30. September 2003

Getreideernte in Baden-Württemberg: Menge pfui, Qualität zumeist hui

Themen: Archiv — info @ 16:09

Hohe Ertragseinbußen im Futterbau

Stuttgart (agrar.de) – Nachdem die Getreideernte abgeschlossen ist und im Statistischen Landesamt nahezu alle für die ‚Besondere Ernteermittlung‘ vorgesehenen Probeschnitte und Volldrusche ausgewertet wurden, zeichnet sich für Baden-Württemberg eine Getreideernte (ohne Körnermais) von 25,9 Millionen Dezitonnen (Mill. dt) ab. Das langjährige Mittel 1997/02 (30,2 Mill. dt) wird damit um 14 Prozent und das Vorjahresergebnis (knapp 29,6 Mill. dt) um über 12 Prozent verfehlt.

Dabei liegen die Erträge der Frühjahrssaaten Hafer (49,5 dt/ha) und Sommergerste (48,7 dt/ha) in etwa auf dem Niveau des Vorjahres oder sogar leicht darüber. Stark unterdurchschnittlich fallen dagegen die Ernteergebnisse bei den Wintergetreidearten aus – allen voran Winterweizen (59,8 dt/ha) und Wintergerste (52,4 dt/ha), die um 12 bzw. 13 Prozent unter dem Vorjahresergebnis zurück bleiben. Wenn auch die Menge manchen Wunsch offen lässt, so ist doch die Qualität der meisten Getreidepartien zumeist durchaus zufriedenstellend. Wie beispielsweise die Qualitätsuntersuchungen für Weizen gezeigt haben, erfüllten alle untersuchten Proben bezüglich der Getreidestärke die Interventionsbedingungen, während im Vorjahr ein Drittel der Proben hier erhebliche Qualitätsmängel zeigten. Auch der durchschnittliche Proteingehalt von 13,7 Prozent (2002: 12,7 Prozent) und der Sedimentationswert, eine Kenngröße für die Backfähigkeit, liegen mit 49 Einheiten (2002: 43 Einheiten) deutlich über den Vergleichswerten des Vorjahres.

Große Ertragsausfälle bei Körnermais

Beim Körnermais sind in diesem Jahr hohe Ertragsausfälle zu beklagen. Nach den vorläufigen Ergebnisse der ‚Besonderen Ernteermittlung‘ und ergänzender Schätzungen wird die durchschnittliche Flächenleistung in Baden-Württemberg auf rund 78 dt/ha veranschlagt. Der Ertrag liegt damit ein Fünftel unter dem Rekordergebnis des Vorjahres (100,8 dt/a). Im langjährigen Mittel 1997/02 wurde ein Durchschnittsertrag von 95 dt/ha erzielt.

Angesichts der sich gebietsweise abzeichnenden Futterknappheit auf der einen und der unbefriedigenden Kornerträge auf der anderen Seite, stellte sich für manchen Landwirt die Frage, die Körnermaisbestände nicht ausreifen zu lassen und den Aufwuchs statt dessen als Silomais zu verwerten. Rund 3 Prozent oder 2 400 ha der etwa 77 000 umfassenden Körnermais-Aussaatfläche wurden so schätzungsweise umgewidmet.

Noch schlechter stellt sich die Situation für die Betriebe dar, bei denen das Grünland die Futtergrundlage für die Tierhaltung liefert. Anfang September beurteilten die ehrenamtlichen Ernteberichterstatter die Lage im Landesdurchschnitt als katastrophal. Die Begutachtungsziffern für Wiesen, Mähweiden und Weiden liegen zwischen 4,4 und 4,7, wobei die Skala von 1 für sehr gut bis 5 für sehr gering reicht. Die Mindererträge werden im Vergleich zum Vorjahr auf ein Drittel beziffert.

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Österreich: Weinernte kratzt an der 2,6 Millionen Hektoliter Marke

Themen: Österreich,Statistik — info @ 16:09

Regen entspannte die Dürresituation

Wien (agrar.de) – Nach aktuellen Berechnungen der Statistik Austria könnte die diesjährige Weinernte knapp das Vorjahresergebnis von 2,6 Millionen Hektoliter (-1 Prozent) erreichen, womit die Prognose des letzten Monats leicht nach oben revidiert wurde. Verantwortlich dafür waren die Ende August niedergegangenen Regenfälle, die vor allem in Teilen Niederösterreichs (Wachau, Donautal, Kamptal) positive Auswirkungen auf die Ertragslage hatten. Für Burgenländische Trockenregionen kam der Regen insofern zu spät, als die Traubenentwicklung dort bereits zu weit fortgeschritten beziehungsweise die Lese bereits im Gange war. Allgemein ist der extreme Trockenstress vorerst entschärft, sodass weiterer Schaden an den Rebstöcken gefährdeter Lagen sowie von Junganlagen nicht zu erwarten ist.

