28. August 2003

Schleswig-Holstein: Getreide- und Rapserträge über Vorjahresniveau

Themen: Archiv — info @ 15:08

Kiel (agrar.de) – Nach der zweiten, noch vorläufigen Ernteberechnung des Statistischen Landesamtes kann in Schleswig-Holstein mit einer Getreideernte von 2,6 Mill. t gerechnet werden. Bei einer gegenüber dem Vorjahr nahezu unveränderten Getreidefläche von 324.000 ha, wird die Erntemenge des Vorjahres zwar um 8 Prozent übertroffen, jedoch nur den mehrjährigen Durchschnitt erreichen. Mit allein 1,8 Mill. t entfallen mehr als zwei Drittel der Getreideernte auf den Weizen.

Nach einem trockenen Herbst und Kahlfrösten im Januar/Februar wiesen die Bestände der Winterfeldfrüchte im Frühjahr einen Entwicklungsrückstand auf und waren teilweise ausgedünnt. Gute Aussaat- und Auflaufbedingungen bestanden für das Sommergetreide. Günstige Temperatur- und ausgeglichene Niederschlagsverhältnisse förderten im Mai und Juni das Wachstum aller Feldfrüchte im nördlichsten Bundesland. Ein heißer, trockener Sommer führte auf leichten Böden zu Wassermangel sowie vorzeitiger Abreife des Getreides, ermöglichte jedoch eine problemlose, verlustarme und qualitativ gute Ernte mit geringen Kornfeuchten.

Nach den vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes wird im Landesmittel mit einem Getreideertrag von 81 dt/ha (Vorjahr 76 dt/ha) gerechnet. Ertragsstärkste Getreideart bleibt mit 86 dt/ha der Winterweizen, gefolgt von der Wintergerste mit 80 dt/ha, Triticale 74 dt/ha, Roggen 67 dt/ha, Hafer 61 dt/ha sowie Sommergerste 56 dt/ha.

Bei einer gegenüber 2002 um 4.000 ha auf 105.000 ha eingeschränkten Anbaufläche und einem Hektarertrag von 38 dt/ha (Vorjahr 32 dt/ha ) wird die Rapsernte etwa 378.000 t betragen und die Erntemenge des Vorjahres um 13 Prozent übertreffen.

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Österreich: Verbrauch von Milchgetränken gestiegen, Käseabsatz leicht rückläufig

Themen: Österreich,Statistik — info @ 15:08

Wien (agrar.de) – Wie aus der Versorgungsbilanz für den tierischen Sektor der Statistik Austria hervorgeht, nahm in Österreich im Jahr 2002 der Pro-Kopf-Verbrauch von Trinkmilch um 4,1 Kilo auf 99,4 Kilogramm zu. Der Verbrauch von Käse ging um 0,5 Kilo auf 18,2 Kilogramm pro Kopf und Jahr zurück.

Im Jahr 2002 produzierte die österreichische Landwirtschaft 3,3 Millionen Tonnen Kuhmilch. Die Rücknahme der Milchkuhbestände führte, trotz Steigerung der durchschnittlichen Jahresmilchleistung pro Kuh auf 5.487 Kilo, zu einer Abnahme der Milchproduktion um 0,2 Prozent. Der gesamte Rohmilchanfall inkl. Schaf- und Ziegenmilch belief sich auf 3,32 Millionen Tonnen. Der Inlandsverbrauch für Nahrungszwecke betrug 798.700 Tonnen Trinkmilch.

Von den österreichischen Molkereien wurden im Berichtszeitraum 731.100 Tonnen (+5,9 Prozent) Konsummilch (inkl. Joghurt, Sauermilch, Trinkkakao u. ä.) erzeugt. Für Ernährungszwecke standen, nach Berücksichtigung der Importe und Exporte, 642.000 Tonnen (+4,4 Prozent) zur Verfügung. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Konsummilch erhöhte sich demnach um 3,6 Kilo auf 79,9 Kilogramm (+4,7 Prozent). Unter Berücksichtigung der am Hof der Produzenten getrunkenen bzw. direkt abgesetzten Menge konnte für 2002 ein Pro-Kopf-Verbrauch von 99,4 Kilo Trinkmilch errechnet werden. Gegenüber dem Vorjahreswert mit 95,3 Kilo wurde eine Zunahme um 4,3 Prozent verzeichnet. Ausschlaggebend dafür war die Absatzsteigerung von Joghurt und Sauermilchgetränken.

In der Käseherstellung kam es nach 2000 und 2001 zu einer nochmaligen Ausweitung der Erzeugung (+2 Prozent). Die gesamte Käseerzeugung, einschließlich Schaf- und Ziegenkäse, betrug 140.800 Tonnen. Der Export von Käse nahm auch 2002 nochmals kräftig zu (60.500 Tonnen; +17,1 Prozent), die Importe wurden mit 69.200 Tonnen (+10,0 Prozent) deutlich erhöht. Unter Berücksichtigung der Einlagerungen von Käse wurde ein Nahrungsverbrauch von 136.800 Tonnen (-3,3 Prozent) ermittelt. Auch die Produktion von Schmelzkäse nahm deutlich zu und lag bei 24.000 Tonnen (+14,2 Prozent). Der Pro-Kopf-Verbrauch von Käse (einschließlich Schmelzkäse) betrug 18,2 Kilogramm und lag somit um 0,5 Kilo unter dem Vorjahreswert, aber immer noch 1 Kilo über dem Wert des Jahres 2000.

