06. August 2003

Schweinefleisch: Der Bauer erhält weniger als 18 Cent von jedem Euro, der für Schweinefleisch ausgegeben wird

Themen: Archiv — info @ 11:08

Zurzeit 10 Euro Verlust je Mastschwein

Damme (agrar.de) – Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Nord-Westdeutschland (ISN) hat die Verbraucherpreise für Schweinefleisch in Supermärkten, Fleischereifachgeschäften und Discountern mit den Erzeugerpreisen verglichen. Die Recherche komme zu einem enttäuschenden Ergebnis, teilte ISN-Vorsitzender Franz Meyer zu Holte mit.

Der Landwirt erhalte bei einem aktuellen Preis von 1,25 Euro/kg Schlachtgewicht ca. 110 Euro für ein Schlachtschwein. Der Verbraucher zahle hingegen für das gleiche Schwein an der Ladentheke mit knapp 700 Euro mehr als das sechsfache des Erzeugerpreises, stellte der ISN-Vorsitzende fest. Der Erlösanteil der Landwirte liege heute nur noch bei ca. 17,4 Prozent des Endverbraucherpreises, vor zwei Jahren seien es immerhin noch 20 Prozent gewesen. Die Spanne habe sich eindeutig zu Gunsten der Schlachtindustrie und des Lebensmitteleinzelhandels verschoben, stellte Meyer zu Holte fest. Der Preisdruck des Lebensmittelhandels habe sich noch verstärkt.

ISN-Geschäftsführer Detlef Breuer bezeichnete die wirtschaftliche Situation als äußerst ernst. Von dem Erlös in Höhe von 110 Euro pro Schwein seien allein 45 Euro für das Futter und Euro 50 für das Ferkel zu bezahlen. Energie-, Gebäude- und sonstigen Kosten schlügen mit weiteren 26 Euro zu Buche. ‚Die Schweinhalter bekommen Ihre Arbeit nicht bezahlt und verlieren außerdem zurzeit 10 Euro pro Mastschwein‘, sagte Breuer. ‚Einem Betrieb mit 1.000 Mastplätzen droht in diesem Jahr allein aus der Schweinehaltung ein Verlust von 25.000 Euro‘. Da die Schweinhalter bereits seit zwei Jahren keine kostendeckende Marge mehr erzielen könnten, gehe es mittlerweile für viele Betriebe um die reine Existenz.

So werde es jedenfalls nicht mehr allzu lange weitergehen können, meinte der ISN-Geschäftsführer. Die Kapitalreserven seien aufgebraucht, die Liquidität angespannt. Auch die Mischfutterindustrie habe angekündigt, die Futterpreise zu erhöhen. Da könnten auf die Schweinehalter schnell zusätzliche 2 Euro bis 4 Euro weitere Kosten je Mastschwein zukommen. Die Landwirtsfamilien betrieben Konsumverzicht und lebten von der Substanz. ‚Wir bewegen uns auf sehr, sehr dünnem Eis‘, so Breuer abschließend.

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NRW: Mehr Siedlungs- und Verkehrsflächen zu Lasten der Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 09:08

Anstieg auf 21 Prozent der Landesfläche – WLV: Besonders sparsamer und verantwortungsbewusster Umgang mit den Natur- und Kulturflächen notwendig

Münster (agrar.de) – Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche an der Gesamtfläche Nordrhein-Westfalens ist nach Mitteilung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) mittlerweile auf 21,3 Prozent angestiegen. Allein zwischen 1997 und 2002 nahm die für siedlungswirtschaftliche Zwecke genutzte Fläche in Nordrhein-Westfalen um 4,3 Prozent oder knapp 30.000 Hektar (ha) auf 726.500 ha zu. Insgesamt hat NRW eine Fläche von über 3,4 Mio. ha (34.000 km2) und ist damit – als viertgrößter Flächenstaat – halb so groß wie das Land Bayern.

Vor 30 Jahren wurden erst knapp 15 Prozent im Landesdurchschnitt als Siedlungs- und Verkehrsflächen genutzt. Die Ausweitung dieser Flächen ging fast ausschließlich zu Lasten der Landwirtschaft; die 1,72 Mio. Hektar (ha) Landwirtschaftsfläche bedecken heute 50,5 Prozent der Landesfläche. Knapp 25 Prozent oder 846.500 ha Nordrhein-Westfalens sind Wald. Auf Wasserflächen entfallen rund 2 Prozent der Flächen (63.500 ha) zwischen Rhein und Weser. Der Rest (1 Prozent) fällt unter sonstige Flächennutzung.

