25. Juli 2003

Bayern: Mehr Geld für kofinanzierte Agrarumweltprogramme

Themen: Archiv,GAP — info @ 14:07

München (agrar.de) – Bayerns Bauern werden künftig deutlich mehr Geld für Agrarumweltprogramme bekommen. Wie Landwirtschaftsminister Josef Miller in München mitteilte, hat der Ständige Ausschuss für Agrarstruktur und Ländliche Entwicklung (STAR-Ausschuss) in Brüssel den Antrag Bayerns genehmigt, die Finanzmittel für die von der EU mitfinanzierten Förderprogramme aufzustocken. Damit habe Bayern die wichtigste Hürde im Genehmigungsverfahren genommen, sagte Miller. Die verbesserte Förderung greift, wenn die Bauern die Gülle bodennah ausbringen oder den Erosions- und Hochwasserschutz verbessern. Zudem wird die Investitionsförderung zur Schaffung von Einkommensalternativen vereinfacht.

Miller begrüßte die Entscheidung des STAR-Ausschusses als wichtigen Erfolg der bayerischen Agrarpolitik. Angesichts der Finanzknappheit der öffentlichen Haushalte und der Nettozahlerposition Deutschlands bei der EU werde es immer wichtiger, alle Spielräume auszuschöpfen. Laut Miller hatte die EU angekündigt, sich ab 2005 mit 60 statt wie bisher mit 50 Prozent an der Finanzierung der bayerischen Programme zu beteiligen.

Wie der Minister mitteilte, erhalten Landwirte im Rahmen des Kulturlandschaftsprogramms KULAP künftig für die Mahd von Steillagen bis zu einer Hangneigung von 49 Prozent 400 Euro und ab 50 Prozent 600 Euro je Hektar. Die Prämie für die Umwandlung von Ackerland in Grünland steigt auf 500 Euro je Hektar. Damit wird laut Miller die Schaffung und Pflege von ökologisch wertvollem Grünland sowie der vorbeugende Hochwasserschutz voran gebracht. Auch der Erosionsschutz werde verbessert. Dazu dient auch die Förderung der Winterbegrünung, für die ab Herbst erstmals Anträge gestellt werden können. Die Ausbringung von flüssigem Wirtschaftsdünger mit anerkannt umweltfreundlicher Technik wird mit 15 Euro pro Kubikmeter bzw. maximal 30 Euro pro Hektar honoriert. Zusammen mit der staatlichen Betriebsberatung soll dadurch die Umweltbelastung deutlich vermindert werden.

Gleichzeitig kündigte der Minister an, ab Herbst 2003 die Förderobergrenzen bei den Agrarumweltmaßnahmen aufzuheben. Aufgrund der EU-Agrarreform sei die bisherige Begrenzung künftig nicht mehr gerechtfertigt. Miller: ‚Wir wollen flächenstarke Betriebe ermutigen, verstärkt an Agrarumweltprogrammen teilzunehmen.‘

Bei den Investitionsmaßnahmen zur Schaffung von Einkommensalternativen im ländlichen Raum (Diversifizierung) wird künftig ein einheitlicher Fördersatz von 25 Prozent eingeführt. Damit setzt Bayern ein deutliches Signal zur Entbürokratisierung bei zugleich verbesserter Investitionsförderung, sagte Miller, und: ‚Die derzeitige konjunkturelle Entwicklung erfordert deutliche Impulse für den ländlichen Raum.‘

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Pieper: Hilfe für Landwirte notwendig

Themen: Archiv — info @ 13:07

Berlin (agrar.de) – FDP-Generalsekretärin Cornelia Pieper erklärt zu notwendigen Hilfen für die von der Dürre betroffenen Landwirte:

‚Die Hitzewelle und fehlende Niederschläge haben die Ernten in weiten Teilen Deutschlands vernichtet oder stark geschädigt. Die betroffenen Landwirte kämpfen um ihre Existenzen. Die Menschen in den neuen Ländern und in Bayern werden somit nach der Flut des vergangenen Jahres durch die aktuelle Dürre ein weiteres Mal besonders hart getroffen. Eigentlich müssten uns allen noch die schrecklichen Bilder des vergangenen Jahres und die Schicksale der Menschen in Erinnerung sein. Vielleicht sind heute weniger Menschen betroffen. Sicherlich wird jetzt nicht tagtäglich in Sondersendungen über die verzweifelten Existenzkämpfe der Landwirte berichtet. Dennoch: Für die betroffenen Landwirte und ihre Familien geht es um deren Existenzen.

