28. Oktober 2003

Agraraußenhandel gewinnt an Fahrt

Themen: Archiv — info @ 13:10

EU-Nachbarn bleiben in der ersten Jahreshälfte die wichtigsten Handelspartner

Hannover (agrar.de) – Für Agrarprodukte hat sich der Schlagbaum im ersten Halbjahr 2003 wieder häufiger gehoben. Von Januar bis Juni haben die Deutschen jenseits der Grenzen Agrar- und Ernährungsgüter im Wert von insgesamt rund 21 Milliarden Euro eingekauft. Das waren 5,4 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2002, zitiert der Landvolk-Pressedienst vorläufige Angaben des Statistischen Bundesamtes.

Am begehrtesten waren mit einem Wert von 13,5 Milliarden Euro Produkte aus den EU-Nachbarländern, aus Drittländern wurden landwirtschaftliche Erzeugnisse im Wert von 7,5 Milliarden Euro eingekauft. Im gleichen Zeitraum exportierten die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft Produkte im Wert von insgesamt 14,6 Milliarden Euro ins Ausland, das waren 3,7 Prozent mehr als in der ersten Jahreshälfte 2002. Wichtigste Abnehmer waren wiederum mit einem Warenwert von 10,8 Milliarden Euro die EU-Länder, an Drittländer gingen Produkte im Wert von 3,8 Milliarden Euro. Das deutsche Agraraußenhandelsdefizit hat sich demnach in der ersten Jahreshälfte auf 6,4 Milliarden Euro erhöht.

Die wichtigsten Handelspartner für deutsche Agrarprodukte sind nach wie vor die EU-Länder, rund zwei Drittel des gesamten Warenaustausches wickeln die Deutschen mit ihren EU-Kollegen ab. Diese importierten in der ersten Jahreshälfte wertmäßig 7,3 Prozent mehr Ware als 2002 und führten im Gegenzug 6,2 Prozent mehr Produkte nach Deutschland aus. Wichtigster EU-Handelspartner vor Frankreich blieben die Niederlande, die mit Gütern im Wert von 2,38 Milliarden Euro 22 Prozent aller im EU-Raum verkauften deutschen Agrarprodukte aufnahmen. Im Gegenzug kauften die Deutschen rund 30 Prozent (4,5 Milliarden) der aus der EU bezogenen Waren in den Niederlanden ein.

Weniger positiv hat sich der Drittlandhandel für Agrarprodukte ‚made in Germany‘ entwickelt. So haben die Deutschen mit Agrarprodukten im Wert von 3,8 Milliarden Euro rund 5,4 Prozent weniger exportiert als in der ersten Jahreshälfte 2002. Betroffen waren davon vor allem die Getreide- und Ölsaatenausfuhren aufgrund der geringeren Ernte in Deutschland und dem Exportdruck aus der Schwarzmeerregion. Außerdem sind die Lieferungen von Fleisch und Fleischerzeugnissen zurückgegangen. Dagegen sind die Einfuhren aus Drittländern um 4,1 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro gestiegen, fast zwei Drittel davon stammten aus Entwicklungsländern. Gegen diesen Trend hat sich der Agrarhandel mit den USA als größtem Einzelland entwickelt. Während die Exporte in die USA um 4,7 Prozent auf 430 Millionen Euro gestiegen sind, nahmen die Importe um 12,9 Prozent auf 720 Millionen Euro ab.

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