24. Juni 2003

COPA/COGECA: Landwirte nicht zweimal zur Kasse bitten

Themen: Archiv — info @ 16:06

Brüssel (agrar.de) – Morgen wird der Agrarrat seine Verhandlungen, die vergangenen Donnerstag abgebrochen worden waren, wieder aufnehmen. Dazu veröffentlichen der Ausschuss der berufsständischen landwirtschaftlichen Organisationen der EU (COPA), der europäischen Dachorganisation der Bauernverbände, und der Allgemeine Ausschuss des ländlichen Genossenschaftswesens der EU (COGECA), das folgende Schreiben ihrer Präsidenten Peter Gaemelke und Marcus H. Borgström an die griechische Ratspräsidentschaft:

‚Sehr geehrter Herr Präsident,

Am Vorabend der Wiederaufnahme der Verhandlungen zur mid-term Reform der GAP legen COPA und COGECA Wert darauf, ihre ausdrückliche Sorge über den augenblicklich zur Diskussion stehenden Kompromissvorschlag an Sie heranzutragen.

Zuallererst bestehen COPA und COGECA mit Nachdruck darauf, dass die gemeinsamen Marktorganisationen erhalten bleiben und wirksam funktionieren und in der WTO verteidigt werden.

An zweiter Stelle wird der Kompromissvorschlag, über den jetzt verhandelt wird, eine ganze Reihe von Wettbewerbsverzerrungen zwischen Mitgliedstaaten, Regionen und Sektoren zur Folge haben. Dies ist nicht akzeptabel, und der Binnenmarkt wird in Gefahr gebracht.

Und zum dritten würde sich bei einer Reform in der jetzigen Ausgestaltung der auf die Landwirte lastende Verwaltungsaufwand nicht, wie immer wieder von der Kommission beteuert, verringern, sondern noch verschärfen. Auf dem Spiel steht heute die gemeinsame Agrarpolitik schlechthin, wie sie in den letzten vierzig Jahren bestanden hat – basierend auf der finanziellen Solidarität, der Gemeinschaftspräferenz und der Einheitlichkeit der Märkte.

Der vorliegende Kompromissvorschlag würde den Abbau des europäischen Modells einer multifunktionalen und nachhaltigen Landwirtschaft und die Renationalisierung der gemeinsamen Agrarpolitik implizieren. Gefährdet wären der Fortbestand der Produktion in vielen Regionen sowie die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft gerade jetzt, wo die Europäische Union im Rahmen der WTO-Verhandlungen unter Druck steht, ihre Märkte zu öffnen.

Die EU-Kommission und die einzelstaatlichen Regierungen müssen zu ihrer Zusage stehen, das europäische Agrarmodell im Rahmen der mid-term Reform der GAP und der WTO-Verhandlungen zu verteidigen.

COPA und COGECA rufen Sie in diesem Sinne auf, darauf zu achten, dass das Endergebnis der Verhandlungen den Anliegen der europäischen Landwirte und ihrer Genossenschaften, die von der ganzen Gesellschaft in Europa geteilt werden, gebührend Rechnung trägt.

Schliesslich muss der gefasste Beschluss – wie auch immer die Verhandlungen ausgehen mögen – die eindeutige Erklärung umfassen, dass dieses Ergebnis den Gemeinschaftsbestand darstellt, den die Europäische Union in den WTO-Verhandlungen verteidigen wird, damit die europäischen Landwirte nicht zweimal zur Kasse gebeten werden.

Mit freundlichen Grüssen,

Peter Gaemelke, Präsident von COPA Marcus H. Borgström, Präsident von COGECA‘

Links zum Thema EU und Landwirtschaft, Links zum Thema %url3%Verbände%/%.

