30. September 2003

Apfelernte in Sachsen: Bestes Ergebnis der letzten drei Jahre erwartet

Themen: Archiv — info @ 12:09

Sonne sorgt für Top-Qualität

Dresden (agrar.de) – Sachsen erwartet in diesem Jahr mit rund 94.000 Tonnen eine gute Apfelernte. Wie Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath heute sagte, seien dies rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr und damit ‚das beste Ergebnis der letzten drei Jahre.‘

Noch läuft die Ernte, die aufgrund des diesjährigen Wetters etwa zwei Wochen früher begann, im 3.500 Hektar großen Anbaugebiet auf Hochtouren. Schon jetzt steht jedoch fest, dass die vielen Sonnenstunden für eine Top-Qualität gesorgt haben. Süß und saftig seien die Früchte, die vor allem in der Gegend um Dresden, im Leipziger Land, aber auch um Meißen und Wurzen sowie in den Vorgebirgslagen von den Bäumen geholt werden.

Die Äpfel gelangen während der Erntezeit nur zu einem geringen Teil direkt in den Handel. Weit über die Hälfte wird für die kältere und obstarme Jahreszeit eingelagert. Etwa 20 Prozent der Ernte werden zu Saft und ähnlichem verarbeitet. Zu den wichtigsten Sorten in Sachsen gehören Golden Delicious, Elstar, Gala, Idared, Pinova und Jonagold.

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Säuerung bei Most und Wein ab sofort erlaubt

Themen: Archiv — info @ 10:09

Ausnahmeregelung gilt ab dem 1. Oktober

Mainz (agrar.de) – Auf Grund der extrem heißen Witterung im Sommer 2003 hat die Europäische Kommission die Mitgliedstaaten Deutschland, Frankreich, Luxemburg und Österreich ermächtigt, ausnahmsweise für Wein-Erzeugnisse aus den Wein­bauzonen A und B die Säuerung zuzulassen. Die Regelung gilt demnach in allen deutschen Anbaugebieten. Von dieser Ermächtigung hat das Bundes­landwirtschafts­ministerium jetzt mit der Zehnten Verordnung zur Änderung der Weinverordnung Gebrauch gemacht.

Wie das rheinland-pfälzische Weinbauministerium mitteilte, kann zu Most, Jungwein oder Wein des Jahrgangs 2003 ab dem 1. Oktober 2003 in begrenz­tem Umfang Weinsäure landwirtschaftlichen Ursprungs zugesetzt werden. Weinbereitungsbetriebe, die hiervon Gebrauch machen, müssen das Verfahren gegenüber der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz melden.

Über weitere Einzelheiten informiert ein Merkblatt, das unter der Internet­adresse des Weinbauministeriums (Rubrik: Service/Infomaterial) abgerufen werden kann. Die kellerwirtschaftliche Beratung der Dienstleistungszentren Ländlicher Raum (DLR) Mosel, Rheinhessen-Nahe-Hunsrück und Rheinpfalz unterstützt die Betriebe in allen oenologischen Fragen der Weinbereitung.

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Baden-Württemberg: Interesse an landwirtschaftlicher Ausbildung drastisch zurückgegangen

Themen: Archiv — info @ 09:09

Stuttgart (agrar.de) – Nach einer Untersuchung des Statistischen Landesamtes wurden im Jahre 1981 in Baden-Württemberg im Ausbildungsberuf ‚Landwirt/in‘ noch 1.132 Ausbildungsverträge abgeschlossen. Im Jahre 2001 waren es nur noch 232 – dies bedeutet einen Rückgang um 80 Prozent binnen zwei Jahrzehnten. Im vergangenen Jahr ging die Zahl der Neuabschlüsse schließlich auf den historischen Tiefstand von 204 zurück. Damit haben von den Schulabgängern des Jahres 2002 weniger als 0,2 Prozent eine Lehre als Landwirt und Landwirtin begonnen.

