03. September 2003

Niedersachsen: Maisernte deutlich unter dem Durchschnitt

Themen: Archiv — info @ 09:09

Erträge um 20 bis 30 Prozent niedriger – Auch geringere Nährstoffgehalte

Hannover (agrar.de) – Mit dem Ergebnis der Maisernte sind die meisten niedersächsischen Bauern nach einer Umfrage des Landvolks Niedersachsen in diesem Jahr nicht zufrieden. Wegen extremer Hitze und Trockenheit im Sommer waren die Bestände vorzeitig abgereift, so dass die Ernte zur Silagebereitung vier Wochen früher als sonst bereits weit gehend abgeschlossen ist. Lediglich auf grundwassernahen Standorten sowie dort, wo beregnet wurde, laufen die Häcklser noch, dort werden auch sehr gute Erträge erzielt. Zum überwiegenden Teil war die Kolbenausbildung jedoch als Folge der Dürre schlecht, teilweise war auch die Blattmasse der Bestände regelrecht vertrocknet. Hier mussten die Bauern erhebliche Einbußen sowohl bei der Menge als auch bei der Qualität hinnehmen. Oftmals klagten die Bauern auch über eine schlechtere Siliereignung, weil die Blätter zu stark vertrocknet waren.

Fachleute der Landwirtschaftskammer Hannover schätzen den Minderertrag gegenüber anderen Jahren im Durchschnitt auf 20 bis 30 Prozent, hinzu kommen geringere Nährstoffgehalte bei der Silage durch den geringeren Kolbenanteil. Gleichwohl konnte auf Maisfeldern in den nördlichen Landesteilen, wo das Wasser nach ausgezeichneter Jugendentwicklung der Maisbestände nicht zu knapp geworden war, eine überdurchschnittliche Ernte eingebracht werden. Auch für den Körnermais, der jetzt zügig abreift, sind die Ertragsaussichten meist nicht schlecht – die vertrockneten Bestände sind nämlich längst als Futter einsiliert worden. Insgesamt aber wird für die Rindvieh haltenden Betriebe die Futtergrundlage für den kommenden Winter durch die schlechte Maisernte noch knapper, nachdem bereits der erste Grünlandschnitt weniger Ertrag geliefert hat als sonst und der zweite Schnitt teilweise ganz ausgefallen ist. Auch Zwischenfrüchte auf dem Acker werden aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit nur noch wenig dazu beitragen können, die Futterlücke zu schließen.

Gegenüber dem vergangenen Jahr ist der Maisanbau in diesem Jahr kräftig ausgedehnt worden. Ein Grund dafür dürften sicher die Probleme bei der Herbstbestellung im vergangenen Jahr sein, als auf vielen Äckern wegen der Nässe kein Getreide ausgesät werden konnte. Der Körnermais hat aber auch durch die hohen Erträge im vergangenen Jahr an Attraktivität gewonnen. Körnermais und Corn-Cob-Mix ereichten mit zusammen fast 99.000 ha, einer Aus-weitung um fast 18.000 ha oder 22 Prozent, die bisher größte in Niedersachsen festgestellte Anbaufläche. Auch Silomais legte um über 16.000 ha oder 7,5 Prozent zu und erreichte mit knapp 237.000 ha nach mehrjährigem Flächenrückgang fast wieder den bisherigen Höchststand von 1997. Vor allem im Westen und Norden Niedersachsens spielt der Mais eine wichtige Rolle.

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DBV: Landwirtschaft und Entwicklungshilfe einig und nicht einig

Themen: Archiv — info @ 09:09

Warum man nicht reflexartig alle Schuld der EU zuschieben sollte

Berlin (agrar.de) – Die gemeinsame Rahmenvereinbarung der EU und der USA zum Agrarteil der WTO-Verhandlungen, die sich in den offiziellen Verhandlungstexten bei der anstehenden WTO-Ministerkonferenz in Cancun niederschlagen, werden seitens der Landwirtschaft und der Entwicklungshilfe kontrovers beurteilt. Bei einer Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Eschborn vertrat der Sprecher der GTZ die Erwartung, die WTO-Runde werde ‚bestenfalls keine Verschlechterung für die Entwicklungsländer‘ bedeuten. Ein Vertreter der Nichtregierungsorganisationen meinte sogar, die großen Blöcke USA und EU wollten sich ‚mit ihrem Deal nur gegenseitig ihre Subventionspraxis absegnen‘.

