16. Oktober 2003

DBV: Bei der Gentechnik findet Geisterdebatte statt

Themen: Gentechnik,Umwelt,Verbände — info @ 16:10

Sonnleitner fordert EU und Bundesregierung zu konsequentem Handeln auf

Berlin (agrar.de) – ‚Nachdem sich EU-Kommission, Europaparlament und Agrarministerrat auf die Kennzeichnung und die Rückverfolgbarkeit von gentechnisch veränderten Organismen und damit faktisch auf die Aufhebung des bestehenden Anbaumoratoriums verständigt haben, droht die Umsetzung dieser Beschlüsse in einer regelrechten Geisterdebatte unterzugehen‘, stellte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, in Berlin fest. Daran seien EU-Kommission, Bundesregierung wie auch erklärte Gentechnikgegner bei den Nichtregierungsorganisationen gleichermaßen schuld.

Während sich die EU-Kommission sogar um die EU-einheitliche Ausgestaltung von Schleppersitzen und die notwendige Färbung von Äpfeln kümmert, würden die EU-Kommissare David Byrne und Franz Fischler ausgerechnet in der Koexistenzfrage gentechnikfreier und gentechnikhaltiger Anbauverfahren in der Landwirtschaft das Subsidiaritätsprinzip der Mitgliedsländer reklamieren. Das bedeute de facto, so Präsident Sonnleitner, dass man die Bauern in den Mitgliedstaaten mit der Umsetzung alleine lasse, nachdem die Weichen für den Anbau gestellt wurden. Aber auch in der Bundesregierung sei nicht zu erkennen, dass jetzt gezielt und konzentriert gehandelt werde. Während Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast – von Umweltschutzorganisationen hart bedrängt – alles daransetze, den Gentechnikanbau nicht zuzulassen, kämpften die Minister für Wirtschaft, Wolfgang Clement, und für Forschung, Edelgard Bulmahn, für eine rasche Zulassung des Gentechnikanbaus. Diese faktische Handlungsunfähigkeit der Bundesregierung berge die Gefahr, dass auch auf nationaler Ebene nichts im Detail geregelt werde und letztendlich der Gerichtsweg zwischen den Landwirten gesucht werden müsse, um Klärungen etwa in der Haftungsfrage herbeizuführen. Umweltschutzorganisationen entdeckten zudem in der Grenzwertsetzung für Saatgut die letzte Möglichkeit, ihre Totalverweigerung in die Tat umzusetzen. Die von ihnen geforderte Nachweisgrenze als Schwellenwert für Saatgut würde in der Praxis von vornherein jegliche züchterische Arbeit auf diesem Gebiet unterbinden.

Sonnleitner hob die zunehmende Verärgerung in der Landwirtschaft über diese Entwicklung hervor. Er unterstrich noch einmal, dass die Landwirte keine gentechnisch veränderten Produkte anbauen, wenn die Verbraucher derartige Produkte nicht nachfragen würden. Auf der anderen Seite beinhalte die Grüne Gentechnik ähnlich wie die Rote Gentechnik in der Pharmazie aber Optionen, die man nicht einfach negieren könne. Folglich sei es so wichtig, die Wahlfreiheit der Verbraucher und der Landwirte sicherzustellen. Dafür müssten jetzt verbindliche Regeln auf europäischer Ebene festgelegt und möglichst einheitlich in allen EU-Mitgliedsländern umgesetzt werden. Die Untätigkeit der EU-Kommission und der Bundesregierung zerre an den Nerven der Bauern. ‚Es kann doch nicht wahr sein‘, so Sonnleitner wörtlich, ‚dass in dieser so wichtigen Frage der Koexistenz die Politik kneift und die Bauern in einer Flut von Gerichtsprozessen versinken‘. Solange Brüssel und Berlin nicht handelten, könne und dürfe das Anbaumoratorium nicht aufgehoben werden. ‚Ich erneuere meinen Vorschlag erneut‘, so der DBV-Präsident, ‚dass sich Bund und Länder zur Vorbereitung einer solchen Entscheidung endlich darauf verständigen, einen transparenten Erprobungsanbau in allen Bundesländern durchzuführen, der die notwendigen Erfahrungswerte liefert, um die Koexistenzfrage zu lösen!‘

