28. Oktober 2003

FDP: Keine Abschaffung der Jagd durch die Hintertür

Themen: Archiv — info @ 13:10

Berlin (agrar.de) – Zum Pressegespräch des Naturschutzbundes über eine Novelle des Jagdgesetzes erklärt der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Für die FDP-Bundestagsfraktion fordere ich den NABU und die Bundesregierung auf, endlich mit offenen Karten zu spielen. Offensichtlich wollen beide Seiten über eine Aushöhlung des bewährten Jagdgesetzes letztendlich die Jagd insgesamt abschaffen. Das sollte dann auch offen gesagt werden. Allerdings wäre die Abschaffung der Jagd aus Tier- und Naturschutzaspekten kontraproduktiv. Dazu folgende Beispiele:

1. So paradox es auch klingen mag, eine Begrenzung der Liste der bejagbaren Tierarten ist kein praktizierter Artenschutz. Denn die heute bejagbaren Tierarten sind nicht existenzgefährdet. Das liegt auch daran, dass sie der Hegepflicht durch die Jäger unterliegen. Zudem werden verschiedene Artenschutzprojekte für Rotwild, Auerwild und Fischotter aus Mitteln der Jäger finanziert.

2. Ähnlich verhält es sich mit der Forderung, die Entscheidung über die Jagdausübung auf die Grundeigentümer zu übertragen. Fachlich ist dies nicht sinnvoll, da eine einheitliche Hege und Jagd so praktisch unmöglich gemacht würde. Hier geht es offensichtlich alleine darum, einen ‚Spaltpilz‘ zwischen Jäger und Waldbesitzer zu treiben.

3. Schießlich ist es aus seuchenhygienischen Gründen unsinnig, z.B. die Jagd auf Beutegreifer, wie etwa dem Fuchs, und die Fangjagd zu verbieten.

Das Jagdgesetz hat sich in Deutschland bewährt und ist international anerkannt. Das heißt nicht, dass keinerlei Änderungen erforderlich sind. Aber: Eine Abschaffung der Jagd durch die Hintertür lehnt die FDP-Bundestagsfraktion ab. Dieses Ziel einiger Fundamentalisten ist kontraproduktiv für den Tier- und Naturschutz.‘

Links zum Thema Agrarpolitik.




   (c)1997-2017 @grar.de