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Müller zur Getreide- und Rapsernte 2003: Schleswig-Holsteins Landwirte im Bundesvergleich einmal mehr Spitzenreiter

Themen: Archiv — info @ 12:08

Kiel (agrar.de) – Auf 324.000 Hektar wurde in Schleswig-Holstein dieses Jahr Getreide angebaut. Das voraussichtliche Ernteergebnis: 2,6 Millionen Tonnen und damit acht Prozent mehr als im Vorjahr. Davon entfallen mit 1,8 Millionen Tonnen allein 70 Prozent auf den Weizen. Die Rapsernte wird circa 380.000 Tonnen betragen und damit um 13 Prozent über der Vorjahreserntemenge liegen. Die gesamte Ernte konnte insgesamt problemlos, verlustarm und – wen wundert es – mit geringen Kornfeuchten eingebracht werden.

‚Die Kombination von guten Bodenqualitäten, günstigen klimatischen Bedingungen, optimierter Produktionstechnik und gutem Ausbildungsstand hat in diesem vom heißen, trockenen Sommer geprägten Jahr den Erfolg gebracht‘, analysierte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Klaus Müller die Bilanz. ‚Wenn der mehrjährige Durchschnitt nicht ganz erreicht wurde, untermauert das Ernteergebnis dennoch die Spitzenstellung des Landes. Schleswig-Holstein weist im Bundesländervergleich die mit Abstand höchsten Erträge vor.‘

Insgesamt waren die Entwicklung der Getreide- und Rapsbestände von der Aussaat bis zur Ernte durch Trockenheit und zusätzlich durch Kahlfröste im Januar und Februar geprägt. Gegenüber etlichen südlichen Bundesländern und den neuen Bundesländern verhalf das günstige Wetter im Mai und Juni den Getreide- und Rapspflanzen zu einer guten Bestandsentwicklung.

Minister Klaus Müller: ‚Bei Winterweizen sind mit 86 Dezitonnen pro Hektar im Landesdurchschnitt 20 Dezitonnen pro Hektar mehr als im Bundesdurchschnitt geerntet worden. Noch größer ist der Abstand bei Winterroggen und Wintergerste mit um 24 beziehungsweise 27 Dezitonnen pro Hektar höheren Erträgen als im Durchschnitt des Bundesgebietes. Auch beim Winterraps wurden mit 38 Dezitonnen pro Hektar höhere Erträge als in den übrigen Bundesländern erzielt. Die Erträge der genannten Kulturarten bestätigen die Ackerbauern in Schleswig-Holstein einmal mehr darin, überwiegend auf den Anbau dieser Winterfeldfrüchte zu setzen. Insbesondere der Vergleich mit dem Bundesgebiet zeigt, dass die schleswig-holsteinische Landwirtschaft in diesem durch Trockenheit geprägten Jahr noch einmal mit einem ‚blauen Auge‘ davon gekommen ist. Lediglich auf sandigeren Böden sind ungenügende Erträge erzielt worden.

Die insgesamt gute Ernte äußert sich in der sehr guten Backqualität der diesjährigen Weizenernte. Dies dürfte den Landwirten gute Exportchancen eröffnen, da in etlichen anderen Bundesländern aufgrund der Trockenheit diese Qualitäten nicht geerntet werden konnten. Aber auch die Braugerste hat in diesem Jahr quantitativ, aber vor allem auch qualitativ überzeugt. Da die Erzeugerpreise für Getreide und Raps höher liegen als im Vorjahr, wird für das laufende Wirtschaftsjahr ein gutes Ergebnis für die Getreidebauern erwartet.

Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

BBV: Wirksames Hilfsprogramm notwendig

Themen: Archiv,Banken,Förderung — info @ 11:08

Bauernverband begrüßt Initiative der Staatsregierung als ersten Schritt

München (agrar.de) – Über die angekündigten staatlichen Finanzhilfen für trockenheitsgeschädigte Landwirte kann noch immer keine befriedigende Auskunft gegeben werden. Die vom Bayerischen Kabinett gebilligten Hilfen in Höhe von fünf Mio. Euro für eine Kreditsumme von 100 Mio. Euro wertet der Bayerische Bauernverband (BBV) als erstes Signal für eine schnelle Unterstützung. Allerdings wird bei dieser Kredithilfe vorausgesetzt, dass sich der Bund mit dem gleichen Betrag einbringt. Ein Konsens mit dem Bund steht sowohl über das Kreditprogramm als auch über Form und Begründung dazu erforderlicher Anträge noch aus. Ob darüber in der geplanten Ernte-Pressekonferenz des Bundesministeriums für Verbraucherfragen, Ernährung und Landwirtschaft am heutigen Donnerstag Aussagen getroffen werden, stehe noch offen.

In Fragen, insbesondere zur Beantragung von Krediten über die landwirtschaftliche Rentenbank, können sich Betroffene direkt an die Landwirtschaftsämter wenden.

Der Bayerische Bauernverband fordert unverzüglich ein unbürokratisches, jedoch wirksames Hilfsprogramm ein, das sowohl Liquiditätshilfen für stark von der Trockenheit betroffene Regionen, als auch direkte Finanzhilfen für Einzelbetriebe vorsieht.