Das Statistische Landesamt geht in seiner aktuellen Untersuchung der Frage nach, ob die stark gesunkene Zahl an Lehrlingen ausreicht, um der Landwirtschaft ausreichend qualifizierten Nachwuchs zu sichern. Zwar hat ein erheblicher Teil der Landwirte die für die Berufsausübung notwendigen Kenntnisse ausschließlich mit Hilfe praktischer Erfahrungen gewonnen, doch ist auch in diesem Berufszweig eine Tendenz zur Anhebung des (formalen) Bildungsniveaus festzustellen. Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes hatten unter den im Jahre 2002 in das duale System eingetretenen Landwirtschafts-Aspiranten fast 40 Prozent einen mittleren oder höheren Schulabschluss, während ein knappes Jahrzehnt zuvor die entsprechende Quote noch bei 25 Prozent lag. Das Amt hat außerdem festgestellt, dass unter den jüngeren Landwirten und den Haupterwerbsbauern der Anteil derjenigen, die eine dreijährige Ausbildung im dualen System oder eine darüber hinausgehende Ausbildung als Landwirtschaftsmeister oder dergleichen erfahren haben, sehr viel höher ist als unter den älteren und den Nebenerwerbs-Landwirten.

Trotz dieser Tendenz zur Höherqualifizierung auch in der Landwirtschaft, kann jedoch die Frage nach der Zahl der notwendigen Ausbildungsabsolventen nicht eindeutig beantwortet werden, weil das Tempo des weiterhin zu erwartenden Strukturwandels schwer abzuschätzen ist. Auf Grund der Altersstruktur der Betriebsinhaber ist aber damit zu rechnen, dass in diesem Jahrzehnt jährlich etwa 300 bis 400 Haupterwerbs-Landwirte und ebensoviele ‚Feierabendbauern‘ ihren Hof ab- oder übergeben werden.

Die Untersuchung des Statistischen Landesamtes zum Thema ‚Droht der Landwirtschaft bald ein Mangel an gut ausgebildetem Nachwuchs?‘ ist im Statistischen Monatsheft 9/2003 erschienen. Das Heft kann unter Veröffentlichungen sowie per E-Mail zum Preis von 4,50 Euro zzgl. Versandkosten bestellt werden.

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Die EU-Agrarreform geht weiter: Kommission schlägt nachhaltiges Modell für den EU-Hopfensektor vor

Themen: Archiv,GAP — info @ 09:09

Brüssel (agrar.de) – Heute hat die Europäische Kommission ihre Vorschläge für eine grundlegende Reform der gemeinsamen Marktorganisation (GMO) für Hopfen vorgelegt. Diese steht im Einklang mit der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), die der Rat im Juni 2003 beschlossen hat. Bei Hopfen schlägt die Kommission vor, die derzeitigen Beihilfen ganz oder zumindest großteils von der Erzeugung abzukoppeln und sie auf die entkoppelte Betriebsprämie – den Kern der neuen, reformierten GAP – umzustellen. Nach dem Vorschlag können die Mitgliedstaaten entscheiden, ob sie die Prämie ganz oder nur teilweise entkoppeln wollen. Im letzteren Fall haben sie die Möglichkeit, bis zu 25 Prozent der Beihilfe weiterhin produktionsabhängig zu gewähren, um besonderen Produktionsbedingungen oder regionalen Gegebenheiten Rechnung zu tragen. Diese Zahlung wird wie andere Direktzahlungen durch die sog. ‚Auflagenbindung‘ (Cross-compliance) an die Einhaltung von Standards für Umweltschutz und Lebensmittelsicherheit gebunden. Die Kommission beabsichtigt, den Rechtstext für die reformierte Hopfen-GMO bis zum Jahresende vorzulegen.

‚Unser Ziel ist ein einfaches und flexibles System. Hierdurch wird in der EU eine am Markt ausgerichtete, nachhaltige Hopfenerzeugung geschaffen‘, so Franz Fischler, EG-Kommissar für Landwirtschaft, Entwicklung des ländlichen Raums und Fischerei.

Der Reformvorschlag der Kommission stützt sich auf eine Folgenabschätzung für den Sektor, die dem Rat bis zum 31. Dezember 2003 vorzulegen ist. Aus dieser Analyse geht eindeutig hervor, dass die künftige Regelung drei Bedingungen erfüllen muss: Sie muss die Rentabilität der Erzeugung sichern, günstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die Erzeugung schaffen und der Marktentwicklung Rechnung tragen. Was die erste Bedingung betrifft, so gelten die Hauptbestandteile der derzeitigen Hopfen-GMO, also Bestimmungen für die Produktzertifizierung und die zentrale Rolle der Erzeugergemeinschaften, auch weiterhin, weil sie sich als sehr effizient erwiesen haben. Der zweiten und dritten Bedingung wird am besten durch die Einbeziehung der Hopfenerzeugung in die Betriebsprämienregelung entsprochen.