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Höfken: Im Agrarhaushalt trotz schwieriger Haushaltslage soziale und regionale Ausgewogenheit erreicht

Themen: Archiv — info @ 14:10

Berlin (agrar.de) – Zu den Haushaltsbeschlüssen im Ausschuss für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft erklärt Ulrike Höfken, agrar- und verbraucherpolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion:

‚Unsere Verhandlungen zum Regierungsentwurf des Agrarhaushaltes haben die prognostizierte Beitragsexplosion bei den Landwirtschaftlichen Krankenkassen verhindert und die regionale Ausgewogenheit berücksichtigt. Darüber hinaus konnten zusätzliche Akzente im Bereich der Modellregionen und der Verbraucheraufklärung gesetzt werden.

Es ist gelungen, besondere Härten, die sich durch die Reduzierung des Bundeszuschusses bei der landwirtschaftlichen Krankenversicherung um mehr als 200 Mio. Euro insbesondere für die südlichen Bundesländer ergeben hätten, zu vermeiden. Erreicht haben wir eine moderate Beitragserhöhung von durchschnittlich 4,8 Prozent im Jahre 2004, sowie eine Stabilisierung in 2005 bis hin zu einer leichten Reduzierung ab 2006. Auch in Rheinland-Pfalz, wo aufgrund der Struktur der Kassen Beitragserhöhungen bis zu 60 Prozent prognostiziert wurden, liegt die Marke in 2004 nur bei etwa 8,9 Prozent.

Nun sind die landwirtschaftlichen Krankenversicherungen auch gefordert, selbst mit Reformen zu beginnen. 11 verschiedene Krankenkassen mit jeweils eigenem Verwaltungsapparat sollten zugunsten einer gerechteren Beitragszahlung den Weg zu effizienteren Strukturen möglichst bald beschreiten.

Darüber hinaus mußten wir uns zu weiteren, teilweise schmerzlichen Einschnitten entschließen, um die geforderten Einsparungen im Haushalt realisieren zu können.

Bei Agrardiesel haben wir uns deshalb zu einer Obergrenze der Verbilligung von 10.000 l und einem Selbstbehalt von 400 Euro verständigt. Diese Regelung hat zur Folge, dass die Masse der Betriebe weiterhin von der Vergünstigung für Agrardiesel profitieren kann. Flankiert wird dieser Einschnitt durch die Förderung der Umstellung auf Pflanzenöle, die Unterstützung erneuerbarer Energien und die Förderung neuer Technologien für den Einsatz von Pflanzenölen in Motoren.

Weitere Einsparungen erfolgen zu Lasten des Programmes zur Artgerechten Tierhaltung. Dieses Angebot war vor allem zugunsten der Betriebe mit Käfighennenhaltung aufgelegt worden, die sich aber aus ideologischen Erwägungen heraus der Umstellung verweigern – obwohl so große Handelsketten wie Aldi keine Käfigeier mehr ins Sortiment nehmen.

Es ist uns gelungen, die GAK in ihrer Gesamtstruktur als wichtigstes Investitionsprogramm für den ländlichen Raum zu erhalten. In den Bereichen Nachwachsende Rohstoffe sowie Verbraucheraufklärung ist es uns gelungen, den Mittelansatz zu verstetigen bzw. leicht zu erhöhen.

Damit konnten vor allen zukunftsträchtige Bereiche einer auf den Luxemburger Beschlüssen beruhenden nachhaltigen Agrar- und Verbraucherpolitik von den Sparmaßnahmen ausgenommen werden.

Die Sicherung einer kontinuierlichen Verbraucheraufklärung ist besonders wichtig. Nur so können wir zum Beispiel die Wertschätzung für einheimische landwirtschaftliche Produkte steigern. Diese gewinnt an Bedeutung bei zukünftig stärkerer Marktorientierung der deutschen Agrarwirtschaft.