Umso unverständlicher sind die polemischen Äußerungen von führenden Politikern der Grünen. Nasse und trockene Jahre sind nicht das Problem für die Landwirte, wie der Vorsitzende des Agrarausschusses im Europaparlament, Graefe zu Baringdorf, die Öffentlichkeit und die Landwirte zu belehren versucht. Richtig ist vielmehr: Die Dürreschäden sind so gravierend, dass sie die Landwirte in den neuen Ländern und im Süden Deutschlands in existenzielle Bedrängnis bringen. Deshalb muss den Landwirten und ihren Familien geholfen werden. Einen vergleichbar polemischen Ton schlägt Ministerin Künast an, wenn sie sagt: ‚Man soll Katastrophen nicht herbeireden.‘ Niemand redet Katastrophen herbei – die Lage für die Landwirte z. B. in Brandenburg ist katastrophal. Für die FDP fordere ich die beiden Politiker von Bündnis 90/Die Grünen auf, sich unverzüglich bei allen betroffenen Landwirten und ihren Familien für diese verbalen Entgleisungen zu entschuldigen.

Aus Sicht der FDP muss den Menschen schnell und unbürokratisch geholfen werden. Dazu ist ein koordiniertes Vorgehen von Ländern, Bund und EU-Kommission erforderlich:

1. Die Direktbeihilfen für die Landwirte müssen unbürokratisch und unverzüglich vorgezogen werden. Eine Auszahlung gegen Jahresende ist zu spät.

2. Länder, Bund und EU-Kommission müssen schnellstens ein umfassendes ‚Nothilfepaket‘ schnüren, um den in Not geratenen Betrieben zu helfen. Dazu bietet sich ein Mix der verschiedenen Hilfsmaßnahmen an. Die notwendigen Hilfen für die Landwirte dürfen jetzt keinesfalls durch ein unwürdiges ‚Schwarzer-Peter-Spiel‘ zwischen Ländern, Bund und EU-Kommission zerredet werden. In dieser überaus schwierigen Lage sind alle Verantwortlichen gefordert, ihren Beitrag zu leisten.‘

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Künast: Unverbindliche Leitlinien zur Koexistenz zu wenig

Themen: Gentechnik,Umwelt — info @ 13:07

Berlin (agrar.de) – Bundesverbraucherministerin Renate Künast hält die von der EU-Kommission vorgelegten Leitlinien zur Koexistenz von gentechnisch unveränderten mit gentechnisch veränderten Pflanzen (unsere Meldung) für unzureichend. Es sei sehr bedauerlich, dass sich die Kommission auf unverbindliche Empfehlungen an die Mitgliedstaaten beschränkt habe und gegenwärtig nicht bereit sei, verbindliche europäische Rahmenregelungen zu schaffen: ‚Die Europäische Kommission überlässt es den Mitgliedstaaten, die Koexistenz zu regeln. Dies ist wenig nachvollziehbar, da die grüne Gentechnik ansonsten auf Vorschlag der EU-Kommission strikt vergemeinschaftet ist‘. Probleme in Grenzregionen seien vorhersehbar und Wettbewerbsverzerrungen zwischen den Mitgliedstaaten fast vorprogrammiert.

