnikinitiative in Sachsen-Anhalt im Wortlaut:

‚Mit großer Sorge nehmen der Deutsche Bauernverband und der Landesbauernverband Sachsen-Anhalt zur Kenntnis, dass sich in Sachsen-Anhalt eine Initiative gebildet hat aus Biotechnologie- und Pflanzenzuchtunternehmen mit der Landesregierung, um in Sachsen-Anhalt ein vorgezogenes Anbauprogramm von gentechnisch veränderten Pflanzen (BT-Mais) zu ermöglichen. Dies ist umso verwunderlicher, als Bund und Länder sich bisher noch nicht auf die Umsetzung der EU-Freisetzungsrichtlinie und der EU-Verordnung zur Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit von GVOs sowie Regeln für die Koexistenz verschiedener Anbauverfahren verständigt haben. Der Landesbauernverband hat seine Unterschrift unter das Memorandum mit der Begründung eines fehlenden Rechtsrahmens für die Landwirte abgesagt.

Besser wäre es gewesen, mit allen Bundesländern gemeinsam, die in dieser Frage in sich gespaltene Bundesregierung und offensichtlich handlungsunfähige Regierungskoalition für ein koordiniertes Vorgehen zu gewinnen. In der immer noch sehr emotionalisierten Bio- und Gentechnologiedebatte Deutschlands müssen zuallererst wesentliche Fragen der Koexistenz und damit der Gewährleistung der Wahlfreiheit für Landwirte und Verbraucher (z. B. Abstandsregelungen und Schwellenwerte) geklärt sein und jede Art von Versuchsanbau völlig transparent angelegt werden. Beim geplanten Anbau von Silomais bleiben auch die Auswirkungen auf die Warenkette ebenso unberücksichtigt wie die bisher nicht gelösten Haftungsfragen.

Der Deutsche Bauernverband und seine Landesbauernverbänden lehnen es entschieden ab, wenn jetzt jedes Bundesland Entscheidungen fällt, ohne dass klare Regeln für die Koexistenz festgelegt worden sind. Wenn es nicht gelingt, dies auf europäische Ebene verbindlich vorzugeben, müssen zumindest Bund und Länder jetzt die Voraussetzungen schaffen, die Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit von gentechnisch veränderten Pflanzen und Produkten sowie die für die Bauern wichtigen Fragen der Koexistenz zu lösen. Das wird nur möglich sein, wenn sich Bund und Länder unverzüglich auf einen gemeinsam getragenen Erprobungsanbau verständigen, diesen völlig transparent für die Öffentlichkeit und die beteiligten Wirtschaftssektoren durchführen und wissenschaftlich begleiten lassen. Nur so können Emotionen abgebaut und das Nebeneinander von verschiedenen Anbauverfahren auch auf Dauer ermöglicht werden.

Der Deutsche Bauernverband bietet erneut seine Mitarbeit an, diesen Erprobungsanbau unverzüglich zu organisieren, mit allen gesellschaftlichen Gruppen zu diskutieren und die Ergebnisse zu veröffentlichen. Es ist jetzt vor allem an der Bundesregierung, die Initiative zu ergreifen und mit den Bundesländern eine einvernehmliche Vorgehensweise zu verabreden.‘

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Thema Verbände.

DBV: Landwirtschaft droht weiteres Abstrafen durch Ausbildungsplatzabgabe

Themen: Archiv — info @ 12:11

Landwirtschaft leidet unter Lehrlingsmangel

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) lehnt eine Ausbildungsplatzabgabe strikt ab. So lautet die Stellungnahme des DBV zu den Plänen der rot-grünen Regierungskoalition, sich bereits in der kommenden Woche auf die Einführung einer Ausbildungsplatzabgabe zu einigen. Scharfe Kritik übte der DBV daran, dass mit der drohenden Ausbildungsplatzabgabe in einem Rundumschlag auch die Landwirtschaft abgestraft würde, obgleich die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im laufenden Jahr sogar angestiegen sei. Außerdem leide die Landwirtschaft und die anderen agrarischen Berufe unter Lehrlingsmangel. Gegenwärtig seien noch mehr als 1.000 Lehrstellen unbesetzt, betonte der DBV.