Bei Weißwein wird mit 1,9 Mio. hl ein Plus von 2 Prozent gegenüber 2002 prognostiziert, während für Rotwein 666.600 Hektoliter (-8 Prozent) geschätzt werden.

Allein in Niederösterreich könnten heuer 1,7 Mio. Hektoliter Wein eingebracht werden, womit der Vorjahreswert um nur ein Prozent verfehlt würde. Besonders hohe Durchschnittserträge werden aus den Weinbaugebieten Wachau mit 69 hl/ha sowie Donauland und Kamptal mit je 63 hl/ha gemeldet. Im Weinviertel – dem größten Weinbaugebiet Österreichs – dürfte dagegen mit 851.200 Hektoliter ein trockenheitsbedingtes Minus von 14 Prozent ins Haus stehen.

Auch das Burgenland muss sich bei 690.500 Hektoliter (-6 Prozent) mit einem leichten Minus abfinden, wobei gute Ergebnisse des Südburgenlandes (+18 Prozent) Einbußen in den Weinbaugebieten Neusiedlersee (-9 Prozent) und Neusiedlersee Hügelland (-6 Prozent) gegenüberstehen.

Die Steiermark darf auf Zuwächse von 26 Prozent auf 225.300 Hektoliter hoffen. Dabei sind in der Südsteiermark besonders hohe Zugewinne von 41 Prozent auf 128.600 Hektoliter angesagt.

Wiener Winzer waren heuer Opfer des Hagels, und werden mit einer ‚Resternte‘ von 6.700 Hektoliter (-65 Prozent) das Auslangen finden müssen.

Aus qualitativer Sicht wird der heurige Jahrgang sehr hoch eingeschätzt, wobei in Fachkreisen immer öfter von einem ‚Jahrhundertjahrgang‘ gesprochen wird.

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Ökobase Umweltatlas 6.0 erschienen

Themen: Archiv — info @ 15:09

Aktuelle Informationen rund um die Umwelt

Berlin (agrar.de) – Das Umweltbundesamt (UBA) präsentiert die neue Version des geografischen Umweltinformationssystems ‚Ökobase Umweltatlas 6.0‘. Das System bietet verlässliche Umweltinformationen ohne mühseliges und umständliches Suchen und ohne Telefon- und Leitungsgebühren.

Der Ökobase Umweltatlas ist ein leistungsstarkes geografisches Umweltinformationssystem für alle, die sich für Umweltfragen interessieren. Für die Qualität der Daten steht das UBA, für die Funktionalität die Clemens Hölter GmbH. Der Umweltatlas kombiniert unterschiedlichste geografische Einheiten und Parameter – vom Bundesland bis zum Flusslauf – mit Umweltdaten aus der umfangreichen internen Datenbank. Mühelos kann so jede Nutzerin und jeder Nutzer seine individuellen Karten herstellen und die Umweltsituation an verschiedenen Standorten miteinander vergleichen. Es erfordert beispielsweise nur wenige Mausklicks, die Wasserqualität des Rheins in Bezug auf einen Schadstoff in seinem gesamten Verlauf darzustellen.

Die Version 6.0 zeichnet sich durch neues Kartenmaterial und einen aktualisierten Datenbestand aus. Viele Themengebiete – etwa das lokale und regionale Kima, der Hochwasserschutz und die biologische Gewässergüte – wurden grundlegend überarbeitet. Auch der ‚Reiseführer Boden‘ mit zahlreichen Daten zum Zustand und zum Schutz der Böden in Deutschland ist nun im Ökobase Umweltatlas enthalten. Außerdem bietet die neue Version ein umfassendes Verzeichnis der Akteure im Umweltsektor und der Standorte umweltrelevanter Anlagen.

Links zum Thema Information.

