06. Oktober 2003

Baden-Württemberg: Gemüseanbaufläche erreicht neuen Höchststand

Themen: Archiv — info @ 09:10

Leichter Rückgang beim Spargelanbau

Stuttgart (agrar.de) – Nach den aktuellen Ergebnissen der repräsentativen Gemüseanbauerhebung 2003, in die rund 1.100 Anbaubetriebe einbezogen waren, belief sich die Gesamtanbaufläche für zum Verkauf bestimmtes Gemüse in Baden-Württemberg auf 9.579 Hektar (ha). Nach Feststellung des Statistischen Landesamts stellt dies zugleich eine neue Höchstmarke dar. Die Anbauflächen für Gemüse waren nach dem bisherigen Höchststand in 2000 in den Folgejahren merklich zurückgegangen. Dieser rückläufige Trend kam jetzt zum Stillstand. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Gemüseanbaufläche um 937 ha (10,8 Prozent) zu. Dabei stieg sowohl die Anbaufläche im Freiland (um 10,5 Prozent auf 9.089 ha) als auch die Anbaufläche unter Glas (um 18,3 Prozent auf 489 ha) deutlich an.

Insgesamt dominiert der Freilandanbau mit einem jährlich recht stabilen Anteil von etwa 95 Prozent. Die größten Anbauflächen beanspruchen hier Salate (1.894 ha) und Spargel (1.583 ha) mit fast zwei Fünftel der insgesamt bebauten Freilandfläche. Der in den letzten Jahren zu beobachtende Siegeszug des Spargels kam allerdings in 2003 erstmals mit einem leichten Rückgang zum Stillstand ( – 9 ha oder – 0,6 Prozent), während der Salatanbau, und hier insbesondere der Anbau von Feld- oder Ackersalat, deutlich expandierte (um 217 ha oder 12,9 Prozent). Auf Weiß- und Rotkohl (783 ha), Zuckermais (585 ha) und Speisezwiebeln (584 ha) entfallen zusammen ein weiteres Fünftel des Freilandanbaus. Beim heimischen Verkaufsanbau von Unterglasgemüse dominiert weiterhin der Anbau von Feld- oder Ackersalat, dessen Anbaufläche um weitere 31 ha (25,6 Prozent) auf nunmehr 152 ha anstieg, womit fast ein Drittel des Unterglasanbaus auf diese Gemüseart entfällt. An zweiter Stelle folgt der Anbau von Tomaten (69 ha) vor Gurken (61 ha).

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

04. Oktober 2003

Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern kooperieren bei Natur- und Umweltschutz

Themen: Archiv — info @ 12:10

Criewen (agrar.de) – Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern werden ihre Zusammenarbeit beim Natur- und Umweltschutz weiter ausbauen. Die Geographische Lage, eine im Binnenland vergleichbare Naturausstattung, die Infrastruktur und das wirtschaftliche Umfeld machen beide ostdeutschen Länder zu natürlichen Verbündeten in diesem Bereich, betonten die Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Prof. Wolfgang Methling (PDS), und Brandenburg, Wolfgang Birthler (SPD) heute bei ihrem Treffen im uckermärkischen Criewen. Schon jetzt gebe es eine Reihe von grenzüberschreitenden Projekten, beispielsweise beim Rückbau von Kernkraftwerken, im Feldberg-Lychener Seengebiet oder entlang von Oder und Elbe.

Grünes Band

Die vom Bund angebotene kostenlose Übergabe von Naturschutzflächen entlang der früheren innerdeutschen Grenze wird von Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg begrüßt. Leider sei kostenlos nicht kostenfrei – vor allem für die Länderhaushalte. Es müsse deshalb in Bund und Land geregelt werden, wie dieses ‚wertvolle, aber auch teure Geschenk in den Ländern finanziert werden kann‘, so beide Minister.

FFH-Ausweisungen

Im Rahmen der deutschen FFH-Meldung wurden seitens der EU-Kommission auch Nachmeldungswünsche an die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg übermittelt, die derzeit abgearbeitet werden. In Brandenburg hat die Nachmeldeliste bereits das Landeskabinett passiert, in Mecklenburg-Vorpommern läuft bis November eine breite öffentliche Beteiligung.

