17. November 2003

Bundesländer kippen Legehennen-Verordnung

Themen: Geflügel — info @ 09:11

Vorerst kein Verbot der Käfighaltung

Berlin (agrar.de) – Bundesverbraucherministerin Renate Künast ist mit ihrer geplanten Legehennen-Verordnung am Widerstand der Bundesländer gescheitert. Das vorgezogene Verbot von Legebatterien könne voraussichtlich nicht wie vom Bundestag beschlossen 2007 in Kraft treten, so eine Sprecherin des Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) am Wochenende in Berlin. Im Agrarausschuss des Bundesrates hätten sich 14 der 16 Länder dafür ausgesprochen, das Verbot der Käfighaltung bis zum Jahr 2010 zu verschieben.

Nach dem Willen der Länder-Mehrheit sollen Legebatterien weiter erlaubt sein, Gleichzeitig soll der ‚ausgestaltete Käfig‘ mit Nest, Sandbademöglichkeit und Sitzstangen erprobt werden.

‚Wir sind Vorreiter im Tierschutz. Aber auf diesem Spitzenplatz wollen einige Ministerpräsidenten unser Land offensichtlich nicht sehen‘, sagte Ministerin Künast der ‚Bild am Sonntag‘. Sie setze nun auf die Verbraucher: ‚Ein wirkungsvoller Protest gegen diese Anti-Tierschutzpolitik ist der Kauf von Eiern aus Freiland- oder Bodenhaltung.‘

Links zum Thema Tierhaltung und Geflügel, Links zum Thema Agrarpolitik.

14. November 2003

Sachsen-Anhalt: Ökokonto für mehr Freiraum beim Ausgleich von Natur-Eingriffen

Themen: Archiv — info @ 13:11

Wernicke: Kein Freibrief für Beliebigkeit

Magdeburg (agrar.de) – Investoren und Gemeinden sollen mehr Spielraum für die Kompensation von Flächenversiegelung und anderen Eingriffen in Natur und Landschaft bekommen. Umweltministerin Petra Wernicke stellte dazu am Freitag auf einer Naturschutzkonferenz in Magdeburg das neue Instrument Ökokonto vor. Es ist Bestandteil des neuen Naturschutzgesetzes, das sich derzeit in den parlamentarischen Beratungen befindet.

Wernicke nannte das Ökokonto ein ‚anspruchsvolles Vorhaben‘. Gemeinden und Investoren erhielten mehr Freiraum für wirtschaftliches Agieren. Zugleich betonte die Ministerin: ‚Das Ökokonto ist kein Freibrief für Beliebigkeit. Der Schutz der Umwelt wird keinen Millimeter aufgeweicht. Alle Ausgleichsmaßnahmen müssen auch tatsächlich geeignet sein, dauerhaft zur Aufwertung des Naturhaushaltes beizutragen. Der Verlust für die Umwelt durch Versiegelung an der einen Stelle muss auch weiterhin zu 100 Prozent durch Ausgleich und Ersatz an anderer Stelle kompensiert werden. Die Finanzierung erfolgt durch den Verursacher.‘

Mit dem Ökokonto soll das Verfahren zum Ausgleich von Eingriffen in Natur und Landschaft spürbar vereinfacht werden. So sollen Naturschutzmaßnahmen auch ohne konkreten Anlass bereits im Vorgriff auf Investitionen möglich und später als Kompensation anerkannt werden. Auch könnte ein Investor, der selbst keine Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen in Angriff nimmt, die Finanzierung von Maßnahmen, die auf dem Ökokonto verbucht sind, übernehmen.

Eine weitere Erleichterung bringt die neue Regelung, dass Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen nicht mehr zwangsläufig an Ort und Stelle durchgeführt werden müssen, sondern auch in gewisser Entfernung möglich werden.

Dreh- und Angelpunkt des neuen Systems sind die unteren Naturschutzbehörden bei den Landkreisen. Sie führen das so genannte Ökokonto. Bei ihnen müssen die geplanten Maßnahmen angezeigt werden. Sie prüfen und bestätigen die dauerhafte Wirksamkeit für Natur und Landschaft.

