18. November 2003

Bis 40 Prozent Minus bei landwirtschaftlichen Unternehmensergebnissen

Themen: Archiv,Pacht&Besitz — info @ 13:11

Deutliche Einkommensverluste in fast allen Produktionsbereichen

Bonn/Berlin (agrar.de) – Die Auswertung der ersten Buchführungsergebnisse für das Wirtschaftsjahr 2002/2003 durch den Verband der Landwirtschaftskammern zeigt die dramatisch verschlechtere wirtschaftliche Lage der landwirtschaftlichen Betriebe auf. Der Verband wertet jährlich die Wirtschaftsergebnisse in den Bundedsländern aus, in denen Landwirtschaftskammern tätig sind. Ungünstige Rahmenbedingungen und Wetterkapriolen führten im zurückliegenden Wirtschaftsjahr zu deutlichen Einkommenseinbußen in fast allen Produktionsbereichen.

Nachdem bereits das zurückliegende Wirtschaftsjahr bei den identischen Betrieben mit einem Minus zwischen 6-20 Prozent endete, sanken Unternehmensergebnisse 2002/2003 nochmals um bis zu 40 Prozent. In den zurückliegenden zwei Jahren haben sich damit die Einkommen in der Landwirtschaft in etwa halbiert. Dabei ist vor allem der Norden stärker betroffen. Lediglich das Saarland konnte den Status quo geringfügig verbessern. Der Durchschnitt der letzten vier Jahre wurde in den anderen Kammergebieten deutlich unterschritten. Fast alle wichtigen Sparten der Landwirtschaft sind nahezu gleichzeitig unter Druck geraten. Die Talfahrt der Schweinepreise, die Tiefpreise für die Milch und teils drastische Ernteeinbußen in der pflanzlichen Produktion – in Verbindung mit äußerst mäßigen Rahmenbedingungen – werden den Strukturwandel nach Einschätzung des Verbandes der Landwirtschaftskammern erheblich beschleunigen.

Ackerbau

Der regenreiche Sommer 2002 führte insbesondere in Norddeutschland zu Ertrags- und Qualitätseinbrüchen und damit zu finanziellen Einbußen von bis zu 60 Prozent. Glimpflicher kamen das Rheinland und Rheinland-Pfalz davon. Dort verzeichnten die Landwirte Einbußen von 15 Prozent bzw. 5 Prozent. Nur die saarländischen Ackerbauern konnten ein geringes Plus verbuchen.

Die Getreideerlöse sanken zwischen 5 bis 15 Prozent. Raps notierte vergleichsweise stabil, die Braugerste geringfügig besser. Bei Kartoffeln gingen – trotz teilweise deutlich höherer Erntemengen gegenüber dem Vorjahr, in Abhängigkeit von der Verwertung, die Erlöse um 10 bis 20 Prozent zurück.

Das Überangebot an Zucker führte zu so genannten temporären Kürzungen der A-/B-Quoten und damit zu deutlichen Preisrückgängen für Zuckerrüben. Erhebliche Mengen an Zuckerrüben ließen sich nur zu dem wesentlich niedrigeren C -Quotenpreis verkaufen. Hinzu kamen durchschnittliche Zuckergehalte, die sich negativ in der Vergütung wider-spiegeln.

Milchpreise im Keller

Ausgehend von einem Auszahlungsniveau für Milch im Wirtschaftsjahr 01/02 in Höhe von 0,36 Euro/kg fielen die Milchpreise im Wirtschaftsjahr 02/03 um 4-12 Prozent. Damit verursachte die Milchproduktion deutliche Gewinnrückgänge in den Futterbaubetrieben.

Leichter Anstieg der Preise für Rindvieh und -fleisch

Für Rindvieh stiegen die Preise um rund 5 Prozent an. Bei Rindfleisch lagen die Preise etwa 4-8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Jedoch hat der Fleischsektor noch nicht das ursprüngliche Niveau erreicht. Insgesamt sank das Unternehmensergebnis der Futterbaubetriebe um 10-20 Prozent und ist damit deutlich schlechter als in den Vorjahren, wo die Fleischpreise – unter anderem bedingt durch die BSE-Krise – ihr Rekordtief erreichten.