EU: Neue Bestimmungen über die Etikettierung von Lebensmittel-Zutaten

Themen: Archiv — info @ 15:09

Brüssel (agrar.de) – Eine wichtige Änderung der EU-Richtlinie über die Etikettierung von Lebensmitteln (Richtlinie 2000/13/EG, ABl. L 109 vom 6.5.2000) wurde vom Europäischen Parlament und vom Rat verabschiedet. Durch diese Änderung wird sichergestellt, dass die Verbraucher mit einigen wenigen Ausnahmen – über den Inhalt von Lebensmitteln umfassend informiert werden.

Diese Ausnahmen gelten nicht für bestimmte Zutaten, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen können und in der Richtlinie aufgeführt sind; so können Verbraucher, die an Allergien leiden, feststellen, welche allergenen Stoffe in einem Lebensmittel vorhanden sind. Mit den neuen Bestimmungen wird die ’25 Prozent-Regel‘ abgeschafft, nach der bislang Bestandteile von zusammengesetzten Zutaten, die weniger als 25 v. H. des Enderzeugnisses ausmachen, nicht zwingend angegeben werden müssen. Die neuen Vorschriften gelten auch für alkoholische Getränke, wenn diese eine Zutat enthalten, die in der Liste der Allergene aufgeführt ist, wie z. B. Sulfit in Weinen.

Nach den neuen Vorschriften müssen alle Einzelzutaten von zusammengesetzten Zutaten auf der Etikettierung aufgeführt werden, was bedeutet, dass Allergene nicht ‚versteckt‘ werden können. Beispielsweise könnten Soßen allergene Zutaten wie Eier, Milch oder Senf enthalten. Bisher mussten solche Einzelzutaten nicht aufgeführt werden, sofern sie Teil einer zusammengesetzten Zutat waren, die weniger als 25 Prozent des Erzeugnisses ausmachte; künftig müssen solche allergenen Zutaten dagegen angegeben werden.

Außerdem werden einige Ausnahmeregelungen bei der Etikettierung für Allergene nicht mehr zugelassen. Bislang war es möglich, Zutaten nur als Kategorie anzugeben (zum Beispiel ‚Pflanzliches Öl‘), in Zukunft muss bei allen allergenen Zutaten auch die Quelle angegeben werden (in unserem Beispiel etwa ‚Erdnussöl‘). Ebenso muss die Quelle eines natürlichen Aromastoffs, wie zum Beispiel eine Nuss, angegeben werden, während bisher nur ’natürlicher Aromastoff‘ angegeben war.

Alkoholische Getränke waren bisher von der Verpflichtung zur Angabe der Zutaten ausgenommen. Nach den neuen Bestimmungen müssen alle Zutaten, die in der Liste der Allergene aufgeführt sind, angegeben werden, so zum Beispiel Sulfit in Weinen. Sulfite sind Zusatzstoffe, die als Konservierungsmittel in vielen Lebensmitteln, darunter in Wein, Bier und Apfelwein, verwendet werden. Viele Menschen leiden an Sulfit-Unverträglichkeit mit Symptomen wie Asthmaanfällen, was schwerwiegende Folgen haben kann.

Hintergrund

Im Weißbuch zur Lebensmittelsicherheit kündigte die Kommission ihre Absicht an, eine Änderung der Richtlinie 2000/13/EG über die Etikettierung und insbesondere der ’25 Prozent-Regel‘ vorzuschlagen, nach der die Bestandteile von zusammengesetzten Zutaten, deren Anteil am Endprodukt weniger als 25 Prozent beträgt, auf der Etikettierung nicht angegeben werden müssen. Diese Regel fand vor über 20 Jahren Eingang in das Gemeinschaftsrecht und bezweckte, das Verzeichnis der Zutaten nicht übermäßig lang werden zu lassen. Sie beruht auf der grundsätzlichen Annahme, dass der Verbraucher die Zusammensetzung zusammengesetzter Zutaten kennt und folglich beispielsweise den Schluss ziehen kann, dass die Konfitüre, die Keksen hinzugefügt wird, aus Früchten und Zucker hergestellt wird. Durch den neuen Vorschlag wird dieser Grenzwert abgeschafft.

Die Lebensmittelherstellung ist jedoch mittlerweile immer komplizierter geworden, und der Verbrauch von Fertignahrungsmitteln ist erheblich gestiegen. In den vergangenen Jahren wurde von Seiten der Verbraucher immer wieder der Wunsch geäußert, besser über die Lebensmittel, die sie kaufen, und insbesondere über deren Zusammensetzung informiert zu werden, selbst wenn das Verzeichnis der Zutaten durch die vollständige Aufzählung aller Zutaten auf der Etikettierung zwangsläufig länger werden sollte. Die zahlreichen Lebensmittelskandale der jüngsten Zeit haben dieses Informationsbedürfnis noch deutlicher zutage treten lassen.

