31. Oktober 2003

NRW: Untersuchungen von Futtermitteln aus zwei NRW-Betrieben ergeben Dioxinbelastungen unter zulässigem Grenzwert

Themen: Archiv — info @ 16:10

Münster (agrar.de) – Das Chemische Veterinäruntersuchungsamt in Münster hat bei Untersuchungen von Malzkeimen und u.a. damit hergestellten Futtermitteln aus zwei nordrhein-westfälischen Betrieben bisher Dioxinwerte zwischen 0,05 und 0,44 Nanogramm pro Kilogramm (ng/kg) festgestellt. Diese Werte liegen unterhalb des in der Futtermittelverordnung festgesetzten Grenzwerts von 0,75 ng/kg.

Die Untersuchungen in Nordrhein-Westfalen wurden aufgrund einer Schnellwarnung aus Rheinland-Pfalz durchgeführt. Die dortigen Behörden hatten in Malzkeimen aus Rheinland-Pfalz bei einer Routineuntersuchung in einer Charge Dioxinwerte von 1,54 ng/kg festgestellt. Der rheinland-pfälzische Hersteller hatte insgesamt nahezu 45 Tonnen Malzkeime verschiedener Chargen in fünf Partien an zwei Futtermittelbetriebe in NRW geliefert. Ob die Verunreinigungen der nordrhein-westfälischen Futtermittel durch die Lieferungen aus Rheinland-Pfalz verursacht wurden oder aus anderer Quelle stammen, wird zurzeit untersucht. Da der Dioxingrenzwert gemäß Futtermittelverordnung in NRW nicht überschritten worden ist, kann die bereits ausgelieferte Ware weiter verwendet werden.

Die NRW-Betriebe haben die Malzkeime nach Erhalt der Lieferungen größtenteils weiterverarbeitet, d.h. in verschiedene Futterarten für Schweine und Wiederkäuer eingemischt, und verkauft. Ca. 96 Tonnen Malzkeime unterschiedlicher Herkünfte wurden bei einem der NRW-Betriebe vorsorglich gesperrt, bis die abschließenden Untersuchungsergebnisse voraussichtlich Mitte der kommenden Woche vorliegen.

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BBV: Am falschen Ende gespart

Themen: Archiv — info @ 13:10

Förderung von freiwilligen Umweltleistungen der Landwirte wird eingeschränkt

München (agrar.de) – Mit Bedauern stellte Hans Müller, Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) fest, dass bei der Neubeantragung des Bayerischen Kulturlandschaftsprogramms – Teil A zwei bedeutende Fördermaßnahmen, die ‚Extensive Fruchtfolge‘ und das ‚Mulchsaatverfahren‘, nicht mehr angeboten werden. Diese Sparmaßnahme treffe ausgerechnet die aktiv wirtschaftenden Bauern. Vor allem der Wegfall der ‚Extensiven Fruchtfolge‘ gehe zu Lasten von über 5.000 Betrieben, die in diesem Jahr erneut den Antrag stellen wollten. ‚Dies ist nicht der richtige Ansatz‘, kritisierte Müller.

Über die ‚Extensive Fruchtfolge‘ haben sich die Bauern bisher verpflichtet, den Anteil an intensiven Kulturen, wie Mais und Weizen, im gesamten Betrieb auf maximal ein Drittel der Anbaufläche zu begrenzen. Durch das Mulchsaatverfahren erbringen die Bauern wertvolle Umweltleistungen beim Erosionsschutz und bei der Vermeidung von Nitratauswaschung. Sie säen nach der Ernte im Sommer eine Zwischenfrucht ein, die den Boden im Winter vor Wind und Wasser schützt.

Im Rahmen des Bayerischen Kulturlandschaftsprogrammes haben sich rund 90.000 Bauern freiwillig per Vertrag zu besonders umweltschonender Landbewirtschaftung verpflichtet. Das Programm umfasst Maßnahmen wie beispielsweise die ‚Extensive Dauergrünlandnutzung‘, ‚Bewirtschaftung des gesamten Betriebes nach den Kriterien des ökologischen Landbaus‘ oder das ‚Umweltorientierte Betriebsmanagement‘.

