23. September 2003

Baden-Württemberg: Grundstückspreise steigen um vier Prozent

Themen: Archiv — info @ 11:09

Durchschnittlicher Kaufpreis bei 18.900 Euro

Stuttgart (agrar.de) – Für landwirtschaftliche Grundstücke (ohne Gebäude und ohne Inventar) in Baden-Württemberg wurde nach Feststellungen des Statistischen Landesamts im ersten Halbjahr 2003 ein durchschnittlicher Kaufpreis von 18.900 Euro je Hektar (ha) Fläche der landwirtschaftlichen Nutzung entrichtet; gut 700 Euro oder 4 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Im ersten Halbjahr 2003 wurden im Rahmen der Kaufwertstatistik von 2.400 veräußerten landwirtschaftlichen Grundstücken die jeweils erzielten Preise erfasst. Dabei wechselte je Kauffall im Durchschnitt eine Fläche von 1 ha den Besitzer.

Die höchsten durchschnittlichen Bodenpreise je ha von zum Teil deutlich über 50.000 Euro wurden in den Stadtkreisen Stuttgart, Pforzheim, Mannheim und Heidelberg entrichtet. Unter den Landkreisen stehen Ludwigsburg (45.100 Euro) und Esslingen (38.700 Euro) für die obersten Preispositionen. Am unteren Ende der Preisskala rangieren dagegen die Landkreise Tuttlingen, Schwarzwald-Baar-Kreis, Sigmaringen, Zollernalbkreis, Waldshut und der Neckar-Odenwald-Kreis mit Grundstückspreisen von 8.000 bis 11.000 Euro/ha Fläche der landwirtschaftlichen Nutzung.

Deutliche Preisunterschiede ergeben sich auch hinsichtlich der Parzellengröße. So werden für Grundstücke mit 0,1 bis 0,25 ha durchschnittlich über 31.100 Euro/ha bezahlt, für Grundstücke von 0,25 bis 1 ha nur noch gut 20.700 Euro/ha. Mit zunehmender Parzellengröße gehen die durchschnittlichen Kaufwerte noch weiter zurück, bis in der Größenklasse von 2 ha und mehr mit 17.800 Euro/ha der niedrigste Wert erreicht wird.

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Saarland: Sommerhitze setzte Waldbäumen zu

Themen: Archiv,Saarland — info @ 10:09

Umweltminister Stefan Mörsdorf stellt Waldschadensbericht 2003 vor

Saarbrücken (agrar.de) – Der extrem trockene und heiße Jahrhundertsommer 2003 hat auch im saarländischen Wald seine Spuren hinterlassen: Hitze und Trockenheit haben zu einer deutlichen Zunahme der Waldschäden geführt. Das ergibt sich aus dem Waldschadensbericht 2003, den Umweltminister Stefan Mörsdorf heute in Von-der-Heydt bei Saarbrücken vorstellte.

‚Interessanterweise sind ältere Baumbestände offenbar besser mit der extremen Hitze und Trockenheit zurecht gekommen als jüngere Bäume‘, so Umweltminister Stefan Mörsdorf. Bei den jüngeren Beständen unter 60 Jahren stiegen die deutlichen Waldschäden von drei auf sechs Prozent an, während bei den älteren Beständen die deutlichen Schäden praktisch gleich blieben (21 Prozent in 2003 nach 20 Prozent in 2002). Betrachtet man die Gesamtschäden aller vier Schadstufen, so stieg der Anteil der geschädigten Bäume von 48 Prozent in 2002 auf 54 Prozent in 2003.

‚Diese Zahlen zeigen, dass der saarländische Wald den extremen Sommer dieses Jahres zwar noch ganz leidlich überstanden hat, aber zu einer generellen Entwarnung, wie dies Frau Künast kürzlich behauptete, besteht nun wirklich kein Anlass‘, resümierte Minister Mörsdorf. Nach Auffassung der Fachleute im Umweltministerium ist damit zu rechnen, dass sich das wahre Ausmaß der Folgen des Trockensommers 2003 erst in den kommenden Jahren zeigen wird. 2003 profitierten die Wälder im Saarland von den durch niederschlagsreiche Vorjahre gut gefüllten Grundwasserspeichern. ‚Weil davon auszugehen ist, dass der Witterungsstress für unsere Wälder – bedingt durch zu erwartende schleichende Klimaänderungen in den nächsten Jahren – eher zu- als abnehmen wird, bleibt es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, den Schadstoffeintrag in Wälder und Böden konsequent weiter zu reduzieren‘, unterstrich der Minister. ‚In diesem Zusammenhang begrüße ich es ausdrücklich, dass der Rußfilter für Dieselmotoren offenbar auf breiter Basis in der Automobilindustrie vor dem Durchbruch steht. Verbesserte Abgasreinigung bei Diesel-Pkw wird dazu führen, dass auch der nach wie vor problematisch hohe Ausstoß an Stickoxiden deutlich abgesenkt werden kann.‘

