26. September 2003

Österreich: Bio wächst weiter – 1.200 Biobauern mehr als im Vorjahr

Themen: Archiv — info @ 10:09

Wien (agrar.de) – In Österreich gibt es derzeit rund 18.200 geförderte Bio-Betriebe, das sind um rund 1.200 mehr als im Vorjahr. Mit den Betrieben, die keine Bio-Förderung beantragen, erhöht sich die Anzahl auf insgesamt rund 19.500 Bio-Bauern. Gestiegen sind auch die Ausgaben für die Bio-Förderung, die im Rahmen des Umweltprogramms ÖPUL ausbezahlt wird. Erhielten die Bio-Bauern im Vorjahr noch rund 70 Millionen Euro, so werden in diesem Jahr um 10 Millionen mehr, also rund 80 Millionen Euro Mitte Oktober ausbezahlt werden. Diese Zahlen präsentierte Landwirtschaftsminister Josef Pröll bei einer Veranstaltung im Rahmen der Bioaktionstage 2003.

Besonders hervorzuheben sei der überproportionale Anstieg an biologischen Ackerflächen. Nahezu der gesamte Zuwachs an Bioflächen entfällt auf diesen Bereich. Wurden im Vorjahr noch 92.000 Hektar Ackerland biologisch bewirtschaftet, so stieg die Fläche in diesem Jahr sprunghaft um 25.000 Hektar auf 117.000 Hektar an. ‚In unserem Bio-Aktionsprogramm haben wir uns das Ziel gesteckt, dass das biologisch bewirtschaftete Ackerland bis 2006 115.000 Hektar betragen soll. Dieses Ziel haben wir nun drei Jahre früher erreicht. Ein toller Erfolg‘, freut sich Minister Pröll. Inklusive der anderen Bio-Flächen konnte erstmals die 300.000-Hektar-Schallmauer deutlich durchbrochen werden.

Zu den 18.200 geförderten Bio-Betrieben kommen noch jene Betriebe hinzu, die keine Bio-Förderung beantragen. Da in diesem Bereich immer erst Ende des Jahres genaue Daten vorliegen, können zur Zeit nur Schätzungen abgegeben werden. Man rechnet mit ungefähr 1.300 Bio-Betrieben. Hochgerechnet gibt es somit insgesamt rund 19.500 Bio-Betriebe in Österreich.

Die Zunahme ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen: Neben der Nachfrage durch die Konsument/innen sind es vor allem die wesentlich höheren Preise, die die Landwirt/innen zum Beispiel für Bio-Getreide im Vergleich zu konventionellem Getreide erhalten. Für viele Landwirt/innen mag auch jene Regelung im ÖPUL eine Rolle gespielt haben, die es ermöglicht, innerhalb der ersten zwei Jahre von einer ÖPUL-Maßnahme auf eine höherwertige umzusteigen, ohne den Verpflichtungszeitraum dabei auszudehnen. Die verbesserte Beratung und das gestiegene Know-how der Bäuerinnen und Bauern spielen ebenfalls eine nicht unwesentliche Rolle.

Damit hat Österreich jetzt wieder annähernd das hohe Niveau erreicht, das wir Ende der neunziger Jahre hatten. Im Jahr 2000 ging die Zahl der Bio-Betriebe langsam zurück. Grund war das Auslaufen des Verpflichtungszeitraums im Rahmen des ersten Umweltprogramms sowie zu geringe Nachfrage vor allem bei Milchprodukten, die manche Grünlandbauern zum Ausstieg aus dem Bio-Programm veranlasste. Im Vorjahr konnte mit 600 neuen Bio-Betrieben wieder eine Trendwende erreicht werden, die in diesem Jahr mit 1.200 Neuzugängen fortgesetzt werden kann.