Die Stellungnahme des DBV zur geplanten Ausbildungsplatzabgabe im Wortlaut:

‚Ausbildungsabgabe schafft keine neuen Ausbildungsplätze!

Der Deutsche Bauernverband lehnt die von der SPD-Bundestagsfraktion geplante Gesetzesinitiative zur Erhebung einer Ausbildungsabgabe ab dem 01. Januar 2004 entschieden ab.

Die deutsche Landwirtschaft hat keinen Mangel an Ausbildungsplätzen zu beklagen – im neuen Ausbildungsjahr steigt die Zahl der Ausbildungsplätze in der Landwirtschaft sogar an. Jetzt eine Ausbildungsabgabe zu fordern, ist kontraproduktiv. Gesetzliche Zwangsabgaben bringen den landwirtschaftlichen Betrieben insgesamt mehr Schaden als Nutzen und neue Probleme statt Lösungen.

Im Klartext: Eine Ausbildungsabgabe schafft keine neuen Ausbildungsplätze. Sie hat eher negative Auswirkungen auf die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe mit der Folge eines teilweisen Rückzugs aus der Ausbildung. Denn betriebliches Ausbildungsengagement lässt sich nicht „kaufen“. Es hängt wesentlich vom künftig erwarteten Fachkräftebedarf in den Betrieben ab. Mit der geplanten Umlagefinanzierung werden die Betriebe aber bestärkt, auf eine Ausbildung in anderen Betrieben zu vertrauen. Das verringert die einzelbetriebliche Ausbildungsbereitschaft und -verantwortung und führt zu weiterem Lehrstellenmangel.

Eine Zwangsabgabe trifft alle landwirtschaftlichen Betriebe, auch diejenigen, die ausbilden wollen, aber keine geeigneten Bewerber finden. In den grünen Ausbildungsberufen der Landwirtschaft ist dieser Fall häufig anzutreffen. Jeder Betrieb aber, der aus betriebsindividuellen Gründen nicht ausbildet oder ausbilden kann, wird mit Kosten belastet. Das führt zu einem zusätzlichen Kostenschub für die Landwirtschaft.

Weil Bewerber nicht für den angestrebten Beruf geeignet sind, bleiben seit Jahren trotz insgesamt hoher Nachfrage Ausbildungsplätze unbesetzt. Die Defizite des Schulsystems hat u.a, die internationale PISA-Studie bestätigt. Mangelnde Ausbildungsreife führt oft zur Ablehnung von Bewerbern, obwohl betrieblicher Ausbildungsbedarf besteht. Auch dieses Problem kann nicht durch eine Abgabe gelöst werden.

Die Bürokratiekosten einer Abgabe für eine Abgabenverwaltungsbehörde zur Umlageerhebung, -verwaltung und -verwendung müssen mitfinanziert werden und werden zu einer erheblichen volks- und betriebswirtschaftlichen Verteuerung der Ausbildung führen. Darüber hinaus wird der Verwaltungsaufwand der landwirtschaftlichen Betriebe erhöht, anstatt Bürokratie abzubauen.

Der Deutsche Bauernverband e.V. lehnt daher mit allen Agrarverbänden die Einführung einer gesetzlichen Regelung zur umlagefinanzierten Ausbildung vehement ab.‘

Links zum Thema Bildung und Arbeitsmarkt, Links zum Thema %url4%Verbände%/%.

DBV und ZDG fordern Nachbesserung der Legehennenverordnung

Themen: Archiv — info @ 11:11

Nationaler Alleingang schadet Tieren und Verbrauchern

Berlin (agrar.de) – ‚Unser Idealziel ist eine Haltungsform, die das Wohlbefinden unserer Tiere sichert und zugleich unsere Hennenhalter im Wettbewerb bestehen lässt.‘ Daher brauche der Berufsstand eine vorurteilsfreie Überprüfung aller Haltungsverfahren, auch der ganz neuen Entwicklungen. Das betonte der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Helmut Born, anlässlich eines gemeinsamen Pressegesprächs zur Reform der Legehennenhaltungsverordnung mit dem Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) gestern in Berlin.

