01. August 2003

Sachsens Winzer hoffen auf Spitzenweine

Themen: Archiv — info @ 16:08

Dresden (agrar.de) – Sachsen Winzer erwarten einen sehr guten Jahrgang. ‚Der Regen kam zur rechten Zeit‘, heißt es aus Deutschlands kleinstem und gleichzeitig nördlichstem Weinanbaugebiet. Die derzeitige Witterung erlaube eine optimale Traubenreife, teilte das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium mit.

Voraussichtlich werde die Weinlese früher starten als üblich. Die Reben hätten einen Entwicklungsvorsprung von fast drei Wochen. Während die Winzer auf Spitzenweine hoffen, dürfte die Erntemenge aufgrund der Trockenheit geringer ausfallen als im Vorjahr. Mit einer Gesamtweinernte von 17.703 Hektoliter Most im letzten Jahr konnten die Weingärtner nach dem schlechten Jahr 2001 wieder an bessere Vorjahre anknüpfen. Von der gesamtdeutschen Weinanbaufläche von rund 100.000 Hektar liegen 421 Hektar in Sachsen.

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Heiderich: Künast startet neue Verhinderungsstrategie in der Grünen Gentechnik

Themen: Gentechnik,Umwelt — info @ 16:08

Statt der Gentechnik-Anwendung wird die Gentechnik-Verhinderung geregelt

Berlin (agrar.de) – Zu den bekannt gewordenen Eckpunkten des Entwurfs des neuen Gentechnikgesetzes erklärt der Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Bio- und Gentechnologie, Helmut Heiderich:

‚Mit den bekannt gewordenen Linien des neuen Gentechikgesetzes bezieht Ministerin Künast eindeutig Position: statt der Gentechnik-Anwendung wird die Gentechnik-Verhinderung geregelt.

Dies zeigt schon die beabsichtigte Änderung des § 1 des Gentechnikgesetzes: Stand dort bislang die ‚Förderung der wissenschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten‘ als Zweck des Gesetzes, ist davon nun nichts mehr zu lesen. Stattdessen wird explizit die Produktion ohne gentechnisch veränderte Organismen, also die ‚Nulltoleranz‘ als Gesetzeszweck aufgeführt.

In der Folge werden wissenschaftlich überprüfbare Kriterien zunehmend in allgemeine politische Beurteilungsverfahren umgewandelt. Von Eigenschaften, die möglicherweise Auswirkungen auf § 1 des Gesetzes haben, ist dort die Rede, Oder von Auswirkungen mit ‚direkten oder indirekten, sofortigen oder späteren Risiken‘, die geprüft werden sollen. Bei solch diffusen Vorgaben wird die Untersagung oder Einschränkung einer Genehmigung immer rechtssicher begründbar sein.

Ministerin Künast scheint vor allem den in den Leitlinien der EU zur Koexistenz – bedauerlicherweise vollständig – eröffneten Spielraum insbesondere zur Haftung dazu nutzen zu wollen, neue Hürden für die Grüne Gentechnik aufzubauen. Denn alle Verantwortlichkeiten für die Koexistenz werden auf die Nutzer der Grünen Gentechnik abgewälzt, bis hin zu den Kosten für die Überwachungsmaßnahmen. Hinzu kommt ein öffentliches Standortregister, das es den Gegnern noch leichter machen wird, die Objekte ihrer Zerstörungswut zu finden. Mit solch hohen Auflagen und Risiken wird der Anbau von GVO faktisch unmöglich werden.

Wenn die Bundesregierung weiterhin für die Biotechnik als Zukunftsbranche einstehen will, darf sie sich nicht länger gefallen lassen, dass von Frau Bulmahn geförderte Forschungsprojekte torpediert werden. Sie muss vielmehr die Künast-Pläne schleunigst stoppen.‘

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Schweizer Bauern laden zum Brunch

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 16:08

Bern (agrar.de) – Heute laden die Schweizer Bauern wieder zum traditionellen Brunch auf dem Bauernhof ein. Der Anlass unter dem Patronat des Schweizerischen Bauernverbandes (SBV) wurde 1993 ins Leben gerufen worden ist und hat sich zu einer Tradition entwickelt, die heute kaum mehr vom schweizerischen Nationalfeiertag wegzudenken ist.

