15. August 2003

WTO: Kritik an mangelndem Schutz für Kleinbauern

Themen: Archiv — info @ 15:08

Germanwatch: EU-US-Deal ist halbherzig und unzureichend

Bonn/Berlin (agrar.de) – Als ‚halbherzig und unzureichend‘ hat die Nord-Süd-Initiative Germanwatch das gemeinsame Papier bezeichnet, das die EU und die USA für die WTO-Agrarverhandlungen vorgelegt haben. ‚Wirksame Ausnahmeregelungen zum Schutz von Kleinbauern kommen in dem gemeinsamen Papier nicht vor‘, kritisiert Germanwatch.

Kurz vor dem Treffen der Ministerkonferenz in Cancún im September würden bereits jetzt wesentliche Pflöcke für das zukünftige Agrarabkommen gesetzt, so Germanwatch. Angesichts der stockenden Verhandlungen in der WTO sei der Druck auf die EU und die USA groß gewesen, sich auf Änderungen im Agrarbereich einzulassen. Es beinhalte aus entwicklungspolitischer Perspektive zwar einige positive Ansatzpunkte, gehe aber im Kern an den Interessen und Bedürfnisse von Entwicklungsländern vorbei.

Positive Ansatzpunkte sind für Germanwatch die Gleichbehandlung von Exportsubventionen und Exportkrediten und die Einordnung der Nahrungsmittelhilfe als Exportsubvention. Aber ‚der Abbau bei den Exportsubventionen geht nicht weit genug. Eine völlige Abschaffung dieser für Kleinbauern zerstörerischen Subventionen wird schon wieder verschoben‘, kritisierte Michael Windfuhr, Vorstandsvorsitzender von Germanwatch.

Die Vorschläge der EU und der USA blieben in weiten Teilen noch hinter dem Entwurf eines neuen Agrarvertrags zurück, den Harbinson als Verhandlungsleiter im März vorgelegt hatte. So seien Ausnahmeregelungen für den Schutz von Kleinbauern nicht mehr vorgesehen. ‚In den Harbinson-Vorschlägen blieb schon wenig von den Ausnahmeregelungen zum Schutz der Kleinbauern und zur Förderung der Ernährungssicherung übrig. Die EU und die USA haben den letzten Rest auch noch weggefegt,‘ beklagte Marita Wiggerthale, Leiterin des Handelsbereichs bei Germanwatch.

Dabei seien die Ausnahmeregelungen zum Schutz der Kleinbauern von essentieller Bedeutung. Diese wären nämlich den unlauteren Wettbewerbsbedingungen und den unfairen Dumpingpraktiken der Industrieländer ausgesetzt, welche ihre Landwirtschaft allein 2001 mit 311 Mrd. US-Dollar unterstützt hätten. Die Kleinbauern könnten mit den Schleuderpreisen, zu denen die EU und die USA ihre Agrarüberschüsse über den Weltmarkt beseitigten, nicht konkurrieren.

Ungeklärt bleibe auch die Frage der Friedensklausel. Sie habe den Industrieländern seit der Gründung der WTO einen Schutz ihres Subventionssystems erlaubt, obwohl die Subventionen sich nachweislich nachteilig auf die Landwirtschaft der Entwicklungsländer auswirkten.

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DRV zur Getreidevermarktung 2003: Kleine Menge, gute Qualitäten und feste Preise

Themen: Archiv — info @ 12:08

Bonn (agrar.de) – Gemeinsam mit den von der anhaltenden Hitzewelle hart betroffenen Landwirten müssen die Raiffeisen-Genossenschaften erhebliche Ernteausfälle verkraften. Mit nur 38 bis 39 Mio. t werden in Deutschland mindestens 10 Prozent weniger Getreide geerntet als 2002. In manchen Regionen fehlen den Genossenschaften mehr als 25 Prozent des normalen Erfassungsvolumens. Die Getreidequalität ist insgesamt gut. Minderqualitäten, wie sie im feuchtigkeitsgeschädigten Jahr 2002 an der Tagesordnung waren, beeinflussen nur vereinzelt die Erzeugerpreise.