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Nordmilch schließt Standorte

Themen: Archiv — info @ 12:10

Bremen/Zeven (agrar.de) – Der Milchverarbeiter Nordmilch eG plant umfangreiche Massnahmen und die Reduzierung seiner 21 Standorte auf zehn. Der Vorstand legte heute dem Aufsichtsrat und Wirtschaftsausschuss ein umfassendes Restrukturierungsprogramm vor, von dem deutlich über 1.000 Mitarbeiter betroffen sein werden.

Nach einer eigenen Pressemeldung des Unternehmens stellen die Auswirkungen der umfassende Strategieempfehlung zur Entwicklung der Genossenschaftfür die Jahre 2004 bis 2008 eine ‚gravierende Zäsur‘ dar. Mit der geplanten Neuausrichtung will die Nordmilch in den nächsten Jahren ‚ihre Wettbewerbsfähigkeit wieder erreichen und zu den führenden Unternehmen in Deutschland und Europa aufschließen‘.

Bereits in der Vertreterversammlung definierte Vorstandssprecher Stephan Tomat ein jährliches Leistungsdefizit der Nordmilch zu den relevanten Wettbewerbern in Höhe von 80 bis 100 Mio. Euro, bezogen auf die gesamte Milchmenge von rund 4 Mrd. kg. Tomat dazu: ‚Diesen Rückstand gilt es im Interesse unserer Mitglieder so schnell wie möglich auszugleichen.‘

Die Rahmenbedingungen, vor deren Hintergrund die Veränderungen zu erfolgen haben, sind sehr vielfältig. Von besonderer Bedeutung sind die Brüsseler Beschlüsse zur Gemeinsamen Agrarpolitik, die EU-Osterweiterung und der Abbau von Handelsschranken im Rahmen der WTO-Verhandlungen. Eine Intensivierung des nationalen und internationalen Wettbewerbs sei damit vorgezeichnet, sowohl im Bereich der Molkerei- und Lebensmittelindustrie wie auch im Lebensmittelhandel. Die Discount-Entwicklung betrachtet man dabei als ebenso relevant wie die zunehmende Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel.

Mit dem Ziel, einen wettbewerbsfähigen Milchpreis zu erwirtschaften, erfolgt die Fokussierung der Nordmilch in den nächsten Jahren auf

– die Konzentration auf die Kerngeschäfte, Kernsortimente und Kernkanäle, – die Erlangung der ‚Kostenführerschaft‘ im gesamten Kerngeschäft, – die Erreichung der Innovationsführerschaft im Marken- und Industriegeschäft, – eine Internationalisierung im Vertrieb und – eine dynamische Organisationsentwicklung.

Im Vertrieb und Marketing soll zunächst die Marken- und Sortimentsstraffung im Vordergrund stehen. Eine weitere wichtige Säule bildet zukünftig die EU-Geschäftsentwicklung und der Export in Drittländer. Einen zentralen Punkt zum Erreichen der Wettbewerbsfähigkeit sieht die Nordmilch in der Effizienzsteigerung im operativen Geschäft. Für das Kerngeschäft sei die Kostenführerschaft unerlässlich, das gilt für die gesamte Wertschöpfungskette von der Rohstoffbeschaffung über die Produktion und Logistik bis zur Administration.

Für das Ziel, die Standort- und Werksstruktur an diese Erfordernisse anzupassen, sei eine gravierende Zäsur unabdingbar. So ist geplant, in den kommenden Jahren die Gesamtzahl der Standorte im Konzern von 21 auf 10 zu reduzieren. Dabei ist vorgesehen, über diesen gesamten Zeitraum verteilt sowohl die Anzahl der Produktionsstandorte signifikant zu reduzieren als auch im Bereich der Tochterunternehmen eine deutliche Konsolidierung durch Zusammenlegungen und Konzentration zu erreichen. Einschließlich der notwendigen Anpassungen im administrativen Bereich werden von diesen Maßnahmen deutlich über 1.000 Mitarbeiter betroffen sein.

