22. August 2003

Fachschulzahlen im Agrarbereich leicht rückläufig

Themen: Archiv — info @ 13:08

Landwirtschaft ist stärkster Berufsbereich

In den verschiedenen landwirtschaftlichen Berufsbereichen besuchten im vergangenen Schuljahr zum Stichtag am 15. November 2002 bundesweit 5.874 Schüler und Schülerinnen eine von insgesamt 228 agrarwirtschaftlichen Fachschulen in Deutschland. Damit sank die Zahl der Fachschüler im Vorjahresvergleich um 3 Prozent, die Zahl der Schulen hingegen stieg um 1 Prozent. Auf die westlichen Bundesländer entfielen 4.523 Fachschüler/innen (- 4 Prozent) an 192 Schulen (- 2 Prozent), während in den östlichen Bundesländern 1.351 Fachschüler/innen (+ 1 Prozent) 36 Schulen (+ 16 Prozent) besuchten. Dies geht aus der jüngsten Statistik des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) zu den agrarwirtschaftlichen Fachschulen hervor.

Die Landwirtschaft ist trotz rückläufiger Zahlen unverändert der mit Abstand stärkste Berufsbereich an den agrarwirtschaftlichen Fachschulen mit bundesweit 4.187 Schülern (- 6 Prozent) an 178 Schulen (- 3 Prozent). Während bei den halbjährigen und bei den einjährigen Fachschulen (‚Landwirtschaftsschulen‘) die Schülerzahlen um bis zu 15 Prozent sanken, stiegen diese an den zweijährigen Fachschulen (inklusive höhere Landbauschulen) und bei den Technikerschulen um mehr als 10 Prozent an.

Deutliche Rückgänge verzeichnete die Hauswirtschaft mit 1.567 Fachschülerinnen (- 7 Prozent) an 58 Schulen (- 24 Prozent). Sowohl die Anzahl der Schüler als auch der Schulen insbesondere an den dreisemestrigen Fachschulen und an den zweijährigen Fachschulen im Vorjahresvergleich verringerten sich um 40 bzw. 50 Prozent. Besonders deutlich verlief diese Entwicklung in den östlichen Bundesländern. Im Gartenbau entwickelte sich die Zahl der Fachschüler in den östlichen und westlichen Bundesländern gleichermaßen positiv. Bundesweit gab es 1.314 Schüler/innen (+ 6 Prozent) an 37 Schulen (+ 19 Prozent). Der Zuwachs fand hauptsächlich an den einjährigen Fachschulen (Abschluss ‚Wirtschafter‘) mit 688 Schülern (+ 13 Prozent) an 23 Schulen (+ 28 Prozent) statt.

Im Weinbau gab es mit bundesweit 294 Schülern (+ 4 Prozent) an 9 Fachschulen (+ 13 Prozent), die alle in den westlichen Bundesländern angesiedelt sind, eine Zunahme. In den Technikerschulen gab es bei der einjährigen Aufbauform 9 Prozent weniger Schüler, während die durchgängige zweijährige Technikerschule eine Zunahme um 9 Prozent auf 72 Schüler verzeichnete.

An den insgesamt 3 Fachschulen der Milchwirtschaft gab es im Berichtsjahr 56 Schüler (-7 Prozent). An der einzigen zweijährigen Fachschule der Forstwirtschaft wurden unverändert 23 Schüler gezählt.

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Bayern: Miller verlängert Internet-Qualifizierung für Landwirte

Themen: Archiv — info @ 13:08

München (agrar.de) – Die bayerischen Bauern können sich auch im nächsten Jahr mit Intensiv-Schulungen der Landwirtschaftsämter fit für den Computer machen: Landwirtschaftsminister Josef Miller hat die bis Ende 2003 laufende ‚Qualifizierungsoffensive Internet‘ um ein Jahr verlängert. Wie der Minister in München mitteilte, ist die Nachfrage nach Seminaren weiter riesig, denn: ‚Immer mehr Landwirte steigen auf den Computer als wertvolle Hilfe bei der Betriebsführung um und wollen sich mit Internet und Bürosoftware vertraut machen.‘ Seit Beginn des Programms Anfang 2001 haben mehr als 27 500 Bauern oder deren Familienangehörige rund 2.300 Computerkurse besucht. Für den Minister ist das Angebot eine unverzichtbare Investition in die Zukunft der bayerischen Landwirtschaft: ‚Wir helfen den Bauern, moderne Technologien intensiv zu nutzen, um ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.‘ Die erforderlichen Mittel für die Kurse stammen aus Privatisierungserlösen, dem Europäischen Sozialfonds sowie aus Eigenbeiträgen der Landwirte.