In der Summe werden beide Länder einen FFH-Anteil entsprechend dem Bundesdurchschnitt ausweisen. Etwa drei Viertel der gemeldeten Gebiete unterliegen bereits jetzt einem Schutzstatus. In Brandenburg wurden insgesamt 605 Gebiete gemeldet, die 11,2 Prozent der Landesfläche umfassen. Mecklenburg-Vorpommern plant 248 FFH-Gebiete, die 10,3 Prozent der Landfläche umfassen. Damit erhalten Landwirtschaft und Wirtschaft Planungssicherheit, betonten beide Minister. Eine FFH-Verträglichkeitsprüfung, die nach klaren Regeln abläuft, könne sogar dazu beitragen, Infrastruktur- beziehungsweise Baumaßnahmen zu beschleunigen.

Weder in Brandenburg noch in Mecklenburg-Vorpommern gibt es die Absicht, für alle FFH-Gebiete neue Schutzverordnungen aufzustellen. Freiwilligen Vereinbarungen, Vertragsnaturschutz und der Erarbeitung von Managementplänen wird der Vorzug gegeben. In Mecklenburg-Vorpommern werden derzeit modellhaft für drei Gebiete (Rostocker Heide, Wismarbucht und Feldberger Seenlandschaft) solche Managementpläne erarbeitet.

Ausweisung neuer Schutzgebiete

Methling informierte seinen brandenburgischen Amtskollegen über die Absicht, noch in dieser Legislaturperiode zwei neue Naturparke in M-V auszuweisen. Sowohl im Sternberger Seenland als auch in der Ueckermünder Heide lägen die Anträge der Landräte vor. Besonders sympathisch sei ihm, so Methling, dass die Idee zu den Naturparken von unten gewachsen ist. Sowohl Methling als auch Birthler zeigten sich überzeugt, dass es bei der Vielzahl von Großschutzgebieten in beiden Ländern jetzt vorrangig darum gehen muss, die vorhandenen Gebiete zu stabilisieren und die Akzeptanz in diesen und für diese Gebiete zu erhöhen.

Tagung zu Wirtschaft in Großschutzgebieten

Beide Länder vereinbarten für das Jahr 2004, eine gemeinsame Veranstaltung zum Thema ‚Wirtschaftsimpulse durch Großschutzgebiete‘ durchzuführen.

Links zum Thema Landschaft und Natur.

COPA: Die Landwirte der Welt brauchen fair trade – nicht blinden Freihandel

Themen: Archiv — info @ 11:10

Paris (agrar.de) – Anlässlich einer Konferenz, die am 2. Oktober 2003 von ‚The Economist‘ zu der Problematik ‚équilibres alimentaires et politiques agricoles‘ in Paris abgehalten wurde, erklärte Peter Gaemelke, Präsident des EU-Bauernverbands COPA, in der ganzen Debatte über Handel, Entwicklungsländer und Landwirtschaftssubventionen seien eine Fülle von falschen Vorstellungen aufgekommen.

Die Beseitigung sämtlicher landwirtschaftlicher Stützmassnahmen in Europa stelle nicht die magische Formel dar, mit der man alles Übel aus dieser Welt schaffen könne. ‚Entwicklung und Handel sind miteinander verknüpft. Was die Welt in Zusammenhang mit dem Handel braucht, sind deutliche Regeln – und genau das sind wir in der WTO zu erreichen bestrebt‘, sagte Gaemelke.

Der Präsident von COPA betonte mit Nachdruck, Sinn und Zweck der WTO-Verhandlungen sei nicht der Abbau der Agrarpolitiken oder die Abschaffung aller Subventionen für die Landwirtschaft. Vielmehr gehe es der WTO darum, sicherzustellen, dass der Handel zwischen Ländern ohne Verzerrungen vor sich gehen kann. Das sei auch die den einzelnen Boxen – amber, blue und green – zugrundeliegende Logik. Landwirtschaftliche Stützmassnahmen seien nicht alle gleichzustellen, und nicht alle Subventionen verzerrten den Handel im gleichen Masse.

