Bauernbund erwartet von der Agrarministerkonferenz Einigung für Kombimodell
Belsdorf (agrar.de) – ‘Wir erwarten von der morgigen Sonder-Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern eine verantwortungsvolle Einigung zur Umsetzung der EU-Agrarreform in Deutschland. Die Möglichkeiten, die die Luxemburger Beschlüsse zulassen, sollten daher voll genutzt werden. Die Einführung einer Betriebsprämie, die sich an der durchschnittlichen Produktion der Jahre 2000 – 2002 orientiert, lehnt der Deutsche Bauernbund ab. Wir halten die Einführung einer regionalen Flächenprämie ab 2005 für sinnvoller und zukunftsweisender. Aber auch ein Kombimodell, welches schrittweise von einer Betriebsprämie in eine Flächenprämie geht, wäre akzeptabel,’ so der Präsident des Deutschen Bauernbundes (DBB, Kurt-Henning Klamroth.
‘Wir halten die Flächenprämie für das bessere Modell, da damit der Gesellschaft eine klare Begründung für die Zahlungen an die Landwirtschaft gegeben werden kann. Bei diesem Modell bleibt die Prämie bei Kauf- oder Pachtwechsel auf der Fläche. Die Prämie wird für die ökologischen, landeskulturellen und sozioökonomischen Leistungen der Landwirtschaft bezahlt. Betriebsentwicklungen sind möglich, Bauern und Bäuerinnen kann eine langfristige Planungssicherheit gegeben werden.
Bei der Betriebsprämie wird die Begründung nicht lange halten. Die Gesellschaft wird fragen, warum die Bauern für eine Produktion der Jahre 2000 – 2002 Geld bekommen. Es wird landwirtschaftliche Flächen mit Prämie und ohne Prämie geben. Gerichtliche Streitigkeiten werden die Folge sein. Betriebsentwicklungen, gerade für Jungbauern, werden kaum noch möglich sein. Die ungerechte Flächenverteilung in den neuen Bundesländern zugunsten der LPG-Nachfolgebetriebe wird zementiert. Die Landwirtschaft wird keine Perspektive mehr haben. Wir fordern daher gerade die neuen Bundesländer auf, nicht das Betriebsprämienmodell zu unterstützen.
Enttäuscht sind wir vom Deutschen Bauernverband, der sich auf ein Betriebsprämienmodell festgelegt hat. Wegen möglicher Umverteilungswirkungen zwischen den Betrieben setzt er leichtfertig die gesellschaftliche Akzeptanz von Prämienzahlungen an die Landwirtschaft aufs Spiel. Damit hat sich der DBV als nicht zukunftsfähig erwiesen,’ so Klamroth abschließend.
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