Nach Aussage des Ministers hat sich bei den Seminaren die enge Zusammenarbeit der Landwirtschaftsämter mit anderen Bildungsträgern wie etwa dem Bildungswerk des Bauernverbands bewährt. In einem ersten Block werden neben den Grundlagen der PC-Bedienung und eines betrieblichen Netzwerks Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Grundlagen der Internet-Nutzung vermittelt. Darauf aufbauend geht es in der zweiten Stufe um ‚Internet als Hilfsmittel für die Betriebsführung‘. ‚Gerade das Internet spielt bei der Betriebsführung, aber auch bei der Präsentation von landwirtschaftlichen Produkten und Dienstleistungen eine immer größere Rolle‘, sagte der Minister. Zudem sollen die Landwirte verstärkt die Beratungs- und Fachprogramme der staatlichen Landwirtschaftsverwaltung nutzen. In einer dritten Stufe werden die Bauern in Zusammenarbeit mit den Arbeitsämtern bedarfsgerecht für die regionale Wirtschaft ausgebildet. Dieses Angebot stößt laut Miller auf steigendes Interesse, denn: ‚Mit dem Wissen können sich die Landwirte als IT-Dienstleister ein zweites Einkommensstandbein aufbauen.‘

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Rheinland: Weizen bleibt die Nummer 1

Themen: Archiv — info @ 12:08

Bonn (agrar.de) – Rund 49 Prozent der 334.350 ha Ackerland wird von den rheinischen Landwirten 2003 für den Anbau von Getreide, Körnermais und Corn-Cob-Mix genutzt. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine leichte Zunahme des Getreideanbaus um 0,8 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung der vorläufigen Ergebnisse der Bodennutzungserhebung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik durch die Landwirtschaftskammer Rheinland.

Die Auswertung ergab, dass rund 97.500 ha Winter- und 1.370 ha Sommerweizen, knapp 2.900 ha Roggen, 30.220 ha Wintergerste, 7.220 ha Braugerste, rund 6.210 ha Hafer, etwas über 9.400 ha Triticale sowie 6.720 ha Körnermais/Corn-Cob-Mix in diesem Jahr gedroschen werden. Im Vergleich zum Vorjahr ist eine leichte Zunahme bei Weizen von 1,6 Prozent, vornehmlich Sommerweizen, ermittelt worden. Die in den letzten Jahren zu beobachtende Abnahme bei Roggen hat sich mit – 26 Prozent erneut drastisch fortgesetzt, während die Wintergerste, trotz Auswinterungsschäden, mit – 2,8 Prozent relativ stabil blieb. Der Anbau von Hafer stieg um 15,6 Prozent, während Triticale um 5 Prozent und Körnermais/CCM um 10 Prozent reduziert wurden.

Aufgrund von Auswinterungsschäden bauten die rheinischen Betriebe in diesem Jahr mehr Sommergetreide an. Die Flächen für Sommerweizen, Sommergerste und Sommermenggetreide betragen zusammen rund 9.650 ha, das sind 38 Prozent mehr als im Vorjahr.

Insgesamt ist eine Getreidefläche im Rheinland von rund 163.120 ha ermittelt worden, das sind 1.335 ha oder 0,8 Prozent mehr als zur Ernte 2002. NRW-weit wird Getreide auf rund 664.000 ha produziert, hier ist eine Zunahme der Fläche von ebenfalls 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen.

Rund 81.340 ha Ackerland, das sind 24,3 Prozent, werden unverändert für den Anbau von Hackfrüchten genutzt. Davon entfallen 71 Prozent – 57.890 ha – auf Zuckerrüben und 27 Prozent auf Kartoffeln. Mit etwa 21.640 ha sank der Anbauumfang leicht um 3,2 Prozent, wobei die Fläche der Industriekartoffeln mit 11.700 ha leicht zunahm (+0,8 Prozent), während sich die Fläche der späten Speisekartoffeln um rund 7 Prozent auf 7.750 ha verringerte. Ebenfalls leicht rückläufig war der Anbau von Frühkartoffeln, der um 170 ha auf rund 2.250 ha reduziert wurde (7 Prozent).