Hinsichtlich der am wenigsten entwickelten Länder (LDC’s) erklärte er, die Landwirte der EU hätten durchaus Verständnis für und unterstützten das Anliegen der LDC’s, ihre einheimischen Märkte aufbauen zu wollen. Dies bedeute, dass es ‚echten‘ Entwicklungsländern möglich sein müsse, ihre Märkte vor Importen, durch die ihre Preise untergraben werden könnten, zu schützen.

Was die Landwirte der Welt als Ergebnis der Doha-Entwicklungsrunde brauchen, ist fair trade und nicht blinden Freihandel, sagte Gaemelke abschliessend. Die Europäische Union habe gerade mit der jüngsten Reform einen Riesensprung in Richtung einer weniger handelsverzerrenden Politik getan. Jetzt sei es an der Zeit, dass unsere Handelspartner ihre Verantwortung auf sich nehmen. Und es sei Zeit, dass fortgeschrittenere Entwicklungsländer wie Brasilien aufhören, sich hinter den echten Entwicklungsländern zu verstecken.

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02. Oktober 2003

WLV: Keine bäuerlichen Sonderopfer zur Haushaltssanierung

Themen: Archiv — info @ 16:10

Kamen (agrar.de) – ‚Maßnahmen zur allgemeinen Haushaltskonsolidierung stehen wir offen gegenüber, aber es darf den Bauern nicht zum wiederholten Mal ein Sonderopfer abverlangt werden‘ Dies sagte Franz-Josef Möllers, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), auf der traditionellen WLV-Erntedank-Pressekonferenz am Mittwoch in Kamen.

Die Bundesregierung plane demgegenüber im Rahmen des Bundeshaushalts 2004 weitere drastische Kürzungen der Finanzmittel für den Agrarbereich. So soll der Agrarhaushalt um 7,4 Prozent, das sind rd. 418 Mio. Euro, gekürzt werden – die stärkste prozentuale Kürzung im Vergleich zu allen anderen Ressorts. Die vorgesehene Kürzung des Bundeszuschusses bei der landwirtschaftlichen Krankenkasse um 218 Mio. Euro würde in Westfalen-Lippe zu Beitragssteigerungen von bis zu 40 Prozent führen.

Zusätzlich werde von der Bundesregierung erneut beabsichtigt, die Vorsteuerpauschale von bisher 9 auf 7 Prozent zu senken und gleichzeitig die Durchschnittssatzbesteuerung für buchführende landwirtschaft­liche Betriebe wegfallen zu lassen. Dies bedeute die faktische Abschaffung einer in fast allen EU-Mitgliedstaaten angewandten und zudem unbürokratischen Vereinfachungsregelung, wodurch zusätzliche Buchführungskosten von bis zu 1.000 Euro je Betrieb entstünden. Damit würden die bestehenden Wettbewerbsnachteile für die deutsche Landwirtschaft in der EU noch weiter verschärft, so Möllers.

In der Summe belasteten die Pläne der Bundesregierung zur Haushalts­konsolidierung die deutschen Bauern mit rund 688 Mio. Euro im Jahr 2004. ‚Die bäuerlichen Familien werden zur Manövriermasse zum Zwecke der Haushaltssanierung degradiert. Insbesondere vor dem Hintergrund der sich anbahnenden drastischen Einkommenseinbußen bis zu 50 Prozent im Wirtschaftsjahr 2002/03 zu Lasten der heimischen Landwirte werden wir dagegen massiv Widerstand leisten!‘, so Präsident Möllers auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Wortmann.