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Fleischvermarktung im Umbruch: Auf dem Weg zum Vollsortimenter und Dienstleister

Themen: Archiv — info @ 12:10

Lahnstein (agrar.de) – Die genossenschaftlichen Fleischvermarkter richten sich auf eine rasant steigende Nachfrage nach SB-Frischfleisch und Convenience-Produkten ein. Feinzerlegung und der Ausbau der SB-Fleischproduktion bestimmen die zukünftigen Strukturen auf einem von international tätigen Handelsunternehmen geprägten Lebensmittelmarkt. Damit nimmt die Konzentration auf wenige, aber stets lieferfähige Produzenten zu, die zwangsläufig über eine bestimmte Unternehmensgröße verfügen müssen. Über mögliche Wege zum Vollsortimenter und Dienstleister des Lebensmittelhandels diskutierten die Teilnehmer der 14. Fachtagung für die genossenschaftliche Vieh- und Fleischwirtschaft am 28./29. Oktober in Lahnstein.

Raiffeisen-Präsident Manfred Nüssel ging zu Beginn der Veranstaltung mit den agrarpolitischen Rahmenbedingungen, die im Zuge der EU-Agrarreform geändert werden sollen, kritisch ins Gericht. Bei den derzeitigen Diskussionen um die nationale Umsetzung vermissen die Unternehmen marktpolitische Aspekte und vor allem eine gründliche Analyse der Auswirkungen auf die Absatzmärkte. Sollte es zu einer vollständigen Entkopplung der Erzeugerprämien ab 2005 kommen, wird mittelfristig die Rindfleisch-Produktion in Deutschland drastisch sinken. Bei unveränderter Rindfleisch-Nachfrage wäre der Verlust von Markt- und Wertschöpfungs-anteilen die Folge. Nüssel setzt sich dafür ein, alle Möglichkeiten der Teilentkopplung einzelner Prämienelemente zu nutzen und sich bei der nationalen Umsetzung an den EU-Staaten zu orientieren.

‚Die ohnehin problematische Lage der deutschen Rinderfleisch-Vermarktung darf nicht weiter verschärft werden. Diese EU-Agrarreform wird nur dann zu mehr Marktorientierung beitragen, wenn Wettbewerbs-neutralität zwischen den Mitgliedstaaten, Regionen, Betriebs- und Produktionsformen gewahrt ist‘, so Nüssel bei der DRV-Fachtagung in Lahnstein, an der rund 100 Verantwortliche aus Vieh- und Fleischgenossenschaften teilnahmen.

Links zum Thema Fleischwirtschaft, Links zum Thema Landhandel und Genossenschaften.

BDP: EU-Kommission scheut Festlegung von Saatgutschwellenwerten

Themen: Archiv — info @ 10:10

Bonn (agrar.de) – Die EU-Kommission drückt sich vor der politischen Verantwortung, die für Anfang dieser Woche vorgesehene Entscheidung zur Frage der zufälligen und technisch unvermeidbaren Anwesenheit von GVO-Spuren in konventionellem Saatgut zu treffen. ‚Die deutsche und europäische Saatgutwirtschaft wird seit vielen Jahren durch Nichtentscheidungen mit Rechts- und Planungsunsicherheit konfrontiert‘, so Dr. Ferdinand Schmitz, Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter (BDP). ‚Die Kommission hat versagt; EU-Kommissar David Byrne stellt nun nach Jahren auf einmal fest, dass er falsche Rechtsgrundlagen hat‘.

Die Kommission hatte Schwellenwerte mit 0,3 Prozent für Raps, 0,5 Prozent für Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben sowie 0,7 Prozent für Soja vorgeschlagen. ‚Nach Auffassung der Pflanzenzüchter wäre dieser Kommissionsvorschlag ein Schritt in die richtige Richtung gewesen. Obwohl wesentliche Bereiche nicht abgedeckt gewesen wären und bei der Höhe der Schwellenwerte Zweifel angemeldet werden‘, stellt die BDP-Geschäftsführung fest. Insbesondere bei Raps bleiben Bedenken, die einer periodischen Überprüfung bedürfen.