Höfken: EU-Agrarreform zukunftsorientiert weiterführen

Themen: Archiv — info @ 16:06

Berlin (agrar.de) – Zum aktuellen Stand der EU–Agrarreform erklärt Ulrike Höfken, agrar- und verbraucherpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, Ulrike Höfken:

‚Bei den auf Mittwoch vertagten Entscheidungen zu den EU-Agrarverhandlungen ist ein Ergebnis in greifbare Nähe gerückt. Bei den bisherigen Verhandlungen konnte die deutsche Landwirtschaftsministerin schon jetzt wichtige Akzente setzen:

• Mit dem Einstieg in die Modulation wird ein Beitrag zum Subventionsabbau geleistet und das Mittelvolumen für die Entwicklung der ländlichen Räume deutlich erweitert.

• Die vereinbarte Deckelung der Agrarausgaben bei der Degression wird gehalten.

• Es erfolgt eine schrittweise Entkopplung der Direktzahlungen, wodurch Strukturbrüche in der Landwirtschaft vermieden werden.

• Der aktuelle Verhandlungstand ermöglicht eine gute Position für die anstehenden WTO-Verhandlungen im September in Cancun (Mexiko).

Bei den Verhandlungen am kommenden Mittwoch geht es um wichtige Detailfragen:

• Die Modulation soll von 2006 auf 2005 vorgezogen und mit einem Einstieg von drei Prozent begonnen werden. Dann soll sie bis auf fünf Prozent steigen und auf diesem Niveau verstetigt werden. Die Mittel aus den Kürzungen der Direktzahlungen stehen so wesentlich früher für die Förderung des ländlichen Raumes zur Verfügung. Strittig ist der Anteil der im Mitgliedsland verbleibenden Modulationsmittel. Der Vorschlag der Kommission, 20 Prozent der Mittel umzuverteilen, wird von Deutschland nicht unterstützt.

• Bei der Entkopplung wird von einer schrittweisen Entkopplung der Prämien im Ackerbau und den Tierprämien in einer Größenordnung von mindestens 70 Prozent ausgegangen. Die Verhandlungen lassen erkennen, dass statt Betriebsprämien auch die Möglichkeit bestehen wird, Flächenprämien für Acker- und Grünland gewähren zu können.

• Es besteht Konsens zwischen den Mitgliedsstaaten, dass die ‚Cross Compliance Regelungen‘ administrativ vereinfacht werden.

• Die geplante asymetrische Senkung der Preise für Milchprodukte, insbesondere bei Magermilchpulver in Höhe von vier Prozent und bei Butter von acht prozent über vier Jahre bei nur 50-prozentigem Ausgleich kann so von der deutschen Bundesregierung nicht akzeptiert werden. Hier müssen neue Ansätze zugunsten der deutschen Milcherzeuger gefunden werden.‘

Links zum Thema EU und Landwirtschaft, Links zum Thema Agrarpolitik.

EFFAT: Völlige Liberalisierung der Landwirtschaft hätte verheerende Folgen für die 3. Welt

Themen: Archiv — info @ 16:06

Brüsswel (agrar.de) – Eine völlige Liberalisierung der Landwirtschaft ist nicht im Interesse der 3. Welt. Darauf wies Harald Wiedenhofer, Generalsekretär der europäischen Arbeitnehmervertretung EFFAT (European Federation of Food, Agriculture and Tourism trade unions), in einer Veranstaltung seiner Organisation in Brüssel hin.

Eine völlige Liberalisierung würde bedeuten, dass selbst jene Entwicklungsländer mehr Lebensmittel in die Industrieländer exportieren würden, die selbst nicht genug Lebensmittel hätten. Zudem sei zum Beispiel Indien der zweitgrößte Exporteur von Reis, obwohl rund 260 Mio Inder nicht ausreichend mit Lebensmitteln versorgt werden. Selbst Länder wie Mosambik, Malawi und Äthiopien würden Lebensmittel exportieren.