Insgesamt trägt der jetzt gefundene Kompromiss der Koalitionsfraktionen bei den Verhandlungen zum Agrarhaushalt der angespannten Situation der deutschen Landwirtschaft nach der EU- Agrarreform und dem Dürrejahr 2003 Rechnung.‘

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Niedersachsen: Vertragsnaturschutz ist noch die Ausnahme

Themen: Archiv — info @ 11:10

Hannover (agrar.de) – Ein beträchtliches Areal der niedersächsischen Landesfläche steht unter Naturschutz, aber nur auf einem geringen Teil dieser Fläche erhalten die Landwirte als Bewirtschafter einen Ausgleich für eingeschränkte Nutzungsmöglichkeiten.

Nach Informationen des Landvolk-Pressedienstes standen im vergangenen Jahr im Agrarland Niedersachsen annähernd 141.000 Hektar (ha) unter Naturschutz, aber nur für knapp 22.000 ha gab es so genannte Vereinbarungen zum Vertragsnaturschutz. Derartige Verträge verpflichten den Bewirtschafter zu besonderen Auflagen in der Nutzung und gleichen die damit verbundenen Mindererträge finanziell aus. Der Löwenanteil dieser Verträge entfiel auf Grünlandflächen, wo Landwirte über spätere Mahdzeiten und Beweidung bodenbrütenden Wiesenvögeln die Jungenaufzucht garantieren.

Nach einer Aufstellung des Umweltministeriums wurden insgesamt 1.570 Verträge zum Naturschutz mit einer Fläche von 21.896 ha abgeschlossen. Dafür wurden 4,5 Mio. Euro aufgewandt, von denen etwa 50 Prozent durch europäische Maßnahmen mitfinanziert wurden. Auf weiteren 14.000 ha mildert der Erschwernisausgleich mit einem Volumen von 1,4 Mio. Euro die Auflagen des Naturschutzes etwas ab. Der Berufsstand sieht in dem freiwilligen Angebot des Vertragsnaturschutzes eine größere Akzeptanz für Naturschutzmaßnahmen gegeben und möchte diese Vereinbarungen gegenüber hoheitlichen Maßnahmen stärker in den Vordergrund rücken.

Links zum Thema Landschaft und Natur, Links zum Bundesland Niedersachsen.

Künast: Mehr Transparenz bei Lebensmitteln und Futtermitteln

Themen: Archiv — info @ 09:10

Neues Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch auf den Weg gebracht

Berlin (agrar.de) – ‚Das neue Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch schafft mehr Transparenz, erleichtert die Verbraucherinformation und unterstreicht die Bedeutung des vorbeugenden Verbraucherschutzes. Gleichzeitig leisten wir einen Beitrag zum Bürokratieabbau, denn hiermit wird eine Reihe von Einzelgesetzen hinfällig‘, so Bundesverbraucherministerin Renate Künast zu dem Entwurf eines Gesetzes zur Neuordnung des Lebensmittel- und Futtermittelrechts, das heute den Ländern und Verbänden zur Stellungnahme zugeleitet wurde.

Kernelement dieses Gesetzentwurfs ist die Schaffung eines Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches. Lebensmittelrecht und Futtermittelrecht, die bislang getrennt waren, werden zusammengefasst und gleichzeitig 10 derzeit geltende Gesetze im Bereich des Lebensmittel- und des Futtermittelrechts aufgehoben.

Mit dem Gesetzentwurf wird ein umfassendes einheitliches Konzept der Lebensmittelsicherheit verwirklicht, und zwar vom Stall bis zum Teller. In dieses Konzept sind auch die Futtermittel als erstes Glied in der Lebensmittelkette einbezogen.