Als Grundsatz gilt: Nur wenn die untere Naturschutzbehörde grünes Licht gegeben hat, wird die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme in das Ökokonto aufgenommen und kann auf künftige Vorhaben angerechnet werden.

Rückwirkend werden keine Maßnahmen anerkannt. Anbieter von Maßnahmen können sich in dem Ökokonto registrieren lassen. Sie werden mit so genannten Nachfragern – also Investoren, die keine eigenen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen durchführen – zusammen gebracht.

Sachsen-Anhalt ist neben Hessen und Schleswig-Holstein eines der ersten Bundesländer, das außerhalb des Baugesetzbuches ein Ökokonto für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen einführen will.

Ziel von Ministerin Wernicke ist es, das Ökokonto möglichst zeitnah nach der Verabschiedung des neuen Naturschutzgesetzes zu starten. Vor diesem Hintergrund hat sie sehr frühzeitig das Gespräch mit den Akteuren gesucht.

Zur Naturschutzkonferenz hatten sich rund 100 Vertreter aus den Landkreisen, der Wirtschaft und Landwirtschaft sowie des Naturschutzes angemeldet.

Links zum Thema Landschaft und Natur, Links zum Bundesland Sachsen-Anhalt.

Weitere Preissteigerungen bei Futtermitteln erwartet

Themen: Archiv — info @ 11:11

Bonn (agrar.de) – Durch Trockenheit bedingte Ernteeinbussen in Europa, geringere Ernteschätzungen in Übersee sowie eine steigende Nachfrage aus dem asiatischen Raum haben zu rasanten Preisanstiegen auf den Futtermittel-Rohstoffmärkten geführt. Dies wird nach Einschätzung des Deutschen Verbandes Tiernahrung (DVT) in Bonn auch zu deutlichen Preiserhöhungen bei Mischfutter führen.

Die Preissteigerungen, die zunächst vor allem proteinhaltige Futtermittel wie Soja- und Rapsschrot betrafen, beziehen zwischenzeitlich auch energiereiche Futterkomponenten ein. Seit Ende Juli sind die Großhandelsabgabepreise für Weizen und Futtergerste aufgrund des begrenzten Marktangebotes um jeweils rund 23 Prozent, Weizenkleie sogar um 65 Prozent gestiegen. Sojaschrot verzeichnete im selben Zeitraum eine Preissteigerung um rund 45 Prozent. Diese Preisexplosion ist insbesondere auf nach unten korrigierte Schätzungen der amerikanischen Sojabohnenernte sowie verstärkte Käufe aus China zurückzuführen. Demzufolge verteuerten sich auch andere Eiweißkomponenten, wie beispielsweise Rapsschrot (+ 63 Prozent) und Maiskleber (+ 39 Prozent).

Eine Entspannung auf den Rohstoffmärkten sei derzeit nicht in Sicht, so Hubert Grote, Hauptgeschäftsführer des DVT. Zudem seien die internationalen Frachtkosten in den letzten zwei Monaten um rund 25 Prozent gestiegen. Folglich müsse man damit rechnen, dass sich auch die Preise für Mischfutter auf höherem Niveau einpendeln werden.

Links zum Thema Tierernährung.

EU-Agrarreform: Hessen für Betriebsmodell

Themen: Archiv,GAP — info @ 11:11

Dietzel und Bauernverbandspräsident Bär einigen sich auf gemeinsame Marschrichtung

Wiesbaden (agrar.de) – Hessens Landwirtschaftsminister Wilhelm Dietzel und der Präsident des Hessischen Bauernverbandes (HBV) Heinz Christian Bär haben sich im Vorfeld des Agrarministertreffens zur Umsetzung der Reform der europäischen Agrarpolitik am 27. November in Berlin jetzt auf eine gemeinsame Marschrichtung verständigt. ‚In Berlin werden wichtige Weichen für die deutsche und hessische Landwirtschaft gestellt. Ziel ist die Verständigung auf ein gemeinsames Entkopplungsmodell. Hessen spricht sich eindeutig für das so genannte Betriebsmodell aus‘, erklärten Dietzel und Bär.

Für Hessen gehe es dabei um rund 250 Mio. Euro, die jährlich an die Bauern unter anderem als Teilausgleich für Belastungen durch höhere europäische Produktionsstandards als EU-Direktzahlungen gewährt werden.