Diejenigen, die von einer völligen Liberalisierung am meisten profitieren würden, wären die großen Handelsunternehmen und Konzerne, die dann mit dem Anbau von Monokulturen große Geschäfte machen, aber gerade dadurch lebensnotwendige, kleinbäuerliche Versorgungsstrukturen in den Entwicklungsländern zerstören würden. Dafür gäbe es schon zu viele negative Beispiele.

Natürlich brauchen wir eine nachhaltige Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik und einen neuen WTO-Vertrag, um die Handelpositionen der 3. Welt gravierend zu verbessern. Aber eine völlige Liberalisierung der Landwirtschaft hätte verheerende Folgen für die 3. Welt.

Links zum Thema Landwirtschaft international, Links zum Thema Verbände.

Untersuchungs- und Deklarationspflicht für alle Düngemittel?

Themen: Archiv — info @ 16:06

Fachtagung in Neumünster: Muss wirklich jeder Mist auf den Acker?

Neumünster (agrar.de) – 150 Teilnehmer aus Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft diskutierten heute in Neumünster über die Reduzierung von Schadstoffeinträgen auf Äcker und Wiesen. Schleswig-Holsteins Umwelt- und Landwirtschaftsminister Klaus Müller hatte zu der Fachtagung mit dem provokanten Titel ‚Muss wirklich jeder Mist auf den Acker?‘ eingeladen.

Um das Potenzial der Böden optimal nutzen zu können, wird nicht nur eine breitgefächerte Düngemittelpalette angewendet, vielmehr werden auch Abfälle zur Pflanzenernährung eingesetzt. Das bekannteste Stichwort dabei ist Klärschlamm. Neben den erwünschten Nährstoffen sind in diesen Düngemitteln häufig Schadstoffe.

Spätestens seit der BSE-Krise steht diese Praxis auf den Prüfstand. So beschlossen die Umwelt- und Landwirtschaftsminister im Juni 2001, dass die Flächenbewirtschaftung nicht zur Anreicherung von Schadstoffen führen darf. Damit war der Startschuss gefallen, neue Konzepte zur Schadstoffbegrenzung in Düngemitteln zu entwickeln.

Bundesumweltministerium und Bundesverbraucherschutzministerium haben im Juni 2002 ein Konzept vorgelegt, das strenge Grenzwerte zur Begrenzung des Eintrages von Schadstoffen empfiehlt. Zwischenzeitlich wurden vom Verband Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten (VDLUFA) und den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein alternative Vorschläge zur Begrenzung des Eintrages von Schadstoffen bei der Düngung landwirtschaftlich genutzter Flächen vorgelegt. Das Umweltministerium bot mit der heutigen Veranstaltung die Plattform zur Diskussion der verschiedenen Ansätze.

‚Hinter unserem Ansatz steckt die Frage, ob wir nicht gänzlich umdenken müssen und analog zu den Nährstoffbilanzen auch die Schadstoffbilanzen ins Auge fassen müssen‘, erklärte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Klaus Müller. ‚Der Landwirt muss meines Erachtens wissen, welche Schadstoffe er sich mit dem einen oder anderen Dünger einkauft.‘ Das bedeute, dass es eine Untersuchungs- und Deklarationspflicht für alle Düngemittel geben müsse. Der Landwirt trage letztendlich ja Verantwortung für das, was er auf seine Böden ausbringe.

Links zum Thema Boden, Links zum Thema Düngung.

Trockenschäden größer als im Schadenjahr 2000?

Themen: Archiv — info @ 15:06

Gießen (agrar.de) – Nach starker Auswinterung und schweren Frostschäden im Frühjahr lassen die so geschwächten Getreide- und Rapsbestände weitere dramatische Ertragsausfälle wegen Trockenheit befürchten. Nach ersten Einschätzungen der Vereinigten Hagel steht die Landwirtschaft vor einem noch stärkeren witterungsbedingten Ernteverlust als im Jahr 2000, als auf 1,0 Mio. Hektar ein Schaden von 326 Mio. Euro entstand.