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Studie: Gesundheit von Legehennen hängt vom Haltungssystem ab

Themen: Archiv — info @ 09:09

Hannover/Rostock (agrar.de) – Im Rahmen der Agrarministerkonferenz am 26.09. in Rostock Warnemünde wurden erste Ergebnisse einer Untersuchung der Tierärztliche Hochschule Hannover zur Gesundheit und Leistung von Legehennen in verschiedenen Haltungssystemen vorgelegt. Die Agrarministerkonferenz (AMK) ist eine Fachkonferenz der für die Landwirtschaft und ländliche Entwicklung zuständigen Ministerinnen und Minister der Bundesländer. Ständiger Gast der AMK ist die Bundesverbraucherschutzministerin.

Die erste Verordnung zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung machte es erforderlich, gesicherte Daten zur Verfügung zu stellen, um eine Bewertung unterschiedlicher Haltungssysteme in Hinblick auf die Tiergesundheit und andere bestandsbegleitende Parameter bei Legehennen zu ermöglichen. In der Studie ‚EpiLeg – Orientierende epidemiologische Untersuchung zum Leistungsniveau und Gesundheitsstatus in Legehennenhaltungen verschiedener Haltungssysteme‚, wurden und werden weiterhin Daten aus der Geflügelwirtschaft zusammengefasst, um diese Bewertung vorzunehmen.

Die vorliegenden Daten beschreiben, dass die gesundheitliche Situation der Hennen (gemessen am Vorkommen von Impfungen und Behandlungen vor und während des Legedurchgangs), Verhaltensauffälligkeiten der Tiere und die Verluste in den Haltungssystemen zum Teil sehr unterschiedlich sind. So ist auffällig, dass in den Boden- und Volierenhaltungssystemen über einen wesentlich höheren Anteil von Impfungen und Behandlungen berichtet wird als in konventionellen Haltungssystemen. Gleiches gilt für die Verhaltensweisen des ‚Federpickens‘ und des ‚Kannibalismus‘ sowie die Verluste pro 1.000 Anfangshennen und der Notwendigkeit des Kürzen der Schnäbel. Betrachtet man das Leistungsniveau der Tiere, so werden in der konventionellen Käfighaltung pro Henne mehr Eier produziert, wobei diese Eier ein geringeres Durchschnittsgewicht haben.

Die Untersuchung wurde ab Oktober 2002, also noch zu Zeiten der früheren Landesregierung, als epidemiologische Querschnittsuntersuchung geplant und durchgeführt. Als Grundgesamtheit wurden Betriebe der Legehennenhaltung mit mehr als 3 000 Tieren definiert. Pro in die Untersuchung aufgenommener Betriebsstätte wurden Informationen von drei Legedurchgängen mittels eines Fragebogens erfasst. Hierbei wurde der Kontakt zu den Betrieben von einer eigens für die Untersuchung einberufenen Treuhandstelle hergestellt, die als einzige Projektbeteiligte Adressdaten zur Verfügung hatte. Von dort wurden Fragebögen an die Betriebe versandt, deren Rücklauf protokolliert und nach Anonymisierung an die Tierärztliche Hochschule zur weiteren Auswertung übermittelt.

Die Untersuchungen werden zum Jahreswechsel 2003/2004 im Rahmen der Endberichterstattung zu diesem Vorhaben abgeschlossen, so dass hierauf basierend eine endgültige Bewertung der vorliegenden Erhebung möglich sein wird.

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DBV: Futteranbau auf Stilllegungsflächen dürreabhängig auch 2004 ermöglichen

Themen: Archiv — info @ 09:09

Berlin (agrar.de) – In einem Schreiben an EU-Agrarkommissar Franz Fischler hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, dafür geworben, den Futteranbau auf Stilllegungsflächen in besonders von der Dürre betroffenen Regionen auch im Antragsjahr 2004 zu ermöglichen. Bereits jetzt zeichneten sich Engpässe bei der Futterversorgung auch im kommenden Jahr ab. Die anhaltende Trockenheit in Deutschland habe zu erheblichen Ertragseinbußen geführt, so dass die Futterbaubetriebe zur Versorgung der Tiere bereits heute auf Wintervorräte zurückgreifen müssten, so Sonnleitner. Daher seien im nächsten Jahr erhebliche Defizite in der Futterversorgung zu erwarten, zumal auch der Anbau von Zwischenfrüchten nach der frühen Ernte auf Grund der Trockenheit kaum ertragsbildend sei.