Im einzelnen ergibt sich im Hinblick auf die Waldschadensbilanz 2003 folgendes Bild: Deutlich zu niedrige Niederschläge und markant zu hohe Temperaturen führten im Jahr 2003 verbreitet zu Trockenstress im Wald. Insbesondere die Laubbäume reagierten auf die mangelnde Wasserversorgung häufig durch die Verringerung ihrer Verdunstfläche, rollten also beispielsweise die Blätter zusammen. Verbunden war dies häufig mit verfrühtem Laubabfall, Eintrocknung der Blätter (Braunfärbung) und Vergilbungen. Bei den vielfach versauerten Waldböden mit ins Ungleichgewicht geratenen Nährstoffkreisläufen und vorgeschädigten Wurzelsystemen wurde die Vitalität des Waldes damit zusätzlich erheblich beeinträchtigt. Die Sommertrockenheit im Verbund mit den hohen Temperaturen wirkte sich in der unmittelbaren Reaktion der einzelnen Baumarten altersabhängig auf verschiedenen Standorten sehr unterschiedlich aus. Teilweise wurde das Wasserdefizit im Boden durch die vorhandenen Wasservorräte nach hohen Niederschlagsmengen des voran gegangenen Winters abgemildert.

In der Waldschadensstatistik 2003 schlägt sich der Trockensommer mit einer Zunahme der äußerlich erkennbaren Waldschäden von insgesamt sechs Prozentpunkten auf 54 Prozent nieder. Besonders reagierten die weniger tief wurzelnden jüngeren Bäume mit einer Zunahme von elf Prozentpunkten auf 34 Prozent. In den älteren Waldbeständen dagegen hält sich in der Summe der Trend eines leichten Rückgangs der Gesamtschäden. Der Anteil deutlich geschädigter Bäume mit Blatt-/Nadelverlusten von mehr als einem Viertel stieg gegenüber dem Vorjahr wieder leicht auf insgesamt 13 Prozent an (auf 21 Prozent in älteren, sechs Prozent in jüngeren Beständen). In der langjährigen Beobachtungsreihe bleiben aber die deutlichen Schäden weiterhin weit hinter dem bisherigen Schadensmaximum von 23 Prozent Mitte der 90er Jahre zurück. Die Buche bleibt mit einem Anteil deutlicher Schäden von 25 Prozent die am stärksten geschädigte Hauptbaumart, gefolgt von Kiefer (15 Prozent), Fichte (acht Prozent) und Eiche (acht Prozent). Dabei sind die deutlichen Schäden nur bei der Buche leicht zurückgegangen, bei Fichte, Kiefer und Eiche dagegen angestiegen. Die Forstfachleute rechnen damit, dass in den Fichtenbeständen der Borkenkäfer aufgrund der Vorschädigung der Bäume durch Trockenheit in den kommenden Monaten leichtes Spiel haben wird.

Die Waldschadenserhebung im Saarland erfolgte im Jahr 2003 zum 19. Mal als Punktstichprobe in einem 2×4-km-Raster. Über 2.300 zufällig ausgewählte Probebäume wurden nach äußerlich erkennbaren Kronenschäden – unabhängig von ihrer Ursache – als Weiser für Vitalität und allgemeinen Gesundheitszustand folgenden Schadensklassen zugeordnet:

Schadstufe 1: Schwache Schäden (Warnstufe; Blatt- oder Nadelverluste vorhanden, aber vielfach noch im Rahmen einer natürlichen Schwankung der Belaubungs- bzw. Benadelungsdichte).

Schadstufe 2-4: stark und sehr stark geschädigte sowie abgestorbene Bäume.

Für die Darstellung der Schadensentwicklung werden die deutlichen Schäden ab der Schadstufe 2 als eindeutige (deutliche) Schäden mit mehr als 25 Prozent Nadel- bzw. Blattverlust zusammengefasst.