Vor allem auf leichteren Standorten und schwerpunktmäßig im Osten der Bundesrepublik sind die üblichen Niederschlagsmengen in den Monaten März bis Juni vielerorts nur halb so hoch wie im langjährigen Mittel ausgefallen. Die teils nur kniehohen, kaum bestockten Wintergerstenbestände sind – ebenso wie zahlreiche Rapsfelder – bereits Not reif. Stark verkürzte bzw. verkümmerte Ähren und Schoten werden nur eine Erntemenge hervorbringen, die weit hinter den üblichen Ertragserwartungen zurückbleibt.

Besonders stark zeigen sich die Trockenschäden auf den leichten Sandböden. Dort sind Ertragsverluste von bis zu 50 Prozent zu erwarten. Auch bei Kartoffeln und Silomais drohen auf den durch Trockenheit gefährdeten Standorten empfindliche Ertragsdepressionen, wenn die Trockenheit weiter anhält. Vielen Landwirten sind die desaströsen Trockenheitsjahre 1976 und 1992 noch in schrecklicher Erinnerung, als eine extreme Frühsommerdürre in Nord- und Ostdeutschland zu Ertragsverlusten von umgerechnet 1,75 Mrd. Euro führte.

Links zum Thema Wetter, Links zum Thema Versicherungen.

Weltweit positive Ernteschätzungen für Mais

Themen: Archiv — info @ 15:06

Bonn (agrar.de) – Die weltweite Maiserzeugung könnte im kommenden Wirtschaftsjahr auf über 620 Millionen Tonnen (Mio. t) steigen, teilte das Deutsche Maiskomitee (DMK) unter Berufung auf Zahlen der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) mit. Im Vorjahr lag die Maiserzeugung nur bei 593,66 Mio. t. Nach Schätzungen des US-Agrarressorts werde die US-Ernte mit 255,54 Mio. t den Vorjahresumfang (228,80 Mio. t) deutlich übertreffen. Damit gerieten die zuletzt im Aufwind befindlichen Maisnotierungen der US-Terminmärkte nun wieder unter Druck.

Für das laufende Wirtschaftsjahr 2002/03 rechnen die Amerikaner mit einem Export von 40,6 Mio. t. Im kommenden Jahr erwarten sie ein weltweites Exportvolumen von 75,5 Mio. t. Der US-Anteil könnte demnach bei 47,7 Mio. t (62,2 Prozent) liegen. In Anbetracht der hohen Ernteprognosen aus Asien seien die Schätzungen jedoch eher zweifelhaft, meinte das DMK.

Mit einem Anstieg der Welt-Maisnotierungen werde nur für den Fall gerechnet, dass sich die hohen Verbrauchsschätzungen des US-Agrarressorts für Mais von weltweit 634,2 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2003/04 bestätigen und gleichzeitig die Lagerbestände auf die angenommenen 83,3 Mio. t weiter sinken würden.

Links zum Thema Mais, Links zum Thema %url4%Landwirtschaft international%/%.

Sonnleitner fordert vom EU-Agrarrat ermutigendes Signal für Bauernfamilien

Themen: Archiv — info @ 15:06

München (agrar.de) – ‚Ich bin entrüstet, dass vor allem Agrarkommissar Dr. Franz Fischler, aber auch Bundesministerin Renate Künast, in den Verhandlungen über eine Agrarreform bislang keinen Weg eingeschlagen haben, der unsere Bäuerinnen und Bauern im Wettbewerb stärken und echte Zukunftsperspektiven ermöglichen würde‘, sagte der Präsident des Deutschen und des Bayerischen Bauernverbandes Gerd Sonnleitner bei einem Pressgespräch heute in München. Vollkommen unverständlich sei, dass Fischler die Stellungnahme des demokratisch legitimierten Europäischen Parlamentes überhaupt nicht berücksichtige. Das Europäische Parla-ment sei den Sachargumenten des Berufsstandes in wesentlichen Bereichen gefolgt. Es habe zum Beispiel die Preissenkungen bei Milch und Getreide klar abgelehnt sowie echte Perspektiven für die Milchbauern aufgegriffen.