Den landwirtschaftlichen Betrieben müssten jetzt klare, am Wettbewerbs- und Leistungsprinzip orientierte, langfristig kalkulierbare Signale gegeben werden, betonten Dietzel und Bär. ‚Es kommt jetzt darauf an, dass auf Bundesebene ein konsensfähiges Entkopplungsmodell entsteht, mit dem abrupte Veränderungen zwischen Betriebsformen, Betriebsgrößen und Regionen verhindert werden. Deshalb brauchen wir ein flexibles und gerechtes System, das auf den aktiven landwirtschaftlichen Betrieb ausgerichtet ist‘, stellten Bär und Dietzel übereinstimmend fest.

Die vom Bund präferierte einheitliche Flächenprämie bringe unverantwortliche Härten für die betroffenen hessischen Betriebe und führe zu erheblichen Marktverwerfungen. Die geplante stufenweise Einführung – so Dietzel und Bär – berge zudem die Gefahr, dass das gesamte Beihilfesystem noch komplizierter und nicht mehr administrierbar werde. Um Probleme während der Übergangsphase zu reduzieren, fordert Hessen die EU und die Bundesregierung auf, ‚den Rechtsrahmen so zu setzen, dass ein ausufernder Bürokratismus vermieden wird.‘ Gleichfalls wird die so genannte 10-prozentige Kürzung der EU-Zahlungen abgelehnt, um daraus nationale Maßnahmen zu finanzieren.

Der Hessische Landwirtschaftsminister und der Hessische Bauernverbandspräsident plädieren für eine Verschiebung der Entkopplung auf 2007, ‚da die Konsequenzen der Reform auf die Märkte und den Wettbewerb innerhalb der Europäischen Union zurzeit nur schwer einschätzbar sind.‘ In dem für 2009 vorgesehenen Mid-Term-Review müssten dann die Auswirkungen analysiert und soweit erforderlich Anpassungen zur Stärkung der produzierenden Betriebe erfolgen.

‚Wir werden die Interessen der hessischen Bauern mit aller Kraft in die Verhandlungen einbringen, um Schaden von der hessischen Landwirtschaft abzuwenden‘, betonten Bär und Dietzel abschließend.

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Gefahr aus dem Futtersilo oder Panikmache?

Themen: Archiv — info @ 10:11

Hamburg/Berlin (agrar.de) – ‚Die Gifte, die auf unseren Tellern landen, gelangen alle auf dem gleichen Weg dorthin – über das Tierfutter. Danach hat sich auch trotz vollmundiger Versprechungen der Politik nichts geändert‘ zitiert das Magazin ‚Der Spiegel‚ den ehemaligen Greenpeace-Chef und foodwatch-Gründer Thilo Bode.

In seiner ersten foodwatch-Jahresbilanz beklagt Bode, ‚der Politik im Lebensmittelbereich fehlt jeder Biss‘. Noch immer mangele es vor allem im Futtermittelsektor an klaren Regeln, fehlten Bestimmungen zur sachgemäßen Lagerung von Erntegütern und zur Registrierung von Lagerstätten. ‚Außer präzisierten Meldepflichten bei Verdachtsfällen ist wenig passiert‘, bemängelt Bode. Jeden Tag könne ein neuer Futtermittelskandal hoch kochen.

‚Die rot-grüne Regierung hat das im Koalitionsvertrag gegebene Versprechen nicht eingelöst, dem vorbeugenden gesundheitlichen Verbraucherschutz Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen zu geben‘, so Bode. Schließlich sei es mit der medienwirksamen Umbenennung des Landwirtschaftsministeriums zum Verbraucherschutz-Ministerium nicht getan.

Hartnäckigster Hemmschuh der deutschen Öko-Wende ist laut Thilo Bode der Bundestagsausschuss für Verbraucher, Ernährung und Landwirtschaft. Im Ausschuss seien vor allem Produzenteninteressen repräsentiert. Mehr als die Hälfte der dort vertretenen Bundestagsmitglieder seien Agrarfunktionäre und stünden der Erzeugerseite näher als der Verbraucherseite.

Ein Jahr foodwatch e.V.

