30. Juli 2003

DBV: In einigen Regionen dramatische Einbußen bei der Getreideernte

Themen: Archiv — info @ 15:07

2. Erntemeldung des Deutschen Bauernverbandes

Berlin (agrar.de) – Durch die anhaltende Trockenheit schreitet die in diesem Jahr bereits frühzeitig begonnene Getreideernte zügig voran, allerdings mit recht enttäuschenden Ergebnissen. Landwirte im Süden, Südwesten und Osten Deutschlands stehen vor einer besonders schwierigen Situation, denn dort sind die Betriebe von der Trockenheit und den massiven Ertragsausfällen betroffen. In vielen ostdeutschen Betrieben werden die finanziellen Mittel fehlen, um Löhne zu zahlen, den Kapitaldienst zu bedienen und in Vorleistungen für die neue Saat zu gehen. Aber auch in den Regionen im Westen fällt die Ernte deutlich schlechter aus als im Vorjahr.

Nach vorläufigen Schätzungen des Deutschen Bauernverbandes (DBV) wird die Getreideernte bundesweit um 10 bis 15 Prozent noch unter der Vorjahresernte (43,4 Millionen Tonnen) liegen, die durch Hochwasser und Starkregen beeinträchtigt war. 2001 hatte die Getreideernte noch 49,7 Millionen Tonnen betragen. Lediglich in Bezug auf den Feuchtegehalt der geernteten Körner hat sich der andauernde Sonnenschein positiv ausgewirkt, so dass für die Landwirte bisher keine zusätzlichen Trocknungskosten anfielen. Futterbaubetriebe in den besonders niederschlagsarmen Regionen haben erhebliche Ausfälle bei der Futterversorgung ihrer Tiere, da der erste und zweite Schnitt des Grünlandes sowie der Futtermais Dürre geschädigt ist. Alle Meldungen aus den Ländern deuten darauf hin, dass sich die Befürchtungen des Deutschen Bauernverbandes über die Ertragsausfälle und Schadenshöhe bewahrheiten werden.

Eine fortdauernde Trockenheit wird die Probleme beim Wachstum von Zuckerrüben, Kartoffel und Mais sowie Wiesen und Weiden weiter verschärfen. Dagegen hoffen die Getreideerzeuger, die Ernte zügig zum Abschluss bringen zu können, damit neben den gravierenden Ertragseinbußen nicht auch noch Qualitätsprobleme entstehen.

Auf der Grundlage der Meldungen der Landesbauernverbände mit Stand 29. Juli 2003 stellt sich die Erntesituation für die einzelnen Fruchtarten folgendermaßen dar:

Wintergerste

Die Ernte der Wintergerste ist abgeschlossen. Sie liegt rund 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau von 8,3 Millionen Tonnen. Schon aufgrund der Auswinterung präsentierten sich die Wintergerstenbestände örtlich höchst unterschiedlich. Durch die andauernde Trockenheit im ersten Halbjahr 2003 liegt der Ertrag in allen deutschen Regionen unter dem Vorjahresniveau. Auch die Anbaufläche wurde gegenüber dem Vorjahr um 3,1 Prozent auf 1,3 Millionen Hektar eingeschränkt. Während die westlich gelegenen Gebiete wie das Rheinland lediglich Ertragseinbußen von bis zu 10 Prozent aufweisen, wurde in Brandenburg bis zu 80 Prozent weniger Gerste geerntet. Auch Bayern verzeichnete mit bis zu 30 Prozent ein erhebliches Ertragsminus. Erfreulich ist demgegenüber die Preisentwicklung, so kann in Westfalen ein Preis von 9,60 Euro pro Dezitonne für qualitativ hochwertige Ware erzielt werden. Gute Qualitäten wurden im westlichen Niedersachsen erzielt, während in Sachsen und Sachsen-Anhalt trockenheitsbedingt, ein hoher Schmachtkornanteil verzeichnet wurde.

Roggen

Die Roggenernte ist weit fortgeschritten. Dies ist gerade in den ostdeutschen Bundesländern zu diesem frühen Zeitpunkt außergewöhnlich und lässt die Folgen der Trockenheit des Frühsommers besonders gut erkennen. Der Anbau wurde gegenüber dem Vorjahr um 24,5 Prozent auf 549.000 Hektar reduziert. Für die meisten Betriebe mit leichten Böden in Brandenburg, Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt stellt der Roggen die zentrale Fruchtart im Ackerbau dar. Keine andere Fruchtart ist an diese Standorte so gut angepasst wie der Roggen.

Der Ertragsausfall bei Roggen beträgt in den Trockengebieten in Sachsen bis zu 50 Prozent, in Sachsen-Anhalt bis zu 65 Prozent und in Brandenburg bis zu 80 Prozent. Dies führt zu einer finanziellen Bedrohung der Betriebe, die einen hohen Anteil Roggen in ihrer Fruchtfolge haben. Hilfen sind für diese Betriebe unausweichlich.

Weizen

Niedrigere Erträge prägen auch hier das Erntebild in Deutschland. Allerdings weist der bisher geerntete Brotweizen eine gute Backqualität auf, dies gilt zumindest für die westlichen Bundesländer. So hat der Weizen in Hessen teilweise einen Eiweißgehalt von bis zu 18 Prozent. Es ist jedoch zu bezweifeln, dass die Qualitätsaufschläge die Ertragseinbußen in nennenswertem Umfang kompensieren werden. So müssen in Sachsen örtlich Ertragseinbußen von bis zu 50 Prozent hingenommen werden. Ebenfalls wird in Baden-Württemberg ein Ertragsausfall von örtlich über 50 Prozent festgestellt.