Insbesondere die Gebäude- und zugehörige Freifläche vergrößerte sich nach Angaben des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik NRW von 1997 bis 2002 um 16.305 ha oder 4,0 Prozent auf 423.500 ha. Zum Vergleich: Die Gebäude- und Freiflächen der Städte Dortmund und Bochum beliefen sich zusammen im Jahr 2002 auf 16.465 ha. Auch die Verkehrsfläche wurde um 5.573 ha (+ 2,5 Prozent) auf nunmehr 229.100 ha ausgeweitet. Die Ausdehnung entspricht in etwa der Größenordnung der Gesamtfläche der ostwestfälischen Stadt Borgholzhausen.

Mit 21,3 Prozent Siedlungs- und Verkehrsfläche an der Bodenfläche hat NRW – mit Ausnahme der Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen – den höchsten Anteil der Bundesländer, Mecklenburg-Vorpommern mit knapp 7 Prozent den niedrigsten; der bundesdeutsche Schnitt beträgt 12,4 Prozent.

Mit 530 Einwohnern je Quadratkilometer gilt Nordrhein-Westfalen als das dichtbesiedelste Bundesland. Für die Landwirtschaft hat das den Vorteil, dass fast 18 Millionen Verbraucher sozusagen vor den Hoftoren sitzen. Andererseits übt die hohe Besiedlung und Industrialisierung einen permanenten Druck auf die Landwirtschaft und den ländlichen Raum aus. Wie in keinem anderen Bundesland ist hierzulande laut WLV ein besonders sparsamer und verantwortungsbewusster Umgang mit den Natur- und Kulturflächen notwendig.

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Westfalen-Lippe: Außergewöhnlich früher Ernteabschluss zu erwarten

Themen: Archiv — info @ 09:08

Getreideanbau ausgedehnt

Münster (agrar.de) – In diesem Jahr ist in Westfalen-Lippe mit einem außergewöhnlich frühen Abschluss der Getreideernte zu rechnen. Die Ernte von Triticale, Roggen, Weizen und Sommergetreide ist landesweit in vollem Gange und dürfte bei anhaltend trockenem Wetter in den günstigen Niederungslagen Ende dieser Woche abgeschlossen werden, teilt die Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe mit. Auch in den Höhenlagen ist die Ernte weit fortgeschritten.

Die Erträge schwanken in einem weiten Bereich. Von Roggen werden überwiegend gute Erträge gemeldet, von Triticale (Kreuzung aus Weizen und Roggen) eher mittlere. Bei einigen früh gedroschenen Triticalebeständen sind sie auch nur niedrig ausgefallen, besonders auf leichten Böden. Bei Weizen wird meist von noch befriedigenden Erträgen berichtet, besonders angesichts der langanhaltenden Trockenheit. Auf leichten Böden liegen die Druschergebnisse je nach Wasserversorgung niedriger. Auch spät gesäter Weizen, der sich im trocken-kalten Frühjahr nur langsam entwickeln konnte, leidet jetzt unter der schnellen Abreife. Von solchen Beständen sind ebenfalls eher niedrige Erträge zu erwarten.

Bei sehr früher Aussaat scheint auch Sommergetreide mit den herrschenden Witterungsbedingungen noch gut zurecht gekommen zu sein. Weitere Ertragsmeldungen bleiben abzuwarten.

Die Getreideanbaufläche hat sich in Westfalen-Lippe ausgedehnt. Gegenüber dem Vorjahr wurde die Getreideanbaufläche um 2,6 Prozent von 488.000 auf mehr als eine halbe Million Hektar ausgeweitet. Insgesamt hat Westfalen-Lippe nun knapp 743.000 Hektar Ackerland. In Nordrhein-Westfalen sind es mehr als eine Million Hektar.