Weiter fallende Einnahmen im Schweinesektor

Der bereits im Vorjahr verzeichnete Rückgang im Unternehmensergebnis Schweine haltender Betriebe setzte sich in diesem Jahr deutlich fort. Die Ferkelpreise blieben relativ lange stabil und fielen seit der Jahreswende 02/03 um 10 bis 13 Euro je Tier (bis zu 30 Prozent) stark ab. Die Preise für Schlachtschweine sanken relativ kontinuierlich und führten zu Einbußen von 10-15 Prozent. Verantwortlich für den Angebotsüberhang im Inland sind die Auslagerung von Schweinefleisch aus der privaten Lagerhaltung und erschwerte Exporte in Drittländer aufgrund des schwachen US-Dollars. Aufgrund absoluter Gewinnrückgänge für Schweinemäster zwischen 25 bis 60 Prozent ergibt sich ein Niveau, das wieder unter dem Durchschnitt von spezialisierten Acker- oder den Futterbaubetrieben liegt.

Weinbau hat Talsohle durchschritten

Im abgelaufenen Jahr erzielten die Winzer nach jahrelang rückläufigen Preisen insbesondere durch die günstige Entwicklung beim Rotwein einen um 12 Prozent höheren Fassweinpreis. Gute Erträge und zurückgehende Pachtpreise führten zu einem besseren Unternehmensergebnis von plus 17 Prozent zum Vorjahr. Die spezialisierten Weinbaubetriebe legten sogar um 21 Prozent zu. Dennoch decken die erzielten Ergebnisse nicht die Entnahmen der Familie für die Lebenshaltung und die erforderliche Kapitalbildung zur Betriebserhaltung.

Allgemeine Kostensituation

Im Bereich Spezialaufwand Pflanzenproduktion, beim Zukauf von Schweinen sowie bei Futtermitteln sanken die Preise leicht. Für den Zukauf von Rindvieh musste mehr ausgegeben werden. Treib- und Schmierstoffe wurden günstiger eingekauft. Deutlich zurückgeführt haben die Landwirte die Aufwendungen zum Unterhalt ihrer Betriebsgebäude. Für Strom und Wasser sowie Löhne stiegen die Kosten. Insgesamt lagen die betrieblichen Aufwendungen unter dem Vorjahresniveau.

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Thüringen: Dürrehilfe-Bewilligungen haben begonnen

Themen: Archiv — info @ 12:11

Kabinett beschloss die Bereitstellung von drei Millionen Euro Landesmitteln

Erfurt (agrar.de) – Das Thüringer Kabinett hat heute die Bereitstellung von drei Millionen Euro Landesmitteln für die Beteiligung Thüringens am Bund-Länder-Hilfsprogramm für Dürre geschädigte landwirtschaftliche Unternehmen, die in ihrer Existenz bedroht sind, beschlossen.

Bereits Ende August hatte das Thüringer Kabinett zugestimmt, sich an diesem Programm zu beteiligen. In der vergangenen Woche ist das Hilfsprogramm durch die Europäische Kommission genehmigt worden, so dass jetzt die Zuweisung der Bundesmittel an die Länder erfolgen kann. Mit den drei Millionen Euro Bundes- und weiteren drei Millionen Euro Landesmitteln stehen nunmehr sechs Millionen Euro zur Verfügung.

Das Antragsverfahren für die Existenzhilfen ist abgeschlossen. Es liegen 304 geprüfte Anträge mit einem Beihilfevolumen von 8,8 Millionen Euro vor. In einem Schreiben an die Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Renate Künast, bittet der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar, den Anteil der Bundesmittel um 1,4 Millionen Euro auf 4,4 Millionen Euro aufzustocken, um allen Betroffenen entsprechend helfen zu können.

‚Im Interesse der Erhaltung landwirtschaftlicher Arbeitsplätze und des ländlichen Raumes in Thüringen sind schnelle Hilfen für die Betroffenen erforderlich. Bei diesem Bund-Länder-Hilfsprogramm handelt es sich nicht um einen Ausgleich der erlittenen Schäden. Die Beihilfen sind Existenzhilfen zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit und zur Vermeidung von witterungsbedingten Insolvenzen‘, sagte der Minister.

Mit den Bewilligungen der Anträge und den Auszahlungen wird jetzt sofort begonnen.

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Künast startet Schülerwettbewerb „Wie lebt eine Henne?“

Themen: Archiv — info @ 11:11

Berlin (agrar.de) – Mit der Versendung der Wettbewerbsunterlagen an alle 3. Klassen startet heute der bundesweite Schülerwettbewerb ‚Wie lebt eine Henne?‚. Die Schülerinnen und Schüler sind bis zum 23. April 2004 aufgefordert, sich mit den Lebensbedingungen von Legehennen zu befassen und entsprechende Projektarbeiten einzureichen.