In den letzten Jahren genossen jeweils etwa 200.000 Gäste das kulinarische Angebot in besonderer Atmosphäre. Der ‚Buurezmorge‘ auf den rund 450 Bauernhöfen hat sich zu einem wichtigen Werbeträger der Schweizer Landwirtschaft entwickelt, der den Dialog zwischen Stadt und Land, zwischen Produzenten und Konsumenten fördert. Dies gebe den Bauern die Möglichkeit, ihre Leistungen und Produkte den Kunden näher zu bringen.

Mit von der Partie ist in diesem Jahr auch die Schweizerische Vereinigung zur Förderung der AOC und IGP. Die Organisation unterstützt diesen beliebten Anlass als Hauptsponsor. Gleichzeitig soll mit dem Brunch den Besuchern die Produkte mit geschützter Ursprungsbezeichnung (AOC) und mit geschützter geografischer Angabe (IGP) näher gebracht werden, heisst es in einer Mitteilung der Vereinigung.

Spezialitäten, regionale und überlieferte Produkte würden zunehmend Sympathien geniessen. Zudem forderten die Konsumenten Qualität und Sicherheit der Produkte, heisst es weiter. Die Vereinigung zur Förderung der AOC und IGP betrachtet daher den 1.-August-Brunch als ideale Plattform, die Vorzüge der geschützten Produkte einem breiten Publikum bekannt machen zu können.

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DBV: Wetterderivate für die Landwirtschaft sind bisher ein Phantom

Themen: Archiv — info @ 15:08

Angebote weltweit Fehlanzeige – dafür Ertragsschadensversicherung

Berlin (agrar.de) – Wetterderivate, die durch ungünstige Witterung verursachte Ernteausfälle in der Landwirtschaft absichern, sind bisher nur ein Phantom. Dies stellt der Deutsche Bauernverband (DBV) fest.

In Medienberichten zur Dürre war in der vergangenen Woche kritisiert worden, dass solche Wetterderivate von der Landwirtschaft nicht genutzt werden, um ihr Wetterrisiko abzusichern. Stattdessen würde sie auf staatliche Unterstützung spekulieren. Diese Kritik wies der Deutsche Bauernverband zurück. Richtig ist vielmehr, dass es zurzeit weltweit kein Angebot zur Absicherung von Ernterisiken durch so genannte Wetterderivate gibt. Dabei besteht grundsätzlich ein Interesse der Landwirtschaft, sich gegen natürliche Wetterrisiken abzusichern, die neben den Preisschwankungen eine der Hauptursachen für drastische Einkommensveränderungen sind.

Gründe für das fehlende Angebot für solche Wetterderivate, die in Form von Optionsgeschäften von Brokern gehandelt werden, liegen in der fehlenden Standardisierung der Verträge. Zur Standardisierung gehört auch, dass die regionale Witterung auf einzelne Flächen bezogen werden kann. Dies ist derzeit technisch noch nicht möglich.

Dagegen können Wetterderivate für die Energiebranche und für Großveranstalter von Volksfesten und Freiluftkonzerten, die Sonnenschein und keinesfalls Regen für ihr Geschäft benötigen, geeignete Instrumente zur Absicherung des Wetterrisikos sein. Der Käufer eines derartigen Derivates muss sich beim Kauf auf ein singuläres Wetterereignis, zum Beispiel Temperaturschwankungen zur Zeit der Veranstaltung festlegen, das er absichern möchte. Die Landwirtschaft dagegen muss sich über eine gesamte Vegetationszeit mit unterschiedlichen Witterungsverhältnissen wie Regen, Temperatur und Sonne auseinandersetzen, die neben ackerbaulicher Leistung in der Summe über die Höhe der Ernte entscheiden.

