25. Juli 2003

BMVEL: Pflanzenschutzmittelrückstände in Proben der Ernte 2002 gering

Themen: Archiv — info @ 10:07

Berlin (agrar.de) – Die jetzt vorliegende Untersuchung der grob gereinigten Weizen- und Roggenproben, die im Rahmen der Besonderen Ernteermittlung jährlich durchgeführt wird, zeigte auch in diesem Jahr, dass bei der Mehrzahl der Proben aus der Ernte 2002 keine nennenswerte Belastung mit Pflanzenschutzmitteln bzw. deren Abbauprodukten festzustellen ist. Das meldet das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL).

In 62 Prozent der Weizen- und 55 Prozent der Roggenproben wurden keine Rückstände festgestellt. Die Nachweishäufigkeit war bei den Fungiziden mit 26,7 Prozent der Roggen- und Weizenproben am höchsten, während in 20 Prozent der Proben Herbizidrückstände und in 15,1 Prozent Insektizidrückstände festgestellt werden konnten. Dabei lagen die Werte bis auf sehr wenige Ausnahmen für alle Wirkstoffgruppen deutlich unter der zulässigen Höchstmenge laut Rückstands-Höchstmengenverordnung (RHmV). Von insgesamt 225 untersuchten Proben wurde nur in drei Fällen die zulässige Höchstmenge für Insektizide, Fungizide oder Herbizide leicht überschritten.

Die Untersuchung zeigte ebenfalls, dass immer noch Spuren des in Deutschland schon lange verbotenen, hochpersistenten Lindans zu finden sind. Allerdings liegen die gefundenen Konzentrationen weit unter dem zulässigen Grenzwert der Rückstandshöchstmengenverordnung und sind nicht auf eine Anwendung als Pflanzenschutzmittel zurückzuführen. Polychlorierte Biphenyle (PCB) wurden ebenfalls nur in sehr geringen Konzentrationen in nur wenigen Proben nachgewiesen.

Links zum Thema Lebensmittelqualität und Kontrolle.

Mecklenburg-Vorpommern: Von Dürre betroffene Landwirte können Hilfe erhalten

Themen: Archiv,Banken,Förderung — info @ 09:07

Minister Backhaus: Betriebe dürfen nicht in ihrer Existenz gefährdet werden

Schwerin (agrar.de) – Von der Dürre betroffene Landwirte können durch verschiedene Maßnahmen Hilfe erhalten. ‚Es ist dringend notwendig, dass diese Betriebe nicht in ihrer Existenz gefährdet werden‘, betont Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD). Entsprechende Initiativen seien deshalb bereits in die Wege geleitet und umgesetzt worden.

Bereitstellung von Liquiditätshilfedarlehen durch die landwirtschaftliche Rentenbank Frankfurt am Main

Die Landwirtschaftliche Rentenbank Frankfurt am Main unterstützt die Bemühungen des Bundes und der Länder zur Schadensminderung und bietet im Rahmen ihres Programms Junglandwirten ab sofort für Maßnahmen zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen Darlehen zu besonders günstigen Konditionen an. Voraussetzung für die Darlehensgewährung ist, dass sich die zu erwartenden dürrebedingten Ertragsausfälle auf mehr als 30 Prozent belaufen.

Unterstützung des Landhandels für die landwirtschaftlichen Unternehmen

Der private und genossenschaftliche Landhandel, der in Mecklenburg-Vorpommern tätig ist, prüft betriebsbezogen eine weitere Unterstützung der landwirtschaftlichen Unternehmen die existenzgefährdet sind. Dabei werden Möglichkeiten gesucht, Kredite zu gewähren bzw. eine Tilgung zeitlich auszusetzen. Ziel ist es, dass die Wiederbestellung der Felder gesichert wird.

Stundung der Beiträge an die Wasser- und Bodenverbände

In Gesprächen mit der Geschäftsführung des Landesverbandes der Wasser- und Bodenverbände als auch mit dem Innenministerium wurde vereinbart, dass Landwirten auf Antragstellung die Zahlung der Beiträge gestundet werden kann.