Zwischen den einzelnen Getreidearten ergeben sich recht große Verschiebungen. Die Roggenfläche nimmt um ein Viertel ab, von knapp 19 000 Hektar auf 14.200 Hektar. Auch Triticale wurde mit minus 17 Prozent ebenfalls erheblich eingeschränkt. Winterweizen bleibt als bedeutsamste Getreideart mit 158.500 Hektar etwa auf dem Stand des Vorjahres. Stark ausgeweitet wurden der Anbau von Sommergerste (plus 80 Prozent auf 21.250 Hektar) und Hafer (plus 19 Prozent auf knapp 20.000 Hektar). Diese Ausweitung ist in diesem Jahr vermutlich auf Auswinterungen zurückzuführen, so dass diese Flächen mit Sommergetreide bestellt wurden.

Aber auch der Anbau von Wintergerste wurde von 140.650 auf 146.000 Hektar ausgedehnt, was einer Steigerung um 3,8 Prozent entspricht. Gleichfalls ausgedehnt wurde der Anbau von Körnermais (plus 19,6 Prozent) und Corn-Cob-Mix (CCM) um 6,5 Prozent auf 53.000 Hektar. Der Körnermais wird als wertvolles Kraftfutter, aber auch als nachwachsender Rohstoff in der Industrie verwendet. CCM, ein Maiskorn-Spindelgemisch, ist ein sehr gutes Futter für Mastschweine.

Die in den Vorjahren zu beobachtende Ausweitung der Hülsenfrüchte wie Futtererbsen oder Ackerbohnen hat sich nicht weiter fortgesetzt. Die Anbaufläche ist sogar wieder etwas zurückgegangen. Der Kartoffelanbau entspricht mit knapp 8.000 Hektar etwa dem der Vorjahre. Um ca. 1.000 Hektar wurde der Zuckerrübenanbau auf 10.900 Hektar ausgeweitet. Das Gleiche gilt für den Anbau von Gemüse (8.950 Hektar).

Nach den positiven Erfahrungen der vergangenen Jahre wurde auch der Rapsanbau noch mal ausgedehnt. Mit 47.432 Hektar (plus 7,8 Prozent) erreicht die Anbaufläche fast das Niveau von Anfang der 90er Jahre.

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05. August 2003

Ostendorff: Beiträge der Bauern zum Absatzfonds halbieren

Themen: Archiv — info @ 15:08

Berlin (agrar.de) – Friedrich Ostendorff (MdB), Obmann von Bündnis 90/Grüne im Ausschuss für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft des Bundestages erklärt:

‚Ich begrüße ausdrücklich die Anregung von Bundesministerin Renate Künast, die Überschüsse des Absatzfonds in Höhe von 229 Mio. Euro abzubauen und im Gegenzug die Beiträge der Bauern zur Finanzierung der CMA für drei Jahre zu halbieren. Angesichts der angespannten finanziellen Situation vieler Bäuerinnen und Bauern sollte diese Möglichkeit zur Entlastung der Betriebe unbedingt genutzt werden.‘

Die CMA als Durchführungsgesellschaft des Absatzfonds verfüge mit 100 Mio. Euro jährlich, die zum größten Teil von den Bauern aufgebracht werden müssten, bereits über ein sehr großzügig bemessenes Budget. ‚Ich halte es nicht für sinnvoll, mit den vorhandenen Überschüssen dieses Budgets weiter aufzustocken und zusätzliche Werbekampagnen zu finanzieren. Ich glaube vielmehr, dass es im Sinne der Bäuerinnen und Bauern wäre, ihnen dieses Geld zurückzugeben‘, erklärte Ostendorff.

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Sachsen: Getreiderernte schreitet voran

Themen: Archiv — info @ 12:08

Dresden (agrar.de) – Trotz vereinzelter Niederschläge ist die Ernte in Sachsen weiter vorangeschritten. Im Regierungsbezirk Leipzig steht nach Mitteilung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft kaum noch Getreide auf den Feldern, wohingegen in den Gebirgs- und Vorgebirgslagen des Regierungsbezirkes Chemnitz im Durchschnitt erst die Hälfte der Flächen abgeerntet sind. Im Regierungsbezirk Dresden muss noch etwa ein Fünftel des Getreides gemäht werden. Nach wie vor werden für ganz Sachsen Mindererträge um 20 bis 30 Prozent unter den langjährigen Durchschnitt erwartet.

Bei anhaltend trockener Witterung wird die Getreiderente voraussichtlich Mitte August und damit zwei Wochen früher als gewohnt weitgehend abgeschlossen sein. Winterraps wird voraussichtlich Ende dieser Woche vollständig geerntet sein.