Die jetzt beschlossene Verlagerung der Entscheidung führt zu einer weiteren Verzögerung der notwendigen rechtlichen Regelung auf unbestimmte Zeit. Nach Bewertung des BDP sind die wahren Hintergründe darin zu sehen, dass einige Mitgliedsstaaten nicht mit der Höhe der Schwellenwerte einverstanden sind und ihrerseits einen 0,1-prozentigen Grenzwert fordern. ‚Offensichtlich scheint wohl Kommissar Byrne angesichts des Wahltermins für die Kommission keine Konfrontation mit Mitgliedsstaaten zu wagen. Das ist verantwortungslos‘, so Dr. Schmitz weiter.

Wenn die Politik jetzt Vorschläge eines 0,1-prozentigen Schwellenwertes unterstützt, bewegt sie sich nicht nur an der Nachweisgrenze, sondern behindert bewusst eine Zukunftstechnologie für Europa und verkennt naturwissenschaftliches Verständnis dafür, dass es Null in der Natur nicht gibt. Eine Produktion von kennzeichnungsfreiem Saatgut bei einem Schwellenwert von 0,1 Prozent ist nur möglich, wenn kein Anbau von gentechnisch veränderten Sorten stattfindet. Dr. Schmitz: ‚Das scheinen ja einige politisch Verantwortliche zu wollen, die sich mit Quasi-Null-Forderungen äußern.‘

Wenn solche Forderungen Realität würden, hätte die deutsche Saatgutwirtschaft nur zwei Möglichkeiten: Entweder die Saatgutproduktion – auf immerhin 213.000 Hektar in Deutschland – müsste eingestellt werden oder die Saatgutwirtschaft wäre gezwungen, alle Saatgutpartien zu kennzeichnen; was letztlich dazu führen würde, dass der Landwirt ebenfalls all seine Produkte kennzeichnen müsste. Die Wahlfreiheit des landwirtschaftlichen Unternehmers würde eingeschränkt. Aber gerade diese Konsequenz widerspricht der Politik von Bundesministerin Künast, für die die Wahlfreiheit stets an oberster Stelle steht. Wer nun darauf hofft, Saatgut aus anderen Ländern zu beziehen, wird enttäuscht werden, da dort ebenfalls unter der Anwesenheit von GVO produziert wird.

Der BDP fordert nachdrücklich sowohl die EU-Kommission als auch die Bundesregierung auf, die weiterhin drohende Rechts- und Planungsunsicherheit für den gesamten Wirtschaftszweig zu beseitigen.

Links zum Thema Saatgut und Züchter, Links zum Thema Verbände.

30. Oktober 2003

Hofstellen umnutzen und weiter bewohnen

Themen: Archiv — info @ 16:10

Umnutzung ist nachhaltigste Form der Siedlungsentwicklung

Münster (agrar.de) – Etwa ein Drittel der landwirtschaftlichen Wirtschaftsgebäude in ländlichen Räumen stehen leer. Der Strukturwandel in der Agrarwirtschaft hat in erheblichem Ausmaß dazu geführt, dass landwirtschaftliche Wirtschaftsgebäude nicht oder unterwertig genutzt werden. Wie die Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe mitteilt, schätzen Fachleute den Anteil dieser Gebäude für ländliche Räume auf mehr als 30 Prozent.

Die Kulturlandschaft wird nicht nur durch die land- und forstwirtschaftliche Flächennutzung geprägt, sondern auch durch die Hofstellen. Wenn die landwirtschaftlichen Betriebe in den Nebenerwerb übergehen oder ganz aufgegeben werden, übernehmen in der Regel andere Betriebe die Flächen. Die Wirtschaftsgebäude jedoch zumeist nicht. Das bedeutet, dass bei weiter zu erwartendem Strukturwandel langfristig viele Hofstellen in den vorhandenen und zulässigen weiteren Wohnungen auf Dauer von Nicht-Landwirten bewohnt werden. Dies ist auch sinnvoll, weil hier die marktwirksame Nachfrage nach kleingewerblichen Hofstellen-Nutzungen im Vergleich zum Angebot noch viel zu gering ist. Für eine ausgewogene Entwicklung des ländlichen Raumes müssen kleingewerbliche Ersatz-Arbeitsplätze geschaffen werden, für wegfallende Arbeitsplätze des Agrarsektors sowie der vor- und nachgelagerten Bereiche.

