02. Juni 2003

Bayern: Elektronischer Förderantrag auf dem Vormarsch

Themen: Archiv — info @ 13:06

München – Die Förderabwicklung über Internet stößt bei den bayerischen Bauern auf wachsendes Interesse. 28.500, rund ein Viertel der Landwirte im Freistaat, haben auf der Homepage des Landwirtschaftsministeriums den ‚Mehrfachantrag–Online 2003‘ abgerufen. Das teilte Landwirtschaftsminister Josef Miller in München mit.

Fast 6.000 Bauern haben nach seinen Angaben bis zum Ende der Antragsfrist am 15. Mai die Daten für Agrarförderprogramme wie Ausgleichszulage, Kulturlandschaftsprogramm und Tierprämien mit dem Sammelantrag erfasst und den Landwirtschaftsämtern elektronisch zugeleitet. Die übrigen Landwirte nutzten das Programm, um den Online-Antrag kennen zu lernen oder die Größe ihrer Feldstücke mit dem ‚BayernViewer-agrar‘ der Vermessungsverwaltung zu überprüfen. ‚Viele unserer Bauern haben bereits erkannt, dass das Online-Verfahren entscheidende Vorteile bringt‘, sagte der Minister: ‚Es spart Zeit, Kosten und macht unabhängig von den Bürozeiten der Landwirtschaftsämter.‘

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Sachsen: Prämienkürzungen für Rindfleischerzeuger

Themen: Archiv — info @ 13:06

Dresden (agrar.de) – Rindfleischerzeuger in Deutschland müssen erstmals Kürzungen der Sonderprämie für Rindfleisch um 13,4 Prozent hinnehmen. Davon betroffen sind die im Jahr 2002 beantragten und bis zum 31.06.2003 zur Bewilligung und Auszahlung anstehenden Tiere.

Nach der Verordnung (EG) Nr. 1254/1999, die die Prämiengewährung EU-weit regelt, hat Deutschland eine nationalen Höchstgrenze von 1.536.113 prämienfähigen Tieren. Insgesamt sind jedoch nach der Zusammenfassung der Meldungen in den Bundesländern 1.774.663 prämienfähige Bullen und Ochsen angemeldet worden, was einer Überschreitung um 238.550 Tiere oder um 13,4 Prozent entspricht. Gemäß der Verordnung wird bundesweit die Zahl der prämienfähigen Tiere für jeden Erzeuger in dem betroffenen Bezugsjahr proportional um 13,4 Prozent gekürzt. Von der Kürzung ist auch die Extensivierungsprämie betroffen. Tiere, die aufgrund der proportionalen Kürzung keine Sonderprämie erhalten, werden auch von der Extensivierungsprämie ausgeschlossen. Im Freistaat Sachsen sind für das Antragsjahr 2002 insgesamt 29.018 prämienfähige Tiere zur Auszahlung angemeldet worden. Nach der nun vorzunehmenden Kürzung können nur 25.130 Prämien bewilligt werden.

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Rheinland-Pfalz stoppt Ausgleichszahlungen für Bio-Betriebe

Themen: Archiv — info @ 13:06

Bad Kreuznach (agrar.de) – Minister Bauckhage verkündete am 27. Mai 2003 völlig überraschend den Stopp von Folgeverträgen für die ökologisch wirtschaftenden Betriebe in Rheinland-Pfalz. Im Rahmen des Förderprogramms Umweltschonende Landbewirtschaftung, FUL werden 403 Bio-Betriebe gefördert, für einen Teil der Betriebe gilt es in 2003 Folgeverträge abzuschließen.

Der Antragstopp wiederspricht den bisherigen Einschätzungen des Wirtschaftministeriums in seinem Agrarbericht 2002 und den Planungsvorgaben für die Förderung des ländlichen Raumes, ZIL 2000 – 2006, dass Förderprämien für die Einführung und Beibehaltung des ökologischen Landbaus einzelbetrieblich einen unverzichtbaren Beitrag zum Ausgleich von Umweltleistungen darstellen.