‚Unsere Unternehmen können den Großteil des Weizens und Roggens als hochwertiges Brotgetreide vermarkten‘, erklärte Raiffeisen-Präsident Manfred Nüssel. Futtergetreide wird allerdings knapp und teuer. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) registriert für Futterweizen und Roggen deutlich höhere Auszahlungspreise als 2002. Aufgrund ihrer Bonität gewährleisten die Genossenschaften eine prompte Bezahlung des angelieferten Getreides. ‚Dennoch sind die Liquiditäts-Engpässe auf den von der Dürre besonders betroffenen landwirtschaftlichen Betrieben besorgniserregend. Um in solchen Fällen das Schlimmste abzuwenden, prüfen genossenschaftliche Unternehmen im Einzelfall u. a. die Möglichkeiten zur Vorfinanzierung von Saatgut, Dünge- und Pflanzenschutzmitteln‘, so Nüssel.

Angesichts der geringen Ernte und des gestiegenen Preisniveaus nehmen die Vermarktungsrisiken zu. Konkurrierende Angebote aus Drittländern wie USA, Australien und Argentinien sowie Schwankungen des Weltmarktpreises und Wechselkursänderungen beeinflussen die Kalkulation. Zum unkalkulierbaren Risiko entwickeln sich die administrativen Markteingriffe der EU-Kommission. Dazu zählt DRV-Präsident Nüssel auch die Freigabe von Interventions-Roggen zur Versorgung des Binnenmarktes. Vor dem Hintergrund der engen Versorgungslage an den Getreidemärkten regt Nüssel die Überprüfung des Umfangs der Flächenstillegung an.

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Maiskomitee: Aktuelle Empfehlung zur Silomaisernte

Themen: Archiv — info @ 11:08

Bonn (agrar.de) – Die heißen Temperaturen und die ausgebliebenen Niederschläge setzen jetzt auch dem Mais stark zu. Nachdem das Deutsche Maiskomitee (DMK) in der letzten Julidekade bereits auf eine ungewöhnlich frühe Ernte hingewiesen hat, zeigt jetzt eine aktuelle Umfrage regional bedeutende Schäden in der Befruchtung und in der Reifeentwicklung der Maisbestände auf. Um einerseits das mögliche Ertragspotential auszuschöpfen und auf der anderen Seite spätere Verluste in der Silierung und Konservierung zu vermeiden werden für den Praktiker anhand des Zustandes des Kolben und der Restpflanze folgende Hinweise zur Terminierung der Silomaisernte gegeben:

Normal entwickelte Bestände

Auf deutlich frühere Abreife einstellen. Die Siloreife ist bei 60 Prozent bis 65 Prozent Trockenmasse (TM) im Korn erreicht. Es ist aufgrund der nicht vorhandenen Wasserreserven der Böden mit einer sehr schnellen Abreife der Restpflanze zu rechnen. Die Kornentwicklung und die Abreife der Restpflanze ist genau zu beobachten, damit die Gesamtpflanze nicht vergilbt und nicht zu trocken wird. Der TM-Gehalt der Ganzpflanze sollte den Bereich von 35 Prozent bis 38 Prozent nicht übersteigen.

Bestände mit Dürreschäden nach der Blüte

Die Befruchtung ist noch erfolgt, aber es ist mit einer Notreife der Körner zu rechnen, wenn in den kommenden Tagen kein Regen

fällt. Die vorhandene Assimilationsfläche der Blätter muss solange genutzt werden, wie diese noch aktiv zum Kornertragspotential beiträgt. Die Kornentwicklung und die Abreife der Restpflanze ist daher genau zu beobachten. Wenn die Restpflanze stark geschädigt ist, wird keine weitere Stärkeeinlagerung in den Kolben erfolgen und der Futterwert damit nicht weiter verbessert werden. Die Ernte muss spätestens erfolgen, wenn 5 und mehr Blattetagen beginnen abzusterben. Dies verhindert eine vollständige Verstrohung der Restpflanze. Durch einen geringen Kolbenanteil erhält die Restpflanze eine größere Bedeutung im Gesamttrockenmassegehalt. TM-Gehalte von 24-26 Prozent in der Restpflanze sind bereits als kritisch einzustufen. Die Ganzpflanze wird in Abhängigkeit des Kolbenanteils bei 28-32 Prozent TM liegen.