Maisbestände auch in Grünlandbereichen ‚am Ende‘

Jetzt hat die Trockenheit auch die Maisbestände in den stabileren Grünlandbereichen erreicht. An vielen Standorten wird der Mais notreif und muss vorzeitig gehäckselt werden, damit die Futterqualität und Silierfähigkeit sichergestellt ist, teilt der Bayerische Bauernverband mit. Nach dem der Gründlandschnitt in vielen Regionen nicht ergiebig genug war, herrscht bei vielen Vieh haltenden Betrieben jetzt schon Futtermangel. Zum Teil greifen die Betriebe auf die Wintervorräte zurück. Veredelungsbetriebe in Trockengebieten werden nach Einschätzung des Bayerischen Bauernverbandes auf Futterzukäufe im kommenden Winter angewiesen sein. Notverkäufe des Viehs finden mangels Futter bereits jetzt schon statt.

Futterbörse von Bauernverband und Maschinenring

Die gemeinsame Futterbörse des Bayerischer Bauernverbandes und des bayerischen Maschinenringes im Internet zeigt starken Zulauf. Besonders erfreulich sei die große Zahl der Anbieter und das breite Spektrum des angebotenen Futters vom Heu bis zum Silomais. Wer noch Futter für seinen Betrieb sucht oder auch anzubieten hat, sollte die Futterbörsen auf den Internetseiten des BBV oder des Maschinenrings besuchen. Wer keinen Internetanschluss hat, dem helfen gerne Berufskollegen oder die Geschäftsstellen von BBV und MR weiter.

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Künast zur Ernte 2003: Starke Ertragseinbußen durch Dürre, aber gute Brotgetreidequalitäten und Getreidepreise

Themen: Banken,Biogas,Energie,Förderung,NaWaRos — info @ 11:08

Berlin (agrar.de) – Bei der Vorstellung der diesjährigen Ernteergebnisse führte Bundesverbraucherministerin Renate Künast u.a. folgendes aus:

. ‚Als wir vor einem Jahr hier zusammengesessen haben, musste ich Ihnen berichten, dass die Ernte wegen des Hochwassers stark gelitten hatte. In diesem Jahr haben wir das andere Extrem. In diesem Jahr haben Hitze und Dürre dazu geführt, dass die deutsche Getreideernte noch niedriger ausgefallen ist als im vergangenen Jahr. Insbesondere in weiten Regionen Ost- und Süddeutschlands gibt es drastische Ertragseinbußen. Wegen der Hitze und Trockenheit haben in diesem Jahr die Erntearbeiten durchschnittlich zwei Wochen früher begonnen als in ’normalen‘ Jahren. Die Getreideernte ist inzwischen abgeschlossen.

. Nach den vorläufigen Ergebnissen der Sachverständigen liegt die Getreideernte mit 39,5 Mill. Tonnen um 8,9 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres (43,4 Mill. t). Um die Zufälligkeiten eines Einzeljahres auszuschalten, ist es sinnvoller, das aktuelle Ergebnis mit dem langjährigen Durchschnitt (von 1997 bis 2002: 45,5 Mill. t) zu vergleichen. Die diesjährige Getreideernte lag um 13,1 Prozent unter diesem Durchschnitt. Eine ähnlich schlechte Ernte gab es zuletzt 1995.

. Die Anbaufläche für Getreide ging gegenüber 2002 nur leicht zurück (-1,1 Prozent). Das niedrige Ernteergebnis liegt deshalb im wesentlichen an den Ertragsrückgängen. Die Hektarerträge erreichen im Durchschnitt 57,6 dt und bleiben um 7,9 Prozent unter dem niedrigen Vorjahresniveau (62,5 dt). Das langjährige Mittel wird sogar um 12 Prozent unterschritten.

. Die Ertragseinbußen sind insgesamt hoch, aber sehr uneinheitlich über das Bundesgebiet verteilt. Der Norden hat insgesamt nur wenig gelitten – Schleswig-Holstein hat mit einem Plus von 7,9 Prozent sogar ein deutlich besseres Ergebnis als letztes Jahr erzielt. Auch in Niedersachsen lag die Getreideerntemenge noch um 2,4 Prozent über der von 2002. Im Westen gab es deutliche Ertragsrückgänge. Am stärksten sind aber der Südwesten und Südosten und vor allem der Osten Deutschlands betroffen. Die Situation im Osten wird dadurch verschärft, dass hier bereits die Ernte des vergangenen Jahres in weiten Teilen buchstäblich ins Wasser gefallen war.

. Am stärksten betroffen ist Brandenburg. Insgesamt liegt hier die diesjährige Ernte fast 40 Prozent unter dem mehrjährigen Durchschnitt. In einzelnen Regionen sind es sogar Einbußen von mehr als 50 Prozent und einzelne Betriebe hat es noch wesentlich stärker getroffen. In Sachsen, Sachsen-Anhalt, dem Saarland und Bayern liegen die Verluste bei über 15 Prozent im Vergleich zum mehrjährigen Durchschnitt. In fast allen Bundesländern gibt es einzelne Regionen mit weit höheren Verlusten. Das ist bitter für die Landwirte.