Da 80 Prozent der Ausgleichzahlungen für die rheinland-pfälzischen Bio-Landwirte aus Kassen der EU und des Bundes bestritten werden können, ist das von Bauckhage angewendete Argument der angespannten Haushaltslage des Landes nicht nachzuvollziehen. Im Gegenteil, das Wirtschaftsministerium verweigert den Bio-Landwirten Fördermittel aus Kassen, die das Land nicht belasten.

Rheinland-Pfalz wäre das bisher einzigste Bundesland innerhalb Deutschlands, welches die Beibehaltung des ökologischen Landbaus als Landesaufgabe streicht. Der Beschluss führt zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen, da die rheinland-pfälzischen Betriebe in direkter Konkurrenz zu ihren Kollegen aus den anderen Bundesländern stehen, die weiterhin die Agrarumweltprogramm in Anspruch nehmen.

‚Wir betrachten es als politischen Tabubruch ersten Ranges gegenüber den rheinland-pfälzischen Bio-Landwirten‘, so der Bioland-Landesvorsitzende Manfred Nafziger. ‚Die Einschränkungen gegenüber den ökologisch wirtschaftenden Betrieben in Rheinland-Pfalz müssen als politische Entscheidung gegen den ökologischen Landbau bewertet werden.‘

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Rheinland-Pfalz: Naturschutzpreis 2003

Themen: Archiv — info @ 13:06

Dieses Jahr Schwerpunkt ‚Jugend und Natur‘ – jetzt bewerben

Mainz (agrar.de) – Der Vorstand der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz unter Vorsitz von Umweltministerin Margit Conrad verleiht alle zwei Jahre einen Naturschutzpreis für vorbildliche, besondere oder richtungsweisende Leistungen auf dem Gebiet der Erhaltung der natürlichen Umwelt. Der diesjährige Schwerpunkt steht unter dem Motto ‚Jugend und Natur‘.

Mit dem Naturschutzpreis werden ehrenamtlich tätige Personen, Naturschutzverbände und -vereine sowie andere Institutionen oder Jugendgruppen, die sich um die Belange des Naturschutzes, der Umweltpädagogik und der Landschaftspflege in Rheinland-Pfalz durch besonders herausragende Leistungen verdient gemacht haben, ausgezeichnet.

Über die Vergabe des mit 2.500 Euro dotierten Naturschutzpreises entscheidet eine Jury, der neben Umweltministerin Margit Conrad die Vorstandsmitglieder der Stiftung Prof. Dr. Günter Preuß und Paul-Kurt Schminke angehören. Der Förderkreis der Stiftung ist in der Jury durch den Förderkreissprecher Heinrich Klotz (Industrieverband Steine und Erden, Neustadt/Wstr.) und den stellvertretenden Förderkreissprecher Jürgen Schwarz (Firma Silex Normkies, Speyer) vertreten.

Vorschlagsberechtigt sind außer den vorgenannten Jurymitgliedern auch die sonstigen Mitglieder des Stiftungsvorstandes, die Mitglieder des Förderkreises der Stiftung, die in Rheinland-Pfalz tätigen Naturschutzverbände und -vereine, sowie Behörden und Institutionen, die Naturschutzaufgaben wahrnehmen.

Vorschläge für den Naturschutzpreis können mit einer kurzen Begründung bis zum 31. August 2003 bei der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz, Kaiser-Friedrich-Straße 1, 55116 Mainz, eingereicht werden. Die Verleihung des Preises wird am 05. Dezember 2003 stattfinden.

Weitere Auskünfte erteilen der Geschäftsführer der Stiftung Michael Steinhaus, Tel.: 06131-164432 oder Anna Maria Lucas, Tel.: 06131-164451.