Als völlig inakzeptabel kritisierte Born den nationalen Alleingang der deutschen Politik, die der Kleingruppenhaltung von Legehennen trotz guter Ergebnisse im Tierschutz und der Wirtschaftlichkeit keine Chance gebe. Abgesehen von der Wettbewerbsbenachteiligung der deutschen Hennenhalter innerhalb des Europäischen Binnenmarktes lasse auch die Bereitschaft der Verbraucher zu wünschen übrig, für artgerechte Haltungsverfahren entstehende Mehrkosten im Verbraucherpreis zu tragen. Unbegreiflich sei es auch, dass die verantwortlichen Politiker bei den laufenden WTO-Verhandlungen nicht mit größtem Engagement Standards für den Umgang mit Tieren und auch Menschen eingefordert hätten.

Die Umsetzung der EU-Hennenhaltungsrichtlinie unter rein ideologischen Gesichtspunkten in deutsches Recht mache die Weiterentwicklung der deutschen Eiererzeugung unter Berücksichtigung tier-, verbraucher- und umweltrelevanter Aspekte unmöglich. Fest stehe, dass auch die ökonomische Bewertung völlig unberücksichtigt bliebe. So lautet die Kritik des Präsidenten des ZDG, Gerhard Wagner, am deutschen Alleingang bei der Legehennenhaltung mit dem frühzeitigen Verbot der herkömmlichen Käfighaltung und der Nichtzulassung der Kleingruppenhaltung.

Die ökonomischen Auswirkungen des nationalen Alleingangs seien katastrophal: Voraussichtlich würde jeder zweite Arbeitsplatz in der Eiererzeugung verloren gehen. Die Legehennenbestände in Deutschland gingen um über 50 Prozent zurück. Damit reduziere sich die Eiererzeugung um etwa 56 Prozent. Um den Eierbedarf in Deutschland decken zu können, müssten zukünftig etwa 6,4 Milliarden Eier importiert werden. Dies hätte zur Folge, dass 65 Prozent des Gesamtverbrauchs in Deutschland weiterhin ‚Käfigeier‘ wären. Ein Ei aus kontrollierter deutscher Erzeugung würde damit zur Seltenheit, so Wagner.

Der DBV, ZDG und der Bundesverband Deutsches Ei appellierten daher dringend an Bund und Länder, bei den politischen Beratungen der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung die Übergangsfrist für die herkömmliche Käfighaltung bis 2009 zu verlängern. Zudem forderten die Verbände erweiterte Erprobungsmöglichkeiten der Boden- und Freilandhaltung sowie der Kleingruppenhaltung. Nur so bestehe eine Perspektive für die Legehennenhalter in Deutschland. Dem Tierschutz würde in der gesamten EU zum Durchbruch verholfen und Wettbewerbsgleichheit sicher gestellt.

Links zum Thema Gesetze und Verordnungen, Links zum Thema %url4%Verbände%/%.

BDP: Von der Theorie zur Praxis – Startschuss fällt in Sachsen-Anhalt

Themen: Archiv — info @ 11:11

Bonn (agrar.de) – Der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) begrüßt die Anbauinitiative von gentechnisch veränderten Pflanzen des Landes Sachsen-Anhalt. Diese Initiative wird als ein erster Schritt in Richtung eines bundesweiten Programms gesehen.

In diesem Zusammenhang fordert der BDP die Bundesregierung auf, den für die verantwortliche Ausgestaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen notwendigen Erkenntnisgewinn zu ermöglichen und eine bundesweite Anbauinitiative aktiv mit zu tragen und zu gestalten. Denn bisher liegen keine praktischen An-bauerfahrungen in Deutschland vor.

Nach Auffassung des BDP ist das Nebeneinander verschiedener Anbauformen möglich. Die in Frage kommenden Sorten haben alle nach dem Gentechnikgesetz vorgeschriebenen Prüfungen erfolgreich bestanden. Um weitere Erkenntnisse zu gewinnen, muss jetzt auch in Deutschland praktischer Erprobungsanbau stattfinden.