Im November 2002 gründete Bode den Verbraucherschutzverein foodwatch. Das Ziel des Vereins: Lebensmittel unter die Lupe zu nehmen und Verbraucherinteressen zu schützen.

Ursprünglich setzte sich foodwatch das Ziel, in drei Jahren 30.000 Fördermitglieder zu gewinnen. Die jüngst veröffentlichte ‚ausführliche foodwatch-Bilanz‘ verweist auf 6.500 Mitglieder. Im Online-Forum des Vereins mehrt sich Kritik, die von foodwatch beauftragte Fundraising-Agentur %url3%DialogDirect%/% würde zu aggressiv um neue Mitglieder werben.

Die Anschubfinanzierung für das erste Jahr (rund 1 Mio. Euro) erhielt Bode für seinen Verein von Stiftungen wie z.B. der Zukunftsstiftung Landwirtschaft und von Einzelspendern. Rund 787.000 Euro wurden nach eigenen Angaben im abgelaufenen Jahr ausgegeben, 35 Prozent davon für Kampagnen, 34 Prozent für Honorare und Gehälter sowie 20 Prozent für Fundraising.

Schleswig-Holstein: Weniger Rinderschlachtungen in den ersten drei Quartalen

Themen: Archiv — info @ 09:11

Kiel (agrar.de) – Im September 2003 wurden in Schleswig-Holstein 107.000 Schweine, 34.000 Rinder und 10.000 Schafe gewerblich geschlachtet. Damit war die Zahl der Schweineschlachtungen um 9 Prozent höher, während die der Schafschlachtungen um 4 Prozent niedriger war, als im September 2002. Bei den Rinderschlachtungen gab es keine Veränderung. Die Gesamtschlachtmenge betrug 21.000 t und war damit um 7 Prozent höher als im gleichen Vorjahresmonat.

Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, wurden im Zeitraum von Januar bis September 2003 in Schleswig-Holstein 943.000 Schweine, 252.000 Rinder und 84.000 Schafe gewerblich geschlachtet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Zahl der Schweineschlachtungen um 2 Prozent und die der Schafschlachtungen um 4 Prozent. Demgegenüber wurden 13 Prozent weniger Rinder als in den ersten drei Quartalen des Vorjahres geschlachtet. Die Gesamtschlachtmenge lag mit 169.000 t um 5 Prozent unter dem Fleischaufkommen der ersten neun Monaten des Jahres 2002.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

Gentechnikrecht: Keine Einigung im Vermittlungsausschuss

Themen: Archiv — info @ 09:11

Berlin (agrar.de) – Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat hat am Donnerstag das Verfahren zur Anpassung von Zuständigkeiten im Gentechnikrecht ohne Einigungsvorschlag abgeschlossen.

Da man sich nicht auf einen Kompromiss verständigen konnte wird das Gesetz am 28. November vom Bundesrat abgelehnt, kann vom Bundestag aber mit der Kanzlermehrheit beschlossen werden. Die Zuständigkeiten für die Gentechnik werden damit voraussichtlich vom Umweltbundesamt (UBA) auf das Bundesamt für Naturschutz (BfN) übertragen werden.

Die beabsichtigte Änderung beurteilte der Bundesrat bei der Anrufung des Vermittlungsausschusses als ‚fachlich nicht nachvollziehbar‘. Die Gentechnik sei eine Querschnittsaufgabe des Umweltschutzes, bei der sämtliche Auswirkungen im Rahmen der Herstellung, Nutzung und Entsorgung der gentechnisch veränderten Organismen auf die gesamte Umwelt und die menschliche Gesundheit berücksichtigt werden müssen. Daher greife diese Aufgabe weit über die Aufgaben des Bundesamtes für Naturschutz, die sich auf die Gebiete Naturschutz und Landschaftspflege beschränken, hinaus.

Links zum Thema Politik.