Das Bundesverbraucherministerium arbeitet nach den Worten Künasts zur Zeit daran, wie von der Koalition vereinbart die Koexistenz wenigstens national sicherzustellen: ‚Die Auseinandersetzung darf nicht in die Dörfer getragen werden. Deshalb haben wir eine Arbeitsgruppe aus Wissenschaftlern eingesetzt, die mit Hochdruck bis Herbst Regeln zur Koexistenz erarbeitet. Dem Landwirt mit gentechnisch veränderten Pflanzen wollen wir genau sagen, welche Sicherheitsmaßnahmen er ergreifen muss, damit sein Nachbar, der anders wirtschaften will, nicht beeinträchtigt wird.‘

Im Einzelnen müssten Einträge von gentechnisch veränderten Organismen in andere Grundstücke bei Aussaat und Ernte verhindert oder Auskreuzungen in andere Kulturen, zum Beispiel durch Sortenwahl, Sicherheitsabstände, Pufferzonen, Mantelsaaten und natürliche Pollenbarrieren vermieden werden. Vermischungen und Vermengungen gentechnisch veränderter Organismen bei Lagerung und Transport müssten zum Beispiel durch räumliche Trennung von anderen Produkten und Reinigung der verwendeten Anlagen und Betriebsmittel verhindert werden.

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Sachsen-Anhalt: Ertragserwartungen unter Vorjahresernte

Themen: Archiv — info @ 13:07

Halle (agrar.de) – Nach den vorläufigen Ergebnissen der diesjährigen Bodennutzungshaupterhebung und ersten Ertragsvorschätzungen im Rahmen der Ernte- und Betriebsberichterstattung wird die Getreideernte in Sachsen-Anhalt mit rd. 3,2 Mill. Tonnen um 237.000 Tonnen noch unter der Ernte des Vorjahres liegen.

Zurückzuführen ist diese geringe Erntemenge sowohl auf die Anbaueinschränkung als auch auf die niedrigen Hektarerträge aufgrund der langanhaltenden Trockenheit. Auf die Brotgetreidearten (Weizen, Roggen) entfallen voraussichtlich 2,4 Mill. Tonnen und auf die Futtergetreidearten (Gerste, Hafer, Triticale) 0,8 Mill. Tonnen. Allein 2,0 Mill. Tonnen oder 63 Prozent der Getreideernte dürfte der Winterweizen, die mit 311.000 ha in Sachsen-Anhalt dominierende und ertragsstärkste Getreideart, erbringen.

Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, wird aufgrund einer erheblichen Anbaueinschränkung beim Winterraps (u. a. durch Auswinterung) sowie der niedrigen Hektarerträge durch fehlende Niederschläge eine weit geringere Rapsernte als im Vorjahr eingefahren werden. Die erste Erntevorschätzung für Raps und Rübsen insgesamt beläuft sich mit einem Flächenertrag von 24 dt/ha auf 305.000 Tonnen, darunter Winterraps 292.000 Tonnen (2002: 372.000 Tonnen).

Da Kornbildung und Ernteverluste entscheidend von dem weiteren Witterungsverlauf (Niederschlagsverteilung, Sonneneinstrahlung) bis zum Erntezeitpunkt abhängen, kann die endgültige Erntemenge an Getreide und Raps noch mehr oder minder von dieser Vorschätzung abweichen.

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Broschüre „Ertragslage Garten- und Weinbau 2003“ erschienen

Themen: Archiv — info @ 12:07

Berlin (agrar.de) – Das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) hat seine jährliche Broschüre zur Ertragslage im Garten- und Weinbau herausgegeben. Leserinnen und Leser können sich damit in konzentrierter, aber umfassender Form über die strukturellen und wirtschaftlichen Verhältnisse im Garten-, Obst- und Weinbau informieren.

Über hundert Übersichten und Schaubilder bieten Daten über Produktionswerte, Betriebszahl, Beschäftigungsstrukturen, Anbauflächen, Erntemengen, Erzeuger- und Verbraucherpreise sowie Betriebsergebnisse verschiedener Betriebsgruppen in Deutschland und zum Teil auch für die Europäische Union.