Umstrukturierungshilfe

In besonderen Einzelfällen besteht die Möglichkeit die Umstrukturierungshilfe des Landes in Anspruch zu nehmen, um durch Umstrukturierung des Betriebes eine bestehende Existenzgefährdung abzuwenden. Eine solche Umstrukturierung kann mit zinsgünstigen Landesmitteln unterstützt werden.

Frühzeitige Auszahlung von Beihilfen

Auf Anregung des Landes Mecklenburg-Vorpommern wird seitens des Bundes und der EU-Kommission geprüft, ob und inwieweit Direktbeihilfen der EU früher als geplant zur Auszahlung gelangen können.

Stundung von Pachtpreiszahlungen, Kreditkosten und Beiträgen

Die Landgesellschaft sowie die Bodenverwertungs- und vermarktungsgesellschaft (BVVG) gewähren für Pachtzahlungen auf Antrag Zahlungsaufschub. Landwirte, die aufgrund der Trockenheit ihren Zahlungsverpflichtungen bei öffentlichen Darlehen nicht nachkommen können, haben die Möglichkeit, über die jeweils zuständigen Ämter für Landwirtschaft eine Stundung zu beantragen.

Hilfsprogramm des Bundes

Das Landwirtschaftsministerium hat sich beim Bundesministerium dafür eingesetzt, dass sich die Bundesregierung analog zu Katastrophenhilfen vergangener Jahre auch dieses Jahr an einem entsprechenden Hilfsprogramm beteiligt.

Das Landwirtschaftsministerium erfasst zurzeit über die Ämter für Landwirtschaft die auf die jeweiligen Betriebe bezogenen witterungsbedingten Ausfälle. Diese Unterlagen bilden die Grundlage für eine eventuelle finanzielle Unterstützung des Bundes in einem Soforthilfeprogramm. ‚Wir müssen erst die Ernteerhebungen abwarten, um gezielt handeln zu können‘, sagt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

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24. Juli 2003

DBV: Kürzung der Bundesmittel untragbar und unsozial

Themen: Archiv — info @ 16:07

Bauernverband bekräftigt Ablehnung drastischer Beitragserhöhungen

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) lehnt die geplante Kürzung der Bundesmittel zur landwirtschaftlichen Krankenversicherung entschieden ab. Dies hat er in seiner Stellungnahme zum Gesetzentwurf bekräftigt. Der DBV trage zwar die allgemeinen Kürzungen und Einsparungen im Sozialbereich – wie von Regierung und Opposition gemeinsam beschlossen – mit. Die zusätzliche Sonderbelastung mit einer Kürzung der Bundesmittel um 218 Millionen Euro bei der landwirtschaftlichen Krankenversicherung sei jedoch ebenso untragbar wie unsozial. Die Beiträge für die aktiven Landwirte würden um durchschnittlich 30 Prozent und teilweise bis 60 Prozent drastisch erhöht.

Der Deutsche Bauernverband äußerte erhebliche verfassungsrechtliche Bedenken gegen die vorgesehene Gesetzesänderung. Seiner Meinung nach werde der Gleichheitssatz und der Vertrauensschutz verletzt. Die Landwirte seien in der landwirtschaftlichen Krankenkasse pflichtversichert. Bei einer drastischen Beitragserhöhung habe der Versicherte keine Wahlmöglichkeit, sehe sich aber gegenüber Pflichtversicherten in anderen Krankenkassen in erheblichem Umfang benachteiligt. Freiwillig Versicherte hingegen würden schnell aus dem System ausscheiden. Die verbleibende Solidargemeinschaft der landwirtschaftlichen Unternehmer als Beitragszahler könne die Beiträge zur landwirtschaftlichen Krankenversicherung nicht mehr bezahlen.

Nachdrücklich verwies der Deutsche Bauernverband darauf hin, dass das Bundeslandwirtschaftsministerium und das Bundesgesundheitsministerium noch vor kurzem die gleiche Argumentation wie der Berufsstand vertreten haben, wonach die aktiven Landwirte nicht auch noch die Beitragslast zur Krankenversicherung der Altenteiler tragen könnten. Schon vor über 30 Jahren habe es einen breiten politischen Konsens gegeben, dass aufgrund des extremen Strukturwandels in der Landwirtschaft hier der Bund eintritt und die aktiven Landwirte neben ihrem Krankenkassenbeitrag lediglich die Verwaltungskosten für die Krankenversicherung der Altenteiler tragen. Die geplante Gesetzesänderung resultiere offenkundig aus dem Finanzdiktat des Bundesfinanzministers und ignoriere völlig die Auswirkungen auf die Landwirtsfamilien und das gesamte agrarsoziale Sicherungssystem.