‚Gerade Kindern in Städten und Ballungsräumen fehlt häufig der Bezug zur ländlichen Umwelt und zu landwirtschaftlichen Themen. Die Schülerinnen und Schüler erfahren durch die Beschäftigung mit dem Thema nicht nur etwas über das Leben der Hennen, sondern auch darüber, wo unsere heutigen Hennen eigentlich ihren Ursprung haben, über verschiedene kulturelle Gebräuche, über Ernährung und natürlich auch über die ab Januar 2004 obligatorische Kennzeichnung der Eier,‘ so Renate Künast, Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft anlässlich des Wettbewerbstarts.

Die Anmeldung zum Wettbewerb ist bis zum 31. Januar 2004 möglich.

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EU-Agrarrat öffnet Grenze für Schweizer Rinder

Themen: Archiv — info @ 11:11

Brüssel/Bern (agrar.de) – Schweizer Rinder können wieder nach ganz Europa exportiert werden. Wie das Schweizer Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) berichtet erkennt die Europäische Union die Schweizer Vorschriften zur Rinderkrankheit BSE durch einen Entscheid des EU-Agrarrats von gestern als gleichwertig an, Handelsschranken einzelner EU-Mitgliedsländer gegen Schweizer Rinder sind damit unzulässig.

Durch vermehrt auftretenden BSE-Fälle brach der Rinder-Export 1996 komplett zusammen, zuvor waren jährlich rund 15.000 Tiere ausgeführt worden. Erst seit 2002 erholt sich der Markt langsam mit der schrittweisen Öffnung der Grenzen durch Deutschland, Frankreich und Ende September auch in Spanien. Nach dem Agrarrats-Entscheid müssen nun auch Italien, der vor 1996 grösste Abnehmer, und Österreich ihre Grenzen für Schweizer Rinder öffnen.

Beim Export von Rindvieh aus der Schweiz muss wie bisher ein Veterinärzeugnis und ein Rinderpass mitgeliefert werden, der die Identität des Tieres bescheinigt und die Herkunft aus einem in den letzten Jahren BSE-freien Bestand.

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17. November 2003

Neue Fachmesse zum ökologischen Land- und Gartenbau

Themen: Archiv — info @ 16:11

Hamm (agrar.de) – Am kommenden Mittwoch (19. November) findet in den Zentralhallen in Hamm (Nordrhein-Westfalen) zum ersten Mal die ÖLGA statt. Die durch Bioland NRW organisierte Fachmesse versteht sich als Forum für den ökologischen Land- und Gartenbau sowie für die Verarbeitung und Vermarktung von ökologisch erzeugten Lebensmitteln in Nordrhein-Westfalen.

Die ÖLGA richtet sich vor allem an Landwirte, Gärtner, Direktvermarkter, Großverbraucher und Verarbeiter der Lebensmittelindustrie. Auf der Messe präsentieren sich insgesamt über 60 Aussteller aus den folgenden Bereichen:

– Dienstleistung: Kontrollstellen, Beratungseinrichtungen, Forschungseinrichtungen, Verbände des Ökologischen Land- und Gartenbaus

– Erzeugung, Verarbeitung und Großhandel: Hofkäsereien, Mühlen, Fleischverarbeiter, Molkereien, Erzeugergemeinschaften, Naturkostgroßhändler

– Betriebsmittel für Erzeuger: Futtermittel, Erden und Substrate, Saat- und Pflanzgut, Landmaschinen, Stallbau, Junggeflügel

– Betriebsmittel für Verarbeitung und Direktvermarktung: Gewürzhändler, EDV, Verpackung, Zukaufartikel

Besondere Schwerpunkte der Fachmesse sind die Themenbereiche Saat- und Pflanzgut sowie Fleischverarbeitung. Im Rahmenprogramm sprechen Fachreferaten zu produktionstechnischen und agrarpolitischen Themen wie:

– Neues Baurecht ab 2004 – Untergang für das Bauen im Außenbereich? – Änderungen in der Agrarpolitik und was sie für Biobetriebe bedeuten – Saatgut für den Ökologischen Landbau ab 2004

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Waldschadensbericht Sachsen-Anhalt: Hitze hat zugesetzt

Themen: Archiv — info @ 16:11

Ministerin Wernicke: Lufverunreinigung bleibt Todfeind des Waldes

Magdeburg (agrar.de) – Die extreme Trockenheit und Hitze in diesem Sommer haben augenscheinlich auch dem Wald in Sachsen-Anhalt zugesetzt. Der Anteil deutlicher Schäden im Gesamtwald ist gegenüber dem Vorjahr um drei Prozentpunkte auf 21 Prozent gestiegen. Das geht aus dem Waldschadensbericht 2003 hervor, der jetzt vorliegt. Damit weist jeder fünfte Baum in Sachsen-Anhalts Wäldern deutliche Schäden auf.