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Backhaus: Abwanderung junger Menschen durch Stärkung der ländlichen Räume stoppen

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Pasewalk (agrar.de) – Zu den Themen Strukturen und Entwicklung im ländlichen Raum sowie der beruflichen Aus- und Weiterbildung und den Berufschancen für junge Leute sprach der Minister für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei, Dr. Till Backhaus (SPD), am Sonnabend auf dem Workshop ‚Jugend und ländlicher Raum‘ der Rosa Luxemburg Stiftung und des Vereins Gesellschaftsanalyse und Politische Bildung e.V. in Pasewalk.

‚Wir müssen die Strukturen und die Entwicklung der ländlichen Räume so gestalten, dass den dortigen Hauptproblemen Abwanderung und Arbeitslosigkeit Einhalt geboten werden kann. Nur so kann die Jugend, die die Zukunft des Landes ist, in Mecklenburg-Vorpommern gehalten werden‘, sagte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. Im vergangenen Jahr förderte das Landwirtschaftsministerium die Strukturentwicklung in den ländlichen Räumen mit insgesamt 102,3 Mio. Euro. ‚Das Volumen der eingesetzten Fördermittel wird sich in diesem Jahr voraussichtlich in einem vergleichbaren Rahmen bewegen‘, kündigte der Minister an.

Von 1991 bis einschließlich 2003 konnten 1,052 Milliarden Euro an Mitteln ausgereicht werden. Damit wurden und werden unmittelbare Investitionen von 2,1 Milliarden Euro in den ländlichen Räumen ausgelöst. ‚Die Ideen für Projekte können aber nicht von oben herab vorgegeben werden, sondern müssen aus der Eigenmotivation der Menschen vor Ort entstehen‘, betonte Minister Backhaus. Nur so können Ergebnisse von Bestand erzielt werden, die von den Menschen akzeptiert werden und mit denen sie sich identifizieren.

Zu den Förderinstrumenten gehört die Flurneuordnung, die Dorferneuerung, der ländliche Wegebau und die Förderung spezieller Projekte zur Entwicklung der ländlichen Räume. Außerdem unterstützt das Ministerium den Reittourismus, den Landtourismus, den Landjugend- und den Landfrauenverband.

Die Stärkung der landwirtschaftlichen und gewerblichen Unternehmen gehört ebenfalls zu den wesentlichen Bestandteilen zur nachhaltigen Unterstützung der ländlichen Räume. Ein wesentliches Problem sei der akute Fachkräftemangel in der Landwirtschaft. ‚Die weitere Entwicklung einer modernen Agrarwirtschaft gelingt nur auf einem Fundament mit gut ausgebildetem Nachwuchs und qualifizierten Fachkräften‘, sagte Minister Backhaus. Eine entsprechende Bildungsarbeit müsse deshalb bereits im frühen Kindesalter geschehen. ‚Die Bildungsinhalte aus dem Bereich Agrarwirtschaft sollen künftig im Angebotskatalog der allgemeinbildenden Schulen stehen‘, kündigte Minister Backhaus an.

Zur Förderung der Ausbildung im Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern unterstützt das Landwirtschaftsministerium junge Menschen, die den Beruf erlernen, im Rahmen einer Ausbildungsinitiative. Mit Beginn des Ausbildungsjahres 2002 bis zum Ende im Jahr 2005 stehen rund 2,5 Mio. Euro zur Verfügung. Damit werden gute Leistungen honoriert bzw. der Erwerb zusätzlicher Qualifikationen sowie die Unterbringung und die Mobilität der Auszubildenden gefördert.

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FDP bewertet ökologische Anbaumethoden kritisch

Themen: Archiv — info @ 12:06

Berlin (agrar.de) – Die ökologischen Anbaumethoden müssen nach Auffassung der FDP-Fraktion kritisch beurteilt werden. Dies lasse sich speziell am Kartoffelanbau aufzeigen, heißt es in einer Kleine Anfrage der Partei an den Bundestag.

Die Kraut- und Knollenfäule, verursacht durch den Pilz Phytophthora infestans, könne beim frühen und starken Befall große Ertrags-, Qualitäts- und Lagerverluste bei Kartoffeln nach sich ziehen. Da beim Ökolandbau auf herkömmliche Pflanzenschutzmittel verzichtet werden müsse, würden ’natürliche‘ Mittel eingesetzt.