Mit Blick auf die EU-Beschlüsse zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik betonte Möllers, dass Bund und Länder nun gefordert seien, die Beschlüsse im Sinne einer wettbewerbsfähigen, nachhaltigen und multifunktionalen heimischen Landwirtschaft umzusetzen. Dies sei eine unabdingbare Voraussetzung für die Sicherung und Weiterentwicklung des heimischen Agrarstandortes Westfalen-Lippe. Dabei gelte es insbesondere, die Entscheidungen der EU-Nachbarstaaten aus Wettbewerbsgründen zu berücksichtigen. Auch müsse für alle Zahlungen der Bewirtschaftergrundsatz gelten; die Mittel stünden nur dem Bewirtschafter zu. Zudem seien alle Ausgestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich ihrer Wirkung auf den Strukturwandel kritisch zu überprüfen, Umverteilungen innerhalb verschiedener Betriebsformen seien zu vermeiden.

Zur Ernte 2003 in Westfalen-Lippe berichtete der Bauernpräsident, dass im Vergleich zum Bundesgebiet die heimischen Landwirte im Schnitt bei der Getreideernte ‚mit einem blauen Auge davongekommen seien‘. So lag bundesweit der Ertrag für Getreide im Schnitt nur bei 57,6 Dezitonnen (dt) je Hektar (- 12 Prozent gegenüber 2002), in Westfalen-Lippe immerhin bei 67,7 dt je Hektar (- 10 Prozent). In weiten Teilen Ost- und Süddeutschlands habe die Trockenheit zu katastrophalen Ertragseinbußen geführt; mit Getreideerträgen zum großen Teil um mehr als die Hälfte unter dem mehrjährigen Schnitt. Doch auch in Westfalen-Lippe habe es zwischen einzelnen Regionen sehr unterschiedliche Erträge gegeben, insbesondere in Ostwestfalen-Lippe wurde deutlich weniger geerntet als im westfälisch-lippischen Mittel.

Bei der mit 158.000 Hektar Anbaufläche wichtigsten Getreideart in Westfalen-Lippe, dem Winterweizen, lag der Durchschnittsertrag mit 78,6 dt je Hektar zwar um 5,4 Prozent niedriger als im Vorjahr bzw. 5,7 Prozent niedriger als der Schnitt der vergangenen fünf Jahre. Allerdings sei die Qualität durchweg zufriedenstellend, günstig für die Lagerung sei vor allem die niedrige Feuchtigkeit der meisten Partien.

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Niedersachsen: 20 Prozent weniger Stärkekartoffeln

Themen: Archiv — info @ 16:10

Den Fabriken fehlt der Rohstoff – Überdurchschnittliche Stärkegehalte

Hannover (agrar.de) – Auch in diesem Jahr werden die niedersächsischen Kartoffelstärkefabriken ihr Soll nicht erfüllen können. Erneut fällt die Ernte nach einer Umfrage des Landvolks Niedersachsen kleiner aus, als zur Erfüllung der Stärkequoten erforderlich wäre. Während im vergangenen Jahr die anhaltende Nässe für Mindererträge verantwortlich war, hat in diesem Jahr die extreme Trockenheit teilweise erhebliche Ertragsrückgänge verursacht. Aber auch starker Läusebefall setzte den Kartoffeln neben Hitze und Trockenheit zu.

Erste Schätzungen gehen von einer Ernte aus, die um ungefähr 20 Prozent unter dem Durchschnitt liegt. Allerdings hat die reichliche Sonne den Stärkegehalt auf überdurchschnittliche Werte ansteigen lassen. Bei der AVEBE mit den Werken in Lüchow und Dallmin werden derzeit um 19 Prozent Stärke in den Knollen gemessen gegenüber 18,5 Prozent im vergangenen Jahr, bei der Emslandstärke in Emlichheim sind es sogar 19,6 Prozent.