Die Nutzung von Stilllegungsflächen für Futterzwecke, schreib Sonnleitner weiter, würde es den Betrieben in den besonders betroffenen Regionen ermöglichen, mit der jetzt beginnenden Herbstaussaat Futterpflanzen anzubauen, die Sie im nächsten Jahr zur Sicherung der Futterversorgung ernten könnten. Eine schnelle Entscheidung sei für die anstehende Herbstaussaat notwendig, appellierte der DBV-Präsident an den EU-Agrarkommissar.

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25. September 2003

Europäische Milchviehhalter wirtschaften meist mit kleinen Herden

Themen: Archiv — info @ 16:09

463.000 Landwirte leben von der Milch – Deutschland im Mittelfeld

Hannover (agrar.de) – Ein deutliches Nord-Süd-Gefälle kennzeichnet die Milchviehhaltung innerhalb der Europäischen Union. Die Milchviehställe in den nördlichen Mitgliedstaaten fallen fast durchweg größer aus als die der Kollegen in Europas Süden, berichtet der Landvolk-Pressedienst nach der kürzlich von Eurostat veröffentlichten Gemeinschaftserhebung für 1999 bis 2000.

Die Spitze der Statistik belegt Großbritannien, wo jeder spezialisierte Milch-viehbetrieb durchschnittlich 79 Milchkühe hält. Es folgen Dänemark mit 63 Kühen, die Niederlande mit 55 und Belgien mit 43 Milchkühen im Schnitt. In Irland hält jeder spezialisierte Milchviehbetrieb rein rechnerisch 41 Kühe, in Luxemburg sind es 38 und in Frankreich 35 Tiere. Rund um das EU-Mittel liegen Griechenland mit 34, Schweden mit 33 und Deutschland mit 32 Milchkühen je Betrieb. Mit kleineren Herden müssen vor allem die Landwirte im Süden wirtschaften, in Italien zählten die Statistiker 30 Milchkühe je Betrieb, in Spanien waren es 21 und in Portugal 20. Die kleinsten Herden wurden allerdings in Finnland mit durchschnittlich 16 Milchkühen und in Österreich mit zehn Tieren beobachtet.

Die Gemeinschaftserhebung stützt sich auf die Daten aller europäischen Agrarbetriebe mit mehr als einem Hektar (ha) landwirtschaftlicher Nutzfläche. Demnach haben sich in der gesamten EU rund 463.000 Landwirte auf die Milchviehhaltung spezialisiert und erzielen mehr als zwei Drittel ihrer Einnahmen aus der Vermarktung von Milch. Rein rechnerisch melken diese Spezialisten dabei 33 Milchkühe je Betrieb. Die Durchschnittszahlen sagen jedoch wenig über die Strukturen innerhalb eines Landes aus. So melken beispielsweise in Österreich 28 Prozent und in Portugal und Finnland rund neun Prozent aller Milchviehbetriebe weniger als zehn Kühe. Dagegen halten rund 28 Prozent der dänischen, 33 Prozent der italienischen und mehr als die Hälfte aller britischen Milchbauern mehr als 100 Kühe. In Deutschland zählt rund drei Prozent aller 92.000 spezialisierter Milchviehbetriebe zur Größenklasse mit bis zu zehn Kühen, weitere zehn Prozent halten zwischen zehn und 19 Kühen. Die mit 46 Prozent größte Gruppe der Betriebsleiter melkt zwischen 20 und 49 Kühen und weitere 30 Prozent gehört zur Größenklasse mit bis zu 99 Milchkühen, wobei diese Betriebe vor allem in den neuen Bundesländern zuhause sind.

