24. November 2003

BWV zur Schweinehaltungsverordnung: Auch Schweine wollen trocken liegen

Themen: Archiv — info @ 12:11

Koblenz (agrar.de) – Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) hält die Diskussion über die Umsetzung der Neugestaltung der Schweinehaltungsverordnung für nicht sachgerecht. Hier herrscht großer Aufklärungsbedarf. Die Regelungswut der Verbraucherministerin Renate Künast würde bei den Schweinen für Proteste sorgen, wenn sie denn wüssten wer Frau Künast überhaupt ist. Die Verbraucherministerin möchte zwei festgeschriebene Beschäftigungsmaterialien in den Buchten vorgeschrieben sehen. Die Landwirte begrüßen aber die vom Bundesrat geplante Umsetzung der freien Wahl der Spielmaterialien. Welche Mutter möchte ihren Kindern nur vorgeschriebene Spielzeuge überlassen? Verantwortungsvolle Landwirte möchten den Schweinen die Materialien zukommen lassen, die ihnen letztlich die größte Abwechslung verschaffen, sei es ein Ball, ein Scheuerbaum oder viele Möglichkeiten mehr.

Seit Jahren kämpfen die Landwirte dafür, dass ein Teil der Bewegungsflächen der Schweine perforiert bleiben muss. Dies hat den wesentlichen Vorteil, dass der sogenannte ‚Pampers-Effekt‘ zum Tragen kommt. Der Kot und der Urin laufen ab. Schweine sind, entgegen vieler Sprichwörter und Volksweisheiten, sehr saubere Tieren. Sie koten über den perforierten Stellen ab und haben daher eine trockene und saubere Liegefläche. Keine halbwegs normalen Eltern würden ihre Kinder in Plastikfolien wickeln.

Populismus schadet den Tieren häufig mehr als eine sachgerechte Umsetzung der EU-Vorgaben. Daher begrüßt es der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau, wenn sich der Bundesrat Ende November für eine 1:1-Umsetzung der EU-Vorgabe entscheiden würde. Deshalb hat der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Leo Blum, aktuell nochmals die Minister für Landwirtschaft, Hans-Artur Bauckhage, und Umwelt, Margit Conrad, aufgefordert für eine 1:1-Umsetzung der EU-Verordnung im Bundesrat zu votieren. Einerseits würden dadurch die Tiere nicht ‚vermenschlicht‘ werden, was dem Verhalten der Tiere überhaupt nicht entspricht und andererseits gäbe es mehr Gerechtigkeit innerhalb der EU.

Weniger Wettbewerbsverzerrungen würden auch dem Produktionsstandort Deutschland helfen. Es würde genau das eintreten was der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau seit Jahren fordert, nämlich ein gerechterer Wettbewerb und die Übernahme von deutschen Standards durch andere EU-Staaten. Die deutschen Auflagen befinden sich auf einem hohen Niveau. Es besteht endlich die Chance, dass dieses Niveau EU-weit angewandt wird. Falsche Profilierungssucht seitens der Verbraucherministerin Künast überspannt den Bogen nun soweit, dass er letztlich den Tieren und den Landwirten gleichermaßen schadet.

Hinzu kommt, dass bei einer Nicht-Umsetzung der EU-Richtlinie zum 01.01.2004 Deutschland mit Strafzahlungen in Millionen Höhe rechnen muss, die nur darauf basieren, dass sich eine Ministerin auf den Rücken der Schweine profilieren möchte.