Diesen Einschätzungen widersprach der Stellvertretende Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (/%), Adalbert Kienle, entschieden: Vielmehr sei die Einigung zwischen den USA und der EU über die Modalitäten zum Agrarhandel bei WTO ein wichtiger Fortschritt und eine geeignete Grundlage für eine Einigung, und zwar auch zum deutlichen Vorteil der Entwicklungsländer.

Alle Fakten und Entwicklungen seit der EU-Agrarreform 1992 bis zur jüngsten Reform vom Juni 2003 belegten eindeutig, so Kienle, dass die EU-Agrarpolitik nicht länger als Sündenbock für die Entwicklungspolitik missbraucht werden könne. Die EU sei keine Festung gegenüber Agrarexporten aus der Dritten Welt, ebenso habe niemand so viel für den Abbau von Agrarüberschüssen getan wie die EU. Zudem gebe es eine Verhandlungsbereitschaft zum weiteren Abbau von Exportsubventionen, sofern dies auch andere Handelspartner leisten.

Zustimmung erhielt Kienle für seine Kritik, dass es ein ’schwerer Konstruktionsfehler der WTO‘ war, wenn sich Staaten selbst den Status eines Entwicklungslandes geben können. Brasilien etwa gebe sich in der WTO-Agrarrunde als Entwicklungsland aus, obwohl es das aggressivste Agrarexportland mit rücksichtsloser Ausbeutung der Natur sei. Das schade den wirklichen Entwicklungsländern genauso wie die Behauptung, die Entwicklungsländer hätten in der Agrarproduktion generell Kostenvorteile gegenüber den westlichen Industrieländern. Man dürfe nicht reflexartig Dumping unterstellen, wenn in Ghana oder Peru europäische Hähnchen und holländische Kartoffeln angeboten würden. Die Ursache liege allzu oft in der sträflichen Vernachlässigung der Landwirtschaft in den Entwicklungsländern.

Links zum Thema %url2%Internationale Zusammenarbeit, Links zum Thema Verbände.

02. September 2003

Unionsregierte Länder kündigen Widerstand gegen rot-grüne Agrarpolitik an

Themen: Archiv — info @ 16:09

München (agrar.de) – Die Agrarminister der unionsregierten Länder haben bei einem Treffen in München heftigen Widerstand gegen den ‚landwirtschaftsfeindlichen Kurs der Bundesregierung‘ angekündigt. In einer gemeinsamen Erklärung bezeichneten sie es als erschreckend, ‚wie unverhohlen bewährte und bisher unstrittige agrarpolitische Instrumente geschwächt werden‘.

Gastgeber Landwirtschaftsminister Josef Miller hatte zu Beginn der Agrarministerkonferenz die rot-grüne Agrarpolitik als ‚größtes Investitionsrisiko für die Agrarwirtschaft‘ bezeichnet und klare gemeinsame Positionen für eine Vorwärtsstrategie gefordert. Es gelte heute mehr denn je, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft insbesondere gegenüber der europäischen Konkurrenz zu stärken, statt sie durch weitere Belastungen zu schwächen.

Die Reform der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik muss nach übereinstimmender Auffassung der unionsgeführten Länder die aktiven Bewirtschafter stärken, Marktanteile für Deutschland sichern und die Wettbewerbsverzerrungen verringern. Die Agrarumweltprogramme und die Ausgleichzulage für benachteiligte Gebiete dürfen in ihrer Substanz nicht gefährdet werden, neue Wettbewerbsnachteile nur für die deutschen Landwirte sind zu verhindern. Besonderen Wert legen die Agrarminister darauf, dass der Verwaltungsaufwand möglichst gering gehalten wird.