Nach Ansicht des Deutschen Bauernverbandes können Ernteausfälle, wie sie durch die jüngste Trockenheit ausgelöst werden, durchaus effizient über Ertragsschadensversicherungen abgesichert werden. Neben den Tierversicherungen gibt es in der Landwirtschaft für den Ackerbau bislang jedoch nur die Hagelversicherung. Der DBV hat sich mit der Versicherungswirtschaft deshalb bereits vor Jahren Gedanken gemacht, wie extreme Witterungen abgesichert werden können. Konzepte wurden mit der Versicherungswirtschaft entwickelt. Ein Pilotprojekt für eine Ertragsschadensversicherung liegt bereits seit einiger Zeit fertig ausgearbeitet auf dem Tisch. Diese Versicherung ist eine Risikopartnerschaft zwischen Versicherungswirtschaft, Staat und Versicherten. Die Versicherungen weisen jedoch darauf hin, dass eine Rückendeckung des Staates wegen des möglichen immensen Schadensausmaßes notwendig ist analog zu den Versicherungen im Flugverkehr.

Für das Pilotprojekt, das für die beiden Bundesländer Sachsen und Brandenburg gelten soll, wäre eine Beteiligung von 10 Millionen Euro vom Bund notwendig. Wegen fehlender Bereitschaft der Bundesregierung und des Bundeslandwirtschaftsministeriums, eine solche Ertragsschadensversicherung mitzutragen, ist das Pilotprojekt jedoch bisher nicht realisiert worden. Dabei müsste es nach Ansicht des DBV im Interesse des Bundes liegen, eine solche Versicherungsmöglichkeit zu schaffen, denn unvorhersehbare Ausgaben für Katastrophenhilfsprogramme lassen sich dadurch abpuffern. Ertragsschadensversicherungen mit staatlicher Partnerschaft funktionieren in den USA, Kanada oder auch in anderen europäischen Ländern wie Italien, Frankreich, Spanien, Portugal oder Österreich.

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IVA: Neue Vorschriften für die Abgabe von Herbiziden

Themen: Archiv — info @ 14:08

Unterrichtungspflicht des Handels deutlich ausgeweitet

Frankfurt (agrar.de) – Die Novelle der Pflanzenschutzanwendungsverordnung, in Kraft zum 01. August 2003, stellt auch den Handel vor neue Anforderungen. Darauf weist der Industrieverband Agrar (IVA) hin, der Zusammenschluss der Hersteller von Pflanzenschutz- und Düngemitteln in Deutschland. Die Änderungen betreffen unter anderem Pflanzenschutzmittel mit den Wirkstoffen Diuron, Glyphosat und Glyphosat-Trimesium.

Diese Herbizide dürfen auf Nichtkulturland nur eingesetzt werden, wenn dies von der nach Landesrecht zuständigen Behörde genehmigt wurde. Zum Nichtkulturland zählen zum Beispiel gepflasterte oder asphaltierte Wege und Plätze. Neu ist, dass die Unterrichtungspflicht des Verkäufers im Einzel- und Versandhandel deutlich ausgeweitet wurde. Bisher musste er den Käufer lediglich darüber informieren, ob die Anwendung eines Pflanzenschutzmittels verboten oder beschränkt war. Jetzt muss er den Kunden auch fragen, wo das Mittel eingesetzt werden soll. Handelt es sich um Nichtkulturland, darf er das Produkt nur abgeben, wenn eine amtliche Genehmigung für diese Anwendung vorliegt. Eine solche ‚Rezeptpflicht‘ gilt nicht für den Einsatz auf landwirtschaftlichen und gärtnerischen Flächen.

Dem Handel wird empfohlen, schriftlich festzuhalten, dass er seiner Unterrichtungspflicht nachgekommen ist. Beispielsweise kann folgender Text routinemäßig auf Lieferschein oder Kassenzettel gedruckt werden: ‚Der Erwerber wurde unterrichtet, dass die Anwendung dieses Produkts nur nach Gebrauchsanleitung erfolgen darf.‘ Wurde eine amtliche Genehmigung für die Anwendung auf Nichtkulturland erteilt, erscheint es sinnvoll, dass der Verkäufer eine Kopie davon zurückbehält.