Insgesamt werden etwa 80 Prozent aller NRW-Hackfrüchte im Rheinland produziert, während der Anteil der Fläche beim Getreide nur 25 Prozent beträgt.

Die Produktion von Gemüse, Spargel und Erdbeeren verzeichnet mit rund 15.840 ha eine Zunahme von 4,7 Prozent gegenüber 2002.

Um 26 Prozent zugenommen hat die Produktion von Winterraps. Insgesamt werden 7.740 ha ölhaltige Handelsgewächse angebaut (+13 Prozent), davon entfallen 6.320 ha auf den Winterraps.

Die Produktion von Hülsenfrüchten, wie Ackerbohnen und Futtererbsen, spielt – trotz einer Zunahme von 15,6 Prozent – mit rund 2.550 ha weiterhin nur eine geringe Rolle im Rheinland. Der Anbau von Futterpflanzen sank um 4,5 Prozent auf 46.630 ha, davon sind 34.860 ha Silomais.

5 Prozent des gesamten Ackerlandes im Rheinland sind so genannte Brachflächen, dies bedeutet eine Steigerung der Stilllegung gegenüber dem Vorjahr von 5,4 Prozent.

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Getreideernte in Bayern von Jahrhunderttrockenheit und -hitze geprägt

Themen: Archiv — info @ 09:08

Ergebnis deutlich unter langjährigem Durchschnitt

München (agrar.de) – Die Getreideernte (ohne Körnermais) liegt 2003 in Bayern nach dem ungewöhnlich trockenen und warmen Sommer voraussichtlich bei einer Gesamtmenge von 5,4 Millionen Tonnen (t) und damit rund 19 Prozent bzw. 1,2 Millionen t unter dem langjährigen Durchschnitt. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, liegt der durchschnittliche Ertrag beim Getreide (ohne Körnermais) mit 51 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) deutlich unter dem Stand des Sechsjahresdurchschnittes von 59 dt/ha; dies bedeutet einen Rückgang von fast 15 Prozent. Der gegenüber dem Ertrag vergleichsweise stärkere Rückgang bei der Erntemenge ist auf die 2003 ebenfalls weiter rückläufige Getreideanbaufläche zurückzuführen. Allerdings wirkte sich die Ertragskomponente auf den Rückgang der Gesamterntemenge wesentlich stärker aus als die Flächenkomponente. Von Anbaurückgängen waren die Wintergetreidearten (Winterweizen, Roggen, Wintergerste und Triticale) betroffen, während Sommergetreidearten (Sommerweizen und Sommergerste) nach den hohen Auswinterungsschäden im Frühjahr verstärkt angebaut wurden.

Die bayerischen Landwirte bewirtschafteten nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung vom Mai 2003 eine Getreidefläche (ohne Körnermais) von 1,071 Millionen ha. Der Anbau war damit gegenüber dem Vorjahr mit -3,0 Prozent weiter rückläufig. Bei den einzelnen Getreidearten gab es allerdings mehr oder weniger große Unterschiede in der Flächenentwicklung. Der Anbaueinschränkung bei Winterweizen (-12,4 Prozent auf 402 300 ha), Roggen (-26,6 Prozent auf 31 100 ha), Wintergerste (-7,9 Prozent auf 279 600 ha) und Triticale (-16,4 Prozent auf 69 200 ha) standen Ausweitungen bei Sommerweizen (+292,2 Prozent auf 32 200 ha), Sommergerste (+26,8 Prozent auf 187 100 ha) sowie Hafer (+11,7 Prozent auf 57 400 ha) gegenüber.

Im Herbst 2002 machten den bayerischen Landwirten erschwerte Aussaatbedingungen aufgrund der überwiegend nassen Witterung zu schaffen. Nach dem ab Januar recht strengen Winter mit langen Frostperioden mussten zu Beginn des Frühjahrs zahlreiche Felder wegen Auswinterungsschäden umgebrochen und neu bestellt werden. Ab Mitte Mai setzte dann die den gesamten Juni, Juli und August währende und mit ungewöhnlich hohen Temperaturen gepaarte extreme Trockenheit ein, die in Nordbayern noch stärker ausgeprägt war als im südbayerischen Raum. Dies führte allgemein zu einem sehr frühen Abreifen der Getreidebestände verbunden mit einer entsprechend eingeschränkten Körnerausbildung. Bereits gegen Ende der ersten Augustdekade war die Getreideernte in Bayern weitgehend abgeschlossen.