Keine Zustimmung kann der Bund für seinen Plan erwarten, die Direktzahlungen um zehn Prozent zu kürzen, um Umverteilungsspielräume zu gewinnen. Die Milchausgleichszahlungen will man solange wie möglich als gekoppelte Zahlung beim Milcherzeuger belassen. Die im Rahmen des Haushaltsbegleitgesetzes geplanten massiven Sonderopfer für Landwirte werden entschieden abgelehnt. Die unionsregierten Länder kündigten dazu für den Bundesrat energischen Widerstand an.

Der Bund wurde aufgefordert, im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe die Förderung der Agrarstrukturellen Entwicklungsplanung, der Flurneuordnung, der Dorferneuerung und des ländlichen Wegebaues in seiner Substanz zu erhalten. Auch künftig müssen sowohl ökologische als auch ökonomische Aspekte berücksichtigt werden. Weiter verlangen die Agrarminister, dass der Bund den von der Dürre in ihrer Existenz bedrohten Landwirten endlich wirksam hilft und die notwendigen Mittel unverzüglich bereitstellt. Der von Rot-Grün eingeleitete Alleingang einer nationalen Modulation ist angesichts der kaum zu verkraftenden Schäden umgehend zu stoppen.

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Goldmann: Späte Einsichten des SPD-Tierschutzbeauftragten ohne Konsequenzen?

Themen: Archiv — info @ 13:09

Berlin (agrar.de) – Der SPD-Tierschutzbeauftragte hat die katastrophalen Konsequenzen der Hennenhaltungsverordnung für den Tier- und Verbraucherschutz sowie die heimische Landwirtschaft und damit ein Scheitern dieses Elements der so genannten Agrarwende eingestanden. Dazu schreibt der agrar- und ernährungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Reichlich spät stellt auch der SPD-Tierschutzbeauftragte die fatalen Folgen der Hennenhaltungsverordnung á la Künast fest:

1. In der Boden- und Freilandhaltung kommt es zu Kannibalismus und höhen Sterblichkeitsraten. Ansonsten in Deutschland ausgerottete Krankheiten treten wieder auf und das Kupieren von Schnäbeln ist vermehrt erforderlich.

2. Die schlechtere Tiergesundheit in der Boden- und Freilandhaltung führt zu einem erhöhten Medikamenteneinsatz. Das ist ein Rückschlag für den Verbraucherschutz, da verstärkt Medikamente eingesetzt werden müssen.

3. Zunehmend werden heimische Unternehmen ins Ausland vertrieben und die dann dort unter niedrigeren Tier- und Verbraucherschutzstandards produzierten Eier nach Deutschland exportiert.

Damit bestätigt der SPD-Tierschutzbeauftragte alle wesentlichen Kritikpunkte der FDP zur Hennenhaltungsverordnung. In der Vergangenheit wurden diese Argumente von Ministerin Künast und der SPD aus ideologischen Gründen abgelehnt. Es bleibt abzuwarten und zu hoffen, dass sich die Erkenntnisse des SPD-Tierschutzbeauftragen nicht als ‚Feigenblatt-Politik‘ entpuppen. Deshalb fordert die FDP-Bundestagsfraktion SPD und Grüne auf, ihren Fehler einzugestehen und zu korrigieren.‘

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Niedersachsen: Erlass zum Betreten von Grundstücken bei Naturschutz-Untersuchungen

Themen: Archiv — info @ 12:09

Hannover (agrar.de) – In der Vergangenheit haben sich wiederholt Landwirte und andere Grundeigentümer darüber beschwert, dass ohne ihr Wissen unbekannte Personen naturschutzfachliche Arbeiten durchgeführt haben.

Das niedersächsische Umweltministerium hat daher jetzt die Naturschutzbehörden des Landes gebeten, sich vor Durchführung von Tier- und Pflanzenbestandserfassungen und Biotopkartierungen bei der zuständigen Gemeinde darüber zu informieren, wer in dem geplanten Gebiet Grundeigentum besitzt. Die betroffenen Eigentümer sollen dann unter Einhaltung einer angemessenen Frist von der Behörde vorab schriftlich über die anstehenden Untersuchungen, den Wortlaut des zugrunde liegenden Paragrafen 62 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes sowie über Zweck und Zeitrahmen der Arbeiten unterrichtet werden. Sofern Privatpersonen oder Landschaftspflegebüros auf vertraglicher Basis für die Behörden tätig werden, sollen sie durch eine entsprechende Vertragsklausel verpflichtet werden, sich ebenso zu verhalten.