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Kleinere Ernte lässt Getreidepreis kräftig steigen

Themen: Archiv — info @ 15:09

Auch weltweit feste Markttendenz – Kein Grund für teurere Brötchen

Hannover (agrar.de) – Ein knappes Angebot beflügelt die Getreidepreise: Nach Informationen des Landvolks Niedersachsen erlösen die Bauern zurzeit deutlich mehr für ihr Korn als vor Jahresfrist. Die Ernte in Niedersachsen ist zwar in diesem Jahr größer ausgefallen als im vergangenen Jahr, aufgrund der extremen Trockenheit im Sommer blieb die gesamte Erntemenge aber deutlich hinter dem langjährigen Durchschnitt zurück. Besonders im Osten des Landes waren teilweise kräftige Mindererträge zu verbuchen. Auch am Weltmarkt ziehen die Getreidepreise an, nachdem die Ernteschätzungen erneut von einer erheblich unter dem Verbrauch liegenden Menge ausgehen. Dennoch müssen die Verbraucher keine Sorge haben, dass Brot und Brötchen aus diesem Grunde teurer werden: Am Brötchenpreis hat das Getreide einen Anteil von weniger als einem Cent.

Bereits während der Ernte konnten die niedersächsischen Bauern höhere Preise als zur Ernte 2002 erzielen. So zahlte der Handel damals für Brotweizen frei Landlager im Durchschnitt lediglich 96 Euro pro Tonne (t), während in diesem Jahr schon während der Ernte mit 104,25 Euro gut acht Prozent höhere Erlöse erzielt werden konnten. Dennoch waren die Bauern gut beraten, die ihren Weizen eingelagert haben. Auch im vergangenen Jahr zeichneten sich bald nach der Ernte steigende Erzeugererlöse ab, nachdem klar war, dass die Qualität unter dem starken Regen gelitten hatte und gute Partien rar waren. Schon Ende September war der Erzeugerpreis um 8,50 Euro auf 104,50 Euro je t gestiegen. In diesem Jahr fiel der Preisanstieg jedoch kräftiger aus. Gegenüber dem Erntepreis kletterten die Gebote des Handels für Brotweizen bis Ende September immerhin um gut 13 Prozent auf 118,25 Euro pro t. Ein derartiges Niveau hatte der Weizenpreis nicht einmal vor der neuen Ernte erreicht, wenn üblicherweise die Lagerbestände zur Neige gehen. Den Höhepunkt von 112,50 Euro je t hatten die Notierungen bereits Mitte Januar überschritten und waren danach sogar wieder gefallen.

Auch bei den übrigen Getreidearten konnten die Bauern einen ähnlichen Preisaufschwung verbuchen. So erhielten sie für Brotroggen schon in der Ernte mit 91,25 Euro je t fast fünf Euro mehr als im vergangenen Jahr. Zurzeit werden sogar 107,75 Euro erzielt, hier fiel der Preisanstieg mit einem Plus von 18 Prozent besonders kräftig aus. Und im vergangenen Jahr hatte der meiste Roggen nur noch Futterqualität, für die lediglich 75 Euro je t erlöst wurden, in diesem Jahr ist die Qualität jedoch in Ordnung! Selbst das Futtergetreide profitiert von der kleineren Ernte durch höhere Preise. Futtergerste erzielte mit Startpreisen von 93 Euro pro t schon während der Ernte mehr als im September vergangenen Jahres, als die Gebote bei 89,50 Euro lagen, und zurzeit erhalten die Bauern sogar 107,75 Euro pro t. Lediglich Hafer muss billiger verkauft werden als im vergangenen Jahr. Während die derzeitigen Notierungen bei 106,25 Euro pro t liegen, konnten vor Jahresfrist 117 Euro für die gleiche Menge erlöst werden. Trotz der gegenwärtig sehr festen Markttendenzen sehen Fachleute aber zurzeit kein großes Potenzial für weitere Preiszuwächse.

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CDU/CSU: Ausgewogene Reformen bei Zucker und Tabak

Themen: Archiv — info @ 14:09

Vorstellungen der EU-Kommission bedürfen eingehender Analyse

Berlin (agrar.de) – Zu den Plänen der EU-Kommission für eine Reform des Zucker- und Tabakmarktes erklärt die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gerda Hasselfeldt:

‚Die Vorstellungen der EU-Kommission zur Reform der Marktordnungen von Zucker und Tabak bedürfen einer eingehenden Analyse. Die Pläne des Agrarkommissars Dr. Fischler enthalten auch Optionen, die zur Aufgabe traditioneller Produktionszweige in der Landwirtschaft in ganzen Regionen Europas und auch in Deutschland führen würden.