Die Infrastruktur des Außenbereichs kann die zusätzlichen Wohnungen und Arbeitsplätze mittragen. Die Infrastruktur wie Postzustellung, Schulbusdienst und Müllabfuhr ist im Außenbereich ohnehin vorhanden und muss vorgehalten werden. Diese Dienstleistungen erreichen durch mehr Bewohner pro Hofstelle eine bessere Auslastung. Die Kommunen müssen nicht in Neubaugebiete investieren, weil in der Regel die erforderliche Infrastruktur ohnehin vorhanden ist oder zusätzliche Abwasserklärkapazität von den Vermietern oder Verpächtern gestellt wird.

Der dynamische Bestandsschutz benachbarter landwirtschaftlicher Betriebe hat Vorrang. Die Umnutzung von Hofstellen ist die nachhaltigste Form der Siedlungsentwicklung. Hierdurch wird ein zu hoher Gewerbeflächenanspruch vermieden und eine unnötige Neu-Versiegelung verhindert. Auch werden weniger Baustoffe verschwendet und zusätzliche Pendlerströme vermieden.

Links zum Thema Landleben.

QS-Bedingungen müssen auch im Ausland eingehalten werden

Themen: Archiv — info @ 16:10

Übergangszeit für Verfütterung von tierischen Fetten

Berlin (agrar.de) – Ausländische Lebensmittel werden das QS-Zeichen nur erhalten, wenn die entscheidenden Kriterien zur Lebensmittelsicherheit erfüllt sind. Dies stellt die QS-GmbH in Einzelverhandlungen mit ausländischen Bündlern und Qualitätsmanagementsystemen sicher. Bisher haben noch keine ausländischen Organisationen eine Genehmigung für die Lieferung von Ware in das QS-System erhalten. Dies stellte der Geschäftsführer der QS-GmbH, Dr. Hermann-Josef Nienhoff, im Rahmen eines vom Deutschen Bauernverband (DBV) durchgeführten Bündlertreffens fest.

Kritische Nachfragen hatte der QS-Gesellschafterbeschluss vom August ausgelöst, für einen befristeten Zeitraum Schweinefleisch aus dem Ausland im QS-System zu akzeptieren, auch wenn in der Fütterung tierische Fette eingesetzt wurden. In Deutschland ist die Verfütterung von tierischen Fetten an Nutztiere – außer bei Speiseresten – vom Gesetzgeber verboten, in allen übrigen EU-Staaten aber erlaubt. Seit Gründung von QS im Oktober 2001 ist dieses Kriterium im QS-Anforderungskatalog festgeschrieben und gilt somit auch für ausländische Unternehmen, die sich am System beteiligen.

Die Einbindung ausländischer Ware in das System, so Nienhoff, werde die QS GmbH aber mit ausländischen Qualitätsmangement-Systemen in Gesprächen einzeln verhandeln. Hier werde auch die mögliche Verwendung von tierischen Fetten ein Thema sein. Die entscheidenden Kriterien in Bezug auf die Sicherheit von Lebensmitteln seien für QS aber unabdingbar, so Nienhoff.

Einzelne Landwirte aus Nachbarstaaten, die sich bereits jetzt über einen deutschen Bündler am QS-System angeschlossen haben, dürfen nach wie vor keine tierischen Fette in der Schweinemast einsetzen.

Links zum Thema Lebensmittelqualität und Kontrolle.