Landwirtschafts- und Umweltministerin Petra Wernicke erklärte in Magdeburg: ‚Die Situation macht unzufrieden.‘ Der seit Mitte der 90iger Jahre auszumachende Negativtrend habe nicht gestoppt werden können. Zugleich betonte Wernicke jedoch: ‚Es darf nicht verkannt werden, dass es den Forsten gegenüber DDR-Zeiten deutlich besser geht.‘ Der erste Waldschadensbericht Sachsen-Anhalts 1991 wies für mehr als jeden dritten Baum – oder 34 Prozent des Gesamtbestandes – deutliche Schäden auf.

Wernicke weiter: ‚Gegen das Wetter kann niemand etwas machen. Neben vielen anderen Faktoren hängt das Wohlbefinden des Waldes vor allem aber von der Schwefeldioxid-Belastung ab. Die Luftverunreinigung bleibt Todfeind Nummer eins des Waldes. Unsere Anstrengungen zur Reinhaltung der Luft müssen daher weiter verstärkt werden. Das ist eine Herausforderung, die nicht allein von Sachsen-Anhalt geschultert werden kann. Schwefeldioxid macht nicht an Ländergrenzen halt.‘

Laut Waldschadensbericht ist gut jeder dritte Baum in Sachsen-Anhalts Wäldern völlig gesund. Das heißt, 36 Prozent des Bestandes weisen keine Schadensmerkmale auf. Der Wert sank jedoch gegenüber dem Vorjahr (41 Prozent) um fünf Prozentpunkte. Im Jahr 1991 wurde lediglich 28 Prozent des Waldes eine tadellose Gesundheit attestiert.

Am weitesten verbreitet und gesündeste Baumart ist in Sachsen-Anhalt bleibt die Kiefer. Mit elf Prozent deutlich geschädigten Bäumen nahm deren Anteil jedoch das zweite Jahr in Folge und gegenüber 2002 deutlich um fünf Prozentpunkte zu. Der Anteil der kerngesunden Kiefern sank um ganze 9 Prozentpunkte und fiel mit 39 Prozent auf den für die Baumart niedrigsten Stand seit 1994. Jüngere Kiefern kamen offenkundig noch schlechter mit den geänderten Bedingungen klar als die älteren Bestände. Der Anteil deutlich geschädigter Kiefern nahm unter den Jungbäumen um 5 Prozentpunkte auf 9 Prozent zu, bei den älteren um vier Prozentpunkte auf 13 Prozent.

Für die Fichte wurde ermittelt, dass jeder vierte Baum (25 Prozent) deutlich geschädigt ist. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg um drei Prozentpunkte. Parallel dazu nahm der Anteil äußerlich gesunder Fichten um drei Prozentpunkte auf 45 Prozent ab. Der Anstieg deutlicher Schäden geht ausschließlich auf die Altersgruppe der über 60-jährigen Gehölze zurück. Hier nahm der Anteil um zehn Prozentpunkte zu und lag mit 49 Prozent wieder auf vergleichbarem Niveau wie 2001.

In der Altersgruppe bis 60 Jahre konnte dagegen eine geringfügige Abnahme der geschädigten Bäume um zwei Prozentpunkte auf sechs Prozent bilanziert werden.

Als einzige Hauptbaumart konnte in diesem Jahr die Buche ihren Kronenzustand verbessern. Der Anteil deutlich geschädigter Bäume nahm um acht Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr ab und pegelte sich damit – auf nach wie vor niedrigem Niveau – bei 34 Prozent ein. Die Verbesserung geht in erster Linie auf die Entwicklung bei den über 60-jährigen Buchen zurück. In dieser Gruppe verringerte sich der Anteil deutlich geschädigter Bäume um acht Prozentpunkte auf 49 Prozent.

Sorgenkind bleibt die Eiche. Nach der leichten Verbesserung Vorjahr verschlechterte sich ihr Zustand wieder. Der Anteil deutlich geschädigter Bäume stieg um vier Prozentpunkte auf 43 Prozent. Ältere wie jüngere Bäume sind betroffen. Mit 60 Prozent ist deutlich mehr als die Hälfte der Altbestände ernsthaft geschädigt. Auch zwölf Prozent der Junggehölze sind unübersehbar geschädigt.