Bestände mit Dürreschäden schon zur Blüte

Weitgehend fehlende Befruchtung, nur geringer Kolbenansatz, viele kolbenlose Pflanzen. Diese Silomaisbestände sollten so bald wie möglich spätestens jedoch wenn drei bis vier der unteren Blattetagen vertrocknet sind gehäckselt werden. Die Restpflanze wird so mit einem noch passablen Futterwert geerntet und die löslichen Kohlenhydrate konserviert. Der TM-Gehalt der Ganzpflanze sollte zwischen 25-30 Prozent liegen. Höhere TM-Gehalte führen anschließend zu Schwierigkeiten beim Silierprozess und zu Nachgärungen im Futterstock. Sickersaftprobleme sind im Bereich von 25 Prozent bis 27 Prozent TM nicht zu erwarten.

Das DMK weist abschließend darauf hin, dass die Forderungen hinsichtlich eines optimalen Siliererfolges gerade in diesem Jahr von besonderer Bedeutung sind.

Forderungen optimaler Siliererfolg: • Früher und schneller ernten als im vergangenen Jahr • Kapazität der Silobefüllung und Verdichtung muss extremen Herausforderungen gewachsen sein • Erntetechnik mit hoher Schnelligkeit und Sauberkeit • Einsatz von Korncracker • theoretische Häcksellänge von 6 – 8 mm • Einsatz schwerer Walzschlepper • max. 30 cm Schicht mit neuem Erntegut • max.4 km/h Fahrgeschwindigkeit • Futterstock schnellstmöglich luftdicht abdecken • Folie von 0,18 – 0,20 Stärke • mindestens 3 Wochen Gärphase vor erster Öffnung

Bei einer deutlichen Überschreitung der Erntereife ist der Einsatz eines Siliermittels der Wirkungsrichtung 2 (Verbesserung der aeroben Stabilität) vorzusehen.

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Thüringen: Erste Ergebnisse der Frühgemüseernte im Jahr 2003

Themen: Archiv — info @ 10:08

Erfurt (agrar.de) – Die Thüringer Gemüsebauern erzielten im Jahr 2003 bei den ganz früh erntenden Gemüsearten wie dem Frühkohlrabi und dem Frühkopfsalat noch Erträge, die über dem langjährigen Mittel lagen. Dagegen lag die Erntemenge von frühen Kohlarten wie Frühweißkohl, Frührotkohl, Frühwirsing und Frühblumenkohl durch Trockenheit und zu hohe Temperaturen unter dem langjährigen Durchschnitt.

Das Thüringer Landesamt für Statistik berechnete auf der Grundlage der Meldungen der Ernte- und Betriebsberichterstatter erste Ergebnisse der diesjährigen Frühgemüseernte.

Früh erntende Arten brachten dabei noch überdurchschnittliche Erträge. An Frühkohlrabi wurden im Landesdurchschnitt 282 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) geerntet. Damit lag die Ernte deutlich über der des Vorjahres (+ 72 dt/ha) und über dem langjährigen Mittel der Jahre 1997 / 2002 (+ 33 dt/ha).

Frühjahrskopfsalat brachte mit einem Flächenertrag von 272 dt/ha noch ein über dem langjährigen Mittel liegendes Ergebnis (+ 57 dt/ha), unterschritt jedoch die hohe Ertragsleistung vom Vorjahr um 63 dt/ha.

Die anderen Frühkulturen entwickelten sich durch Trockenheit und zu hohe Temperaturen unbefriedigend. So brachte der Frühweißkohl mit durchschnittlich 383 dt/ha einen Ertrag, der um 35 dt/ha unter dem Vorjahresergebnis lag und die durchschnittliche Ertragsleistung der Jahre 1997/2002 um 56 dt/ha verfehlte. Der Ertrag für Frührotkohl lag mit 297 dt/ha um 44 dt/ha unter dem Vorjahreswert und um 47 dt/ha unter dem langjährigen Mittel der Jahre 1997/2002.

