11. November 2003

Frische Pilze aus Polen

Themen: Archiv — info @ 09:11

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden nach vorläufigen Ergebnissen der Außenhandelsstatistik in den ersten acht Monaten des Jahres 2003 insgesamt 45.660 Tonnen frische Pilze im Gesamtwert von 109 Mill. Euro nach Deutschland eingeführt. Das waren mengenmäßig 25 Prozent und beim Wert fast 30 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Hauptlieferländer waren Polen, das mit 21.700 Tonnen 47 Prozent der Gesamtmenge lieferte, gefolgt von den Niederlanden mit 17.800 Tonnen, der Russischen Föderation (1.553 Tonnen) und Weißrussland (Belarus) mit 1.517 Tonnen.

An der Spitze der eingeführten Pilzarten lag mit einem Anteil von 80 Prozent (36.860 Tonnen im Wert von 64 Mill. Euro) der Champignon (Gattung Agaricus). Bei den Edelpilzen erreichten der Pfifferling mit 4.900 Tonnen (im Wert von 32 Mill. Euro) und Steinpilze mit 87.800 Kilo (im Wert von 850.000 Euro) die höchsten Einfuhrergebnisse.

Im gleichen Zeitraum wurden 8.500 Tonnen frische Pilze im Wert von 17 Mill. Euro ausgeführt. Die Hauptabnehmerländer waren die Niederlande: Dorthin ging mit 6.500 Tonnen etwa 68 Prozent der Ausfuhren , gefolgt von Frankreich mit 1.800 Tonnen und Großbritannien mit 41 Tonnen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

08. November 2003

Höhn: Situation der NRW-Wälder ist weiterhin labil

Themen: Archiv — info @ 14:11

Durch den heißen und trockenen Sommer haben leichte Waldschäden zugenommen – Starke Waldschäden stagnieren bei 24 Prozent – Versauerung der Böden schreitet trotz geringerer Säurebelastung aus der Luft landesweit voran

Düsseldorf (agrar.de) – Die Lage der nordrhein-westfälischen Wälder bleibt weiterhin labil. Die Erholungsphase und der deutliche Rückgang der starken Baumschäden der letzten zwei Jahre hat sich nicht weiter fortgesetzt. Die Zahl der stark geschädigten Bäume stagniert bei 24 Prozent. In den letzten 20 Jahren ist die Zahl der gesunden Bäume von 60 auf aktuell 27 Prozent gesunken. Das dokumentiert der vierte Bericht zum ökologischen Zustand des Waldes in NRW.

Der heiße und trockene Sommer hat darüber hinaus zum Anstieg der leichten Baumschäden in den nordrhein-westfälischen Wäldern um 6 Prozentpunkte auf 49 Prozent geführt. Vor allem die Fichte und die insgesamt am stärksten geschädigte Baumart, die Eiche, sind davon betroffen. Auch die mit den Jahren 1994/95 vergleichbar hohen Ozonwerte haben den Wald geschwächt. Die Trockenheit und Wärme haben außerdem die Entwicklung des Borkenkäfers vor allem in Fichtenbeständen stark gefördert. Falls es im nächsten Frühjahr wieder sehr trocken und warm werden sollte, dann könnte dies im kommenden Jahr zu starken Schäden durch den Borkenkäfer führen.

Umweltministerin Bärbel Höhn: ‚Durch die Luftreinhaltepolitik der vergangenen Jahre haben wir zwar eine deutliche Verminderung der Säureeinträge insbesondere bei Schwefeldioxid durch die Industrie erzielt. Hauptprobleme bleiben jedoch der Verkehr und die Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft. Unsere Böden sind durch die Belastungen der letzten Jahrzehnte landesweit übersäuert. Vor allem die Langzeitwirkung von Säure- und Stickstoffemissionen aus Landwirtschaft, Verkehr und Industrie ist für die dauerhaft labile Situation der Wälder verantwortlich. Hinzu kommen die Auswirkungen des trockenen Sommers. Um dem Ökosystem Wald auf lange Sicht helfen zu können, brauchen wir eine weitere Schadstoffreduktion, z.B. durch eine umweltverträglichere Landwirtschaft, regenerative Energien, eine weitere Verringerung der Abgasbelastung und eine stärkere Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel.‘

Die Schadensbilanzen der Bäume im Einzelnen:

Die Eiche ist wieder die am stärksten geschädigte Baumart in NRW. Seit dem letzten Jahr sind die deutlichen Schäden vor allem wegen der Trockenheit sprunghaft um 11 auf nunmehr 40 Prozent gestiegen.