Gleichwohl reicht der höhere Gehalt für den Ausgleich des Minderertrages nicht aus. Die Stärkefabriken rechnen deshalb mit einer verkürzten Verarbeitungskampagne. Den Mangel an Rohstoff können sie nicht kompensieren, da sie nur spezielle Stärkekartoffelsorten verarbeiten dürfen, die fast ausschließlich im Vertrag angebaut werden. Auch europaweit wird die Stärkeproduktion aufgrund schlechterer Erträge geringer ausfallen. Dennoch rechnen die Fabriken nicht damit, besser Preise am Markt realisieren zu können, weil die hochwertige Kartoffelstärke einem starken Konkurrenzdruck durch billigerer Mais- und Getreidestärke ausgesetzt ist. So werden auch die Anbauer von Stärkekartoffeln nicht von der Knappheit profitieren können wie im Speisekartoffelanbau. Sie erhalten nunmehr im dritten Jahr in Folge den gleichen Preis für ihre Knollen. Bei 19,6 Prozent Stärke werden ihnen 66,60 Euro je Tonne (t) ausgezahlt, während die Anbauer von Speisekartoffeln zurzeit je nach Sorte 110 bis 150 Euro je t erhalten.

Die Erntearbeiten auf den Feldern kommen bei günstiger Witterung jetzt zügig voran. Vor allem in den östlichen Landesteilen sind die Rodungen schon weit fortgeschritten, während im Emsland noch gut die Hälfte der Knollen in der Erde steckt. Mit der Qualität sind die Fabriken sehr zufrieden. Wegen der trockenen Rodebedingungen ist auch der Erdanhang in diesem Jahr sehr gering, die Bauern können die Ware sauber an die Fabriken liefern. Für die niedersächsische Landwirtschaft hat die Stärkeproduktion eine große Bedeutung. Mit einem Anteil von mehr als zwei Dritteln am gesamten deutschen Stärkekontingent von 700 000 Tonnen (t) ist Niedersachsen der bedeutendste Erzeuger von Kartoffelstärke. Von insgesamt knapp 120.000 Hektar (ha) Anbaufläche mittelfrüher und später Kartoffeln entfallen lediglich knapp 30.000 ha auf Speisekartoffeln, aber fast 90.000 ha auf Industriekartoffeln, zu denen allerdings auch Kartoffeln für die Pommes-frites- und Chipherstellung zählen. Diese starke Position sehen die Bauern aber mit der EU-Agrarreform jetzt in Gefahr. Sie fürchten, dass der Anbau von Stärkekartoffeln mit der Entkoppelung der Prämien unwirtschaftlich wird.

Links zum Thema Kartoffeln, Links zum Bundesland Niedersachsen.

Lebensmittel müssen wieder mehr wert sein

Themen: Archiv — info @ 15:10

Erntedank-Erklärung der Kirchen, des Bauernverbandes und der Landfrauen

Berlin (agrar.de) – Im deutschen Einzelhandel werden die Lebensmittel nach wie vor über den Preis und weniger über die Qualität vertrieben. Mit Dauerniedrigpreisen und Billigstpreisen wird die ‚Wertschöpfung‘ gefährdet und damit letztendlich der Wert der menschlichen Arbeit vernichtet. Dies stellten in einer gemeinsamen Erklärung zum Erntedank 2003 (5. Oktober 2003) der Ausschuss für den Dienst auf dem Lande in der Evangelischen Kirche Deutschlands, die Katholische Landvolkbewegung Deutschlands, der Deutsche Landfrauenverband und der Deutsche Bauernverband (DBV) fest.

Anlässlich Erntedank mahnen die vier Organisationen eine faire Wertschöpfung an und das Ende der schleichenden Wertevernichtung bei Lebensmitteln. Ein höherer Stellenwert der Lebensmittel in unserer Gesellschaft sei die Voraussetzung, um Arbeitsplätze zu erhalten und auch wieder angemessene Einkommen zu erzielen. In anderen europäischen Ländern werde zum Beispiel Frische, Regionalität der Lebensmittel und qualifizierte Beratung sehr viel mehr geachtet und auch bezahlt. Die Land-, Agrar- und Ernährungswirtschaft sei immerhin viertgrößter Wirtschaftszweig in Deutschland, jeder neunte Erwerbstätige befasse sich direkt oder indirekt mit der Bereitstellung des täglichen Brotes.