Die Erträge von Frühwirsing erreichten im Durchschnitt aller Meldungen der Ernteberichterstatter 203 dt/ha. Damit wurde sowohl das Vorjahresniveau als auch der langjährige Durchschnitt wesentlich unterschritten (- 57 bzw. – 42 dt/ha).

Die Ertragsleistung des Frühblumenkohls lag mit 193 dt/ha leicht (+ 5 dt/ha) über dem Vorjahresniveau, reichte jedoch bei weitem nicht an die Erträge des langjährigen Mittels von 236 dt/ha heran.

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CDU/CSU: Europäisches Landwirtschaftsmodell in den WTO-Verhandlungen sichern

Themen: Archiv — info @ 10:08

Andere Vertragsparteien müssen ihre Angebote verbessern

Berlin (agrar.de) – Zu den Gesprächen der Europäischen Union und den USA über den Agrarhandel innerhalb der Welthandelsorganisation WTO erklärt die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gerda Hasselfeldt:

‚Es ist zu begrüßen, dass die wichtigen Handelspartner EU und USA vor der entscheidenden Runde der WTO-Verhandlungen in Cancun im September 2003 das Gespräch suchen, um im Agrarbereich Möglichkeiten eines Kompromisses auszuloten. Das nun vorliegende Papier der beiden Verhandlungspartner stellt allerdings erst einmal den Verhandlungsrahmen dar und enthält noch keine konkreten Ziffern. Eine genaue Beurteilung über konkrete Auswirkungen auf die Landwirte ist daher noch nicht möglich.

Die EU hat zu Beginn des Jahres der WTO ein Verhandlungsangebot im Agrarbereich unterbreitet. Die im Juni 2003 beschlossene Agrarreform mit der Abkehr der Förderung von der Produktion stellt eine weitere weitreichende Vorleistung dar. Eine Einigung innerhalb der WTO über den Agrarteil muss sich daher im Rahmen des Verhandlungsmandats bewegen. Jetzt sind andere Vertragsparteien gefordert, ihre Angebote zu verbessern.

Völlig unverständlich sind die immer wiederkehrenden Vorwürfe, mit denen versucht wird, die europäische Landwirtschaftspolitik als Prügelknabe in den Verhandlungen hinzustellen. Die EU ist mit Abstand der größte Importeur von Agrarwaren. Auch können die 49 ärmsten Entwicklungsländer seit 2001 sämtliche Agrarprodukte bis auf Zucker, Reis und Bananen zollfrei in die EU ausführen. Und selbst bei diesen Produkten werden die letzten Zölle bis 2008 abgebaut sein. Bei den Exporterstattungen hat die EU ihre Ausgaben seit 1992 um etwa zwei Drittel zurückgefahren. Und schließlich hat die EU mit der Agrarreform im Unterschied zu anderen WTO-Staaten ihre handelsverzerrende interne Stützung erheblich gekürzt.

Die EU-Kommission ist gefordert, offensiv die zahlreichen Vorleistungen der EU, die sie im Agrarbereich bei den WTO-Verhandlungen erbracht hat, zu vertreten. Sie muss sich hier nicht verstecken. Die Bundesregierung ist gut beraten, die EU-Verhandlungsführer in dieser Richtung zu unterstützen, damit das europäische Modell einer nachhaltigen Landwirtschaft auch nach Cancun Bestand hat.‘

Links zum Thema EU und Landwirtschaft, Links zum Thema Agrarpolitik.

14. August 2003

VdAW zum Qualitätsmanagement im Agrargewerbe

Themen: Archiv — info @ 16:08

Stuttgart (agrar.de) – Vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen über die Qualitätssicherung für Lebensmittel, von der Urproduktion bis zum Verbraucher, ist ein Nachweis der Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln bei den Unternehmen, die sich mit der Erfassung und Vermarktung von Agrarprodukten beschäftigen, zukünftig fester Bestandteil im Unternehmensmanagement. In aller Regel erfassen und vermarkten die mittelständischen Unternehmen des privaten Agrargewerbes mehrere Lebensmittel bzw. Rohstoffe zur Lebensmittelherstellung. An alle diese Produkte werden Qualitätsanforderungen gestellt. Damit drohen den Agrarwirtschaftsunternehmen unterschiedlichste System-Handbücher, Dokumentationsanforderungen und Kontrollen mit zahlreichen Überschneidungen und Mehrfachkosten. Das ist nicht zumutbar und muss vereinheitlicht werden.