Der vollständige Waldschadensbericht 2003 ist im Internet abrufbar.

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EU-Kommission genehmigt neues Qualitätszeichen Baden-Württemberg

Themen: Archiv — info @ 09:09

Neues HQZ kann von Erzeugern zur Vermarktung genutzt werden

Stuttgart (agrar.de) – Das neue baden-württembergische Qualitätszeichen für Agrarprodukte aus dem Land ist von der EU-Kommission genehmigt worden. Das bisherige HQZ wird unter neuer Optik für Produkte aus dem Land zur Verfügung stehen. Erzeuger, die das neue Qualitätszeichen nutzen wollen, müssen erhöhte Anforderungen erfüllen.

‚Baden-Württemberg hat ausgehend vom bisherigen Herkunfts- und Qualitätszeichen ein neues, von der EU anerkanntes Qualitätszeichen für 14 Produktbereiche beziehungsweise Produktgruppen vorzuweisen‘, informierte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Willi Stächele, in Stuttgart. Allen mit dem Qualitätszeichen versehenen Produkten liegen höhere Qualitätsstandards zugrunde, als es die jeweiligen Fachgesetze vorsehen. Die Einhaltung dieser anspruchsvollen Qualitätsnormen wird neutral überwacht und kontrolliert.

‚Das neue HQZ für Fleisch ist eine große Chance für unsere Metzgereien, die sich damit besser von anonymer Ware unterscheiden können‘, erläuterte Stächele. Heimische Eiererzeuger haben bessere Chancen, sich von Massenware abzuheben. ‚Und wer das HQZ auf seinem Fruchtsaft sieht, der weiß, dass es sich nicht um importiertes Konzentrat, sondern um Saft aus heimischem Obst handelt‘, erklärte Stächele.

Zugleich verwies der Minister auf die neue Kontrollarchitektur, die im Zuge der Überarbeitung des bisherigen Herkunfts- und Qualitätszeichens mit entwickelt wurde. Diese beinhaltet neben der Stufe der Eigenkontrolle eine neutrale Kontrollebene und die

Kontrolle der Kontrolle sowie abgestufte Sanktionsmaßnahmen bei Verstößen.

Die wesentlichen Inhalte der Weiterentwicklung und Verbesserung des bisherigen HQZ-Kennzeichnungssystems sind im pflanzlichen Bereich die systematische und kontrollierte Anwendung der weiterentwickelten Methoden des integrierten Pflanzenbaus, insbesondere Verzicht des Einsatzes von Wachstumsregulatoren, Verzicht auf die Ausbringung von Klärschlamm und klärschlammhaltigen Düngemitteln auf allen Flächen des Betriebs, qualitätsorientierter Anbau, betriebszweigbezogenes Umweltmanagement und die Weiterentwicklung einer bedarfsbezogenen Düngung mit zusätzlichen Bodenuntersuchungen und Nährstoffbilanzen.

Bei den tierischen Lebensmitteln (Fleisch) werden zukünftig auch die Aufzucht- und Lieferbetriebe der Jungtiere in das HQZ-System einbezogen. Futter muss überwiegend vom eigenen Hof kommen. Die Futtermittelkontrollen werden erweitert. Es dürfen nur Futtermittel eingesetzt werden, die in einer Positivliste enthalten sind. Leistungsförderer als Futtermittelzusätze sind in der Rind- und Schweinefleischerzeugung ausgeschlossen. Alle eingesetzten Futtermittel müssen offen deklariert werden. Tiertransporte müssen tierschutzgerecht und zeitlich auf vier Stunden begrenzt werden. Die Haltung von Legehennen in Käfigen wird für HQZ-Erzeuger bereits ab Ende 2003 untersagt.

Die einzelnen Qualitätsanforderungen des Qualitätszeichen mit Herkunftsangabe sind so festgelegt, dass sie auch außerhalb des Landes erfüllt werden können. Bei Austausch der Herkunftsangabe kann das Zeichen auch für Produkte anderer Regionen oder Länder verwendet werden, wenn die betreffenden Qualitäts- und Kontrollanforderungen erfüllt sind.

In der deutlich veränderten Gestaltung des Zeichens wird erkennbar, dass es sich in erster Linie um ein Qualitätszeichen handelt. Der Begriff ‚GESICHERTE QUALITÄT‘ wurde gewählt, um den Aspekt der Prozessqualität und damit einer durchgängigen Qualitätssicherung deutlich zu machen.

