19. September 2003

IVA: Greenpeace-Untersuchungen belegen hohe Qualitätsstandards bei Obst und Gemüse

Themen: Archiv — info @ 10:09

Frankfurt (agrar.de) – Verbraucher können vertrauensvoll in Äpfel und Birnen aus konventionellem Anbau beißen und auch ihre Kinder zugreifen lassen. Das zeigt sich, wenn man die Ergebnisse von Greenpeace-Analysen, die heute veröffentlich wurden, genauer auswertet. Pflanzenschutzmittel hatten danach nur in rund der Hälfte der Proben überhaupt Spuren hinterlassen. Wo sich Rückstände fanden, wurden die gesetzlich zulässigen Höchstmengen im Regelfall sehr weit unterschritten. Bei den untersuchten Möhren wurden sogar in keinem Fall Rückstände gefunden.

‚Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb Greenpeace aufgrund dieser Ergebnisse von einer ‚besonderen Gefährdung für Kleinkinder‘ durch Obst und Gemüse aus herkömmlichem Anbau spricht‘, so Martin Schäfer, Experte für Gesundheits- und Verbraucherschutz im Industrieverband Agrar.

Bei der amtlichen Festlegung der zulässigen Grenzwerte für Pflanzenschutzmittel werden auch die besonderen Bedürfnisse von Kindern berücksichtigt. Nicht damit gleichzusetzen ist der von Greenpeace erwähnte niedrigere Grenzwert für Babynahrung, der sich auf Fertignahrung bezieht.

Greenpeace rät, für Kinder auf Obst und Gemüse aus herkömmlichem Anbau zu verzichten. Dazu gibt es keinen objektiven Grund. ‚Unverantwortlich wäre, wenn Eltern aufgrund dieser Darstellung ihren Kindern weniger Obst und Gemüse anbieten würden, weil sie sich die – teureren – Ökoprodukte nicht leisten können. Die gesundheitliche Bedeutung einer Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse ist eindeutig belegt‘, betont Martin Schäfer.

Links zum Thema Lebensmittelqualität und Kontrolle.

Backhaus eröffnet Bio-Markt in Rostock

Themen: Archiv — info @ 09:09

Absatz der Produkte muss weiter unterstützt werden

Rostock (agrar.de) – ‚Die Produktion ökologischer Produkte schont die Natur und Umwelt und schafft Arbeitsplätze‘, sagte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD) heute zur Eröffnung der Veranstaltung ‚Bio-Bauern machen Markt‘ in Rostock. Leider halte der Absatz der ökologisch erzeugten Produkte im Lande mit der Entwicklung des Anbaus nicht Schritt. Das Landwirtschaftsministerium unterstützt deshalb Aktionen dieser Art, um die Erzeugnisse des heimischen ökologischen Anbaus bekannter zu machen.

Bei der Aktion ‚Bio-Bauern machen Markt‘ stellen sich 12 ökologisch wirtschaftende Betriebe mit ihren Produkten im Rahmen des Rostocker City Festes vor. Sie ist eine von insgesamt 25 Veranstaltungen, die im Rahmen der Maßnahme ‚Dezentrale Veranstaltung‘ des Bundesprogramms ‚Ökologischer Landbau‘ durchgeführt wird. Die Betriebe kommen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern und bieten über Gemüse, Obst und Säfte auch Milchprodukte und Backwaren zur Verkostung und zum Verkauf an. Für die Veranstaltung arbeiten das Landwirtschaftsministerium mit den ökologischen Anbauverbänden Biopark, Bioland, Gäa, Naturland und Demeter eng zusammen.

‚Viele Verbraucher suchen aus den unterschiedlichsten Motiven nach den vermeintlichen Schnäppchen. Hierunter wird aber vor allem ein vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis verstanden. Es ist deshalb notwendig klar zu machen, dass bestimmte Eigenschaften der Produkte auch ihren Preis fordern‘, sagte Landwirtschaftsminister Backhaus.

Zum 30. Juni 2003 wurden rund 105.700 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche nach ökologischen Kriterien bewirtschaftet, 7,7 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Landes. Damit war die Zahl zum Ende des Vorjahr um 1.651 Hektar gestiegen. 695 Landwirtschaftsbetriebe und Verarbeitungsbetriebe arbeiteten nach der EG-Öko-Verordnung – 25 mehr als Ende 2002.