Für die Erzeuger ist dieses System einfach, flexibel und nachhaltig und sorgt zudem durch eine Beihilfe, die der jetzigen Beihilfe entspricht, für die Stabilität der derzeitigen Einnahmen und für eine effizienteren und direkten Transfer der Stützung. Außerdem bietet sie den Erzeugern im Falle kurzfristiger und struktureller Marktkrisen Alternativen, weil diese jetzt die Möglichkeit haben, die Erzeugung vorübergehend oder endgültig einzustellen und die Anbauflächen für andere Formen der Erzeugung zu nutzen.

Um den Zusammenschluss der Erzeuger zu fördern, können die Mitgliedstaaten beschließen, die produktionsabhängige Beihilfe ganz oder teilweise von der Mitgliedschaft in einer Erzeugerorganisation abhängig zu machen.

Der Bericht der Kommission über die Entwicklung des Hopfensektors wird im Internet verfügbar sein.

Hintergrund

Wie funktioniert die gemeinsame Marktorganisation (GMO) für Hopfen?

Die gemeinsame Marktorganisation für Hopfen wurde 1971 eingerichtet und zuletzt 1997 reformiert. Kernbestandteile der Grundverordnung sind Regeln für die Vermarktung von Hopfen mittels eines Zertifizierungsverfahrens und vorab geschlossenen Verträgen, Vorschriften für die Zulassung und Förderung von Erzeugergemeinschaften sowie Bestimmungen für den Handel mit Drittländern.

Für den Hopfenanbau in der Gemeinschaft wird eine Beihilfe gewährt. Erzeugergemeinschaften können selbst entscheiden, ob sie die Beihilfe ganz oder teilweise von der Anbaufläche abhängig machen: Bis zu 20% der Beihilfe können für die Umstellung auf andere Hopfensorten oder andere Maßnahmen von gemeinsamem Interesse verwendet werden.

Für vorübergehend stillgelegte oder gerodete Flächen gelten befristete Sondermaßnahmen.

Die Ausgaben für die Hopfen-GMO waren bei den Ernten von 2000, 2001 und 2002 mit 12,5 Mio. EUR (davon 10 Mio. EUR für Deutschland) stabil.

Lage des Sektors in der EU

Etwa 22.000 Hektar (das sind etwa ein Drittel der weltweiten Hopfenanbaufläche) werden für den Anbau von Hopfen verwandt, die Fläche ist auf acht EU-Mitgliedstaaten (Belgien, Deutschland, Spanien, Frankreich, Irland, Österreich, Portugal und Vereinigtes Königreich) verteilt; 80% der EG-Hopfenanbaufläche befinden sich in Deutschland.

In allen Mitgliedstaaten ist der Hopfenanbau rückläufig. Die Erzeuger bauen immer ertragreichere Sorten mit immer größerem Alphasäuregehalt (dem Stoff, der dem Bier seinen bitteren Geschmack verleiht) an, sodass für die Erzeugung derselben Menge immer geringere Flächen ausreichen.

In den letzten Jahren ist die Hopfenanbaufläche in der EU jährlich um 3,5 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig hat die Zahl der Hopfenbaubetriebe um etwa 6 Prozent jährlich abgenommen. Dagegen ist die Hopfenanbaufläche je Betrieb um 4 Prozent pro Jahr gestiegen. Die Hopfenerzeugung der Gemeinschaft hat in den letzten Jahren mit 0,8 Prozent jährlich nur leicht abgenommen (Rückgang im Jahr 2002: 38.000 Tonnen).

Für die aromatischen Sorten, die niedrigere Erträge bringen und schwerer anzubauen sind, wurden bislang höhere Preise bezahlt als für die bitteren Sorten. Allerdings gleichen sich Preise der beiden Hopfentypen an, da die Nachfrage nach den Aromasorten nachlässt und die neuen Superalphasorten einen höheren Alphasäurengehalt aufweisen und dadurch einen höheren Marktpreis erzielen.

Das Interesse an vorab geschlossenen Verträgen geht zurück, da die Nutzerindustrie auf dem freien Markt ein immer größeres Angebot zu Preisen vorfindet, die unter den vertraglich vereinbarten Preisen liegen. Von den Erzeugern wird der Vertrag als Vermarktungsinstrument aber weiterhin geschätzt, weil er über längere Zeiträume stabile Preise garantiert.