Nach den nunmehr fast vollständig ausgewerteten Ertragsmessungen der Besonderen Ernteermittlung ist in Verbindung mit den Schätzungen der amtlichen Berichterstatter davon auszugehen, dass im Landesmittel der Durchschnittsertrag für Getreide (ohne Körnermais) einen Wert von 51 dt/ha erreichen wird. Die regionalen Ertragsunterschiede waren dieses Jahr sehr stark ausgeprägt.

In Verbindung mit der gegenüber dem Vorjahr rückläufigen Anbaufläche führen die niedrigeren Ernteerträge in diesem Jahr zu einem deutlichen Rückgang der Gesamterntemenge: Nach dem derzeitigen Stand der Berechnungen wird für 2003 eine Erntemenge von 5,4 Millionen t veranschlagt; das sind 19 Prozent weniger gegenüber dem langjährigen Durchschnitt und 15 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die folgende Übersicht gibt einen Überblick über Mengen und Erträge der einzelnen Getreidearten.

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Mecklenburg-Vorpommern: Schweinepestbekämpfungsverordnung vom 31. März 1999 aufgehoben

Themen: Schweinepest,Tierseuchen — info @ 09:08

Verordnung zur Aufhebung von Schonzeiten für Schwarzwild ab zwei Jahren, Dachs und Steinmarder tritt in Kraft

Schwerin (agrar.de) – Ab 1. September 2003 gelten in Mecklenburg-Vorpommern neue Regelungen auf dem Gebiet der Schweinepestbekämpfung. Für Schwarzwild ab zwei Jahren sowie für Dachse und Steinmarder wurde die Schonzeit aufgehoben. Diese Regelung gilt gemäß § 22 Abs. 4 Satz 1 Bundesjagdgesetz allerdings nicht für führende Bachen, die für die Aufzucht der abhängigen Frischlinge notwendig sind, sowie ebenfalls nicht für Dachse und Steinmarder, die Welpen aufziehen. Des weiteren tritt mit genanntem Datum die Schweinepestbekämpfungsverordnung vom 31. März 1999 außer Kraft.

Der Bundesgesetzgeber hat den Ländern die Möglichkeit eingeräumt, dass Schonzeiten aus besonderen Gründen aufgehoben werden können. Hierzu zählen insbesondere Erfordernisse im Rahmen der Wildseuchenbekämpfung, Tierseuchenbekämpfung in Wildbeständen und der Landeskultur. Das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei hat von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.

Die Schonzeitaufhebungen sind wegen der besonderen Situation in Mecklenburg-Vorpommern erforderlich. In der außer Kraft tretenden Schweinepestbekämpfungsverordnung war eine längere Schonzeit geregelt mit dem Ziel, die Sozialstrukturen im Schwarzwildbestand zu stabilisieren. Das ist bis heute weitestgehend geschehen. Dazu hat auch eine entsprechende Bejagungsstrategie beigetragen. Dennoch hat sich der Gesamtbestand im Laufe der Jahre auf ein kaum noch zu vertretendes Maß erhöht. Auch wurden im Verhältnis zum jährlichen Gesamtstreckenergebnis zahlenmäßig zu wenig Bachen (Zuwachsträger) erlegt.

Auch war der Anteil erlegter Bachen am Streckenergebnis zu gering.

Diese aktuelle Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern verlangt nicht nur die Rücknahme der Schonzeitverlängerung beim Schwarzwild, sondern erfordert außerdem einen viel wesentlich höheren Abschuss bei denvon reproduzierenden geschlechtsreifen StückenTieren. Die Bachenstrecke muss mindestens verdoppelt werden, damit im Rahmen der jagdrechtlichen Bestimmungen der Bestandsanstieg gestoppt und die Schwarzwildpopulation insgesamt deutlich gesenkt werden kann. Das schließt ein, dass Bachen, die weder Leitbachenfunktion haben noch abhängige Frischlinge führen, auch in der traditionellen Schonzeit erlegt werden dürfen.