. Ein kleiner Lichtblick: Die Qualitäten bei Brotgetreide sind gut. Brotweizen und Brotroggen werden trotz kleiner Gesamternte ausreichend zur Verfügung stehen. Die trockene Witterung hat dazu geführt, dass die Ernte schnell und meist trocken eingefahren werden konnte. Eine teure Nachtrocknung des Getreides war deshalb nur selten notwendig. Der Pilzbefall war in diesem Jahr ebenfalls schwächer als im verregneten Vorjahr.

. Im ökologischen Landbau dürften die Verluste prozentual etwa dem Gesamtergebnis entsprechen. Besonders stark sind auch hier die Betriebe auf den leichten, trockenen Standorte betroffen, während auf den guten Standorten mit ausreichend Wasser aufgrund des tendenziell niedrigen Pilzbefalls gute Ergebnisse erzielt wurden. Große Probleme bereitet jedoch die Versorgung mit Grundfutter. Denn Ökobetriebe haben überproportional viel Grünlandflächen, die besonders stark unter der Trockenheit gelitten haben. Hier ist mit Futterproblemen zu rechnen. Die hohen Kosten für Zukauffuttermittel werden sich negativ auf die Betriebsergebnisse auswirken.

. Insgesamt ist für viele Futterbaubetriebe der teilweise extrem niedrige Grünlandertrag ein enormes Problem. Auch die häufig schon Mitte August begonnene Silomaisernte wird weit unter dem Durchschnitt bleiben. Viele Landwirte müssen sich überregional mit Heu und Stroh versorgen und dafür relativ hohe Transportkosten zahlen.

. Auch in der EU insgesamt zeichnet sich in diesem Jahr eine sehr niedrige Getreideernte ab. Die Schätzungen liegen bei rund 190 Mill. Tonnen, etwa 9,5 Prozent weniger als 2002. Die Hälfte des Mengenrückgangs entfällt dabei voraussichtlich auf die Weichweizenerzeugung. Für Körnermais wurden die Ernteerwartungen ebenfalls deutlich auf 33 Mill. Tonnen reduziert (im Vorjahr 40 Mill. Tonnen).

. Die Preisbildung für Getreide ist in diesem Jahr schon relativ weit fortgeschritten. Dennoch gibt es große regionale Unterschiede. Im Schnitt liegen die Erzeugerpreise für Getreide aufgrund der allgemein niedrigen Ernte deutlich über Vorjahresniveau. Für Roggen konnten in der letzten Woche durchschnittlich über 1,5 ?/100 kg mehr als in der Vorjahreswoche erlöst werden. Auch für Brotweizen liegen die Preise im Schnitt um mehr als 1 ? höher. Für Futterweizen konnte teilweise das Niveau von Brotweizen erreicht werden.

. Durch die im Vergleich zum Vorjahr sehr hohen Getreidepreise können die Ertragsverluste teilweise ausgeglichen werden. Besonders freuen werden sich die Landwirte im hohen Norden, die ihre relativ hohe Ernte zu guten Preisen vermarkten können. In vielen Regionen Deutschlands sind die höheren Preise jedoch nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Was hier an Hilfen möglich ist und auch um Teil schon geleistet wird, erläutere ich Ihnen im Anschluss an diese Bilanz.

. Der Anbau von Raps und Rübsen erreichte 2003 1,27 Mill. Hektar und liegt damit 2 Prozent unter Vorjahr. Die Erntemenge dürfte bei rund 3,6 Mill. Tonnen liegen, 7 Prozent weniger als 2002. Die Preise liegen gegenwärtig über dem Vorjahresniveau. Die weitere Entwicklung ist derzeit schwer abzusehen und hängt stark von der Weltölsaatenproduktion ab. In der EU wird eine eher unterdurchschnittliche Ölsaatenernte erwartet.

. Auch bei anderen Kulturen wirkt sich die extreme Trockenheit aus. Die Erntemenge bei Zuckerrüben wird bei rückläufiger Fläche und einem voraussichtlich niedrigeren Hektarertrag unter dem Vorjahr liegen. Für Kartoffeln kann noch keine sichere Prognose abgegeben werden, die Erntemenge wird aber das Vorjahresniveau voraussichtlich deutlich unterschreiten. Im Marktobstbau wird bei Äpfeln die Erntemenge etwas über dem unterdurchschnittlichen Vorjahr liegen. Bei Birnen, Pflaumen sowie Zwetschgen werden unterdurchschnittliche Erntemengen geschätzt. Die Kirschenernte war zumindest besser als letztes Jahr, aber schlechter als im mehrjährigen Durchschnitt. Frühgemüse verzeichnete recht gute Ernteergebnisse. Die Winzer erwarten eine mengenmäßig normale bis leicht geringere Weinernte mit voraussichtlich sehr guter Qualität.

. Für die Verbraucherinnen und Verbraucher wirken sich die Trockenheitsschäden voraussichtlich nur wenig aus. Bei Brot und anderen Backwaren macht der Getreidepreis nur einen sehr kleinen Anteil am Endpreis aus. Preissteigerungen bei Brotgetreide dürften sich deshalb nicht in den Verarbeitungsprodukten niederschlagen. Die Hartweizenpreise liegen dieses Jahr sehr hoch, das könnte Auswirkungen auf den Nudelpreis haben. Bei Frischgemüse werden sich die Preise voraussichtlich weiterhin auf niedrigem Niveau halten, während Obst etwas teuerer als in den Vorjahren bleiben wird.