Baden-Württemberg hat neben dem neuen Qualitätszeichen auch das Bio-Zeichen Baden-Württemberg für Öko-Produkte.

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22. September 2003

COPA-COGECA: Angemessene EU-Fonds zur Behebung der Auswirkungen von Waldbränden vorsehen

Themen: Archiv — info @ 13:09

Brüssel (agrar.de) – Im Sommer wurden eine Reihe von Mitgliedstaaten, und mit besonderer Schärfe Portugal, Spanien, Frankreich und Italien in katastrophaler Weise durch Waldbrände erschüttert, die den forst- und landwirtschaftlichen Erzeugern grosse Verluste brachten. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Forstwirtschaft besonders stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. In einigen Regionen waren ganze Wälder in nur wenigen Stunden abgebrannt, was die forstwirtschaftlichen Erzeuger nicht nur um ihre erwarteten Erlöse brachte, sondern auch ihre Produktionsmittel und Infrastrukturen – wie Gebäude und nicht-öffentliche Wege zu ihren Wäldern – vernichtete.

COPA und COGECA erachten es daher als wichtig, dass seitens der Kommission beschlossen wird, der bestehenden Krisensituation gerecht zu werden und zur Unterstützung all derjenigen, die diesen aussergewöhnlichen Umständen zum Opfer gefallen sind, angebrachte Gemeinschaftsfonds und insbesondere den EU-Solidaritätsfonds einzusetzen.

In diesem Stadium, wo das Desaster noch nicht zu einem Ende gekommen ist, ist es auch von Bedeutung, eine koordinierte EU-Aktion der Wiederaufforstung aller getroffenen Forstgebiete – jeweils unter gebührender Berücksichtigung einer gesunden Forstbewirtschaftung, des Bodens sowie ökologischer und klimatischer Prinzipien – zu definieren. Es ist ausserdem erforderlich, auf EU-Ebene eine kohärente Politik zur Verhütung von Waldbränden festzulegen und mit angemessenen Mitteln auszustatten.

COPA und COGECA rufen die Kommission auf, sicherzustellen, dass im Rahmen der EU-Fonds den Erfordernissen und Anliegen der forst- und landwirtschaftlichen Erzeuger und ihrer Genossenschaften in den Mitgliedstaaten und den Kandidatenländern der EU gebührend entsprochen wird.

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Sachsens Nebenerwerbslandwirte gegen Betriebsprämie

Themen: Archiv — info @ 13:09

Stollberg (agrar.de) – Angesichts der Diskussion um die EU-Agrarreform hat der sächsische Verband der Landwirte im Nebenberuf (VLN) einheitliche Flächenprämien für Acker und Grünland gefordert. Hingegen lehne der Verband Betriebsprämien ab, sagte VLN-Chef Matthias Schreier während einer Veranstaltung am Freitagabend in Stollberg.

‚Betriebsprämien wären für zwei von drei Landwirtschaftsbetrieben der Dolchstoß‘, prophezeite Schreier. Der ungerechte Zustand, dass 20 Prozent der Betriebe 80 Prozent der Prämien erhielten, würde zementiert. Mit einer Betriebsprämie würde außerdem die Benachteiligung von Grünland-Standorten fortgesetzt. Auch einem Kombinationsmodell aus Flächen- und Betriebsprämie erteilte der VLN eine Absage. ‚Um die Grünland-Standorte zu stärken, brauchen wir als Preisausgleich eine Flächenprämie‘, sagte Landeschef Schreier. Mit ihr erhalte auch die Rinderhaltung und Milchproduktion eine verlässliche Basis.

Nach Schreiers Worte werden die Zeiten für die Landwirte härter: ‚Entkoppelung heißt praktisch, dass die Prämien bis 2012 runtergefahren werden‘. Er rechne in Sachsen mit einem Verlust von rund 115 Euro pro Hektar in neun Jahren.

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Leichter Produktionszuwachs bei Mischfutter

Themen: Archiv — info @ 10:09

Lübeck (agrar.de) – Die Mischfutterproduktion in Deutschland verzeichnete im Wirtschaftsjahr 2002/2003 erneut einen leichten Produktionszuwachs von 120.958 Tonnen oder 0,6 Prozent. Die Gesamtmenge stieg damit auf über 19,7 Millionen Tonnen an. Dies gab der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Verbandes Tiernahrung (DVT), Hubert Grote, heute im Rahmen der DVT-Mitgliederversammlung in Lübeck bekannt.