Auch bei Dachs und Steinmarder ist ein erhöhter Populationsanstieg zu verzeichnen. Da sie zu den möglichen Überträgern von Tierseuchenerregern zählen, wird die Schonzeitenaufhebung gemäß der bisherigen Schweinepestbekämpfungsverordnung fortgeführt. Dennoch kann eine Verbreitung z. B. des Schweinepestvirus in freier Wildbahn durch Dachs und Marder nie ganz ausgeschlossen werden.

Die letzten Nachweise der Klassischen Schweinepest beim Schwarzwild in Mecklenburg-Vorpommern stammen aus dem Juli 2000. Aus seuchenprophylaktischen Gründen wurde die Schweinepestbekämpfungsverordnung aber bis jetzt aufrecht erhalten. wurde, diente der Seuchenprophylaxe. Gleichzeitig wurden unterstützend Impfmaßnahmen im Schwarzwildbestand durchgeführt und Tierhalter, Jäger u.a. hinsichtlich der Gefahren einer Neueinschleppung des Erregers sensibilisiert. Das hat maßgeblich dazu beigetragen, dass alle diesbezüglichen Seuchenbekämpfungsmaßnahmen aufgehoben werden konnten. Auf dieser Grundlage konnten beispielsweise Impfaktionen durchgeführt werden. Das hat maßgeblich dazu beigetragen, dass der Erreger der Klassischen Schweinepest in Mecklenburg-Vorpommern gegenwärtig als ausgerottet gilt. Des weiteren wurde damit der Gefahr einer Neueinschleppung des Erregers in den Schwarzwildbestand bzw. in die Hausschweinehaltung begegnet. Eventuelles Seuchengeschehen konnte so frühzeitig erkannt werden.

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21. August 2003

DBV: Kommission lässt Landwirte nicht an Preisentwicklung teilhaben

Themen: Archiv — info @ 16:08

EU öffnet Interventionsbestände zur Verfütterung

Berlin (agrar.de) – Kaum gibt es am Getreidemarkt eine erste positive Preisbewegung, setzt die Kommission alles daran, den Preisauftrieb zu drosseln. Das stellt der Deutsche Bauernverband (DBV) fest, nachdem die Exportlizenzen ausgesetzt wurden, und die Kommission nun Überlegungen anstellt, auch die Möglichkeit der Exporte im Rahmen des Droit Commune einzuschränken. Demgegenüber profitieren die amerikanischen Farmer, die eine im Vorjahresvergleich deutlich gestiegene Weizenernte eingefahren haben, von Exporten auf den Weltmarkt. Nach Schätzungen des amerikanischen Landwirtschaftsministerium werden sie etwa 3 Prozent Marktanteile am Weltmarkt für Weizen zurückerobern. An der Börse in Chicago haben die Notierungen für Weizen die Marke von 140 US-Dollar je Tonne aufgrund dieser Entwicklung überschritten.

Während die jüngsten Reformvorschläge der Kommission darauf abzielen, die Landwirtschaft einem liberalisierten Weltmarkt zu überlassen, reagiert die Kommission bei entgegensetzten Vorzeichen für den europäischen Verbrauch sehr sensibel und setzt alle politischen Hebel an, eine positive Marktentwicklung für die Landwirtschaft zu verhindern, kritisiert des DBV.

Auf dem Binnenmarkt werden 1,36 Millionen Getreide aus Interventionsbeständen zum Verkauf für die Verfütterung ausgeschrieben. Die Kommission begründet diese Maßnahme mit der Entlastung der angespannten Futtergetreidemärkte. Vorrangig ziele diese Maßnahme darauf ab, die Verdrängung von heimischem Getreide durch Substitute zu vermeiden und die Marktanteile des Getreides zumindest in europäischen Märkten zu stabilisieren. Nicht unmittelbar betroffen von dieser Maßnahme sind die Brotgetreidemärkte, da die ausgeschriebenen 730.000 Tonnen Roggen lediglich zu Futterzwecken genutzt werden dürfen, so dass der Roggenanteil im Futtergetreidemarkt stabilisiert wird.