Dürrehilfen

Wenn es um die Bewältigung von Naturkatastrophen geht, sind zunächst einmal die Länder in der Verantwortung. Gleichwohl habe ich mich, schon als wir die ersten belastbaren Hinweise auf gravierende Dürreschäden erhielten, bei der EU-Kommission um Zustimmung zu Hilfen für die deutschen Landwirte bemüht und seitdem eine ganze Reihe von Hilfsmaßnahmen auf den Weg gebracht:

1. Vorschuss auf Flächenzahlungen Gewährung eines Vorschusses von 50 Prozent auf die Flächenzahlung ab dem 16.Oktober 2003. Dies wird dazu beitragen, die Liquidität der betroffenen Betriebe zu verbessern. Nach jetzigem Stand werden die Bundesländer Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen die Vorschusszahlung ab dem 16.10.2003 gewähren. Darüber hinaus ermöglichen wir es den Bundesländern, in diesem Jahr ausnahmsweise den gesamten Betrag der Flächenzahlung schon zum frühest möglichen Zeitpunkt, dem 16. November, auszuzahlen. Auch dies ist eine zusätzliche Liquiditätshilfe. Denn in der Regel werden die Prämien zum 30. 11. ausgezahlt. Die Kosten für die Zwischenfinanzierung wird der Bund übernehmen.

2. Nutzung des Aufwuchses von Stilllegungsflächen zur Viehfütterung. Seit Anfang Juli dürfen Landwirte in diesem Jahr ausnahmsweise den Aufwuchs ihrer Stillegungsflächen für Futterzwecke verwenden. Dies dient im Wesentlichen den Futterbaubetrieben, die besonders von der Dürre betroffen sind. Der Aufwuchs darf nicht kommerziell genutzt werden. Eine unentgeltliche Abgabe an Dritte ist möglich. Zusätzlich ist ausnahmsweise die Aussaat von Grünfutter auf Stilllegungsflächen und Nutzung des Aufwuchses als Viehfutter erlaubt.

3. Nutzung der für die Verwendung in Biogasanlagen des eigenen Betriebes vorgesehenen nachwachsenden Rohstoffe von Stilllegungsflächen zur Viehfütterung. Hierbei handelt es sich um nachwachsende Rohstoffe von Stilllegungsflächen, die zur Verwendung in hofeigenen Biogasanlagen vorgesehen sind und jetzt als Viehfutter genutzt werden können (im Wesentlichen Silomais).

4. Erhöhung der Vorschüsse auf Rinderprämien von 60 Prozent auf 80 Prozent Seit dem 25.Juli können die Vorschusszahlungen auf die Rinderprämien von 60 Prozent auf 80 Prozent erhöht werden. Auch dies eine Liquiditätshilfe für die Landwirte. Von dieser Möglichkeit werden voraussichtlich alle Bundesländer Gebrauch machen.

5. Vorziehen der Vorschusszahlung für Rinder- und Schafprämien Seit dem 14. August können von der Dürre besonders betroffene Mitgliedstaaten (D, F, I, Lux, P) einen Teil der Vorschusszahlungen auf Tierprämien (Rinder- und Schafprämien) noch vor dem 16. Oktober, dem Ende des EU-Haushaltsjahres, auszahlen. Für Deutschland wurde ein Betrag von 87 Mio. ? zur Verfügung gestellt. Ich vermute, dass aufgrund des begrenzten Liquiditätsvorteils für betroffenen Landwirte und des beträchtlichen Verwaltungsaufwandes nur wenige Bundesländer diese Möglichkeit nutzen werden.

6. Liquiditätshilfen der landwirtschaftlichen Rentenbank Die Landwirtschaftliche Rentenbank bietet dürregeschädigten landwirtschaftlichen Betrieben Darlehen zu besonders günstigen Konditionen für Maßnahmen zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen an. Voraussetzung für die Darlehensgewährung ist, dass sich die zu erwartenden dürrebedingten Ertragsausfälle auf mehr als 30 Prozent belaufen. Die Liquiditätshilfedarlehen werden mit einer Laufzeit von vier Jahren angeboten und sind wahlweise mit einem Tilgungsfreijahr ausgestattet. Der Nominalzinssatz beträgt zur Zeit 3,45 Prozent. Bis jetzt (Stand 26.08.2003) wurden in 160 Fällen Darlehen über insgesamt 6,4 Mio. Euro zur Verfügung gestellt.

Die Sonderkredite der Rentenbank dürfen neben anderen öffentlichen Förderkrediten eingesetzt werden. Außerdem ist die Inanspruchnahme von Zinszuschüssen aus öffentlichen Mitteln möglich. Dies schließt eine mögliche Zinsverbilligung aus Mitteln des Bundes und der Länder für die Dürrehilfe ein. Den Landwirten ist also zu empfehlen, beide Maßnahmen in Anspruch zu nehmen. Wie bei allen Darlehen der Rentenbank üblich, sind die Kreditanträge formlos an die Hausbank zu richten.

7. Bund-Länder-Programm für Liquiditätshilfen Angesichts des Ausmaßes der diesjährigen Dürre wird sich der Bund darüber hinaus an einem Programm für Liquiditätshilfen für besonders betroffene Betriebe beteiligen.