Der Verband der Agrargewerblichen Wirtschaft (VdAW) fordert an Stelle einer Vielzahl einzelner unkoordinierter Programme ein Gesamtsystem Qualitätssicherung für die Erfassung und Vermarktung von Lebensmitteln bzw. Rohstoffen zur Lebensmittelherstellung.

Im Rahmen eines Projektes werden zunächst branchenspezifische Handbücher zum Qualitätsmanagement in den Bereichen des Agrarhandels sowie der land- und forstwirtschaftlichen Lohnunternehmen, erarbeitet. Auf Grundlage dieser Handbücher werden die Betriebe in Fragen des Qualitätsmanagements beraten, Mitarbeiter qualifiziert und auf die Zertifizierung der Betriebe vorbereitet.

Das Projekt wird über das Wirtschaftsministerium und dem Landesgewerbeamt Baden-Württemberg im Rahmen des ESF-Programms, Ziel 3, gefördert. Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring und Landesgewerbeamtspräsident Dr. Bullinger: ‚Durch die Entwicklung von Qualitätsmanagement-Konzepten wird die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen des Agrargewerbes nachhaltig gestärkt und damit zur Sicherung von Arbeitsplätzen in den vorwiegend ländlichen Regionen beigetragen. Darüber hinaus werden die zum Teil nur an- oder ungelernten Mitarbeiter dieser Unternehmen über die Konzepte informiert und bis hin zu Qualitätsbeauftragten dieser Betriebe geschult. Dabei werden ihnen umfangreiche fachliche Kenntnisse über die Agrarprodukte, deren Beschaffenheit, Gesunderhaltung und Verarbeitung sowie deren Vertrieb vermittelt. Dies hilft wiederum, den Arbeitsplatz des einzelnen Mitarbeiters zu sichern und erhöht darüber hinaus aber auch seine Chancen auf dem heimischen Arbeitsmarkt.‘

Wie das Geschäftsführende Vorstandsmitglied des VdAW Erich Reich mitteilt, werden die privaten Unternehmen des Agrargewerbes durch die Qualifizierungsmaßnahmen in die Lage versetzt, ihre bisherige Leistungsfähigkeit auf den schwierigen Agrarmärkten weiter zu verbessern und auszubauen, so dass sie auch weiterhin zukunftsorientierte Marktpartner für die Ernährungsindustrie einerseits und den Rohstofflieferanten, der Landwirtschaft, andererseits sind. Als Bindeglied zwischen der Urproduktion in der Landwirtschaft und der Verarbeitung von Getreide zu fertigen Nahrungsmittelprodukten nehmen die Betriebe des privaten Agrargewerbes eine Schlüsselposition in der gesamten Nahrungskette ein.

Vor diesem Hintergrund stellt die Qualifikation aller an dieser Produktionskette beteiligten Personen einen wesentlichen Faktor für die Qualität der Produkte dar.

Die steigenden Ansprüche der Verbraucher, teilweise verunsichert durch diverse Lebensmittelskandale sowie die sich stetig verschärfende Konkurrenzsituation auf nationaler wie auch internationaler Ebene machen sehr stark deutlich, dass auf sämtlichen Ebenen der Lebensmittelherstellung die Produktionsprozesse überprüft und Elemente der Qualitätssicherung etabliert werden müssen.