BWV-Bewertung der Verbraucherministerin Künast für ihr Verhalten bei der Novellierung der Schweinehaltungsverordnung:

– Tierschutz: mangelhaft – Rücksichtnahme auf die Landwirte: mangelhaft. – Profilierungssucht: sehr gut

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Rheinland-Pfalz: Trockenheit und Borkenkäfer setzten dem Wald zu

Themen: Archiv — info @ 12:11

Mainz (agrar.de) – ‚Der extrem trockene und heiße Sommer hat den Wäldern in Rheinland-Pfalz zugesetzt. Laubbäume verloren durch den Trockenstress bereits im August einen Teil ihrer Blätter. Frisch gepflanzte Kulturen vertrockneten. Den Nadelholzbeständen setzte der Borkenkäfer zu.‘ Dies gab der Präsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Ökonomierat Günther Schartz anlässlich der jüngsten Sitzung des Kammerforstausschusses bekannt. Wie der Ausschussvorsitzende Michael Prinz zu Salm-Salm ausführte, seien rund 250.000 Festmeter Fichtenholz dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen. Dies wirke sich sofort in den Kassen der Waldbesitzer aus, denn durch den Käferbefall verfärbe sich das Holz oft Blau und könne dann nur noch zu geringeren Preisen an die Sägeindustrie verkauft werden.

Aber nicht nur das Wetter schlägt Kapriolen, auch die Berliner Politik bereitet den Waldbesitzern Sorgen. Die Regierungskoalition hat beschlossen, das Bundeswald- und Bundesjagdgesetz zu novellieren. Die Grundeigentümer sehen dies mit Skepsis. Das rheinland-pfälzische Waldgesetz stammt aus dem Jahre 2001 und ist somit nicht nur neu, sondern das modernste in Deutschland. Änderungsnotwendigkeiten ergeben sich insofern nicht. Beim Bundesjagdgesetz gibt es durchaus den ein oder anderen Änderungswunsch der Waldbesitzer, so Salm, aber die Gefahr, dass das Jagdrecht eigentumsfeindlich gestaltet wird, ist groß. Eine Verkürzung der Jagdzeiten oder die Einschränkung der jagdbaren Tiere im Jagdrecht wurde von den Ausschussmitgliedern entschieden abgelehnt.

Einen weiteren Themenschwerpunkt des Ausschusses, der den Vorstand der Landwirtschaftskammer in allen Fragen der Forst-, Jagd- und Fischereiwirtschaft berät, bildete die Auswirkung der Forstorganisationsreform in Rheinland-Pfalz. Durch die Schließung von 43 von 88 Forstämtern will das Land bis zum Jahre 2010 27 Millionen Euro Personal- und Sachkosten sparen. Im Bereich der Privatwaldberatung will das Land seine Intensität nicht zurückfahren. Insofern begrüßen auch die Mitglieder des Forstausschusses, dass ab 2004 eine Privatwaldinventur geplant ist. Diese soll mittelfristig die forstliche Bewirtschaftung und die Bündelung des geernteten Holzes verbessern. Die Inventurgrundlagen wurden von drei Mitarbeitern der Landesforstverwaltung vorgestellt: Godehard Ontrup, Dirk Ueckermann und Wienand Schmitz berichteten über das Vorgehen und die Umsetzung der geplanten Inventur.

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Gentechnik in der Landwirtschaft – aber sicher?

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Fachsymposium in Berlin

Berlin (agrar.de) – Der Informationsbedarf ist riesig – entsprechend groß war der Andrang beim Symposium des schleswig-holsteinischen Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums ‚Gentechnik in der Landwirtschaft – aber sicher?‘ in Berlin: Über 200 in- und ausländische Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Umwelt, Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Verwaltung, Handel, Verbraucherschutz und Kirche diskutierten heute (24. November) die Rahmenbedingungen der Koexistenz in der Landwirtschaft.

Der Vorstoß Sachsen-Anhalts, den ersten Großflächenversuch in Deutschland mit gentechnisch verändertem Mais zu starten, zeigt es deutlich: Bereits im kommenden Jahr könnten gentechnisch veränderte Raps-, Mais- oder Kartoffelpflanzen kommerziell auf deutschen Äckern angebaut werden. Denn das de facto-Moratorium für die Zulassung und Vermarktung von Genpflanzen in der europäischen Union könnte zum Ende des Jahres auslaufen. ‚Unabhängig davon, ob man die ‚grüne‘ Gentechnik befürwortet oder ablehnt – und ich habe hierzu eine klare Auffassung – ist ihr Einsatz bereits Realität‘, sagte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Klaus Müller in Berlin. ‚Wir müssen deshalb dringend regeln, wie die Landwirte, die ohne Gentechnik produzieren wollen, dies in Zukunft noch können. Mein Ziel ist es, der Landwirtschaft wie den Verbraucherinnen und Verbrauchern die Wahlfreiheit zu sichern: Die Wahl, sich für oder gegen Gentechnik auf dem Acker oder auf dem Teller entscheiden zu können. Dafür muss rechtsverbindlich geregelt werden, wie Landwirtschaft mit und ohne Gentechnik nebeneinander existieren können.‘