Die deutlichen Schäden bei der Buche sanken um 12 Prozentpunkte auf 25 Prozent. Die schwachen Schäden haben jedoch um 13 Prozentpunkte zugenommen. Die leicht positive Entwicklung könnte sich im nächsten Jahr durch eine Ausbreitung der Buchenrindenkrankheiten als Spätfolge der Hitzeperiode verschlechtern.

Vergleichsweise geringer geschädigt sind die Nadelbaumarten Fichte und Kiefer. Der Anteil der deutlichen Schäden hat sich aber von 19 auf 20 Prozentpunkte bei der Fichte und von 15 auf 20 Prozentpunkte bei der Kiefer erhöht.

Der vierte aktuelle ‚Bericht über den ökologischen Zustand des Waldes 2003‘ enthält die Ergebnisse der landesweiten Kronenzustandserhebung an 525 Waldbeständen mit nahezu 10.000 Einzelbäumen, forstmeteorologischer Messungen und Erhebungen über Schadorganismen. Der vollständige Bericht mit detaillierten Informationen zum ökologischen Waldzustand 2003 kann im Internet abgerufen werden.

Links zum Thema Wald und Forst, Links zum Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Stächele: EU-weit Transportzeiten für Schlachttiere begrenzen

Themen: Archiv — info @ 11:11

Ablehnung der EU-Verordnung im Bundesrat, da die Verbesserungen nicht weit genug gehen / Harmonisierung der Standards angestrebt

Berlin (agrar.de) – Der Bundesrat hat gestern den von der EU-Kommission vorgelegten Vorschlag für eine Verordnung über den Schutz von Tieren beim Transport mehrheitlich abgelehnt. Minister Willi Stächele unterstrich als Vertreter der Länder die vor allem von Baden-Württemberg geforderte Verkürzung der Transportzeiten für Schlachttiere auf acht Stunden. Für die im Zeichen des baden-württembergischen HQZ hergestellten Produkte gilt bereits die Transportbeschränkung auf vier Stunden. Zudem sollen nach Stächeles Forderung die EU-Exportbeihilfen für lebende Schlachttiere gestrichen werden.

‚Der Schutz beim Tiertransport muss dringend auf EU-Ebene harmonisiert und weiterentwickelt werden‘, forderte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum am Freitag in Berlin. ‚Die EU hat Vorschläge eingebracht, die uns dabei voranbringen, jedoch nicht ausreichen‘, erklärte Stächele. ‚Grundsätzlich sollte die Dauer von Tiertransporten so kurz wie möglich sein, um die Belastungen für die Tiere auf ein Mindestmaß zu reduzieren‘, betonte der Minister. Den Vorschlag der EU, Schlachttiertransporte zunächst auf neun Stunden Fahrtzeit mit einer anschließenden Ruhepause von zwölf Stunden zu begrenzen und anschließend die Fortsetzung dieser Abfolge unbegrenzt zuzulassen, lehnt der baden-württembergische Tierschutzminister entschieden ab.

Für überfällig hält Stächele die Abschaffung der Exportbeihilfen für Schlachttiere in bestimmte Drittstaaten. ‚Die Anreize zur Ausfuhr lebender Schlachttiere müssen weg‘, sagte Stächele. Neben der Begrenzung der Transportzeiten sei auch entscheidend, dass in der EU mit einem leichten Rückgang der Rindfleischerzeugung, knapp an den Selbstversorgungsgrad zu rechnen sei. ‚Damit gibt es auch aus Sicht der Marktverwaltung künftig keine stichhaltigen Argumente für Exporterstattungen für lebende Schlachtrinder mehr‘, bekräftigte Minister Stächele in Berlin.

Links zum Thema EU und Landwirtschaft, Links zum Thema Agrarpolitik.

Bayern: Ökolandbau im Verbund

Themen: Archiv — info @ 10:11

München (agrar.de) – Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und das Agrarbildungszentrum (ABZ) Schönbrunn bei Landshut des Bezirks Niederbayern werden künftig beim Ökolandbau eng zusammen arbeiten. Eine entsprechende Vereinbarung haben Landwirtschaftsminister Josef Miller und Bezirkstagspräsident Manfred Hölzlein in München unterzeichnet.