Auch in Bayern schlagen Ertragseinbußen bei Weizen voll zu Buche, bis zu 30 Prozent geringere Erträge machen hier den Landwirten zu schaffen. Wie schon beim Roggen ist in Brandenburg mit einer miserablen Weizenernte zu rechnen. Diese liegt bei den bisher abgeernteten Flächen bis zu 85 Prozent unter dem Vorjahr

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Baden-Württemberg: Jahresberichts der amtlichen Lebensmittel- und Futtermittelüberwachung vorgestellt

Themen: Dioxin,Futtermittel — info @ 15:07

Stuttgart (agrar.de) – ‚Der Schutz der Verbraucher hat in Baden-Württemberg absolute Priorität. Die gesundheitlichen Risiken durch Lebensmittel werden auf ein Mindestmaß reduziert‘, betonte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Willi Stächele, heute in Stuttgart bei der Vorstellung des Jahresberichts 2002 der amtlichen Lebensmittel- und Futtermittelüberwachung. ‚Eine Gefahr für die Gesundheit ist äußerst gering‘, stellte Verbraucherschutzminister Stächele fest. Trotz der hohen Probenzahl von über 56.000 lagen nur 0,3 Prozent in einem Bereich, in dem aufgrund der gesund­heitlichen Gefährdung für den Verbraucher besonders rasche und konsequente Maßnahmen erforderlich waren.

‚Die Untersuchungen und Betriebskontrollen der Überwachungsbehörden, der Spezialisten der Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter (CVUA) und des Wirtschaftskontrolldienstes (WKD) sowie der Futtermittelkontrolleure sind sehr effektiv‘, erklärte Stächele. Eine schlagkräftige und konsequente Überwachung stelle sicher, dass gefährliche oder unsichere Produkte vom Markt entfernt werden. ‚Wir haben eines der besten und sichersten Systeme bei der Analyse und beim Vollzug. Der Verbraucher kann davon ausgehen, dass alles menschenmögliche zu seinem Schutz getan wird. Dies wird auch nach einer Verwaltungsreform der Fall sein‘, so der Minister, ‚denn wir bauen keine Standards im Verbraucherschutz ab‘. Weiterhin gelte es, die hohe Schlagkraft des Wirtschaftskontrolldienstes und die hohe wissenschaftliche Kompetenz der Untersuchungsämter beizubehalten und fortzuschreiben.

Die amtliche Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg hat im Jahr 2002 ins­gesamt 107.125 Kontrollen in Betrieben und bei Lebensmitteltransporten durch­geführt. Dabei wurden 61.639 von 146.966 in Baden-Württemberg registrierten Betrieben, das sind rund 42 Prozent, überprüft. Bei 13.458 Betrieben wurden insgesamt 27.936 Ver­stöße festgestellt. Führen Betriebskontrollen zu Beanstandungen, die nicht sofort oder freiwillig durch den Betreiber abgestellt werden, sorgen die unteren Lebensmittelüber­wachungsbehörden mit ihren verwaltungsrechtlichen Mitteln in Form von Anordnungen – im Jahr 2002 in 4.625 Fällen – dafür, dass festgestellte Mängel abgestellt werden. In etwa der Hälfte der Fälle musste gegen die Verantwortlichen ein Bußgeld- oder Strafverfahren eingeleitet werden; in Zahlen ausgedrückt ergaben sich aus der o.g. Tätigkeiten im Jahr 2002 insgesamt 6.997 Ermittlungsverfahren mit 1.369 Straf­verfahren und 5.628 Ordnungs­widrigkeitsverfahren, die zu über 3.700 Bußgeldbescheiden führten, sowie 4.993 Ver­warnungen. Bei 760 Betrieben herrschten derart unhygienische Verhältnisse, dass sie zum Schutz der Verbraucher sofort geschlossen wurden.

Im Jahr 2002 wurden insgesamt 56.363 Proben in den hochspezialisierten Laboratorien der CVUAs untersucht und rechtlich begutachtet. Der Schwerpunkt lag bei 51.866 Lebens­mittelproben. Dazu kamen Analysen bei 2.137 Bedarfsgegenständen, 1.965 Kosmetika und 395 Tabakerzeugnissen. Über diese 56.363 Proben hinaus wurden 13.505 Proben nach dem nationalen Rückstandskontrollplan und 1.132 Proben auf Radioaktivität überprüft. Insgesamt wurden 9.919 Proben, zirka 18 Prozent beanstandet. Die Beanstandungsquote kann jedoch wegen der gezielten Probenanforderung, der Einsendung von Verdachts-, Beschwerde- und Vergleichsproben und der zielgerichteten Untersuchung der Proben nicht als repräsentative Aussage über den Qualitätszustand des Warenangebots verstanden werden. Von den untersuchten Proben wurde lediglich ein geringer Anteil von 0,3 Prozent als gesundheitsschädlich beurteilt. Etwa ein Drittel dieser Proben waren mit krankheitserregenden Mikroorganismen wie Salmonellen oder Listerien verunreinigt. Außerdem fielen Verunreinigungen von Lebensmitteln mit scharfkantigen Fremdkörpern wie Glas-, Metallsplitter und Nägel darunter. Aber auch extrem hohe Jodgehalte in Algengemüse ohne ausreichende Angaben zur Verzehrsmenge, Höchstmengenüberschreitungen an Histamin in Fisch und sehr hohe Bleigehalte in einer Art Kreide, die von schwangeren Frauen afrikanischer Abstammung verzehrt wird, gehörten zu den als gesundheitsschädlich beanstandeten Proben. Minister Stächele teilte weiter mit, dass die Lebensmittel- und Futtermittelüberwachung die Herausforderungen und Krisen des letzten Jahres (Stichworte: Acrylamid, Nitrofen, MPA) hervorragend und in bundesweit beachteter Weise bewältigt hat.