Die nationalen Vorschriften werden an die Vorgaben des EG-Rechts im Bereich der Lebensmittelsicherheit angepasst. Dabei ist die sogenannte EG-Basisverordung zum Lebensmittelrecht von besonderer Bedeutung, in der für die gesamte Europäische Union einheitliche Bestimmungen für die Sicherheit von Lebensmitteln festgelegt werden.

Nach der Anhörung der Länder und Verbände wird der Gesetzentwurf dem Bundeskabinett Anfang 2004 zur Beschlussfassung vorgelegt und danach in den parlamentarischen Gremien beraten. Das Gesetz soll zum 1. Januar 2005 zeitgleich mit den wesentlichen Bestimmungen des EG-Rechts zur Lebensmittelsicherheit in Kraft treten.

Links zum Thema Lebensmittelqualität und Kontrolle, Links zum Thema Dokumente.

Österreich: 2003 war ein Zwetschken- und Birnenjahr

Themen: Österreich,Statistik — info @ 09:10

Wien (agrar.de) – Die endgültigen Erntemeldungen der Obstreferenten der Statistik Austria bekräftigten die vorangegangenen Schätzungen für Sommerkernobst und Steinobst. So konnte bei Sommerkernobst die gute Vorjahresproduktion nicht ganz erreicht werden (-3 Prozent), während bei Steinobst die guten Prognosen – nach Marillen und Kirschen – nun auch für Zwetschken (+60 Prozent) und Pfirsiche (+27 Prozent) bestätigt wurden.

Das Obsterntejahr 2003 war wieder ein ‚Zwetschkenjahr‘. Mit insgesamt 69.500 Tonnen wurde nicht nur das schwache Vorjahr deutlich überboten (+60 Prozent), sondern auch die dritthöchste Ernte (1997: 76.800 Tonnen; 2001: 75.300 Tonnen) der letzten zehn Jahre eingebracht. Steiermark und Niederösterreich stellten mit 17.200 Tonnen beziehungsweise 16.800 Tonnen je rund ein Viertel der Zwetschkenproduktion, knapp gefolgt von Oberösterreich mit 14.600 Tonnen. Insgesamt stammten 93 Prozent (64.300 Tonnen) aus extensiven Beständen, während ein Anteil von nur 7 Prozent (5.200 Tonnen) in Erwerbsanlagen gezogen wurde.

Bei Pfirsichen wurde zwar mit 7.300 Tonnen gegenüber dem Vorjahr ebenfalls ein beachtlicher Zuwachs erzielt (+27 Prozent), verglichen mit dem Zehnjahresmittel war die Produktion aber trotzdem deutlich unterdurchschnittlich (-23 Prozent). Der Anteil Steirischer Pfirsiche sank heuer aufgrund der – verglichen mit der niederösterreichischen Konkurrenz – geringeren Zuwachsraten auf 43 Prozent (-6 Prozent).

Bei Sommerkernobst stellte sich die geerntete Produktion besser dar als zunächst angenommen. Demnach war die heurige Ernte bei Sommerbirnen mit 14.700 Tonnen (+27 Prozent) die höchste seit 1988, wobei das hohe Ertragsniveau – mit Ausnahme der hagelgeschädigten Kulturen in Wien – bundesweit verzeichnet werden konnte. Sommeräpfel gaben gegenüber dem hohen Vorjahresergebnis um 11 Prozent nach und lieferten ein Ernteergebnis von 39.800 Tonnen. Niederösterreich konnte mit 9.600 Tonnen (+5 Prozent) leicht gegenüber dem Vorjahr zulegen, während die Steiermark mit 9.300 Tonnen (-16 Prozent) und Oberösterreich mit 8.600 Tonnen (-14 Prozent) eine rückläufige Tendenz zeigten.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Land Österreich.

15. Oktober 2003

Bayer CropScience und Monsanto legen Patentstreitigkeiten bei

Themen: Archiv — info @ 16:10

Monheim/St. Louis (agrar.de) – Die Biotechnologie-Unternehmen Bayer CropScience und Monsanto haben vereinbart, sich gegenseitig Lizenzen für ihre patentgeschützten Technologien auf dem Gebiet der Herbizidtoleranz und Insektenresistenz zu erteilen.