Dies ist im Rahmen der ungeschriebenen Zuständigkeit der gesamtstaatlichen Repräsentation bei Katastrophen nationalen Ausmaßes möglich. Wir werden dabei keinesfalls die gesamten Einbußen der Betriebe ausgleichen. Helfen wollen wir jedoch jenen, die ohne Hilfe wirtschaftlich nicht überleben würden.

Die Details des Programms werden derzeit zwischen Bund und Ländern abgestimmt. Was das Ausmaß der Schäden und davon abgeleitet das Finanzvolumen des Programms anbelangt, sind die Länder am Zuge. Sie wissen, dass ich bereits mehrfach die Länder gebeten habe, baldmöglichst belastbare Zahlen vorzulegen, die ich auch in Brüssel vertreten kann. Darauf warte ich noch.‘

Weitere Informationen zur Ernte-Bilanz 2003.

Links zum Thema Agrarpolitik.

Hopfen: Niedrigste Ernte seit Jahrzehnten

Themen: Archiv — info @ 11:08

Airischwand, Lkr. Freising (agrar.de) – Die extreme Hitze der vergangenen Wochen beschert den bayerischen Hopfenbauern heuer die niedrigste Ernte seit Ende der 60er Jahre. Hinzu kommen Abstriche bei der Brauqualität, wie Landwirtschaftsminister Josef Miller bei der traditionellen Hopfenrundfahrt in der Hallertau mitteilte. So sei heuer der Gehalt des wichtigsten Inhaltsstoffes, der sogenannten Alphasäure, geringer als in den rückliegenden Jahren.

Bayernweit erwartet der Minister eine Erntemenge von 367.000 Zentnern, das ist ein Drittel weniger als im vergangenen Jahr – 2002 wurden 562.000 Zentner des ‚grünen Goldes‘ eingefahren. Der Löwenanteil der Ernte entfällt mit schätzungsweise 357.000 Zentnern auf die Hallertau, gefolgt von Spalt mit 7.650 Zentnern und Hersbrucker Gebirge mit 2.000 Zentnern. Auch die Anbaufläche ist weiter gesunken – von 15.506 im Vorjahr auf 14.764 Hektar.

Der Minister appellierte an Pflanzer, Händler, Verarbeiter und Brauer, die schwierige Situation gemeinsam zu meistern. Die Brauwirtschaft müsse sich bei bestehenden Lieferverträgen kompromissbereit zeigen. Andererseits erwartet sich Miller von den Pflanzern, dass sie auch den vertraglich nicht gebundenen sogenannten Freihopfen zügig auf den Markt bringen. Insgesamt müsse die schlechte Ernte genutzt werden, um für die kommenden Jahre vernünftige Verträge auszuhandeln und die Vertragsquote zu erhöhen. Dabei gelte es, die hohe Qualität des bayerischen Hopfens entsprechend zu honorieren, denn: ‚Gesunder, hochwertiger Hopfen darf nicht als Ramschware verkauft werden‘.

Nach Auskunft des Ministers zeigen Witterungsextreme immer wieder, wie wichtig eine standortbezogene Züchtung ist. So seien Zuchtstämme, die auch unter schwierigsten Bedingungen gute Erträge bringen, als künftige Sorten der Garant für die wirtschaftliche Zukunft der Anbaugebiete. Entscheidende Bedeutung kommt laut Miller deshalb dem Hopfenforschungsinstitut in Wolnzach/Hüll zu. Mit seiner Züchtungs- und Forschungsarbeit schaffe Hüll die Voraussetzungen, dass bayerischer Hopfen auch künftig ein Qualitätsprodukt mit Weltruf bleibt.

Links zum Thema Hopfen und Malz, Links zum Bundesland Bayern.

DBV: Bundeslandwirtschaftsministerium bestätigt miserable Ernte

Themen: Archiv — info @ 10:08

Sonnleitner bekräftigt Forderung nach rascher Hilfe für betroffene Landwirte

Berlin (agrar.de) – Nach Vorlage des Ernteberichtes 2003 durch Bundesministerin Renate Künast stellte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, fest, dass jetzt auch die amtlichen Zahlen des Ministeriums die extremen dürrebedingten Ertragseinbußen in Deutschland, aber auch in den europäischen Nachbarstaaten bestätigten. Dies hatte der DBV bereits während der Ernte mit seinen drei Ernteberichten veröffentlicht. Hart betroffen sind die Landwirte in Bayern, Baden-Württemberg, den neuen Bundesländern und in weiten Teilen Norddeutschlands mit Ausnahme Schleswig-Holsteins. Der ertragsbedingte Erlösausfall dürfte bundesweit für die deutschen Landwirte zusammen bei über einer Milliarde Euro liegen, bei einem Gesamteinkommen von ca. 9 Milliarden Euro. Die prozentualen Ertragsverluste liegen in den betroffenen Regionen deutlich höher. Das schlechte Ernteergebnis betrifft nicht nur Getreide und Ölsaaten, sondern auch die noch zur Ernte anstehenden Mais-, Kartoffel- und Zuckerrübenkulturen. Vor existentiellen Prob-lemen stehen auch viele Grünlandbetriebe, deren Futterversorgung nicht ausreicht, um über den Winter an die nächstjährige Weidesaison anzuschließen.