Die Zahlen, die auf vorläufigen Berechnungen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) beruhen, zeigen, dass das leichte Gesamtplus vor allem auf einen Produktionszuwachs im Bereich der Schweine- und Mastgeflügelfutter im norddeutschen Raum zurückgeht, einer Region, in der die Tierhaltung weit verbreitet ist.

Nach Tierarten und Regionen aufgeschlüsselt, zeigen die Produktionsdaten -wie bereits im Vorjahr- deutliche Unterschiede.

Der bundesweite Rückgang der Rindermischfutterproduktion um 0,4 Prozent kommt durch einen überproportionalen Rückgang in Höhe von 7,2 Prozent in den ostdeutschen Bundesländern zustande. Dies konnte auch durch einen leichten Produktionsanstieg im Norden und Westen nicht wettgemacht werden. In Süddeutschland erholte sich der Markt mit einem leichten Produktionsplus von 2,1 Prozent im Vergleich zum Wirtschaftsjahr 2001/2002. Gemessen an den bundesweiten Reduzierungen der Rinderbestände um 2,7 Prozent und der Milchkühe um 1,4 Prozent (vorläufige Daten der Viehzählung Mai 2003) kann insgesamt von einer Konsolidierung der Mischfutterproduktion für Rinder gesprochen werden.

Die Produktion von Schweinemischfutter nahm bundesweit um 1,3 Prozent zu, eine Entwicklung, die parallel zur Entwicklung der Schlachtschweinebestände (bundesweit + 1,7 Prozent) verlief. Die enge Verzahnung von Bestandsentwicklung und Mischfutterproduktion für Schweine wird belegt durch die Entwicklung in den Regionen: In den veredelungsdichten Gebieten (Region Nord), stieg die Mischfutterproduktion um 131.000 Tonnen (+ 2,3 Prozent) leicht an, während sie insbesondere in den östlichen Bundesländern um 32.000 Tonnen zurückging (- 3,2 Prozent). Im Osten nahmen die Schweinebestände von November 2002 bis Mai 2003 um insgesamt 3,4 Prozent ab.

Im Bereich der Legehennenfutter setzte sich der Negativtrend bundesweit mit einem Produktionsrückgang von über 100.000 Tonnen (- 4,3 Prozent) fort. Dagegen stieg die Mischfutterproduktion für Mastgeflügel gegenüber dem Wirtschaftsjahr 2001/2002 um 4,5 Prozent.

Beim Rohstoffverbrauch ist Getreide mit einem Anteil von 42,9 Prozent an allen in der Mischfutterherstellung eingesetzten Rohstoffen nach wie vor die wichtigste Komponente. Im Vergleich zum vorigen Wirtschaftsjahr stieg der Bedarf um 363.614 Tonnen an (+ 4,5 Prozent). Insgesamt wurden damit rund 8,5 Millionen Tonnen Getreide zu Mischfutter verarbeitet.

Ob sich der jahrelange Aufwärtstrend angesichts der deutlich gestiegenen Getreidepreise auch im laufenden Wirtschaftsjahr fortsetzen wird, bezweifelte Grote. Die bislang fehlende Abgabebereitschaft der Getreideproduzenten und des Erfassungshandels lasse nicht darauf schließen.

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Hochwasserschutz: Bauckhage fordert mehr Kooperation

Themen: Archiv — info @ 10:09

Mainz (agrar.de) – Der rheinland-pfälzische Wirtschafts- und Landwirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage hat in einem Schreiben an Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast den Gesetzentwurf von Bundesumweltminister Jürgen Trittin zum Hochwasserschutz kritisiert. Die zwischen den Agrar- und Umweltministern beschlossenen Grundsätze der Kooperation und Freiwilligkeit seien nicht ausreichend berücksichtigt worden, so Bauckhage.

Er verwies auf einen Beschluss vom 13. Juni 2001, wonach sich die Agrar- und Umweltminister der Länder darauf geeinigt hatten,

– die Landwirte als Partner für die Umsetzung des Hochwasserschutzes zu gewinnen,

– bei land- und forstwirtschaftlichen Belangen das Prinzip der Kooperation und Freiwilligkeit zu beachten und

– wirtschaftliche Nachteile für die bewirtschafteten Flächen auszugleichen.