Der BDP ist bereit, mit allen Beteiligten an der Ausgestaltung der Anbauinitiative mitzuarbeiten.

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Thema Verbände.

Milchanlieferungen an Molkereien beachtlich gestiegen

Themen: Archiv — info @ 10:11

Berlin (agrar.de) – Trotz des heißen und trockenen Sommers sind die Milchanlieferungen an die Molkereien in Deutschland im ersten Halbjahr des Garantiemengenjahres 2003/2004 (1. April bis 31. März) stark gestiegen. Das geht aus vorläufigen Berechnungen des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) hervor.

Der Fettgehalt der Anlieferungsmilch ging jedoch zurück. In den Monaten April bis August wurde die anteilige Garantiemenge unterschritten. Durch die starke Steigerung der Anlieferungsmenge im September und durch den geringfügig höheren Fettgehalt gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresmonat, liegt die fettkorrigierte Milchanlieferung im ersten Halbjahr des Garantiemengenjahres 2003/2004 um 0,4 Prozent über der Quotenlinie. Führt eine schlechtere Futterversorgung im Winterhalbjahr zu einem Rückgang der Milchanlieferung gegenüber den vergleichbaren Vorjahresmonaten, kann die Garantiemenge nicht ausgenutzt werden. Bleibt jedoch die Milchanlieferung in den kommenden Monaten annähernd so deutlich wie im September über dem Vorjahresniveau, dann wird die Garantiemenge im Garantiemengenjahr 2003/2004 beträchtlich überschritten.

Milchanlieferungen in der ersten Hälfte des Garantiemengenjahres 2003/04

Gebiet; Milchanlieferungen April bis September in 1000 Tonnen; Veränderung gegen Vorjahr (in Prozent) Deutschland; 13597,2 (2002), 13959,9 (2003); + 2,7 davon: Früheres Bundesgebiet; 10542,7, 10820,4; + 2,6 Neue Länder; 3054,4; 3139,5; + 2,8

Links zum Thema Milchwirtschaft.

Höfken: Anbau von Gen-Mais in Sachsen-Anhalt ist ein Anschlag auf gentechnikfreie Produktion

Themen: Gentechnik,Mais,Umwelt — info @ 10:11

Berlin (agrar.de) – Zum angekündigten großflächigen Erprobungsanbau von gentechnisch veränderten Pflanzen in Sachsen-Anhalt erklärt Ulrike Höfken, agrar- und verbraucherpolitische Sprecherin von Bündnis 90 /Die Grünen:

‚Das Vorgehen der Landesregierung Sachsen-Anhalt und der Biotechnologiefirmen ist ein Schlag gegen die Interessen von Verbrauchern und Landwirten.

Einen Einstieg in den konventionellen Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen lehnen wir ab. Zu viele Fragen der ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen sind noch ungeklärt. Die existenzielle Grundlage der Landwirte und Lebensmittelproduzenten, die weiterhin für einen gentechnik-freien Markt produzieren wollen, ist durch mögliche Verunreinigungen massiv gefährdet.

Heute treten die EU-Verordnungen zur Zulassung, Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit gentechnisch veränderter Lebens- und Futtermittel in Kraft. Wesentliche Fragen der Koexistenz und Haftung hat die EU jedoch nur unzureichend geregelt. Es ist nun die Aufgabe der nationalen Gesetzgebung, diese Lücke zu schließen. Wir werden im Gentechnikgesetz unter Vorsorgegesichtspunkten die offenen Fragen zur Koexistenz, Haftung, Monitoring, Standortregister und dem Schutz ökologisch sensibler Gebiete regeln.

Ohne diesen Rechtsrahmen drohen bei jedem großflächigen Anbau wirtschaftliche Schäden, eine Klageflut und unabsehbare ökologische Folgen. Das kann auch nicht im Interesse der beteiligten Wirtschaftsunternehmen sein.