Eine unverzichtbare Vorstufe der Lebensmittelüberwachung ist für Minister Stächele die amtliche Futtermittelüberwachung. Diese gewinne zunehmend an Bedeutung, da die Qualität der Futtermittel die Sicherheit der Lebensmittel stark beeinflussen könne, was die Skandale um Nitrofen und MPA belegt hätten. Die amtliche Futtermittelüberwachung ist Aufgabe der Regierungspräsidien und der Staatlichen Landwirtschaftlichen Unter­suchungs- und Forschungsanstalt (LUFA) Augustenburg sowie der Landesanstalt für Landwirtschaftliche Chemie an der Universität Hohenheim. Zunächst vorrangig zur Qualitätssicherung für die Landwirtschaft eingeführt, verlagere sich der Schwerpunkt der Untersuchungen immer mehr auf unerwünschte und verbotene Stoffe sowie die richtige Anwendung futtermittelrechtlich zugelassener Stoffe. Die komplizierten Untersuchungen auf Dioxine und pharmakologisch wirksame Stoffe werden gebündelt für Lebens- und Futtermittel in den Speziallaboratorien der CVUAs Freiburg und Karlsruhe durchgeführt. Zur Optimierung des Verbraucherschutzes im Sinne einer ‚Vorfeld-Strategie‘ ziehen die Lebensmittel- und die Futtermittelüberwachung am gleichen Strang.

Im Rahmen der amtlichen Futtermittelüberwachung wurden im Jahr 2002 im Land 999 Kontrollen, 1.254 Betriebsprüfungen und 96 Buchprüfungen vor Ort durchgeführt. Dabei sind 2.471 Futtermittelproben gezogen und untersucht worden, u.a. 1.903 Proben von Mischfuttermitteln und 502 Proben von Einzelfuttermitteln. An den Proben wurden insgesamt 12.525 Einzeluntersuchungen durchgeführt. Damit wurde das für Baden-Württemberg im nationalen Kontrollprogramm vorgeschriebene Soll, einschließlich der geforderten zusätzlichen landeseigenen Untersuchungsschwerpunkte mehr als erfüllt. Neben 153 Hinweisen in leichten Fällen wurden in 129 Fällen ein Bußgeldverfahren und in 7 Fällen ein Strafverfahren eingeleitet. Neue zusätzliche Aufgaben, wie die Untersuchung auf Pflanzenschutzmittel oder der Nachweis gentechnisch veränderter Produkte sowie erhöhte Anforderungen in Bezug auf die Registrierung von Betrieben und die Rückverfolgbarkeit, werden den Kontrollaufwand weiter erhöhen.

Zusatzinformation:

Auswahl herausragender Ergebnisse und Kuriositäten aus dem Bericht der amtlichen Lebensmittel- und Futtermittelüberwachung 2002

Acrylamid in Lebensmitteln

Völlig unerwartet kam im April 2002 die Meldung aus Schweden, dass in vielen hoch­erhitzten Lebensmitteln krebserregendes Acrylamid nachgewiesen wurde. Es gelang der Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg innerhalb kürzester Zeit ein leistungs­fähiges Analysenverfahren zu entwickeln und bis Jahresende etwa 600 Lebensmittel­proben zu untersuchen. Als besonderer Beweis der Kompetenz der amtlichen Untersuchungseinrichtungen ist hervorzuheben, dass zeitgleich mit renommierten internationalen Forschungseinrichtungen der Bildungsweg von Acrylamid weitgehend aufgeklärt wurde.

Das MLR hat der Öffentlichkeit eine Broschüre übergeben, welche wichtige Informationen zum Thema Acrylamid und Hinweise zur Vermeidung von Acrylamid bei der häuslichen Zubereitung von Lebensmitteln enthält. Diese Broschüre wurde von den Behörden auch in vielen Gastronomiebetrieben verteilt und hat mit dazu geführt, dass inzwischen die Acryl­amidbelastung vom Pommes frites gesunken ist.

Nitrofen – ein vergessener Wirkstoff sorgt für Gesetzesänderungen

Im Sommer 2002 sorgte der Nachweis von Nitrofen in Produkten aus ökologischer Erzeugung für Schlagzeilen. Obwohl für dieses Unkrautbekämpfungsmittel seit über 10 Jahren ein Anwendungsverbot besteht, kam es durch unsachgemäß gelagertes Futtergetreide zu einer Belastung von Eiern und Geflügelprodukten. Ebenso waren Getreideprodukte durch unsachgemäße Lagerung und Kontaminationen in Verarbeitungsbetrieben betroffen. Über 300 im Verdacht stehende Lebensmittelproben (Eier, Geflügelfleisch, Getreide etc.) mussten kurzfristig untersucht werden. Dabei wurde in 19 Fällen Nitrofen nachgewiesen.

Letztlich war der Nitrofen-Skandal in seinen Wurzeln ein Futtermittelskandal. Rechtsänderungen erfolgten sowohl im Futtermittelrecht als auch in den Meldeverpflichtungen aller Verantwortlichen und in dem System der Überwachung von ökologisch wirtschaftenden Betrieben.

MPA – Antibabypille im Schweineschnitzel?

Dieser Verdacht bestätigte sich in den 304 Proben aus Schlachthof und Lebensmittelhandel zum Glück nicht. In den verdächtigen Futtermittelproben wurde MPA (Medroxyprogesteronacetat), ein synthetisches Hormon, welches auch in der Humanmedizin als Kontrazeptivum angewendet wird, dagegen in 12 von 33 Fällen nachgewiesen. Als Ursache wurde ein aus Belgien stammendes Futtermittel, das mit zuckerhaltigen Abfällen aus der Arzneimittelproduktion gepantscht worden war, ermittelt.