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01. September 2003

Hessen: Private Öko-Kontrollstellen werden stärker in die öffentliche Verwaltung eingebunden

Themen: Biolandbau,Hessen — info @ 16:09

353 Öko-Betriebe haben 2002 auf konventionelle Landbewirtschaftung ‚rückumgestellt‘

Wiesbaden (agrar.de) – Hessens Landwirtschaftsminister Dietzel setzt für die Zukunft weiterhin auf eine ‚organische‘ Entwicklung des ökologischen Landbaues, bei der Produktion und Absatz in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Dazu gehöre auch die Weiterentwicklung des Kontrollsystems im ökologischen Landbau.

‚Durch ein staatlich überwachtes Kontrollverfahren, das von privaten Kontrollstellen durchgeführt wird, haben die Verbraucher die Sicherheit, dass als ‚ökologisch‘ beworbene Lebensmittel auch tatsächlich nach den strengen Regeln des ökologischen Anbaues erzeugt wurden‘, erklärte Dietzel. Damit könnten die Verbraucher davon ausgehen, dass mit den höheren Preisen für solche Produkte auch ein höherer Erzeugungsaufwand und ein Vorteil für die Umwelt entgolten werde.

In Hessen werden die privaten Kontrollstellen zukünftig durch Beleihung noch stärker in die öffentliche Verwaltung eingebunden, sagte der Landwirtschaftsminister. Nach der EG-Ökoverordnung seien die Bundesländer für die Ökokontrolle zuständig. Mit der Beleihung der Kontrollstellen, für die das Öko-Landbaugesetz des Bundes die rechtliche Grundlage geschaffen hat, gebe Hessen ein deutliches Signal, dass es diese Aufgabe als einen wichtigen Bestandteil des Verbraucherschutzes ansehe.

‚Auch im Jahr 2002 ist die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Hessen weiter gewachsen: 58.000 ha, das entspricht 7,7 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Hessen, werden von Ökobetrieben bewirtschaftet‘, so Dietzel. Damit gehöre Hessen neben Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zu den drei Bundesländern mit dem höchsten Anteil an Ökofläche in Deutschland.

Leider habe die Zahl der Ökobetriebe im Jahr 2002 geringfügig von 1.590 auf 1.551 abgenommen, dabei hätten 353 Betriebe von ökologischer auf konventionelle Landbewirtschaftung ‚rückumgestellt‘, bedauerte der Landwirtschaftsminister. Dies dürfte aber vor allem mit der nicht vollständig kalkulierbaren Entwicklung des Biomarktes zusammenhängen. So gebe es Hinweise auf Erzeugerpreisrückgänge und Absatzprobleme im Milch-, Schweinefleisch- und Rindfleischbereich, die auch künftig Rückumstellungen möglich erscheinen ließen.

Der Markt für Bioprodukte werde sich zukünftig auf geringere Wachstumsraten einstellen müssen. ‚Daher ist es unabdingbar, dass noch mehr landwirtschaftliche Betriebe besonders in der Vermarktung aktiv werden, um den Absatz ihrer Produkte als Bioware zu ‚Biopreisen‘ zu sichern‘ sagte Dietzel. Eine Möglichkeit sei dabei die Mitgliedschaft bei einem der Verbände des ökologischen Landbaus, die ein vorbildliches Vermarktungsengagement für ihre Mitglieder zeigten. Von den 1.551 Ökobetrieben in Hessen seien 492 in Verbänden wie Bioland, Demeter, Naturland, GÄA, Biokreis, BÖW und Biopark organisiert.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Bundesland Hessen.