Nach dem bisherigen Beratungsstand würden die Reformpläne für die Bauernfamilien deutliche Wettbewerbsverzerrungen, Einkommenseinbußen von rund 350 Mio. Euro/Jahr, mehr Preisdruck und erheblich mehr Bürokratie nach sich ziehen. Sonnleitner mahnte, dass damit Arbeitsplätze und Existenzen in der Landwirtschaft und im vor- und nachgelagerten Bereich akut bedroht würden. Über 700.000 Arbeitsplätze in Bayern seien direkt oder indirekt mit der Landwirtschaft verbunden. Aber auch die heimische Lebensmittelerzeugung, die flächendeckende Landbewirtschaftung und damit die Kulturlandschaft Bayerns würden auf dem Spiel stehen.

Die Situation der Bauernfamilien ist sehr angespannt, erläuterte Sonnleitner. Insbesondere der starke Preisdruck auf den Agrarmärkten, aber auch die ständigen Diskussionen um neue Belastungen auf bundespolitischer Ebene würden entscheidend dazu beitragen. ‚Unsere Bäuerinnen und Bauern hätten von den Agrarratsverhandlungen ein ermutigendes Signal erwartet und sind bislang maßlos enttäuscht.‘

Morgen wird der Agrarrat seine Verhandlungen, die vergangenen Donnerstag abgebrochen worden waren, wieder aufnehmen. Sonnleitner forderte die EU-Agrarminister und die EU-Kommission eindringlich auf, die wirtschaftliche Situation der Bauernfamilien in den Vordergrund zu stellen und echte Perspektiven für eine nachhaltige, multifunktionale Landwirtschaft in der EU zu schaffen.

Sonnleitner wies darauf hin, dass der Bauernverband sich intensiv in die Diskussion über die Fortentwicklung der EU-Agrarpolitik, insbesondere für den Planungszeitraum 2007 bis 2013, eingebracht habe. So habe der Bauernverband klar und konkret seine Forderungen für eine Zukunftsperspektive in der Milchpolitik formuliert. Auch wurde ein pragmatischer Vorschlag zur sektoralen Entkoppelung eingebracht. Dieser würde der EU genügend Spielraum bei WTO geben und auch zum dringend notwendigen Bürokratieabbau beitragen.

Völlig inakzeptabel seien auch die aktuellen Pläne der Bundesregierung zu drasti-schen Einschnitten im Bundesagrarhaushalt, betonte Sonnleitner. Die Bauernfamilien hätten in den vergangenen fünf Jahren durch Kürzungen im Agrarhaushalt und durch Änderungen im Steuer- und agrarsozialen Bereich Mehrbelastungen in Höhe von zwei Milliarden Euro hinnehmen müssen. Die nun geplante Kürzung beim vergünstigten Steuersatz für Agrardiesel würde die deutschen Bauern zudem im europäischen Wettbewerb noch mehr benachteiligen. Bereits heute zahlten sie mit 25,6 Cent/Liter Diesel deutlich mehr als beispielsweise ihre Kollegen aus Frankreich (5,5 Cent/Liter) oder Dänemark (3,2 Cent/Liter).

Links zum Thema EU und Landwirtschaft, Links zum Thema Verbände.

Milchindustrie sieht Chancen für einen Kompromiss bei der europäischen Agrarreform

Themen: Archiv — info @ 15:06

Keine deutsche Strategieänderung bei neuer Agrarrunde nötig

Bonn (agrar.de) – Der Abbruch der Verhandlungen zur Agrarreform in der vergangenen Woche muss aus deutscher Sicht als Chance angesehen werden, auf schlechte Kompromisse zu verzichten und den eingeschlagenen Kurs bei der nächsten Runde konsequent weiter zu verfolgen, stellt der Milchindustrie-Verband (MIV) in Bonn fest. Die in Deutschland abgestimmte Haltung, dass keine über die verabschiedete Agenda 2000 hinausgehenden Preiszugeständnisse gemacht und keine zusätzlichen Milchquoten gewährt werden sollen, muss in den Verhandlungen von deutscher Seite weiter vertreten werden, so der MIV dazu.

