26. Juni 2003

BBV: Agrarreform ist schwere Bürde für Bauernfamilien

Themen: Archiv — info @ 15:06

Sonnleitner: Bauernverband schwer enttäuscht von Fischler und Künast

München (agrar.de) – Die heute morgen vom EU-Agrarrat beschlossene tiefgreifende Agrarreform ist mit Einkommenseinbußen, deutlich mehr Bürokratie sowie der Gefahr erheblicher Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der EU eine schwere Bürde für die bayerischen Bauernfamilien, stellt der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Gerd Sonnleitner, in einer ersten Stellungnahme fest. Statt unseren Bäuerinnen und Bauern – insbesondere der jungen Generation – ein ermutigendes Signal für die Zukunft zu geben, hat Agrarkommissar Fischler nur die Durchsetzung seiner Vorschläge im Blick gehabt. Und Frau Künast hat die Anliegen der deutschen und bayerischen Bauernfamilien nicht eingebracht. Die zahlreichen, wichtigen Sachargumente gegen die Reformpläne der Kommission – unter anderem hatte das Europäische Parlament in seiner Stellungnahme deutliche Kritik geübt – sind an der Halsstarrigkeit Fischlers weitgehend gescheitert.

Die nun beschlossenen Preissenkungen von 25 Prozent bei der Milch treffen die Milcherzeuger in Bayern tief ins Mark. Angesichts der ohnehin schon sehr angespannten Marktsituation auf den Agrarmärkten ist dieser Schritt absolut nicht nachvollziehbar. Auch die Beschlüsse zur Entkoppelung bei den Tierprämien werden eine Wettbewerbsbenachteiligung für die spezialisierten Rindfleischerzeuger in Bayern bedeuten. Die bayerische Landwirtschaft lebt zu 40 Prozent von der Milch und zu 20 Prozent vom Rindfleisch. Ohne Not werden bäuerliche Existenzen und damit auch der Erhalt der Kulturlandschaft in Bayern gefährdet.

Das beschlossene Entkoppelungssystem ist undurchschaubar und kaum umsetz-bar. Auf Betriebe wie auch auf Behörden kommt ein gewaltiger Bürokratiewust zu, der durch Modulation und Cross-Compliance ins Unermessliche gesteigert wird. Außerdem besteht die große Sorge, dass es durch die erheblichen nationalen Spielräume in der Ausgestaltung der Entkoppelung zu weiteren Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der EU kommen wird. Die Grundsätze einer gemeinsamen europäischen Agrarpolitik werden dadurch ohne Not erheblich ins Wanken ge-bracht.

Durch den intensiven und hartnäckigen Einsatz des Bauernverbandes ist es gelungen, in einigen Bereichen Entscheidungen zu Lasten der Bauernfamilien abzuwenden. So wurde die Milchquotenregelung deutlich über 2008 hinaus verlängert. Eine zusätzliche Aufstockung der Milchquote in den Jahren 2007 und 2008 und eine weitere Senkung des Interventionspreises für Getreide um 5 Prozent konnte verhindert werden. Auch ist es gelungen, den Anbau nachwachsender Rohstoffe auf Stilllegungsflächen sowie die Rotationsstilllegung beizubehalten.

Nach diesem insgesamt sehr enttäuschenden Beschluss des Agrarrates sind jetzt sowohl die Bundesregierung als auch die Bundesländer massiv gefordert, die nationalen Spielräume für eine einfache und unbürokratische Umsetzung in Deutschland zu nutzen. Dabei gilt es, die wirtschaftenden Betriebe in ihrer Leistungsfähigkeit zu stärken und Deutschland als Standort für hochwertige und nachhaltige Lebensmittelerzeugung zu sichern. Noch nie hat ein deutscher Landwirtschaftsminister die deutschen und bayerischen Bauernfamilien so hängen lassen. Umso mehr steht Ministerin Künast jetzt in der Pflicht, die Zukunftsfähigkeit unserer Betriebe in der nationalen Ausgestaltung zu gewährleisten. Um insbesondere die dramatischen Einkommensverluste der Milch- und Rindfleischerzeuger auch nur annähernd zu kompensieren, müssen die Mittel der Modulation und der nationalen Sonderzahlungen (Envelope) vorrangig hier eingesetzt werden.