Getreideernte in Baden-Württemberg: Marke von 30 Millionen Dezitonnen deutlich verfehlt

Themen: Archiv — info @ 16:09

Durchschnittliche Flächenleistung von 54 Dezitonnen je Hektar

Stuttgart (agrar.de) – Aufgrund der vorläufigen Ergebnisse der Besonderen Ernteermittlung beziffert sich die diesjährige Getreideernte (ohne Körnermais) auf insgesamt 25,7 bis 25,8 Millionen dt (Dezitonnen; 1 dt = 100 kg). Wie das Statistische Landesamt weiter feststellt, wird damit das langjährige Mittel 1997/02 von 30,2 Mill. dt um 15 Prozent, das Vorjahresergebnis von knapp 29,6 Mill. dt um 13 Prozent verfehlt. Von der Gesamtgetreideernte entfallen nach derzeitigem Stand knapp 12,4 Mill. dt auf die Brotgetreidearten (Weizen und Roggen) und 13,4 Mill. dt auf die Futter- und Industriegetreidearten (Gerste, Hafer, Triticale).

Hinsichtlich der Flächenerträge liegen aus der Besonderen Ernteermittlung nahezu alle Resultate der vorgesehenen Probeschnitte und Volldrusche vor. Die Ergebnisse, denen damit eine hohe Zuverlässigkeit zukommt, beziehen sich aus Gründen der Vergleichbarkeit mit früheren Jahren auf einen normierten Feuchtigkeitsgehalt von 14 Prozent. Da angesichts der lang anhaltenden Trockenheit bei gleichzeitig hochsommerlichen Temperaturen die meisten Getreidepartien aber mit Feuchtigkeitsgehalten zwischen 10 und 12 Prozent geerntet wurden, liegen die realisierten Ernteergebnisse tatsächlich etwas niedriger.

Die Erntemenge ist vor dem Hintergrund einer um 13.100 Hektar (ha) auf 477.500 ha reduzierten Getreideanbaufläche (ohne Körnermais) zu sehen. Als Folge der durch die langanhaltende Nässeperiode ungünstigen Aussaatbedingungen im Herbst 2002 haben die ertragsstärksten Getreidearten Winterweizen (-25.400 ha) und Wintergerste (-3.700 ha) größere Flächenanteile verloren. Nach den vorläufigen Ergebnissen der Bodennutzungshaupterhebung 2003 haben andererseits Sommergerste (+9.100 ha) und Sommerweizen (+7.800 ha) im Anbau deutlich zugelegt.

Mindererträge vor allem bei Winterweizen und Wintergerste

Die durchschnittliche Flächenleistung liegt im Landesdurchschnitt und im Mittel aller Getreidearten (ohne Körnermais) bei 53,9 dt/ha und damit um rund ein Zehntel unter dem Vorjahresergebnis bzw. um 11 Prozent unter dem langjährigen Mittel 1997/02. Hauptverantwortlich für das unterdurchschnittliche Ernteergebnis sind die Wintergetreidearten; allen voran Winterweizen (59,3 dt/ha) und Wintergerste (52,3 dt/ha), die um jeweils 13 Prozent unter dem Vorjahresergebnis zurückbleiben. Die wichtigsten Sommergetreidearten Hafer (49,2 dt/ha) und Sommergerste (48,5 dt/ha) liegen auf dem Niveau des Vorjahres bzw. sogar um 2 Prozent darüber.

Dabei streuen die Ernteergebnisse sowohl von Region zu Region, als auch kleinräumig von Feld zu Feld über einen weiten Bereich. Entscheidender Faktor dürfte im Trockenjahr 2003 gewesen sein, ob den Pflanzen ausreichend Wasser für das Wachstum zur Verfügung stand. Betrachtet man die Ertragsentwicklung im Vergleich zum langjährigen Mittel auf Ebene der Landkreise, stellt sich die Situation im Südosten Baden-Württembergs noch vergleichsweise günstig dar. Entlang des Rheins und in Nordwürttemberg waren die Vegetationsbedingungen offenbar ungleich schlechter.