Wir halten, wie in Großbritannien, Forschungsanbau für akzeptabel, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und die zuständigen Fachbehörden eingebunden sind. Planung und Ergebnisse müssen transparent sein. Eine Verständigung der beteiligten Gruppen – Landwirte, Verbraucher, Industrie, Politik und zuständige Behörden – muss erreicht werden. Die besten Lösungen für ein Monitoring und eine gute fachliche Praxis müssen erforscht und die ökologischen Risiken untersucht werden, wie dies bei den gerade veröffentlichten britischen Studien erfolgt ist. Vor allem muss ein Großversuch ergebnisoffen angelegt sein. Wenn sich zum Beispiel wie in England zeigt, dass Raps sich unkontrollierbar verbreitet, muss auf den Anbau von gentechnisch verändertem Raps verzichtet werden.‘

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Thema Agrarpolitik.

Heftiger Widerspruch gegen Änderung des BLE-Gesetzes

Themen: Archiv — info @ 10:11

Verwaltungsrat für fachliche Kontinuität und nicht parteipolitische Orientierung

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat sich bei einer nichtöffentlichen Anhörung des Landwirtschaftsausschusses des Deutschen Bundestags nachdrücklich gegen die Absicht der Bundesregierung gewandt, das bisherige Vorschlagsrecht des Verwaltungsrates der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) abzuschaffen. Der Stellvertretende DBV-Generalsekretär, Adalbert Kienle, verwies darauf, dass die Vertreter der Wirtschaft, der Gewerkschaften, der Verbraucher, des Bundes und der Länder im BLE-Verwaltungsrat ihre Beratungstätigkeit und das Vorschlagsrecht bisher stets sachbezogen und nicht parteipolitisch wahrgenommen hätten. An dieser fachlichen Kontinuität, die sich auch bei den Lebensmittelkrisen sehr bewährt habe, sollte daher unbedingt festgehalten werden.

Auch die Vertreter des Deutschen Raiffeisenverbandes und des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels plädierten gegen eine Gesetzesänderung. Die BLE habe viele marktorientierte Aufgabenstellungen und wirke damit auf die Dispositionen der Unternehmen. Deshalb sei es ein falsches Signal, wenn jetzt der behördliche Charakter der BLE noch besonders herausgestrichen werde. Die juristischen Einzelsachverständigen vertraten zwar den Standpunkt, dass die Gesetzesänderung gerechtfertigt und ein Anhörungsrecht statt des Vorschlagsrecht des Verwaltungsrats bei der Auswahl des BLE-Präsidenten ausreichend sei. Doch räumten sie ein, dass man es auch anders – nämlich wie bisher – halten könne.

Harsche Kritik am Gesetzentwurf äußerten die Oppositionsparteien im Bundestag. Aus rein machtpolitischen Gründen wolle die rot-grüne Regierung ein bewährtes Modell der institutionellen Zusammenarbeit von Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft beseitigen.

Die BLE mit fast 1.000 Mitarbeitern mit Sitz in Frankfurt wird im kommenden Jahr nach Bonn überwechseln. Sie entstand 1995 durch die Zusammenlegung der damaligen BALM und des Bundesamtes für Ernährung. Die BLE ist die Marktordnungsstelle für die EU-Agrarmarktordnungen in Deutschland und hat darüber hinaus zahlreiche Aufgaben.

Links zum Thema Verbände.

FFH-Nachmeldungen in Bayern: 30 Organisationen richten Erklärung an die Staatsregierung

Themen: Archiv — info @ 09:11

München (agrar.de) – Mit großer Sorge verfolgen der Bayerische Gemeindetag, der Bayerische Landkreistag, der Verband der bayerischen Bezirke sowie die Verbände der Land- und Forstwirtschaft, der Industrie, des Gewerbes und des Handwerks die weitere Nachmeldung Bayerns im Rahmen der Flora-Fauna-Habitat (FFH)- und Vogelschutzrichtlinie. Für die regionale Umsetzung dieser EU-Richtlinien beabsichtigt die Bayerische Staatsregierung nach den bereits gemeldeten 550.000 Hektar weitere Flächen im Umfang von ca. 290.000 Hektar einzubeziehen.