Dabei handele es sich um unterschiedliche Kupferverbindungen, so die Abgeordneten. Die mehrjährige Anwendung solcher Kupfer-Kontaktfungizide führe auf vielen Böden zu einer problematischen Anreicherung des ‚praktisch nicht abbaubaren Schwermetalls Kupfer‘.

Die Bundesregierung soll sagen, welche vergleichenden Untersuchungen es über die von Bioanbauverbänden produzierten Kartoffeln gibt, wie groß die Ertragsausfälle aufgrund von Infektionen durch Phytophthora infestans waren, welche chemischen Dünge- und Spritzmittel derzeit für den deutschen Biokartoffelanbau zugelassen sind und ob sich Kupfer im Boden anreichert.

Die Fraktion fragt ferner, wie lange die verunreinigten Böden belastet sein werden, welche Wirkung Kupfer-Kontaktfungizide auf die Bodenorganismen haben und welche Substanzen darüber hinaus eingesetzt werden, um die Kraut- und Knollenfäule bei Biokartoffeln zu bekämpfen.

Lesen Sie auch: • CDU-NRW: Vorgeschlagener Kupfer-Grenzwert im Widerspruch zur Praxis des Öko-Landbaus [05.03.2003]

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Sachsen-Anhalt: Umweltministerium schlägt Gebiete für FFH-Nachmeldungen vor

Themen: Archiv — info @ 12:06

Magdeburg (agrar.de) – Die EU-Kommission hat Deutschland aufgefordert, weitere für die Region typische besondere Schutzgebiete und Arten laut FFH-Richtlinie (Flora-Fauna-Habitat) zu melden. Davon betroffen ist auch Sachsen-Anhalt. Das nachzumeldende Volumen wurde mit 18 Lebensraumtypen und etwa 30 Arten benannt. Im Vergleich zu Gesamtdeutschland und zu anderen Bundesländern ist Sachsen-Anhalt jedoch eher gering betroffen.

Bei den Lebensraumtypen soll Sachsen-Anhalt unter anderem folgende nachmelden: Binnen-Dünen und deren Trockenrasenvegationen, subpannonische Trockenrasen und andere trockene Heiden, Brenndolden-Auenwiesen und magere artenreiche Flachland-Mähwiesen, eutrophe Seen, Unterwasservegetation in Flüssen sowie spezielle Buchenwald- und Niedermoor-Typen.

Zu den Arten zählen einige Fische wie der Steinbeißer und der Bitterling, zudem Kröten wie der Kammolch und die Rotbauchunke, aber auch Käfer wie der Hirschkäfer, Eremit oder der Heldbock. Des weiteren müssen Fledermäuse wie die Mops- und Bechsteinfledermaus, die Kleine Hufeisennase und das Große Mausohr nachgemeldet werden.

Das Umweltministerium hat jetzt einen ersten Vorschlag zur Nachmeldung an die EU erarbeitet. Dieser wird im Folgenden mit Betroffenen und Verbänden diskutiert. Das Kabinett befasst sich voraussichtlich Ende September mit der Liste, so dass Sachsen-Anhalt im Oktober 2003 in Richtung EU nachmelden kann.

Vorgesehen ist, dass Sachsen-Anhalt noch einmal etwa 1,5 Prozent seiner Landesfläche als FFH-Gebiet nachmeldet. Damit erhöht sich das Gesamtvolumen auf 8,7 Prozent. Sachsen-Anhalt bleibt damit immer noch leicht unter dem Bundesdurchschnitt von neun Prozent.

Allein 23.000 Hektar umfassen Gebiete in der Colbitz-Letzlinger Heide und bei Altengrabow an der Landesgrenze zu Brandenburg. Insgesamt würde die Nachmeldung einen Gebietszuwachs von etwa 30.000 Hektar bringen. Der Gesamtanteil an FFH-Gebieten erhöhte sich damit auf 177.352 Hektar.