Die Kooperation ist laut Miller ein weiterer Schritt, um den Ökologischen Landbau im Freistaat voran zu bringen. Dazu wird die LfL ihre Versuche zu ackerbaulichen Fragen des Ökolandbaus auf den Standort Schönbrunn konzentrieren und zusammen mit dem ABZ durchführen. Der Bezirk stellt für die Forschungsprojekte Flächen, Betriebsräume und Maschinen zur Verfügung, die LfL den Großteil des Personals. Von der Kooperation verspricht sich der Minister Synergieeffekte und ein noch effektiveres Versuchswesen. Vereinbart wurde auch eine Zusammenarbeit des neuen Ökoverbundes mit der Schönbrunner Fachschule für Agrarwirtschaft – Fachrichtung ökologischer Landbau – bei der Weiterbildung und überbetrieblichen Fortbildung für Landwirte. Die Schule gewinnt damit laut Miller weiter an Profil: ‚Neue Erkenntnisse kommen künftig auf direktem Weg den Studierenden und späteren Ökobauern zugute.‘

Die Vereinbarung mit dem Bezirk Niederbayern basiert laut Miller auf einem Beschluss des Bayerischen Ministerrats vom Juli dieses Jahres. Danach sollen die Lehr-, Versuchs- und Fachzentren der LfL mit den landwirtschaftlichen Bezirkseinrichtungen künftig noch enger kooperieren als bisher.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Bundesland %url4%Bayern%/%.

07. November 2003

Agritechnica-Karten: Die Gewinner

Themen: Archiv — info @ 16:11

Bielefeld/Rheine (agrar.de) – AGROCOM und @grar.de haben Eintrittsfreikarten für die Agritechnica in Hannover verlost. Ob Sie gewonnen haben, erfahren Sie am Ende dieser Mitteilung.

+++ AGRO-NET NG setzt Maßstäbe im Büro +++ —————————————— Praxisgerechte Officelösungen im Pflanzenbau müssen Übersichtlichkeit schaffen, einfach zu bedienen sein und bereichsübergreifend arbeiten. Und genau das macht AGRO-NET NG: Die Software mit digitaler Betriebskarte bietet Schlagkartei, Flächenmanagement und Ertragskartierung auf einer gemeinsamen Datenbasis.

+++ Messerabatt für InVeKoS-Feldblockbetrachter +++ ————————————————— 20 EURO und keinen Cent mehr! Wer sich auf die EU-Antragsanforderungen von morgen gezielt vorbereiten will, kommt am Feldblockbetrachter von AGROCOM nicht vorbei. Zum einmaligen Messepreis!

+++ ACT II-60 im Test erfolgreich +++ ————————————- Auf Initiative der DLG treffen sich Hersteller von ISOBUS-Komponenten, um ihre Entwicklungen zu diesem Standard auf Funktionalität und Kompatibilität zu testen. Auf einem solchen „Plugfest“ prüften die Experten das AGROCOM COMPUTER TERMINAL ACT II-60. Es hinterließ bei allen Beteiligten einen hervorragenden Eindruck und bewies seine uneingeschränkte ISOBUS-Tauglichkeit.

+++ „Precision Farming“ zu gewinnen +++ ————————————— Ein Besuch auf dem AGROCOM-Stand lohnt einmal mehr: Unter allen Besuchern, die sich mit ihrer E-Mail registrieren, verlosen wir täglich mehrmals das Buch „Zukunftsträchtiger Ackerbau unter Nutzung von Systemen der Computer- und GPS-gestützten teilflächenspezifischen Bewirtschaftung“ von Prof. Dr. Günter Hasert.

+++ AGRO-MAP auf der Überholspur +++ ———————————— Ertragskartierung für Einsteiger und Profis, dafür steht die Systemfamilie AGRO-MAP. Die modular erweiterbare Lösung verbindet präzise Technologie auf dem Mähdrescher mit grafischer Finesse auf dem PC. Wohl deshalb ist AGRO-MAP Start bereits Standardausstattung auf dem LEXION 580. Zur Auswertung von Ertragskartierungsdaten der NEW HOLLAND CX- und CR-Serien ist AGRO-MAP NH im Einsatz.

+++ Zertifiziert: SUPERKUH eBesa +++ ———————————— Mit Brief und Siegel im Einsatz ist die Software SUPERKUH eBesa. Sie erstellt elektronische Besamungsmeldungen an die Rinderunion Baden-Württemberg.