‚Dank dieser Vereinbarungen können wir uns auf unsere Kunden konzentrieren, anstatt unsere Energie auf langwierige Rechtsstreitigkeiten zu verwenden. Wir freuen uns auf ein positiveres Geschäftsumfeld, in dem wir innovative Pflanzenbiotechnologie-Produkte entwickeln und vermarkten können,‘ sagte Vorstandsmitglied Dr. Bernward Garthoff, Chief Technology Officer von Bayer CropScience.

‚Dies ist ein Gewinn für die Landwirte und eine positive Entwicklung für die Agrarindustrie,‘ sagte Robert T. Fraley, Ph.D., Executive Vice President und Chief Technology Officer bei Monsanto. ‚Diese Vereinbarung wird es uns ermöglichen, die Entwicklung unserer Pipeline zu beschleunigen und den Landwirten in aller Welt neue Produkte zur Verfügung zu stellen.‘

Die Vereinbarung enthält die folgenden Punkte:

– Monsanto und Bayer erteilen sich gegenseitig Lizenzen für zukunftsweisende Technologien für bestimmte herbizidtolerante Kulturen. Zum Teil ermöglicht diese Vereinbarung den Landwirten umfassenderen Zugang zu Glufosinat-toleranten und Glyphosphat-toleranten Kulturen.

– Bayer erteilt Monsanto eine nicht-ausschließliche, gebührenpflichtige Lizenz für Bayers Technologie in Bezug auf Monsantos Maiswurzelbohrer-Produkt.

– Monsanto ändert Bayers bestehende, nicht-ausschließliche, gebührenpflichtige Lizenzen dahingehend, dass Monsantos Herbizidtoleranz- und Insektenschutz-Technologien für Baumwolle angewendet werden dürfen.

– Bayer ändert Monsantos bestehende, nicht-ausschließliche, gebührenpflichtige Lizenzen dahingehend, dass Bayers zukunftsweisende ‚Dual Bt Insektenschutz-Technologien‘ angewendet werden dürfen, um günstigere Bedingungen für alle Kulturen zu erhalten.

Weitere Einzelheiten der Vereinbarung wurden nicht bekannt gegeben.

Links zum Thema Biotechnologie.

Hessens Bauern sind sehr verärgert über Regierungserklärung von Minister Dietzel

Themen: Archiv — info @ 15:10

Sparbeschlüsse treffen landwirtschaftliche Betriebe besonders hart

Friedrichsdorf (agrar.de) – Mit Unverständnis hat der Präsident des Hessischen Bauernverbandes (HBV), Heinz Christian Bär, heute in Friedrichsdorf auf die gestrige Regierungserklärung von Landwirtschaftsminister Wilhelm Dietzel zu den Sparplänen im Landwirtschaftsressort reagiert.

‚Die hessischen Bauern sind sehr verärgert darüber, dass die von den berufsständischen Interessenvertretern geforderte Aufhebung der Mittelkürzungen im Bereich der Ausgleichszulage und dem Hessischen Kulturlandschaftsprogramm (HEKUL) von Minister Dietzel mit keinem Wort erwähnt wurde‘, kritisierte Bär. Viele Bauern seien der Meinung, dass sich der Minister mehr und mehr von der landwirtschaftlichen Praxis entfernt habe. Denn die Ausgleichszulage werde immerhin von rund 12.000 Landwirten und somit über 40 Prozent der hessischen Betriebe in Anspruch genommen. Sie diene als finanzieller Ausgleich für Bewirtschaftungserschwernisse in benachteiligten Gebieten und sei unmittelbar einkommenswirksam. Deshalb seien die beabsichtigten Mittelkürzungen um 5,5 Millionen Euro auf 9,4 Millionen Euro keinesfalls hinnehmbar und müssten dringend revidiert werden, wie es der Bauernverband schon seit Wochen gefordert habe.