Während des Symposiums gaben Wissenschaftler einen Überblick über Modelle der Koexistenz und nannten für das Beispiel Raps konkrete Zahlen für die Auskreuzung gentechnisch veränderter Organismen. Diese Daten wurden bei einer bisher bundesweit einzigartigen Studie von Schleswig-Holsteinischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ermittelt.

Schleswig-Holstein hatte im Juli 2003 einen Gesetzesentwurf zur Umsetzung der Freisetzungsrichtlinien der Europäischen Union in den Bundesrat eingebracht. ‚Mir geht es darum, Pollenbarrieren, Pufferzonen und strenge Trennung bei Lagerung, Transport und Verarbeitung der Futter- und Lebensmittel gesetzlich zu verankern‘, formulierte Minister Müller seine Vorstellungen zur Koexistenz. Niedrigere Schwellenwerte für Saatgut hätten für ihn ebenfalls hohe Bedeutung. ‚Denn nur so kann das Risiko einer Vermengung deutlich vermindert werden. Dies, mehr Transparenz durch öffentliche Anbauregister und eindeutige Haftungsregelungen nach dem Verursacherprinzip sind die zentralen Anliegen unseres Gesetzesentwurfes.‘

Müller forderte erneut, eine baldige EU-weit harmonisierte gesetzliche Regelung der Koexistenz, um den Schutz der Umwelt und der Verbraucherinnen und Verbraucher zu gewährleisten sowie Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden. Da es keine entsprechenden Vorgaben aus Brüssel gebe, müsse derzeit jeder Mitgliedstaat eigene Regeln festlegen. Um eine EU-weite Regelung für die Koexistenz zu unterstützen, unterzeichnete Schleswig-Holstein als eine der ersten zehn Regionen in der Europäischen Union am 4. November in Brüssel eine Deklaration zur Koexistenz.

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Thalheim: Die Milchwirtschaft hat in Deutschland eine Zukunft

Themen: Archiv — info @ 10:11

Berlin/Freising (agrar.de) – ‚Die unternehmerische Freiheit und die Marktorientierung werden mit der Entkopplung der Direktzahlungen eindeutig zunehmen. Es wird in Zukunft für den landwirtschaftlichen Unternehmer weniger um die Optimierung von Subventionen als vielmehr um die Optimierung der Produktion gehen.‘ Im Rahmen der Festveranstaltung der staatlichen Molkerei Weihenstephan zu Ehren der 100 qualitätsbesten Milcherzeuger äußerte sich der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, Dr. Gerald Thalheim, zu der Zukunft der Milchwirtschaft in Deutschland nach den Luxemburger Beschlüssen.

Aus verschiedenen Gründen sei eine Neuorientierung in der europäischen Agrarpolitik erforderlich geworden. Sowohl die Erweiterung der EU um zehn weitere Mitgliedsstaaten, als auch die laufenden WTO-Verhandlungen haben Anpassungen erforderlich gemacht, so der Agrarpolitiker. Mit den Luxemburger Beschlüssen hätten die EU-Agrarminister das System der Direktzahlungen zukunftsorientiert ausgerichtet und an den Erwartungen der Verbraucher orientiert. In diesem Sinne gelte es nun, den Bürgerinnen und Bürgern deutlich zu machen, dass die Landwirtschaft für die Einhaltung vorgegebener Standards und die Erhaltung der Kulturlandschaft Unterstützung benötigt und eine Honorierung ihrer Leistung verdient.