Deutschland: Starke Ertragseinbußen insbesondere in Brandenburg und Sachsen

Nach den vorläufigen Ergebnissen der Besonderen Ernteermittlung bleibt die deutsche Getreideernte in diesem Jahr mit 395 Mill. dt deutlich unter dem Durchschnittswert der jüngsten Vergangenheit (455 Mill. dt). Der Rückgang um 13 Prozent ist überwiegend ertragsbedingt (1997/02: 65,5 dt/ha; 2003: 57,6 dt/ha) und weniger auf Einschränkungen im Getreideanbau zurückzuführen. Auch das Vorjahresergebnis (62,5 dt/ha; 434 Mill. dt) wird noch um 8 bis 9 Prozent unterschritten.

Regional weisen die Ertragsverhältnisse starke Unterschiede auf, wobei die Landwirte in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen mit Mindererträgen von 2 und 4 Prozent sich noch vergleichsweise gut stellen. In Hessen und Niedersachsen belaufen sich die Ertragsrückgänge auf rund 6 Prozent. In den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und im Saarland liegen die durchschnittlichen Getreideerträge, vergleichbar den Verhältnissen in Baden-Württemberg, um 10 bis 16 Prozent unter dem langjährigen Mittel. Dramatische Züge hat die Getreideernte 2003 in Sachsen und Brandenburg: in den genannten Ländern wurde der langjährige Durchschnittsertrag um 26 bzw. 35 Prozent unterschritten.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

Brandenburg: Wegen Dürre vorfristig 25 Mio. Euro ausgezahlt

Themen: Archiv — info @ 15:09

Potsdam (agrar.de) – Das Hilfsprogramm für die Dürre geschädigten Agrarbetriebe wird nach den Worten von Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Wolfgang Birthler (SPD) Punkt für Punkt umgesetzt.

Nachdem in der vergangenen Woche erste Weichenstellungen für ein Bund-Länder-Hilfsprogamm erfolgten, wurde nun die Programmierung für die Auszahlung von Agrarfördermitteln für benachteiligte Gebiete beschleunigt abgeschlossen.

Zur besseren Bewältigung der in den landwirtschaftlichen Betrieben durch Witterungsbedingungen eingetretenen wirtschaftlichen Probleme wurde der Zahlungstermin der Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete von Ende September auf den 29. August 2003 vorgezogen.

Gezahlt werden 25,1 Mio. Euro an 3.500 landwirtschaftliche Unternehmen unseres Landes. Mit dieser Zuwendung wird die Bewirtschaftung von insgesamt rund 745.000 Hektar Grünland und Ackerland gefördert und stimuliert, deren Nutzung durch erhebliche natürliche Standortnachteile gekennzeichnet ist.

75 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Landes sind von der EU als benachteiligt eingestuft.

Links zum Thema Förderung, Links zum Bundesland Brandenburg.

Weisheit: Ernteergebnisse bestätigen starke Ertragseinbussen – schnelle Hilfe für existenzgefährdete Betriebe

Themen: Archiv,Banken,Förderung — info @ 14:09

Berlin (agrar.de) – Bundesministerin Renate Kuenast hat die diesjährigen Ernteergebnisse vorgestellt. Dazu erklärt der Sprecher der Arbeitsgruppe Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft der SPD-Bundestagsfraktion, Matthias Weisheit:

‚Die Zahlen liegen auf dem Tisch: Die Getreideernte 2003 liegt mit 13,1 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Länder sind uneinheitlich von den hohen Ertragseinbussen betroffen. Während der Norden nur wenig gelitten hat, liegt die diesjährige Ernte in Brandenburg fast 40 Prozent unter dem mehrjährigen Durchschnitt. In einzelnen Regionen und Betrieben gibt es Einbussen von mehr als 50 Prozent. In Sachsen, Sachsen-Anhalt, dem Saarland und Bayern liegen die Verluste bei ueber 15 Prozent.

Für die Verbraucher wird die extreme Trockenheit kaum Auswirkungen haben. Preissteigerungen bei Brot und Backwaren sind nicht zu erwarten. Viele Landwirte in den betroffenen Gebieten muessen aber um ihre Existenz fürchten. Die Folgen der Flut im letzten Jahr sind noch nicht überwunden.