Goldmann: Arbeitszeit für ausländische Saisonarbeitskräfte von 3 auf 4 Monate verlängern

Themen: Archiv — info @ 15:10

Berlin (agrar.de) – Nachdem die Bundesregierung zugesagt hat, die Regelungen für den Einsatz ausländischer Saisonarbeitskräfte zu verlängern, fordert der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann, nunmehr auch eine Verlängerung der Arbeitszeiten von 3 auf 4 Monate. Goldmann erklärt:

‚Die Bundesregierung muss ihrem ersten Schritt den notwendigen zweiten Schritt folgen lassen: Nachdem die Regelungen für den Einsatz ausländischer Saisonarbeitskräfte bis 2005 verlängert wurde, muss nunmehr auch die zeitliche Begrenzung von 3 auf 4 Monate erweitert werden. Den entsprechenden Antrag dazu werden die Liberalen im November auf die Tagesordnung des Deutschen Bundestages setzen.

Für die Unternehmen im Agrar-, Forstbereich und im Gartenbau ist der Einsatz ausländischer Saisonarbeitskräfte weiterhin erforderlich. Denn trotz 4,5 Millionen Arbeitslosen in Deutschland stehen der Land- und Forstwirtschaft die notwendigen Arbeitskräfte vielfach nicht zur Verfügung. Neben der zeitlichen Verlängerung der Regelung für ausländische Saisonarbeitskräfte sollte die Bundesregierung dem zweiten Antrag der FDP-Bundestagsfraktion folgen und die Arbeitszeit für ausländische Saisonarbeitskräfte von 3 auf 4 Monate im Jahr verlängern.

Wir sind gespannt, ob die Bundesregierung auch dieser parlamentarischen Initiative der Liberalen zustimmen wird. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Bundesregierung im Zusammenhang mit dem Zuwanderungsgesetz ebenfalls eine Verlängerung auf 4 Monate vorgesehen hatte, wäre eine Ablehnung von Rot-Grün nur schwer nachzuvollziehen.‘

Links zum Thema Agrarpolitik.

HBV: Heinz Christian Bär als Präsident wiedergewählt

Themen: Archiv — info @ 15:10

Kritik an unzureichenden agrarpolitischen Rahmenbedingungen

Petersberg (agrar.de) – Heinz Christian Bär, Präsident des Hessischen Bauernverbandes (HBV), wurde gestern in Petersberg (Landkreis Fulda) auf der Vertreterversammlung seines Verbandes einstimmig wiedergewählt und tritt nun seine vierte Amtsperiode an. Es gab keinen Gegenkandidaten.

Präsident Bär, der seit 1994 an der Spitze des Hessischen Bauernverbandes steht, bewirtschaftet mit seiner Familie in Karben (Wetteraukreis) einen Ackerbaubetrieb mit Schweinemast. Er ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Als Vizepräsident und ‚Außenminister‘ des Deutschen Bauernverbandes vertritt er auch die Interessen der deutschen Bauern europa- und weltweit.

In seinem Bericht zur Vertreterversammlung kritisierte der wiedergewählte HBV-Präsident die unzureichenden agrarpolitischen Rahmenbedingungen, insbesondere die mit dem Haushaltsbegleitgesetz beschlossenen Mehrbelastungen beim Agrardiesel und den Beiträgen zur Landwirtschaftlichen Krankenkasse. ‚Während bei uns Landwirten die Beiträge steigen, sollen sie in allen anderen gesetzlichen Krankenkassen gesenkt werden. Das können wir nicht akzeptieren‘, monierte Bär.

Er forderte die Hessische Landesregierung auf, die geplanten Mittelkürzungen bei der Investitionsförderung, der Ausgleichszulage und dem Hessischen Kulturlandschaftsprogramm zurückzunehmen, denn diese würden die hessischen Bauern besonders schmerzlich und überproportional treffen. Ansonsten seien sich die Landwirte angesichts der enormen Staatsverschuldung darüber im klaren, dass gespart werden müsse. Allerdings sollten direkt einkommenswirksame Förderprogramme verschont bleiben.