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DBV: Ministerin Künast lässt sich über den Tisch ziehen – über 1,5 Mrd. Euro Verluste

Themen: Archiv — info @ 15:06

Agrarreform kein Aufbruchsignal, sondern schwere Bürde für die deutschen Bauern

Berlin (agrar.de) – Der jetzt verabschiedete Kompromiss im Agrarrat wirft die Gemeinsame Agrarpolitik wieder zurück in die nationale Flickschusterei, zerstört den einheitlichen Binnenmarkt, schafft keine gute Verhandlungsposition bei WTO, verursacht einen extremen bürokratischen Aufwand und nimmt vor allem den deutschen Milchbauern jegliche Perspektive. Dies erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, zur heutigen Einigung über die zukünftige Agrarpolitik in Luxemburg. Dies ist weder für die Bauern noch für die Verbraucher der große Wurf, als der er von Agrarkommissar Franz Fischler und Ministerin Renate Künast dargestellt wird.

Die fixe Idee der Entkopplung des landwirtschaftlichen Direktausgleichs mündet in einem unerträglichen europäischen Flickenteppich sehr unterschiedlicher nationaler und regionaler Bestimmungen. Dessen Umsetzung und Kontrolle wird in Deutschland Bund und Ländern eine bisher nicht gekannte Verantwortung, aber auch eine noch größere Verwaltungsaufgabe abverlangen. Anstatt gerade den Bauern eine unbürokratische Lösung zu präsentieren und eine nachhaltige Landwirtschaft im Wettbewerb zu stärken, trifft gerade dieser Beschluss diejenigen massiv, die mit Rinderhaltung in Deutschland ihr Einkommen erwirtschaften und zugleich die Landschaft pflegen. Das trifft die Mehrzahl der bäuerlichen Betriebe, unabhängig von ihrer Größenordnung.

Im Gegensatz zu den Agrarministern anderer EU-Länder hat Ministerin Künast kaum einen Verhandlungspunkt vorzuweisen, der die Einkommenseinbrüche von mehr als 1,5 Milliarden Euro für die deutschen Bauern vermindert oder die deutsche Landwirtschaft im Wettbewerb stärkt. Der DBV fordert deshalb und Bund und Länder auf, unverzüglich mit dem Berufsstand das Verhandlungsergebnis im Detail zu analysieren und in der nationalen Umsetzung dann sicherzustellen, dass die dramatischen Einkommensverluste vor allem in der Milch- und Rindfleischerzeugung auch nur annähernd kompensiert werden. Dazu sind die Mittel der Modulation wie der nationalen Sonderzahlungen (‚Envelope‘) vorrangig einzusetzen. Außerdem muss gewährleistet werden, dass die landwirtschaftlichen Betriebe wie die Verwaltung jetzt nicht in einer überbordenden Bürokratie untergehen.

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BVA zur EU-Agrarreform

Themen: Archiv — info @ 15:06

Bonn (agrar.de) – Der Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft (BVA) begrüßt es, daß die langwierigen Verhandlungen zur EU-Agrarreform noch rechtzeitig vor Beginn des neuen Wirtschaftsjahres abgeschlossen werden konnten. Damit herrscht eine gewisse Rechtsklarheit insbesondere was die Getreidepreise betrifft.

Inwiefern die jetzt im Kompromißpapier niedergelegten Grundzüge eines System-wechsels in der Gemeinsamen Agrarpolitik tatsächlich der europäischen Landwirtschaft nützen, wird sich erst noch zeigen müssen. Insbesondere die Einführung eines komplizierten Regelwerkes für Modulation und Cross-Compliance werden zu noch mehr Bürokratie führen und die Wettbewerbsfähigkeit der Agrarbranche eher behindern.