Für die weitere Marktentwicklung bleibt zu hoffen, dass die getroffenen Entscheidungen die derzeitige Preisfindung nicht nachhaltig beeinflussen. Nach jüngsten Schätzungen der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission wird die europäische Weizenernte um 10 Millionen Tonnen bzw. 7 Prozent geringer ausfallen als im Vorjahr. Auch bei Körnermais, der Getreideart mit dem höchsten Futterwert, wird der gesamteuropäische Ertrag 10 Prozent unter Vorjahresniveau liegen. Die Forschungsstelle rechnet mit einem durchschnittlichen Hektarertrag bei Mais von 82 Dezitonnen je Hektar. Das sind etwa 8 Dezitonnen je Hektar weniger als im fünfjährigen Durchschnitt.

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CDU/CSU: Weltmarkt für Getreide offen halten

Themen: Archiv — info @ 14:08

Unverständlicher dirigistischer Eingriff der EU

Berlin (agrar.de) – Zu dem von der EU-Kommission geplanten Exportstop von EU-Getreide erklärt der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Harry Carstensen:

‚Die EU-Kommission hat die Agenda-2000-Beschlüsse und die Agrarreform vom Juni 2003 mit der Notwendigkeit der weiteren Öffnung des Agrarmarktes begründet. Zudem hat sie behauptet, dass dies für die anstehenden WTO-Verhandlungen, die eine weitere Liberalisierung der Agrarmärkte vorsehen, erforderlich ist. Sie hat damit die Landwirte aufgefordert, sich dem Weltmarkt zu stellen. Vor diesem Hintergrund ist es völlig unverständlich, dass die EU-Kommission die Trockenschäden zum Anlass nimmt, dirigistisch in den Markt einzugreifen, indem sie den Export von Getreide zunächst erschwert hat und in Kürze ganz verbieten will. Gerade jetzt bestünde aber für die europäischen Landwirte die Chance, den höheren Weltmarktpreis zur Verbesserung ihrer Einkommenssituation zu nutzen.

Mit dem Ausfall des europäischen Getreides auf dem Weltmarkt wird der Getreidepreis weiter steigen, davon werden jedoch nur die außerhalb der EU produzierenden Landwirte profitieren.

Die Bundesregierung muss deshalb diese Maßnahmen in Brüssel unverzüglich stoppen.‘

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WLV drängt auf höheren Abschlagsbetrag bei Ausgleichszahlungen

Themen: Archiv,Rinder,Statistik — info @ 14:08

Präsident Möllers: Milch- und Rindviehbauern geht das Futter aus – Abschlagszahlung auf 80 Prozent erhöhen – Liquidität für Futterkäufe sichern

Münster (agrar.de) – Immer mehr Landwirte in Westfalen-Lippe bekommen Probleme, ihre Tiere mit genügend Futter vom Grünland oder Acker – Grassilage oder Mais – zu versorgen. Nach der wochenlangen Trockenheit müssen viele von ihnen jetzt Futter zukaufen, um ihre Tiere satt zu bekommen. Am Mangel ändern auch die vereinzelten Niederschläge der vergangenen Tage nichts. Vor diesem Hintergrund setzt sich der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), Franz-Josef Möllers, bei Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn dafür ein, die vorgezogenen Abschlagszahlung auf die Tierprämien von 60 auf 80 Prozent zu erhöhen. Dies sei dringend geboten, um den Rinder- und Milchviehhaltern die notwendigen Liquidität zu verschaffen, erklärte der WLV-Präsident. Möllers: ‚Eine positive Entscheidung wäre das richtige Signal für die betroffenen Landwirte und würde deutlich helfen, die Situation zu entspannen.‘

Im Einzelfall besonders hart betroffene landwirtschaftliche Betriebe sollten über die geforderte Abschlagszahlung hinaus durch das diskutierte Bund-Länder-Hilfsprogramm aufgefangen werden. Möllers bat eindringlich darum, die Umsetzung dieses Programms zu unterstützen.

Besonders die Rinder- und Milchviehhalter in Westfalen-Lippe leiden unter der anhaltenden Trockenheit. Die Situation hat sich in den vergangenen Wochen dramatisch verschärft. Sowohl das Grünland – hier ist teilweise nur ein erster Schnitt im Mai und ein zweiter Schnitt im Juni erfolgt – als auch der Silomais konnten sich wegen Wassermangel nicht normal entwickeln. Betroffen sind neben Betrieben mit Milchkühen auch Betriebe, die Mutterkühe halten oder Rinder mästen. Nachdem die Vorräte des vergangenen Jahres fast vollständig aufgebraucht sind, müssen sie ihre Tiere vom dem Pflanzenaufwuchs ernähren, der zur Zeit wächst, und gleichzeitig noch Wintervorräte anlegen.