Garten-, Obst- und Weinbau sind bedeutende Teile der Landwirtschaft. Allein im Garten- und Obstbau wurden im Kalenderjahr 2002 mit rund 4,67 Milliarden Euro 11,1 Prozent des Produktionswertes der Landwirtschaft in Deutschland erwirtschaftet.

‚Ertragslage Garten- und Weinbau 2003‘, 128 Seiten, kostenlos zu beziehen beim Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Referat 426, Postfach 140270, 53107 Bonn, Fax.: 0228/529-3364, E-Mail und steht als PDF-Datei (1.68 MB) zur Verfügung.

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DVT: Preiserhöhung bei Mischfutter unvermeidbar

Themen: Archiv — info @ 12:07

Bonn (agrar.de) – Der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT) weist darauf hin, dass die Preise für Mischfutter anziehen werden. Aufgrund der Trockenheit wird die Getreideernte in Deutschland – wie in Europa insgesamt – deutlich geringer ausfallen als in den vergangenen Jahren. Zudem tendieren die Getreideerzeuger dazu, vermehrt Getreide einzulagern, was die Angebots- und Nachfragesituation zusätzlich verschärft. Dies führt dazu, dass bereits zum jetzigen Zeitpunkt für die wichtigsten Futtergetreidearten Weizen, Gerste und Triticale im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich ein Euro mehr pro Doppelzentner gefordert wird. Auch Getreidenachprodukte sind von dieser Entwicklung, an der sich auch in den kommenden Wochen nichts ändern dürfte, betroffen.

Vor diesem Hintergrund werden die Mischfutterpreise – anders als in den Vorjahren – nicht nachgeben. Getreide ist bezogen auf die gesamte Mischfutterherstellung mit über 40 Prozent der wichtigste Rohstoff für die Branche. Alternative Rohstoffe zu günstigeren Kursen stehen derzeit weder im Bereich der energie- noch der eiweißreichen Futtermittelkomponenten zur Verfügung. So ist beispielsweise Sojaschrot, das Leitprodukt für den Eiweißsektor, derzeit nur aus Südamerika verfügbar und daher äußerst preisstabil. Die Situation wird zusätzlich durch den gestiegenen Dollarkurs verschärft, was sich auf alle Importfuttermittel auswirkt. Die daraus resultierende Teuerungsrate liegt seit Anfang Juni zwischen vier und sechs Prozent. Der Preisanstieg an den Rohstoffmärkten wird zudem begleitet von erheblichen Verteuerungen der Transporte auf den Wasserstrassen aufgrund niedriger Pegel. Auch hier ist in absehbarer Zeit keine Entspannung zu erwarten.

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Hasselfeldt zu Ernteeinbußen: Nicht Abwarten sondern Handeln

Themen: Archiv — info @ 12:07

Regierung muss mit Lämdern konkretes und unbürokratisches Notprogramm vorlegen

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der zu erwartenden schweren trockenheitsbedingten Ernteeinbußen zu Lasten der landwirtschaftlichen Betriebe fordert die Stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gerda Hasselfeldt:

‚Nach Schätzungen des Bauernverbandes werden die diesjährigen dürrebedingten Ertragsausfälle einen Umfang einnehmen, der größer zu werden droht als der letztjährige Flutschaden. Aufgrund der bisherigen Ernteberichte müsse mit einer Ertragsminderung von bis zu einer Milliarde Euro gerechnet werden.

Umso grotesker mutet es in dieser extremen Situation an, Diskussionen um die Kürzung von Dieselbeihilfen zu führen. Unverständlich ist vor allem, dass Frau Künast immer wieder verkündet, es sei zu früh zu handeln und Maßnahmen zu ergreifen. Die Äußerung der Agrarministerin, Zahlen vorzulegen, hilft den ohnehin gebeutelten Landwirten wenig: Abwarten, bis die Beamten gerechnet haben, kann für einige der in ihrer Existenz bedrohten Betriebe zu spät sein!