Das gleiche gelte bei den Einsparungen im Bereich des Hessischen Kulturlandschaftsprogramms, mit dem eine extensive Landwirtschaft gefördert werde. Sowohl konventionell als auch ökologisch wirtschaftende Betriebe kämen in arge Bedrängnis, wenn aufgrund der geplanten Sparmaßnahmen bestehende Verträge im kommenden Jahr nicht verlängert werden könnten.

‚Aufgrund der schlechten Ernteergebnisse, der bundesweit eingeleiteten Haushaltskürzungen und der bevorstehenden EU-Agrarreform treffen die hessischen Sparbeschlüsse unserer Betriebe zusätzlich ganz besonders hart‘, betonte der Bauernverbandspräsident. Deshalb müsse alles darangesetzt werden, notwendige Mittelkürzungen so vorzunehmen, dass die Belastungen für Hessens Bauern erträglich bleiben und vor allem keine Gelder, die die EU oder der Bund zur Verfügung stellen, verloren gehen. Schließlich benötigten die Betriebe Planungssicherheit und Vertrauensschutz.

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Grüne: Gentechnikfreie Produktion sichern

Themen: Gentechnik,Haftung,Umwelt — info @ 13:10

Berlin (agrar.de) – Zu der heute in Berlin stattfindenden Demonstration eines breiten Aktionsbündnisses gegen Gentechnik im Saatgut erklären Ulrike Höfken, verbraucher- und agrarpolitische Sprecherin, und Friedrich Ostendorff, Obmann im Ausschuss für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft:

‚Wir unterstützen mit nachdrücklich das Anliegen der Verbände, sich für ein Reinheitsgebot für Saatgut und einen Schwellenwert für gentechnische Verunreinigungen an der Nachweisgrenze einzusetzen. Dafür gibt es gute Gründe:

Saatgut ist die erste Stufe in der landwirtschaftlichen Produktionskette. Vom Saatgut bis zum Produkt im Einkaufsladen potenziert sich jede gentechnische Verunreinigung. Die Wahlfreiheit für die gentechnikfreie Produktion muss gesichert werden. Es ist ökonomisch wesentlich billiger, an der ersten Stufe der Lebensmittelproduktion klare Regeln vorzugeben als im Nachhinein Schadensbegrenzung in der Produktion und Verarbeitung betreiben zu müssen. Ohne klare Regeln drohen schwere Konflikte in Landwirtschaft, Verarbeitung und in der Bevölkerung.

Zurzeit wird die Saatgutfrage auf EU-Ebene entschieden. Wir unterstützen unsere Landwirtschaftsministerin Renate Künast, die sich entschieden für die Reinhaltung des Saatguts einsetzt und setzen auf die gesamte Bundesregierung, ihr dabei den Rücken zu stärken.

Alle Beteiligten brauchen Wirtschafts- und Planungssicherheit, vom Saatgutproduzenten über den Landwirt bis hin zur Lebensmittelindustrie und Handel. Darum ist es insbesondere notwendig, dass die EU-Gremien sich nicht weiter aus der Verantwortung stehlen und schnellstmöglich eine EU-weite Harmonisierung zu wichtigen Fragen der Gentechnik in Angriff nehmen. Dazu gehören neben dem Reinheitsgebot bei Saatgut auch einheitliche Regelungen zur Haftung und zur Koexistenz. Schließlich machen gentechnisch veränderte Organismen nicht an Landesgrenzen Halt.

Deutschland übernimmt zurzeit eine wichtige Funktion bei diesen Fragen. Bei der anstehenden Novellierung des Gentechnik-Gesetzes setzen wir uns für die Sicherung der Koexistenz und damit dafür ein, dass die gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion gewährleistet bleiben. Konfliktpunkte sind Haftungs- und Kostenfragen, aber auch Überwachungsmöglichkeiten (Monitoring) und rechtzeitige Offenlegung von Anbaudaten gentechnisch veränderter Organismen. Wir begrüßen jede Unterstützung unserer Positionen für die kommenden Debatten um das Gentechnik-Gesetz. Insbesondere von Wirtschaftsminister Wolfgang Clement erwarten wir, dass er sich für eindeutige Haftungsregelungen einsetzt, die der beteiligten Wirtschaft Planungssicherheit bringt und jahrelange Rechtsstreitigkeiten erspart.‘

Links zum Thema Agrarpolitik.