Handel und Lage auf dem Weltmarkt

Die Europäische Union ist mit 40 Prozent der Weltproduktion der weltweit größte Erzeuger von Hopfendolden. An zweiter Stelle stehen die Vereinigten Staaten mit 27 Prozent; China folgt mit derzeit 14 Prozent der Weltproduktion an dritter Stelle.

Obwohl die weltweite Biererzeugung um etwa 1,9 Prozent jährlich steigt, geht der weltweite Bedarf an Alphasäure aufgrund des technischen Fortschritts und der Hinwendung der Verbraucher zu weniger bitteren Biersorten zurück (-0,66 Prozent).

Die EU ist der größte Exporteur von Hopfen (Ausfuhr 2002: etwa 22.000 Tonnen Doldenäquivalent(bei Hopfenpellets und Hopfenextrakten wird zu Vergleichszecken das entsprechende Doldenäquivalent gebildet)). Die Einfuhren in die EU sind rückläufig und haben sich auf etwa 11.500 Tonnen Doldenäquivalent eingependelt. Die Handelsbilanz weist derzeit einen Überschuss von etwa 10.000 Tonnen Doldenäquivalent auf. Die EU ist auf dem Weltmarkt traditionell Nettoexporteur von Hopfen und ein wichtiges Zentrum des weltweiten Hopfenhandels.

Statistische und andere Daten zum Hopfensektor.

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29. September 2003

Brandenburg: Leitfaden für pfluglose Bodenbearbeitung

Themen: Archiv — info @ 16:09

Niedergörsdorf (agrar.de) – Brandenburgs fein- und mittelsandige Böden sind im besonderen Maß durch Wind und Wasser gefährdet. Auf einem Viertel der Ackerfläche sind Wasser- und Winderosionen mit Bodenabtrag oder Bodenverlagerung zu beobachten. Unter dem Titel ‚Leitfaden für die Umstellung auf Systeme der nicht wendenden Bodenbearbeitung‘ hat das brandenburgische Agrar- und Umweltministerium nun Ergebnisse aus dem Landespilotprojekt ‚Reduzierte Bodenbearbeitung‘ vorgestellt.

Beschrieben werden pfluglose Bearbeitungsverfahren, die gerade für Brandenburgs leichte Ackerstandorte von Interesse sein können. Obwohl die Bodenbearbeitung nur einen Teil des Produktionsablaufs bestimmt, wirken sich Veränderungen in diesem Bereich auf den gesamten Anbauprozess aus – einschließlich des Betriebsablaufs. Der Grund dafür ist die veränderte Situation in der Ackerkrume und an der Bodenoberfläche durch die fehlende, wendende Wirkung des Pfluges. Dies wirkt sich auf das Wachstum aus. Zudem müssen andere Geräte zum Einsatz kommen. Bearbeitungsintensität und -tiefe können sich erheblich von der gewohnten Arbeit mit dem Pflug unterscheiden. Noch nicht abschließend erforscht sind Fragen einer veränderten Anbaufolge der Fruchtarten bei pflugloser Bodenbearbeitung. Die Qualität der Aussaat hat hier auf jeden Fall einen höheren Stellenwert; auch Düngung und Pflanzenschutz sind von der Umstellung betroffen.

Ziel der Broschüre ist es, umstellungswilligen Landwirten die Alternativen anhand konkreter Ergebnisse aus dem Pilotprojekt des Landes (1998 bis 2003) zu zeigen. Das fünfjährige Demonstrationsvorhaben wurde auf den Flächen der Nuthequelle Landwirtschaftliche Betriebsgesellschaft mbH Niedergörsdorf angelegt. Die Flächen des Betriebs liegen hauptsächlich im Sandlössgebiet des Flämings.

Der Projektbericht ist kostenlos bei der Pressestelle des Agrar- und Umweltministeriums Brandenburg in Potsdam zu bestellen: Leitfaden für die Umstellung auf Systeme der nicht wendenden Bodenbearbeitung, hg. vom Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung Brandenburg, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Potsdam – September 2003; Tel.: 0331-866-7017, Fax: 0331-866 -7018, E-Mail.

Links zum Bundesland Brandenburg.