In Rheinland-Pfalz habe sich die Kooperation zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft bestens bewährt, sagte der Minister. Gemeinsam hätten das rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerium und das Umweltministerium für die Wasser- und Landwirtschaft praxisgerechte Lösungen erarbeitet und umgesetzt, um den Wasserrückhalt in der Fläche zu erhöhen. So habe man beispielsweise mit der ‚Aktion Blau‘ beachtliche Erfolge erzielt.

‚Diese erfolgreiche Zusammenarbeit mit allen Betroffenen wird durch das von Umweltminister Trittin vorgesehene generelle Verbot der ackerbaulichen Nutzung in Überschwemmungsgebieten zu Nichte gemacht‘, erläuterte Bauckhage.

Darüber hinaus sei der Gesetzentwurf auch aus anderen Gründen zu beanstanden:

Er berücksichtige kaum die Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Neben einschneidenden Erschwernissen bei der Bewirtschaftung seien erhebliche Folgen für den Boden- und Pachtwert der Flächen zu erwarten. Die Umwandlung von Ackerland in Grünland in den potenziellen Über-schwemmungsgebieten würde erhebliche Kosten verursachen, die aus dem Staatshaushalt zu tragen wären. Ob diese Flächen dann anschließend von den Landwirten noch bewirtschaftet würden sei fraglich, da die jetzt in den Gebieten wirtschaftenden Betriebe häufig nicht darauf eingestellt seien. Sie verfügten zum größten Teil nicht mehr über Ställe, Vieh und zum Beispiel Milchquoten.

‚Eine ökonomische und ökologisch sinnvolle Nutzung von Grünlandflächen ist an die Viehhaltung gebunden. Meiner Ansicht ist der Gesetzentwurf noch nicht ausgereift und sollte dringend überarbeitet werden‘, erläutert der Minister. Dabei müsse die Landwirtschaft frühzeitig einbezogen werden. Maßnahmen, die auf die individuellen Verhältnisse der Regionen abgestimmt und gemeinsam mit den Bewirtschaftern entwickelt würden, seien wirkungsvoller als Regelungen ‚von oben herab‘, die nicht nachvollziehbar seien und daher auf breiter Front abgelehnt würden.

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19. September 2003

RLV: Landwirtschaft hat Produktivität verdoppelt

Themen: Archiv — info @ 16:09

Bonn (agrar.de) – Gemessen an der Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen hat der Agrarbereich in Deutschland seine Produktivität in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Sie stieg in der Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei von 12.900 Euro je Erwerbstätigen im Jahre 1999 auf rund 26.100 Euro im Jahr 2001. Das meldet der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) mit Bezug auf den Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes.

Von einem allerdings deutlich höheren Niveau ausgehend ist der Anstieg der Produktivität in der übrigen Wirtschaft wesentlich schwächer ausgefallen. Im Produzierenden Gewerbe zum Beispiel ist die Produktivität im letzten Jahrzehnt nur um knapp ein Drittel angestiegen (von 40.300 Euro im Jahr 1999 auf 53.100 Euro im Jahr 2001), im Baugewerbe ist sie nahezu gleich geblieben. In der deutschen Wirtschaft stieg die Produktivität in den Jahren 1999 bis 2001 von 44.500 Euro auf 51.100 Euro je Erwerbstätigen.

Die starke Steigerung der Produktivität in der Landwirtschaft wurde möglich unter anderem durch leistungsstärkere Landmaschinen, bessere Pflanzenschutzmittel und neue Getreidesorten. Der Einsatz dieser kapitalintensiven Produktionsmittel ging auf Kosten der Arbeitsplätze.

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DVT: Einheitliche Wettbewerbsbedingungen für Mischfutterherstellung in Europa schaffen

Themen: Archiv — info @ 15:09

Lübeck (agrar.de) – Die deutschen Mischfutterhersteller sehen der Erweiterung der Europäischen Union gelassen entgegen, sofern Wettbewerbsverzerrungen innerhalb Europas zügig und konsequent abgebaut und in allen Mitgliedsstaaten EU-einheitliche Standards umgesetzt werden. ‚Dies ist allerdings eine absolute Voraussetzung, damit wir im europäischen und internationalen Wettbewerb langfristig bestehen können‘, betonte Ulrich Niemann, Präsident des Deutschen Verbandes Tiernahrung (DVT), anlässlich der DVT-Jahrestagung in Lübeck, die unter dem Motto ‚Futtermittelwirtschaft und Tierproduktion – fit für den Wettbewerb im größeren Europa?‘ steht.