Die CDU/CSU-Fraktion fordert die Bundesregierung daher auf, gemeinsam mit den Ländern ein konkretes und unbürokratisches Notprogramm vorzulegen. Als Hilfsmaßnahmen kommen zum Beispiel in Betracht:

• Vorziehen von Ausgleichszahlungen und Prämien • Bereitstellen von Sonderkreditprogrammen • Stundung oder Verschiebung von Steuern • Bereitstellung von Mitteln für Soforthilfen im Bundeshaushalt

Darüber hinaus sollte sich Frau Künast in Brüssel dafür einsetzen, für Ende des Jahres geplante Beihilfe- und Prämienzahlungen vorzuziehen.

Schnelles und unbürokratisches Handeln ist jetzt gefragt – eine Vorgehensweise, die unserer sonst in ihrer Regelungswut kaum zu bremsenden Verbraucherschutz- und Agrarministerin doch liegen müsste.‘

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Klarstellung der Landwirtschaftlichen Rentenbank zur Dürrehilfe

Themen: Archiv,Banken,Förderung — info @ 11:07

Was Sache der Rentenbank und was Sache der Hausbank ist

Frankfurt (agrar.de) – Die Landwirtschaftliche Rentenbank (LR) hat auf Anfrage des Deutschen Bauernverbandes (DBV) versichert, dass sie keine Darlehensanträge aus Gründen der Besicherung durch den Endkreditnehmer, der Kundenbonität oder dem Fehlen weitgehender Nachweise ablehnt. Vielmehr werde jeder Darlehensantrag, den die Hausbanken bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank einreichen, umgehend zugesagt, soweit die Programmbedingungen wie Antragsberechtigung und Verwendungszweck eingehalten werden.

Im Zusammenhang mit dem Liquiditätshilfeprogramm für Dürre geschädigte Landwirte hat die Landwirtschaftliche Rentenbank an ihre Bedingungen für eine Darlehensgewährung erinnert:

Die Darlehen werden grundsätzlich im sogenannten Hausbankenverfahren ausgereicht, d.h. die Hausbank haftet gegenüber der LR beim Ausfall des Endkreditnehmers. Aufgrund dieser Haftungsverhältnisse macht die LR den Hausbanken grundsätzlich keine Vorgaben bezüglich der Absicherung der Darlehen durch den Endkreditnehmer oder der Bonitätseinstufung des Endkunden.

Im Zuge der Darlehensgewährung nimmt die LR keine Bewertung der Sicherheiten vor und auch die Kundenbonität wird nicht von der LR z. B. durch die Vorlage von Jahresabschlüssen beurteilt. Im Rahmen des Liquiditätshilfeprogramms für Dürre geschädigte Landwirte erfolgt auch der Nachweis der Dürreschäden durch den Landwirt ausschließlich gegenüber der Hausbank und ist seitens der LR an keine formalen Voraussetzungen gebunden.

Das Sonderkreditangebot ist an das ‚Junglandwirteprogramm‘ angegliedert und gewährt unabhängig vom Alter allen Dürre geschädigten landwirtschaftlichen Unternehmern zinsgünstige Kredite bis zu maximal 500.000 Euro. Voraussetzung für einen Kredit, der ab sofort bis spätestens 31. Dezember 2003 beantragt werden kann, sind über 30 Prozent dürrebedingte Ertragsausfälle. Die Laufzeit der Darlehen mit einem Nominalzinssatz von z. Zt. drei Prozent beträgt vier Jahre mit wahlweise einem Tilgungsjahr. Die Sonderkredite dürfen neben anderen öffentlichen Förderkrediten eingesetzt werden. Zinszuschüsse aus öffentlichen Mitteln können beantragt werden.

Kreditanträge sind formlos an die Hausbank zu richten. Programm und Konditionen sind unter Fax-Abruf 069-2107-510 oder 511 erhältlich. Unter der Service-Nummer Tel.: 069-2107-700 werden Fragen beantwortet.