+++ Verlosung +++ —————– Wir bedanken uns für die zahlreiche Teilnahme an unserer Verlosung. Hier nun die Namen der Gewinner (nach PLZ):

Berthelsdorfer Agrargenossenschaft e.G., Großhennersdorf Thomas Fischer, Quellendorf Steinbachhof GmbH, Oberröblingen Katja Schneider, Berlin Arnd Dallmann, Heidenau Ralf Weber, Amelinghausen Gutsverwaltung Schönau, Reinbek/Ohe Ralf Höhrmann, Brest Volker Diederichsen, Mohrkirch Jürgen Rühmann, Pemeln Hans-Gerd Behrens, Hatten Engbert Schulte, Bunde-Boes Gerhard Biester, Pattensen Jasmin Stach, Duingen Christopher Vieregge, Dörentrup Karl-Heinz Kirchner, Haunetal Torsten Sprenger, Göttingen Michael Dornte, Moringen-Lutterbeck Münchhoff Rimpau, GbR Derenburg Agrarwirtschaftsbetrieb Demsin GmbH, Klein Demsin Nicole Dutzi, Düsseldorf Johannes Meuleners, Tönisvorst Sabrina Schnückler Telgte Gerhard Bergjan, Isterberg Stefan Brundert, Badbergen Martin Berg, Bonn Uwe Schulz, Groß Gerau-Dornheim Rainer Mannweiler, Niederkirchen Stefan Beck, Eggmühl Leo Hoffmann, Riedhausen Lohnunternehmen Kobler GdbR, Neukirchen Tobias Becker, Werther H. Fachberger, A St. Florian b. Linz

Auch wenn Sie keine Eintrittskarte zur Agritechnica gewonnen haben sollten: Wir freuen uns, Sie an unseren Messeständen begrüßen zu dürfen.

Hier finden Sie Produkte und Lösungen von AGROCOM auf der AGRITECHNICA:

– AGROCOM, Halle 8, Stand B12 – CLAAS, Halle 4 – CLAAS Industrietechnik, Halle 7, Stand E29 – Bundesverband der Lohnunternehmer, Halle 4, Stand A53 – DLG Special Düngung und Pflanzenschutz, Halle 8, Stand E28b – DLG Neuheiten, Halle 3, Stand A15 – AMAZONE, Halle 17, Stand C54 – Boegballe, Halle 17, Stand C16 – Fritzmeier, Halle 8, Stand B11 – SULKY, Halle 17, Stand D05 – Väderstad, Halle 2 Stand A40

Links zum Thema Agrarsoftware, Links zum Thema %url4%Messen%/%.

Sachsen-Anhalt: Öko-Anbauverbände und Unternehmen starten Gentechnik-Aufruf „Wahlfreiheit erhalten“

Themen: Gentechnik,Umwelt — info @ 16:11

Greifenhagen/Wanzleben/Schwanefeld (agrar.de) – Die Öko-Anbauverbände Sachsen-Anhalts – Bioland, Gäa, Demeter und die APÖL als Interessenvertretung der Verbände Naturland, Biopark und der Biohöfegemeinschaft – haben eine Initiative für eine Landwirtschaft ohne Gentechnik in Sachsen-Anhalt gestartet. In dem Aufruf ‚Wahlfreiheit erhalten‘ (siehe unten) wird die sachsen-anhaltinische Landesregierung aufgefordert:

– die landwirtschaftlichen Betriebe, die ohne Gentechnik wirtschaften, vor Kontaminationen zu schützen

– die Unternehmen der ökologischen Lebensmittelwirtschaft durch die Gentechnik nicht zu gefährden

– sich im Bundesrat für klare und strenge Regeln bei dem Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen einzusetzen.

Bereits 19 Institutionen und Unternehmen auf Landes- und Bundesebene unterstützen die Initiative. Dabei ist die gesamte Lebensmittelbranche vertreten, angefangen bei den Landwirten über die Le-bensmittelverarbeiter bis hin zu den Verbrauchern.

Das heute von der Landesregierung initiierte Memorandum zur Biotechnologie kann hingegen nur auf die Unterstützung der Biotechnologiebranche verweisen. Die Tatsache, dass selbst die großen Landwirtschaftsverbände in Sachsen-Anhalt nicht bereit waren, das Memorandum zu unterzeichnen zeigt, dass auch die konventionelle Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt zukünftig den Markt für Lebensmittel ohne Gentechnik bedienen will.

Damit unterstützt die Landesregierung einseitig eine einzige Branche gegen den Willen der Verbraucher, der Landwirtschaft und der Lebensmittelverarbeiter. Das ist politisch nicht verantwortlich. Zurzeit werden von der EU (Saatgut-Richtlinie) und der Bundesregierung (Gentechnikgesetz) wichtige Gesetze zur Regelung der sogenannten Koexistenz von Landwirtschaft mit und ohne Gentechnik erarbeitet. Das Land Sachsen-Anhalt sollte ein eigenes Schutzkonzept für die Landwirtschaft ohne Gentechnik entwickeln. Sie soll sich nicht zur Wegbereiterin dieser Risikotechnologie machen lassen.