Die zur Zeit laufenden WTO-Verhandlungen und die damit verbundene Öffnung der Märkte erfordert vielmehr eine Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Agrarbranche sowohl in der pflanzlichen als auch tierischen Produktion. Unklar ist auch, welche Effekte die Umschichtung der Mittel in die Förderung des ländlichen Raums haben werden.

Es bleibt abzuwarten, wie die konkrete Ausgestaltung der europäischen aber auch der nationalen Gesetzgebung aussehen wird. Insgesamt gesehen steht die Landwirtschaft und das Agrargewerbe vor einer großen Herausforderung.

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NABU begrüßt EU-Agrarbeschluss als Chance für Kurswechsel

Themen: Archiv — info @ 15:06

Bonn (agrar.de) – Der Naturschutzbund NABU hat den Beschluss der europäischen Agrarminister zur EU-Agrarreform als einen Schritt in die richtige Richtung bezeichnet. ‚Der Kompromiss bietet die Grundlage für einen Kurswechsel‘, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen. Auch wenn einige Reformvorschläge verwässert oder aufgeschoben worden seien, könne mit dem Beschluss endlich das Ende einer verfehlten europäischen Agrarpolitik eingeleitet werden. Hierzu müssten jetzt allerdings die Chancen im Rahmen der nationalen Umsetzung konsequent und ohne größere Verzögerung genutzt werden. Dies betreffe insbesondere die Umschichtung der Agrarmittel in die Förderung des ländlichen Raums sowie die Einführung einer von der Produktion entkoppelten Flächenprämie.

Zu den wesentlichen Verbesserungen gehöre nach Auffassung des NABU der Einstieg in die Entkopplung der Direktzahlungen von der Produktion. So könne anstatt unzähliger produktbezogener Subventionen in Zukunft eine regional einheitliche Acker- und Grünlandprämie eingeführt werden. Mit der Bindung der Prämienzahlung an Umweltauflagen würde zudem ein Signal gegen die Intensivierung der Landwirtschaft gesetzt. Ferner sollten bis zu fünf Prozent der Agrarzahlungen in die Entwicklung des ländlichen Raums und in Agrarumweltprogramme umgeschichtet werden. ‚Höhere Finanzierungssätze durch die EU tragen schließlich dazu bei, dass Umweltmaßnahmen an Bedeutung gewinnen‘, so Billen.

Der NABU appellierte an die Bundesländer, eine möglichst rasche Umsetzung der Reformbeschlüsse konstruktiv zu unterstützen. Dies betreffe insbesondere die Einführung einer regionalen Flächenprämie, mit der endlich auch das bislang benachteiligte Grünland gefördert werden könne. ‚Die Länder haben es jetzt in der Hand, mit einer einfacheren und naturverträglicheren Grundprämie gesellschaftlich gewünschte Leistungen anstatt Butter- und Getreidebergen zu fördern‘, so Billen weiter.

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Born: Fischler hat sich gegen Künast durchgesetzt

Themen: Archiv — info @ 15:06

Weltmarktorientierung der Agrarpolitik bedeutet faktisch das Ende der Agrarwende

Berlin (agrar.de) – ‚Die beschlossene Reform der EU-Agrarpolitik ist kein Signal zum Aufbruch, sondern bedeutet Abbruch gleich an mehreren Stellen.‘ Dies stellte der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Helmut Born, vor Journalisten in Berlin fest. Ministerin Künast könne ‚ihre Agrarwende abschreiben‘, weil die neue Agrarpolitik das eindeutige Ziel verfolge, den europäischen Agrarmarkt auf den Weltmarkt auszurichten, was tiefgreifende Konsequenzen für die bäuerlichen Strukturen und die Vermarktungswege habe. Die Vermarktung von Produkten aus der Region werde durch zunehmende Globalisierung erheblich unter Druck geraten und die Vermarktungswege nicht kürzer, sondern länger werden. Damit habe sich EU-Agrarkommissar Franz Fischler eindeutig durchgesetzt und einen wichtigen Grundpfeiler der bisherigen Agrarpolitik zerstört.