Als Vogelschutzgebiete könnten laut Vorschlag 2,3 Prozent der Fläche nachgemeldet werden, womit sich der Gesamtwert auf 8,1 Prozent erhöhen würde. Insbesondere Rastplätze für überwinternde nordische Vogelarten im Bereich der Elbe und der Tagebauseen sowie Laubwälder und Heideflächen würden nachgemeldet werden. Aber auch für eine Vogelart wie die Gartenammer (Ortolan) im Bereich des nördlichen Drömlings hat Sachsen-Anhalt nach Forderung der EU eine besondere Verantwortung zu übernehmen. In der Summe könnten drei Vogelschutzgebiete erweitert und neun Areale neu gemeldet werden.

Insgesamt erhöht sich mit dem Vorschlag der Anteil an Vogelschutzgebieten in Sachsen-Anhalt um etwa 48.000 Hektar auf insgesamt 170.444 Hektar, was einem Landesflächenanteil von 8,31 Prozent entspräche. Diese Größe liegt am bisherigen Durchschnitt von 8,1 Prozent für Deutschland insgesamt, der aber von der EU als unzureichend bezeichnet und daher gegenwärtig in einem Klageverfahren beanstandet wird. Andere Staaten haben höhere Flächenanteile als Vogelschutzgebiete ausgewiesen, so zum Beispiel die Niederlande 24,1 Prozent, Dänemark 22,3 Prozent, Österreich 14,7 Prozent und Spanien 17,8 Prozent.

Mit der Nachmeldung würde Sachsen-Anhalt etwa 230.744 Hektar zum europäischen NATURA 2000-Netzwerk beitragen. Das entspräche einem Anteil von gut elf Prozent. Die Gebietsanteile von FFH-Gebieten und EU-Vogelschutzgebieten überlappen sich zum größten Teil. Daher dürfen beide Flächen zur Berechnung der NATURA-2000-Gebiete nicht eins zu eins addiert werden.

Hintergrund

Nach der Bewertung der deutschen Gebietsmeldungen ‚Besonderer Schutzgebiete‘ gemäß Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie durch die EU-Kommission Ende 2002 erfolgten im Frühjahr diesen Jahres Aufforderungen zur Nachmeldung von Gebieten.

Das geplante europäische Netzwerk NATURA 2000 baut auf der FFH-Richtlinie 92/43 EWG des Rates von 1992, einschließlich der Vogelschutzrichtlinie 79/409/EWG von 1979, auf. Die europäischen Länder wollen damit schützenswerte typische Naturausstattungen in den Ländern als Natur- und Kulturerbe erhalten und pflegen. Die Gebiete sollen jeweils nach Landesrecht gesichert werden, wobei naturschutzrechtliche, administrative oder vertragliche Regelungen zur Umsetzung der Schutzziele vorgesehen sind. Sachsen-Anhalt bezieht die Land- und Forstwirtschaft ein, um Lebensraumtypen und Artenvielfalt zu schützen und zu pflegen.

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Rheinland-Pfalz stoppt die Förderung bestehender Bio-Betriebe

Themen: Archiv — info @ 11:06

Bad Dürkheim (agrar.de) – Ein Großteil der Bio-Bauern in Rheinland Pfalz soll zukünftig keine Förderung mehr erhalten. Dies ist laut Meldung der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) ein Beschluss des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau (MWVLW), nach dem in diesem Jahr keine Folgeanträge für das Förderprogramm Umweltschonende Landbewirtschaftung (FUL) zugelassen werden sollen. Begründet wird diese überraschende Entscheidung mit Haushaltsproblemen des Landes.

Derzeit werden im Rahmen des FUL 403 Bio-Betriebe gefördert und in diesem Jahr stehen für ca. 4.500 Hektar Ackerfläche Folgeantrage an. Das gesamte Fördervolumen beträgt rund eine Million Euro. Bei einer Co-Finanzierung der EU und des Bundes beläuft sich der Anteil von Rheinland-Pfalz letztlich allerdings auf weniger als 200.000 Euro. Diese vergleichsweise geringe Summe wird zum Anlass genommen, die Existenzfähigkeit zahlreicher Bio-Betriebe in Frage zu stellen.