Das Land unterstützt den ökologischen Anbau in diesem Jahr mit 11 Mio. Euro. Ab 2004 erhöht sich die Fördersumme auf 13 Mio. Euro. Insgesamt werden im Zeitraum 2003 bis 2008 mit rund 65 Mio. Euro an ökologisch wirtschaftende Landwirte ausgezahlt.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Deutsche Körnermaisernte geringer als bisherige Schätzungen

Themen: Archiv — info @ 09:09

DBV erwartet weiteren Preisimpuls bei Getreide

Berlin (agrar.de) – Die deutsche Körnermaisernte wird deutlich geringer ausfallen als das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft in seiner ersten offiziellen Ernteschätzung erwartete hatte. Der Deutsche Bauernverband (DBV) schätzt die diesjährige Erntemenge auf ca. 2,6 Millionen Tonnen Körnermais einschließlich Corn-Cob-Mix. Dies sind 24 Prozent weniger als in der ersten vorläufigen Ernteschätzung des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL).

Nach Ansicht des DBV sind für dieses geringere Ernteergebnis zwei Faktoren verantwortlich. In einigen Regionen wurden Körnermaisflächen kurz vor der Ernte aufgrund der deutlich geringeren Futterernte in Futtermais umgenutzt. Vor allem in Brandenburg und Sachsen wurden bis zu 80 Prozent der Körnermaisflächen als Silomais zur Verfütterung genutzt.

Desweiteren haben die geringeren Hektarerträge zum schlechten Gesamtergebnis geführt. Diese lagen zwischen 10 Prozent in Nordrhein-Westfalen und 40 Prozent in Baden-Württemberg unter den Vorjahreserträgen. Im Bundesdurchschnitt werden die Hektarerträge auf 72 Dezitonnen geschätzt. Damit liegen diese 22 Prozent unter dem Ergebnis vom letzten Jahr mit 93 Dezitonnen.

Angaben des DBV zufolge ist davon auszugehen, dass die geringere Körnermaisernte nochmals zu einem Preisschub bei Getreide führen wird. Dafür spricht vor allem der höhere Futterwert von Körnermais, der zum Beispiel gegenüber Gerste 12 Prozent höher liegt. Da weniger Körnermais geerntet wurde, müssen größere Mengen Futtergetreide in die Futtermischung aufgenommen werden. Diese Nachfragesteigerung wird Einfluss auf den Getreidepreis haben.

Links zum Thema Verbände.

18. September 2003

Hilse fordert Mehrgefahrenversicherung für Landwirte

Themen: Archiv — info @ 16:09

Finanzielle Absicherung gegen zunehmende Wetterkapriolen und Naturkatastrophen – Staat muss Anschub finanzieren

Hannover (agrar.de) – Die Einführung einer Mehrgefahrenversicherung für die Landwirtschaft, mit der Ertragsrisiken durch Wetterkapriolen und Naturkatastrophen abgesichert werden sollen, hat Präsident des niedersächsischen Landvolks, Werner Hilse, gefordert.

Eine solche Versicherung gibt es in den USA bereits seit vielen Jahren, ebenso in Spanien und in Italien. Nach der Flut in 2002 und der großen Dürre in diesem Jahr sowie dem vermutlich zu erwartenden Klimawandel sei die Zeit reif zum Handeln. ‚Die Mehrgefahrenversicherung hat den Charme, dass die Landwirte nach Naturkatastrophen nicht mehr als Almosenempfänger dastehen‘, meinte Hilse in einem Gespräch mit der ‚Hannoverschen Allgemeinen Zeitung‘. Pläne für eine solche Versicherung liegen bei den Versicherern bereits in der Schublade. Allerdings will die Versicherungsbranche nur dann einsteigen, wenn ein ausreichendes Prämienvolumen etwa in der Größenordnung von 300 Millionen Euro als Basis für mögliche Risiken vorhanden ist.

‚Darum muss uns der Staat bei der Anschubfinanzierung helfen‘, sagte Hilse. Starkkapital könnten die rund 100 Millionen Euro Dürrehilfen sein. Weitere 200 Millionen Euro würden von den Landwirten aufgebracht, wenn je Hektar Ackerfläche eine Prämie von 20 Euro gezahlt wird. Damit wäre die Grundfinanzierung gesichert, und schadensfreie Jahre würden den Topf auffüllen.