Die Einigung der EU-Agrarminister wurde aber auch erkauft mit einer weitgehenden Re-Nationalisierung des gesamten Direktausgleichs, der den wesentlichen Teil der derzeitigen gemeinsamen Agrarpolitik ausmache, betonte Born. Nach Gutdünken können jetzt die Mitgliedstaaten entkoppeln, teilweise entkoppeln oder auch wie bisher den Ausgleich ganz oder teilweise an den Hektar oder die Mutterkuh binden. Es sei schon erstaunlich, wie Agrarkommissar Fischler ein solches desaströses Ergebnis als Erfolg kommuniziere. Auch bei den WTO-Verhandlungen, befürchtet Born, werde sich Fischler schwer tun, die anderen Länder zu überzeugen, denn der ‚Flickenteppich von Entkopplung und Kopplung‘ sei nur schwer als nicht-handelsverzerrend in die so genannte Green-Box zu bringen.

Born wies Äußerungen Fischlers zurück, mit dieser Reform der Agrarpolitik würden Überschüsse abgebaut und die Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte zurückgeführt. Mit Ausnahme einiger konjunkturell bedingter Überschüsse habe man bereits mit der Agenda 2000 alle strukturellen Überschüsse abgebaut. Es sei auch geradezu grotesk, wenn Fischler von einer Drosselung der Produktion rede, jedoch zuließ, dass in letzter Minute bei den Verhandlungen ein Land nach dem anderen höhere Milchquoten und höhere Produktionsrechte bei den Rinderprämien vertraglich zugesichert erhielt. Deutschland bilde dabei jedoch die Ausnahme. Lediglich die Roggenstandorte in Deutschland erhielten finanzielle Hilfen mit einem Volumen von rund 20 Millionen Euro, da die Intervention abgeschafft werde. Das. In dem wichtigsten Markt in Deutschland aber, dem Milchmarkt, stünden Preissenkungen bis zum Jahr 2006/2007 in einer Größenordnung von 21 bis 23 Prozent ins Haus.

Damit würden die deutschen Milcherzeuger 1,920 Milliarden Euro im Jahr 2008 weniger einnehmen als heute. Mit 987 Millionen Euro würde nicht einmal die Hälfte dieser Preissenkungen ausgeglichen. Dies werde Tausende von Milcherzeugern ihre Existenz kosten, aber auch Arbeitsplätze in der Molkereiwirtschaft vernichten, analysierte Born. Von Seiten der Bundesregierung und den sie tragenden Fraktionen sollte deshalb nichts schöngeredet werden, wenn die Milchbauern ein Drittel ihrer Einkommen verlieren würden.

Der DBV-Generalsekretär forderte nachdrücklich Bund und Länder auf, jetzt gemeinsam mit dem Bauernverband die Beschlüsse der EU-Agrarminister genau zu überprüfen und mitzuhelfen, dass es im ländlichen Raum nicht zum Verlust von Tausenden von Arbeitsplätzen komme und die Wirtschaftslage im ländlichen Raum im Lot bleibe. Es müsse alles daran gesetzt werden, freiwerdende Mittel über die Modulation und den nationalen Envelope für diejenigen Betriebe zur Verfügung zu stellen, die jetzt große Verluste hinnehmen müssten.