Es macht keinen Sinn, mit weitgehenden Kahlschlägen die sicherlich notwendigen Reformen der Marktordnungen bei Zucker und Tabak anzugehen. Die großen Schwierigkeiten, mit denen Bund und Länder bei der Umsetzung der erst im Juli 2003 beschlossenen EU-Agrarreform zu kämpfen haben, mahnen ebenfalls zur Vorsicht.

Bei Zucker ist eine zu weitgehende Liberalisierung des europäischen Marktes aus mehreren Gründen verfehlt:

– Es würde eine Kulturpflanze in Deutschland an vielen Standorten bedroht sein, die Produktionsgrundlage für tausende von landwirtschaftlichen Betrieben ist und das Landschaftsbild ganzer Regionen prägt.

– In vor- und nachgelagerten Bereichen sind ebenfalls zigtausende von Arbeitsplätzen bedroht.

– Gerade die Zuckerrübe zählt zu den Pflanzen, denen Chancen in der alternativen Energiegewinnung eingeräumt werden.

Zudem würden zahlreiche Entwicklungsländer, die vom bisherigen EU-Handelsregime profitieren, Verlierer einer unkontrollierten Marktöffnung sein. Diese Länder, die oftmals auf die Exporte von Zucker existenziell angewiesen sind, und denen die Zuckermarktordnung sichere Preise garantiert, würden massive Verluste erleiden. Die gescheiterten Verhandlungen von Cancun haben gezeigt, wie wichtig eine Ausgewogenheit in handelspolitischen Vorgängen ist. Völlige Handelsliberalisierung im Agrarbereich bedeutet eben nicht, dass gerade den strukturell oftmals unterentwickelten Ländern in der Dritten Welt geholfen ist.‘

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Höhn: EU-Agrarreform muss einheitlich und unbürokratisch umgesetzt werden

Themen: Archiv — info @ 14:09

Besonders negativ betroffenen Betrieben muss beim Strukturwandel geholfen werden

Düsseldorf (agrar.de) – Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn hat sich zu Beginn der Agrarministerkonferenz in Rostock für ein bundesweit einheitliches Verfahren zur Umsetzung der EU-Agrarreform ausgesprochen.

Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn: ‚Wir wollen die EU-Agrarreform so umsetzen, dass sich Landwirtinnen und Landwirte stärker am Markt orientieren müssen. Damit können sie flexibler wirtschaften und sich neue Absatzperspektiven erschließen. Dazu brauchen wir aber ein Verfahren, das der Landwirtschaft Planungssicherheit gibt: Wir dürfen und wollen keine abrupten Veränderungen vornehmen, die die Existenz der Betriebe gefährden könnte. Deshalb werde ich mich dafür einsetzen, dass diejenigen, die besonders von der EU-Agrarreform betroffen sind – und das sind vor allem Milchviehhalter und Bullenmäster – entsprechende Anpassungsspielräume und andere Hilfen erhalten. Das Modell muss darüber hinaus bundesweit einheitlich umgesetzt werden, denn viele Betriebe arbeiten länderübergreifend. Wenn NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen unterschiedliche Entkoppelungsmodelle anwenden, dann führt das zu Wettbewerbsverzerrungen und einem undurchschaubaren Bürokratieaufwand. Außerdem wollen wir den bisherigen Dschungel von Verwaltungsvorschriften und den daraus folgenden hohen Verwaltungsaufwand der EU-Agrarförderung reduzieren.‘

Nach dem Beschluss der EU-Landwirtschaftsminister vom Juni 2003 sollen die so genannten Direktzahlungen künftig ganz oder teilweise unabhängig von der Produktion gezahlt werden. D.h. die Höhe der Direktzahlungen wird ab 2005 nicht mehr davon abhängen, was und wie viel ein Landwirt anbaut und welche bzw. wie viele Tiere er hält, sondern wie groß seine Betriebsfläche ist.