13. November 2003

EU-Rindfleischexporte stark eingebrochen

Themen: Archiv,MKS — info @ 16:11

Durch teuren Euro und niedrige Erstattungen wenig konkurrenzfähig – Brasilien erobert Marktanteile in Russland

Hannover (agrar.de) – Beim Rindfleischexport musste die Europäische Union in den vergangenen Jahren starke Einbrüche verzeichnen. Während im Jahr 1999 noch knapp eine Million Tonnen Rindfleisch aus den Mitgliedsländern der EU exportiert wurden, werden nach Informationen des Landvolks Niedersachsen in diesem Jahr nur noch 456.000 Tonnen erwartet. Auch im kommenden Jahr rechnen die Experten beim Drittlandsabsatz noch mit Nachwehen der BSE-Krise und der Maul- und Klauenseuche. Außerdem sind die zur Marktentlastung aufgebauten Lagerbestände an Rindfleisch weitgehend abgeschmolzen, so dass die Kommission die Export-Erstattungen weiter kürzen dürfte. Schon in diesem Jahr hat der teure Euro den Europäern Absatzprobleme bereitet, die starke Gemeinschaftswährung dürfte vermutlich auch im kommenden Jahr den Exporteuren das Leben schwer machen.

Gewinner dieser Entwicklung dürften vermutlich Brasilien und Australien sein, die vor allem im Niedrigpreissegment weitere Marktanteile auf Kosten der Europäer erobern werden. Dies trifft insbesondere für Russland zu. Vor allem Brasilien konnte in letzter Zeit erhebliche Marktanteile in Russland hinzugewinnen. Ohnehin will Brasilien im nächsten Jahr seine Rind- und Kalbfleischexporte um mehr als ein Fünftel auf insgesamt 1,37 Millionen Tonnen steigern. Damit würden die Südamerikaner Australien als weltweit größten Rindfleischexporteur ablösen. Brasilien profitiert im internationalen Wettbewerb von mehreren Abwertungen der brasilianischen Währung. Begünstigt werden die konkurrenzlos niedrigen Preise aber auch durch besonders niedrige Produktionskosten und eine hohe Auslastung der wachsenden Produktionskapazitäten. Parallel dazu ist das Rindfleischaufkommen in den Vereinigten Staaten zurückgegangen. Daher könnte sich Brasilien im kommenden Jahr beim Export auf dem zweiten Rang platzieren. Zu den wichtigen Rindfleischexporteuren zählen aber auch Neuseeland, Indien, Kanada und Argentinien.

Zunehmen wird die Rindfleischproduktion aber auch in den meisten EU-Ländern. Wichtigster Rindfleischerzeuger dürfte Frankreich bleiben, mit größeren Produktionszuwächsen rechnen die Marktexperten aber auch für Spanien und für Irland, ebenso für die Niederlande. Spezialitäten vom Rind werden nach der BSE-Krise immer stärker nachgefragt. Dies trifft besonders für die Länder zu, in denen BSE-Fälle bei den heimischen Rindern einen starken Rückgang der Nachfrage bewirkt hatten. Dazu gehören neben Spanien und Italien auch Deutschland.

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CDU/CSU: Tierschutz am Wohl der Tiere orientieren

Themen: Archiv — info @ 14:11

Anspruch und Wirklichkeit liegen bei Rot-Grün meilenweit auseinander

Berlin (agrar.de) – Bezüglich des Tierschutzberichtes 2003 der Bundesregierung erklären der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Harry Carstensen, und der zuständige Tierschutzbeauftragte, Peter Bleser:

‚Anspruch und Wirklichkeit liegen bei Rot-Grün, wie so oft, meilenweit auseinander.

Unter der Verantwortung der Bundesregierung ist die Zahl der Tiertötungen zu Versuchszwecken um 67 Prozent angestiegen. Gleichzeitig machten die Fördermittel für die Entwicklung von Ersatzmethoden für Tierversuche heute noch nicht einmal mehr die Hälfte dessen aus, was 1987 dafür aufgewendet wurde.

Dass die Ministerin Künast fahrlässig und tierfeindlich vorgeht, zeigt schon ihre Einstellung bei der Legehennenhaltungsverordnung. Sie ignoriert selbst neueste Forschungsergebnisse der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Diese hat im Zwischenbericht zu einem entsprechenden Forschungsvorhaben festgestellt, dass die Haltung in Kleingruppen und so genannten ausgestalteten Käfigen die artgerechteste Haltungsform mit den niedrigsten Sterberaten ist. Bei der von Künast favorisierten Bodenhaltung dagegen grassieren zum Teil unter den Hühnern Kannibalismus und längst überwunden geglaubte Infektionskrankheiten.