Festzustellen bleibt, dass der Witterungsverlauf im zurückliegenden Jahr einige Besonderheiten aufzeigte, die sich auf den Waldzustand auswirkten. Auch wenn damit keine Aussage zum konkreten Anteil an den Veränderungen getroffen wird, bleibt richtig: Die Monatsniederschläge lagen unter den langjährigen Mittelwerten. Bereits in der zweiten Maihälfte wurden Trockenschäden an Einzelbäumen sichtbar, ab Juli ließen Kiefern ihre Nadeln fallen. Experten sprechen von einem Glücksmoment, dass es Mitte Mai bis Juli wenigstens etwas geregnet hat.

In Sachsen-Anhalt wurde 2003 die dreizehnte Waldschadenserhebung im Folge durchgeführt. Zur Methode: In einem vier mal vier Kilometer großen Gebiet wurden an 274 Aufnahmepunkten exakt 6.576 Probebäumen erfasst. Es entfielen rund 53 Prozent auf die Gemeine Kiefer, 12 Prozent auf die Gemeine Fichte, sieben Prozent auf die Rotbuche und zehn Prozent auf Trauben- und Stieleiche. Sachsen-Anhalt zählt mit einem Waldanteil von rund 23 Prozent zu den eher waldärmeren Bundesländern.

Links zum Thema Wald und Forst, Links zum Bundesland Sachsen-Anhalt.

Grüne: Käfighaltung planmäßig beenden

Themen: Geflügel — info @ 16:11

Berlin (agrar.de) – Zu den Erpressungsversuchen der Mehrheit der Bundesländer, die durch Zurückweisung der Schweinehaltungsverordnung eine Verlängerung der Käfighaltung bei Legehennen erreichen wollen, erklären Krista Sager, Fraktionsvorsitzende, und Ulrike Höfken, Sprecherin für Landwirtschafts- und Verbraucherpolitik:

‚Das Verhalten der Bundesländer – außer NRW und SHL – ist skandalös. Der Streit um die Käfighaltungsverordnung macht klar, wie dringend wir eine Reform unserer föderalen Strukturen brauchen. Es kann nicht sein, dass hier durch die sachfremde Verknüpfung von zwei völlig getrennten Themen ein Beschluss wieder aufgeschnürt werden soll, der vor zwei Jahren einstimmig die Zustimmung in Bundesrat und Bundestag fand und außerdem große Unterstützung bei den Bürgerinnen und Bürgern hat. Mit dem Beschluss zur Abschaffung der Legebatterien vom Herbst 2001 wurde diese tierquälerische Haltungsform mit einer Übergangsfrist bis 2007 endlich abgeschafft. Deutschland ist zum Vorreiter des Tierschutzes in der Nutztierhaltung geworden. Dies ist ein großer Erfolg grüner Tierschutzpolitik. Die Mehrheit des Bundesrates will nun am 28.11.03 das Verbot der Käfighaltung von Legehennen wieder kippen. Die Gründe dafür sind rein ideologisch: gegen die Reformpolitik von Renate Künast und gegen die neue Ausrichtung auf artgerechte Tierhaltung. Die Landesregierungen sollten sich fragen, ob sie den Weg der Mehrheit der Agrarminister zurück zur alten Agrarlobbypolitik und Massentierhaltung wirklich mitgehen wollen.

Besonders verwerflich ist, dass die Länder dieses Ansinnen mit einem Erpressungsversuch verbinden. Die von der EU vorgeschriebene Umsetzung der neuen Schweinehaltungsverordnung soll so lange blockiert werden, bis Deutschland Bußgelder zahlen muss oder die Verordnung so verwässert, dass sie keinen Fortschritt mehr darstellt.

Besonders verwunderlich ist die Haltung des Landes Hessen. Noch vor wenigen Wochen hat Hessen im Bundesrat einen Antrag zum Verbot bestimmter Wildtierarten im Zirkus gestellt. Jetzt knicken sie unter den Lobbyinteressen der Eierbarone ein. Wer sich öffentlichkeitswirksam für Zirkuselefanten einsetzt, sich aber für Legehennen nicht interessiert, muss sich fragen lassen, ob er Tierschutz nicht nur aus populistischen Motiven betreibt.

Wir appellieren an die Ministerpräsidenten der Länder, sich nicht von der Agrarindustrie instrumentalisieren zu lassen und nach dem Willen der Bevölkerung zu entscheiden. Die Legehennenverordnung muss bleiben.