Die Mehrgefahrenversicherung bringt nach Auffassung des Landvolkpräsidenten deutlich mehr Planungssicherheit für die Landwirte, und der Staat könnte zugleich Hilfen für mögliche Wetterkatastrophen sparen. Voraussetzung für ein Funktionieren sei allerdings neben einer Selbstbeteiligung von 30 Prozent eine Beitragspflicht der Landwirte. Ein Getreidebaubetrieb mit 100 Hektar Anbaufläche müsste nach der Modellrechnung im Schnitt 2.000 Euro pro Jahr für die Versicherungspolice aufbringen. Noch besser wäre – so Hilse – eine Rund-um-Versicherung, die alle Risiken von der Dürre, Hochwasser oder Hagel bis zum Seuchenschaden in der Tierhaltung alles abdeckt. ‚Dies muss mittelfristig unser Ziel sein‘, meinte der Landvolkpräsident.

Links zum Thema Verbände, Links zum Thema Versicherungen.

Schweinepreise steigen mittelfristig

Themen: Archiv — info @ 15:09

Damme (agrar.de) – Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erwartet insbesondere für tierische Produkte, und damit auch Schweinefleisch, in den nächsten Jahre stabile Preistendenzen. Das berichtet die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Nord-Westdeutschland (ISN).

In ihrem landwirtschaftlichen Prognosebericht, der bis 2008/09 reicht, geht die OECD davon aus, dass mit steigendem Einkommen der Verbraucher auch ein steigenden Bedarf an höherwertigen Lebensmitteln einhergeht. Von diesem Nachfrageschub sollen insbesondere die EU und die USA in Form von moderat steigenden Preisen profitieren. Im Vergleich zu 2002/03 wird bis 2008/09 ein Preisanstieg in der EU von 11,6 Prozent auf 155,8 Euro/100 kg erwartet.

Große Konkurrenz auf dem Weltmarkt für Schweinefleisch wird es nach Angaben der OECD durch die Südamerikaner und insbesondere durch Brasilien geben. Vorausgesetzt sie bekommen die Tierseuchen in den Griff.

Diese positive Markteinschätzung deckt sich weitestgehend mit den Ausführungen des EU-Kommissionsmitglied Dr. Rainer Nagel in seinem Vortrag während des diesjährigen Schweinehandelstages in Warberg.

Die bevorstehende Osterweiterung der EU, so Nagel, wird den westeuropäischen Schweinehaltern mehr Vorteile bringen als ihren Berufskollegen in Polen, Ungarn und Tschechien. Er geht davon aus, dass die Schweineproduktion bei den Neumitgliedern aufgrund eines ‚Beitrittsschocks‘ sehr bald zurückgehe, vergleichbar mit der Situation in Deutschland nach der Wiedervereinigung. Gleichzeitig werden Kaufkraft und Schweinefleischverzehr in diesen Ländern jedoch ansteigen, so vermutet er. Die Beitrittsländer müssten sich daher für Schweinefleischimporte öffnen. Und daraus ergebe sich, so Nagel, ein interessantes Absatzpotential für die exportorientierten EU-Altmitglieder.

Auch wenn Prognosen sicherlich keine Garantie für tatsächlich eintretende Entwicklungen sind und in der Vergangenheit die ein oder andere Prognose auch mal daneben lag, so wird trotzdem die Übereinstimmung verschiedener Experten deutlich. Dies lasse für die Zukunft hoffen, so die ISN.

Links zum Thema Schweine, Links zum Thema Markt-Info.

Milchstreik erfolgreich: Ostendorff sieht Biomilchbauern gestärkt

Themen: Archiv — info @ 14:09

Berlin (agrar.de) – Zur heutigen Pressekonferenz der Aktionsgemeinschaft der Biomilchlieferanten erklärt Friedrich Ostendorff, Obmann von Bündnis 90/Die Grünen im Ausschuss für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft des Bundestages und selbst Erzeuger von Biomilch:

‚Der erste bundesweite Lieferstreik der Biomilch-Erzeuger war ein großer Erfolg für die Bäuerinnen und Bauern. 95 Prozent der Lieferanten der beiden größten deutschen Biomolkereien haben daran teilgenommen und zwei Tage lang keinen Tropfen Milch abgeliefert.