Für Verbraucher, die unter Allergien oder Unverträglichkeiten leiden, sind diese Informationen besonders wichtig. Der Anteil der Bevölkerung mit Lebensmittelallergien oder Unverträglichkeiten steigt ständig an (nach Angaben der Allergieverbände sind 8 Prozent der Kinder und 3 Prozent der Erwachsenen davon betroffen), und es treten immer neue Allergene auf. Diese Allergien verursachen nicht nur Krankheiten, die häufig chronischer Natur sind (z. B. atypische Dermatitis, Nesselfieber, Verdauungsprobleme), sondern können auch lebensbedrohende Reaktionen hervorrufen (Asthma, allergischer Schock). Für diese Menschen stellt das Nichtvorhandensein detaillierter Angaben eine Beeinträchtigung dar, da sie niemals sichergehen können, dass das gekaufte Erzeugnis kein Allergen enthält, das sie nicht zu sich nehmen dürfen. Allergiker sind daher auf eine vollständige und genaue Etikettierung angewiesen, die durch den neuen Vorschlag gewährleistet wird.

Die neuen Vorschriften enthalten entsprechende Bestimmungen, mit denen Absurditäten oder eine Überregulierung und die Gefahr einer zu komplexen Etikettierung vermieden und technische Zwänge im Zusammenhang mit der Herstellung von Lebensmitteln berücksichtigt werden sollen. Die zusätzlichen Etikettierungsvorschriften werden nach einer Übergangsfrist in Kraft treten, in der die Unternehmen die Etikettierung ihrer Produkte an die neuen Vorschriften anpassen können.

Die Richtlinie wird Ende 2003 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Danach haben die Mitgliedstaaten ein Jahr Zeit, um die Richtlinie umzusetzen, und in einem Übergangszeitraum von einem weiteren Jahr können die Hersteller die Etikettierung ihrer Erzeugnisse umstellen. Wenn diese Schritte reibungslos vonstatten gehen, werden die Verbraucher 2005 die konkreten Ergebnisse dieser Richtlinie in den Regalen sehen.

Liste der möglicherweise allergieauslösenden Zutaten, die auf der Etikettierung aufzuführen sind

. Glutenhaltiges Getreide und glutenhaltige Getreideerzeugnisse . Krebstiere und Krebstiererzeugnisse . Eier und Eierzeugnisse . Fisch und Fischerzeugnisse . Erdnüsse und Erdnusserzeugnisse . Soja und Sojaerzeugnisse . Milch und Milcherzeugnisse (einschließlich Laktose) . Schalenfrüchte und Nebenerzeugnisse . Sellerie und Sellerieerzeugnisse . Senf- und Senferzeugnisse . Sesamsamen und Sesamsamenerzeugnisse . Schwefeldioxid und Sulfite in einer Konzentration von über 10 mg/kg oder 10 mg/l

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DBV: Rasenmäher-Methode akzeptabel – löst aber nicht alles

Themen: Archiv — info @ 14:09

Sonnleitner zum Koch-Steinbrück-Papier

(Berlin) – ‚Die im Koch-Steinbrück-Papier angewandte Rasenmähermethode ist wahrscheinlich der einzig politisch gangbare Weg, umsetzbare Vorschläge beim Subventionsabbau politisch durchzusetzen‘, betonte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) Gerd Sonnleitner, in einer ersten Reaktion auf die Vorschläge der Ministerpräsidenten Roland Koch und Peer Steinbrück. Der Vorschlag der beiden Ministerpräsidenten sei ein ambitioniertes Unterfangen, das vorurteilsfrei geprüft werden sollte. Die beiden Ministerpräsidenten sehen ihre Initiative als Angebot an Bund, Länder und Kommunen, in den kommenden drei Jahren den Großteil der nationalen Subventionen jährlich um jeweils 4 Prozent zu senken. Damit sollen die öffentlichen Haushalte um insgesamt 15,8 Milliarden Euro entlastet werden. Eine Fortsetzung über das Jahr 2006 hinaus wurde vorgeschlagen.