Mit der Novelle der Pflanzenschutzanwendungsverordnung wurde zudem der Einsatz von Unkrautbekämpfungsmitteln mit dem Wirkstoff Diuron im Haus- und Kleingartenbereich verboten. Für die Praxis hat dies jedoch keine Bedeutung. In Deutschland waren diuronhaltige Produkte für die Anwendung im Haus- und Kleingarten schon bisher nicht mehr zugelassen.

Speziell für professionelle Anwender sind folgende Änderungen von Bedeutung: Wie bisher schon Diuron dürfen künftig auch Glyphosat- und Glyphosat-Trimesium-Produkte auf abschwemmungsgefährdetem Nichtkulturland nur dann eingesetzt werden, wenn die zuständige Behörde die Anwendung genehmigt hat und wenn durch bestimmte Anwendungstechniken (z.B. Rotofix-Gerät) eine Abschwemmung in Gewässer verhindert wird.

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Brandenburger Jagdstrecke 2002/2003: So viele Schwarzkittel wie noch nie

Themen: Archiv — info @ 13:08

Potsdam (agrar.de) – Die Wildbestände, insbesondere des Schwarz- und Damwildes, steigen in Brandenburg weiter an. Brandenburgs Agrar- und Umweltministerium hat dazu heute eine erst Statistik vorgelegt. Bei allen wesentlichen Wildarten wurden im zurückliegenden Jagdjahr, das von April 2002 bis März 2003 zählt, höhere Strecken als im Vorjahr erzielt. Der absolute Spitzenreiter ist dabei das Schwarzwild.

Im Jagdwesen wird die Statistik des erlegten Wildes, Fallwild (unbekannte Todesursache) und Unfallwild als ‚Strecke‘ bezeichnet. Die Größe der Jagdbezirke des Landes Brandenburg umfasst eine Fläche von rund 2,7 Mio. Hektar. Dem Wild stehen u. a. 10.200 Hektar Wildwiesen und 6.900 Hektar Wildäcker zur Verfügung. Brandenburg ist ein Land mit traditionell hohen Wildbeständen, denn die wenig zerschnittenen und dünn besiedelten Räume mit den großen Waldkomplexen bieten dem Wild ideale Lebensbedingungen. Hinzu kommen die riesigen, ehemals militärisch genutzten Flächen und die rekultivierten ehemaligen Braunkohletagebaue. Diese Gebiete waren noch vor einigen Jahren fast wildleer – heute drängt aus diesen sehr attraktiven Lebensräumen das Wild heraus.

Ein gutes Beispiel ist die Wittstocker Heide. Auch Naturschutzgebiete, in denen teilweise jagdliche Beschränkungen gelten, unterstützen die Zunahme der Wild-Populationen. Die hohen Wildbestände – insbesondere der Schwarzkittel – resultieren vor allem aus dem sehr reichen Nahrungsangebot wie Mais- und Rapsanbau auf Feldern sowie Eicheln und Bucheckern im Wald. Hinzu kommt eine mangelnde ’natürliche Auslese‘ unter den Wildbeständen durch das Ausbleiben von schneereichen und strengen Wintern.

Schalenwild (Rot-, Dam-, Muffel-, Reh- und Schwarzwild)

Bei der größten heimischen Schalenwildart – dem Rotwild – wurden 8.115 Stück erlegt. Dies bedeutet zwar nur eine geringe Steigerung gegenüber dem Vorjahr – dennoch ist dies seit 1991 die höchste Strecke.

Beim Damwild wurden 13.902 Stück erlegt; das bedeutet eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 1.200 Stück; die mit Abstand bisher höchste Strecke in Brandenburg. Nur beim Muffelwild konnte die Strecke des Vorjahres nicht erreicht werden, es wurden lediglich 733 Stück erlegt.

Beim Rehwild wurde mit 65.207 Stück seit Anfang der 90-iger Jahre die bisher höchste Strecke erzielt.

