31. Juli 2003

Stächele: Trendwende beim Landschaftsverbrauch einleiten

Themen: Archiv — info @ 13:07

Neues Modellvorhaben geht in die Umsetzung – Dreizehn Orte können gefördert werden

Stuttgart (agrar.de) – ‚Wir haben in Baden-Württemberg das ehrgeizige Ziel, eine Trendwende beim Landschaftsverbrauch einzuleiten und diesen im Außenbereich einzudämmen. Gerade der Landschaftsverbrauch und der umsichtige sowie sparsame Umgang mit dem nicht vermehrbaren Gut Boden beschäftigt die Kommunen vor Ort. Deshalb haben wir ein Modellprojekt zur Eindämmung des Landschaftsverbrauchs im vergangenen Jahr ins Leben gerufen.‘ Dies sagte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Willi Stächele, am Mittwoch in Stuttgart als er die Orte bekannt gab, die in das ‚Modellprojekt Eindämmung des Landschaftsverbrauchs durch Aktivierung des innerörtlichen Potentials‘ (MELAP) aufgenommen wurden. Diese Gemeinden sollen jetzt mit insgesamt rund 10 Millionen Euro aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) gefördert werden.

Folgende dreizehn Orte wurden im MELAP aufgenommen: Aitrach-Mooshausen (Landkreis Ravensburg), Bad Dürrheim-Unterbaldingen (Schwarzwald-Baar-Kreis), Buchheim (Landkreis Tuttlingen), Creglingen-Münster und Großrinderfeld-Gerchsheim (Main-Tauber-Kreis), Illmensee-Ruschweiler (Landkreis Sigmaringen), Oberndorf a.N.-Aistaig (Landkreis Rottweil), Obernheim, (Zollernalbkreis), Osterburken-Schlierstadt und Schefflenz-Unterschefflenz (Neckar-Odenwald-Kreis), Schöntal-Oberkessach (Hohenlohekreis), Schopfloch-Oberiflingen (Landkreis Freudenstadt) sowie Wüstenrot-Neuhütten (Landkreis Heilbronn).

‚Mit dem MELAP wollen wir den Gemeinden helfen Lösungen zu finden, denn die Eindämmung des Flächenverbrauchs ist ein Zukunftsthema‘, betonte Minister Stächele. Der Flächenverbrauch in Baden-Württemberg sei hoch. Täglich wurden in den letzten Jahren im Land rund zwölf Hektar Landschaft verbraucht. Bei anhaltendem Trend würden bis zum Jahr 2010 etwa 13,5 Hektar und danach bis zum Jahr 2015 sogar fast 16 Hektar prognostiziert. ‚Das kann und darf so nicht mehr weitergehen. Dieser Trend muss gebrochen werden‘, forderte der Minister. Stächele weiter: ‚Mit MELAP wollen wir die Problematik des Landschaftsverbrauchs bewusst machen und erreichen, dass leerstehende Gebäude wieder genutzt werden, funktionsfähige und identitätsstiftende Ortsmitten erhalten oder wieder neu belebt werden und somit der Funktionsverlust der Dörfer und der Flächenverbrauch im Außenbereich verhindert wird.‘

MELAP ist in zwei Stufen angelegt. Für die erste Stufe sind von den Gemeinden Anträge für knapp 200 Orte gestellt worden. Aus diesen Anträgen wurden 41 Konzeptionen in der ersten Stufe gefördert. Von diesen erhalten nun dreizehn Orte in der zweiten Stufe eine Förderung zur Umsetzung ihrer Konzeption. ‚Diese beispielhaften Konzeptionen sind von besonderer struktureller Bedeutung für den jeweiligen Ort‘, stellte Stächele fest. Ein wichtiges Ergebnis der ersten Stufe sei, dass die innerörtlichen Potentiale höher seien als angenommen. Würden diese Potentiale vollständig aktiviert, könne dort auch eine positive Auswirkung auf die Entwicklung der Bevölkerung erwartet werden.

Die fachliche Bewertung zur Auswahl der dreizehn Orte wurde von den ELR-Bewilligungsstellen (Regierungspräsidien und Landesamt für Flurneuordnung und Landentwicklung), der wissenschaftlichen Begleitung (Forschungsgruppe Stadt + Umwelt, Univ.-Prof. Schöfl) und dem begleitenden Gremium, bestehend aus Vertretern des Gemeindetags, des Städtetags und des Landkreistags sowie des Landesnaturschutzverbandes, der Arbeitsgemeinschaft der Badisch-Württembergischen Bauernverbände, der Architektenkammer, der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft e.V. und der Landesanstalt für Umweltschutz vorgenommen.

‚Das ELR, das Kernstück unserer Strukturpolitik wird mit MELAP bedarfsgerecht in eine neue Richtung weiterentwickelt‘, erläuterte Stächele. Im Jahresprogramm 2004 des ELR soll deshalb ein besonderes Augenmerk auf Maßnahmen gerichtet werden, die den Ortskern stärken. Dadurch werde ein spürbarer Beitrag zur Eindämmung des Landschaftsverbrauchs erwartet.

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