Der letzte von der EU-Kommission vorgeschlagene Kompromiss sah u.a. vor, beginnend ab 2004 die institutionellen Preise für Butter um 28 Prozent in vier gleichen Jahresschritten und für Magermilchpulver um 15 Prozent in drei gleichen Schritten abzusenken. Die Höhe der Milchquoten sollte zunächst bis 2014 unverändert bleiben. Die Ausgleichszahlungen für die Preisreduzierung sollen bis 2006 auf 0,355 Euro/kg steigen. Die Entkoppelung dieser Zahlungen von der Produktion soll im Ermessen der einzelnen Mitgliedsstaaten liegen. ‚In Deutschland wären dann zahlreiche Milcherzeuger und damit auch Molkereien in ihrer Existenz bedroht. Angesichts der Ausgestaltungsspielräume für die EU-Länder ist außerdem mit Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der EU zu rechnen‘, so der MIV.

Der Verlauf der letzten Agrarpreisgespräche zeigt nach Ansicht des MIV durchaus vorhandene Verhandlungsspielräume auf. Insofern scheint es aus deutscher Sicht sinnvoll, die ursprüngliche Linie weiter zu verfolgen, d.h. die Preise für Butter und Magermilchpulver sollen jeweils um 15 Prozent abgesenkt werden und es sollen keine weiteren Milchquotenzugeständnisse erfolgen. Vor dem Hintergrund des stark überschüssigen EU-Milchmarkts ist dem Begehren der südlichen EU-Mitgliedsstaaten nach zusätzlichen Milchquoten eine klare Absage zu erteilen.

Für die kommenden Verhandlungen fordert der MIV die Bundesregierung auf, sich der Haltung Frankreichs anzuschließen und die Vorgaben aus der Agenda 2000 ohne Mengenaufstockung, die auch eine gute Basis für die anstehenden WTO-Verhandlungen sind, konsequent weiter zu verfolgen. Dazu der MIV abschließend: ‚Jegliche zusätzlichen Preis- oder Mengenzugeständnisse würden zu einem weiteren Verfall der Preise für Milchprodukte führen und somit den Ansatz der Bundesregierung konterkarieren, die Wertevernichtung bei Lebensmitteln sowie die Existenzgefährdung der ländlichen Räume aufzuhalten.‘

Die deutsche Milchindustrie zählt mit rund 300 Neuerungen jährlich zu den innovativsten Branchen im Ernährungssektor. In rund 250 Betrieben werden von 38.000 Mitarbeiter jährlich etwa 27 Mrd. kg Milch zu hochwertigen Produkten verarbeitet. Mit einem Jahresumsatz von rund 20 Mrd. Euro ist die deutsche Milchwirtschaft der größte Bereich der Ernährungsindustrie und führend im europäischen Vergleich.

Links zum Thema EU und Landwirtschaft, Links zum Thema Verbände.

Müller: Geflügelpest erfolgreich bekämpft

Themen: Archiv,Tierseuchen — info @ 14:06

Berlin (agrar.de) – Das Geflügelpestgeschehen in Deutschland ist zum Erliegen gekommen. Die Maßnahmen, die im Zusammenhang mit dem Geflügelpestfall am 13. Mai 2003 in Nordrhein-Westfalen getroffen wurden, werden mit Wirkung vom 25. Juni 2003 aufgehoben. Das teilte der Staatssekretär im Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL), Alexander Müller, mit.