Die Erträge schwanken zwischen fünf und 40 Dezitonnen je Hektar (dt/ha). Der Durchschnittsertrag liegt bei 26 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) und damit um 20 Prozent unter dem 6-jährigen Durchschnitt ( 32,5 dt/ha).

In allen Teilen Sachsens ist die Wintergerste bereits in den Lagern. Die Erträge liegen im Durchschnitt zwischen 30 (leichte Standorte) und 50 dt/ha (bessere Böden). Der Durchschnittsertrag wird sich um 44 dt/ha bewegen und liegt damit um 31 Prozent unter dem 6-jährigen Durchschnitt. Ertragsunterschiede in ähnlicher Höhe werden auch von den übrigen Getreidearten gemeldet. Gute Qualitäten (Eiweißgehalt, Fallzahlen) wurden beim bisher gedroschenen Winterweizen erreicht. Fast 80 Prozent der Weizenfelder sind bereits gemäht. Der Durchschnittsertrag wird voraussichtlich über 50 dt/ha betragen und damit etwa 25 Prozent unter dem langjährigen Mittel liegen. Bei der Sommergerste zeichnet sich ab, dass teilweise die Qualität nicht zur Verwendung als Braugerste ausreichen wird.

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Höhn: NRW-Programm „Ländlicher Raum“ voller Erfolg

Themen: Archiv — info @ 12:08

Programm schafft Arbeitsplätze und entlastet die Umwelt

Düsseldorf (agrar.de) – Im Rahmen des NRW-Programms ‚Ländlicher Raum‘ sind in den letzten drei Jahren mehr als 310 Millionen Euro ausgezahlt worden. Das Geld wird gemeinsam von EU, Bund und Land bereit gestellt und in insgesamt elf verschiedenen Förderbereichen in Land- und Forstwirtschaft eingesetzt. Neben der einzelbetrieblichen Agrarinvestitionsförderung geht es vor allem um den Ausbau der nordrhein-westfälischen Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen in der Landwirtschaft sowie im Gartenbau. Über Flurbereinigungs- und Dorferneuerungsmaßnahmen wird die ländliche Infrastruktur verbessert. Im Forstbereich zielen die Fördermaßnahmen auf die wirtschaftliche und ökologische Aufwertung der Waldflächen. Im Zentrum steht dabei die Förderung neuer Einsatzmöglichkeiten für Holz bei der Wärme- und Stromgewinnung. Ein weiterer Kernbereich des Programms sind die Agrarumweltmaßnahmen, der Vertragsnaturschutz und der FFH-Ausgleich. Damit werden die ökologischen Leistungen der Land- und Forstwirtschaft angemessen honoriert und die Bewirtschaftungsauflagen ausgeglichen.

Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn: ‚Das Programm ‚Ländlicher Raum‘ ist ein voller Erfolg und ein gutes Beispiel für nachhaltige Förderung. Es sind neue Arbeitsplätze entstanden und viele land- und forstwirtschaftliche Betriebe haben sich mit Hilfe der Förderung neue Einkommensmöglichkeiten erschlossen. Wir haben damit bewiesen, dass sich mit Natur- und Umweltschutz auch Geld verdienen lässt.‘

Drei Maßnahmen des Programms sind besonders erfolgreich: die Dorferneuerung, die Agrarumweltmaßnahmen und die Holzabsatzförderung. Durch die Förderung der Umnutzung nicht mehr benötigter land- und forstwirtschaftlicher Gebäude zu Wohnraum oder für gewerbliche Zwecke im Rahmen der Dorferneuerung konnten in den letzten drei Jahren rund 200 Arbeitsplätze geschaffen bzw. gesichert werden. Über Agrarumweltmaßnahmen und im Vertragsnaturschutz werden in NRW inzwischen rund 230.000 Hektar ökologisch, extensiv bzw. naturnah bewirtschaftet, das sind mehr als 15 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche Nordrhein-Westfalens. Seit 1999 hat sich der Umfang der Förderfläche mehr als verdoppelt. Im Rahmen der Holzabsatzförderung sind mehr als 1.000 Anlagen für Holzpellets und Holzhackschnitzel gefördert worden. Das bedeutet 340 neue Arbeitsplätze im Anlagenbau, im Wartungsbereich und im Forst. Zusätzlich konnten rund doppelt so viele bestehende Arbeitsplätze gesichert werden. Der Einsatz von Holz als Energieträger rechnet sich und ist zu gleich aktiver Klimaschutz. Mit den geförderten Anlagen reduziert sich der klimaschädliche CO2-Ausstoß um 130.000 Tonnen pro Jahr.