Wir werden alles tun, um die erreichten Fortschritte im Tierschutz zu sichern. In den nächsten Wochen werden wir eine Kampagne gegen Eier aus Käfighaltung starten, schließlich entscheiden die Verbraucherinnen und Verbraucher.‘

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Agritechnica: Positive Bilanz

Themen: Archiv — info @ 15:11

Rekordbesuch aus dem Ausland – 227.000 Besucher

Hannover/Frankfurt (agrar.de) – Zum Abschluß der Landtechnikmesse Agritechnica bilanziert Dr. Dietrich Rieger, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Frankfurt am Main:

‚Die Agritechnica 2003, internationale DLG-Fachausstellung für Landtechnik, war wiederum ein Highlight der Agrarbranche in Europa. Vom 9. bis 15. November 2003 kamen fast 227.000 Besucher auf das Messegelände in Hannover. Mit mehr als 38.000 Auslandsbesuchern konnte ein neuer Rekord verzeichnet werden. Aussteller, Besucher und die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) als Veranstalter waren mit der Agritechnica 2003 vollauf zufrieden. Mit ihrem vollständigen Technik-Angebot, den zahlreichen Neuheitenpräsentationen der Aussteller und den hochwertigen Informationsveranstaltungen trug die Agritechnica 2003 den Bedürfnissen der Landwirte in schwieriger Zeit Rechnung.

Das Investitionsklima hat sich durch die Agritechnica spürbar verbessert. Die Aussteller erwarten für die nächsten Monate eine deutliche Marktbelebung. Die Agritechnica hat ihre führende Position als weltweit bedeutendste Ausstellung für Landtechnik eindrucksvoll bestätigt. Sie ist zugleich der Impulsgeber für Ingenieure und Konstrukteure aus aller Welt. Innovationen prägen das Erscheinungsbild der Agritechnica.

Folgendes vorläufige Fazit kann gezogen werden:

Die Agritechnica 2003 ist von der landtechnischen Industrie hervorragend beschickt worden. 1.471 Unternehmen aus 36 Ländern präsentierten ein komplettes Angebot an Maschinen, Geräten, Ersatzteilen und Zubehör. Der Auslandsanteil betrug 35 Prozent.

Mit fast 227.000 Besuchern hat die Agritechnica ihr zweitbestes Ergebnis in der nun 18jährigen Geschichte erreicht. Der Besucherrückgang ist ausschließlich auf das Inland zurückzuführen. Er spiegelt die schwierige Lage der beiden letzten Wirtschaftsjahre wider. Nach Einschätzung der Aussteller sind die ‚richtigen‘ Kunden nach Hannover gekommen. Die Besucherumfrage zeigt, dass die Landwirte aus allen Regionen Deutschlands gut vertreten waren. Die Besucher aus Süd- und Südwestdeutschland repräsentieren wiederum beachtliche 36 Prozent der Inlandsbesucherzahl. 13 Prozent der inländischen Besucher kamen aus Ostdeutschland.

Die internationale Bedeutung der Agritechnica hat beachtlich zugenommen. Der Auslandsbesuch ist auf das Rekordniveau von mehr als 38.000 gestiegen. Dies entspricht einer Zunahme von 20 Prozent. Der Zuwachs kam aus der Schweiz, Österreich, aus den Niederlanden, Dänemark, Irland, Großbritannien, Frankreich, Schweden, Belgien und Italien. Mit mehr als 5.000 Landwirten und Fachleuten aus Mittel- und Osteuropa erweist sich die Agritechnica in Hannover als Anziehungsmagnet für diese Länder.

Rund zwei Drittel der Agritechnica-Besucher sind landwirtschaftliche Unternehmer. Es sind die zukunftsorientierten Landwirte, die die Agritechnica besuchen. Wie die Aussteller berichten, waren sie sehr gut vorbereitet und kamen mit präzisen Vorstellungen auf die Stände. 25 Prozent von ihnen bewirtschaften Betriebe bis 50 ha, 28 Prozent 50 ha bis 100 ha, 37 Prozent 100 ha bis 1.000 ha und 10 Prozent über 1.000 ha.

Eine vielbeachtete Aufwertung hat der Bereich Handel und Vertriebspartner erfahren. Dazu trugen die gelungenen Präsentationen des Händlerzentrums mit den dort vertretenen Organisationen sowie das stärkere Angebot an Dienstleistungen bis hin zu Gebrauchtmaschinenbörsen bei. Aussteller und Besucher aus diesem Bereich zeigten sich über diesen aufmerksamkeitsstarken Auftritt sehr zufrieden.