Längerfristig, so Thalheim, könne nur über das Regionalmodell die gesellschaftliche Akzeptanz der Direktzahlungen gesichert werden. Die Milch sollte frühzeitig in die Entkopplung einbezogen werden. Ein entkoppeltes Prämiensystem dürfte zu einer gewissen Marktbereinigung und damit Marktentlastung führen und die Quotenkosten weiter senken. Klar sei aber auch, dass das Regionalmodell nicht von heute auf morgen eingeführt werden könne. Um den Milcherzeugern notwendige Anpassungen zu ermöglichen, sollte daher zunächst ein Kombinationsmodell zur Anwendung kommen. Bei der Gestaltung des Anpassungsprozesses werde man die Interessen der Milcherzeuger in besonderer Weise berücksichtigen.

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DBV: Bei Legehennen wollen wir mehr als Tierschutz

Themen: Archiv — info @ 10:11

Generalsekretär Born kritisiert unnötige Polarisierung

Berlin (agrar.de) – Als bewusste Fehlinformation und Täuschung der Öffentlichkeit hat der Deutsche Bauernverband (DBV) die derzeit laufende Kampagne von Tierschutzorganisationen zur Legehennenhaltung bezeichnet. ‚Die Tierschützer emotionalisieren die Verbraucher und machen mit Anzeigen Stimmung gegen eine Reform der Legehennenhaltungs-Verordnung, die den Hühner mehr Tierschutz und bessere Gesundheit bringen würde‘, erklärte der Generalsekretär des DBV, Dr. Helmut Born. Die bisherigen Käfigbatterien seien Auslaufmodelle, die in der EU spätestens 2012 verboten sind. Bund und Länder seien sich einig, dass dieses Verbot in Deutschland sogar früher gelten soll.

Im Bundesrat gehe es am kommenden Freitag (28.11.2003) in Zusammenhang mit einer ohnehin anstehenden Novellierung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung nicht um eine Absicherung der herkömmlichen Käfighaltung, sondern um eine vorurteilsfreie Überprüfung der möglichen Alternativen durch die Freiland- und Bodenhaltung sowie die so genannte Kleingruppenhaltung, stellte Born klar. Wie erste Ergebnisse begleitender Untersuchungen zeigten, gebe es gerade aus der Sicht des Tierschutzes Probleme auch bei der Boden- und Freilandhaltung.

Der Deutsche Bauernverband appelliert deshalb an Bund und Länder, alle Alternativen zur Käfighaltung vorurteilsfrei zu prüfen und danach zu entscheiden. Die Vorverurteilung gerade der Kleingruppen oder Kleinvolièren sollte vermieden werden, da diese Haltungsform offenbar am ehesten in der Lage ist, artgerechtes Verhalten der Hennen (zum Beispiel: Scharren, Staubbaden und Aufsitzen auf Stangen) mit einer ökonomisch wettbewerbsfähigen Produktion zu verbinden. Die deutschen Landwirte haben in alle alternativen Haltungsverfahren investiert und damit gezeigt, dass sie dem Anliegen des Tierschutzes entgegenkommen wollen.

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Miller: Zuckermarktordnung unverzichtbar

Themen: Archiv — info @ 09:11

Kitzingen (agrar.de) – Vor dem Verband Fränkischer Zuckerrübenanbauer in Kitzingen hat sich der bayerische Landwirtschaftsminister Josef Miller mit Nachdruck für eine effektive Zuckermarktordnung ausgesprochen. Unter den von der EU-Kommission erwogenen Modellen für die künftige europäische Zuckermarktpolitik biete die Fortschreibung der derzeitigen Marktordnung die größten Vorteile sowohl für die heimische Land- und Zuckerwirtschaft, als auch für die Verbraucher und die Entwicklungsländer, sagte der Minister. Die Zuckermarktordnung sei kostenneutral, stabilisiere Angebot und Nachfrage und sichere die Versorgung mit hochwertigem Zucker.