Für Lebensmittel geben die Verbraucher derzeit nur noch 15 Prozent ihres Einkommens aus, vor 30 Jahren waren dies noch 30 Prozent. Gleichzeitig hat sich der Erzeugerpreis zum Beispiel für Brotweizen halbiert, während der Arbeitslohn eines Industriearbeiters um das vielfache stieg.

Die vier Organisationen fordern in ihrer Erklärung vom Lebensmitteleinzelhandel saisonale und regionale Angebote aus konventionellem und ökologischem Anbau stärker zu berücksichtigen und die Erlössituation der Bauern zu verbessern. Auch die Politik dürfe nicht länger untätig den Konzentrationsprozess im Handel in Kauf nehmen und sich ihrer Verantwortung entziehen. Weitergehende gesetzgeberische Maßnahmen wie dies in anderen einseitig beherrschten Märkten bereits gegeben sei, seien ebenso notwendig wie ein forcierter Strukturwandel in der Ernährungswirtschaft. Das ‚gleichförmige‘ Verhalten der marktbeherrschenden Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels gegenüber den Erzeugern brauche eine gegengewichtige Marktmacht, fordern die vier Organisationen in ihrer gemeinsamen Erklärung. Ansonsten nehme am Ende auch der Verbraucher Schaden.

Die Landwirtschaft sei ihrerseits gefordert, ihre Möglichkeiten zur Bündelung des zersplitterten Angebotes über Genossenschaften oder Erzeugergemeinschaften noch konsequenter zu nutzen und sich verstärkt an die Erfordernisse des Marktes anzupassen. Unternehmenszusammenschlüsse, zum Beispiel bei Molkereigenossenschaften, seien durch das Kartellamt deutlich zu erleichtern. Deutschland nehme im Weltagrarhandel einen führenden Platz ein, vor allem als Importeur von Nahrungsmitteln, aber auch als Exporteur. Mit dieser Globalisierung der Agrarmärkte seien aber auch erhebliche Risiken verbunden. Im harten Wettbewerb um Marktanteile führten deshalb nationale Alleingänge bei Produktionsauflagen schnell zu Benachteiligungen für die deutsche Landwirtschaft und zur Gefährdung des Agrarstandortes Deutschland.

Die beiden kirchlichen Organisationen, die Landfrauen und der Bauernverband setzen sich für einen fairen Welthandel. Mit hoher Verantwortung gelte es, die landwirtschaftliche Produktion und die Agrarmärkte weltweit zu gestalten. Dazu gehöre, dass der gesundheitliche Verbraucherschutz unteilbar sei und alle Produkte auf dem Markt unter gleichwertigen Bedingungen erzeugt und vermarktet werden. Nationale Alleingänge im Tier-, Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz nutzten letztendlich niemandem, weder den Tieren, noch der Umwelt, noch den Verbrauchern. Sie gefährdeten aber die Arbeitsplätze in Deutschland. Am mühsamen Weg europäischer und internationaler Harmonisierung führe kein Weg vorbei, heißt es in der Erklärung zum Erntedank 2003.

Die vollständige Erklärung ist im Internet abrufbar.

Links zum Thema Verbände.

Anbauflächen mit Obst, Gemüse und Kartoffeln können Prämienrechte erhalten

Themen: Archiv — info @ 15:10

Backhaus: Zur Sicherung der Produktion im Land notwendig

Schwerin (agrar.de) – Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD) begrüßt die Entscheidung des EU-Agrarrates, dass Anbauflächen mit Obst, Gemüse und Speisekartoffeln in Mitgliedstaaten mit regionalen Flächenprämien ebenfalls mit Prämienrechten ausgestattet werden können. ‚Die Berücksichtigung dieser Flächen war immer auch meine Forderung. Es darf bei den Prämienrechte keine Benachteiligung von Flächen oder Kulturen geben‘, sagte der Landwirtschaftsminister. Die Höhe der Zahlungsansprüche wird dabei an einen historischen Anbauumfang gebunden sein. Zugrunde gelegt wird der Referenzzeitraum 2000 bis 2002.

Gerade für Mecklenburg-Vorpommern sei die Entscheidung von Bedeutung. Es sei sonst zu befürchten, dass sonst der Anreiz, weiterhin diese Kulturen anzubauen, verringert wird.

