16. Juli 2003

Baden-Württemberg: Landwirtschaftliche Grundstückspreise weiter stabil

Themen: Archiv — info @ 12:07

Höchste Grundstückspreise nach wie vor in den Verdichtungsräumen

Stuttgart (agrar.de) – Für landwirtschaftliche Grundstücke (ohne Gebäude und ohne Inventar) in Baden-Württemberg wurde nach Feststellung des Statistischen Landesamts im Jahr 2002 ein durchschnittlicher Kaufpreis von 18.800 Euro je Hektar Fläche der landwirtschaftlichen Nutzung (FdlN, im wesentlichen Ackerland und Grünland) entrichtet. Die landwirtschaftlichen Bodenpreise sind damit gegenüber dem Vorjahr (19.239 Euro je ha FdlN) leicht gesunken, liegen aber weiterhin auf dem seit 1993 zu beobachtenden Niveau von etwa 18.500 Euro bis knapp 20.000 Euro je ha FdlN.

Ende der 80er-, Anfang der 90er- Jahre hatten die Preise noch um rund 2.000 Euro/ha höher gelegen. Insgesamt wurden in 2002 die Preise von 4.791 Kauffällen ermittelt; dabei wechselten landwirtschaftliche Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 4.276 ha FdlN die Besitzer.

Vor allem in den Stadt- und Landkreisen der Verdichtungsräume, häufig Gebiete mit besseren natürlichen Ertragsbedingungen, wurden die höchsten Grundstückspreise erzielt. Unter den Landkreisen führen Böblingen, Ludwigsburg und Esslingen mit durchschnittlichen Bodenpreisen von 32.700 bis 48.200 Euro/ha FdlN die Preisskala an. Grundstückspreise von zum Teil deutlich über 60.000 Euro/ha FdlN, wie sie in den Stadtkreisen Pforzheim, Ulm, Heidelberg und der Landeshauptstadt Stuttgart beobachtet wurden, sprechen dafür, dass das Preisniveau hier stark von den örtlichen Baulandpreisen beeinflusst sein dürfte. Am unteren Ende der Preisskala lagen dagegen die eher ländlichen Gebiete mit meist unterdurchschnittlichen Bodenqualitäten (Schwarzwald, Schwäbische Alb, Odenwald), wie die Landkreise Freudenstadt, Tuttlingen, Zollernalbkreis, Sigmaringen und Schwarzwald-Baar-Kreis mit Grundstückspreisen von knapp 7.200 bis 10.750 Euro/ha FdlN.

Neben der regionalen Lage wurden die Kaufpreise wesentlich von der Bodenqualität, also der natürlichen Ertragsfähigkeit bestimmt. Für geringwertigere Böden mit Ertragsmesszahlen (EMZ) zwischen 20 und 30 (auf einer Skala von 1 bis 100) wurden durchschnittlich 9.200 Euro/ha FdlN, bei etwas besseren Böden mit Ertragsmesszahlen zwischen 40 und 50 bereits 16.400 Euro/ha FdlN entrichtet. Für gute bis sehr gute Böden (EMZ > 70) ergaben sich für die veräußerten Flächen mit 32.700 Euro/ha FdlN auch die höchsten Preise.

Für größere Grundstücke ab 30 Ar FdlN sind darüber hinaus Aussagen zu weiteren kaufpreisbestimmenden Faktoren möglich. So zeigen sich beispielsweise hinsichtlich der Nutzungsart der Grundstücke deutliche Preisunterschiede. Für Ackerland wurde mit 19.360 Euro/ha FdlN im Landesdurchschnitt ein deutlich höherer durchschnittlicher Kaufpreis entrichtet als für Grünland (14.400 Euro/ha FdlN). Des weiteren zeigt sich eine deutliche Preisdifferenzierung nach den jeweiligen Erwerbern der Grundstücke. So bezahlten nichtlandwirtschaftliche Käufer wesentlich höhere durchschnittliche Grundstückspreise als Haupt- bzw. Nebenerwerbslandwirte. Die Preisspanne bewegte sich bei Ackerland von rund 16.550 Euro/ha FdlN beim Kauf durch Nebenerwerbslandwirte über knapp 18.150 Euro/ha FdlN bei Haupterwerbslandwirten bis auf 25.500 Euro/ha FdlN bei Nichtlandwirten. Bei Grünland entsprechend von 12.000 Euro/ha FdlN über 13.350 Euro/ha FdlN bis auf 18.400 Euro/ha FdlN. Die von Nichtlandwirten bezahlten relativ hohen Preise hängen möglicherweise damit zusammen, dass hier längerfristig doch mit Umwandlungen der landwirtschaftlichen Flächen in andere Nutzungsarten gerechnet wird.

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