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Ostendorff/Wolff: Einsparungen bei landwirtschaftlicher Krankenversicherung überdenken

Themen: Archiv — info @ 16:07

Kürzungen im Agrarbereich sozial verträglich gestalten

Berlin (agrar.de) – Zu den laufenden Haushaltsberatungen erklären der Bundestagsabgeordnete Friedrich Ostendorff, Bündnis 90/Die Grünen, und die SPD-Bundestagsabgeordnete Waltraud Wolff, stellvertretende Sprecherin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, als zuständige Berichterstatter:

‚Die aktuelle gesamtwirtschaftliche Lage macht umfangreiche Sparmaßnahmen notwendig. Hiervon kann auch der Etat des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft nicht ausgenommen werden.

Wir können derzeit nicht erkennen, wie sich die Einsparungen, die der Kabinettsentwurf im Bereich der landwirtschaftlichen Krankenversicherung vorsieht, sozial verträglich umsetzen lassen. Wir werden daher im parlamentarischen Verfahren die Ausgestaltung der Einsparungen und auch mögliche Alternativen diskutieren müssen.

Ziel muss es sein, durch sozial tragbare Lösungen den Bestand und die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zu erhalten. Unter diesem Gesichtspunkt werden wir die Sparvorschläge zu prüfen haben.

Nach den Vorschlägen des Kabinettsentwurfs würde es in verschiedenen Regionen zu erheblichen Beitragssteigerungen von bis zu 50 Prozent, bei einzelnen Betrieben sogar bis zu 100 Prozent kommen. Zu einem Zeitpunkt, zu dem die Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung gesenkt werden sollen, sind Beitragssteigerungen in einer solchen Größenordnung kaum zu vermitteln.‘

Links zum Thema Agrarpolitik.

Journalisten-Förderpreis der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe

Themen: Archiv — info @ 15:07

Münster (agrar.de) – Die Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe schreibt in diesem Jahr zum 10. Mal einen Journalisten-Förderpreis aus. Das Thema lautet: ‚Qualität aus Westfalen – Vom Acker und aus dem Stall‘. Die Agrarwirtschaft beinhaltet die Bereiche Land- und Forstwirtschaft sowie Gartenbau mit ihren vor- und nachgelagerten Bereichen. Im Rahmen des Journalisten-Förderpreises will die Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe Beiträge von Journalisten honorieren, die zu mehr Verständnis und zur Versachlichung der Diskussion um land- und forstwirtschaftliche sowie gartenbauliche Themen beitragen. Mit Hilfe der Artikel soll das Interesse für die Landwirtschaft, insbesondere bei der städtischen Bevölkerung geweckt werden. Oft tragen Unkenntnis über die Wechselbeziehung zwischen Natur, Tier, Pflanze und Technik zu einer falschen Vorstellung über die Landwirtschaft bei.

An dem Wettbewerb können sich Journalisten und Volontäre von Tages- und Wochenzeitungen bzw. Zeitschriften und Agenturen aus dem Bundesgebiet beteiligen, wenn sie über Agrarthemen aus Westfalen-Lippe berichten. Beiträge von Agrarjournalisten werden nur dann berücksichtigt, wenn sie in der allgemeinen Presse erschienen sind. Hörfunk- und Fernsehbeiträge sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Preisträger, die bereits den Journalisten-Förderpreis gewonnen haben, können für die Dauer von zwei Preisvergaben nicht teilnehmen.

Die Beiträge sollen vom 1. Dezember 2002 bis 15. Oktober 2003 veröffentlicht worden sein und bei der Landwirtschaftskammer bis zum 31. Oktober 2003 eingereicht werden. Es muss sich um Reportagen oder reportagenhafte Berichte (Features) handeln, die die Land- und Forstwirtschaft sowie den Gartenbau im Kammergebiet Westfalen-Lippe zum Thema haben. Der Bericht soll vor allem für die nichtlandwirtschaftlichen Leser reizvoll aufgemacht und verständlich geschrieben sein. Eine neutrale Jury wird über die eingereichten Beiträge beraten. Es werden drei Preise (1.500 Euro, 750 Euro, 500 Euro) vergeben.