‚Vor dem Hintergrund dieser eindrucksvollen Ergebnisse ist die Kritik von Agrarkommissar Fischler, Nordrhein-Westfalen habe Fördergelder in Brüssel liegen lassen, nicht nachvollziehbar‘, so die Ministerin. „Alle bewilligungsreifen Anträge auf Förderung im Rahmen des NRW-Programms ‚Ländlicher Raum‘ sind auch bedient worden. Kein Förderantrag in NRW ist liegengeblieben. Mit dem Programm ‚Ländlicher Raum‘ hat die Landesregierung ab 2000 deutlich mehr EU-Mittel – rund 40 Prozent – nach Nordrhein-Westfalen geholt als in der vorangegangenen Förderperiode. Damit wurde die bisherige ungerechte Verteilung der EU-Mittel zu Gunsten der süddeutschen Bundesländer teilweise korrigiert. Die Verantwortung für den nicht vollständigen Mittelabfluss in den ersten beiden Programmjahren 2000 und 2001 trägt vor allem die Europäische Kommission. Wenn Agrarkommissar Fischler 14 Monate braucht, um unser neues Programm zu genehmigen, obwohl er nach dem Verordnungstext innerhalb von sechs Monaten genehmigen muss, darf er sich nicht wundern, dass die Gelder nicht abfließen. Die Genehmigung aus Brüssel erfolgte erst am 7. September 2000, eigentlich wollten wir aber schon am 1. Januar 2000 mit der Förderung beginnen. Im ersten Programmjahr blieben uns daher bis zum Ende des EU-Haushaltsjahres am 15. Oktober 2000 nur noch sechs Wochen Zeit, Gelder zu bewilligen und auszuzahlen, wobei die Auszahlung erst nach Fertigstellung der Maßnahme zulässig ist. Trotzdem haben wir im ersten Jahr eine Mittelabflussquote von 52 Prozent erreicht. Das war nur möglich, weil wir auf eigenes Risiko schon vor der Genehmigung bewilligt haben. Im übrigen hat die Europäische Kommission bis heute noch nicht die von NRW gemeldeten FFH- und Vogelschutzgebiete genehmigt, obwohl EU-Umweltkommissarin Wallstroem unser Vorgehen als mustergültig ansieht.‘

Die rund 40 Prozent zusätzliche Mittel sind u.a. in neue Förderprogramme geflossen (z. B. FFH-Ausgleich, Förderung des Aufbaus neuer Einkommensstandbeine in landwirtschaftlichen Betrieben und weitere Agrarumweltmaßnahmen), die den Bäuerinnen und Bauern erst bekannt gemacht werden mussten. Das nicht ausgeschöpfte Mittelvolumen der ersten Programmjahre entspricht dem zusätzlich akquirierten Mittelanteil. Bezogen auf die EU-Mittel der vorangegangenen Förderperiode wurden die EU-Mittel also vollständig ausgeschöpft.

Darüber hinaus ist der Mittelabfluss im Rahmen des NRW-Programms ‚Ländlicher Raum‘ in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Im Jahr 2002 wurde eine Abflussquote von über 90 Prozent erreicht. Für das laufende Jahr rechnet das Ministerium mit einem vollständigen Abfluss der Mittel. Diese Steigerung hängt auch mit den vielen neuen Maßnahmen des Programms zusammen, die von den Landwirten häufig erst nach einer Anlaufphase nachgefragt werden.