Ein absoluter Rekord wurde mit 79.036 Stück Schwarzwild erreicht. Das sind 12.985 Wildschweine mehr als im Vorjahr. Diese Anzahl ergibt Wildbretmenge von etwa 2.300 Tonnen. Leider gehen mit den hohen Wildbeständen Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen einher.

Niederwild

Die Strecke der Feldhasen (3.426 Stück) bewegt sich auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr. Dabei ist bemerkenswert, dass nur 610 Stück erlegt wurden; 476 Stück wurden als Fallwild registriert und 2.340 Stück ließen bei Verkehrsunfällen ihr Leben. Des Weiteren wurden 11.588 Stockenten und 1.746 Fasanen erlegt. Die bedeutendsten Arten des Wasserwildes sind die Gänse und Enten. Bei beiden Gruppen nimmt seit Jahren die Anzahl der in Brandenburg rastenden bzw. überwinternden Tiere zu.

Raubwild

Im Jagdjahr 2002/03 wurden 39.190 Füchse erlegt – etwa die gleiche Anzahl wie im Vorjahr. Auffällig sind die zunehmenden Populationsdichten bei den Marderhunden und Waschbären – der sogenannten Neozoen (Neubürger). Beim Marderhund stieg die Strecke gegenüber dem Vorjahr um 1.159 Stück auf insgesamt 5.484 Exemplare. Im Jahr 1995 wurden lediglich 94 Stück erbeutet. Ähnlich die Entwicklung beim Waschbär: Es wurden 3.137 erlegt – 761 Stück mehr als im Vorjahr.

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AbL: Bayerische Staatsregierung verteilt Wahlgeschenke an Großbauern

Themen: Archiv — info @ 13:08

München (agrar.de) – Die bayerische Staatsregierung hat die Förderobergrenze beim Kulturlandschafts-Programm (KuLaP) aufgehoben. Galt bisher eine Begrenzung der staatlichen Zahlungen je landwirtschaftlichen Betrieb von 18.400 Euro, so fließen die öffentlichen Gelder an Großbauern nunmehr unbegrenzt! Dies bedeutet eine weitreichende Zäsur bisheriger bayerischer Agrarpolitik – und das total am Parlament vorbei!

Bayern hat damit eine wichtige, parteiübergreifend getragene agrarpolitische Strukturkomponente aufgegeben. Sepp Bichler, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Bayern, kommentiert diesen Schritt entsprechend kritisch: ‚Die Großbetriebe bekommen das Geld, die einfachen Bäuerinnen und Bauern die Überlebens-Parolen‘.

Künftig wird beispielsweise ein 300 Hektar grosser Biobetrieb mit Geldern aus der Staatskasse geradezu überschüttet. Zu den rd. 105.000 Euro Flächenprämien aus der EU-Kasse (Kulturpflanzenprämie) erhält er in Bayern weitere 75.000 Euro Flächenprämie über das Kulturlandschafts-Programm. Bei geschickter Prämien-Optimierung können nochmals fünfstellige Beträge über sogenannte Agrar-Umweltprogramme – ‚Winterbegrünung‘, ‚Güllegrosstechnik‘ – eingestrichen werden.

Auf diese Weise ist eine Entlohnung aus der Staatskasse von bis zu 100 Euro je Arbeitsstunde zu realisieren!

Dazu Sepp Bichler: ‚Angesichts extrem angespannter öffentlicher Haushalte eine Verantwortungslosigkeit höchsten Ausmaßes! Diese Aktion muss umgehend revidiert werden.‘

Der bayerische Bauernverband hingegen bezeichnet diese Regelung – im Schulterschluß mit den bayerischen Bio-Verbänden – als ‚grossen Erfolg der Verbandspolitik‘. Angekündigt wurde dieser Richtungswechsel der bayerischen Agrarpolitik hin zu Großbetrieben von Sonnleitner bereits im Frühjahr.