Die deutschen Bauern würden alles unternehmen, so Sonnleitner, um in Selbsthilfe die Auswirkungen der Dürre zu begrenzen, zum Beispiel durch Futterbörsen und direkte Hilfslieferungen. Für besonders betroffene Betriebe reiche dies jedoch nicht aus. „Den 10.000 bis 15.000 existenzgefährdeten Betrieben mit schätzungsweise 2 Millionen Hektar müssen Bund und Länder jetzt mit einer gezielten Existenzhilfe unter die Arme greifen. Nach unseren Berechnungen werden für ein Bund-/Länder-Programm ca. 100 bis 150 Millionen Euro benötigt“, erklärte Sonnleitner. Er anerkannte ausdrücklich den Vorstoß von Ministerin Künast, dafür eine 50-prozentige Finanzierung des Bundes zur Verfügung zu stellen. ‚Jetzt müssen die Hilfen mit den Bundesländern schnell abgestimmt werden und praxisgerecht sowie unbürokratisch den Betroffenen zukommen‘, forderte Sonnleitner.

Präsident Sonnleitner ermutigte außerdem Bund und Länder, die durch die EU eröffneten Möglichkeiten auszuschöpfen, die ohnehin fälligen Direktzahlungen an die Landwirtschaft schnellstmöglich auszuzahlen. Dabei sollte es den Ländern möglich sein, Abschläge auf die EU-Direktzahlungen wie von der EU-Kommission ermöglicht bereits im September zu gewähren, ohne sich hinter Verwaltungsproblemen zu verstecken. Zu überprüfen ist, ob die EU-Kommission es ermöglicht, mehr als 80 Prozent der Zahlungen bereits im Oktober zu gewähren. Den dürregeschädigten Landwirten würde es dadurch ermöglicht, mit neuer finanzieller Liquidität die Futterversorgung sicherzustellen und neue Aussaat zu bewerkstelligen, betonte Sonnleitner.

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CDU/CSU: Wegen Dürre keine drastischen Einschnitte im Agrarhaushalt

Themen: Archiv — info @ 10:08

Hilfen der Bundesregierung nur tropfen auf den heißen Stein

Berlin (agrar.de) – Zu den heute von Bundesministerin Künast dargelegten Ernteergebnissen und den Auswirkungen der Trockenheit auf die Landwirtschaft erklärt die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gerda Hasselfeldt:

‚Die vom Bund angekündigten Hilfen für die von der Trockenheit massiv betroffenen Bauern sind der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Die rot-grüne Bundesregierung darf bei der Bewältigung der Dürreschäden nicht mauern!

Dabei könnte die Bundesregierung den Landwirten, von denen viele jetzt massiv in ihrer Existenz bedroht sind, helfen, in dem sie die von ihr in den Bundeshaushalt 2004 eingebrachten massiven Belastungen für die Landwirtschaft in Höhe von 900 Mio. Euro zurücknimmt. Es ist nicht nachzuvollziehen, dass ausgerechnet unsere Bauern in einer derartigen Krisensituation die höchsten Kürzungen von allen Ressorts im Etat 2004 hinnehmen müssen.

Die geplanten Einschnitte bei der landwirtschaftlichen Krankenversicherung und die Erhöhung der Agrardieselsteuer werden die aktiv wirtschaftenden Betriebe erheblich belasten. Vor allem die süddeutschen Landwirte und der Osten Deutschlands – Gebiete, in denen die Dürreschäden besonders groß waren – werden von den Einschnitten betroffen sein. Zusätzlich sollen mit einem riesigen Bürokratieaufwand die jetzt geltenden Bestimmungen bei der Umsatzsteuerberechnung für Landwirte geändert werden – weitere Belastungen in dreifacher Millionenhöhe kommen auf die Bauern zu.

Bundesregierung und Ministerin Künast werden aufgefordert, die ungerechtfertigt hohen Kürzungen im Agraretat 2004 vor dem Hintergrund der enormen Einkommensverluste der Bauern im Dürrejahr 2003 zurückzunehmen!‘

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27. August 2003

RLV: Billig fliegen, teuer pflügen

Themen: Archiv — info @ 15:08

Bonn (agrar.de) – Gegen die durch die Bundesregierung geplante Steuererhöhung bei Agrardiesel hat sich der Vizepräsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), Harald Benninghoven, vergangene Woche auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf-Kalkum ausgesprochen. Durch die Kappung der vergünstigten Agrardieselmenge auf 10.000 Liter je Betrieb sollen 157 Mio. Euro eingespart werden. ‚Die bestehende Wettbewerbsverzerrung wird damit noch weiter vergrößert‘, sagte der RLV-Vizepräsident. Im Vergleich zu anderen EU-Staaten sei der Agrardieselsteuersatz in Deutschland mit 25,6 Cent/l bereits jetzt sehr hoch. In Dänemark zahlten die Landwirte zum Beispiel nur 3,24 Cent/l, in Großbritannien 4,5 Cent und in Frankreich 5,5 Cent.

Benninghoven kritisierte zudem, dass die Luftfahrt nach wie vor völlig von einer Kraftstoff-Besteuerung ausgenommen ist. ‚Wenn ein betroffener Landwirt seinen Acker pflügt, müsste er nach den neuesten Plänen der Regierung je Tag 120 Euro an Dieselsteuer zahlen, während seine Mitbürger beispielsweise für 19 Euro mineralölsteuerfrei nach Athen fliegen‘, sagte er auf dem Betrieb von Michael Brücker am Düsseldorfer Flughafen.