Die Preisverleihung ist im Rahmen der Hauptversammlung der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe am Mittwoch, 3. Dezember 2003, vorgesehen. Die Beiträge sollen eingereicht werden bei der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe, Pressestelle, Postfach 59 25, 48135 Münster, Tel.: 0251-599-234 / -232; Fax: 0251-599-233, E-Mail.

Links zum Thema Presse, Links zum Thema %url4%Landwirtschaftskammern%/%.

DBV appelliert an seine Mitglieder verstärkt auszubilden

Themen: Archiv — info @ 15:07

Generationenwechsel in der Landwirtschaft braucht Berufsnachwuchs

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat die Betriebe der Agrarwirtschaft aufgerufen, ungenutzte betriebliche Ausbildungskapazitäten zu mobilisieren, neue Ausbildungsplätze zu schaffen und unbesetzte Ausbildungsplätze bei den Arbeitsämtern zu melden.

Damit reagiert der DBV auf den im Vorjahresvergleich verschärften Lehrstellenmangel vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres am 1. August 2003. Die Landwirtschaft nehme mit ihrem Ausbildungsengagement die eigene Verantwortung zur Förderung des Berufsnachwuchses wahr und setze ein Zeichen der gesellschaftlichen Selbstverpflichtung im Gesamtverbund der Deutschen Wirtschaft sowie der Verantwortung für die Zukunft unseres Landes. Der Bauernverband wies auch darauf hin, dass im Unterschied zu fast allen anderen Berufsbereichen das Ausbildungsplatzangebot in den Agrarberufen die Nachfrage deutlich übertrifft. Im Jahr 2002 wurden in allen Agrarberufen knapp 14.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen.

Angesichts derzeit mehr als 3.000 freier Ausbildungsplätze bei den ‚Grünen 13‘ – den 13 Ausbildungsberufen im Agrarbereich – müsse sich der Berufsstand noch mehr an der Ausbildung junger Leute beteiligen. Die vermehrte Ausbildung ist nach Ansicht des DBV zur Sicherung eines qualifizierten Berufsnachwuchses aufgrund des anstehenden Generationenwechsels in den landwirtschaftlichen Betrieben unverzichtbar. Zugleich biete ein agrarwirtschaftlicher Beruf den Absolventen nach der Erstausbildung nicht nur unmittelbar in der Landwirtschaft gute Perspektiven, sondern auch in ihren vor- und nachgelagerten Handels-, Verarbeitungs- und Dienstleistungsbereichen.

Gleichzeitig forderte der DBV die Agrarwirtschaft auf, unbesetzte Ausbildungsplätze nicht nur bei den Lehrstellenbörsen von Landwirtschaftsministerien, Landwirtschaftskammern und Landwirtschaftsämtern zu melden, sondern auch bei den Arbeitsämtern. Damit werde die Aussagekraft der Ausbildungsplatzstatistik verbessert, und eine eventuelle staatliche Finanzierungsregelung der Berufsausbildung entkräftet.

Die ‚Grünen 13‘ bieten eine breit angelegte, vielseitige Ausbildung im Umgang mit Pflanzen, Tieren, Umwelt und moderner Technik. Neben Produktion und Technik werden in den landwirtschaftlichen Ausbildungsgängen betriebswirtschaftliche Qualifikationen und Dienstleistungskompetenz vermittelt. Als Zugangsvoraussetzung für die Ausbildung verlangen die Betriebe neben dem erfolgreichen Abschluss einer allgemeinbildenden Schule persönliches Interesse, die Bereitschaft zum selbständigen Handeln und zur ständigen Weiterbildung.

Informationen über freie Ausbildungsplätze sind bei den Landwirtschaftskammern, den Kreisbauernverbänden, den Landwirtschaftsämtern und -ministerien in den Bundesländern sowie bei den Arbeitsämtern erhältlich. Die Informationsbroschüre ‚Die Grünen 13 – Dreizehn Ausbildungsberufe im Agrarbereich‘ kann beim aid Infodienst angefordert werden.