Vordringliche Aufgabe der Politik sei es, die von der EU vorgegebenen Produktions-, Umwelt- und Qualitätsstandards in allen derzeitigen und künftigen EU-Mitgliedsstaaten einheitlich umzusetzen und nationale Alleingänge zu vermeiden. ‚Den Rest regelt der Markt, und hierfür sind wir gewappnet‘, so der DVT-Präsident. Dies gelte insbesondere für den Bereich der Qualitätssicherung, in den die deutsche Mischfutterbranche in den letzten Jahren enorm investiert und einen hohen Standard erreicht habe. Mit Sorge sehe er, dass die deutsche Agrarpolitik dazu neige, EU-Vorgaben und national bereits erreichte, hohe Standards noch weiter verschärfen und reglementieren zu wollen, anstatt sich für EU-einheitliche Bedingungen einzusetzen. Damit bringe sie die deutsche Agrarwirtschaft weiter ins Hintertreffen.

Als Beispiel führte Niemann das nationale Verfütterungsverbot für tierische Fette an. Während in Deutschland tierische Fette grundsätzlich nicht an Nutztiere verfüttert werden dürften, sei dies in allen anderen EU-Staaten uneingeschränkt möglich. ‚Entweder sind tierische Fette risikobehaftet, dann gehören sie EU-weit verboten, oder sie sind es nicht, dann muss der Einsatz in der Fütterung auch in Deutschland erlaubt sein‘, sagte Niemann. Letztlich werde auch der heimische Verbraucher getäuscht, wenn die in den Nachbarländern mit tierischen Fetten produzierten Veredelungsprodukte wieder auf seinen Teller kämen.

Verbrauchertäuschung sei es auch, wenn die Politik vorgäbe, alles für den Verbraucherschutz zu tun, zur selben Zeit jedoch die Rahmenbedingungen für die Futtermittel- und Veredelungswirtschaft so gestalten würde, dass die Produktion ins Ausland abwandere oder die Abnehmerseite vermehrt auf Billigimporte zurückgreife. Die nationale Legehennenverordnung sei ein klassisches Beispiel hierfür. Der Verbraucher stehe dann vor Produkten, die unter Bedingungen hergestellt worden seien, die er völlig ablehne. ‚Verbraucherschutz ist nicht teilbar‘, so Niemann. Daher müsse man ein europaweit einheitliches Niveau schaffen.

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HBV: Sparbeschlüsse für hessische Bauern unzumutbar

Themen: Archiv — info @ 14:09

Landesverbandsausschuss fordert Korrekturen

Alsfeld (agrar.de) – ‚Die im Bereich des Hessischen Ministeriums für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz vorgesehenen Kürzungen in Höhe von 45 Millionen Euro treffen unsere landwirtschaftlichen Betriebe sehr hart und überproportional‘, stellte der Präsident des Hessischen Bauernverbandes (HBV), Heinz Christian Bär, in einer ersten Stellungnahme fest. Auch im HBV-Landesverbandsausschuss, der heute in Alsfeld tagte, wurden die von der hessischen Landesregierung geplanten Mittelkürzungen sehr heftig kritisiert.

Der Hessische Bauernverband erkenne die Notwendigkeit zu Sparmaßnahmen an und stelle sich den damit verbundenen Anforderungen im Rahmen seiner gesellschaftlichen Pflichten. Die Sparmaßnahmen dürften jedoch nicht dort ansetzen, wo die Einkommens- und Entwicklungsfähigkeit der Betriebe gefährdet werde. Dies sei allerdings durch die geplanten Einsparungen im Rahmen der Investitionsförderung, der Ausgleichszulage und dem Hessischen Kulturlandschaftsprogramm in hohem Maße gegeben, betonte Präsident Heinz Christian Bär und forderte die Landesregierung auf, die unausgewogenen Sparbeschlüsse zu überdenken. Denn durch die Kürzungen in den vorgenannten Programmen werde eine nachhaltige flächendeckende Bewirtschaftung gefährdet.

Auch im Hinblick auf die mit der EU-Agrarreform verbundenen Herausforderungen müssten die hessischen Bauern in die Lage versetzt werden, durch landespolitische Maßnahmen im Wettbewerb zu bestehen, um damit Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu sichern und unsere schöne Kulturlandschaft erhalten zu können.

Links zum Thema Verbände, Links zum Bundesland Hessen.

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