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Höfken: Dürre langfristig in den Griff bekommen

Themen: Archiv — info @ 11:07

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der Diskussion um die Ertragseinbußen in der Landwirtschaft als Folge der Dürre erklärt Ulrike Höfken, agrar- und verbraucherpolitische Sprecherin von Bündnis 90 / Die Grünen:

‚Wir begrüßen, dass die Europäische Union, der Bund und die Länder den von der Dürre geschädigten Betrieben Unterstützung gewähren. Viele landwirtschaftliche Betriebe haben durch die lang anhaltende Trockenheit in diesem Jahr hohe wirtschaftliche Schäden hinzunehmen.

Besonders in Ost- und Süddeutschland werden Ertragseinbußen von 50 bis 80 Prozent, vereinzelt sogar Totalausfälle, in fast allen landwirtschaftlichen Kulturen befürchtet. Futterengpässe machen tierhaltenden Betrieben zu schaffen.

Unterstützung heißt für uns: Ja zu Hilfen bei akuter Existenzgefährdung durch nicht vorhersehbare Witterungsextreme. Einen vollständigen Schadensausgleich aus staatlichen Mitteln kann es jedoch nicht geben.

Sehr positiv ist, dass Ministerin Renate Künast in Brüssel die Nutzungserlaubnis von Stillegungsflächen zur Viehfütterung durchgesetzt hat. Weiterhin hat sie beim Agrarrat die EU-Kommission gebeten zu prüfen, ob den Landwirten durch vorgezogenen Prämien-zahlungen, und über die Programme zur ländlichen Entwicklung Unterstützung gewährt werden kann.

Vor der Bundesregierung sind allerdings die Länder für Hilfen an die Landwirte zuständig und gefordert, anhand konkreter Zahlen Vorschläge zu unterbreiten. Sollte es sich erweisen, dass das Ausmaß extrem ausfällt, wird die rot grüne Bundesregierung ihre Verantwortung wahrnehmen und Betriebe, die mehr als 30 Prozent Einbußen erlitten haben und nachweislich in ihrer Existenz gefährdet sind, wie bereits vor drei Jahren unterstützen. Weiterhin können die Länder den dürregeschädigten Betrieben mit Stundungen von Steuern, Pachtzinsen und anderen Kosten zu Hilfe kommen.

Dennoch machen wir deutlich: Das witterungsbedingte Risiko gehört zum ‚Geschäft‘ der Landwirte. Grundsätzlich sollten die Betriebe in der Lage sein so zu wirtschaften, dass Schwankungen ausgeglichen werden können. Studien zur Klimaforschung belegen einen langfristigen Klimawandel und zunehmende Witterungsextremen, auch die sich auch die Landwirte einstellen müssen. Es hilft langfristig keinem Landwirt, wenn Bauernverbandspräsident Sonnleitner eine ‚Jahrhunderttrockenheit‘ prognostiziert und einen höchstmöglichen Schadensausgleich fordert, anstatt auf langfristige Agrarumweltmaßnahmen und eine standortangepassten Bewirtschaftung zu setzen.

Nur eine konsequente Klimaschutzpolitik und eine umweltgerechtere Landwirtschaft, wie wir sie seit Jahren konsequent vorantreiben, wird den Landwirten helfen, Extreme auch langfristig in den Griff zu bekommen.‘

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Saarland: Grün besucht dürregeschädigte Landwirte

Themen: Archiv,Saarland — info @ 10:07

Bundesregierung darf Bauern nicht weiter belasten

Saarbrücken (agrar.de) – Die Bundesregierung darf die Bauern, die derzeit unter der extremen Trockenheit zu leiden haben, nicht noch weiter belasten. ‚Es ist der falsche Zeitpunkt, wenn Ministerin Künast und Finanzminister Eichel die Bauern ausgerechnet jetzt zusätzlich zur Kasse bitten wollen‘, erklärte Grün.

Grün hatte sich heute beim Besuch zweier landwirtschaftlicher Familienbetriebe in Nohfelden-Eiweiler und Marpingen selbst ein Bild von den massiven Ernteausfällen gemacht, unter denen die Bauern im Saarland durch die Trockenheit zu leiden haben.