Hessen: Kartoffelerträge verbleiben auf niedrigem Vorjahresniveau

Themen: Hessen,Statistik — info @ 15:09

Gestiegene Anbaufläche bewirkt höhere Erntemenge

Wiesbaden (agrar.de) – Bedingt durch eine gegenüber dem Vorjahr um 790 Hektar auf nunmehr 5.510 Hektar gestiegene Kartoffelanbaufläche wurde im Rahmen der Besonderen Ernteermittlung für Hessen eine vorläufige Kartoffelernte von 180.000 Tonnen ermittelt (2002: 153.000 Tonnen).

Wie das Hessische Statistische Landesamt weiter mitteilt, liegt der Ertrag je Hektar mit knapp 327 Dezitonnen sogar noch um gut zwei Dezitonnen über dem des Jahres 2002. Während im vergangenen Jahr der Kartoffelertrag bedingt durch Niederschläge sehr gering ausfiel, verursachte in diesem Jahr die lange Trockenheit einen gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 1997 bis 2002 um 43 Dezitonnen je Hektar geringeren Ertrag.

Der Umfang des hessischen Kartoffelanbaus war im Bundesvergleich jedoch eher unbedeutend. Hessen lag unter den Flächenstaaten an zehnter Position, lediglich in Schleswig-Holstein, Thüringen und im Saarland wurden weniger Kartoffeln angebaut. Bezogen auf die Erntemenge lag Hessen – ertragsbedingt – sogar nur an elfter Stelle.

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Menschen für Tierrechte: Agrarminister fallen Legehennen und Regierung in den Rücken

Themen: Archiv — info @ 15:09

Aachen (agrar.de) – Der Bundesverband Menschen für Tierrechte ist tief besorgt über das Ergebnis der Freitag in Rostock zu Ende gegangenen Agrarministerkonferenz, Tagesordnungspunkt Legehennen. Statt die Ursachen für aufgetretene Probleme im Bereich der Freilandhaltung anzugehen, werde versucht, das Verbot der Käfighaltung rückgängig zu machen. Dies stehe im eklatanten Gegensatz zum Staatsziel Tierschutz.

Am Ende der Agrarministerkonferenz wurde das Bundesministerium von den Ländern gebeten, die Bedingungen bei den unterschiedlichen Haltungsformen zu überprüfen und hierzu einen Bericht abzugeben. Zuvor wurde eine durch das Land Niedersachsen in Auftrag gegebene Studie zum Anlass genommen, den so genannten ausgestalteten Käfig wieder in die Diskussion zu bringen.

‚Es ist ein makaberer politischer Schachzug, sich hinter einer einzigen Studie zu verstecken, um so aus wirtschaftlichen Interessen ausgestaltete Käfige auch noch über das Deckmäntelchen Tierschutz einzuführen‘, so Dr. jur. Eisenhart von Loeper, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte. Es sei bekannt, dass vergleichende Studien die starke Abhängigkeit von Rasse und Mortalitätsrate belegen. Darüber hinaus zeigten Erfahrungen, dass erst bei Herden, die eine bestimmte Anzahl Hennen übersteigen, Probleme aufträten. Somit seien Sterblichkeit, unerwünschte Verhaltensweisen und Parasitenbefall in erster Linie eine Folge von falschem Management.

Der Bundesverband unterstützt die in ihrer Bundtagsrede getroffene Aussage von Ministerin Künast, dass auch der ausgestaltete Käfig immer noch ein Käfig sei, mit dem die tierrelevanten Probleme nicht zu lösen seien. Er fordert daher von Landes- und Bundespolitikern, eine fundierte Ursachenforschung zu betreiben, um dann unerwünschten Vorkommnissen in der Boden-, Volieren- und Freilandhaltung mit effizienten Maßnahmen zu begegnen.

Hintergrund

Eine von der SPD-Vorgängerregierung in Auftrag gegebenen und Niedersachsens Agrarminister Hans-Heinrich Ehlen (CDU) vorgelegte Studie, wonach Freiland-Hennen häufiger mit Medikamente behandelt werden müssen und schneller sterben müssen als Käfighennen, stieß auf Ablehnung bei der Agrarministerkonferenz.

Die Landwirtschaftsminister aus Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein wiesen die Studie von Wissenschaftlern des Instituts für Biometrie, Epidemiologie und Informationsverarbeitung (WHO-Collaborating Centre for Research and Training in Veterinary Public Health) der Tierärztliche Hochschule Hannover laut Medienberichten als ‚völlig unseriös und absolut unwissenschaftlich‘ zurück.