Nach ersten Berechnungen des DBV ist vom jährlichen Abbau ab 2006 in Höhe von 10,5 Milliarden Euro die Landwirtschaft mit mehr als 550 Millionen Euro betroffen. Daher gelte es, sorgfältig zu prüfen, ob die Erweiterung der Bemessungsgrundlage und der gewählte Betrachtungszeitraum Akzeptanz finden, stellte Sonnleitner fest. Die Land- und Forstwirtschaft sei beispielsweise in den vergangenen vier Jahren mit mehr als zwei Milliarden Euro beim Subventionsabbau ‚dabei gewesen‘.

Außerdem seien massive Steuererhöhungen etwa im Öko-Steuerbereich zu Lasten der Land- und Forstwirtschaft gegangen. Dies gelte es jetzt ebenso zu berücksichtigen wie den Abgleich mit den im Haushaltsentwurf 2004 sowie im Haushaltsbegleitgesetz vorgesehenen Kürzungen. Besonders müsse dabei auch auf die Tragfähigkeit der agrarsozialen Sicherung (Alters-, Kranken- und Unfallversicherung) geachtet werden. Das vom Bund geplante Einspar-, Kürzungs- und Mehrbelastungsvolumen für die Landwirtschaft von mehr als 750 Millionen Euro gehe deutlich über die Vorstellungen von Koch und Steinbrück hinaus – ein Grund mehr, diese Überbelastung des Agrarsektors jetzt zu korrigieren, erklärte Sonnleitner.

Links zum Thema Verbände.

Nun doch Schutzzonen für GVO-freien Anbau?

Themen: Archiv — info @ 14:09

Brüssel (agrar.de) – Schutzzonen ohne oder nur mit beschränktem Anbau von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) regte Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast als Maßnahme zur Lösung des Koexistenzproblems auf dem EU-Agrarministerrat gestern in Brüssel an, berichtet der Informationsdienst agroonline. In einer Schutzzone solle der Anbau von gentechnisch veränderten (GV-)Kulturen nur mit Genehmigung möglich sein, erklärte Künast auf dem Ministerrat, auf dem die Koexistenzfrage von GVO und Nicht-GVO zur Debatte stand. In ökologisch sensiblen Gebieten solle dafür gesorgt werden, dass sich dort weder über Auskreuzung noch über die Aussaat von GV-Saatgut Spuren von GVO einmischten.

EU-Agrarkommissar Fischler hat zum ersten Mal vereinzelte Verbote für den Anbau von GV-Kulturen durch staatliche Behörden nicht mehr von vornherein ausgeschlossen. EU-Mitgliedstaaten könnten Schutzzonen einrichten, deren Ziel zum Beispiel der Erhalt von Arten sein könnte. Wenn GVO-Verbote dem Schutzziel dienten, dann wären sie möglich. Es sei aber unsinnig, so Fischler, in Vogel- oder Wasserschutzgebieten den GVO-Anbau zu untersagen, weil beides nichts miteinander zu tun habe. Bisher nannte Fischler nur freiwillige Vereinbarungen zwischen Landwirten als einzige Möglichkeit, Regionen zur GVO-freien Zone zu erklären.

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Absatzförderung für EU-Agrarerzeugnisse in Drittländern genehmigt

Themen: Anbauflächen,Erntebericht,Statistik,Wein — info @ 14:09

Brüssel (agrar.de) – Die Europäische Kommission hat die ihr von den Mitgliedstaaten vorgelegten Informations- und Absatzförderungsprogramme für EU-Agrarerzeugnisse in Drittländern genehmigt. Die Mitgliedstaaten hatten der Kommission insgesamt 10 solcher Informations- und Absatzförderungsprogramme zur Prüfung unterbreitet. Davon sind 7 Programme genehmigt worden, die vorwiegend auf die Absatzförderung in den USA, Kanada, Japan, Rußland, Australien, Norwegen und im Mittlere Osten abzielen. Gefördert werden soll dabei der Absatz von Wein, Obst und Gemüse, Käse, Olivenöl sowie Schinken. Für die finanzielle Beteiligung der EU an den Programmen werden Haushaltsausgaben in Höhe von 5,8 Mio. Euro veranschlagt (50 Prozent des Budgets des Programms).