In dem in dieser Woche im Bundestag eingebrachten Entschließungsantrag fordert die CDU/CSU-Fraktion daher, die Hennenhaltung in Kleingruppen in ausgestalteten Käfigen zuzulassen und damit den Tieren den Schutz zu gewähren, der ihnen nach dem Grundgesetz zugesichert ist.

Weitere Forderungen des Antrages befassen sich mit Regelungen zu Tiertransporten, dem Verbot des Walfangs und der Novellierung von tierarzneimittelrechtlichen Vorschriften.

Tierschutz muss sich am Wohl der Tiere orientieren und nicht am Festhalten an längst überholten Feindbildern in der Tierhaltung.‘

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Waldzustandsbericht Bayern: Schäden wieder gestiegen

Themen: Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 13:11

München (agrar.de) – Der Zustand der bayerischen Wälder hat sich nach dem Aufwärtstrend im vergangenen Jahr wieder leicht verschlechtert. Der Anteil deutlich geschädigter Bäume sei von 21 auf 22 Prozent gestiegen, sagte Forstminister Josef Miller bei seinem jährlichen Waldzustandsbericht im Landwirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtags in München. Auch der durchschnittliche Nadel- bzw. Blattverlust ist von 20,1 auf 20,5 Prozent gewachsen. Verantwortlich dafür ist laut Miller neben Luftschadstoffen wie Stickoxiden und Ozon vor allem der Extremsommer. Dürre, Dauerhitze und Borkenkäfer hätten die Bäume geschwächt, so dass mit Zuwachs- und Vitalitätsverlusten zu rechnen ist. Der jetzt vorgelegte Bericht spiegelt laut Miller nur einen Teil der Schäden wider, denn: ‚Bei der Datenerhebung im Juli und August waren viele Böden gerade noch ausreichend mit Wasser versorgt.‘

Um die Wälder zu stabilisieren, will der Minister noch in diesem Jahr ein Sonderprogramm auflegen, mit dem der Umbau von Nadel- in Mischwälder erheblich beschleunigt werden soll. Arten- und strukturreiche Mischwälder seien vitaler, widerstandsfähiger und stabiler. Sie könnten zudem Klimaschwankungen besser verkraften als reine Nadelwälder. Unabhängig davon bleibt es laut Miller unverzichtbar, die Luftreinhaltepolitik konsequent fortzusetzen. Schadstoffeinträge und CO2-Emissionen müssten dauerhaft verringert werden.

Dem Waldzustandsbericht zufolge ist der Anteil deutlicher Schäden, das sind Nadel- und Blattverluste von mehr als einem Viertel, bei fast allen Baumarten gestiegen – bei Buche von 21 auf 25 Prozent, bei Eiche von 17 auf 18 Prozent und bei Kiefer von 16 auf 20 Prozent. Einzig die Fichte hat sich von 25 auf 23 Prozent leicht verbessert. Am schlechtesten geht es der Tanne: Die deutlichen Schäden liegen mit 49 Prozent nahezu unverändert auf Vorjahresniveau (50 Prozent).

Der Bericht basiert auf einer Erhebung von bayernweit rund 8.600 Bäumen in 202 Waldbeständen. Dazu kommen die Untersuchungsergebnisse von 46 Dauerbeobachtungsflächen und Messungen an 22 Waldklimastationen. Regionale Aussagen lässt das EU-einheitliche Stichprobenraster von 16 x 16-Kilometern nach Auskunft des Ministers nicht zu. Dennoch sei erkennbar, dass die Lage im Hochgebirge nach wie vor besorgniserregend ist. Miller will deshalb die Schutzwaldsanierung trotz allgemeiner Sparzwänge konsequent fortführen und dabei insbesondere die Tanne fördern, denn: ‚Ein intakter und stabiler Bergwald ist als natürlicher Schutzschild für die Siedlungsräume durch nichts zu ersetzen.‘

Detaillierte Informationen zum Waldzustandsbericht 2003 können im Internetangebot der Bayerischen Staatsforstverwaltung abgerufen werden.

Links zum Thema Wald und Forst, Links zum Bundesland Bayern.

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