Schädliche Wirkung der Subventionen

Die Mehrheit der bayerischen Bio-Betriebe geht schweren Zeiten entgegen. Da die Großbetriebe allein von den Prämien prächtig leben können, brauchen sie über ihre Produkte kaum mehr ein Einkommen erwirtschaften. Zahlreiche Beispiele aus Ostdeutschland bestätigen dies. Mitunter werden sie auf dem gesättigten Ökomarkt sogar unter Gestehungskosten anbieten und damit die Märkte kaputt machen. Kleinere und mittlere Höfe können bei dieser Form von Wettbewerb nicht mehr mithalten, sie müssen aufgeben. Der Bioanbau wird damit auch in Bayern vollends in die Großstrukturen abwandern.

Miller, Sonnleitner, und die Bioverbände haben dem überwiegenden Teil der bayerischen Biobetriebe einen Bärendienst erwiesen. Bauernhöfe, die sich auf einen Qualitätsmarkt ausrichteten, werden wieder einmal durch Subventionen an ein kleines Klientel kaputt gemacht. Und dies in Zeiten leerer Staatskassen!

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Sinner: Minischweine gehören nicht ins Wohnzimmer

Themen: Archiv — info @ 13:08

Minischweine sind kein Haustierersatz und nicht für die Haltung in der Wohnung geeignet

München (agrar.de) – Der bayerische Verbraucherschutzminister Eberhard Sinner rät im Interesse des Tierschutzes dringend von der Anschaffung eines Minipigs für die Wohnung ab: ‚Die Leidtragenden solcher Trends sind die Tiere. Wenn die ersten Probleme auftreten, landen die intelligenten und sensiblen Schweine-Zwerge dann im Tierheim. Wer sich für ein Haustier entscheidet, sollte lieber Hund oder Katze wählen.‘

Die Haltung von Minischweinen, so Sinner, scheint gerade in Mode zu kommen, gegen die Bedürfnisse der Tiere. Minipigs stellen hohe Anforderungen an Fütterung und Haltungsbedingungen und brauchen die Gesellschaft von Artgenossen. Sie wollen im Erdboden wühlen und sich suhlen und brauchen daher regelmäßig Weidegang. Eine permanente Gefahr sind Parasiten wie Magen- und Darmwürmer oder Räudemilben. Ausgewachsen können die erst schnuckeligen Tiere je nach Rasse bis zu 80 kg schwer und 12 bis 15 Jahre alt werden. Allerdings nur bei vernünftiger Fütterung; häufig werden die grunzenden Hausgenossen zu Tode gefüttert.

Links zum Thema Minischweine, Links zum Thema Tierschutz.

Österreich: Erstes Hilfspaket für dürregeschädigte Bauern

Themen: Archiv — info @ 10:08

Wien (agrar.de) – Der Dürregipfel beim österreichischen Finanzminister Karl Heinz Grasser brachte eine für die dürregeschädigten Bauern wichtige Entscheidung. Der Bund stellt insgesamt 3 Millionen Euro aus dem Katastrophenfonds für eine Futterzukaufsaktion für die von der Dürre am schwersten betroffenen Grünlandbetriebe zur Verfügung. Weitere 3 Millionen Euro müssen die Länder zur Verfügung stellen, damit die Aktion durchgeführt werden kann. Mit insgesamt 6 Millionen Euro ist das größte akute Problem zu bewältigen, die Bauern können für ihre Tiere das notwendige Futter zukaufen, erklärte Landwirtschaftssminister Josef Pröll.

Die rasche Entscheidung sei für die Bauern ein wichtiges Signal, die Bundesregierung lasse die Bauern in dieser schwierigen Situation nicht allein. Jetzt gehe es darum, mit den Ländern rasch die technischen Details auszuverhandeln. Die Länder können über den notwendigen Rahmen ihrer Beteiligung von 3 Millionen Euro hinaus auch weitere Hilfsmaßnahmen setzen, falls dies regional notwendig sein sollte, führte Pröll weiter aus.