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Blum zum Haushaltsbegleitgesetz: Statt zu helfen tritt die Bundesregierung zu

Themen: Archiv — info @ 15:08

Koblenz (agrar.de) – Die Landwirtschaft ist in diesem Jahr aufgrund der Witterungsverhältnisse stark getroffen. Hohe Einkommenseinbußen sind zu erwarten. Die bäuerlichen Familienbetriebe benötigen nun ihre Finanzmittel um für die Zukunft planen und Investitionen tätigen zu können. Die Bundesregierung hingegen will die Kürzung des Agrardieselsteuersatzes für die Landwirtschaft, obwohl die Landwirte bereits jetzt mit einer Steuerhöhe von 25,6 Cent pro Liter mit dem höchsten Steuersatz in Europa leben müssen, durchsetzen. Dies sei bereits heute Wettbewerbsverzerrung pur, erklärte der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV) Leo Blum.

Des Weiteren sei vollkommen unverständlich, dass bei der ungünstigen Alterspyramide in der Landwirtschaft die Bundeszuschüsse zu den Krankenversicherungsbeiträgen gekürzt werden sollen. Dies habe mit solidarischer Lastenverteilung nichts mehr zu tun, kritisierte Präsident Blum. Die aktiven Landwirte müssten demnach durchschnittlich 30 bis 60% höhere Krankenkassenbeiträge zahlen. Die Arbeitnehmer in Deutschland sollen hingegen bei den Krankenkassenbeiträgen deutlich entlastet werden! ‚Wenn solche Erhöhungen den Arbeitnehmern in Deutschland zugemutet würden, würde die Bundesregierung wahrscheinlich gestürzt werden‘, so Blum. Zusätzliche Kosten in Höhe von 218 Millionen Euro würden durch die höheren Krankenkassenbeiträge auf die Landwirtschaft zukommen.

Das Bundeskabinett hat nun das Haushaltsbegleitgesetz für die Landwirtschaft beschlossen. Dies hätte zur Folge, dass die Vorsteuerpauschale von 9 auf 7 Prozent herabgesenkt wird und gleichzeitig die Durchschnittsbesteuerung für buchführende Landwirte wegfällt. Auch dies würde den Landwirten, erklärte Präsident Blum, 270 Millionen Euro an Einkommen kosten. Hier packe Finanzminister Hans Eichel einen ‚alten Hut‘ aus. Bereits im Frühjahr dieses Jahres sei ihm verdeutlicht worden, dass diese Steueränderung den Bundeshaushalt eher belaste, statt entlaste. Selbst namhafte Politiker der Regierungskoalition hätten sich für die Beibehaltung des Durchschnittssteuersatzes eingesetzt.

‚Die Bundesregierung besitzt keine landwirtschaftliche Sachkompetenz. Es liegt nun am Bundesrat, der Bundesregierung die Augen zu öffnen. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die augenblickliche Sparpolitik auf dem Rücken von Minderheiten ausgetragen wird. Hierunter leidet nicht nur die Solidargemeinschaft, sondern die gesamte Wohlfahrtsleistung der Landwirtschaft für die Gesellschaft in Deutschland. Ohne eine ausgewogene Sparpolitik werden einzelne Berufsgruppen überdurchschnittlich hoch belastet. Die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland bedauern, dass Ihre Dörfer immer weniger landwirtschaftliche Betriebe beheimaten. Die augenblickliche Politik wird sicherlich nicht dazu beitragen, dass sich diese Entwicklung verlangsamt‘, so Präsident Blum abschließend.

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VDM: Besorgnis der Mühlen über Getreideernte bestätigt

Themen: Archiv — info @ 15:08

Getreidepreise bis zu 30 Prozent höher

Bonn (agrar.de) – Die anhaltende Trockenheit und Hitze hat zu einem sehr enttäuschenden Ergebnis der diesjährigen Getreideernte geführt. Nach Schätzungen des Deutschen Bauernverbandes wird die Ernte 10 bis 15 Prozent unter der Vorjahresmenge von 43,4 Millionen Tonnen liegen, die durch Hochwasser und Starkregen beeinträchtigt war. 2001 hatte die Getreideernte noch 49,7 Millionen Tonnen betragen. Damit bestätigen sich die Sorgen, die der Verband Deutscher Mühlen (VDM) bereits vor drei Wochen geäußert hat.