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Dürreschäden: Flath warnt vor Horrorszenarien

Themen: Archiv — info @ 14:07

Landesagrarbericht vorgestellt

Prausitz (agrar.de) – Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath hat davor gewarnt, angesichts der Trockenheitsschäden in der Landwirtschaft frühzeitig Horrorszenarien herbeizureden. ‚Abgerechnet wird am Schluss, wenn die Ernte in der Scheune ist‘, sagte Flath bei der heutigen Vorstellung des Landesagrarberichtes in Prausitz.

Von einer Katastrophenernte in ganz Sachsen könne zum jetzigen Zeitpunkt keine Rede sein, sagte der Minister. Enorme Ernteeinbußen von bis zu 70 Prozent gebe es vor allem im Norden und Nordosten von Sachsen während in den übrigen Teilen des Freistaates die Erträge nur geringfügig unter dem langjährigen Durchschnitt liegen würden. Für ganz Sachsen werde nach vorläufigen Schätzungen ein Minderertrag um 20 bis 30 Prozent gegenüber dem langjährigen Durchschnitt erwartet.

Kritik übte Flath an der Bundesregierung. ‚Würde Frau Künast die geplanten Kürzungen bei dem Agrardiesel und den agrarsozialen Sicherungssystemen zurücknehmen und die im Herbst anlaufende Modulation aussetzen, wäre den Bauern dauerhaft mehr geholfen als durch kurfristige Dürrehilfen. Für existenzbedrohte Betriebe habe der Freistaat ein Bündel an Hilfsmaßnahmen geschnürt, so Flath weiter. So stünden den Betrieben zinsverbilligte Kredite, Betriebsmitteldarlehen und eine Notstandsbeihilfe von bis zu 10.000 Euro zur Verfügung. Darüber hinaus dürften Stilllegungsflächen zu Futterzwecken genutzt werden. Der Freistaat habe zudem eine Abschlagszahlung auf die Ausgleichzulage ermöglicht, um Liquiditätsengpässe zu überbrücken. Außerdem bestünden Stundungsmöglichkeiten von Beitrags- und Pachtzahlungen.

Laut Agrarbericht konnten die sächsischen Landwirte im abgelaufenen Wirtschaftjahr 2001/2002 (Stichtag 30.6.2002) im Einkommen zulegen. So erhöhten sich die durchschnittlichen Einkommen je Arbeitskraft bei den Personengesellschaften (GbR, KG, OHG) um 0,9 Prozent auf 26.782 Euro, bei den Haupterwerbsbetrieben um 3,8 Prozent auf 23.828 Euro und bei den juristischen Personen (Genossenschaften, GmbH) um 10,3 Prozent auf 24.059 Euro. Die höchsten Einkommenssteigerungen konnten reine Ackerfruchtbetriebe erzielen, wohingegen bei viehhaltenden Unternehmen die Einkommen rückläufig waren.

Für das am Ende Juni dieses Jahres abgelaufene Wirtschaftsjahr 2002/2003 schloss Flath eine Verschlechterung der Ertragslage nicht aus. Als Gründe nannte der Minister die ungünstige Witterung im Winter und Frühjahr sowie sinkende Milchpreise. In Sachsen bewirtschafteten im letzten Jahr 6.304 Landwirtschaftsbetriebe 919.290 Hektar, davon 725.150 Hektar Acker- und 187.820 Hektar Grünland. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Betriebe um 131, wobei die durchschnittliche Betriebsgröße mit 143 Hektar gerinfügig anstieg. Bei den weichenden Unternehmen handelt es sich in erster Linie um kleine Einzelunternehmen. ‚Aus der Betriebsaufgabe resultierte eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der verbleibenden Unternehmen‘, so Flath.

Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche stieg um 7,4 Prozent auf 18.693 Hektar. Damit werden rund zwei Prozent der gesamten Landwirtschaftsfläche ökologisch bewirtschaftet. Die Zahl der Öko-Betriebe nahm um 6,3 auf 254 zu.