Für 30 Cent pro Liter kann Biomilch nicht kostendeckend erzeugt werden. Die Bauern haben mit dem eintägigen Lieferstreik erreicht, dass sie künftig einen Cent mehr Milchgeld pro Liter bekommen. Das ist ein großer Erfolg, auch wenn die geforderten zwei Cent pro Liter noch nicht durchgesetzt werden konnten.

Dieser Erfolg könnte eine Trendwende markieren: Schien der einzelne Bauer bisher machtlos dem Preiskampf der Molkereien und des Handels ausgeliefert, so hat dieser Lieferstreik gezeigt, dass die Bäuerinnen und Bauern bei der Preisgestaltung durchaus Druck ausüben können, wenn sie sich selbst organisieren. Dies ist auch ein Signal an die konventionellen Milcherzeuger, die genauso wie die Biobauern unter einem enormen Preisdruck stehen.

Unklar ist, auf welcher Seite dabei der Deutsche Bauernverband steht, der bisher keine Unterstützung für die Biomilchbauern hat erkennen lassen. Anstatt sich hinter die Bauern zu stellen, vermeidet der sonst so lautstarke Bauernverband in dieser schwierigen Situation eine klare Positionierung. Es ist bedauerlich, dass der Deutsche Bauernverband die Interessen der Milch- und Biobauern weiterhin nur stiefmütterlich vertritt. Der Anspruch, ‚die Stimme aller landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland zu sein, gleich welcher Produktionsrichtung und Rechtsform‘, erweist sich einmal mehr als leere Versprechung.‘

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Thema Agrarpolitik.

Landvolk: Biobauern spüren Gegenwind am Markt

Themen: Archiv — info @ 14:09

Erzeugung steigt stärker als die Nachfrage – Probleme bei Milch und Fleisch

Hannover (agrar.de) – Viehhaltenden Biobauern weht am Markt ein zunehmend rauerer Wind um die Nase, in der pflanzlichen Produktion ist die Welt nach Informationen des Landvolks Niedersachsen dagegen noch weit gehend in Ordnung. Seit der Agrarwende ist dank verstärkter Förderung durch die EU sowie Verbraucherministerin Renate Künast die Produktion stark angestiegen, gleichzeitig wächst der Importdruck. Vor allem bei Milch und Fleisch hat die Nachfrage mit dem größeren Angebot jedoch nicht Schritt gehalten. Zunehmend spüren hier die Biobauern Druck auf die Preise, mit dem ihre konventionell wirtschaftenden Kollegen bereits lange leben müssen. Gleichwohl rechnen Fachleute im Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen in Visselhövede mit einem weiteren Wachstum des Marktes, wenn auch nicht mehr so rasant wie in den vergangenen Jahren.

Milcherzeuger, die nach alternativen Methoden wirtschaften, sind gleich doppelt ‚gebeutelt‘. Weil ihre Preise mit einem Aufschlag an den konventionellen Milchpreis gekoppelt sind, haben sie auch den kräftigen Preisrückgang für konventionelle Milch im vergangenen und diesem Jahr mitgemacht. Zusätzlich ist der Aufschlag wegen des großen Überangebotes an Biomilch erheblich gekürzt worden. Etliche Biomilcherzeuger haben deshalb bereits wieder auf konventionelle Produktion umgestellt. Allerdings steigen die Bio-Molkereien vermehrt in die Herstellung von Bio-Käse ein und sorgen damit für eine leichte Entspannung auf der Angebotsseite. Dennoch ist bei vielen Biomilcherzeugern die Wirtschaftlichkeit zurzeit nicht mehr gegeben. Ähnlich problematisch ist die Lage in der Rindfleischerzeugung. Vielen Mutterkuhhaltern fiel es nicht schwer, mit ihrer ohnehin extensiven Produktion die Voraussetzungen für ‚Bio‘ zu erfüllen. Sie sorgten mit der Umstellung für einen kräftigen Angebotsschub, während die Nachfrage angesichts der um ungefähr 50 Prozent höheren Verbraucherpreise stagniert. Aber auch bei Schweinen aus alternativer Produktion ist die Erzeugung nach dem BSE-Ausbruch in Deutschland deutlich gestiegen. Hier gibt es mittlerweile den gleichen Schweinezyklus wie in der konventionellen Schweinehaltung. In letzter Zeit mussten bereits viele alternativ erzeugte Ferkel auf konventionellem Wege vermarktet werden.