Umwelt-Staatssekretär Grün: ‚Viele Bauern haben gerade bei der für sie wichtigen Gewinnung von Grundfutter wie Silage und Heu erhebliche Einbußen zu verzeichnen. Teilweise müssen sie schon jetzt an die eigentlich für den Winter gedachten Futtervorräte rangehen. Was unsere Betriebe gegenwärtig sehr belastet, ist jedoch nicht allein die Trockenheit, sondern vielmehr die agrarpolitischen Rahmenbedingungen von Brüssel und Bonn/Berlin. Infolge der luxemburgischen Beschlüsse von EU und den Mitgliedstaaten am 26. Juni 2003 rechnen viele saarländische Milchviehbetriebe mit deutlichen Mindereinnahmen. Aber auch von den nationalen Planspielen der rot-grünen Bundesregierung wären die Saar-Bauern aufgrund ihres großen Strukturwandels besonders betroffen, wie etwa bei der in Diskussion befindlichen Erhöhung der landwirtschaftlichen Krankenkassenbeiträge um über 50 Prozent oder gar bei einer bei Agrardiesel-Steuererhöhung.‘

Was die Umsetzung der Luxemburger Beschlüsse anbelangt, setzt sich die Landesregierung bei den anstehenden Beratungen auf Bundesebene für eine vollständige Entkopplung der Direktzahlung von der Produktion ein und plädiert für bundeseinheitliche flächenbezogene Prämienzahlungen.

Neben der Entbürokratisierung der Agrarverwaltungen bietet die Einführung einer bundeseinheitlichen Flächenprämie die Chance, die Verteilungsgerechtigkeit der EU-Zahlungen an die Landwirtschaftsbetriebe zu verbessern. Die Bevorzugung von Ackerland gegenüber Grünland sowie von ertragsreichen gegenüber ertragsschwachen Standorten ist unter dem Aspekt der Entkopplung nicht mehr gerechtfertigt. Im Hinblick auf die von der Landwirtschaft erbrachten Gemeinwohlleistungen für die Allgemeinheit ist es nicht nachvollziehbar, in bevorzugten Ackerregionen – bezogen auf den Hektar – höhere Direktzahlungen zu gewähren als auf Grenzertragsstandorten. Grün: ‚Dies ist eine Wettbewerbsverzerrung, die es abzubauen gilt.‘

Umwelt-Staatssekretär Grün weiter: ‚Weitere von der Bundesregierung verursachte Wettbewerbsverzerrungen innerhalb Deutschlands können wir uns nicht mehr leisten. Das Saarland wird hier besonders wachsam sein!‘

Den Schwerpunkt der saarländischen Landwirtschaft bilden die so genannten Futterbaubetriebe mit ihrer Milch- und Fleischproduktion. Rund die Hälfte der Landesagrarfläche liefert dabei auf den rund 38.000 ha Dauergrünland Gras, Heu und Silage. Der erste Schnitt wies – in bestimmten Regionen – bereits Ertragseinbußen bis zu 30 Prozent auf. Ob es einen zweiten Schnitt geben wird, hängt von den Niederschlagsmengen in den nächsten Tagen ab. Grünfuttermangel kann dazu führen, dass bereits auf Wintervorräte zurückgegriffen werden muss bzw. Rinder vorzeitig verkauft werden müssen.

Bei der noch laufenden Getreideernte sind in bestimmten Regionen bis zu 30 Prozent Ernteausfälle zu erwarten; erst nach Abschluss der besonderen Ernteermittlung wird man genauere Ergebnisse haben. Bei den 3.000 ha Silomaisanbau wird es auf die kurzfristige Niederschlagsentwicklung ankommen. Von größeren Schäden beim heimischen Kartoffelanbau (max. 180 ha) werden nur wenige Betriebe – vorzugsweise im Kreis Saarlouis – betroffen sein.

Grün: ‚Was die Landwirte derzeit brauchen, ist Regen, Regen und nochmal Regen, damit zumindest der Mais noch ordentliche Erträge bringt.‘

Links zum Thema Wetter, Links zum Bundesland Saarland.

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