Franz Fischler, zuständiges Kommissionsmitglied für Landwirtschaft, ländliche Entwicklung und Fischerei, äußerte sich hierzu wie folgt: ‚Die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von EU-Qualitätserzeugnissen auf den Außenmärkten ist eine der Herausforderungen für europäische Landwirtschaft in den kommenden Jahren. Mit der Investition in Informations- und Absatzförderungskampagnen für Agrarerzeugnisse in Drittländern zeigt die EU ihren Mut, sich dieser Herausforderung zu stellen und ihre Rolle bei der positiven Entwicklung im Welthandel zu übernehmen.‘

Hintergrund

Mit einer Verordnung vom Dezember 1999 beschloss der Rat, dass die EU im Rahmen von Informations- und Absatzförderungsprogrammen für Agrarerzeugnisse und Nahrungsmittel in Drittländern bestimmte Maßnahmen ganz oder teilweise finanzieren kann. Im Einzelnen handelt es sich bei den beihilfenfähigen Maßnahmen zum einen um Öffentlichkeitsarbeit, Förder- und Werbemaßnahmen, um insbesondere die Vorzüge der EU-Erzeugnisse hinsichtlich Qualität, Hygiene, Lebensmittelsicherheit, Nährwert, Etikettierung sowie Tier- und Umweltschutz hervorzuheben. Weitere Maßnahmen sind zweitens die Teilnahme an bedeutenden internationalen Veranstaltungen, Messen und Ausstellungen sowie drittens Informationskampagnen, besonders über das EU-System der geschützten Ursprungsbezeichnungen (g.U.), der geschützten geografischen Angaben (g.g.A.), der Spezialitäten mit traditionellen Merkmalen sowie des ökologischen Landbaus. Ferner beihilfefähig sind viertens Informationskampagnen über das Gemeinschaftssystem der Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete (b.A.) sowie fünftens Studien über neue Absatzmärkte.

Die Durchführungsvorschriften für die Informations- und Absatzförderungsprogramme wurden von der Kommission mit Verordnung vom 28. Dezember 2000 erlassen. Danach müssen die Mitgliedstaaten der Kommission alljährlich bis spätestens 15. Juni und 15. Dezember die Liste der von ihnen ausgewählten Programme und Durchführungsstellen sowie eine Kopie der einzelnen Programme übermitteln. Anschließend prüft die Kommission die vorgelegten Programme und entscheidet über deren Beihilfefähigkeit. In der Kommissionsverordnung sind außerdem die Drittlandsmärkte aufgeführt, auf denen die Absatzförderungsmaßnahmen durchgeführt werden können, und die Erzeugnisse, die für die Absatzförderung in Betracht kommen.

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Deß: Tierschutz muß weltweit durchgesetzt werden

Themen: Archiv — info @ 14:09

Berlin (agrar.de) – Zum Welt-Tierschutztag am 4. Oktober erklärt der agrarpolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Albert Deß:

‚Nationale Alleingänge in Deutschland im Tierschutz nutzen weder den Tieren noch den Verbrauchern.

Wenn für die Haltung und den Transport von Tieren in Deutschland schärfere Vorschriften als in der übrigen EU erlassen werden, wird den Verbrauchern nur ein höheres Schutzniveau vorgegaukelt. Denn wirtschaftliche Zwänge führen dazu, dass die landwirtschaftliche Tierhaltung allmählich in das Ausland mit niedrigerem Schutzniveau abwandert und am Ende die Erzeugnisse aus diesen weniger restriktiven Haltungsformen auf den deutschen Markt kommen.

Eine solche Entwicklung zeichnet sich nunmehr als Folge der von Rot-Grün so gepriesenen Legehennenhaltungs-Verordnung aus dem Jahre 2001 ab. Darüber hinaus ist diese Regelung nicht einmal mit dem Tierschutz vereinbar, wie eine neue wissenschaftliche Untersuchung der Tierärztlichen Hochschule Hannover belegt. Danach erkranken Hühner in Boden-, Volieren- und Freilandhaltung wesentlich häufiger als in ausgestalteten Käfigen.

Selbst SPD-geführte Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern und sachverständige Vertreter der Regierungskoalition wie der Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion und Tierarzt Dr. Priesmeier verlangen aus Gründen des Tier- und Verbraucherschutzes eine Korrektur dieser Verordnung.