Keine Absatzsorgen haben demgegenüber die Obstanbauer. Gerade in diesem Jahr sorgen Ertragsausfälle durch die Trockenheit sogar für sehr gute Preise. Auch Kartoffeln lassen sich bei kleinerer Ernte zu guten Erlösen an den Mann bringen. Dagegen waren die Erzeugerpreise für Biogemüse in diesem Sommer auf einem historischen Tiefstand und ziehen jetzt erst langsam wieder an. Den Gipfel überschritten haben offenbar die Erzeugerpreise für Biogetreide. Eine weltweit steigende Nachfrage sorgte bis 2001 für steigende Erlöse, seither sind die Preise jedoch wieder auf das Niveau wie vor der Agrarwende gefallen. Zunehmende Importe werden nach Einschätzung von Fachleuten auch auf längere Sicht zu weiteren Rückgängen führen. Allerdings ist Bio-Getreide immer noch dreimal so teuer wie konventionelle Ware.

Links zum Thema Verbände, Links zum Thema Bio-Landbau.

Agrarreform: RLV-Präsident Decker skizziert grundsätzliche Position seines Verbandes

Themen: Archiv — info @ 14:09

Düsseldorf (agrar.de) – Erste Überlegungen des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) zur Umsetzung der Reform der europäischen Agrarpolitik hat RLV-Präsident Friedhelm Decker am 17. September anlässlich einer Vorstandssitzung seines Verbandes in Düsseldorf vorgestellt. Danach müsse alles daran gesetzt werden, dass die Direktzahlungen den wirtschaftenden Betrieben zukommen und diese stärken.

Nach den Worten von Decker ist dazu im Einzelnen notwendig, die Direktzahlungen nach einer grundsätzlich bundeseinheitlichen Systematik auszugestalten, um Marktverzerrungen innerhalb Deutschlands vorzubeugen. Darüber hinaus gelte es, die Entscheidungen der EU-Nachbarstaaten im Auge zu behalten, damit Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der deutschen Landwirte vermieden werden.

Der RLV-Präsident mahnte gleichzeitig die politisch Verantwortlichen, bei der Entkopplung pragmatisch vorzugehen und Handlungsspielräume so zu nutzen, dass Umverteilungen der Direktzahlungen soweit nur irgend möglich vermieden, alle strategischen Marktchancen erhalten und Verwaltungsvereinfachungen möglich würden.

Er warnte davor, Agrarumweltprogramme und die Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete durch die so genannte ‚Cross Compliance‘ auszuhebeln. Diese Sonderleistungen müssten in jedem Fall im bestehenden Förderumfang erhalten werden.

Decker machte deutlich, dass sein Verband einer am Ende einheitlichen Flächenprämie wegen der Betroffenheit der intensiven Milchviehbetriebe aber auch der Bullenmäster nicht zustimmen werde.

Man sei sich einig, dass die Milchproduzenten durch die Luxemburger Beschlüsse massiv betroffen würden. Deshalb bedürfe es dringend einer zusätzlichen Unterstützung des Milchsektors. So sollten die Mittel aus der künftigen obligatorischen Modulation sowie die zusätzlich erforderlichen nationalen Kofinanzierungsmittel gezielt genutzt werden, um die hart betroffenen Milchbauern in dem Rahmen, den die Vorschriften über die Verwendung der Modulationsmittel zulassen, zu unterstützen.

Der RLV werde es keineswegs akzeptieren, wenn die deutsche Politik von der Möglichkeit Gebrauch machen würde, die Direktzahlungen national bis zu 10 Prozent zu kürzen, um sie – wie die Beschlüsse es zulassen würden – in ‚besondere Formen‘ der Landwirtschaft umzuverteilen.

Links zum Thema Verbände.