Salmonellen vom Partyservice

Katastrophale hygienische Zustände in der Küche eines Partyservice-Betriebes dürften der Grund dafür gewesen sein, dass Salmonellen leichtes Spiel hatten. Zeitgleich bei zwei voneinander unabhängigen Festveranstaltungen waren Erkrankungen mit den Symptomen Durchfall und Fieber aufgetreten. Bei der Betriebskontrolle vorgefundener allgegenwärtiger Mäusekot zeigte, dass sich in dem Betrieb zahlreiche Mäuse heimisch fühlten. In Proben aus dem Betrieb wurde Salmonella enteritidis nachgewiesen. Auch aus dem Stuhl mehrerer erkrankter Personen konnte dieser Salmonellen-Serotyp isoliert werden.

Insgesamt gingen jedoch die Salmonellenbefunde erfreulich zurück: von 11.706 Proben mussten lediglich 112 (1 Prozent) beanstandet werden (Vorjahr: 228 (2 Prozent) positive von 10.218 Proben).

Vorführpflichten – die Lebensmittelüberwachung BW zeigt bundesweite Wirkung

Im ersten Quartal wurden in türkischem Gemüsepaprika in erheblichem Umfang Rückstände von Pflanzenschutzmitteln festgestellt. Die baden-württembergischen Untersuchungen waren der Anlass, dass ab 25.4.2002 eine zunächst unbefristete nationale Vorführpflicht für Gemüsepaprika aus der Türkei nach dem Lebensmittel- und Bedarfsgegen­stände-Gesetz angeordnet wurde, nach der eine Einfuhr nur nach vorheriger amtlicher Untersuchung möglich war. Im gesamten Berichtsjahr wurden 67 Prozent der untersuchten türkischen Paprika beanstandet.

Wo Öko drauf steht, ist auch Öko drin

Auf diese knappe Formel kann man die ersten Ergebnisse des baden-württembergischen Ökomonitorings hinsichtlich Pflanzenschutzmitteln bringen. Über 5 Jahre werden in einem speziellen Förderprogramm der Landesregierung für den ökologischen Landbau systematisch Öko- Lebensmittel auf Rückstände und Kontaminanten untersucht. Ziel des Monitorings soll sein, Verbrauchertäuschungen in diesem rasch wachsenden Marksegment besser zu erkennen und das Verbrauchervertrauen in die Qualität ökologisch erzeugter Lebensmittel zu stärken. Öko-Lebensmittel mit auffälligen Rückstandsgehalten stammten ausnahmslos aus dem Ausland (7 Prozent der Proben). Bei heimische Ware wurden keine Rückstände nachgewiesen.

3-MCPD – Nicht nur ein Problem in Sojasoße

Seit einigen Jahren ist bekannt, dass der toxikologisch nicht unbedenkliche Stoff 3-Chlor-1,2-propandiol (3-MCPD) bei der Herstellung von Sojasoße und Würzen gebildet wird. Um Hinweisen nachzugehen, nach denen 3-MCPD auch beim Backen und Toasten von Brot entsteht, wurden letztes Jahr 143 Lebensmittelproben auf diesen unerwünschten Kontaminanten untersucht. Dabei fiel auf, dass Brotkruste und zubereitetes Toastbrot hohe 3-MCPD-Gehalte aufweist, Das BMVEL wurde nachdrücklich gebeten, auch bei diesem Stoff eine Minimierungsstrategie (wie bei Acrylamid) einzuleiten.

Kontrollprogramm bei Birnen zeigt Wirkung

In der Erntesaison 2001 wurden insbesondere im Bodenseeanbaugebiet in ca. ein Drittel der Fälle die nicht zugelassenen Wachstumsregulatoren Chlormequat und Mepiquat nachgewiesen. Da diese Wirkstoffe zumindest teilweise im Holz von Birnen gespeichert werden, war auch im Jahr 2002 mit Rückständen zu rechnen. Im Interesse des vorbeugenden Verbraucherschutzes wurde deshalb ein umfangreiches Birnen-Überwachungsprogramm – 441 Proben aus 380 einheimischen Erzeugerbetrieben – durchgeführt, um sicherzustellen, dass nur verkehrsfähige Ware in den Handel gelangt. Lediglich 11 % der Birnenproben wiesen noch Überschreitungen auf, wobei es sich dabei um Altlasten aus früheren Anwendungen handelte.

Kurioses

Mumijo – oder wie sich Erde zu Geld verwandelt

Recht neu auf dem Markt in Deutschland ist Mumijo, von dem es verschiedene Sorten geben soll, z. B. in Form einer Art Humuserde, die bei der Verrottung von Pflanzen und Mikroorganismen im Hochgebirge entsteht, oder als harzähnliche oder wachsartige Masse, die sich aus Pflanzensäften oder Bienenprodukten bildet. Die Werbung im Internet stellt Mumijo als wahres Wundermittel heraus, das zahlreiche Krankheiten heilen oder verhüten soll. Lebensmittelrechtlich sind diese Werbeaussagen verboten, was die Vertreiber allerdings nicht abschreckt.

Dieses Beispiel zeigt, wie dringend auf dem Gebiet des Täuschungsschutzes EU-weite Regelungen notwendig sind. Oftmals wird eine wirksame Überwachung dadurch unterlaufen, dass Hersteller und Händler dubioser Produkte ihren Sitz in anderen EU-Mitgliedsstaaten haben, wo die rechtlichen Regelungen und die Überwachung weniger streng sind. Die Bestrebungen der EU-Kommission, diesem Missbrauch durch eine neue Verordnung über die Werbung mit gesundheitsbezogenen Angaben bei Lebensmitteln Einhalt zu gebieten sind ausdrücklich zu begrüßen, wobei es gilt, den geplanten übertriebenen bürokratischen Aufwand zu verhindern.