Nach Einschätzung der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig (FAL), die derzeit die Halbzeitbewertung des NRW-Programms ‚Ländlicher Raum‘ durchführt, ist das Programm ein guter Beitrag, die Förderung im ländlichen Raum neu auszurichten. Positiv sind neue Förderansätze wie z. B. die Modellvorhaben im Agrarumweltbereich, die das Zusammenwirken der einzelnen Förderbereiche verbessern. Nach Ansicht der Gutachter müssen sich bei einem Programm mit neuen strategischen Ansätzen und Inhalten die Umsetzungsprozesse erst einspielen. Die FAL betont, dass auch die Europäische Kommission gefordert ist, die Verwaltungsvorgaben und die finanztechnischen Regelungen so auszugestalten, dass in den Mitgliedstaaten eine effiziente Umsetzung der Programme möglich ist. Als Hemmschuh bei den Investitionsfördermaßnahmen hat sich insbesondere der Mittelverfallsmechanismus am Ende des Haushaltsjahres herausgestellt. EU-Mittel, die z. B. durch mangelnden Baufortschritt infolge ungünstiger Witterung im laufenden EU-Haushaltsjahr nicht ausgegeben werden können, verfallen und müssen dann mit EU-Mitteln des neuen Programmjahres ausfinanziert werden. In anderen EU-Förderprogrammen wie z.B. dem Ziel 2-Programm gibt es diese störenden Regelungen nicht.

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Stächele: Rinderhaltung wird besser gefördert

Themen: Archiv — info @ 12:08

EU-Ausschuss stimmt Anpassungen beim Maßnahmen- und Entwicklungsplan Ländlicher Raum des Landes zu – Höchstbetrag der Ausgleichszulage gesteigert

Stuttgart (agrar.de) – In Baden-Württemberg wird zukünftig eine verbesserte Förderung von Rindviehhaltungsbetrieben angeboten. Dies teilte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Willi Stächele, heute in Stuttgart mit. Außerdem wird in den von der Natur benachteiligten Mittelgebirgslagen der Höchstbetrag der Ausgleichszulage auf 16.000 Euro/Betrieb erhöht.

‚Damit steigt die Bereitschaft von Landauffangbetrieben, Flächen zu übernehmen. Die Landbewirtschaftung in benachteiligten Regionen wird damit gesichert‘, erklärte Agrarminister Stächele. Die Änderungen seien durch Anpassungen des Maßnahmen- und Entwicklungsplans Ländlicher Raum möglich, die jüngst vom zuständigen EU-Ausschuss für Ländliche Entwicklung einstimmig angenommen wurden.

Insgesamt fließen im Rahmen des Maßnahmen- und Entwicklungsplanes Ländlicher Raum in den Jahren 2000-2006 ca. 770 Mio. Euro aus dem Europäischen Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft nach Baden-Württemberg, informierte Stächele. Zukünftig können nun auch Rindviehhalter gefördert werden, die ihren Betrieb weiter ausbauen wollen. Kapazitätserweiterungen waren bisher auf einzelbetrieblicher Ebene nicht förderbar. Diese Neuerung war erst nach langen Verhandlungen mit der EU-Kommission möglich. Überzeugt hat letztendlich die immer weiter zurückgehende Rindviehhaltung in Baden-Württemberg. ‚Die Rindviehhaltung ist jedoch für den Erhalt unserer Kulturlandschaft unverzichtbar, da fast 40 Prozent unserer landwirtschaftlichen Nutzfläche aus Grünland besteht‘, erklärte Minister Stächele.

‚Die Erhaltung der Attraktivität des Ländlichen Raums hat für die baden-württembergische Landesregierung einen sehr hohen Stellenwert. Die Sicherung der Arbeitsplätze in und außerhalb des Agrarsektors und die Förderung umweltschonender Produktionsmethoden zur Erhaltung der reichhaltigen Kulturlandschaft haben dabei Priorität‘, betonte Agrarminister Stächele. ‚Der baden-württembergische Weg findet dabei die Unterstützung der Europäischen Union‘, unterstrich Stächele.

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BMVEL: Waldbrandgefahr steigt bei anhaltender Trockenheit auch in Deutschland

Themen: Archiv — info @ 12:08

Berlin (agrar.de) – Anhaltende Trockenheit und Hitze lassen die Gefahr von Waldbränden auch in vielen Teilen Deutschlands steigen. Welche verheerenden Auswirkungen damit verbunden sein können, wird in diesen Tagen durch die Brände in Südeuropa und in Kanada ins Bewusstsein gerückt.

Alexander Müller, Staatssekretär im Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) appelliert daher an alle Waldbesucher, die Vorschriften zur Verhütung von Waldbränden jetzt besonders sorgfältig zu beachten, denn eine große Zahl von Schadfeuern wird durch Fahrlässigkeit und Unachtsamkeit von Waldbesuchern verursacht.