Die 60-seitige Studie kann hier als PDF-Dokument geladen werden.

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Brasilien legalisiert Anbau von Gen-Soja

Themen: Archiv — info @ 13:09

Proteste von Konsumenten- und Umweltschützern

Brasilia (agrar.de) – Die Regierung Brasiliens hat den Anbau von gentechnisch-veränderter Soja für das Erntejahr 2003/2004 teilweise freigeben. Die Legalisierung erfolgte über eine so genannte ‚provisorischer Maßnahme‘ und gilt nur für die Ernte 2003/2004, berichteten brasilianische Medien Ende letzter Woche. Die einstweilige Verfügung, die Konsumenten- und Umweltschützer scharf kritisierten, wurde am Donnerstag vom amtierenden Präsidenten Brasiliens, José Alencar, unterzeichnet.

Laut Verfügung darf Gen-Soja zunächst nur im Bundesstaat Rio Grande do Sul angebaut werden. Landwirte, die dort veränderte Sojasorten kultivieren wollen, müssen sich an verschiedene Auflagen halten und eine entsprechende Verpflichtung unterschreiben. Die betroffene Ernteware muß den Angaben zufolge deutlich als Gen-Soja gekennzeichnet werden, gentechnisch-verändertes Saatgut, das bis dem 31. Dezember 2004 nicht gepflanzt werden, muss vernichtet werden.

Nach Einschätzung des Vorsitzende des Landwirtschaftsverbands vom Bundesland Rio Grande do Sul (Farsul), Carlos Speroto, dürften bis zu 90 Prozent der 11 Mio. Tonnen Sojabohnen, die in der nächsten Ernte produziert werden sollen, gentechnisch verändert sein.

2002 stammten 24 Prozent der Weltsojaernte aus Brasilien, dem nach den USA (44 Prozent) zweitgrößtem Produzenten. Seit 1995 stieg der Import von brasilianischer Soja nach Europa, während die Importmenge aus den USA abnahm – auch bedingt durch das offizielle Verbot von Gen-Soja in Brasilien.

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Land Brasilien.

Stächele: Baden-Württemberg leistet beim ökologischen Landbau Pionierarbeit

Themen: Archiv — info @ 12:09

Stuttgart (agrar.de) – ‚Was passt besser zusammen als… …Bio und Baden-Württemberg‘ heißt die neue Kampagne für Bioprodukte aus Baden-Württemberg, die der Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Willi Stächele, heute beim Landwirtschaftlichen Hauptfest in Stuttgart auf dem Cannstatter Wasen startete. ‚Baden-Württemberg leistet mit seinem Qualitätsprogramm zum ökologischen Landbau Pionierarbeit und ist Vorreiter in der EU‘, betonte Stächele. ‚Wir waren das erste Bundesland, dem die EU-Kommission genehmigte, für regional erzeugte Bio-Lebensmittel zu werben‘, teilte der Minister mit.

Dazu wurde das ‚Bio-Zeichen Baden-Württemberg‘ zusammen mit den Ökoverbänden geschaffen. ‚Unser Bio-Zeichen Baden-Württemberg garantiert dem Verbraucher ‚Bio aus Baden-Württemberg‘ und ‚Bio aus der Region‘. Unser Bio-Zeichen steht für ‚Bio + Regional = Optimal“, so Stächele bei der Übergabe des Bio-Zeichens mit den drei Stauferlöwen an die ersten Zeichennutzer. Die Produkte, die mit dem Bio-Zeichen gekennzeichnet sind, müssen durchgehend in Baden-Württemberg erzeugt werden. Für viele Verbraucher sei dies äußerst wichtig. Marktuntersuchungen und Verbraucherbefragungen im Land bestätigten dies. Minister Stächele stellte auf dem Landwirtschaftlichen Hauptfest auch die ersten Produkte mit dem neuen Bio-Zeichen Baden-Württemberg vor.

Die Qualitätsanforderung des Ökozeichens aus Baden-Württemberg gehen laut Minister Stächele deutlich über die allgemeinen Anforderungen für Bioprodukte nach der EU-Ökoverordnung hinaus. Insbesondere wird die gesamtbetriebliche Umstellung auf den Ökolandbau verlangt. Außerdem werden in der Produktqualität höhere Anforderungen vorausgesetzt. ‚Dies garantiert dem Verbraucher mehr Sicherheit und Transparenz sowie eine einwandfreie Qualität in Frische und Geschmack‘, hob der Minister hervor.