‚Die gute Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Wirtschaft in Deutschland wie auch mit den Veterinärbehörden der Niederlande und Belgiens und der EU-Kommission hat es ermöglicht, dass in Deutschland eine Ausbreitung der Geflügelpest verhindert werden konnte‘, so der Staatssekretär. Er teilte mit, dass mit Datum vom 25. Juni 2003 auch die nationale Eilverordnung zum Schutz vor der Verschleppung der Geflügelpest aufgehoben wird. Gleichzeitig laufe auch die EU-Entscheidung aus, die Maßnahmen gegenüber Nordrhein-Westfalen enthalten habe.

‚Die Aufhebung der Maßnahmen sollte aber nicht dazu verleiten, in den Schutzmaßnahmen gegenüber der Geflügelpest nachzulassen. Die Geflügelpest stellt weiterhin eine permanente Gefahr für unsere Geflügelbestände dar‘, so Müller. Die in den vergangenen Wochen gewonnenen Erfahrungen müssten auch in den Vorbeuge- und Bekämpfungsvorschriften auf europäischer und nationaler Ebene berücksichtigt werden. Darüber hinaus werde sich das Bundesverbraucherministerium dafür einsetzen, dass die infolge des Geflügelpestfalles von Drittländern ergriffenen Handelsbeschränkungen kurzfristig wieder aufgehoben würden.

Links zum Thema Geflügelpest.

Backhaus: Regenerativ erzeugte Strommenge in Mecklenburg-Vorpommern könnte verdreifacht werden

Themen: Biogas,Energie,NaWaRos — info @ 13:06

Biogasanlagen haben positive Effekte auf die Umwelt

Bollewick (agrar.de) – Die Potenziale im Bereich der Biogasproduktion werden in Mecklenburg-Vorpommern nach Ansicht von Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD) bei weitem nicht ausgenutzt. Derzeit sind 30 Biogasanlagen im Land in Betrieb. ‚Was die Möglichkeiten angeht, haben wir allerdings noch einen weiten Weg vor uns‘, sagte Minister Backhaus im Rahmen der Biogas-Fachtagung 2003 in Bollewick (Müritzkreis).

Die bestehenden Rinder- und Schweinebestände im Land böten ein Potenzial von ca. 90 Mio. Kubikmeter Biogas im Jahr. Mittels gezieltem Anbau nachwachsender Rohstoffen auf rund 132.000 Hektar Stilllegungsflächen könnten weitere 890 Mio. Kubikmeter Biogas jährlich erzeugt werden. Diese rund 1 Mrd. Kubikmeter Biogas entsprechen einem Energiepotenzial von etwa 6 Mrd. Kilowattstunden. ‚Damit könnte die im Land regenerativ erzeugte Strommenge fast verdreifacht werden‘, sagte der Minister.

Vorhandene Potenziale an Biomasse bzw. die möglichen Flächen zu ihrer Erzeugung dürften nach Meinung des Landwirtschaftsministers nicht brach liegen. Die Sicherung einer flächendeckende Bewirtschaftung unter vernünftigen wirtschaftlichen Bedingungen wird auch im Rahmen der angekündigten Reformen der gemeinsamen Agrarpolitik gefordert. ‚Das bedeutet für mich auch, dass wir Technologien in das Land bringen, die eine mittel- und längerfristige Zukunftschance am Energiemarkt haben‘, betonte Minister Backhaus. Aus diesem Grund habe er sich beim zuständigen Bundesumweltminister dafür eingesetzt, dass die Förderung von Biogasanlagen im Marktanreiz-Programm mit einem erhöhten Höchstförderbeitrag zur Anwendung kommt.

Mit der Biogasproduktion sind auch zahlreiche positive Umwelteffekte verbunden. Die Methan- und Ammoniakbelastung in der Luft werden vermindert, Nitratauswaschungen verringert und Nährstoffverluste vermieden sowie die Pflanzenverträglichkeit verbessert.

Links zum Thema Biogas, Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Seiten: << 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...27 28 29 >>



   (c)1997-2017 @grar.de