Lebensmittelkontrolleure mit Zusatzqualifikation als Eiskunstläufer gefragt

Die Kontrollen von Gaststätten sind immer wieder für Überraschungen gut. So führte die Kontrolle eines großen, gutbürgerlichen Lokals dazu, dass sich die Kontrollbeamten über drei Stunden in dem Betrieb aufhalten mussten, nur um die Mängel aufzunehmen. Dabei war die Kontrolle nicht ganz ungefährlich. Der gesamte Betrieb war mit einer Fettschicht überzogen. Insbesondere auf dem Fußboden befanden sich teilweise millimeterdicke Fettauflagen, so dass die Beamten ähnlich wie Eiskunstläufer agieren mussten und ständig in Gefahr waren, auszurutschen und sich zu verletzen. Der Betrieb wurde geschlossen. Eine komplette Grundreinigung inklusive ‚Entfettung‘ wurde angeordnet.

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Landvolk: Flächen deckende Landwirtschaft passé?

Themen: Archiv — info @ 14:07

Höfe ohne Nachfolger – Fachleute erwarten Zunahme der Sozialbrache

Hannover (agrar.de) – Brache statt Kulturland – an diesen Anblick wird man sich gewöhnen müssen, wenn Fachleute Recht behalten. Nach Angaben des Landvolks Niedersachsen rechnen Betriebswirtschaftler in den nächsten Jahren mit einer Zunahme der Sozialbrache, erst recht nach den jüngsten Brüsseler Beschlüssen. Von aufgebenden Betrieben freigesetzte Flächen werden dann in einigen Regionen keinen neuen Bewirtschafter mehr finden und fallen brach. Dies betrifft insbesondere Grünland auf Standorten mit geringerem Ertragspotential, ungünstig geschnittene oder kleine Parzellen sowie Flächen mit Bewirtschaftungsauflagen. Mit zunehmender Tendenz wird die Sozialbrache vor allem in Ostfriesland beobachtet, aber auch in benachteiligten Mittelgebirgslagen. Die Flächen deckende Landwirtschaft wird damit zumindest in diesen Gebieten massiv in Frage gestellt, wenn die Politik nicht demnächst gegensteuert. Auf Ackerbaustandorten bereitet die Verpachtung dagegen bisher kaum Probleme.

Wesentlicher Motor dieser Entwicklung ist die geringe Wirtschaftlichkeit der Weidenutzung. Weil die Milchkuhbestände mit steigender Milchleistung pro Kuh immer weiter abgebaut werden müssen, wird auch immer weniger Weide für die Milcherzeugung benötigt. Alle anderen Nutzungsmöglichkeiten für die Weide, wie beispielsweise Ochsen- oder Färsenmast, sind aber von äußerst geringer Wirtschaftlichkeit oder sogar Verlust bringend. Diese Betriebszweige wurden bisher in der Regel von der Milcherzeugung mit ‚durchgeschleppt‘ und sozusagen innerbetrieblich durch die Milch subventioniert, um Restgrünland- oder Naturschutzflächen weiterhin zu nutzen und zu pflegen. In jüngster Zeit mussten die Milcherzeuger jedoch drastische Einkommenseinbußen hinnehmen, und die Preissenkungsspirale ist offenbar noch lange nicht am Ende. Der Spielraum der Betriebe für die weitere Nutzung der Restgrünlandflächen wird deshalb immer kleiner.

Aber auch die steigenden Ansprüche des Naturschutzes machen es den Bauern schwerer, von Grünlandflächen mit Bewirtschaftungsauflagen noch einen positiven Ertrag zu erzielen. Schon jetzt sind deshalb viele im Landesbesitz befindliche Flächen mit Naturschutzauflagen nicht mehr zu verpachten, dieses Problem wird aber zunehmend auch auf Flächen ohne Auflagen im Privatbesitz übergreifen. Für aufgabewillige Landwirte ohne Hofnachfolger nehmen damit die Probleme zu, noch einen Bewirtschafter für ihre Flächen zu finden. Dies hat auch eine gewichtige soziale Komponente. Bauern im Rentenalter erhalten nämlich erst dann Altersgeld, wenn sie ihren Hof abgegeben haben. Solange sich jedoch kein Pächter findet, gibt es auch keine Rente!

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Bayern erhöht Prämien für Steillagen

Themen: Archiv — info @ 14:07

Samerberg (agrar.de) – Die bayerischen Bergbauern erhalten für die Bewirtschaftung von Steillagen künftig deutlich höhere Prämien aus dem Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm. Das hat Landwirtschaftsminister Josef Miller bei der traditionellen Hauptalmbegehung des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern im Feichteck- und Heuberggebiet im Landkreis Rosenheim mitgeteilt. Nach seinen Worten gibt es für die Mahd von Steilhangwiesen künftig 400 statt bislang 305 Euro bei Hangneigungen bis zu 49 Prozent und 600 statt bislang 460 Euro ab 50 Prozent. Darüber hinaus entfällt ab Herbst 2003 der Förderhöchstbetrag von derzeit 18.400 Euro pro Betrieb. Miller will mit der Aufstockung die umweltschonende Bewirtschaftung und Pflege der Almen und Alpen dauerhaft sichern, denn: ‚Sie ist Voraussetzung für die Attraktivität des bayerischen Alpenraums und damit Grundlage des Fremdenverkehrs.‘