Der Ökolandbau hat in Baden-Württemberg eine lange Tradition. Derzeit liegt zwölf Prozent der deutschen Anbaufläche des Ökolandbaus in Baden-Württemberg. Gleichzeitig ist Baden-Württemberg führend in der Zahl der erzeugenden und verarbeitenden Betriebe von Ökoprodukten. Jeder vierte deutsche Erzeugungs- und Verarbeitungsbetrieb hat seinen Sitz in Baden-Württemberg. Dies weist nicht nur auf die tiefe Verwurzelung des Ökolandbaus in Baden-Württemberg hin, sondern auch auf eine dynamische Entwicklung und günstige Perspektiven für den Markt für Bioprodukte im Land. Der Marktanteil bei Ökoprodukten habe sich in den vergangenen Jahren nahezu verdoppelt. Dennoch liegt der Anteil der Ökoprodukte am Gesamtmarkt von Lebensmitteln bei lediglich vier Prozent. Eine Steigerung auf bis zu zehn Prozent ist trotz erheblicher Dämpfung der Zuwachsraten realistisch.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

Sachsen-Anhalt startet Antragsverfahren für dürregeschädigte Landwirte

Themen: Archiv — info @ 11:09

Magdeburg (agrar.de) Sachsen-Anhalt will landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe sowie Fischerei- Betriebe, die wegen der extremen Trocken- und Hitzeperiode im Jahr 2003 existenzgefährdet sind, unter Beteiligung des Bundes finanziell unterstützen. Dazu wurde jetzt die Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern unterzeichnet.

Betroffene Betriebe können ihren Antrag ab Dienstag und bis zum 19.10.2003 (Ausschlussfrist) bei dem zuständigen Amt für Landwirtschaft und Flurneuordnung (ALF) stellen. Dort liegen auch die erforderlichen Antragsvordrucke bereit. Ab Montag sind die Unterlagen auch von den Internetseiten des Landwirtschaftsministeriums (Rubrik: Themen A – Z, Dürrehilfe) abzurufen.

Bevor die ersten Hilfsgelder dann tatsächlich fließen, muss die EU noch ihr Einverständnis geben.

Die Unterstützungsleistung kann dort gewährt werden, wo wegen der Trockenheit oder Hitze der Erlös im Wirtschaftsjahr 2003 um mehr als 30 Prozent (20 Prozent in benachteiligten Gebieten) unter dem Erlös der vorangegangenen drei Wirtschaftsjahre liegt. Es wird kein Schadensausgleich gewährt, sondern Liquiditätshilfe zur Existenzsicherung.

Die Hilfe ist zweckgebunden und kann prioritär als einmalige Zinsverbilligung für ein Betriebsmitteldarlehen gewährt werden. Ein Zuschusses ist dann möglich, wenn der betroffene Betrieb keinen Betriebsmittelkredit mehr erhalten kann.

Hintergrund

Es wird davon ausgegangen, dass landesweit rund 360 Landwirte durch die Dürre existenzbedrohliche Einnahmeausfälle erlitten haben. Ein Mittelbedarf für die Existenzhilfen von rund 9,8 Millionen Euro wird angenommen. Davon trägt der Bund die Hälfte.

Die Ergebnisse der diesjährigen Ernte fallen im Land sehr unterschiedlich aus. In der Altmark und im Osten des Landes ist die Ernte sehr niedrig ausgefallen, in der Mitte und im Süden dagegen besser als erwartet. Allerdings zeichnet sich ab, dass besonders Futterbaubetriebe wegen des fehlenden Pflanzenwachstums auf Grünland und Ausfall des Silomais von der Dürre geschädigt worden sind.

Das Statistische Landesamt hatte jüngst gemeldet, das Ergebnis der diesjährigen Getreideernte liege mit 3,2 Millionen Tonnen rund neun Prozent unter dem Vorjahreswert. Neben der Dürre führten die Statistiker auch eine um rund fünf Prozent verringerte Anbaufläche an. Besonders hohe Ertragseinbußen gibt es demnach vor allem beim Futtergetreide.

Links zum Thema Förderung, Links zum Bundesland Sachsen-Anhalt.

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