Die beiden weiteren Modelle Brüssels – massive Preissenkungen bzw. die vollständige Liberalisierung des Zuckermarktes – lehnt Miller entschieden ab. Beides würde nach seinen Worten zur Einstellung des Zuckerrübenanbaus in weiten Teilen der EU führen. Ein völlig liberalisierter Zuckermarkt hätte laut Miller existenzbedrohende Preiseinbrüche für die rund 14.000 bayerischen Zuckerrübenanbauer und den Verlust der Arbeitsplätze in den Zuckerfabriken und in der Lebensmittelwirtschaft zur Folge.

Verlierer wären nach Worten des Ministers aber auch die 17 als AKP-Staaten bezeichneten Entwicklungsländer, die derzeit zum EU-Inlandspreis Zucker in die EU liefern dürfen: ‚Ihre Erlöse würden auf Weltmarkt-Niveau einbrechen.‘ Deshalb haben sich nach Auskunft des Ministers die AKP-Staaten in dieser Woche ebenso wie die 49 ärmsten Länder der Welt gegen die EU-Vorschläge ‚Preissenkung‘ und ‚völlige Liberalisierung‘ ausgesprochen. Auch die Verbraucher würden laut Miller nur wenig profitieren, denn: ‚Preissenkungen kämen bei ihnen nicht an.‘ Der Minister will sich deshalb auf allen Ebenen für die Fortschreibung der Zuckermarktordnung einsetzen. Bundesagrarministerin Renate Künast hat er bereits aufgefordert, die Länder bei den künftigen Diskussionen intensiv einzubinden.

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22. November 2003

DBV-Materialien zur EU-Agrarreform

Themen: Archiv — info @ 12:11

Berlin (agrar.de) – Der Beschluss des Luxemburger Agrarrates vom 26. Juni 2003 eröffnet tausend und eine Möglichkeit für die zukünftige Verteilung der Direktzahlungen, so der Deutsche Bauernverband (DBV).

Eine Broschüre des Verbandes ‚Die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik‘ soll dazu beitragen, in der Diskussion um die Entkopplung mehr Klarheit zu gewinnen. Die Broschüre erläutert den Sachstand, erklärt Begriffe und beantwortet offene Fragen. Sie kann in Druckform bei der DBV-Geschäftsstelle (E-Mail) angefordert werden und steht auch im Internet zum Download [PDF-Datei, 4 MB] bereit.

Mit einem %url8%Schaubild%/% verdeutlicht der Verband, welche verschiedenen Möglichkeiten sich für die Landwirte aus den Regelungen zur Entkopplung bzw. zur Degression/Modulation ergeben.

Zur Ermittlung der möglichen Prämienzahlungen bietet der DBV einen %url7%EU-Prämienrechner%/% [XLS-Datei, ab Excel 97, 149 KB] an. Nach Eingabe der betriebsindividuellen Daten errechnet das Programm die Prämie, die entweder als Betriebsprämie oder bei einer Umlegung der verschiedenen Prämien auf die Fläche als einheitliche Durchschnittsprämie bezahlt wird.

Die eigene Position zur nationalen Umsetzung der EU-Agrarreform hat der DBV in einer %url4%Erklärung%/% formuliert, die ebenfalls online verfügbar ist.

Links zum Thema %url5%EU und Landwirtschaft%/%, Links zum Thema %url6%Verbände%/%.

Schweinehaltungsverordnung: ISN kritisiert „Kuhhandel“

Themen: Archiv — info @ 10:11

Damme (agrar.de) – Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Nord-Westdeutschland (ISN) distanziert sich deutlich von der in der nächsten Woche zu erwartenden Bundesratsentscheidung zur Schweinehaltungsverordnung.

