31. Juli 2003

Thüringen: Ernteaussichten für Getreide und Raps 2003 weit unter langjährigem Durchschnitt

Themen: Archiv — info @ 13:07

Erfurt (agrar.de) – Nach den ersten vorläufigen Ertragsschätzungen der Ernte- und Betriebsberichterstatter vom Juni dieses Jahres wurde für Getreide eine Ertragsleistung von 52 Dezitonnen je Hektar ermittelt. Damit werden in diesem Jahr rund 6 Dezitonnen weniger vom Hektar geerntet als im Jahr 2002 und sogar 12 Dezitonnen weniger als im langjährigen Durchschnitt 1997/2002. Letztmalig war im Jahr 1992 ein geringerer Flächenertrag zu verzeichnen.

Auf der Grundlage der vorläufigen Ergebnisse der Bodennutzungshaupterhebung wurde vom Thüringer Landesamt für Statistik eine voraussichtliche Getreideernte (ohne Corn-Cob-Mix und Körnermais) von 1.940 Tausend Tonnen berechnet. Davon entfallen 1.506 Tausend Tonnen auf Wintergetreide und 434 Tausend Tonnen auf Sommergetreide. Die Erntemenge an Getreide insgesamt ist nach den jetzigen Ergebnissen um 281 Tausend Tonnen bzw. 13 Prozent geringer als im Jahr 2002.

Die Thüringer Bauern haben in diesem Jahr sowohl bei Wintergetreide als auch bei Sommergetreide erhebliche Ertragseinbußen zu verkraften. Bei Wintergetreide liegt die Ertragsprognose im Durchschnitt bei 54 dt/ha und für Sommergetreide bei 46 dt/ha. Bewahrheiten sich die ersten Schätzungen, dann werden die im sechsjährigen Mittel erzielten Hektarerträge bei Wintergetreide (1997/2002: 67,8 dt/ha) um ein Fünftel und bei Sommergetreide (1997/2002: 51,8 dt/ha) um mehr als 10 Prozent unterschritten.

Am meisten hat die Wintergerste unter der Trockenheit gelitten. Im Landesdurchschnitt schätzen die Landwirte einen Hektarertrag von 48 Dezitonnen. Das sind 14 dt/ha weniger als zur Ernte im Jahr 2002. Die Ertragsleistung des langjährigen Mittels (1997/2002: 65,7 dt/ha) wird nahezu um drei Zehntel (- 27 Prozent) unterschritten.

Der ansonsten so ertragsstarke Winterweizen wird mit 57 dt/ha um weitere 5 dt/ha (- 8 Prozent) unter dem bereits niedrigen Ertrag von 2002 liegen und verfehlt den im Durchschnitt der Jahre 1997/2002 erzielten Flächenertrag von 69 dt/ha sogar um 18 Prozent.

Der erwartete Roggenertrag von 56 dt/ha liegt um 9 dt/ha bzw. um 14 Prozent unter dem Vorjahresergebnis und um 11 dt/ha (- 16 Prozent) unter dem Durchschnitt der Jahre 1997/2002.

Bei Triticale, (eine Kreuzung zwischen Weizen und Roggen), wird ein Flächenertrag von 48 dt/ha erwartet, eine um ein Zehntel geringere Ertragsleistung als im Jahr 2002. Das Niveau des langjährigen Mittels wird um ein Viertel verfehlt.

Die Ertragsmenge von Sommergetreide wird bestimmt durch die Sommergerste, auf die drei Viertel der mit Sommergetreide bestellten Flächen entfallen. Nach den gegenwärtigen Einschätzungen durch die Ernteberichterstatter werden im Landesdurchschnitt je Hektar 46 Dezitonnen geerntet. Das entspricht zwar dem Ertragsniveau des Vorjahres (2002: 45,1 dt/ha), das sechsjährige Mittel wird jedoch um 10 Prozent unterschritten.

Für Hafer werden Erträge von 41 dt/ha (2002 : 48,0 dt/ha) geschätzt.

Die Ertragserwartungen für Sommerweizen von 52 dt/ha liegen als einzige Reinkultur über dem Vorjahresniveau (2002: 48,4 dt/ha), aber dennoch unter dem sechsjährigen Durchschnitt von 57,2 dt/ha.

Die Erträge von Winterraps werden mit 25 dt/ha im Landesdurchschnitt um 4 dt/ha geringer ausfallen als im Jahr zuvor und um 9 dt/ha unter dem langjährigen Durchschnitt liegen.

Die Erntemenge von Winterraps (einschließlich Anbau als nachwachsender Rohstoff) wird auf 256 Tausend Tonnen geschätzt (2002: 331,1 Tausend Tonnen).

Für Sommerraps und Rübsen rechnen die Thüringer Bauern mit durchschnittlichen Erträgen. Insbesondere durch Neueinsaaten im Frühjahr auf den umgebrochenen Flächen wächst diese Kultur in diesem Jahr auf insgesamt 7.800 Hektar (2002: 895 ha). Mit einem Flächenertrag von knapp 17 dt/ha wird eine Erntemenge von rund 13.000 Tonnen ermittelt. Die Anbauausdehnung und eine um 15 Prozent höhere Ertragsleistung lassen die berechnete Erntemenge auf das 10fache der Erntemenge von 2002 ansteigen. Die voraussichtliche Ertragsleistung 2003 liegt um 2 dt/ha über dem Ergebnis von 2002 und entspricht annähernd dem Ergebnis im langjährigen Mittel von 16,8 dt/ha.

Die Ergebnisse der Juni-Schätzungen können je nach Witterungsverlauf von den endgültigen Ergebnissen zur Ernte 2003 mehr oder weniger abweichen.

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