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CDU zur Reform der EU-Agrarpolitik: Vertane Chance

Themen: Archiv,GAP — info @ 14:06

Weitere Einkommenskürzungen, noch mehr Bürokratie und eine Verschlechterung der deutschen Nettozahlerposition

Berlin (agrar.de) – Zu dem vom EU-Agrarministerrat beschlossenen Kompromiss zur Reform der EU-Agrarreform erklären die stellvertretende Vorsitzende, Gerda Hasselfeldt, der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Harry Carstensen, und der Agrarsprecher der CSU-Landesgruppe, Albert Deß:

‚Der jetzt erzielte Kompromiss zur Reform der EU-Agrarpolitik ist eine vertane Chance. Er bedeutet für die Landwirte noch mehr Bürokratie und erhebliche Einkommensverluste. Des Weiteren müssen sie aufgrund der halbherzigen Beschlüsse damit rechnen, dass 2008 die nächsten Reformen anstehen und damit keine Planungssicherheit für die Betriebe vorhanden ist.

Wenn Ministerin Künast den Beschluss als großen Erfolg bezeichnet, kommt das einer Verhöhnung der deutschen Landwirte gleich. Im Gegensatz zur CDU/CSU hatte sie in Brüssel kein schlüssiges Konzept vorgelegt, welches den Landwirten langfristige Perspektiven gebracht hätte.

Die Agenda 2000-Beschlüsse sind auf deutsches Betreiben weitgehend durch das Vorziehen vieler Maßnahmen aufgebrochen, ein Wortbruch gegenüber unseren Bauern.

Die jetzt vorgesehene Teilentkoppelung bei den Prämien führt zu einem Nebeneinander von mehreren Beihilfensystemen, die für die Bauern und Behörden chaotische Belastungen bringen. Die fakultative Regelung für die Mitgliedstaaten eröffnet der rot-grünen Bundesregierung eine Spielwiese für weitere nationale Alleingänge.

Der halbherzige Systemwechsel bedeutet, dass die Landwirte ständig mit weiteren Änderungen rechnen müssen. Den jungen Landwirten wird jede Perspektive genommen. Die vorgesehene Betriebsprämie in der jetzigen Form ist auf Dauer gesellschaftspolitisch nicht haltbar, weil in der Öffentlichkeit solche Zahlungen für Nichtstun angesehen werden (Sofabauern). Das neue System ist damit ständigen Angriffen und Rechtsstreitigkeiten ausgesetzt.

Für Deutschland als größtem Milcherzeuger der EU ist das Ergebnis bei Milch katastrophal. Unter Bruch der Agenda 2000-Beschlüsse und -Versprechungen kommen weitere vorgezogene drastische Preissenkungen auf die Landwirte zu. Der unzureichende Ausgleich kann bei weitem nicht die brutal angeordneten Einkommensverluste kompensieren. Während Frankreich als Haupterzeuger von Getreide seine Interessen voll durchsetzen konnte, hat Ministerin Künast die deutschen Interessen völlig vernachlässigt.

Der Wegfall der Intervention bei Roggen ist ein weiterer Beweis für die Nichtdurchsetzung spezifisch deutscher Interessen. Der Roggenanbau, besonders in den neuen Bundesländern, wird damit zum Erliegen kommen. Die geringe Ausgleichsmöglichkeit mit den von anderen Landwirten abkassierten Modulationsmitteln ist geradezu lächerlich.

Die Beschlüsse zur Modulation, auf die Ministerin Künast zu Unrecht stolz ist, bedeuten weitere Einkommenskürzungen, noch mehr Bürokratie und eine Verschlechterung der deutschen Nettozahlerposition.

CDU/CSU werden bei der Umsetzung der Beschlüsse alles daran setzen, dass Ministerin Künast die eingeräumten Gestaltungsmöglichkeiten nicht noch weiter zu Lasten der Landwirte missbraucht.‘

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Bauernbund: Offener Brief zur Haltung des DBV zur Altschuldenregelung

Themen: Archiv — info @ 14:06

Belsdorf (agrar.de) – Den folgenden Offener Brief zur Haltung des DBV zur Altschuldenregelung richtet der Präsident des Deutschen Bauernbundes, Kurt-Henning Klamroth an alle Kreisverbände des DBV in den alten Bundesländern:

‚Liebe Berufskollegen, sehr geehrte Damen und Herren,

mit diesem Brief wollen wir sie über die Diskussion zur Altschuldenregelung mit den LPG-Nachfolgebetrieben informieren.