Die Leistungen des Freistaats für die Bergbauern sind nach Aussage des Ministers europaweit einmalig. Bayern habe als eines der ersten Länder ein Konzept entwickelt, mit dem die vielfältigen Gemeinwohlleistungen der Bergbauern angemessen honoriert werden. Laut Miller erhält ein durchschnittlicher Bergbauernbetrieb derzeit für Agrarumweltmaßnahmen rund 9.000 Euro pro Jahr. Bereits im vergangenen Jahr war die für den Erhalt einer flächendeckenden Landbewirtschaftung in benachteiligten Gebieten so wichtige Ausgleichszulage erhöht worden – um fast 20 Millionen Euro auf bayernweit 129 Millionen Euro. Rund 25 Millionen Euro davon fließen direkt in das bayerische Berggebiet. Für die rund 10 000 Betriebe dort sind Ausgleichszulage und Kulturlandschaftsprogramm zentrale Elemente der Einkommenssicherung. Miller: ‚Wir lassen unsere Bergbauern nicht im Stich. Sie haben es im harten europäischen Wettbewerb und wegen der ungünstigen Erzeugungsbedingungen besonders schwer.‘

Staatliche Hilfen allein reichen nach Aussage des Ministers aber nicht aus, um den Fortbestand der Berglandwirtschaft zu sichern. Immer wichtiger werde es für die Bauern, zusätzliche Einkommensmöglichkeiten zu nutzen. Chancen sieht Miller bei Regionalvermarktung, Urlaub auf dem Bauernhof, Serviceleistungen sowie Freizeit- und Kulturangeboten.

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Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche: 117 ha/Tag

Themen: Archiv — info @ 14:07

Wiesbaden (agrar.de) – Die Siedlungs- und Verkehrsfläche hat in Deutschland im Jahr 2001 insgesamt um 428 km² oder 117 ha/Tag zugenommen. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, hat sich die tägliche Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche damit gegenüber dem Zeitraum 1997 bis 2000, in dem der Zuwachs 129 ha/Tag betragen hatte, abgeschwächt.

Zielsetzung der im Jahr 2002 von der Bundesregierung verabschiedeten Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie ist eine Reduktion des täglichen Zuwachses der Siedlungs- und Verkehrsfläche auf 30 ha/Tag im Jahr 2020. Die aktuelle Entwicklung der Siedlungs- und Verkehrsfläche, die erstmals seit 1993 in die angestrebte Richtung weist, dürfte insbesondere durch den konjunkturell begründeten Einbruch bei den Bauinvestitionen im Jahr 2001 begründet sein, der sich auch im Jahr 2002 fortgesetzt hat.

‚Siedlungs- und Verkehrsfläche‘ und ‚versiegelte Fläche‘ dürfen nicht gleichgesetzt werden. Die Siedlungs- und Verkehrsfläche umfasst auch einen erheblichen Anteil unbebauter und nicht versiegelter Flächen. Dazu zählen auch solche, die zum Ausgleich für den Eingriff in Natur und Landschaft durch Bebauung und Versiegelung bereitgestellt wurden.

Die Flächeninanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrszwecke hat im Jahr 2001 um 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Der Zuwachs bei der Siedlungsfläche beträgt dabei 347 km² oder 1,3 Prozent, die Zunahme bei der Verkehrsfläche 82 km² oder 0,5 Prozent. Gegenüber 1993, dem ersten Jahr, in dem für Deutschland in seinen heutigen Grenzen Zahlen vorliegen, hat die Siedlungs- und Verkehrsfläche um 4.062 km² (+ 10,1 Prozent) zugenommen. Davon entfallen 3.304 km² auf die Siedlungsfläche (+ 13,8 Prozent) und 759 km² auf die Verkehrsfläche (+ 4,6 Prozent).

Die gegenwärtige Struktur der Flächeninanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrszwecke zeigt folgendes Bild: 44.367 km² oder 12,4 Prozent der Bodenfläche Deutschlands (357 033 km²) werden für Siedlungs- und Verkehrszwecke in Anspruch genommen. Davon entfallen 27.168 km² oder 7,6 Prozent auf die Siedlungsfläche, 17.199 km² oder 4,8 Prozent auf die Verkehrsfläche.

Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche an der Bodenfläche liegt in den Stadtstaaten Berlin (69,2 Prozent), Hamburg (57,1 Prozent) und Bremen (56,1 Prozent) am höchsten. In den anderen Bundesländern reicht die Spanne des Siedlungs- und Verkehrsflächenanteils von 6,8 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern bis zu 21,1 Prozent in Nordrhein-Westfalen.

Betrachtet man lediglich den Verkehrsflächenanteil an der Bodenfläche, so liegt auch dieser in den Stadtstaaten Berlin (15,2 Prozent), Hamburg (11,8 Prozent) und Bremen (11,8 Prozent) am höchsten. In den anderen Bundesländern bewegt sich der Anteil der Verkehrsfläche zwischen 2,7 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern und 6,7 Prozent in Nordrhein-Westfalen.

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Ehlen legt niedersächsischen Vorschlag zur Entkopplung vor

Themen: Archiv — info @ 14:07

Hannover (agrar.de) – Im Hinblick auf die Umsetzung der Luxemburger Beschlüsse vom 26. Juni hat Niedersachsens Landwirtschaftsminister Ehlen gestern seinen Vorschlag zur Entkopplung der Direktzahlungen von der Produktion vorgelegt. Danach sollen alle Prämien  – mit Ausnahme der Sonderprämie für männliche Rinder und der Milchprämie – in eine einheitliche Flächenprämie überführt werden. Eine Differenzierung zwischen Acker- und Grünland ist nicht vorgesehen.