‚Eine leichtfertig weggeworfene Zigarettenkippe, eine vergessene Glasflasche, die wie ein Brennglas wirkt oder ein nicht sachgemäß gelöschtes Grillfeuer können bei diesen Temperaturen und der langen Trockenheit schnell verheerende Auswirkungen haben. Auch die sehr heißen Katalysatoren von Autos können auf trockenem Waldboden bzw. trockenen Wiesen einen Brand verursachen.‘

Vom 1. März bis 31. Oktober ist es verboten, im Wald sowie auf Moor- und Heideflächen zu rauchen oder offenes Feuer zu entzünden. Je nach Waldbrandstufe können von den Behörden der betroffenen Bundesländer auch ganze Waldgebiete gesperrt werden. Einige Bundesländer haben davon bereits Gebrauch gemacht. Informationen über die derzeit gültigen Waldbrandstufen und die daraus folgenden Schutzmaßnahmen erhalten Waldbesuchern aus den Medien oder bei den zusttändigen Forstämtern.

Die Waldbrandgefahr ist vor allem in reinen Nadelholzbeständen und in Wäldern auf Sandböden groß. Weniger gefährdet sind artenreiche Mischbestände, die Feuchtigkeit besser speichern können. Dies bestätigt den eingeschlagenen Weg hin zu einer naturnahen Waldwirtschaft auf möglichst großer Fläche, zumal wir uns langfristig auf den von Klimaforschern angekündigten Klimawandel und zunehmende Witterungsextreme einstellen müssen.

Im Vorjahr fiel die Waldbrandbilanz aufgrund der überdurchschnittlich hohen Niederschläge erfreulich günstig aus. Insgesamt wurden 2002 im Bundesgebiet 513 (2001: 587) Waldbrände gemeldet. Dabei wurden rund 122 Hektar Wald vernichtet.

Demgegenüber sind bereits im ersten Halbjahr 2003 mehr als 500 Brände gemeldet worden; schon jetzt ist das Dreifache an Fläche betroffen. Allein in Brandenburg wurden bereits über 300 Brände registriert.

Jeder, der einen Brand entdeckt, ist aufgerufen, sofort die Polizei, die Feuerwehr oder eine Forstdienststelle zu alarmieren, um den Brand schnell eindämmen zu können.

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Vier Pfoten: Konventioneller Landbau und Intensiv-Tierhaltung sind Mitverursacher der Hitzewelle

Themen: Archiv — info @ 11:08

Tierschutzorganisation fordert mehr Unterstützung vom Verbraucher für klimafreundlichen Öko-Landbau

Hamburg (agrar.de) – Nach Ansicht der Tierschutzorganisation ‚Vier Pfoten‚ trägt der konventionelle Landbau und die industrielle Nutztierhaltung eine Mitverantwortung für die Hitzewelle und anhaltende Trockenheit der letzten Wochen. Vier Pfoten fordert, dass der Ökologische Landbau zum Vorbild der gesamten Landwirtschaft genommen wird. Weil der Verbraucher durch sein Kaufverhalten über die Anbaumethoden in der Landwirtschaft mit entscheidet, kann er dazu beitragen, die Marktanteile des Öko-Landbaus zu erhöhen.

Nora Petzold, Landwirtschaftsreferentin von Vier Pfoten ruft deshalb die Verbraucher auf, ihr Verhalten zu ändern: ‚Wer auf Fleisch verzichtet oder ausschließlich Fleisch aus ökologischem Landbau isst, trägt dazu bei, die klimaschädigenden Emissionen der Landwirtschaft zu verringern‘. Laut einer Studie des Österreichischen Arbeitskreises Land- und Forstwirtschaft ist der Energiebedarf für ein Kilogramm Öko-Rindfleisch nur halb so groß wie ein Kilogramm Rindfleisch aus konventioneller Haltung. Darüber hinaus werden die Tiere in der ökologischen Landwirtschaft artgerecht gehalten.