Die Bundesregierung hat am 10.4.03 einen Gesetzesentwurf zur abschließenden Regelung über Altschulden landwirtschaftlicher Unternehmen vorgelegt.

Am 20.5.03 fand in Berlin im Bundesfinanzministerium eine Verbandsanhörung zum Gesetzentwurf statt. Die ablehnende Haltung zu den Rückzahlungsmodalitäten der Vertreter des Deutschen Bauernverbandes müssen wir dabei als skandalös bezeichnen, da sie weiterhin zu einer Subventionierung der LPG-Nachfolgebetriebe führen, Wettbewerbsverzerrungen hervorrufen und weiterhin die Bundeskasse belasten. Eine wissenschaftliche Studie der Bundesforschungsanstalt Braunschweig und der Humboldt Universität Berlin hat bewiesen, dass die bisherige Altschuldenregelung erhebliche Subventionswerte enthält. Auch das Bundesfinanzministerium hat diesen Sachverhalt bestätigt. Daher ist es völlig unverständlich, warum sich die Vertreter des DBV gegen eine Verschärfung des Gesetzes wenden.

Der DBV provoziert damit die Gefahr, dass durch eine Verwässerung der neuen Altschuldenregelung die Einnahmen für den Bundeshaushalt aus der Rückzahlung der Schulden nur marginal erhöht werden.

Immerhin haben ca. 1.500 LPG-Nachfolgeunternehmen mehr als 2,2 Milliarden Euro Altschulden, die nunmehr bereits zu ca. 40 % aus aufgelaufenen Zinsen resultieren.

Es kann nicht sein, dass die Bundesregierung Kürzungen im Agrarhaushalt, die den Agrardiesel und die landwirtschaftlichen Sozialversicherungen betreffen, beschließt und gleichzeitig großzügig auf die Rückzahlung der Altschulden verzichtet.

Wir möchten sie auffordern, sich in ihrem Verband für eine Verschärfung der Altschuldenregelung einzusetzen, damit nicht die bäuerlichen Familienbetriebe die Haushaltslöcher tragen müssen.

Lassen sie nicht zu, dass die ostdeutschen Landesbauernverbände mit ihrer Ideologisierung der LPG-Nachfolgebetriebe den bäuerlichen Familienbetrieben das Leben schwer machen.

Bezeichnend ist, dass bei der kürzlichen Vorstandsneuwahl des sächsischen Landesbauernverbandes von den acht Vorstandsposten nur noch zwei mit selbständigen Bauern besetzt sind. Gerne sind wir bereit, ihnen in einem persönlichen Gespräch noch mehr Hintergründe zur Agrarstruktur in den neuen Bundesländern zu geben.

Mit freundlichem Gruß

gez. Kurt-Henning Klamroth Präsident‘

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Niedersachsens Getreidebauern starten Dokumentation

Themen: Archiv — info @ 14:06

Ackerschlagkartei wird durch Dokumentation zu Lagerung und Transport ergänzt

Hannover (agrar.de) – Nach der Ernte des laufenden Jahres wird die niedersächsische Getreidewirtschaft ein System zum Qualitätsmanagement aufgebaut haben. Wie das Landvolk Niedersachsen dazu mitteilt, wurde bewusst ein einfaches, aber leicht nachvollziehbares Modell gewählt. Die bürokratischen Hürden für die Landwirtschaft wurden niedrig angesiedelt, gleichwohl aber die Bedürfnisse von Handel und Genossenschaften als direkten Marktpartnern der Landwirte berücksichtigt. Damit können sich diese in die Qualitätssicherungssysteme ihrer Abnehmer einordnen und auf Anforderungen der Nahrungsmittelbranche reagieren.