Die Brotgetreideernte ist inzwischen weit fortgeschritten und – mit Ausnahme von Späterntegebieten und einigen Regionen Norddeutschlands – zum Großteil beendet. Das extrem heiße und trockene Wetter der letzten Monate hat zwar in vielen Fällen die Proteineinlagerung gefördert, gleichzeitig aber die Kornausbildung behindert, so dass von sehr hohen Schmachtkornanteilen berichtet wird. Kleinkörnigkeit mit entsprechenden Minderausbeuten bei den Mühlen ist ein weit verbreitet zu beobachtendes Phänomen.

Die Mindermenge der diesjährigen Ernte findet ihren Niederschlag in Getreidepreisen, die – je nach Region – um bis zu 30 Prozent höher liegen als zur selben Zeit des Vorjahres. Die Rohstoffkosten bestimmen zu mehr als 75 Prozent die Mühlenkalkulation. Der niedrige Feuchtegehalt der geernteten Körner ermöglicht es, dass das Getreide beim Landwirt eingelagert wird. Die Abgabebereitschaft von Landwirtschaft und Landhandel ist folglich sehr niedrig. Da anders als in den Vorjahren nicht auf Getreide aus Frankreich oder Ungarn und der Ukraine zurückgegriffen werden kann, ist der Markt sehr fest und knapp. Dies gilt auch deshalb, weil Ausfälle bei der Futterversorgung der Tiere zu einer anziehenden Nachfrage nach Mischfutter geführt haben. Angesichts der ungewöhnlichen Erntesituation und der fehlenden Abgabebereitschaft der Vorlieferanten sind deshalb gegenwärtig viele Mühlen nur noch für wenige Wochen mit Rohstoff versorgt. Gegenwärtig ist es für Mühlen auch kaum möglich, ihre Getreideversorgung durch längerfristige Kontrakte abzusichern. Eine Entspannung der Getreidesituation ist – auch vor dem Hintergrund des europäischen Getreidemarktes – nicht in Sicht.

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DBV: Stimmungslage der Landwirtschaft auf dem Tiefpunkt

Themen: Archiv — info @ 15:08

Verband legt Ergebnisse des Konjunkturtest Agrar vom Juni 2003 vor

Berlin (agrar.de) – Die deutschen Landwirte schätzen ihre aktuelle wirtschaftliche Situation deutlich ungünstiger ein als noch im März dieses Jahres. Mit der Durchschnittsnote 3,50 (März 2003: 3,36) ist der schlechteste Wert seit der ersten repräsentativen Erhebung im Juni 1999 festzustellen. Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht darin den Ausdruck einer massiven Verunsicherung, sowohl bei langfristigen betrieblichen Entscheidungen als auch durch aktuelle Entwicklungen etwa bei den Erzeugerpreisen für Milch und Schweinefleisch. Befürchtungen von starken Ernteausfällen aufgrund der Trockenheit in diesem Jahr tragen dazu bei, dass die Stimmungslage in der Landwirtschaft weiter gedrückt bleibt. Die politischen und wettbewerblichen Rahmenbedingungen werden überwiegend als sehr belastend angesehen. Die Investitionszurückhaltung hält trotz des günstigen Zinsniveaus an.

Im Konjunktur- und Investitionstest Agrar wurden 965 landwirtschaftliche Betriebsleiter sowie 222 landwirtschaftliche Lohnunternehmer im Juni 2003 durch das Marktforschungsinstitut ‚Produkt + Markt‚ zur aktuellen wirtschaftlichen Situation und ihren Erwartungen für die Zukunft befragt.

Aktuelle wirtschaftliche Situation

Die aktuelle wirtschaftliche Situation ihres Betriebes beurteilten noch 11 Prozent der befragten Landwirte als ‚gut‘. Im Vergleich zum Vorjahr (Juni 2002) hat dieser Anteil um 6 Prozentpunkte abgenommen. Ungünstig beurteilten 47 Prozent (plus 14 Prozentpunkte) und befriedigend 42 Prozent (minus 8 Prozentpunkte) der befragten Landwirte ihre derzeitige wirtschaftliche Situation. War im Jahre 2001 noch eine positive Entwicklung der Stimmungslage deutlich, so setzt sich der bereits seit anderthalb Jahren andauernde Negativtrend fort. Insbesondere Veredlungsbetriebe, die einen Großteil ihres Einkommens aus der Schweine- und Geflügelhaltung erzielen, beurteilen in der Juni-Erhebung ihre derzeitige Situation ungünstiger als zuvor. Deutlich wird zudem, daß insbesondere die landwirtschaftlichen Betriebe Nord- und Ostdeutschlands ihre derzeitige wirtschaftliche Situation ungünstig einschätzen.