Die anhaltende Trockenheit der letzten Woche führte zu katastrophalen Ernteeinbußen, Futterverlusten und bedroht die Existenz vieler Landwirtschaftsbetriebe. Der Deutsche Wetterdienst stellte schon 2002 eine deutschlandweite Erwärmung um vier Grad für den Juni über das langjährige Monatsmittel fest. Diese Erwärmung führt dazu, dass sich extreme Wetterlagen häufen, wie die diesjährige Dürre und die Hochwasserkatastrophe des letzen Jahres. Langfristig hält es die zuständige Bundesministerin Renate Künast für nötig, dass sich der Landbau auf den von Klimaforschern angekündigten Klimawandel und zunehmende Witterungsextreme einstellt.

Die Landwirtschaft ist weltweit zu etwa 30 Prozent am menschengemachten Klimawandel beteiligt. Hauptverursacher sind die Klimagase Kohlendioxyd, Methan und Lachgas. Durch die Produktion von chemisch-synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmittel, durch industriell hergestellte Futtermittel und dem Einsatz von Treibstoff wird in hohem Maße Kohlendioxyd produziert. Aber auch die Brandrodung für landwirtschaftliche Flächen setzt enorm viel Kohlendioxyd frei. Methangas entweicht hauptsächlich durch die Verdauung der Wiederkäuer in die Atmosphäre. Das Lachgas entsteht zum Beispiel bei der Verteilung von chemisch-synthetischem Stickstoffdünger auf die Felder.

Der Energieverbrauch auf einem Hektar ökologisch bewirtschafteter Fläche ist drei Mal geringer als auf einem Hektar konventionell bewirtschafteten Fläche. Kohlendioxyd-, Methan- und Lachgas-Emissionen sind in der konventionellen Landwirtschaft pro Hektar etwa drei Mal so hoch wie im Ökologischen Landbau.

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Miller gegen Sonderopfer der Bauern

Themen: Archiv — info @ 11:08

München (agrar.de) – Als ungerecht, unsozial und wirtschaftlich nicht vertretbar hat Bayerns Landwirtschaftsminister Josef Miller die von der Bundesregierung erneut vorgesehene Kürzung der Bundeszuschüsse zur Krankenversicherung der Landwirte um 218 Millionen Euro bezeichnet. Bestätigt sieht sich der Minister durch die jetzt vorliegende Bewertung des Bonner Verfassungsrechtlers Professor Dr. Dr. h. c. Josef Isensee. Danach ist der rotgrüne Gesetzentwurf verfassungswidrig, weil die Kürzung sachwidrig und die Mehrbelastung für die Landwirte unverhältnismäßig ist. Dies verstoße gegen den Gleichheitsgrundsatz und den rechtsstaatlich gebotenen Vertrauensschutz.

Für die bayerischen Bauern bedeutet der Gesetzentwurf laut Miller eine Erhöhung der monatlichen Krankenkassenbeiträge um durchschnittlich rund 45 Prozent. Die monatliche Mehrbelastung beträgt bis zu 230 Euro. Damit würde den Landwirten, die von den Auswirkungen der Gesundheitsreform ebenso betroffen sind wie die übrigen Versicherten, ein zusätzliches Sonderopfer abverlangt. Während mit der Reform der Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung auf 13,5 Prozent gesenkt werden soll, käme auf die Landwirte ein Anstieg von 13,6 auf fast 20 Prozent zu. Miller: ‚Dies ist höchst ungerecht und angesichts der bereits beschlossenen Einkommensminderungen durch die EU und den Bund für die Bauern nicht mehr zu verkraften.‘

Nach Aussage des Ministers müssen zudem die erheblichen Vorleistungen angerechnet werden, die die Landwirte in den rückliegenden Jahren durch die Einschnitte von Rot-Grün im Sozialbereich erbracht haben. So hat der Bund in den Jahren 2000 bis 2003 im Vergleich zur mittelfristigen Finanzplanung die Zuschüsse zur landwirtschaftlichen Alterssicherung um insgesamt 676 Millionen Euro gekürzt. Darüber hinaus wurden seit 1998 die Zuschüsse zur landwirtschaftlichen Unfallversicherung von 314,5 auf 250 Millionen Euro pro Jahr gesenkt. Bereits im Jahr 2000 hatte die Bundesregierung den Zuschuss zur landwirtschaftlichen Krankenkasse um 127,8 Millionen Euro reduziert. Miller: ‚Kein anderer Berufsstand hat derartige Kürzungen hinnehmen müssen.‘

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