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„Grünes Band“ auf gutem Weg – Grundsätzliche Einigung zur Flächenübertragung an die Länder

Themen: Archiv — info @ 14:09

Erfurt (agrar.de) – In der heutigen Besprechung in der Thüringer Landesvertretung in Berlin unter Beteiligung des Bundesfinanzministeriums und des Bundesumweltministeriums wurde eine grundsätzliche Einigung zur Übertragung von Bundesflächen im ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen an die Länder erreicht.

Bundesfinanzminister Eichel hatte der Thüringer Forderung Rechnung getragen, die Flächen im Grenzstreifen an die Länder zu übertragen, dies aber unter den Vorbehalt der Zustimmung aller Länder gestellt. Thüringen war gebeten worden, dazu die Zustimmung aller betroffenen Länder zu erwirken und hatte deshalb zur heutigen Besprechung eingeladen.

Im Ergebnis der Beratung erklärten sich die Länder Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Brandenburg grundsätzlich bereit, das Angebot des Bundes, alle noch in Bundeseigentum verbliebenen Flächen im ‚Grünen Band‘, die nicht mit Rückübertragungsansprüchen von ehemaligen Eigentümern oder deren Erben belastet sind, zu übernehmen. Damit folgten die Länder mehrheitlich der seit langem von Thüringen erhobenen Forderung. Außerdem haben die Länder für die übrigen im Bundesbesitz befindlichen Grundstücke im ehemaligen Grenzstreifen – das sind insbesondere ehemals volkseigene und heute von der BVVG verwaltete Flächen – gegenüber dem Bundesfinanzministerium die Erwartung geäußert, dass diese ebenfalls in das Paket eingeschnürt werden. Von dieser Regelung ausgenommen sind die Flächen im ehemaligen Grenzstreifen in und um Berlin.

Mecklenburg-Vorpommern hat das Angebot des Bundes zwar aus fachlicher Sicht begrüßt, sich aber noch eine abschließende Entscheidung vorbehalten.

Der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar, bezeichnete das Ergebnis als großen Erfolg und einen wichtigen Schritt für den Erhalt des ‚Grünen Bandes‘. ‚Die Lösung der Eigentumsfrage ist eine wichtige Voraussetzung für eine tragfähige Nutzungs- und Pflegevereinbarung, die dem Anliegen des Naturschutzes, der Land- und Forstwirtschaft, des Fremdenverkehrs und der zeitgeschichtlichen Bedeutung des ‚Grünen Bandes‘ Rechnung trägt. Ich hoffe, dass die Bundesregierung die betreffenden Flächen nunmehr schnell und unbürokratisch auf den Freistaat Thüringen überträgt‘, so Dr. Sklenar am Rande der Agrarministerkonferenz in Rostock, die sich ebenfalls mit diesem Thema befasste und einstimmig die Übertragung der Bundesflächen auf die Länder begrüßte. Minister Dr. Sklenar hat der Hoffnung Ausdruck verliehen, dass nach dem heutigen Votum der Agrarminister auch Mecklenburg-Vorpommern alsbald eine positive Entscheidung herbeiführt.

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Brandenburg verabschiedet Landesjagdgesetz

Themen: Archiv — info @ 13:09

Potsdam (agrar.de) – Der brandenburgische Landtag hat auf seiner heutigen Sitzung das neue Landesjagdgesetz verabschiedet. Das neue Gesetz entspricht – bis auf wenige Änderungen durch das Parlament im Wesentlichen dem Entwurf, den Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Wolfgang Birthler (SPD) am 22. Juli zur Abstimmung im Kabinett vorgestellt hat. (unsere Meldung) Birthler: ‚Brandenburg verfügt wieder über ein modernes Jagdgesetz – zugleich ein Programm für Verbesserungen beim Tierschutz, der Biotopflege und der Regulierung des Wildbestands.‘

