18. August 2003

Hessen richtet Clearingstelle zur Meldung von FFH- und Vogelschutzgebieten ein

Themen: Archiv — info @ 15:08

Wiesbaden (agrar.de) – Ab heute steht im Hessischen Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz eine Clearing- und Informationsstelle für Fragen im Zusammenhang mit der ergänzenden Meldung von FFH- und Vogelschutzgebieten zur Verfügung. Dies gab Staatsminister Wilhelm Dietzel in Wiesbaden bekannt.

Ansprechpartner in der neu eingerichteten Clearing- und Informationsstelle ist Dr. Marius Baum, der unter der Telefonnummer 0611-817-2495 für Auskünfte und Informationen, insbesondere auch zu etwaigen Nutzungskonflikten in künftigen FFH- und Vogelschutzgebieten zur Verfügung stehen wird.

Noch immer, so Minister Dietzel, sei die unbegründete Befürchtung verbreitet, dass die Ausweisung einer Fläche als FFH-Gebiet die Aufgabe der bisherigen Flächennutzung oder eine generelle Veränderungssperre bedeute. Beides sei nicht der Fall.

Viele geschützte Lebensräume und Arten seien – so Dietzel – erst durch die verschiedenen Landnutzungsformen, d.h. durch die menschliche Kulturtätigkeit, entstanden; ihr Fortbestand hinge auch künftig hiervon ab. „Es geht also vielfach darum – so Minister Dietzel – in den Gebieten diejenige Bodennutzung zu erhalten, die ihren schutzwürdigen Zustand begründet hat. Investitionen und Entwicklungsmaßnahmen sollen nicht verhindert werden, sondern es soll grundsätzlich die die Natur am wenigsten beeinträchtigende Variante, die am besten geeignete Fläche oder Trasse gesucht werden.”

Es dürfe auch im Zusammenhang mit der ergänzenden Gebietsmeldung, die das Land Hessen zurzeit vorbereite, kein künstlicher Widerspruch zwischen dem Schutz der Natur einerseits und einer den Menschen dienenden wirtschaftlichen Entwicklung andererseits aufgebaut werden. Es gelte – so der Minister – den in den europäischen Richtlinien vorhandenen Spielraum, Konflikte zwischen diesen Belangen zu lösen, bestmöglich zu nutzen.

Die Landesregierung wolle mit dieser Clearing- und Informationsstelle ‚klar, deutlich und verständlich informieren mit dem Ziel Lösungen möglichst im Konsens zu finden nach unserem Prinzip ‚Kooperation statt Konfrontation‘. Informationen, Beratungen und Hilfestellungen seien der beste Weg, um Naturschutz und wirtschaftliche Entwicklung im Sinne der Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen, sagte Minister Dietzel. Die Landesregierung setze damit den Dialogprozess fort, der mit den Regionalen Fachkonferenzen im Juli 2003 erfolgreich gestaltet wurde.

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