Der Einsatz von High-Tech ist in der Landwirtschaft Standard. Nur damit gelingt es, qualitativ hochwertige Produkte zu erzeugen, hohe Erträge zu erzielen, Kosten zu senken und umweltschonend zu produzieren. Sowohl steigende Betriebsgrößen als auch die rasch zunehmende überbetriebliche Maschinennutzung in der Landwirtschaft erfordern den zunehmenden Einsatz von Großmaschinen. Die Agritechnica 2003 signalisiert aber auch, dass die Hersteller die Technik für den kleinen und mittleren Bereich keineswegs vernachlässigen. Der Markt und das Maschinenangebot werden vielfältiger.

Die Agritechnica 2003 war durch Optimismus gekennzeichnet. Viele Landwirte haben offensichtlich die Krise der letzten Zeit jetzt verarbeitet. Dies belegen die Gespräche auf den Ständen der Aussteller. Nach der Besucherbefragung wollen 64 Prozent investieren.

Auch in diesem Jahr war das Fachbesucherinteresse wieder besonders stark auf Traktoren, die gesamte Bandbreite der Bodenbearbeitung und auf die Erntetechnik für Getreide, Futter und Hackfrüchte ausgerichtet. Darüber hinaus ist deutliches Interesse an der Technik für die Saat, Pflanzenpflege, Düngung und den Pflanzenschutz sowie an Zubehör und Ersatzteilen zu verzeichnen. Aber auch die zahlreichen Spezialangebote, wie die Forsttechnik, der Freilandgemüsebau, die Kommunaltechnik/Landschaftspflege, der Bereich Nachwachsende Rohstoffe/Regenerative Energien und die Biotechnik fanden ebenso wie die Gebrauchtmaschinenbörse großes Interesse.

Betriebliches Dünge- und Pflanzenschutzmanagement, optimale Ausbringtechnik sowie aktuelle Ansätze zum Precision Farming: Dies waren die Highlights des Agritechnica-Specials ‚Düngung und Pflanzenschutz – effizient und nachhaltig!‘. Die angebotenen Informationen rund um die Effizienzsteigerung von Dünge- und Pflanzenschutzmaßnahmen waren ein besonderer Besucher-Magnet.

Die Agritechnica ist inzwischen das weltweite Neuheitenforum. Alle führenden Hersteller richten ihre Entwicklungszyklen auf diese Ausstellung aus. Damit erweist sich die Agritechnica als Trendsetter für modernste Landtechnik. Fast die Hälfte der Landwirte gaben bei der Besucherbefragung an, in erster Linie wegen der Neuheiten zu kommen.

Die Agritechnica hat ihren Ruf als Treffpunkt für die gesamte Agrarbranche einmal mehr bestätigt. Politik und Wirtschaft, Forschung und Beratung, Land- und Forstwirte, Lohnunternehmen und Maschinenringe, der Handel und der gesamte Agrarservice sowie Verbände und Organisationen diskutierten hier die Zukunftsfragen. Das Fachprogramm bot vorzügliche Informations- und Diskussionsmöglichkeiten. Hervorzuheben sind unter anderem die internationale Tagung Landtechnik der Max-Eyth-Gesellschaft Agrartechnik im VDI, die europäische Lohnunternehmertagung, die internationale Ackerbautagung, der internationale Saatgutkongress, das Russland-Ukraine-Symposium und das Deutsch-Polnische Kolloquium.

Der erste europäische Junglandwirte- und Studententag am Donnerstag und Freitag war ein großer Erfolg. Übervolle Säle bei den einzelnen Veranstaltungen bestätigen, dass die Agritechnica ein neues Highlight hinzugewonnen hat. Rund 8.000 Junglandwirte, Schüler und Studenten aus dem In- und Ausland haben die verschiedenen Veranstaltungsangebote in Hannover genutzt. Im Kreise der europäischen Junglandwirte war eine deutliche Aufbruchstimmung zu verspüren. Die Stimmung unter ihnen war von Selbstbewusstsein und Optimismus geprägt. Sie stehen zu ihrem Beruf und glauben an eine erfolgreiche Zukunft. Ein Höhepunkt war die Premiere der ‚Young Farmer’s Party‘, an der mehr als 1.000 junge Leute teilnahmen.‘

Links zum Thema Messen.

Backhaus: Am Ausstieg aus der Käfighaltung führt kein Weg vorbei

Themen: Archiv — info @ 15:11

Schwerin (agrar.de) – ‚Wir sind in Deutschland nahe dran an vernünftigen, zukunftsfähigen Lösungen bei der Hennen- und Schweinehaltung, die sowohl die berechtigten Interessen aller Betroffenen – der Tiere, der Tierhalter und der Verbraucher – in Übereinstimmung bringt, als auch die europäischen Rahmenbedingungen berücksichtigt,‘ sagte der Minister für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus (SPD).