Das bisherige Landesjagdgesetz aus dem Jahr 1992 entspricht nicht mehr den aktuellen Erfordernissen. Einige der derzeit gültigen Regelungen haben sich in der Vergangenheit nicht bewährt oder sind nicht präzise genug formuliert. Zudem ist das neue Gesetz von bürokratischen Regelungen entschlackt worden. Im vorliegenden Entwurf sind diese Mängel ausgeräumt und es wurden klare und gleichzeitig flexible Regelungen zur Reduzierung der Schalenwildbestände getroffen. Gleich im Paragraph 1 des neuen Gesetzes wurde der Tierschutz verankert und damit seiner gewachsenen Bedeutung in der Gesellschaft Rechnung getragen. Auch die zukünftige Meldepflicht bei Verkehrsunfällen mit Wild trägt dem Tierschutzgedanken Rechnung. Der Fahrzeugführer hat unverzüglich die Polizei oder den zuständigen Jäger zu informieren, um verletztes Wild schnell von seinen Schmerzen zu erlösen. Auf Antrag können Jagdreviergrößen im Einzelfall von 150 auf 75 Hektar reduziert werden. Die bisherige Formulierung im Gesetz zur waldgerechten Wildbewirtschaftung wurde um die biotopgerechte Wildbewirtschaftung erweitert, da das Wild auch in Lebensräumen außerhalb des Waldes lebt.

Mit der Novellierung erfüllten Landesregierung und Landtag eine Forderung des Koalitionsvertrages. Zielstellung war, das Gesetz noch vor den Kommunalwahlen zu verabschieden. Bei der Bildung von neuen Gemeinden beziehungsweise Gebietsvergrößerungen wären nach derzeit geltendem Recht auch die bisherigen Jagdbezirke mit ihren Jagdgenossenschaften neu zu bilden. Die getroffene Regelung sichert auch bei Gebietsreformen den weiteren Bestand der gemeinschaftlichen Jagdbezirke und lässt freiwillige Zusammenschlüsse zu.

Links zum Thema Jagd und Wild, Links zum Bundesland Brandenburg.

Winzergenossenschaften erwarten einen viel versprechenden Weinjahrgang

Themen: Archiv — info @ 11:09

Bonn (agrar.de) – Die Mitglieder des Fachausschusses für Winzergenossenschaften im Deutschen Raiffeisenverband (DRV), der am 22. September in Bonn getagt hat, sind mit der Qualität des Weinjahrgangs 2003 und dem bisherigen Ernteverlauf hoch zufrieden. Auf Grund des Witterungsverlaufs und den optimalen Bedingungen für die Entwicklung der Trauben erwarten die Winzergenossenschaften einen qualitativ viel versprechenden Weinjahrgang.

Die anhaltende heiße und trockene Witterung mit fast tropischen Temperaturen führte zu einer sehr raschen Entwicklung der Trauben, die gegenüber dem langjährigen Mittel einen Vorsprung von zwei bis drei Wochen haben. Bereits die Rebblüte begann dieses Jahr sehr früh Anfang Juni und über den Sommer baute sich der Vorsprung der Vegetation aus, sodass die Hauptlese – früher als jemals zuvor – in fast allen Weinanbaugebieten bereits in vollem Gang ist und die frühreifen Sorten schon im Keller lagern. Erfreut zeigen sich die Genossenschaftsmitglieder in diesem Jahr über den bisher sehr guten Gesundheitszustand der Trauben, der eine wichtige Voraussetzung für hochwertige, fruchtige Weißweine und farbintensive, ausdrucksstarke Rotweine darstellt.

Die Mostgewichte liegen jetzt schon durchschnittlich 15° bis 20° Oechsle über dem Vorjahreswert. Bedingt durch Trocken-, aber auch Frostschäden im zeitigen Frühjahr rechnet der Deutsche Raiffeisenverband damit, dass die genossenschaftliche Erntemenge, die im vergangenen Jahr rund 3,1 Mio. hl betrug, bis zu 25 Prozent geringer ausfällt.

Da in Deutschland, wie in ganz Europa von einem der mengenmäßig geringsten Weinjahrgänge seit langem auszugehen ist, erwartet der Vorsitzende des DRV-Fachausschusses Dieter Weidmann, WZG Möglingen, eine spürbare Entspannung an den Absatzmärkten. Die hochwertigen Qualitäten des Jahrgangs 2003 müssen sich darüber hinaus in merklichen Preisverbesserungen niederschlagen.

Links zum Thema Wein.

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