Aufruf ‚Wahlfreiheit erhalten‘

Existenz einer Landwirtschaft ohne Gentechnik sicherstellen Gefährdung durch den Anbau von transgenen Pflanzen ausschließen

Eine Initiative der Öko-Anbauverbände sowie von Unternehmen der ökologischen Lebensmittelwirtschaft in Sachsen-Anhalt.

Die Zukunft der europäischen Landwirtschaft liegt in der hohen Qualität ihrer Produkte und im Vertrauen der Verbraucher. Hierfür ist eine Landwirtschaft ohne Gentechnik die Basis. Auch zukünftig muss es deshalb möglich sein, ohne Gentechnik zu produzieren.

Über 70 Prozent der Verbraucher in der EU lehnen den Einsatz von Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmitteln ab, ca. 70 Prozent der Landwirte wollen diese Risikotechnologie nicht einsetzen. Diesen Anliegen muss Rechnung getragen werden. Das Recht auf eine Ernährung ohne Gentechnik muss gesetzlich verankert und ein konsequenter Verbraucherschutz umgesetzt werden.

Lebensmittel, die ohne Gentechnik hergestellt werden, müssen ein Markenzeichen für den hohen Qualitätsstandard von Lebensmitteln aus Sachsen-Anhalt bleiben.

In Sachsen-Anhalt wirtschaften mehr als 250 landwirtschaftliche Betriebe auf über 35.000 ha nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus. Damit sind Sachsen-Anhalts Bio-Betriebe ein wichtiger Rohstofflieferant für verarbeitende Unternehmen der ökologischen Lebensmittelwirtschaft auch über die Grenzen von Sachsen-Anhalts hinaus. Daneben gibt es auch in Sachsen-Anhalt vermehrt Unternehmen, die auf die Verarbeitung von Erzeugnissen aus kontrolliert biologischem Anbau setzen.

Damit ist der ökologische Landbau ein bedeutender Wirtschaftssektor im Agrarbereich und aufgrund seines überdurchschnittlichen Personalbedarfs auch ein wichtiger Arbeitgeber im ohnehin strukturschwachen ländlichen Raum.

Darüber hinaus wird die ökologische Lebensmittelwirtschaft im besonderen Maße den Anforderungen, den die Verbraucher-/innen an eine nachhaltige und tierschutzgerechte Landwirtschaft stellen, gerecht. Dies beinhaltet auch den konsequenten Verzicht auf die Anwendung von Gentechnik in der landwirtschaftlichen Produktion. Die Freiheit, einen Anbau ohne Gentechnik auch zukünftig betreiben zu können, muss sowohl für konventionell als auch für ökologisch wirtschaftende Betriebe unbedingt erhalten bleiben.

In dem zu verabschiedenden Gentechnikgesetz müssen hierfür die Rahmenbedingungen geschaffen werden. Oberste Priorität muss hierbei der Schutz eines gentechnikfreien Anbaus haben. Dies schließt die Haftung für evtl. auftretende Schäden ein. Die derzeit geltenden Haftungsregeln reichen hierfür nicht aus. Es muss sichergestellt sein, dass die Haftungsregeln dem Verursacherprinzip folgen. Außerdem dürfen die Kosten für zusätzlich notwendige Untersuchungen und Vorbeugemaßnahmen nicht der Landwirtschaft, die keine Gentechnik einsetzt, aufgebürdet werden.

Wir fordern die Landesregierung von Sachsen-Anhalt auf: – dem Verbraucherwunsch nach nicht gentechnisch manipulierten Lebensmitteln gerecht zu werden

– die landwirtschaftlichen Betriebe, die sich für eine Produktion ohne Gentechnik entscheiden, vor Kontaminationen zu schützen

– die Existenz der Unternehmen der ökologischen Lebensmittelwirtschaft nicht durch die Gentechnik zu gefährden

– die Arbeitsplätze in den Betrieben der ökologischen Lebensmittelwirtschaft nicht zu gefährden

– die Chancen einer Produktion ohne Gentechnik für den Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt innerhalb des nach der EU-Osterweiterung weltweit größten Binnenmarktes zu nutzen

– sich im Bundesrat für einen umfassenden Schutz einer Landwirtschaft ohne Gentechnik einzusetzen und klare und strenge Regeln für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen zu fordern