Die Agrarminister der Länder und die Bundesministerin hatten sich auf der Agrarministerkonferenz in Rostock darauf geeinigt, sich bis November 2003 auf die nationale Ausgestaltung der EU-Agrarreform zu einigen. Ohne eine Einigung auf nationaler Ebene kommt es laut Ratsbeschluss der EU-Agrarminister von Juni diesen Jahres in Luxemburg kommt es mit Einführung der Entkopplung zur Einführung des Betriebsmodells.

Links zum Thema EU und Landwirtschaft, Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Bayern: Liquiditätshilfe für Dürreschäden

Themen: Archiv — info @ 14:10

München (agrar.de) – Seit gestern können die von der Trockenheit besonders geschädigten landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern verbilligte Darlehen beantragen. Das teilte Landwirtschaftsminister Josef Miller in München mit. Danach erhalten in Not geratene Betriebe für die Erhaltung ihrer Liquidität bei ihrer Hausbank Darlehen von maximal 75 000 Euro für einen um drei Prozent günstigeren Kreditzins. Voraussetzung ist eine Ertragsminderung von mindestens 30, in benachteiligten Gebieten von mindestens 20 Prozent. Die Anträge sind bis spätestens 31. Oktober bei den Landwirtschaftsämtern zu stellen. Antragsformulare gibt es bei den Landwirtschaftsämtern oder im Internet des Ministeriums (Rubrik ‚Aktuelle Themen‘).

Laut Miller hat jetzt auch der Bund die von der Bayerischen Staatsregierung bereits Ende August geforderte 50-prozentige Beteiligung an dem knapp zehn Millionen Euro umfassenden Hilfsprogramm zugesagt. Das Darlehensvolumen für Bayern beträgt rund 100 Millionen Euro. Neben den Sofort-Maßnahmen der Staatsregierung wie Steuererleichterungen und Ausnahmeregelungen bei den Förderprogrammen ist das Bund-Länder-Programm eine Hilfe, um Liquiditätsengpässe bis zur nächsten Ernte zu überbrücken. Vor allem für die Vieh haltenden Betriebe sind die verbilligten Darlehen ein wichtiger Beitrag zur Existenzsicherung – zahlreiche bayerische Landwirte waren wegen Futtermangels gezwungen, bereits ihre Wintervorräte zu verfüttern und müssen nun große Mengen Futter zukaufen.

Links zum Thema Förderung, Links zum Bundesland Bayern.

Höfken: Tierschutz weiter voranbringen

Themen: Archiv — info @ 14:10

Berlin (agrar.de) – Aus Anlass des Welttierschutztages am 4. Oktober erklärt Ulrike Höfken, tierschutz-, agrar- und verbraucherpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag:

‚In den vergangenen zwei Jahren, dem Berichtszeitraum der Bundesregierung, haben wir beeindruckende Erfolge vorzuweisen. Das haben wir erreicht:

. Verankerung des Tierschutz im Grundgesetz,

. die Abschaffung der Käfighaltung für Legehennen ab 2006,

. eine Nutztierhaltungsverordnung für eine artgerechtere Haltung aller Nutztiere,

. umfangreiche Fördermaßnahmen für Landwirte im Bundesprogramm Artgerechte Tierhaltung,

. weitere Fördermöglichkeiten von Tierschutzkriterien in Agrarumweltprogrammen,

. wichtige Verbesserungen im Tiertransport

. Abbau von Subventionen für Tierexporte.

Viele Verbesserungen für den Tierschutz werden weiter vorangetrieben:

. verbesserte Haltungsbedingungen für weitere Tierarten wie Schweine und Pelztiere,

. noch weitere Verbesserungen bei Tiertransporten durch eine weitere Verkürzung der Transportdauer und verbesserte Transportbedingungen,

. die vollständige Kürzungen von Subventionen für Tierexporte sowie

. die Beförderung der tierversuchsfreien Forschung.