Der Bundesrat entscheidet am Freitag nächster Woche in einer Abstimmung über die Zukunft der Rahmenbedingungen der Schweine- und Legehennenhaltung in Deutschland. Die ISN kritisiert, daß die beiden Themen gemeinsam zur Abstimmung ständen. ISN-Vorsitzender Franz Meyer zu Holte sprach von einem ‚Kuhhandel‘, der eindeutig zu Lasten der Schweinehalter gehe. Es werde mittlerweile ja ganz offen darüber berichtet, daß eine Verlängerung der Übergangsfrist für die Legehennenhaltungsverordnung auf Länder- und Bundesebene wohl nur zu erreichen sei, wenn in Sachen Schweinehaltungsverordnung ‚gewisse Zugeständnisse‘ gemacht würden, meinte der ISN-Vorsitzende.

Die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein hätten im Bundesrats-Agrarauschuß insgesamt 28 Änderungsanträge zum Entwurf der Schweinehaltungsverordnung des Verbraucherministeriums eingebracht. Meyer zu Holte stellte enttäuscht fest, daß die Agrarministerkonferenz in Schwerin im März diesen Jahres noch mehrheitlich eine 1:1-Umsetzung des EU-Standards in nationales Recht beschlossen habe. Davon sei bei den Agrarministern der Bundesländer heute jedoch keine Rede mehr.

Bei den deutschen Schweinehaltern mache sich mittlerweile ‚Enttäuschung auf der gesamten Linie breit‘ sagte ISN-Geschäftsführer Detlef Breuer. Der Vorschlag des Bundesrats-Agrarausschusses gehe in entscheidenden Punkte, wie zum Beispiel bei der Fläche, weit über eine 1:1-Umsetzung der EU-Richtlinie hinaus. Hier könne man nicht von einem ‚Kompromissvorschlag‘ sprechen. Zwar sei der ursprüngliche Entwurf des BMVEL entschärft worden, doch trotzdem müsse sich die Politik sachlichen Argumenten öffnen und dürfe keine Zugeständnisse bei der Schweinehaltungsverordnung machen, um ein anderes Thema wieder auf den Plan zu holen.

‚Die ISN macht sich ernsthafte Sorgen‘, so Breuer, ‚ob die Ministerpräsidenten und Agrarminister der zig-millioneneuroschweren Medienkampagne so genannter Tierschutzorganisationen standhalten‘. Das Thema Legehennen habe die Verbraucherministerin schließlich nach über einem Jahr Medienabstinenz wieder in die Schlagzeilen gebracht. Den finanziellen Mitteln, über die diese Organisationen verfügten, hätten die Schweinehalter eben nur Sachargumente entgegenzusetzen. ‚Dort können wir finanziell einfach nicht mithalten,‘ stellte der ISN-Geschäftsführer fest.

Wie die ISN vermute, so gehe es leider überhaupt nicht mehr um die Sache, sondern um einen symbolisch-moralischen Sieg der Verbraucherministerin. Dies zeige auch, daß sich die Grünen bei entsprechender öffentlicher Diskussion und Verhärtung der Fronten auf Bundesebene bereits 20 % der Wählerstimmen ausrechneten.

Die ISN fordere nach wie vor eine 1:1 Umsetzung der EU-Richtlinie. Jede Verschärfung führe zu Wettbewerbsverzerrungen und erhöhe die Produktionskosten in Deutschland.

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21. November 2003

EFFAT: Kritik an Kommissionsvorschlägen zur Zuckermarktordnung

Themen: Archiv — info @ 16:11

Brüssel (agrar.de) – In einer Sitzung des Sozialen Dialogs in der Zuckerindustrie hat die europäische Arbeitnehmervertretung EFFAT massive Kritik an der Mitteilung und den Vorschlägen der Kommission zur Zuckermarktordnung geübt, weil diese die Existenz fast der gesamten Europäischen Zuckerindustrie gefährden würde.

Selbst die Kommission geht schon in der von ihr favorisierten Option und nach ihren optimistischen Schätzungen mit einem Verlust von über drei Viertel aller Arbeitsplätze in der Zuckerindustrie aus. EFFAT wisse, dass ein Wandel notwendig sei, aber dieser dürfe nicht dazu führen, dass Europa die europäische Zuckerindustrie opfere. Und wenn die Kommission bei den geplanten drastischen Einschnitten nur mit einem Verlust von 4.500 aus 6.500 Arbeitsplätzen bei den 300.000 Zuckerrübenanbauern in Europa rechnet, zeichne sie ein viel zu rosiges Bild von den zu erwartenden sozialen Folgen der Reform der Marktordnung. Nach den Erfahrungen aus anderen Sektoren ist zudem davon auszugehen, dass auf jeden Arbeitsplatz, der in der verarbeitenden Industrie verloren geht, 5 Arbeitsplätze indirekt in anderen Sektoren betroffen sind.