Die Massnahmen, die die Bundesregierung in Absprache mit der EU-Kommission auf den Weg gebracht hat, sind ein erster wichtiger Schritt um gefährdete Betriebe zu unterstützen. Bei den Vorschüssen auf Flächenzahlungen und Rinderprämien und den Liquiditätshilfen der landwirtschaftlichen Rentenbank geht es darum, den Betrieben den finanziellen Spielraum zu erhalten, damit sie weiter wirtschaften koennen.

Entsprechend einer Forderung der SPD-Bundestagsfraktion beteiligt sich der Bund an einem Bund-Länder-Programm für Liquiditätshilfen. Die Details müssen jetzt zügig zwischen dem Bund und den Ländern abgestimmt werden, damit den Betrieben schnell geholfen werden kann, die ohne Hilfe nicht überleben wuerden.‘

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Deutschland soll Erneuerbare Energien stärker nutzen

Themen: Archiv — info @ 12:09

Gewerkschaften, Mittelstand, Landwirtschaft und Fachverbände starten Allianz für erneuerbare Energien – 500.000 neue Arbeitsplätze möglich

Berlin (agrar.de) – Mit der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung unter dem Titel ‚Aufbruch in eine neue Zeit – Chancen der erneuerbaren Energien nutzen‘ startet heute ein breites Aktionsbündnis für erneuerbare Energien. Zu den Erstunterzeichnern gehören die IG Metall, der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW), ver.di, der Deutsche Bauernverband (DBV), der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) und die Vereinigung EUROSOLAR. Das Bündnis setzt sich für eine offensive Weiterentwicklung der Erzeugung von Strom, Wärme und Treibstoffen aus Erneuerbaren Energien ein. Die Unterzeichner sehen hierin einen zentralen Erfolgsfaktor für die Zukunft des Standortes Deutschland.

Für den Erhalt und weiteren Ausbau von Arbeitsplätzen, Versorgungssicherheit, Versorgungsqualität und Umweltverträglichkeit werden die Erneuerbaren Energien nach Meinung der Bündnispartner in Zukunft unverzichtbar sein. Sie tragen außerdem dazu bei, die Energie-Importabhängigkeit zu verringern, machen Deutschland damit weniger verwundbar und leisten einen Beitrag zur Vermeidung globaler Konflikte um knapper werdende Ressourcen.

Das Aktionsbündnis erkennt die Fortschritte der Umwelt- und Energiepolitik Deutschlands an und fordert die Politik auf, diesen Weg konsequent fortzusetzen. Insbesondere der Erhalt und die Weiterentwicklung des aktuell heiß diskutierten Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) spiele dabei eine zentrale Rolle, so die Initiatoren. Von der offensiven Nutzung Erneuerbarer Energien erwartet das Aktionsbündnis große gesellschaftliche Vorteile:

Mit einer konsequenten Technologieentwicklung wird Deutschland zum Schaufenster für andere Länder und erwirbt so hervorragende Exportmöglichkeiten. BVMW-Geschäftsführer Bodo Schwarz: ‚Klimaschutz ohne erheblichen Ausbau erneuerbarer Energien ist aus unserer Sicht unmöglich. Mit Erneuerbaren Energien aber können wir neue Wachstumsimpulse setzen und das Innovationspotenzial dieser jungen und starken Branche nutzen.‘ Bis zum Jahr 2020 können nach Ansicht des Aktionsbündnisses 500.000 Menschen in diesem Bereich beschäftigt werden. Georg Werckmeister, Technologiereferent bei der IG Metall, sagt dazu: ‚Zukunftsfähige Arbeitsplätze können nur mit Energietechnologien entstehen, die die Klimakatastrophe nicht weiter verschärfen.‘

Die Landwirtschaft hat die Chance, durch Nutzung des erheblichen Potenzials der Bioenergien neue Einkommens- und Beschäftigungschancen zu erschließen. Auch für Kleininvestoren, Mittelstand und kommunale Betriebe bieten die erneuerbaren Energien zahlreiche Chancen. Mit ihnen kommt eine Vielzahl neuer Akteure auf den Markt, die vor allem im Mittelstand angesiedelt sind.

Links zum Thema Energie, Links zum Thema Verbände.

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