‚Wir appellieren an die Staatsregierung, den bayerischen Städten und Gemeinden, der Industrie, dem Gewerbe, dem Handwerk und der bayerischen Land- und Forstwirtschaft die unverzichtbaren Wirtschaftsräume und Entwicklungsmöglichkeiten zu erhalten und überzogenen Vorstellungen bezüglich des Flächenumfangs der nachzumeldenden Gebiete eine deutliche Absage zu erteilen‘, heißt es in der Erklärung der 30 Organisationen.

Die Beteiligten fordern die Bayerische Staatsregierung auf, das Prinzip der Nachhaltigkeit zu beachten. Ökonomische, ökologische und soziale Belange seien gleichberechtigt zu verfolgen, um den berechtigten Interessen des ländlichen Raums Rechnung zu tragen. Soweit weitere Gebiete nachgemeldet werden müssten, seien vorab die Entwicklungsmöglichkeiten von Industrie, Gewerbe, Handwerk, Land- und Forstwirtschaft sowie der Kommunen vorrangig und nachhaltig sicherzustellen. Die Eigentums- und Nutzungsrechte müssten unangetastet bleiben. Die Betroffenen, wie auch ihre Verbände und Berufsstände erwarten, unverzüglich und umfassend beteiligt zu werden. In dem vom Umweltministerium angekündigten Dialogverfahren müssten die Anliegen der Betroffenen berücksichtigt werden. Für die weitere Nachmeldung von Flächen wird der Staat aufgefordert, soweit wie möglich Flächen bereitzustellen.

Die Organisationen befürchten, dass nun auch die Grundstücke und Flächen betroffen sind, die bei der letzten FFH-Meldung aus gutem Grund ausgeklammert wurden. Neben öffentlichen Bedarfsflächen und kommunalen Flächenressourcen werden mit hoher Wahrscheinlichkeit nun verstärkt die im Privateigentum stehenden Grundstücke erfasst werden.

Links zum Thema Landschaft und Natur, Links zum Thema Verbände.

Hessen: Kompostierung von Bioabfällen

Themen: Hessen — info @ 09:11

Anlagen nahmen 2001 rund 570.000 Tonnen entgegen

Wiesbaden (agrar.de) – Auf den 83 Kompostierungsanlagen der hessischen Entsorgungswirtschaft wurden im Jahr 2001 rund 569.000 Tonnen Abfälle eingesetzt. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, lag der Anteil kompostierbarer Abfälle aus der Biotonne an der Gesamteinsatzmenge bei 57 Prozent, Garten- und Parkabfälle machten 40 Prozent aus. Bei den übrigen vier Prozent handelte es sich um sonstige Abfälle. Gegenüber dem Jahr 2000 gelangten 21.000 Tonnen weniger Abfälle auf die Anlagen, nachdem sich die Anlieferungsmengen in den ersten fünf Jahren der Erhebung kontinuierlich erhöht hatten. Die Steigerung bis zum Jahr 2000, als mit 590.000 Tonnen die größte Menge erreicht wurde, betrug insgesamt 139.000 Tonnen oder 31 Prozent.

Die überwiegende Zahl der vom Hessischen Statistischen Landesamt befragten Anlagen produzierte aus den biogenen Abfällen Kompost. Daneben wurden aber auch Biogas- und Vergärungsanlagen, die neben Flüssigdünger vor allem Wärme erzeugen, in die Befragung einbezogen. Alle zwei Jahre liegen zusätzliche Angaben zu den erzeugten Mengen an Kompost vor. So erzeugten die Anlagen im Jahr 2000 rund 270.000 Tonnen Kompost. Knapp drei Fünftel davon wurden an die Land- und Forstwirtschaft abgegeben. Weitere 15 Prozent erhielten private Haushalte. Der restliche Teil wurde bei der Landschaftsgestaltung und -pflege verwendet.

Links zum Thema Kompost, Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

Seiten: << 1 2 3 ...15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 >>



   (c)1997-2017 @grar.de