Zukünftige Erwartungen

Die Zukunftserwartungen der Landwirte über die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Jahren sind derzeit ebenfalls pessimistisch, aber auch differenzierter als früher. 8 Prozent der Landwirte erwarten eine günstigere wirtschaftliche Entwicklung für ihren Betrieb in den nächsten zwei bis drei Jahren, welches 1 Prozentpunkt weniger ist als im Juni 2002. Eine Mehrheit von 57 Prozent erwartet aber eine schlechtere zukünftige betriebliche Entwicklung, dies sind immerhin 6 Prozentpunkte mehr als im Juni 2002. Mit 35 Prozent ist die Zahl der befragten Betriebsleiter, die eine gleichbleibende wirtschaftliche Entwicklung für ihr Unternehmen erwarten zur Umfrage vom Juni 2002 um 3 Prozentpunkte gesunken. So schätzen insbesondere Futterbaubetriebe ihre betriebliche Zukunft deutlich schlechter ein als noch vor einem Jahr.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden insbesondere bei den Märkten für Milch, Getreide und Schweinefleisch als belastend eingeschätzt. In der Umfrage fällt auf, dass die Wettbewerbslage der deutschen Landwirtschaft innerhalb Europas weiterhin für ungünstig gehalten wird. Besonders besorgt zeigen sich die befragten Landwirte jedoch hinsichtlich der nationalen Steuer- und Finanzpolitik sowie der EU-Agrarpolitik. Skeptisch werden die Erwartungen hinsichtlich der diesjährigen Ernte gesehen.

Investitionen

Investitionsabsichten im kommenden halben Jahr haben nur noch 48 Prozent aller befragten Betriebsleiter, dies sind 8 Prozent weniger als zur Befragung im Juni 2002. Nur 15 Prozent der befragten Betriebsleiter wollen in Maschinen und Geräte investieren, zum Vorjahresvergleich sind dies 15 Prozent weniger. 22 Prozent der Befragten beabsichtigen in den nächsten sechs Monaten Investitionen in Wirtschaftsgebäude zu tätigen, dieser Wert ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert. In Bürotechnik und EDV zu investieren haben 6 Prozent (Juni 2002: 12 Prozent) der Landwirte vor und 11 Prozent (Juni 2002: 14 Prozent) beabsichtigen außerlandwirtschaftliche Investitionen.

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Nur noch rund 100.000 Schlepper auf Niedersachsens Höfen

Themen: Archiv — info @ 14:08

Hannover (agrar.de) – Auf den Höfen in Niedersachsen sind in diesem Jahr nur noch 101.193 Schlepper im Einsatz. Nach Ermittlungen des Landvolkverbandes ist dies die niedrigste Zahl in den vergangenen 30 Jahren.

1970 wurden noch knapp 200.000 Schlepper registriert und 1975 gab es den Höchststand mit 214.202 Traktoren. Bis 1990 ging die Zahl des Schlepperbestandes kontinuierlich zurück und lag damals bei 195.100. Fünf Jahr später waren es nur noch 151.900 und im Jahr 2000 ermittelten die Statistiker einen Gesamtbestand von 115.083. Im vergangenen Jahr waren es noch 106.057.

Ursache für den rückläufigen Schlepperbestand ist in erster Linie der Strukturwandel in der Landwirtschaft. So sind in den vergangenen zehn Jahren fast 30 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe ausgeschieden.

Im gesamten Bundesgebiet lag die Zahl der Schlepper bei 906.728. Davon entfielen allein 392.937 Traktoren auf die zumeist kleinstrukturierten Höfe in Bayern.

Links zum Thema Landtechnik, Links zum Bundesland Niedersachsen.

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