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NABU verzeichnet weiteren Zuwachs bei Mitgliedern

Themen: Archiv — info @ 12:08

Berlin (agrar.de) – Der Naturschutzbund NABU kann weiter auf die Unterstützung in der Bevölkerung bauen und freut sich über einen Zuwachs auf über 390.000 Mitglieder. ‚Mit diesem Vertrauensbeweis werden wir uns als starke Gemeinschaft auch in Zukunft auf allen Ebenen für Natur und Umwelt einsetzen‘, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke bei der Vorstellung des NABU-Jahresberichtes 2002.

In der Umweltpolitik seien in jüngster Zeit mit dem Inkrafttreten des Bundesnaturschutzgesetzes, dem Beginn der Sicherung von Naturschutzflächen aus dem ehemals volkseigenen Vermögen der DDR oder dem 5-Punkte-Programm zur Flusspolitik der Bundesregierung beachtliche Signale gesetzt worden. Tschimpke warnte jedoch davor, sich auf diesen Erfolgen auszuruhen: ‚Die Umsetzung des neuen Bundesnaturschutzgesetzes durch die Bundesländer kommt nur schleppend voran und auch die Ausweisung von Flächen für das europäische Schutzgebietsnetz NATURA 2000 erfolgt bestenfalls widerwillig.‘

Von der anstehenden Novelle des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) erwarte der NABU neuen Schwung für den Ausbau zukunftsfähiger Energiequellen. ‚Der vor kurzem vorgelegte Referentenentwurf zur EEG-Novelle ist zukunftsweisend‘, so Tschimpke. Mit einer besseren Vergütung in den Energiesparten Biomasse und Geothermie könnten zusätzliche Potenziale im Bereich der erneuerbaren Energien erschlossen werden. Auch von der geplanten stärkeren Berücksichtigung von Naturschutzinteressen etwa bei der Offshore- Windenergie und der Wasserkraft könne die Energiewende nach Ansicht des NABU letztlich nur profitieren. Tschimpke hob hervor, dass zukünftig in Meeresschutzgebieten geplante Windparks keine Vergütung mehr erhalten sollen. Die Novelle könne mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz beitragen, so der NABU-Präsident.

Mehr Tempo forderte der NABU bei der ökologischen Wende in der Flusspolitik. ‚Dem Bekenntnis zu einer nachhaltigen Flusspolitik müssen nun Taten folgen‘, so Tschimpke. Neben schärferen Grenzen für die Bebauung und dem Verbot des Ackerbaus in Flussnähe müssten vor allem durch großräumige Rückverlegung von Deichen konsequent Überschwemmungsflächen für die Flüsse zurückgewonnen werden.

‚Milliardenschwere Ausbau- und Unterhaltungsmaßnahmen, wie es die Pläne der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung vorsehen, sprechen allerdings eine andere Sprache‘, so Tschimpke. Nur durch einen Rückbau der Flüsse könnten zukünftige Hochwasserwellen gebremst, in ihrer Höhe gesenkt und somit auch entschärft werden.

Die jüngsten Entwicklungen auf dem Agrarsektor geben laut NABU Grund zur Hoffnung auf eine ökologische Entlastung unserer Umwelt. ‚Die Agrarwende gestaltet sich zwar aufgrund des erwarteten Widerstands zahlreicher Besitzstandswahrer relativ zäh, scheint aber auf nationaler wie auch auf europäischer Ebene als alternativlos anerkannt‘, so Tschimpke. Der Beschluss der europäischen Agrarminister zur EU-Agrarreform biete dabei die Grundlage für einen Kurswechsel und die Chance, die verfehlte europäische Agrarpolitik zu beenden. Im Rahmen der nationalen Umsetzung müsse nun zügig damit begonnen werden, eine von der Produktion entkoppelte regionale Flächenprämie einzuführen und sämtliche Direktzahlungen an konkrete Umweltauflagen zu binden. An die Bundesländer appellierte Tschimpke, eine möglichst rasche Umsetzung der Reformbeschlüsse konstruktiv zu unterstützen.