– das sachsen-anhaltinische Agrarmarketing gezielt und schwerpunktmäßig zur Profilierung einer Landwirtschaft ohne Gentechnik einzusetzen

– umfassend über jegliche geplanten Vorhaben bzgl. des Einsatzes der Gentechnik in der Landwirtschaft zu informieren

Die Initiative wird unterstützt von:

Institutionen in Sachsen-Anhalt: attac-Halle Südstrasse 47 06110 Halle APÖL Dorfstrasse 26 39343 Schwanefeld Bioland e.V. Sachsen-Anhalt Winkel 7 06333 Greifenhagen BUND Sachsen-Anhalt e.V. Olvenstedter Str. 10 39108 Magdeburg Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND Regionalverband Mühlweg 46 06114 Halle Halle-Saaleverband Bündnis 90/Die Grünen Gr. Klausstrasse 11 06108 Halle Regionalverband Halle-Saalkreis Demeter Sachsen-Anhalt e.V. Windmühlenbreite 25d 39164 Wanzleben Arbeitsgemeinschaft für biologisch-dynamischen Landbau Gäa e.V. Sachsen-Anhalt Windmühlenbreite 25d 39164 Wanzleben Vereinigung ökologischer Landbau Grünstempel-Ökokontrollstelle Windmühlenbreite 25d 39164 Wanzleben EU Kontrollstelle für ökologische Erzeugung und Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte Entwicklungsbüro ökologischer Landhof Lindenberg 39615 Lindenberg Landbau

Institutionen auf Bundesebene: Bioland e.V. Bundesverband Kaiserstr. 18 55116 Mainz Biopark e.V. Karl-Liebknecht-Str. 26 19395 Karow BÖLW e.V. Marienstrasse 19-20 10117 Berlin Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft BUND e.V. Bundesverband Am Köllnischen Park 1 10179 Berlin Bund für Umweltund Naturschutz Deutschland Gäa e.V. Bundesverband Am Beutlerpark 2 01217 Dresden Vereinigung ökologischer Landbau

Unternehmen: Bioland Markt GmbH Mitte Londorfer Str. 28 35305 Grünberg Bohlsener Mühle Mühlenstrasse 1 29581 Bohlsen Naturkost Erfurt GmbH Greifwalder Str. 27 99085 Erfurt Öko-Korn-Nord w.V. Wulfsoder Weg 5 21386 Betzendorf

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Thema Verbände.

Thalheim: Regionalmodell bei Entkopplung ist alternativlos

Themen: Archiv — info @ 15:11

Staatssekretär gegen Anwendung des Betriebsmodells

Altmittweida (agrar.de) – ‚In der Frage der Entkopplung führt langfristig kein Weg am Regionalmodell vorbei.‘ Hierauf wies der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL), Dr. Gerald Thalheim, anläßlich einer agrarpolitischen Veranstaltung in Altmittweida (Sachsen) am 5. November hin. Mit Blick auf die laufenden Beratungen zwischen Bund und Ländern bezeichnete er das von unterschiedlicher Seite immer wieder in die Diskussion gebrachte Betriebsmodell als ein Auslaufmodell. Dies beweise auch der jüngst vorgelegte Vorschlag der EU-Kommission, der eine Übertragung des Regionalmodells auf die neuen Mitgliedstaaten vorsehe.

Die Wahl des Entkopplungsmodells steht im Mittelpunkt der Beratungen zur nationalen Umsetzung des Luxemburger Beschlusses zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik. Der Beschluss lässt den Mitgliedstaaten in dieser Frage einen Spielraum für die nationale Ausgestaltung.

‚Niemand soll sich der Illusion hingeben, dass eine Agrarförderung langfristig verteidigt werden kann, die darauf aufbaut, alte Besitzstände zu wahren‘, betonte der Staatssekretär. Genau dies sei aber das Grundprinzip des Betriebsmodells. Mit Blick auf die notwendige gesellschaftliche Akzeptanz der Direktzahlungen sei das Regionalmodell alternativlos, so Thalheim. Denn von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich hohe Prämienrechte ließen sich nicht mit dem Grundsatz in Einklang bringen, dass entkoppelte Prämien als Entgelt für Leistungen im Verbraucher-, Umwelt- und Tierschutz sowie zum Erhalt der Kulturlandschaft gezahlt werden. Im Übrigen sei bei Anwendung des Betriebsmodells mit einer hohen Anzahl von Härtefällen zu rechnen, die sich allein daraus ergäben, dass der Referenzzeitraum im Gegensatz zum Regionalmodell in der Vergangenheit liege.