Betroffen sein werden von den Arbeitsplatzverlusten vor allem die ländlichen strukturschwachen Regionen, in denen die Arbeitslosigkeit schon jetzt sehr hochsei. Betroffen sein werden vor allem auch die Beitrittsländer Mitteleuropas wie Ungarn, Slowakei und vor allem Polen, das zur Zeit noch fast genauso viele Zuckerfabriken und Beschäftigte hat wie der Rest Europas. Diese Länder müssten sich auch betrogen fühlen, wenn sie jetzt nicht die Quoten bekommen werden, die man ihnen in den Verhandlungen mit der EU zugesagt hatte.

EFFAT erwartet von der Kommission folgendes:

1) Die Kommission sollte eine Untersuchung in Auftrag geben, die die Folgen der verschiedenen Optionen für die zukünftige Zuckermarktordnung auf die Beschäftigung analysiert;

2) Die Kommission muss in den WTO Verhandlungen dafür sorgen, dass die europäische Zuckerindustrie eine wirtschaftliche und soziale Zukunft hat;

3) Der bevorstehende Wandel der Marktordnung muss sozialverträglich gestaltet werden. Deshalb muss den Unternehmen ausreichend Zeit für die Bewältigung der Personalprobleme gegeben werden. Ausserdem müsse die Kommission für die Regionen, in denen Arbeitsplätze verloren gingen, ein Konversionsprogramm und einen entsprechenden Fonds vorsehen, der den betroffenen Arbeitnehmern neue beschäftigungspolitische Perspektiven bietet.

4) Die Sozialpartner EFFAT und CEFS werden der Ministerratstagung im Dezember eine gemeinsame Stellungnahme vorlegen.

5) Die Sozialpartner erwarten von der Kommission, dass sie frühzeitig in alle Diskussionen eingebunden und rechtzeitig konsultiert werden.

Links zum Thema Verbände.

Mehr Gemüse-Anbau in Nordrhein-Westfalen

Themen: Archiv — info @ 15:11

Düsseldorf (agrar.de) – In diesem Jahr wurde in Nordrhein-Westfalen auf 20.131 Hektar Ackerland Gemüse zum Verkauf angebaut. Wie das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik mitteilt, war damit die Gemüseanbaufläche um 9,7 Prozent größer als im Vorjahr. Auch der Anbau von Gemüse unter Glas oder Kunststoff wurde 2003 erneut ausgedehnt, und zwar um 3,7 Prozent auf 247 Hektar.

Gut die Hälfte (51,7 Prozent) des heimischen Freiland-Anbaus entfiel auf sieben Gemüsearten: Rang 1 nahm mit 2.303 Hektar (gegenüber 2002: -3,2 Prozent) der Spargel ein, gefolgt von Möhren und Karotten (1.639 Hektar, +8,9 Prozent), Spinat mit 1.564 Hektar (+9,6 Prozent), Blumenkohl (1.351 Hektar, +2,4 Prozent), grünen Pflückbohnen (1.281 Hektar, +11,9 Prozent), Weißkohl (1.251 Hektar, +6,4 Prozent) und Frischerbsen (1.026 Hektar, +18,5 Prozent).

Von der Gemüseanbaufläche unter Glas oder Kunststoff entfielen gut 47 Hektar (-6,6 Prozent) auf Kopfsalat, knapp 40 Hektar (-5,6 Prozent) auf Gurken, 39 Hektar (-0,6 Prozent) auf Tomaten und 35 Hektar (+1,7 Prozent) auf Feldsalat.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Nordrhein-Westfalen.

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