Dem Agrarbericht zufolge wurden im vergangenen Jahr weniger Schweine und Rinder gehalten. Der Bestand an Schweinen sank um 0,9 Prozent auf 629.512. Ursache war vor allem die rückläufige Preisentwicklung beim Schweinefleisch. Der Rinderbestand ging um 2,4 Prozent auf 522.192 zurück. Die jährliche Milchleistung der 205.220 Milchkühe stieg um 161 Kilogramm auf 7.790 Kilogramm je Kuh.

Der Gesamtumsatz der sächsischen Ernährungswirtschaft ging um 1,3 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro zurück, wohingegen die Exportquote sächsischer Produkte leicht von 4,05 auf 4,09 Prozent stieg.

Die sächsische Speisefischerzeugung sank gegenüber dem Vorjahr um 12,5 Prozent auf 2.931 Tonnen. Das war der niedrigste Wert seit 1990. Ursache waren die schlechten Produktionsergebnisse beim Karpfennachwuchs. Sachsen hat 8.400 Hektar Teichfläche.

Immer mehr Landwirte gehen schonend mit dem Boden um. So stieg die Mulchsaatfläche (pfluglose Bodenbearbeitung) von 151.832 auf 175.692 Hektar. Auf 25 Prozent der Ackerfläche leisten Landwirte damit einen wirkungsvollen Hochwasserschutz. Die Stickstoffbelastung der Böden fiel auf 70 Kilogramm je Hektar. Das ist der zweitniedrigste Wert seit 1990. Damals betrug der Stickstoffgehalt der Böden 120 Kilogramm je Hektar.

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VDM: Mühlen besorgt über Getreideernte

Themen: Archiv — info @ 14:07

Bonn (agrar.de) – Die Dürreschäden der diesjährigen Getreideernte tangieren nicht nur die Landwirtschaft, sondern treffen ebenso die deutsche Mühlenwirtschaft. Der Verband Deutscher Mühlen (VDM) ist angesichts der Hitzeperiode in den letzten Wochen und der in einigen Regionen einsetzenden Regenfälle zunehmend besorgt um die Qualität der diesjährigen Getreideernte, aber auch um die Versorgungssicherheit.

In weiten Gebieten des Bundesgebietes zeigen die bislang abgeernteten Felder – insbesondere in Süddeutschland und Sachsen – deutliche qualitative Schäden. Das regional extrem heiße und trockene Wetter im Juni/Juli hat zwar in vielen Fällen die Proteineinlagerung gefördert, gleichzeitig aber die Kornausbildung behindert, so dass von Schmachtkornanteilen bis zu 50 Prozent berichtet wird.

Kleinkörnigkeit mit entsprechenden Ausbeuteverlusten in der Mühlenwirtschaft ist das allgemein zu beobachtendes Phänomen. Bei den noch nicht abgeernteten Feldern besteht darüber hinaus die Gefahr, dass die starken Regenfälle, Hagel- und Gewittergüsse der letzten Tage bei inzwischen reifem Getreide zu Auswuchs führen.

Die Menge an mühlengeeigneten Partien nimmt ab. Hitzeschäden vermelden die Landwirte auch in Frankreich, Italien, Österreich und Osteuropa. In Ungarn, Rumänien und der Ukraine sind rd. 50 Prozent des Getreides durch Hitze und Trockenheit geschädigt, so dass diese Länder, die in den letzten Jahren in großem Stile insbesondere Weizen exportierten, nun selbst auf Getreideeinfuhren angewiesen sind.

Als besonders problematisch betrachtet der Mühlenverband die Roggenversorgung. Aufgrund eines Anbaurückgangs von rund einem Viertel und Ertragseinbußen, die regional bis zu einem Drittel betragen, sieht der VDM ein steigendes Risiko für die Versorgung mit Brotroggen. Die deutschen Mühlen vermahlen jährlich rund 1 Mio. t Roggen. Bei einer Ernte von leicht über 2 Mio. t könnten die zur Brot- und Backwarenherstellung erforderlichen Qualitäten nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

Die Mühlen werden deshalb alle Anstrengungen unternehmen müssen, aus dem ohnehin geringen Angebot die für sie geeigneten Partien auszufiltern. Ob diese Anstrengungen ausreichen, die Versorgung mit Roggenmehl sicherzustellen, hängt nicht nur von der Witterung in den nächsten Wochen ab, sondern auch von der Abgabebereitschaft von Landwirtschaft und -handel. Wegen der geringen Naturfeuchte lagern die Lieferanten Getreide in weit stärkerem Maße ein als sonst und verknappen dadurch den Markt.