Die Sonderprämie und die Milchprämie werden von Anfang an entkoppelt, aber zunächst in Form einer Betriebsprämie gezahlt. Während eines Übergangszeitraums wird diese Betriebsprämie dann zugunsten der einheitlichen Flächenprämie abgeschmolzen.

Mit dem jetzt von Niedersachsen vorgeschlagenen Modell werde auf mittlere Sicht ein erheblicher Beitrag zum Abbau des bürokratischen Aufwands für Landwirte und Verwaltung geleistet, erläuterte Minister Ehlen. Gleichzeitig werde der besonderen Situation der Milchviehbetriebe und Bullenmäster Rechnung getragen. Diese Sonderregelung sei angebracht, da diese Betriebe ansonsten durch eine Umverteilung des Prämienvolumens über Gebühr belastet würden. Dieses sei vor allem angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage der Milchviehbetriebe nicht zu verantworten, stellte Ehlen dar.

Er werde sich dafür einsetzen, dass das von ihm vorgeschlagene Modell nicht nur in Niedersachsen, sondern bundeseinheitlich umgesetzt werde. Insgesamt handle es sich um einen ausgewogenen Vorschlag, der es den Betrieben ermögliche, sich an die neuen Regelungen anzupassen. Damit werde tatsächlich mehr Markt und weniger Verwaltung im Agrarsektor erreicht, so Ehlen abschließend.

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Goldmann: FDP fordert „Dürregipfel“

Themen: Archiv — info @ 13:07

Berlin (agrar.de) – Einen ‚Dürregipfel‘ von Bund, Ländern und EU-Kommission fordert in einem Schreiben an Landwirtschaftsministerin Künast der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Die Dürre hat die Ernten in weiten Teilen Deutschlands vernichtet oder stark geschädigt. Die betroffenen Landwirte kämpfen um ihre Existenzen.

Deshalb fordert die FDP-Bundestagsfraktion einen ‚Dürregipfel‘. Diese Konferenz muss noch in dieser, spätestens in der kommenden Woche stattfinden. Bund, Länder und EU-Kommission müssen gemeinsam ein Hilfspaket für die betroffenen Landwirte schnüren.‘

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Jagdstrecke in Thüringen wenig verändert

Themen: Archiv — info @ 12:07

Erfurt (agrar.de) – Thüringens Jäger haben im vergangenen Jagdjahr die gesetzlichen Vorgaben der Abschusspläne erfüllt. In der Zeit vom 1. April 2002 bis zum 31. März 2003 haben die Jäger, seien es Jagdpächter, Inhaber von Eigenjagdbezirken, Bedienstete der Landes- und Bundesjagdbezirke oder die Jagdgäste, die in den Jagdbezirken die Jagd ausüben, von den hier vorkommenden Schalenwildarten 5.707 Stück Rotwild, 789 Stück Damwild, 1.254 Stück Muffelwild, 24.184 Stück Schwarzwild und 34.200 Stück Rehwild erlegt. Die Jagdstrecke im abgelaufenen Jagdjagdjahr liegt damit insgesamt auf einem vergleichbaren Niveau wie in den vorangehenden Jahren.

Hinsichtlich den Wildarten Rotwild, Damwild, Muffelwild konnte eine Steigerung um fast 6 Prozent erreicht werden. Dagegen gingen die Streckenergebnisse beim Rehwild um etwa 4,5 Prozent zurück.

Einen noch deutlicheren Rückgang – nämlich um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr – ist bei der Schwarzwildstrecke zu verzeichnen, deren Ursache auf gesunkene Frühjahrsbestände zurückzuführen ist. Diese wildartenspezifische Entwicklung diesen Jahres ist positiv einzuschätzen. Aufgrund milder Winter und anderer günstiger Umweltbedingungen hatte sich das Schwarzwild in den vergangenen Jahren stark vermehrt. Durch die Anstrengungen der thüringischen Jäger konnte dieser Bestandeszuwachs erstmals etwas begrenzt werden. Trotzdem muss die Schwarzwildregulierung in diesem und in den kommenden Jagdjahren aus veterinärhygienischen und Wildschadensgründen mit Vehemenz weiterhin gewährleistet werden, da das Schwarzwild das größte Vermehrungspotential aller einheimischen Schalenwildtiere besitzt.

Des Weiteren wurden 2.113 Feldhasen, 855 Wildkaninchen, 27.849 Füchse, 1.426 Steinmarder, 1.901 Dachse, aber auch 1.325 Waschbären und 11 Marderhunde, sowie 444 Fasane, 2.176 Ringeltauben und 9.321 Stockenten erlegt. Bei Dachs und Waschbär ist – wie in den vergangenen Jahren – ein weiterer Anstieg der Streckenergebnisse zu verzeichnen. Dass gerade die Streckenergebnisse bei den Prädatoren wie Fuchs, Dachs, Steinmarder, Waschbär und Marderhund so beachtlich sind, zeugt vom fach- und damit waidgerechten Verhalten der Jäger, da damit eine Vorraussetzung geschaffen wird, den Nutzwildarten wie auch nichtjagdbaren in freier Natur lebenden Kleintierarten eine Existenz- und Überlebenschance zu geben.

‚Das Jagdstreckenergebnis 2002/2003 spiegelt die umfangreichen Anstrengungen der Jäger in Thüringen wider, den Aufgaben der Wildbewirtschaftung und damit der Umsetzung der landesjagdgesetzlichen Bestimmungen nachzukommen‘, sagte Umwelt-Staatssekretär Stefan Baldus.

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Hände weg vom Bundesjagdgesetz!