Als neuer NABU-Präsident hat sich Olaf Tschimpke vorgenommen, die Themen Naturschutz und Nachhaltigkeit populärer zu machen. ‚Dabei wird der NABU nicht nachlassen, weite Kreise der Bevölkerung für die wichtigen Zukunftsfragen zu sensibilisieren und als Mitglieder, Spender oder Förderer zu gewinnen‘, so Tschimpke. An die Wirtschaft gerichtet sagte er: ‚Wenn von den Menschen in unserem Land mehr Verantwortung bei ihrer Zukunftsvorsorge verlangt wird, dann müssen auch Unternehmen zukünftig Blockaden aufgeben und einen stärkeren Beitrag zum Umweltschutz und nachhaltigen Wirtschaftsweisen leisten.‘

Zum Jahresende 2002 konnte der NABU mit 392.357 Mitgliedern einen neuen Höchststand verzeichnen, was einem Zuwachs um 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die deutlichste Zuwachsrate an Mitgliedern konnte der NABU in Sachsen (+37,7 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (+26 Prozent) verzeichnen. Die Mitgliedsbeiträge steuerten mit knapp 12 Millionen Euro auch im vergangenen Jahr den Hauptanteil (61,4 Prozent) zum Gesamtertrag von gut 19 Millionen Euro bei. Über 6 Millionen Euro investierte der NABU in Projekte und Programme der Gruppen und Landesverbände über ganz Deutschland verteilt. ‚Als Verband mit den meisten ehrenamtlichen Aktiven vor Ort werden wir diesen Schwerpunkt unserer Arbeit auch in Zukunft weiter stark unterstützen und neue Konzepte zur Förderung des Ehrenamtes entwickeln‘, so Tschimpke.

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Einsatz von Speiseresten im QS-System neu geregelt

Themen: Archiv — info @ 09:08

Wissenschaftliche Risikobewertung als Grundlage

Berlin (agrar.de) – Die Übergangsregelung für die Verfütterung von Speiseresten im QS-System wird ausgesetzt. Für zugelassene landwirtschaftliche QS-Betriebe, die derzeit Speisereste verfüttern, bedeutet dies, dass sie über den bisher gesetzten Stichtag 29.8.2003 hinaus Speisereste einsetzen dürfen. Betreiber von Speiseresteverarbeitungsanlagen müssen analog den allgemeinen Bestimmungen für Einzelfuttermittelhersteller ab dem 1.9.2003 mindestens eine QS-Anerkennung vorweisen, wenn sie weiterhin an Landwirte im QS-System liefern. Diese Regelungen wurden von der Gesellschafterversammlung der QS Qualität und Sicherheit GmbH am 18.8.2003 einstimmig beschlossen.

Parallel dazu wird eine wissenschaftliche Studie durchgeführt werden, in der eine Risikobewertung für den Einsatz von Speiseresten vorgenommen wird. Darin geht es vor allem um die Analyse der Risikofaktoren, die Definition der sogenannten ‚kritischen Kontrollpunkte‘ entsprechend dem HACCP-Konzept und um die Aufstellung eines Kontrollplans. Aufbauend auf dieser Studie wird die zukünftige Regelung definiert für Betriebe, die Speisereste einsetzen, und zwar sowohl für bestehende QS-Betriebe als auch für neue Betriebe, die sich am QS-System beteiligen wollen.

Diese Regelung zum Einsatz von Speiseresten wird terminlich gekoppelt mit einer möglichen befristeten Zulassung für ausländische Ware, bei deren Produktion tierische Fette verfüttert werden. Beide Regelungen sind befristet bis zum 31.12.2005. Hintergrund ist die geplante Akzeptanz ausländischer Audits für die Lieferung ins QS-System. QS wird in bilateralen Verträgen mit den verschiedenen Lieferländern die Anforderungen festschreiben, die an Ware oder Tiere gestellt werden. Dabei sind Aspekte, die die Sicherheit von Lebensmitteln berühren, für QS unabdingbar. Auf Basis einer gleichwertigen Prüfsystematik sollen weitere programmspezifische Faktoren definiert werden.

Durch diese Anerkennung der Audits wird der Weg für die Lieferung von Fleisch aus dem Ausland nach deutschen QS-Bedingungen geebnet, so dass die Nachfrage sowohl der Schlacht- als auch der Verarbeitungsbetriebe und des Lebensmitteleinzelhandels gedeckt werden kann.

Links zum Thema Qualität und Sicherheit.

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