Insgesamt steht ein Hilfspaket zur Verfügung, das die Landwirtschaft bei der Bewältigung der Ausnahmesituation effektiv unterstützt. Die Stilllegungsflächen sind zur Futtergewinnung freigegeben, eine finanzielle Entlastung aller von der Dürre betroffenen Betriebe ist durch die ebenfalls bereits angebotene Stundung der Agrarinvestitionskredite gegeben. Wichtig wäre noch, dass die EU verbilligtes Getreide aus den Interventionslagern für Fütterungszwecke zur Verfügung stellt. Ein entsprechender Antrag wurde von Österreich bereits gestellt, ein positives Ergebnis der Verhandlungen steht aber noch aus. Auch hier gilt der Grundsatz: ‚Wer rasch hilft, hilft doppelt‘, appellierte Pröll an die Brüsseler Behörden, auch einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Bauern zu leisten.

Klar sei aber auch, dass auch für Grünlandbetriebe ein Versicherungsmodell gegen Dürreschäden entwickelt werden müsse. Da Dürreperioden offensichtlich aufgrund des Klimawandels häufiger auftreten, müßten neben einem Schwerpunkt in der Bekämpfung des Klimawandels für die Betriebe eine effektiv wirksame und kalkulierbare Lösung auf Versicherungsbasis gefunden werden. Es könne nicht Dauerlösung sein, mit Novellen zum Katastrophengesetz und budgetären Kraftanstrengungen Hilfsmaßnahmen zu setzen. Allerdings gebe es derzeit in ganz Europa kein Grünland-Versicherungsmodell. ‚Um in Zukunft eine bessere Absicherung für die Bauern in Grünland zu gewährleisten, werde ich mich daher einsetzen, dass Dürreversicherungsmodelle entwickelt werden. Hier muss Österreich eine Vorreiterrolle übernehmen und gemeinsam mit der Hagelversicherung entsprechende Pakete entwickeln‘, sagte Pröll abschließend.

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DBV: Landwirtschaft an Erfolg von WTO-Verhandlungen in Cancun interessiert

Themen: Archiv — info @ 09:08

Sonnleitner in Washington: EU leistet Beitrag zum fairen Welthandel

Berlin (agrar.de) – Die bevorstehende Welthandelskonferenz im mexikanischen Cancun und die Verhandlungspositionen der deutschen Bauern standen im Mittelpunkt eines Washington-Aufenthaltes vom Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, und DBV-Generalsekretär Dr. Helmut Born. ‚Eine Einigung zwischen den USA und der EU dürfte entscheidend sein für einen erfolgreichen Abschluss der WTO-Verhandlungen im September‘, erklärte Sonnleitner zum Abschluss zahlreicher Spitzengespräche im amerikanischen Handels- und Landwirtschaftsministerium, beim Internationalen Währungsfonds, bei der Weltbank, bei den Milch- und Zuckervereinigungen sowie beim amerikanischen Bauernverband. Er halte eine solche Einigung nicht nur für möglich, sondern für das weltweite Wirtschaftswachstum für außerordentlich wichtig. Die deutsche und europäische Landwirtschaft habe deshalb ein Interesse an einem erfolgreichen Abschluss. Es gehe in Cancun darum, in der WTO Regeln zu finden, die möglichst wenig handelsverzerrend seien und es den Landwirten in allen Teilen der Welt erlaubten, ihren vielfältigen Anforderungen gerecht zu werden, formulierte Sonnleitner die Zielsetzung der im September stattfindenden WTO-Runde.

Die EU habe mit der erneuten Reform ihrer Agrarpolitik im Vergleich zu den USA enorme Vorleistungen zum Abbau von Handelsverzerrungen erbracht, die von den europäischen und deutschen Bauern schmerzhafte Einschnitte verlangten. ‚Mit der neuesten Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik ist die EU an die Grenze des akzeptablen und erträglichen für unsere Bauern gegangen‘, erläuterte Sonnleitner die EU-Agrarreform gegenüber Journalisten in Washington. Die Weichen in der Europäischen Agrarpolitik seien klar in Richtung Deregulierung gestellt. Die Rückführung der Markt- und Preisstützung, die Entkopplung von Direktzahlungen und die Verringerung des Außenschutzes und starke Einschränkungen der Exportförderung seien mit der neuen EU-Agrarpolitik geschaffen.