Jeder zweite Hektar der sächsischen Bodenfläche wird landwirtschaftlich genutzt

Themen: Archiv — info @ 13:10

Dresden (agrar.de) – Aus Anlass der Gründung der Organisation für Ernährung und Landwirtschaft der Vereinten Nationen (FAO) am 16. Oktober 1945 erinnert der Welternährungstag an die gewaltigen Probleme ausreichender Versorgung mit Lebensmitteln und sauberem Trinkwasser in vielen Ländern und Regionen.

Die sächsischen Landwirte, Gärtner, Obstbauern und Winzer bewirtschafteten 2002 rund 919.300 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF), das sind 50 Prozent der sächsischen Bodenfläche. Darunter waren 725.100 ha Ackerland (79 Prozent), 187.800 ha (20 Prozent) Dauergrünland, 4.800 ha Obstanlagen und 279 ha Rebland. Das Ackerland wurde zu 57 Prozent (413.700 ha) mit Getreide einschließlich Körnermais bestellt. Auf weiteren 132.700 Hektar (18 Prozent) wuchsen Handelsgewächse (überwiegend Raps und Rübsen) und auf 91.600 Hektar (13 Prozent) standen Futterpflanzen.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurden im Jahr 2002 in Sachsen gut 2,3 Millionen Tonnen Getreide geerntet. Darunter waren knapp 1,3 Millionen Tonnen Brotgetreide (Weizen und Roggen). Das sind umgerechnet 292 Kilogramm Brotgetreide pro Kopf der sächsischen Bevölkerung. An sonstigen Mähdruschfrüchten (Raps, Futtererbsen, Ackerbohnen usw.) brachten die Landwirte 411.000 Tonnen ein. Davon waren 348.800 Tonnen Winterraps. Außerdem wurden 284.200 Tonnen Kartoffeln und 943.500 Tonnen Zuckerrüben gerodet. Die Landwirte erreichten 2002 folgende Hektarerträge: gut 56 Dezitonnen (dt) bei Getreide, 28 dt bei Raps und Rübsen, 344 dt bei Kartoffeln und bei Zuckerrüben brachten 554 dt.

Auf sächsischen Anbauflächen wurden zudem 65.600 Tonnen Gemüse, darunter 5.300 Tonnen unter Glas, geerntet. 18.700 Tonnen entfielen dabei auf Kohlgemüse. Weitere ertragreiche Gemüsearten in Sachsen waren Frischerbsen mit 13.100, Zwiebeln mit 10.200 und Spinat mit 4.900 Tonnen.

Die sächsischen Obstbauern ernteten von rund 6,1 Millionen ertragsfähigen Bäumen 89.200 Tonnen Obst. Weiterhin wurden 6.200 Tonnen Beerenobst gepflückt. Den Hauptanteil an der Erntemenge bildeten Äpfel mit 81.100 Tonnen (91 Prozent des Baumobstes) gefolgt von 5.400 Tonnen Erdbeeren und Sauerkirschen mit knapp 4.100 Tonnen. Den größten Anteil an den ertragsfähigen Obstarten bilden 5,1 Millionen Apfelbäume (84 Prozent). Die zweithäufigste Obstbaumart in den sächsischen Obstplantagen sind mit 0,7 Millionen Bäumen Sauerkirschen. Die sächsischen Winzer erzeugten 17.700 Hektoliter Wein, darunter waren 14.800 Hektoliter Weißwein (84 Prozent).