Der Agrarpolitiker sprach sich dafür aus, in einer Übergangsphase zunächst eine Kombination aus beiden Ansätzen anzuwenden. Dies sei sinnvoll, um die sich aus der Umverteilung der Prämien ergebenden Effekte abzumildern. ‚Bis zum Jahr 2012 sollten wir jedoch bei einheitlichen Hektarprämien angekommen sein.‘

Links zum Thema EU und Landwirtschaft, Links zum Thema Agrarpolitik.

BBV: Bewährte Gesetze beibehalten

Themen: Archiv — info @ 15:11

Bundeswaldgesetz und Bundesjagdgesetz gewährleisten den Schutz des Waldes

München (agrar.de) – Das Präsidium des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) hat zu den von der Bundesregierung geplanten Novellen zum Bundeswaldgesetz und zum Bundesjagdgesetz zwei Stellungnahmen verabschiedet.

Darin lehnt das BBV-Präsidium eine Änderung des Bundeswaldgesetzes entschieden ab. Das bestehende Bundeswaldgesetz habe sich bestens bewährt und gewährleistet auch weiterhin vorbildlich eine zeitgemäße und ausgewogen nachhaltige Waldpflege. ‚Wer dem Wald helfen will, muss den Wald pflegen und sein Holz verwenden‘, stellt das Präsidium fest.

Keine Ökologie ohne Ökonomie

Die von der rot-grünen Bundesregierung angedachten Änderungen des Bundeswaldgesetzes, insbesondere die Definition der ‚guten fachlichen Praxis‘, würde die überlebensnotwendige Wirtschaftlichkeit der Waldpflege völlig blockieren. Die Befürchtungen des Berufsstandes werden durch das Gutachten der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft zu den Naturschutzforderungen des Bundesamtes für Naturschutz eindrucksvoll untermauert. Die Gutachter kommen zu dem Schluss: Die zusätzlichen Naturschutzkosten könnten für viele ohnehin ums wirtschaftliche Überleben kämpfende Forstbetriebe vollends den Ruin bedeuten. Allein die Definition der guten fachlichen Praxis in der Forstwirtschaft würde drastische Mehrkosten für die Waldbesitzer verursachen. Damit würden auch ökologische Ziele konterkariert. Keine Ökologie ohne Ökonomie, gibt das BBV-Präsidium zu bedenken.

Die anhaltend unbefriedigende Erlössituation mache es zwingend erforderlich, die Forstbetriebe zukünftig monetär und ordnungspolitisch stärker zu entlasten. Weitere kostenträchtige Restriktionen durch übertriebene und unbegründete Bewirtschaftungseinschränkungen, insbesondere durch eine naturschutzfachliche Überfrachtung des Bundeswaldgesetzes, seien für die Waldbesitzer nicht hinnehmbar. Um besondere Naturschutzmaßnahmen im Wald umzusetzen, sind ordnungspolitische Maßregeln ohnehin der schlechteste Weg. Vielmehr sollte die Bundesregierung auf freiwillige Leistungen der Waldbesitzer setzen und diese durch gezielte staatliche Programme fördern.

Landeskultur und Naturschutz berücksichtigt

Mit Nachdruck fordert das BBV-Präsidium, dass die bewährten Regelungen des Bundesjagdgesetzes sowie der Schutz des Jagdrechts vor eigentums- und ökonomiefeindlichen Bestimmungen aufrechterhalten bleiben. Das Jagdrecht biete umfassende Möglichkeiten für eine zeitgemäße und moderne Jagdausübung. Das bestehende Jagdrecht enthalte Regelungen, die durch verantwortungsvolles, eigenverantwortliches Handeln der Jagdgenossenschaften, Jäger und Jagdbehörden eine an den land- und forstwirtschaftlichen Zielen ausgerichtete Jagdausübung gewährleisten. Die Vorschriften müssten nur konsequent umgesetzt werden. Aber auch die Ansprüche der Bevölkerung im Hinblick auf die Landeskultur und den Naturschutz finden im Jagdgesetz umfassende Berücksichtigung.

Das Präsidium des Bayerischen Bauernverbandes erwartet, dass die grundgesetzlich verankerte Eigentumsgarantie auch im Hinblick auf das Jagdrecht gewahrt bleibe. Hierbei stehe insbesondere der Schutz der Land- und Forstwirtschaft vor untragbaren Wildschäden im Mittelpunkt.