‚Wir fordern die Landesregierung auf, diesen Beschluss aufzuheben und das FUL-Programm noch in diesem Jahr für Folgeanträge zum Bio-Landbau zu öffnen‘ so Dr. Uli Zerger, Vorstand der Stiftung Ökologie & Landbau. ‚Nur durch ein klares Bekenntnis zum Bio-Landbau kann die Landesregierung deutlich machen, dass sie der Gesamtverantwortung für Land, Tier, Mensch und Umwelt gerecht wird. Ansonsten würde Rheinland-Pfalz aus Sicht der Bio-Betriebe im bundesweiten Vergleich die rote Laterne übernehmen‘.

Angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds sind die Bio-Betriebe in Rheinland-Pfalz auf die Fördermittel zwingend angewiesen, da ansonsten erhebliche Einkommensverluste drohen. Bei einem Ackerbaubetrieb mit 65 ha bisheriger Antragsfläche würde sich das Jahreseinkommen um 10.000 Euro reduzieren. Diese Einkommensverluste können auf absehbare Zeit nicht kompensiert werden, da die Preise für Bio-Produkte derzeit einem enormen Preisdruck ausgesetzt sind. Ein solcher Beschluss würde außerdem die Wettbewerbsbedingungen innerhalb Deutschlands erheblich verzerren.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass ökologischer Landbau klimaschonender und energiesparender ist und im Vergleich zu anderen Verfahren der Landbewirtschaftung höhere Artenzahlen aufweist. Er ist somit als Leitbild geeignet für eine nachhaltige und naturschutzverträgliche Landwirtschaft, die auch zukünftigen Generationen sauberes Wasser, gesunde Böden und Nahrung bereitstellt. Eine Streichung der Bio-Förderung würde bedeuten, dass diese vielfältigen Umweltleistungen nicht anerkannt werden und Rheinland-Pfalz als einziges Bundesland dieses Leistungsentgelt den Bio-Bauern vorenthält.

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WTO soll entwicklungshemmende Agrarpolitik unterbinden

Themen: Archiv — info @ 10:06

NRO verlangen Abschaffung der Exportsubventionen innerhalb von drei Jahren

Bonn/Berlin (agrar.de) – Die Bonner Nord-Süd-Initiative Germanwatch hat die EU aufgefordert, sich bei den Agrarverhandlungen der Welthandelsorganisation WTO für eine völlige Abschaffung der Exportsubventionen innerhalb von drei Jahren einzusetzen. Das berichtet der Informationsdienst ‚Entwicklungspolitik online. Außerdem verlange Germanwatch von der EU, ihre gesamten Subventionen im Baumwollbereich abzuschaffen.

Francois Traoré, Präsident des Verbandes der Baumwollproduzenten von Burkina Faso, und die Ethnologin, Autorin und Mongolei-Expertin Amélie Schenk schilderten auf Einladung von Germanwatch und Evangelischem Entwicklungsdienst (EED) in Berlin die negativen Auswirkungen der Agrarpolitik der Industrieländer auf Kleinbauern.

‚Mit Hilfe ihrer Agrarsubventionen drängt die EU auf die Märkte von Drittländern und hält gleichzeitig ihren eigenen Markt geschlossen in Bereichen, wo Entwicklungsländer qualitativ hochwertige Produkte anzubieten haben‘, erklärte Rainer Engels (Germanwatch), Leiter der Kampagne ‚Unterbieten Verbieten!‘. Hochsubventionierte Agrarprodukte würden zu Schleuderpreisen auf den Weltmarkt gebracht. Mit diesen Dumpingpreisen boote die EU Agrarproduzenten aus Entwicklungsländern aus. Dies gelte für deren einheimische und ausländische Absatzmärkte.