Durch den Verzicht auf die Mineralölsteuer subventioniere der deutsche Staat den 19 Euro-Flug nach Athen mit 138 Euro. Der Flugpreis inklusive Mineralölsteuer müsste ansonsten bei 157 Euro liegen. ‚Wieso verzichtet der Staat auf Steuern und Kaufkraft, wenn Bürger zum Beispiel zum Einkaufen nach Mailand oder zum Sonnenbad nach Griechenland fliegen‘, fragte Benninghoven. Die Landwirte, die allein mit dem Kraftstoffverbrauch des Fluges einer Person nach Athen auf ihrem Bauernhof dafür sorgten, dass dieser Mensch neun Jahre ernährt werden könne, würden dagegen zur Kasse gebeten.

Benninghoven: ‚Schon ein Steuersatz von nur rund 1 Cent/l Flugbenzin würde schon so viel in die Staatskasse bringen, wie die nun geplante Steuererhöhung beim Agrardiesel. Ein solcher Einstiegssteuersatz auf Flugbenzin wäre sozialverträglich. Ein Billigflug nach Athen für 19 Euro würde nämlich nicht einmal 2 Euro teurer.‘

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Mecklenburg-Vorpommern: Backhaus strebt Vorziehen der Ausgleichszahlungen bei Flächen- und Tierprämien an

Themen: Archiv — info @ 15:08

Schwerin (agrar.de) – Die bisher bekannten Auswirkungen der langanhaltenden Trockenheit im Lande auf die Agrarbetriebe ergeben insgesamt ein sehr differenziertes Bild. ‚Das Spektrum bei den Einzelbetrieben reicht von kaum betroffen bis existenziell akut gefährdet‘, resümierte Landwirtschaftsminister Dr. Backhaus die gegenwärtige Lage in der Branche und sagte zu: ‚Sofern die Ausfälle ein bestimmtes Maß überschreiten, sind einige Betriebe unmittelbar in ihrem Fortbestand gefährdet. In schweren Fällen werden das Land und der Bund finanzielle Unterstützung gewähren, um durch die Dürre verursachte Insolvenzen unbedingt zu vermeiden. Hierzu werden in den nächsten Tagen Festlegungen getroffen.‘

Von der Dürre sind allerdings alle Agrarbetriebe mehr oder minder stark betroffen. Daher sucht die Landesregierung nach verschiedenen Möglichkeiten, die zur Abmilderung der Folgen beitragen können. ‚Eine gemeinsame Maßnahme von EU, Bund und Land, die auch in den anderen Bundesländern aufgegriffen wird, stellt das Vorziehen der Direktzahlungen an die Agrarbetriebe dar‘, stellte Minister Backhaus heute einen weiteren Hilfe-Baustein in Aussicht.

Auf Grund der gegenwärtigen EU-Bestimmungen beabsichtigt das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei, vorgezogene Zahlungen zu folgenden Terminen durchzuführen:

. Mutterschafprämien: Zahlung der gesamten Prämien am 15.10.2003 (6 Wochen früher), . Rinderprämien: Anhebung der Vorschüsse von 60 auf 80 Prozent und Zahlung am 31.12.2003 (4 Wochen früher), . Flächenprämien: Zahlung der gesamten Prämie am 16.11.2003 (2 Wochen früher).

Für alle Zahlungen gelten im übrigen die Verwaltungs- und Vor-Ort-Kontrollen nach den einschlägigen EU-Verordnungen unverändert. ‚Wir müssen auch jetzt auf die Einhaltung des EU-Rechts achten, um uns im Interesse der Landwirte, aber auch wegen der Verantwortung für einen ohnehin angespannten Landeshaushalt keinem erhöhten Anlastungsrisiko auszusetzen‘, warnte der Minister.

Die Europäische Kommission hatte zwischenzeitlich bestimmten Mitgliedstaaten, hierunter Deutschland, die Möglichkeit eingeräumt, übliche Vorschusszahlungen für Flächen- und Tierprämien zum Teil mit erhöhten Teilbeträgen vorzuziehen.

Eine weitere Maßnahme zur Entlastung der betroffenen Tierhaltungsbetriebe stellt die Freigabe von Stilllegungsflächen für die Futterproduktion dar. Hier besteht die Möglichkeit, diese Flächen bis zum 15. Januar 2004 zu nutzen. Minister Backhaus forderte betroffene Betriebe auf, diese Möglichkeiten auszuschöpfen oder aber auf die vorgesehenen Futterbörsen beim Bauernverband zuzugreifen. Dadurch sollte es möglich sein, die Defizite bei der Futterbereitstellung landesintern auszugleichen.

Die vom Landesbauernverband im Zusammenhang mit der angespannten Liquiditätslage eingeforderte schnelle Bearbeitung der Anträge auf Agrardieselvergütung für 2002 wurde von den zuständigen Finanzbehörden bereits in Aussicht gestellt. Gegenwärtig haben rund zwei Drittel der antragsberechtigten Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern einen Vergütungsantrag gestellt. Hiervon seien nach Aussage des Bundesministeriums für Finanzen bereits mehr als 70 Prozent bearbeitet und die Vergütungen ausgezahlt worden.

Links zum Land Mecklenburg-Vorpommern.

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