Den Vorwurf von Bundesverbraucherschutzministerin Künast, die Haltung der Bundesländer zur Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung sei ‚Anti-Tierschutzpolitik‘, wies er als unangemessenes und wenig sachdienliches Schwarze Peter-Spiel zurück. Eine alternativlose Verlängerung der Übergangsfrist, wie von Sachsen im Bundesrat gefordert, lehnt Mecklenburg-Vorpommern allerdings auch ab.

‚Wir wollen den Ausstieg aus der Käfighaltung schnell und konsequent. Gemeinsames Anliegen von Bund und Ländern muss es sein, den Unternehmen einen Weg aufzuzeigen, um Tierschutz, Verbrauchersicherheit und Wirtschaftlichkeit so zu verbinden, dass zukünftig in Deutschland noch Eier produziert werden können‘, sagte Dr. Backhaus.

Eine Fristverlängerung allein biete keine Gewähr, das gestellte Ziel zu erreichen. Ohne Alternativen zu Boden- und Freilandhaltungen sei die bereits erkennbare Abwanderung substanzieller Anteile der heutigen deutschen Eierproduktion aber mittelfristig nicht zu stoppen. ‚Hier ist die Bundesregierung seit 2001 ihrer Verantwortung schuldig geblieben, im Interesse der Weiterentwicklung tierschutzgerechter Haltungsformen ein Prüfverfahren für serienmäßig hergestellte Stalleinrichtungen anzubieten‘, sagte der Minister.

Mecklenburg-Vorpommern wird sich deshalb im Bundesrat für einen Kompromiss einsetzen, der darin besteht, dass eine etwaige Verlängerung der Übergangsfrist an das Prüfverfahren nach § 13 a Tierschutzgesetz gekoppelt wird. Der angestrebte Ausstieg aus der bisherigen Art der Käfighaltung soll danach spätestens zwei Jahre nach dem Inkrafttreten einer entsprechenden Verordnung des Bundes vollzogen sein. ‚Die Einführung des Prüfverfahrens hat für Mecklenburg-Vorpommern höchste Priorität. Wir können uns dabei an guten Beispielen aus Schweden oder der Schweiz orientieren‘, sagte Minister Backhaus.

Ausgangspunkt der neuerlichen Kontroverse ist der Antrag Sachsens im Bundesrat, die Übergangsfrist zu tierschutzgerechten Haltungsformen um drei Jahre bis 31.12.2009 zu verlängern. Dieser hatte gegen die Stimmen aus Mecklenburg-Vorpommern im Agrarausschuss des Bundestages eine Mehrheit gefunden.

Links zum Thema Tierhaltung und Geflügel, Links zum Thema Agrarpolitik.

Agrarbericht Schweiz: Ökologische Leistungen haben zugenommen

Themen: Archiv — info @ 11:11

Bern (agrar.de) – Die ökologischen Leistungen der Schweizer Landwirtschaft haben in den letzten zehn Jahren stark zugenommen. Auch zwischen 2001 und 2002 ist eine weitere Verbesserung zu beobachten. Das geht aus dem heute vorgelegten Agrarbericht 2003 des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) hervor.

Die von Biobetrieben bewirtschaftete Fläche nahm zwischen 2001 und 2002 um weitere 8 Prozent zu. Insgesamt betrug der Anteil der Bioflächen im Jahr 2002 total 9,6 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Die ökologischen Ausgleichsflächen legten um 3 Prozent auf 95.500 Hektar zu. Davon lagen rund 49.000 Hektar im Talgebiet (Ackerbauzonen und Hügelzone).

Im Jahr 2002 wurden erstmals Beiträge für die Qualität und für die Vernetzung der ökologischen Ausgleichsflächen ausbezahlt. Knapp 14.000 Hektar (ohne Hochstammobstbäume) kamen in den Genuss dieser Beiträge. Einen weiteren erfreulichen Anstieg verzeichnete die Teilnahme an den Tierprogrammen. Beim RAUS-Programm (Tiere mit Auslauf im Freien) betrug die Zunahme 8 Prozent, beim BTS-Programm (Tiere in besonders tierfreundlichen Ställen) 12 Prozent.

Im Jahr 2002 wurden somit 61 Prozent der Grossvieheinheiten nach den Regeln des RAUS-Programms gehalten, 30 Prozent nach denjenigen des BTS-Programms.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Land Schweiz.

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