Sonnleitner vermittelte seinen amerikanischen Gesprächspartnern die erheblichen Auswirkungen der EU-Agrarreform für die europäischen Bauern. So werde zum Beispiel der Milchpreis in der EU einschließlich eines finanziellen Teilausgleiches auf etwa 24 Cent zurückgeführt, während er in den USA bei umgerechnet über 30 Cent liege. ‚Nun sind die anderen Verhandlungspartner der WTO-Runde am Zuge, so auch die USA, ihre Agrarpolitik weiterzuentwickeln und Handelsverzerrungen abzubauen‘, stellte Sonnleitner klar. Dies gelte auch für die Exporterstattungen, wo die Europäische Union bereit sei, weitere Zugeständnisse zu machen, wenn alle anderen Formen der Exportförderung wie zum Beispiel die US-Exportkredite, angemessen in eine Neubewertung einbezogen werden..

Beim Handel mit den Entwicklungsländern braucht sich die EU nach Analyse des DBV nicht zu verstecken. Sonnleitner zeigte gegenüber seinen amerikanischen Gesprächspartnern auf, dass die Importe in die EU aus den Entwicklungsländern in der Zeit von 1998 bis 2000 jährlich bei über 34,2 Milliarden Euro lagen, die Exporte der EU in die Entwicklungsländer bei 15,4 Milliarden Euro. Demgegenüber hat die USA vergleichsweise Waren im Wert von 20,2 Milliarden Euro importiert, aber dorthin Waren im Wert von 23,8 Milliarden Euro exportiert. Einig waren sich die amerikanischen Gesprächspartner mit dem DBV-Präsidenten, dass bei den WTO-Verhandlungen eine unterschiedliche Behandlung der Entwicklungsländer erforderlich sei. Brasilien zum Beispiel, das sich zwischenzeitlich zu einem der weltweit größten Exporteure von Soja, Zucker, Geflügel- und Rindfleisch entwickelt hat, sei gewiss anders zu behandeln wie viele afrikanische Länder.

Die größten Meinungsverschiedenheiten mit den Amerikanern gab es bei den Fragen des Marktzuganges, erklärte Sonnleitner zum Abschluss seines Washington-Aufenthaltes. Die USA seien heute bereits weltweit der größte Nettoexporteur von Nahrungsmitteln und entwickeln ihre Exporte weiterhin dynamisch. Demgegenüber sei die EU-Agrarpolitik darauf ausgerichtet, sich in der Produktion eher zu beschränken und nicht in den weltweiten erbarmungslosen Verdrängungswettbewerb einzutreten. Auch nach der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik erhalte die EU Flächenstilllegungen und Mengenbegrenzungen wie zum Beispiel bei Milch, Zucker oder Stärke mit Rücksicht auf die weltweiten Märkte

Sonnleitner warb bei seinen amerikanischen Gesprächspartnern zudem um mehr Verständnis, dass die Bauern und Verbraucher in der EU gegenüber genveränderten Nahrungsmitteln größere Skepsis hätten als in den USA. Die Politik in der EU sei im Bezug auf die Grüne Gentechnik deshalb nicht allein auf einen streng wissenschaftlichen begründeten Ansatz bezogen. Die Wahlfreiheit müsse mit einer klaren Kennzeichnung erhalten bleiben, was nichts mit Handelsverzerrung zu tun habe. Auch in Fragen des Tierschutzes sei man in der EU sensibler als in den USA, resümierte Sonnleitner. Dieses Thema sei in der amerikanischen Politik eigentlich nicht präsent. EU-Kommission und Bundesergierung müssten in ihren bilateralen Verhandlungen und Kontakten deshalb dieses in der EU intensiv diskutierte Thema deutlicher und nachdrücklicher ansprechen, ansonsten werde der Tierschutz bei den WTO-Verhandlungen wohl nicht die ihm gebührende notwendige Bedeutung erhalten, erklärte Sonnleitner.

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