Kernpunkt dieses Qualitätsmanagementes ist die Dokumentation auf dem landwirtschaftlichen Betrieb. Schon in der vergangenen Ernte wurde bei der Vermarktung der Getreidepartien vielfach ein Rückstellmuster gezogen, dem der Landwirt eine Sortennachweiskarte beifügen musste. In diesem Dokument gibt der Landwirt eine Erklärung zum ordnungsgemäßen Herstellungsprozess des von ihm erzeugten Getreides ab. Diese Erklärung wird nun über eine vereinfachte Anbaudokumentation ergänzt. Auf den Höfen wird diese zumeist bereits in Form einer Ackerschlagkartei geführt und enthält alle relevanten Daten des Betriebes und der Getreideerzeugung. Dazu zählen insbesondere Angaben zu Sortenwahl, Aussaat, Düngung, Pflanzenschutz und weitere pflanzenbauliche Daten. Dabei geht es in der jetzt aufgelegten Getreidedokumentation weniger um die äußere Form dieser Schlagkartei, als vielmehr um die Inhalte. Zusätzlich werden bei der Vermarktung nach der Erntezeit Aufzeichnungen über die Lagerung sowie den anschließenden Transport verlangt.

Während eines Feldtages der Landwirtschaftskammer Hannover in Nordstemmen-Burgstemmen am 24. Juni stellen Fachleute von Landvolkverband, Handel und Genossenschaften sowie Landwirtschaftskammer das neu entwickelte System zur Getreidedokumentation erstmalig vor. Für die Landwirtschaft wird darin in erster Linie eine Chance gesehen, die Vermarktung sicherer zu machen. Auf verschiedenen Veranstaltungen wird dieses Modell zurzeit mit der Praxis diskutiert. Rechtzeitig vor der nächsten Herbstaussaat soll die ‚Getreidedokumentation Niedersachsen‘ für die Praktiker zur Verfügung stehen. Die ‚dokumentierte Produktion‘ wird von der Europäischen Union ab 2005 gesetzlich vorgeschrieben.

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Niedersachsen: 57 Landjugendgruppen starten Aktionswochenende

Themen: Archiv — info @ 14:06

72 Stunden für einen guten Zweck

Hannover (agrar.de) – Der Countdown läuft: Heute abend erfahren über 2.000 Mitglieder der niedersächsischen Landjugend, mit welchen Aufgaben sie sich in den nächsten drei Tagen beschäftigen müssen. Genau um 18 Uhr erfolgt der Startschuß zur 72-Stunden-Aktion unter dem Motto: ‚… und das Dorf bebt‘.

Bis zum Sonntag Abend arbeiten 57 Landjugendgruppen unter der Schirmherrschaft von Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen mit Kreativität und Manpower für einen guten Zweck. Die Aufgaben für die einzelnen Gruppen sind noch geheim.

Bereits im Vorfeld haben sich sogenannte Agenten in den jeweiligen Orten heimlich nach den Wünschen und Bedürfnissen der Bewohner erkundigt und haben sich gezielt darauf zugeschnittene Aufgaben ausgedacht. Dabei wurde auch an die jeweiligen Landjugendgruppe gedacht: von der Gestaltung des Ortskerns bis zu Renovierungsarbeiten an Spielplätzen und Jugendtreffs ist alles dabei. Eventuelle bürokratische Hemmnisse, wie etwa Baugenehmigungen, sind von den Agenten auch schon aus dem Weg geräumt worden – natürlich ebenfalls ‚top secret‘!