Die geschilderte Situation läßt nach Meinung des Mühlenverbandes erwarten, dass sich in der neuen Ernte die Getreidemischungspreise erhöhen werden. Dies gilt in besonderem Maße für Roggen.

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Sachsen: Befristete Ausnahmegenehmigungen für Nutzung landwirtschaftlicher Fahrzeuge

Themen: Archiv — info @ 13:07

Dresden (agrar.de) – Land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge aus DDR-Beständen dürfen in Sachsen weiter in Gebrauch bleiben. Damit können Anhänger und diverse land- und forstwirtschaftliche Arbeitsgeräte, deren Gesamtlänge bzw. Arbeitsbreite die heute gültigen Richtwerte überschreiten, bis zum 31. Dezember 2009 weiter genutzt und auf Straßen transportiert werden.

Zwei Voraussetzungen sind allerdings zu erfüllen: Die Fahrzeuge und Geräte müssen verkehrssicher sein und vorschriftsmäßig zum Einsatz kommen. Bereits vorliegende Ausnahmegenehmigungen sollten verlängert oder neue beantragt werden. Das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit hat die ursprünglich in diesem Jahr auslaufende Ausnahmeregelung für Fahrzeuge, die vor dem 31. Dezember 1991 erstmals im Gebiet der neuen Bundesländer in Verkehr gekommen sind, bis zu diesem Termin verlängert. Land- und forstwirtschaftliche Betriebe werden so finanziell entlastet, Neuinvestition für diese Technik sind nicht zwingend notwendig.

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Happach-Kasan: Bundeskanzler muss rot-grüne Blockade bei grüner Gentechnik beenden

Themen: Gentechnik,Umwelt — info @ 13:07

Berlin (agrar.de) – Zu den neuen Richtlinien von EU-Agrarkommissar Franz Fischler zum Nebeneinander von gentechnischer, konventioneller und biologischer Landwirtschaft erklärt die Gentechnikexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan:

‚Nachdem Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein bereits Gesetzentwürfe zur Koexistenz vorgelegt haben und der Bundesrat dem Entwurf Sachsen-Anhalts bereits zugestimmt hat, gerät die Bundesregierung durch die Brüsseler Leitlinien zur Koexistenz weiter unter Druck. Denn bislang waren SPD und Bündnis 90/Die Grünen nicht in der Lage, sich auf eine gemeinsame Position zu verständigen. Befürworter bei der SPD und Fundamentalgegner bei den Grünen stehen sich nach wie vor unversöhnlich gegenüber. Deshalb ist es höchste Zeit, dass der Bundeskanzler endlich von seiner Richtlinienkompetenz Gebrauch macht. Für die FDP fordere ich ihn auf, die rot-grüne Blockade bei der grünen Gentechnik zu beenden.

Die Brüsseler Vorschläge zielen grundsätzlich in die richtige Richtung, wenngleich noch wichtige Fragen offen bleiben. Wichtig ist, dass keine neuen Hürden gegen die Anwendung der grünen Gentechnik aufgebaut werden, die zum Schutz von Gesundheit und Umwelt nicht notwendig sind, die aber die Anwendung unattraktiv machen. Schon jetzt ist die Koexistenz von Sorten, die mit unterschiedlichen Zielsetzungen angebaut werden, möglich. Verfahren, die Reinheit der Sorten zu erhalten, sind gängige Praxis der Pflanzenzüchter. Dafür sind keine neuen Regelungen erforderlich. Ebenso erübrigen sich weitere Risikoprüfungen, da auch nach Auskunft der Bundesregierung Schäden bis jetzt nicht aufgetreten sind. Zur immer wieder eingeforderten Sicherstellung der Wahlfreiheit ist es erforderlich, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher die Chance erhalten, zu wählen. Das ist bis jetzt nicht der Fall.‘

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