Francois Traoré erläuterte: ‚Eine Rekordernte drückte im vergangenen Jahr den Preis für Baumwolle auf 697 Euro je Tonne, dem niedrigsten Niveau seit 30 Jahren (im Dezember 2000 lag der Preis bei 1.525 Euro/Tonne). Jedoch sind die Baumwollbauern in den USA und den EU-Anbauländern von diesem Preisverfall nicht betroffen, denn sie erhalten Milliarden an Subventionen, die es ihnen unabhängig von der Weltmarktsituation erlaubt, die Produktion fortzusetzen oder auszubauen.‘ Die USA subventionierten ihren Baumwollsektor jährlich mit knapp vier Milliarden US-Dollar, die EU mit 700 Millionen Dollar.

Ein anderes Beispiel entwicklungspolitisch schädlichen Verhaltens schilderte Amélie Schenk: ‚Die Mongolei, eines der ärmsten Länder der Welt, das fast ausschließlich auf die Produktion von Weide-Fleisch angewiesen ist, produziert auf der Basis von Nomadenkulturen, hat unter dem Verlust der Absatzmärkte in Russland stark zu leiden. Mongolisches Fleisch wurde dort verdrängt von EU-Lieferungen. Das qualitativ hochwertige Fleisch der Yak-Rinder hätte auch in Europa beste Absatzmöglichkeiten. Ein Marktzugang wird der Mongolei aber verwehrt!‘

Brasilien und vier Sahelstaaten beschwerten sich im Frühjahr 2003 offiziell bei der WTO über die reichen, Baumwolle subventionierenden Staaten. Voraussichtlich Anfang Juni entscheidet sich, ob daraus ein WTO-Streitschlichtungsverfahren wird. ‚Der ‚Baumwollfall‘ schreibt Weltgeschichte: Er ist die Nagelprobe des Welthandelssystems, ob WTO-Streitschlichtungsverfahren auch zugunsten von mehr Gerechtigkeit für die Ärmsten wirken kann,‘ so Rudi Buntzel-Cano vom EED.

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Sinner zum Weltbauerntag: Verbraucherschutz sichert Märkte

Themen: Archiv — info @ 10:06

Riedlingen (agrar.de) – Ein glaubwürdiger Verbraucherschutz ist die Basis für Verbrauchervertrauen und sichert so auch die Märkte für die Bauern. Dieses Fazit zog Bayerns Verbraucherschutzminister Eberhard Sinner am Sonntag im Baden-Württembergischen Riedlingen bei der Bauernkundgebung des Baden-Württembergischen Bauernverbandes im Rahmen der 5. Donau-Schwaben-Schau. Sinner: ‚Die Verbraucher stellen eine erhebliche Marktmacht dar. Welche Folgen es haben kann, wenn sie Produkten nicht mehr vertrauen, hat die BSE-Krise gezeigt, unter der gerade die Bauern sehr gelitten haben. Effektiver Verbraucherschutz schafft Vertrauen. Wenn Wirtschaft und Verbraucherschutz Hand in Hand gehen, gewinnen alle.‘

Bayern habe dieses Konzept in einem Pakt für sichere Lebensmittel, der Staat, Wirtschaft und Verbraucherverbände vereine, mit Leben erfüllt, so der Minister weiter. Sinner: ‚Statt wie Berlin Landwirte, Futtermittelhersteller oder die Lebensmittelwirtschaft je nach Bedarf zu Sündenböcken zu machen, haben wir alle für die Sicherheit der Verbraucher Verantwortlichen an einen Tisch gebracht. Gemeinsam ermitteln wir vorausschauend Risiken für die Verbraucher und entwickeln Strategien zu ihrer Vermeidung. Durch die Einbindung der Verbraucherverbände in den Dialog und wissenschaftsbasierte, offene Information schaffen wir Vertrauen.‘ Mit der vorausschauenden Ermittlung von Risiken trage man auch dazu bei, dass die Wirtschaft nicht so leicht von Problemen überrascht werde. So lasse sich auch Schaden vermeiden.

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