Themen: Archiv — info @ 12:07

ZJEN startet Unterschriftenaktion – Bundesjagdgesetz verpflichtet auch zur Hege

Hannover (agrar.de) – Das Bundesjagdgesetz bedarf keiner Novellierung. Mit dieser Einschätzung wider-spricht der Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Niedersachsen (ZJEN) Absichten von SPD und Bündnis 90/Die Grünen. In den Koalitionsvereinbarungen verfolgen diese entgegen vorherigen Beteuerungen das Ziel, ‚das Jagdrecht unter Berücksichtigung einer naturnahen Waldbewirtschaftung und unter Tierschutzaspekten zu novellieren‘. Der ZJEN dagegen argumentiert, das Jagdrecht in Deutschland habe sich bewährt. Die Jagd sei sowohl rechtlich als auch organisatorisch vorbildlich und hochmodern. Die fast 250.000 im ZJEN organisierten Grundeigentümer sind daher aufgerufen, sich an einer Unterschriftenaktion zu beteiligen und den Plänen der Regierungskoalition auf Bundesebene eine Absage zu erteilen.

Als großes Plus des bestehenden Jagdrechtssystems wertet der ZJEN als Interessenvertreter der Grundeigentümer die Bindung des Jagdrechtes an Grund und Boden. Die Flächeneigentümer wirken unmittelbar über die Jagdgenossenschaft an der Jagdausübung in ihrem Revier mit. Das Reviersystem stärkt zugleich die individuelle Initiative und die langfristige persönliche Verantwortung des Jägers. Da das Bundesjagdgesetz zu Jagd und Hege gleichermaßen verpflichtet, wird ein artenreicher und gesunder Wildbestand gewährleistet, der den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepasst ist. Damit ist das Prinzip der Nachhaltigkeit in der Jagd garantiert. Abschusspläne werden in Jagdbeiräten, denen auch Vertreter des Naturschutzes angehören, beschlossen. Die Abwägung der auf der Fläche konkurrierenden Nutzungsinteressen ist damit auf breiter gesellschaftlicher Basis gesichert.

Die Absicht zur Novellierung des Bundesjagdgesetzes greift Forderungen verschiedener Tier- und Umweltschutzverbände bis hin zur totalen Abschaffung der Jagd auf. Der ZJEN hingegen betont das hohe Maß an Eigenverantwortung der Flächeneigentümer und Nutzer im bestehenden Jagdrecht. Rechte und Pflichten sind in hoher Ausgewogenheit formuliert. Alle Parteien, SPD und Bündnis90/Die Grünen eingeschlossen, haben sich vor der Bundestagswahl uneingeschränkt zu dem bestehenden Bundesjagdgesetz bekannt. Der ZJEN startet jetzt eine auf Bundesebene abgestimmte Aktion und verschickt an alle Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer Unterschriftenlisten mit der Forderung, das Bundesjagdgesetz beizubehalten. Alle Grundeigentümer, Jagdausübenden und Naturfreunde sowie deren Familien und Freunde sollten daher mit ihrer Unterschrift für den Erhalt des vorbildlichen deutschen Jagdrechts kämpfen, appelliert der ZJEN.

Links zum Thema Jagd und Wild, Links zum Thema Verbände.

Immer weniger Schafe in Europa

Themen: MKS,Schafe,Statistik — info @ 11:07

Die größten Weideplätze liegen in Großbritannien und Spanien In Niedersachsen nur noch 288.000 Tiere

Hannover (agrar.de) – Die Schafhaltung spielt in Europa eine immer geringer werdende Rolle. Während im Jahr 2000 europaweit noch 94,85 Millionen Schafe gezählt wurden, waren es im Jahr 2002 nach Ermittlungen des niedersächsischen Landvolkverbandes nur noch 86,93 Millionen Tiere. Der beachtliche Einbruch ist aber auf die im Jahr 2001 ausgebrochene Maul- und Klauenseuche (MKS) zurückzuführen. Die größten Weideplätze für Europas Schafe liegen in Großbritannien und Spanien. In den beiden Ländern gab es im Jahr 2000 knapp 52 Millionen Schafe, doch wegen der MKS sank der Bestand im Jahre 2002 auf 47,9 Millionen Tiere. Davon entfielen 24,8 Millionen Schafe auf Großbritannien und 23 Millionen Tiere auf Spanien. Besonders die britischen Schafhalter wollen im zweiten Halbjahr dieses Jahres ihre Bestände um fast ein Zehntel ausweiten. Hier war der MKS-bedingte Produktionseinbruch am heftigsten ausgefallen.

Dagegen erwarten die Experten in den meisten anderen Gemeinschaftsstaaten einen rückläufigen Schafbestand. Im Jahr 2000 konnte Italien mit 11,1 Millionen Tieren noch den dritten Platz belegen, dagegen waren es im Jahr 2002 nur 8,1 Millionen Schafe. Weniger stark war der Bestandsabbau in Frankreich, Griechenland und Portugal. Nach den Ermittlungen der Statistiker waren es in Frankreich im vergangenen Jahr noch 9,1 Millionen Schafe (2000: 9,3 Millionen), in Griechenland 8,9 Millionen (2000: 9,2 Millionen) und in Portugal 3,4 Millionen gegenüber 3,5 Millionen im Jahr 2000.

In Deutschland hat sich der Bestand um 1,8 Prozent auf 2,15 Millionen Tiere verringert. Hier führt die Schaffleischproduktion trotz einer positiven Preisentwicklung inzwischen nur noch ein Nischendasein. Das trifft auch für Niedersachsen zu. Bei der Viehzählung im Mai vergangenen Jahres wurden insgesamt 287.300 Schafe ermittelt, viele davon als ‚Touristenattraktion‘ in der Heide, im Harz, sowie an der Küste. Als ‚vierbeinige Rasenmäher‘ werden die Wollknäuel in diesen Regionen besonders hoch geschätzt.

Links zum Thema Schafe.

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