Schließlich müsse bei der anstehenden Reform der europäischen Agrarpolitik darauf geachtet werden, dass die Direktzahlungen (finanzieller Teilausgleich für Agrarpreissenkungen auf Weltmarktniveau) auch künftig den wirtschaftenden Betrieben zufließen. Das gelte vor allem für die Milchviehhalter, denen im Rahmen der EU-Agrarreform erhebliche Einkommensverluste zugemutet würden. ‚Diesen Aderlass können die an 365 Tagen im Jahr hart arbeitenden Milcherzeuger in der ohnehin schwierigen Erlössituation nicht mehr verkraften‘, betonte Präsident Bär.

Links zum Thema Verbände.

Blühende Rapsfelder fördern Hummeln in der Agrarlandschaft

Themen: Archiv — info @ 15:10

Nicht nur Naturlandschaften bieten optimalen Lebensraum

Göttingen (agrar.de) – Als Bestäuber von Wild- und Kulturpflanzen haben Hummeln eine wichtige Funktion in unserer Agrarlandschaft. Ihr Vorkommen ist jedoch durch die Zerstörung naturnaher Lebensräume und die Intensivierung der Landwirtschaft bedroht. Wissenschaftler der Universität Göttingen haben herausgefunden, dass großflächig angebaute, blühende Kulturpflanzen wie etwa Raps die Verbreitung dieser Insekten fördert.

Das Forscherteam des Fachgebietes Agrarökologie widerlegt mit seiner Studie die unter Wissenschaftlern und Naturschützern verbreitete Meinung, dass naturbelassene Landschaften den optimalen Lebensraum für Hummeln darstellen. Bei Umweltmaßnahmen im Agrarbereich soll daher, so folgern die Agrarökologen, auch der Beitrag großer Anbauflächen für den Umweltschutz und den Erhalt der Artenvielfalt berücksichtigt werden. Die Ergebnisse der Studie wurden jetzt in der Fachzeitschrift ‚Ecology Letters‘ publiziert.

‚Insbesondere Hummelköniginnen, die im Frühjahr neue Kolonien gründen und die erste Generation von Arbeiterinnen allein heranziehen, profitieren von den massenhaft verfügbaren Rapsblüten‘, erläutert Agrarwissenschaftlerin Catrin Westphal. Mit geringem Aufwand könnten die Insektenköniginnen größere Mengen Nektar und Pollen in den Blütenfeldern sammeln und so das Überleben ihrer Nachkommen sichern. Bisher wurde die Bedeutung des massenhaften Blütenangebots von blühenden Kulturpflanzen, so genannten Massentrachten, aufgrund der kurzen Blühperioden als gering eingestuft. Catrin Westphal: ‚Hummeln profitieren allerdings von Massentrachten nur dann, wenn ihnen zusätzlich ausreichend Nistplätze und ein kontinuierliches Blütenangebot in den naturnahen Lebensräumen der Agrarlandschaft zur Verfügung stehen. Aufgrund der hohen Mobilität von Hummeln sollten Agrarumweltmaßnahmen auf Landschaftsebene und nicht nur lokal für einzelne Lebensräume umgesetzt werden.‘

In der Umgebung von Göttingen hatten die Wissenschaftler 16 kreisförmige Untersuchungsgebiete definiert, die von intensiv landwirtschaftlich genutzen Gebieten bis zu Landschaften mit zahlreichen naturbelassenen Lebenräumen reichten. Im Zentrum dieser Landschaftsausschnitte wurde die Dichte der Hummeln bestimmt. ‚Gab es in den Landschaftsausschnitten durch blühende Massentrachten mehr verfügbare Nahrungsressourcen für die Hummeln, konnten wir einen positiven Effekt auf die Hummeldichten nachweisen‘, so Catrin Westphal. Die Agrarwissenschaftlerin hat die Untersuchung im Rahmen ihrer Doktorarbeit durchgeführt. Betreut wurde sie dabei von Privatdozent Dr. Ingolf Steffan-Dewenter und Prof. Dr. Teja Tscharntke. Ihr Projekt wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert und ist dem Biolog-Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) angegliedert.

Links zum Thema Landschaft und Natur, Links zum Thema Forschung.

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