Doch den ganzen Rest müssen die Teilnehmer allein erledigen. Klar, daß sie diese Aufgabe nicht ohne viele freiwillige Helfer sowie finanzielle und materielle Hilfe lösen können. Daher hoffen die Landjugend-Teams auf zahlreiche und spontane Unterstützung der Dorfbewohner sowie ortsansässiger Firmen und Vereine.

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Niedersachsen: Qualitätssicherungssystem hat unverminderten Zulauf

Themen: Archiv — info @ 14:06

Schon 30.000 Betriebe bei QS – Auch Getreidewirtschaft plant den Einstieg

Hannover (agrar.de) – Immer mehr Bauern machen mit beim Qualitätssicherungssystem ‚Qualität und Sicherheit‘ (QS). Nach Angaben des Landvolks Niedersachsen sind bereits 30.000 Betriebe Vertragspartner im QS-System, davon immerhin 19 Prozent aus Niedersachsen. Auch 17 Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels mit mehr als 7.500 Filialen sind bereits berechtigt, Ware mit dem QS-Zeichen zu vermarkten. Der Zulauf zum Qualitätssicherungssystem wird nach Einschätzung des Verbandes auch künftig anhalten, denn bundesweit haben schon ungefähr 70.000 Landwirte durch ihre Teilnahme an Schulungen konkretes Interesse signalisiert. Für einen weiteren Schub dürfte sorgen, dass Schweine- und Rindermäster im QS-System nach Ablauf einer Übergangszeit auch ihre Ferkel und Kälber nur noch aus QS-zertifizierten Betrieben beziehen dürfen.

Für die Züchter besteht damit sofortiger Handlungsbedarf, weil sie vor der Zertifizierung zunächst auditiert werden müssen. Insbesondere die Ferkelerzeuger sollten sich deshalb demnächst mit einem so genannten Bündeler, der die QS-Betriebe betreut, in Verbindung setzen. Strenger werden die Anforderungen für die QS-Betriebe zukünftig beim Zukauf von Futtermitteln. Mischfutter darf bereits nur von Herstellern bezogen werden, die am QS-System teilnehmen, diese Vorschrift gilt demnächst auch für Einzelfuttermittel. Beim Zukauf beispielsweise von Getreide vom Handel oder von Genossenschaften muss der zukaufende Landwirt im Rahmen des Audits nachweisen, dass der Händler zertifiziert ist. Auch Rindfleisch wird es bald mit dem Qualität und Rückverfolgbarkeit garantierenden QS-Zeichen geben. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Frankfurt hat jetzt das Kennzeichnungssystem genehmigt. Allerdings müssen die teilnehmenden Bauern eine ganze Reihe von bürokratischen Auflagen erfüllen. So muss im günstigsten Fall einmal, unter Umständen jedoch bis zu dreimal jährlich ein QS-Audit auf dem Betrieb durchgeführt werden. Außerdem werden jährlich bis zu drei unangemeldete Systemkontrollen auf den Betrieben vorgenommen. Schließlich müssen regelmäßig von den Bauern selbst Eigenkontrollmaßnahmen anhand von Checklisten durchgeführt und dokumentiert werden.

Qualitätssicherungssysteme werden über den Fleischbereich hinaus in Kürze auch für andere landwirtschaftliche Produkte eingeführt. So werden die Getreideerzeuger schon nach der in Kürze anstehenden Ernte den Einstieg wagen und damit eine wichtige Forderung ihrer Abnehmer erfüllen. Gemeinsam mit den Marktpartnern hat das Landvolk Niedersachsen ein System der Getreidedokumentation erarbeitet, das gerade der Praxis vorgestellt wird. (%url4%unsere Meldung%/%) Für die Ernte im kommenden Jahr werden die Bauern nun alle wichtigen Daten von der Bestellung über Düngung und Pflanzenschutz bis zur Herkunft vom Einzelschlag in einer Schlagkartei dokumentieren.

Links zum Thema %url5%Qualität und Sicherheit%/%, Links zum Bundesland %url6%Niedersachsen%/%.

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