In den landwirtschaftlichen Betrieben mit Viehhaltung wurden im Mai 2002 rund 529.400 Rinder, 612.800 Schweine, 138.100 Schafe und 3,6 Millionen Legehennen (in Betrieben mit 3.000 und mehr Legehennenplätzen) gehalten. Diese Tierbestände bildeten die Grundlage für die Erzeugung erheblicher Mengen an tierischen Produkten im vergangenen Jahr. Milch war mit über 1,5 Millionen Tonnen das mengenmäßig umfangreichste tierische Produkt. Dies entspricht einer Erzeugung von rund 349 Kilogramm pro Kopf der sächsischen Bevölkerung. Die durchschnittliche jährliche Milchleistung von 7.387 Kilogramm je Kuh erbrachte zugleich den Spitzenplatz unter den Bundesländern. Ebenso beachtlich ist die erzeugte Menge von über einer Milliarde Eiern. Dies entspricht einer jährlichen Legeleistung von 300 Eiern je Henne. Die in sächsischen Schlachtereien und bei Hauschlachtungen erschlachtete Fleischmenge belief sich auf 60.000 Tonnen Fleisch (ohne Geflügel). Darunter waren 46.300 Tonnen Schweine- und 12.800 Tonnen Rindfleisch. In den sächsischen Brütereien schlüpften über 517.000 Gänseküken.

Die Teichwirte erzeugten 2.900 Tonnen Speisefisch. Die wichtigsten Fischarten waren Karpfen mit 2.600 Tonnen und Forellen mit 200 Tonnen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Sachsen.

Kritik an Subventionspolitik in der Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 13:10

‚Brot für die Welt‘ stellt ‚HungerReport 2003/2004‘ vor

Stuttgart (agrar.de) – Die evangelische Hilfsaktion ‚Brot für die Welt‚ hat zum Welternährungstag die Subventionspolitik in der globalen Landwirtschaft kritisiert. Die staatliche Förderung in den Industriestaaten ermögliche es den Landwirten, ihre Produkte zu Preisen anzubieten, die unter den Produktionskosten liegen, heißt es in dem jetzt erschienenen ‚HungerReport 2003/2004‘, den ‚Brot für die Welt‘ herausgegeben hat. Bauern in Entwicklungsländern würden dadurch massiv benachteiligt.

Der Report mit dem Titel ‚Landwirtschaft in der globalen Ökonomie‘ dokumentiert und analysiert in zehn Textbeiträgen die Fehlentwicklungen in der Agrarwirtschaft. Bei der derzeitigen Subventionspolitik im Norden könnten afrikanische Bauern nicht mithalten, heißt es darin. Ihre Produkte seien zu teuer und fänden nicht genug Abnehmer. Auch die Landwirtschaft in den Industriestaaten stecke in einer Krise. So gelten 500 ländliche Gebiete in den USA als ‚Armutsgebiete‘, weil die Subventionspolitik notwendige Umschulungs- und Sozialprogramme sowie Infrastrukturmaßnahmen verhindere.

Die Autoren des Reports plädieren für eine Liberalisierung des Agrarsektors und des Agrarhandels, die die landwirtschaftliche Entwicklung in den Ländern des Südens unterstützt und so zur Bekämpfung des Hungers beiträgt. Zugleich brauchten die Bauern jedoch einen besseren Zugang zu Land, Krediten und Beratung sowie bessere Produktions- und Vermarktungstechnologien. Unerlässlich seien zudem stabilere wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen.

Der ‚HungerReport 2003/2004‘ ist im Frankfurter ‚Brandes & Apsel Verlag‘ erschienen und kann bei ‚Brot für die Welt‚ zum Preis von 16,50 Euro bestellt werden.

Die evangelische Hilfsaktion ‚Brot für die Welt‘ wurde 1959 in Berlin gegründet. Sie leistet in mehr als 1.200 Projekten in Afrika, Asien und Lateinamerika zusammen mit ihren Partnern Hilfe zur Selbsthilfe. Ziel ist eine nachhaltige Bekämpfung von Armut und Hunger sowie eine Stärkung der Rechte von benachteiligten Menschen.

Links zum Thema Internationale Zusammenarbeit.

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