29. Oktober 2003

BBV zur EU-Agrarreform: Bäuerliche Unternehmerfamilien stärken

Themen: Archiv — info @ 10:10

Präsidium verabschiedet Eckpunkte zur nationalen Umsetzung

München (agrar.de) – Das Präsidium des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) hat am Montag Eckpunkte zur nationalen Umsetzung der EU-Agrarreform verabschiedet. Die Empfehlungen dafür hatten die vier BBV-Fachausschüsse für tierische Veredelung, pflanzliche Erzeugung, Agrarpolitik und Sonderkulturen sowie Vertreter des Zentralverbandes der Milcherzeuger Bayern in ihrer gemeinsamen Sitzung am 21. Oktober 2003 in Herrsching vereinbart. Damit wurden die Grundsatzpositionen zur nationalen Umsetzung weiterentwickelt, die der Bayerische Bauernverband bereits Ende Juli 2003 erarbeitet hatte.

Betriebsindividuelles Modell

Bäuerliche Unternehmerfamilien zu stärken und den Schaden für die bayerische Landwirtschaft zu begrenzen müsse nach Ansicht des Bayerischen Bauernverbandes bei der nationalen Umsetzung eindeutig im Vordergrund stehen. Eine vollständige Entkoppelung nach dem betriebsindividuellen Modell sei hierfür grundsätzlich geeignet. In der Diskussion um die Entkoppelung sei zu beachten, dass spätestens 2009 eine erneute Halbzeitbewertung ansteht, bei der Markt- und Marktordungsveränderungen zu berücksichtigen sind.

Um Wettbewerbsnachteile zu vermeiden, müsse auch berücksichtigt werden, wie wichtige Wettbewerber (z.B. Frankreich, Österreich) die nationalen Spielräume nutzen. ‚Die Milchprämie ist zum spätest möglichen Zeitpunkt zu entkoppeln und dann betriebsindividuell zuzuteilen, so dass leistungsstarke Milchbetriebe im Acker- und Grünland nicht zusätzlich geschwächt werden. Die Modulationsmittel in Bayern sind vorrangig für Milchbetriebe, unter besonderer Berücksichtigung des Grünlands, einzusetzen, da diese von den Reformbeschlüssen am stärksten betroffen sind‘, empfiehlt das BBV-Präsidium.

Attraktive Kulturlandschaft garantieren

Von großer Bedeutung sei der Erhalt von Agrarumweltprogrammen und der Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete. Diese Maßnahmen tragen wesentlich dazu bei, die flächendeckende Landbewirtschaftung und das bestehende attraktive Kulturlandschaftsbild in Bayern zu gewährleisten. Hier stehen in Bayern durchschnittlich 190 Euro je Hektar an bestehender Grünlandförderung auf dem Spiel. Diese wichtigen Programme dürften weder durch das Grünlanderhaltungsgebot noch durch nationale Verschärfungen bei der Umsetzung von Cross Compliance (Verknüpfung der EU-Direktzahlungen mit Standards in Umwelt-, Tierschutz etc.) ausgehebelt bzw. eingeschränkt werden. Darüber hinaus sei die Bündelung von Kontrollen wichtig, so dass letztendlich nicht mehr als ein Kontrollvorgang je Betrieb erfolgt. Unsinnige Doppelkontrollen seien unbedingt zu vermeiden.

Die ausführliche Stellungnahme des Präsidiums ist im Internet abrufbar.

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