GFS: 38 neue Getreidesorten zugelassen

Themen: Archiv — info @ 14:09

Bonn (agrar.de) – Die Sortenvielfalt hat sich bei Getreide in diesem Jahr um weitere 38 Sorten erhöht, teilt der Gemeinschaftsfonds Saatgetreide (GFS) in Bonn mit. Die Anzahl der durch das Bundessortenamt in Deutschland zugelassenen Getreidesorten ist damit auf insgesamt 373 angestiegen, wobei der Anteil neuer Sorten etwa 10 Prozent beträgt.

Die aktuell veröffentlichte Beschreibende Sortenliste weist in diesem Jahr 12 neue Winterweizen- und fünf neue Wintergerstensorten auf. Damit stehen bei beiden Hauptgetreidearten insgesamt 109 Winterweizen- und 80 Wintergerstensorten mit unterschiedlichen Anbau- und Verwendungseigenschaften zur Auswahl. Zudem wurden vier neue Sorten von Wintertriticale sowie jeweils eine Winterroggen- und Winterhafersorte neu zugelassen. Bei den Sommerungen stehen den Landwirten in diesem Jahr fünf neue Gerstensorten zur Verfügung. Die Gesamtzahl der zugelassenen Sommergerstensorten hat sich somit auf insgesamt 46 erhöht. Jeweils drei Neuzulassungen sind bei Sommerweizen und -hafer und eine bei Sommertriticale zu verzeichnen.

Diese Werte bestätigen eindrucksvoll den beachtlichen und stetigen Züchtungsfortschritt in der deutschen Getreidezüchtung. Dieser Züchtungsfortschritt kommt dabei direkt der landwirtschaftlichen Praxis zu. Die neuen Sorten weisen verbesserte agronomische und qualitative Eigenschaften auf. Zunehmende Resistenzen gegenüber Krankheiten und Schädlingen im Getreideanbau sowie eine effizienter werdende Nährstoffaufnahme bei den neuen Sorten kennzeichnen den stetigen Fortschritt in der Pflanzenzüchtung. Die direkten Vorteile für die Landwirte sind eine jährliche Ertragssteigerung von bis zu zwei Prozent, wobei gleichzeitig Einsparungen bei den Kosten für Dünge- und Pflanzenschutzmitteln möglich sind.

Links zum Thema Pflanzenarten und -sorten.

Sachsen-Anhalt: Milcherzeugung im 1. Halbjahr unter Vorjahresniveau

Themen: Archiv — info @ 12:09

Halle (agrar.de) – Im 1. Halbjahr 2003 wurde mit den in den landwirtschaftlichen Betrieben Sachsen-Anhalts durchschnittlich gehaltenen 142.200 Milchkühen eine Gesamtmilchmenge von 530.600 Tonnen erzeugt. Entsprechend dem seit 1999 zu verzeichnenden negativen Trend verringerte sich damit die Milcherzeugung um 10.100 Tonnen bzw. 1,9 Prozent gegenüber der des entsprechenden Vorjahreszeitraumes.

Da der auf der Basis vorläufiger Berechnungen des Statistischen Landesamtes ermittelte Abbau der Milchkuhbestände für diesen Zeitraum nur bei 1,0 Prozent liegt, zeichnet sich für das Jahr 2003 erstmals keine Leistungssteigerung der Milchkühe ab.

Die für die ersten sechs Monate des Jahres 2003 ermittelte durchschnittliche Milchleistung je Kuh lag bei 3.740 Kilogramm und damit 20 Kilogramm unter dem Vorjahresniveau.

Die Milchkuhhalter Sachsen-Anhalts lieferten 98,0 Prozent der bis 30.06.2003 erzeugten Milch an Molkereien und Händler. Im Vorjahr lag dieser Anteil bei 97,6 Prozent. Da der Rest fast ausschließlich durch die Agrarbetriebe in der Kälber- und Jungrinderaufzucht verfüttert wird, ist diese Tendenz im Zusammenhang mit dem abnehmenden Bestand in dieser Kategorie zu sehen. Betrug der mit der Viehbestandserhebung am 3. Mai 2002 ermittelte Anteil der Kälber und Jungrinder bis 1 Jahr alt am Gesamtrinderbestand 26,7 Prozent, so waren es 25,9 Prozent zum gleichen Zeitpunkt 2003.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Sachsen-Anhalt.

Seiten: << 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...22 23 24 >>



   (c)1997-2017 @grar.de