CDU/ CSU und FDP versuchen einen massiven Rückschritt beim Tierschutz einzuleiten. Das zeigt die Debatte um die aktuelle Legehennenhaltungsverordnung. Zweifelhafte Studien sollen als Begründung für die Wiedereinführung der Käfighaltung herhalten. Aber: Eine artgerechte Käfighaltung gibt es nicht. Einem solchen Rollback der Geschichte durch die Opposition werden werden wir uns gemeinsam mit den Tierschutzverbänden entgegen stellen. Diese rückwärtsgewandte Haltung ist wirtschaftsschädigend, tier- und verbraucherschutzfeindlich. Das Großunternehmen Aldi hat auf den Verbraucherwillen reagiert und Eier aus Käfighaltung aus seinen Regalen verbannt. Die Geflügelindustrie hat Millionen von Fördergeldern genutzt und ist längst vor der Abschaffung der Käfighaltung ins Ausland abgewandert und verhindert nun mit Hilfe der CDU und FDP den Aufbau einer tiergerechten Produktion in Deutschland, um ihren Absatz von Käfigeiern zu sichern.

Bündnis 90/ Die Grünen wollen, dass die Nachfrage an tiergerechten Produkten aus Deutschland befriedigt werden kann. Dafür gibt es Forderungen aus Deutschland und der Europäischen Union.

Links zum Thema Tierschutz, Links zum Thema Agrarpolitik.

Möllers fordert Nachbesserung beim Erneuerbare-Energien-Gesetz

Themen: Biogas,Energie,NaWaRos — info @ 13:10

Münster (agrar.de) – ‚Aus Sicht des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) bietet die Novelle zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gute Anreize für einen weiteren Ausbau der regenerativen Energiequellen. Jedoch besteht in einer Reihe der vorgeschlagenen Einzel­regelungen noch erheblicher Korrekturbedarf‘, so WLV-Präsident Möllers in seinen Schreiben an NRW-Landwirtschafts-ministerin Bärbel Höhn. Der Gesetzentwurf zur Novellierung des EEG sieht vor, die Stromgewinnung aus Wind, Biomasse, Sonne und Wasser weiter auszubauen.

Insbesondere der Ausschluss von Biogas-Altanlagen von den neu geschaffenen Vergütungs­sätzen sei nicht nachvollziehbar. Gerade auf Datenbasis dieser ‚Altanlagen‘ haben verschiedene Gutachten gezeigt, dass kleinere und mittlere Biogasanlagen bei ausschließlicher Verwendung von naturbelassener Biomasse nicht wirtschaftlich betrieben werden können. Aus diesem Grund sei völlig unerklärlich, warum die bestehenden Biogasanlagen von der Vergütungsanpassung ausgeschlossen werden sollen, so Präsident Möllers.

In die richtige Richtung ziele das Bonussystem der EEG-Novelle für den Einsatz von beispielsweise nachwachsenden Rohstoffe zur Stromerzeugung. Doch auch hier bleibe die zusätzliche Vergütung in Höhe von 2,5 Cent je Kilowattstunde weit hinter dem zurück, was für eine kostendeckende Stromerzeugung aus Energiepflanzen nötig wäre. Die tatsächlichen Zusatzkosten für Anbau, Aufbereitung und Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen im Biogasbereich beliefen sich je nach Anlagengröße auf 6 bis 8 Cent je Kilowattstunde. So sei weiterhin zu befürchten, dass das riesige Potential der umweltfreundlichen Energieerzeugung aus Biomasse wieder nicht erschlossen werde. Aber insbesondere vor dem Hintergrund eines mögliches Klimawandels wäre ein weiterer Ausbau der CO2-neutralen Stromerzeugung aus Biomasse dringend ratsam, so Möllers.

Bei kostendeckenden Vergütungssätzen würden zahlreiche Landwirte in die umweltfreundliche Erzeugung von Strom aus Biomasse investieren und so zum Klimaschutz beitragen können, unterstreicht Präsident Möllers in seinem Schreiben.

Links zum Thema Energie, Links zum Thema Verbände.

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