Statt aus diesen Erfahrungen zu lernen, hat Frau Künast ideologieverbohrt und faktenresistent einen Verordnungsentwurf zur Schweinehaltung vorgelegt, der erneut die EU-Standards überschreitet. Der richtige und ehrliche Weg müsste aber sein, EU-weit und darüber hinaus in den WTO-Verhandlungen die Haltungsvorschriften zu erhöhen. Das würde den Tieren weltweit nützen, den Verbrauchern in einer globalisierten Welt überall tierschutzgerecht erzeugte Produkte bescheren und den deutschen Landwirten Wettbewerbsgleichheit verschaffen. Vor dieser harten, aber ehrlichen Aufgabe scheut Frau Künast zurück und versucht mit sachfremden Lösungen, den Verbrauchern Sand in die Augen zu streuen.‘

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Sachsen: Antragsverfahren für dürregeschädigte Landwirte gestartet

Themen: Archiv — info @ 13:09

Dresden (agrar.de) – Landwirte, die durch die langanhaltende Trockenheit in ihrer Existenz gefährdet sind, können ab sofort Anträge auf finanzielle Hilfen stellen. Wie das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium heute mitteilte, sei die dafür notwendige Verwaltungsvereinbarung mit dem Bund unterschrieben. Insgesamt stehen 11,8 Millionen Euro von Land und Bund zur Verfügung.

Wie das Ministerium betonte, seien die Hilfen kein Ausgleich für entstandene Schäden. Sie dienen lediglich der Sicherung der Zahlungsfähigkeit und sollen witterungsbedingte Insolvenzen vermeiden. Es sei jedoch im Interesse des ländlichen Raumes und der hier vorhandenen Arbeitsplätze notwendig, den Betroffenen schnell zu helfen.

Anträge nehmen alle Landwirtschaftsämter entgegen, hier gibt es auch die Antragsformulare.

Der Bund weist darauf hin, dass mit der Auszahlung erst nach Genehmigung der Verwaltungsvereinbarung durch die EU begonnen werden kann.

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Baden-Württemberg: Aktionsbündnis für gentechnik-freie Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 13:09

Stuttgart (agrar.de) – Mit der ‚Grünen Gentechnik‘ setzt Landwirtschaftsminister Willi Stächele (CDU) auf Risiko statt auf Qualität – diese Überzeugung vertritt ein breites Aktionsbündnis von Umwelt- und Öko-Anbauverbänden am Vortrag des von der Landesregierung veranstalteten Forums ‚Grüne Gentechnik‘. An diesem landesweiten Bündnis beteiligt sind die großen Naturschutzverbände BUND und NABU, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), die Öko-Anbauverbände Bioland und Demeter sowie Greenpeace und Attac.

Das Aktionsbündnis wirft dem baden-württembergischen Landwirtschaftsminister vor, die Risiken der Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen auf unseren Äckern und Feldern zu verharmlosen. Statt auf Risiko soll das Land auf die hohe Qualität der heimischen Produkte setzen. Die Landesregierung muss deshalb mit allen Mitteln gentechnikfreie Landwirtschaft in Baden-Württemberg erhalten und fördern. Gerade in der Erzeugung qualitativ hochwertiger und gesundheitlich unbedenklicher Lebensmittel ohne Gentechnik liegen die großen Potenziale für die heimische Landwirtschaft. Dagegen dient die ‚Grüne Gentechnik‘ vor allem den Interessen von wenigen, weltweit agierenden Konzernen.

Das Bündnis fordert die Landesregierung auf, sich auf EU- und nationaler Ebene für strenge Anbauregelungen und die Haftung nach dem Verursacherprinzip einzusetzen. Wer gentechnisch veränderte Organismen in die Landschaft bringt, muss auch die Garantie dafür übernehmen, dass es zu keiner Verbreitung und damit Verunreinigung von Böden, Pflanzen und Tieren in der Nachbarschaft kommt. Angesichts vieler möglicher Kontaminationspfade in Produktion, Verarbeitung und Handel muss das Verursacherprinzip auf allen Ebenen verankert werden. Es kann nicht sein, dass die notwendigen Kontroll- und Sicherheitskosten sowie mögliche Schäden solche Bauern und Lebensmittelhersteller belasten, die ohne Gentechnik wirtschaften.

Die am Aktionsbündnis beteiligten Verbände fordern deshalb von der Landesregierung, dass sie sich auf europäischer Ebene für die Verlängerung des Gentechnik-Moratoriums einsetzt, welches seit 1999 die Zulassung neuer Gen-Pflanzen untersagt. Gleichzeitig soll sie ihre Spielräume nutzen, damit in Baden-Württemberg auch in Zukunft Landwirtschaft ohne Gentechnik möglich ist.

Dokument: Positionen zur Grünen Gentechnik.

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