BBV-Stellungnahmen: – BundeswaldgesetztBundesjagdgesetz

Links zum Thema %url4%Verbände%/%.

Schleswig-Holstein fordert im Bundesrat kürzere Zeiten für Tiertransporte

Themen: Archiv — info @ 15:11

Berlin (agrar.de) – Umwelt- und Landwirtschaftsminister Klaus Müller tritt vehement für kürzere Zeiträume bei Transporten von Schlachtvieh ein. Das Land Schleswig-Holstein beantragte auf der heutigen Sitzung des Bundesrates, die Transportzeiten auf maximal vier Stunden zu begrenzen.

Hintergrund ist eine Initiative von EU-Kommissar Byrne für mehr Tierschutz bei Transporten. Die EU plant eine Verordnung zu der der Bundesrat angehört wurde. Wesentliche Forderungen des Tierschutzes seien mit dieser Verordnung immer noch nicht erfüllt, so Müller. Es sei nicht länger hinnehmbar, dass Schlachttiere über unbegrenzte Entfernungen transportiert werden.

‚Ich bleibe dabei‘, erklärte Müller: ‚Es ist unzivilisiert, dass Tiere über hunderte, zum Teil tausende von Kilometern zum Schlachten durch die Welt gekarrt werden.‘ Nach seiner Auffassung sollten Tiere in möglichst nahe gelegene Schlachthöfe transportiert werden. Schließlich könne das Fleisch im gefrorenen Zustand in weiter entfernte Gebiete geliefert werden. Innerhalb von vier Stunden könne man in ganz Europa von jedem Betrieb aus einen Schlachthof erreichen.

Weiter forderte Klaus Müller die umgehende Abschaffung der europäischen Exporterstattungen für Schlachttiere. ‚Es ist völlig inakzeptabel, dass der Export von lebenden Schlachttieren in Drittländer mit dem Geld der europäischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler gefördert wird.‘ Derzeit wird der grenzüberschreitende Viehhandel, beispielsweise nach Ägypten oder in den Libanon, mit 41 Euro pro hundert Kilo Lebendgewicht subventioniert.

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CDU/CSU: Sachsen-Anhalt in der Grünen Gentechnik unterstützen

Themen: Gentechnik,Umwelt — info @ 14:11

Deutschland benötigt dringend Anbau-Erfahrung mit gentechnisch veränderten Pflanzen

Berlin (agrar.de) – Zur heute vorgestellten Anbau-Initiative des Landes Sachsen-Anhalt zur Grünen Gentechnik erklärt der Bio- und Gentechnologiebeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Helmut Heiderich:

‚Die Anbau-Initiative des Landes Sachsen-Anhalt ist ausdrücklich zu begrüßen. Deutschland benötigt dringend Anbau-Erfahrung mit gentechnisch veränderten Pflanzen. Denn das ständige Zögern und Zurückweichen der Bundesregierung vor einem großflächigen Pilotanbau bringt Deutschland nun in eine Zwickmühle:

Einerseits wird mit EU-Genehmigungen zum Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen im nächsten Jahr nach Aufhebung des Zulassungsmoratoriums gerechnet, nachdem die notwendigen EU-Rahmenregelungen zur Gewährleistung der Koexistenz der Anbaumethoden und Kennzeichnung der Produkte geschaffen worden sind.

Andererseits ist es von Seiten der Bundesregierung fahrlässig versäumt worden, großflächige Anbau-Erfahrungen zu sammeln. Man hätte aber die praktischen Erfahrungen zu Durchwuchs, tatsächlichem Pollenflug und anderen Fragen bei Raps und Mais längst gebraucht, um vernünftige Regelungen für die Koexistenz schaffen zu können.

Schon immer haben wir daher den Stopp des Kanzler-Anbau-Programms im Januar 2001 auf Betreiben von Bundesministerin Künast kritisiert. Dies sah den Anbau auf 10.000 ha vor und war mit Ländern, Verbänden und Instituten vereinbart und stand allen Interessierten offen. Schon lange fordern wir daher ein erneutes Modell-Anbauprogramm in Deutschland.

Sachsen-Anhalts Initiative sollte nun mit Nachdruck von allen Seiten unterstützt werden, um ein bundesweites Anbauprogramm auszuarbeiten. Jetzt ist der Kanzler gefragt: Statt hin und her heißt es nun, Farbe zu bekennen. Die Koexistenz muss in Deutschland eine reelle Chance bekommen.‘

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Thema Agrarpolitik.

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